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„Das Kräuter-Einmaleins“ ist ein umfassender Leitfaden für alle, die die Welt der Kräuter entdecken oder ihr Wissen vertiefen möchten. Von der Aussaat über die Pflege bis zur Ernte führt dieses Buch Schritt für Schritt durch alle Phasen des Kräuteranbaus – im Garten, auf dem Balkon oder in der Küche. Ob Einsteiger oder erfahrener Pflanzenfreund: Die praxisnahen Erklärungen und klaren Anleitungen machen den Einstieg leicht und vermitteln fundiertes Wissen auf verständliche Weise. Der Autor Markus Grünbaum zeigt, wie vielseitig Kräuter im Alltag eingesetzt werden können – als aromatische Würze in der Küche, als heilende Pflanze in Hausmitteln oder als duftende Zutat in selbstgemachter Kosmetik. Neben den bekannten Klassikern wie Basilikum, Thymian, Petersilie und Rosmarin werden auch weniger verbreitete Kräuter vorgestellt, die neue Geschmackserlebnisse und gesundheitliche Vorteile bieten. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Pflege und dem richtigen Standort der Pflanzen. Der Leser erfährt, welche Erde, Lichtverhältnisse und Wassermengen die einzelnen Arten bevorzugen und wie sich Kräuter erfolgreich in Mischkultur oder in Töpfen ziehen lassen. Ebenso werden häufige Fehler in der Pflege, natürliche Schädlingsbekämpfung und nachhaltige Anbaumethoden behandelt. Abgerundet wird das Buch durch eine Vielzahl kreativer Ideen zur Verwendung: Kräuterbutter, Pestos, Teemischungen, Öle, Salze und einfache Rezepte laden dazu ein, die eigene Ernte vielfältig zu nutzen. Zahlreiche Tipps zur Lagerung, Trocknung und Haltbarmachung sorgen dafür, dass das ganze Jahr über aromatische Kräuter zur Verfügung stehen. „Das Kräuter-Einmaleins“ vereint praktische Gartenpraxis mit Genuss, Gesundheit und Kreativität. Es vermittelt nicht nur Wissen, sondern auch die Freude am Beobachten, Pflegen und Ernten – und zeigt, wie schon wenige Kräuterpflanzen den Alltag bereichern können. Ein Buch für alle, die mit ihren Händen etwas Natürliches schaffen und den Duft des Gartens auch in der Küche erleben möchten.
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Veröffentlichungsjahr: 2025
Das Kräuter-Einmaleins
MARKUS GRÜNBAUM 1
Vorwort 3
1 Grundlagen der Kräuterpflege 4
1.1 Bodenarten und Standortwahl 4
1.2 Licht- und Wasserbedarf 8
1.3 Düngung und Nährstoffe 14
1.4 Aussaat und Pflanzung 18
1.5 Jahreszeiten im Kräutergarten 23
2 Kräuter im Topf und auf dem Balkon 27
2.1 Auswahl geeigneter Kübel 27
2.2 Substrate für Topfkultur 31
2.3 Bewässerung und Drainage 35
2.4 Sonnige und schattige Standorte 39
2.5 Kombinationsmöglichkeiten von Kräutern 42
3 Klassiker unter den Kräutern 46
3.1 Petersilie, Schnittlauch, Basilikum 46
3.2 Thymian, Rosmarin, Oregano 50
3.3 Minze, Melisse, Salbei 56
3.4 Dill, Koriander, Estragon 62
3.5 Lavendel und seine Wirkung 68
4 Kräuter für die Küche 73
4.1 Aromatische Blätter für Salate 73
4.2 Würzkraft für Suppen und Eintöpfe 77
4.3 Kräuter in Öl, Essig und Marinaden 82
4.4 Frisch vs. getrocknet: Unterschiede 87
4.5 Kräuter für Getränke und Tees 91
5 Heil- und Gewürzkräuter 96
5.1 Kamille, Johanniskraut, Pfefferminze 96
5.2 Wirkung und Anwendung 100
5.3 Kräuter zur Teezubereitung 106
5.4 Kräuterauszüge und Tinkturen 111
5.5 Lagerung und Haltbarkeit 116
6 Kräuter im Gartenbeet 121
6.1 Planung des Kräuterbeets 121
6.2 Mischkultur und Begleitpflanzen 125
6.3 Pflanzabstände und Pflege 129
6.4 Schnitttechniken und Erntezeiten 134
6.5 Bodenpflege und Fruchtfolge 138
7 Anbau und Vermehrung 143
7.1 Aussaat im Haus und Freiland 143
7.2 Stecklinge und Teilung 147
7.3 Umsetzen und Pikieren 151
7.4 Kräuter überwintern 155
7.5 Jungpflanzen vs. gekaufte Kräuter 159
8 Krankheiten und Schädlinge 163
8.1 Mehltau, Blattläuse und Co. 163
8.2 Natürliche Bekämpfungsmethoden 167
8.3 Vorbeugende Maßnahmen 172
8.4 Kräuter im biologischen Garten 177
8.5 Fehler vermeiden beim Gießen 182
9 Kreative Verwendung von Kräutern 186
9.1 Kräuter in der Dekoration 186
9.2 Kräuterarrangements und Sträuße 191
9.3 Kräuter für Seifen und Kosmetik 196
9.4 Kräuter in Essig, Öl und Salz 202
9.5 Kräuter in der Küche modern inszenieren 207
10 Rezepte und praktische Tipps 212
10.1 Kräuterbutter, Pesto und Aufstriche 212
10.2 Kräutersalate und Dressings 216
10.3 Kräuter in der modernen Ernährung 221
10.4 Kräuteröle und Kräutersalze selbst gemacht 225
10.5 Aufbewahrung und Trocknung 230
Liebe Leserinnen und Leser,
Kräuter sind weit mehr als nur duftende Zutaten in der Küche. Sie sind seit Jahrhunderten treue Begleiter des Menschen – als Heilpflanzen, als Gewürze, als Quellen des Wohlbefindens. Wer sich einmal mit ihnen beschäftigt, entdeckt eine Welt voller Aromen, Wirkstoffe und Geschichten. Es sind die kleinen Dinge im Garten, die oft die größte Wirkung entfalten – und kaum etwas verkörpert diesen Gedanken besser als ein frisch gepflücktes Kräuterblatt.
Als leidenschaftlicher Gärtner und Pflanzenfreund habe ich über viele Jahre hinweg Erfahrungen gesammelt, wie unterschiedlich sich Kräuter verhalten – ob im Gartenbeet, auf dem Balkon oder in kleinen Töpfen am Küchenfenster. Ich habe gelernt, dass jedes Kraut seine eigenen Vorlieben hat: der sonnenhungrige Thymian, der feuchtigkeitsliebende Schnittlauch, die sensible Basilikumpflanze. Dieses Buch ist aus der Freude entstanden, dieses Wissen weiterzugeben – verständlich, praxisnah und inspiriert von der Liebe zur Natur.
„Das Kräuter-Einmaleins“ soll eine Einladung sein, sich der Welt der Kräuter mit offenen Sinnen zu nähern. Es vermittelt Grundlagen und praktische Tipps, erklärt Pflege, Ernte und Verwendung und zeigt, wie vielfältig Kräuter unser Leben bereichern können – in der Küche, in der Hausapotheke oder als natürliche Schönheitshelfer. Mein Ziel ist es, dass jeder Leser nach der Lektüre nicht nur mehr über Kräuter weiß, sondern Lust bekommt, selbst zu säen, zu riechen, zu schmecken und zu entdecken.
Mögen die folgenden Seiten dazu beitragen, dass aus einem kleinen Kräutertopf eine große Leidenschaft wächst.
Mit grünen Grüßen
Markus Grünbaum
Die Wahl des richtigen Standorts und die Kenntnis der vorherrschenden Bodenverhältnisse bilden das Fundament für erfolgreichen Kräuteranbau. Bevor die erste Pflanze in die Erde gesetzt wird, lohnt sich eine gründliche Auseinandersetzung mit den Gegebenheiten im eigenen Garten oder auf dem Balkon. Denn Kräuter sind keineswegs anspruchslos, wie oft behauptet wird. Vielmehr haben die verschiedenen Arten sehr unterschiedliche Bedürfnisse, die sich aus ihrer natürlichen Herkunft ableiten lassen.
Der Boden ist weit mehr als nur ein Substrat, das die Pflanzen mechanisch verankert. Er ist ein komplexes Ökosystem, das Nährstoffe speichert und bereitstellt, Wasser hält und abgibt, Luft für die Wurzelatmung bereithält und zahllosen Mikroorganismen Lebensraum bietet. Diese Mikroorganismen wiederum spielen eine entscheidende Rolle bei der Nährstoffaufbereitung und der Gesunderhaltung der Pflanzen. Ein gesunder, lebendiger Boden ist daher die beste Versicherung gegen Krankheiten und Schädlinge.
Die Bodentextur, also die Zusammensetzung aus Sand-, Schluff- und Tonpartikeln, bestimmt maßgeblich die Eigenschaften eines Standorts. Sandboden besteht vorwiegend aus groben Partikeln mit einem Durchmesser von 0,063 bis 2 Millimetern. Diese großen Zwischenräume zwischen den Körnern sorgen für eine ausgezeichnete Drainage und Durchlüftung. Wasser versickert schnell, und die Wurzeln finden stets genügend Sauerstoff. Allerdings hat diese Eigenschaft auch Nachteile: Nährstoffe werden leicht ausgewaschen, und bei Trockenheit erwärmt sich der Boden zwar schnell, kann aber kaum Feuchtigkeit speichern. Sandböden gelten als leichte Böden, die sich einfach bearbeiten lassen und im Frühjahr zeitig erwärmen. Für viele mediterrane Kräuter wie Lavendel, Thymian, Rosmarin und Salbei sind diese Verhältnisse ideal. Diese Pflanzen stammen aus Regionen mit nährstoffarmen, gut drainierten Böden und würden in schwereren, feuchten Böden unter Staunässe leiden.
Tonboden bildet das Gegenstück zum Sandboden. Die Tonpartikel sind mit weniger als 0,002 Millimetern Durchmesser mikroskopisch klein und liegen sehr dicht beieinander. Dadurch kann Tonboden große Mengen Wasser und Nährstoffe speichern, gibt diese aber nur langsam wieder ab. Bei Nässe wird er schmierig und klebt zusammen, bei Trockenheit verhärtet er steinhart und reißt auf. Die Bearbeitung schwerer Tonböden erfordert nicht nur Kraft, sondern auch das richtige Timing. Wer bei zu feuchten Verhältnissen umgräbt, verdichtet den Boden noch mehr und verschlechtert die Struktur nachhaltig. Allerdings bietet Tonboden auch Vorteile: Seine hohe Speicherkapazität für Wasser und Nährstoffe macht ihn zum idealen Standort für Kräuter mit höherem Nährstoffbedarf wie Schnittlauch, Liebstöckel oder Petersilie.
Zwischen diesen Extremen liegt der Schluffboden mit Partikelgrößen von 0,002 bis 0,063 Millimetern. Schluff vereint viele positive Eigenschaften: Er lässt sich relativ leicht bearbeiten, speichert Wasser und Nährstoffe besser als Sand, neigt aber weniger zur Verdichtung als Ton. Allerdings kann reiner Schluffboden zur Verschlämmung neigen, wobei die Oberfläche nach starkem Regen verkrustet und die Durchlüftung behindert wird.
In der Praxis findet sich selten ein reiner Bodentyp. Die meisten Gartenböden sind Mischungen aus allen drei Komponenten, wobei die Anteile variieren. Der legendäre Lehmboden beispielsweise enthält etwa zu gleichen Teilen Sand, Schluff und Ton und gilt als Idealboden für die meisten Gartenpflanzen. Er vereint die Vorteile aller Komponenten: gute Durchlüftung durch den Sandanteil, ausreichende Wasser- und Nährstoffspeicherung durch Schluff und Ton, dabei aber noch ausreichend locker für eine gute Durchwurzelung. Für die Mehrzahl der Küchenkräuter bietet ein lehmiger Boden hervorragende Wachstumsbedingungen.
Die Bodenart lässt sich mit einfachen Mitteln bestimmen. Eine Handvoll Erde wird angefeuchtet und zwischen den Fingern verrieben. Sandiger Boden fühlt sich körnig an und lässt sich nicht formen. Lehmiger Boden kann zu einer Kugel geformt werden, die aber beim Druck zerfällt. Toniger Boden lässt sich zu einer stabilen Wurst rollen, die auch beim Biegen nicht bricht. Diese einfache Fingerprobe gibt bereits wichtige Hinweise auf die Bodentextur und damit auf die zu erwartenden Eigenschaften.
Neben der mechanischen Zusammensetzung spielt der pH-Wert eine zentrale Rolle für das Pflanzenwachstum. Dieser Wert gibt an, ob der Boden sauer, neutral oder alkalisch reagiert. Die pH-Skala reicht von 0 bis 14, wobei 7 neutral ist. Werte darunter zeigen einen sauren, Werte darüber einen alkalischen Boden an. Die meisten Kräuter bevorzugen einen leicht sauren bis neutralen pH-Wert zwischen 6 und 7,5. In diesem Bereich sind die wichtigsten Nährstoffe optimal verfügbar. Bei stark sauren oder alkalischen Böden können bestimmte Nährstoffe unlöslich werden und den Pflanzen nicht mehr zur Verfügung stehen, während andere in toxischen Konzentrationen auftreten können.
Mediterranen Kräutern wie Lavendel und Rosmarin macht auch ein leicht alkalischer Boden mit pH-Werten bis 8 nichts aus. Sie sind an kalkhaltige Böden ihrer Heimatregionen angepasst. Dagegen bevorzugen einige wenige Kräuter wie Sauerampfer tatsächlich saure Bodenverhältnisse. Die Mehrzahl der Küchenkräuter gedeiht jedoch im neutralen bis leicht sauren Bereich am besten. Der pH-Wert lässt sich mit einfachen Testsets aus dem Gartenfachhandel bestimmen. Bei starken Abweichungen vom Optimum kann durch Kalkgaben der pH-Wert angehoben oder durch Zugabe von saurem Material wie Nadelkompost gesenkt werden. Allerdings sollten solche Korrekturen vorsichtig und in kleinen Schritten erfolgen, da zu drastische Veränderungen mehr schaden als nützen können.
Der Humusgehalt des Bodens verdient besondere Aufmerksamkeit. Humus besteht aus abgestorbenen, zersetzten organischen Substanzen und bildet die Grundlage der Bodenfruchtbarkeit. Er verbessert die Bodenstruktur, erhöht die Wasserspeicherfähigkeit, fördert das Bodenleben und dient als Nährstoffspeicher. Ein humusreicher Boden ist dunkel gefärbt, krümelig in der Struktur und riecht angenehm erdig. Die meisten Gartenböden enthalten zwischen 2 und 5 Prozent Humus, was für die meisten Zwecke ausreichend ist. Höhere Werte finden sich in langjährig gepflegten Gemüsegärten oder in natürlichen Waldböden.
Für Kräuter ist der Humusgehalt differenziert zu betrachten. Während einheimische Kräuter und Küchenkräuter mit höherem Nährstoffbedarf humusreiche Böden schätzen, können mediterrane Kräuter in zu nährstoffreichen Böden zu mastigem, wenig aromatischem Wachstum neigen. Lavendel, Thymian und Oregano entwickeln ihre intensivsten Aromen auf eher mageren Böden. Hier gilt das Prinzip, dass Pflanzen unter leichtem Stress oft mehr ätherische Öle und damit mehr Aroma bilden. Ein Überangebot an Nährstoffen führt dagegen zu üppigem Blattwachstum auf Kosten der Inhaltsstoffe.
Die Drainage ist ein weiterer kritischer Faktor bei der Standortwahl. Staunässe vertragen die wenigsten Kräuter, da unter Wasser die Sauerstoffversorgung der Wurzeln zusammenbricht und Fäulnisprozesse einsetzen. Besonders empfindlich reagieren mediterrane Kräuter, deren Wurzeln an trockene Verhältnisse angepasst sind. Schon wenige Tage anhaltende Nässe können zum Absterben der Wurzeln und damit der ganzen Pflanze führen. Bei schweren Böden oder ungünstiger Topografie sollte daher die Drainage verbessert werden. Dies kann durch Einarbeiten von grobem Sand, Splitt oder Kies geschehen. In extremen Fällen hilft das Anlegen von Hochbeeten oder Hügeln, auf denen überschüssiges Wasser schneller abfließt.
Umgekehrt benötigen einige Kräuter konstant feuchte Verhältnisse. Brunnenkresse ist hier das extremste Beispiel, da sie tatsächlich in fließendem Wasser wächst. Aber auch Wasserminze, Blutweiderich oder Mädesüß bevorzugen feuchte bis nasse Standorte. Für solche Kräuter bietet sich die Anlage eines kleinen Feuchtbereichs oder Teichrands an. Die Mehrzahl der Kräuter bevorzugt jedoch einen gleichmäßig feuchten, aber gut drainierten Boden, bei dem Wasser zwar zur Verfügung steht, aber nie stagniert.
Die Belichtung des Standorts ist ebenso entscheidend wie die Bodenbeschaffenheit. Die meisten Kräuter sind Lichtliebhaber und benötigen mindestens sechs Stunden direkte Sonneneinstrahlung täglich, um optimal zu gedeihen. Dies gilt besonders für mediterrane Kräuter, die aus sonnenreichen Regionen stammen. In schattigen Lagen werden sie kümmern, wenig Aroma entwickeln und anfällig für Krankheiten werden. Vollsonnige Standorte nach Süden oder Südwesten sind für Rosmarin, Thymian, Lavendel, Salbei und Oregano ideal.
Einige Kräuter tolerieren oder bevorzugen sogar halbschattige Standorte. Petersilie, Schnittlauch, Kerbel, Bärlauch und Waldmeister gedeihen auch bei weniger Licht gut. Diese Kräuter stammen ursprünglich aus Waldrändern oder gemäßigteren Klimazonen und sind an weniger intensive Sonneneinstrahlung angepasst. Ein Standort mit Morgensonne und Nachmittagsschatten oder lichtem Schatten unter Gehölzen kann für diese Arten optimal sein. Bei der Planung sollte bedacht werden, dass sich Lichtverhältnisse im Jahresverlauf ändern. Ein im Sommer schattiger Standort unter Laubbäumen kann im Frühjahr sonnig sein, bevor die Bäume austreiben, und bietet dann ideale Bedingungen für Frühjahrskräuter wie Bärlauch.
Die Windexposition wird bei der Standortwahl oft unterschätzt. Starker Wind kann mehrere negative Effekte haben: Er führt zu erhöhter Verdunstung und damit zu Trockenstress, mechanische Schäden an Blättern und Trieben treten auf, und bei hochwachsenden Kräutern kann Wind zum Umknicken führen. Besonders in exponierten Lagen wie auf Balkonen in höheren Stockwerken oder in offenen Gartenlagen sollte Windschutz eingeplant werden. Andererseits fördert eine gute Luftzirkulation die Pflanzengesundheit, da Blätter nach Regen oder Tau schneller abtrocknen und Pilzkrankheiten weniger Chancen haben. Ein geschützter, aber nicht völlig windstiller Standort ist daher optimal.
Die Temperaturverhältnisse am Standort hängen von mehreren Faktoren ab. Die geografische Lage und damit die Klimazone geben den groben Rahmen vor. Innerhalb eines Gartens können sich jedoch Mikroklimata mit deutlich unterschiedlichen Bedingungen bilden. Südwände von Gebäuden speichern Wärme und geben sie nachts ab, sodass hier mediterrane Kräuter auch in kühleren Regionen gedeihen können. Mulden und Senken sind dagegen Kaltluftseen, in denen sich nachts kalte Luft sammelt und die Frostgefahr erhöht. Die Wärmespeicherfähigkeit des Bodens spielt ebenfalls eine Rolle. Dunkle, steinige Böden erwärmen sich tagsüber stark und können diese Wärme speichern, während helle, lockere Böden weniger Wärme aufnehmen.
Bei der Anlage eines Kräutergartens sollten diese unterschiedlichen Ansprüche berücksichtigt werden. Eine sinnvolle Strategie ist die Gruppierung von Kräutern mit ähnlichen Bedürfnissen. Mediterrane Kräuter werden zusammen an den vollsonnigsten, trockensten Standort mit durchlässigem Boden gesetzt. Küchenkräuter mit höherem Nährstoff- und Wasserbedarf erhalten einen humusreicheren Bereich mit regelmäßiger Wasserversorgung. Schattenverträgliche Kräuter finden ihren Platz unter Gehölzen oder an der Nordseite von Gebäuden.
Die Bodenvorbereitung vor der Pflanzung ist entscheidend für den langfristigen Erfolg. Der Boden sollte tiefgründig gelockert werden, damit die Wurzeln leicht eindringen können und eine gute Drainage gewährleistet ist. Verdichtungen müssen aufgebrochen werden, da sie die Wurzelentwicklung behindern und zu Staunässe führen können. Bei schweren Böden empfiehlt sich die Einarbeitung von Sand oder Splitt zur Verbesserung der Struktur. Bei sandigen Böden kann reifer Kompost die Wasser- und Nährstoffspeicherfähigkeit erhöhen.
Für mediterrane Kräuter ist eine Drainageschicht am Pflanzgrund sinnvoll. Dazu wird das Pflanzloch etwas tiefer ausgehoben und der Boden mit einer Schicht aus grobem Kies oder Blähton bedeckt. Darüber kommt ein mageres Substrat aus Gartenerde, Sand und etwas Kompost. Diese Maßnahme ist besonders in Regionen mit höheren Niederschlägen oder auf schweren Böden wichtig, um Wurzelfäule vorzubeugen.
Im Topf- und Kübelpflanzenbau gelten eigene Regeln. Hier kann das Substrat vollständig kontrolliert und auf die jeweiligen Bedürfnisse abgestimmt werden. Hochwertige Kräutererde aus dem Fachhandel ist bereits auf die Bedürfnisse der meisten Kräuter abgestimmt. Für mediterrane Arten sollte sie mit grobem Sand oder Splitt im Verhältnis ein zu eins gestreckt werden, um die Drainage zu verbessern. Wichtig ist in jedem Fall ein Abzugsloch im Topfboden, damit überschüssiges Wasser abfließen kann. Eine Drainageschicht aus Blähton oder Tonscherben am Topfboden verhindert, dass die Erde das Abzugsloch verstopft.
Die Wahl der richtigen Topfgröße ist ebenfalls bedeutsam. Zu kleine Töpfe zwingen die Pflanzen zu häufigem Gießen und Düngen, da das begrenzte Substratvolumen wenig Reserven bietet. Zu große Töpfe bergen die Gefahr, dass die Erde zwischen den Gießvorgängen nicht ausreichend abtrocknet und die Wurzeln faulen. Als Faustregel gilt, dass der Topfdurchmesser mindestens der erwarteten Pflanzenbreite entsprechen sollte. Für mehrjährige Kräuter sollte alle zwei bis drei Jahre ein Umtopfen in frisches Substrat erfolgen, da die Erde mit der Zeit ihre Struktur verliert und verarmt.
Die Beobachtung der Pflanzen gibt wichtige Hinweise darauf, ob der Standort und der Boden optimal sind. Kräftiges Wachstum, sattgrüne Blätter ohne Verfärbungen, reichliche Blütenbildung und intensive Aromen zeigen, dass die Bedingungen stimmen. Kümmerwuchs, gelbe oder braune Blätter, mangelnde Blüte oder erhöhte Anfälligkeit für Schädlinge und Krankheiten deuten dagegen auf Probleme hin. Häufig lassen sich aus den Symptomen Rückschlüsse auf die Ursache ziehen. Gelbe Blätter können auf Staunässe oder Nährstoffmangel hinweisen, braune Blattspitzen auf Trockenstress oder zu hohe Salzkonzentrationen im Boden, kümmerlicher Wuchs auf zu schweren oder verdichteten Boden.
Die langfristige Bodenpflege ist ebenso wichtig wie die initiale Standortwahl und Bodenvorbereitung. Regelmäßige Kompostgaben verbessern die Bodenstruktur und versorgen die Pflanzen mit Nährstoffen. Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt, Rindenmulch oder Stroh schützt den Boden vor Austrocknung und Verschlämmung, unterdrückt Unkräuter und wird nach und nach zu wertvollem Humus umgewandelt. Allerdings mögen nicht alle Kräuter Mulch. Mediterrane Arten bevorzugen oft eine offene Bodenoberfläche oder eine Mulchschicht aus mineralischem Material wie Splitt oder Kies, die die Drainage fördert und Wärme speichert.
Eine durchdachte Standortwahl und sachgerechte Bodenvorbereitung sind Investitionen, die sich langfristig auszahlen. Kräuter, die unter optimalen Bedingungen wachsen, sind gesünder, widerstandsfähiger und aromatischer. Sie benötigen weniger Pflege, sind produktiver und bereiten über Jahre hinweg Freude. Die Zeit, die in die Analyse der Standortbedingungen und die Auswahl passender Kräuter investiert wird, spart später vielfach Mühe und Enttäuschungen.
Die Versorgung mit Licht und Wasser gehört zu den elementarsten Lebensbedingungen aller Pflanzen. Während sich Standort und Boden nach der Anlage eines Kräutergartens nur mit erheblichem Aufwand ändern lassen, können Licht- und Wasserversorgung durch gezielte Maßnahmen beeinflusst werden. Das Verständnis der spezifischen Bedürfnisse verschiedener Kräuterarten in diesen beiden Bereichen ist daher entscheidend für den Anbauerfolg.
Licht ist die Energiequelle für die Photosynthese, jenen fundamentalen Prozess, bei dem Pflanzen aus Kohlendioxid und Wasser unter Nutzung der Lichtenergie Zucker und Sauerstoff produzieren. Ohne ausreichend Licht kann keine Pflanze überleben, geschweige denn gedeihen. Die Lichtintensität, die Belichtungsdauer und die Lichtqualität beeinflussen nicht nur das Wachstum, sondern auch die Bildung von Aromastoffen, die Festigkeit des Gewebes und die Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten.
Die Lichtintensität wird in Lux oder in der für Pflanzen relevanteren Einheit der photosynthetisch aktiven Strahlung gemessen. An einem sonnigen Sommertag kann die Intensität im Freien 100.000 Lux und mehr erreichen, während in Innenräumen selbst an hellen Fenstern selten mehr als 5.000 Lux ankommen. Diese drastischen Unterschiede erklären, warum viele Kräuter in Wohnungen kümmern, selbst wenn sie am hellsten verfügbaren Standort stehen. Die menschliche Wahrnehmung ist hier trügerisch, denn was für das Auge hell erscheint, kann für eine lichtbedürftige Pflanze immer noch zu dunkel sein.
Kräuter lassen sich grob in drei Kategorien einteilen: vollsonnige, halbschattige und schattenverträgliche Arten. Diese Einteilung orientiert sich an den natürlichen Standorten der Pflanzen und gibt wichtige Hinweise für die Kultivierung. Vollsonnige Kräuter benötigen mindestens sechs bis acht Stunden direkte Sonneneinstrahlung täglich. Zu dieser Gruppe gehören nahezu alle mediterranen Kräuter wie Rosmarin, Thymian, Oregano, Majoran, Salbei und Lavendel. Diese Pflanzen stammen aus Regionen mit langen, heißen Sommern und intensiver Sonneneinstrahlung. In ihrer Heimat wachsen sie oft an steinigen Hängen ohne jegliche Beschattung. Entsprechend haben sie Strategien entwickelt, um mit hoher Lichtintensität und den damit verbundenen Belastungen umzugehen.
Die typischen Merkmale sonnenhungriger Pflanzen sind kleine, oft behaarte oder mit einer Wachsschicht überzogene Blätter, die die Verdunstung reduzieren und vor zu intensiver Strahlung schützen. Die silbrige oder graugrüne Färbung vieler mediterraner Kräuter dient ebenfalls dem Strahlungsschutz, indem Licht reflektiert wird. Diese Anpassungen ermöglichen es den Pflanzen, intensive Sonneneinstrahlung nicht nur zu tolerieren, sondern für optimales Wachstum zu nutzen. Unter Lichtmangel entwickeln diese Kräuter lange, dünne Triebe mit großen, hellgrünen Blättern, ein Phänomen, das als Vergeilung bezeichnet wird. Die Pflanzen strecken sich buchstäblich dem Licht entgegen, bilden dabei aber instabiles Gewebe mit wenig Aroma. Die Konzentration ätherischer Öle, die den Geschmack und das Aroma ausmachen, ist unter Lichtmangel deutlich reduziert.
Halbschattige Standorte mit drei bis sechs Stunden direkter Sonne oder hellem, aber nicht vollsonnigem Licht über den Tag verteilt werden von einer anderen Gruppe von Kräutern bevorzugt. Hierzu zählen Petersilie, Schnittlauch, Koriander, Kerbel, Dill und Zitronenmelisse. Diese Pflanzen stammen aus gemäßigteren Klimazonen oder wachsen natürlicherweise an Waldrändern und in lichten Gehölzen. Sie benötigen ausreichend Licht für die Photosynthese, leiden aber unter zu intensiver Mittagssonne, die zu Verbrennungen an den Blättern führen kann. Ein Standort mit Morgensonne und Nachmittagsschatten oder mit gefiltertem Licht unter einem lichten Baum ist für diese Kräuter ideal. Bei zu viel Sonne neigen viele dieser Arten dazu, vorzeitig in Blüte zu gehen, ein Prozess, der als Schossen bezeichnet wird. Dies ist besonders bei Petersilie, Koriander und Dill problematisch, da die Pflanzen nach der Blüte meist ihre kulinarische Qualität einbüßen oder sogar absterben.
Schattenverträgliche Kräuter sind eine kleinere Gruppe, die mit zwei bis drei Stunden direkter Sonne oder hellem Schatten auskommt. Bärlauch, Waldmeister, Brunnenkresse und einige Minzearten gehören dazu. Diese Pflanzen sind an das Leben im Unterwuchs von Wäldern oder an feuchten, schattigen Bachläufen angepasst. Ihre Blätter sind meist größer und dünner als die sonnenhungriger Arten, um auch bei geringer Lichtintensität effizient Photosynthese betreiben zu können. In voller Sonne würden diese zarten Blätter schnell verbrennen oder austrocknen. Für Gärtner mit schattigen Standorten bieten diese Kräuter eine willkommene Möglichkeit, auch weniger begünstigte Bereiche zu nutzen.
Die Belichtungsdauer, also die Tageslänge, spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Viele Pflanzen reagieren auf die Veränderung der Tageslänge im Jahresverlauf und nutzen diese Information zur Steuerung ihrer Entwicklung. Langtagpflanzen blühen, wenn die Tage eine kritische Länge überschreiten, meist im Sommer. Kurztagpflanzen blühen dagegen, wenn die Tage unter eine bestimmte Länge fallen, typischerweise im Frühjahr oder Herbst. Tagneutrale Pflanzen reagieren nicht auf die Tageslänge. Für den Kräuteranbau ist dies insofern relevant, als die Blüte bei vielen Arten das Ende der Blatternte oder zumindest einen Qualitätsverlust bedeutet. Das Verständnis des Blühverhaltens hilft, durch Saatzeitpunkt oder Standortwahl die Ernteperiode zu optimieren.
Die Lichtqualität, also die spektrale Zusammensetzung des Lichts, beeinflusst ebenfalls das Pflanzenwachstum. Pflanzen nutzen vor allem blaues und rotes Licht für die Photosynthese, während grünes Licht weitgehend reflektiert wird, weshalb Pflanzen grün erscheinen. Blaues Licht fördert kompaktes, buschiges Wachstum und die Bildung von Aromastoffen. Rotes Licht stimuliert dagegen das Streckungswachstum und die Blütenbildung. Natürliches Sonnenlicht enthält alle Spektralbereiche in ausgewogener Mischung. Bei künstlicher Beleuchtung, etwa bei der Anzucht auf der Fensterbank oder unter Pflanzenlampen, sollte auf ein für Pflanzenwachstum geeignetes Lichtspektrum geachtet werden. Herkömmliche Glühbirnen sind dafür ungeeignet, da sie zu viel Infrarotstrahlung und zu wenig blaues Licht abgeben. Spezielle Pflanzenlampen oder moderne LED-Systeme mit angepasstem Spektrum liefern dagegen gute Ergebnisse.
Der Wasserbedarf von Kräutern variiert ebenso stark wie der Lichtbedarf und korreliert eng mit der natürlichen Herkunft der Pflanzen. Wasser erfüllt zahlreiche lebenswichtige Funktionen: Es ist Lösungsmittel für Nährstoffe und ermöglicht deren Transport in der Pflanze, es ist Ausgangsstoff für die Photosynthese, es hält durch den Zellinnendruck das Gewebe straff und aufrecht, und es kühlt durch Verdunstung über die Blätter die Pflanze. Trotz dieser universellen Bedeutung unterscheiden sich Pflanzen erheblich in ihrem Wasserbedarf und ihrer Fähigkeit, mit Trockenheit oder Nässe umzugehen.
Mediterrane Kräuter sind an lange Trockenperioden im Sommer angepasst. In ihrer Heimat fallen die meisten Niederschläge im Winter, während die Sommer heiß und trocken sind. Die Pflanzen haben verschiedene Strategien entwickelt, um diese Bedingungen zu überstehen. Tiefe Wurzelsysteme erschließen Wasserreserven in tieferen Bodenschichten. Kleine, dicke Blätter mit reduzierter Oberfläche und Wachsschicht minimieren die Verdunstung. Die Fähigkeit, bei Wassermangel die Spaltöffnungen zu schließen und die Photosynthese herunterzufahren, hilft, Trockenperioden zu überdauern. Diese Anpassungen machen mediterrane Kräuter zu idealen Kandidaten für trockene Standorte und für Gärtner, die nicht ständig gießen möchten oder können.
Allerdings bedeutet Trockenheitstoleranz nicht, dass diese Pflanzen kein Wasser benötigen. Besonders in der Anwachsphase nach der Pflanzung und während der Hauptwachstumszeit im Frühjahr sollte die Wasserversorgung gesichert sein. Etablierte Pflanzen können dann aber mit überraschend wenig Wasser auskommen. Ein tiefgründiges, seltenes Wässern ist besser als häufiges, oberflächliches Gießen. Letzteres fördert flache Wurzelsysteme, die die Pflanzen abhängig von regelmäßiger Bewässerung machen. Tiefes Wässern dagegen regt die Wurzeln an, in die Tiefe zu wachsen, wo Feuchtigkeit länger verfügbar ist.
Das größte Problem bei mediterranen Kräutern ist nicht Trockenheit, sondern Überwässerung. Staunässe führt zum Absterben der Wurzeln, da unter Wasser der Sauerstoff fehlt, den die Wurzeln für die Atmung benötigen. Die ersten Symptome sind welke Blätter, was paradoxerweise wie Wassermangel aussieht und unerfahrene Gärtner dazu verleitet, noch mehr zu gießen, wodurch das Problem verschlimmert wird. Bei fortgesetzter Staunässe verfärben sich die Blätter gelb oder braun, die Wurzeln werden schwarz und faulig, und die Pflanze stirbt ab. Die Devise für mediterrane Kräuter lautet daher: lieber zu trocken als zu nass, lieber selten aber durchdringend als häufig aber oberflächlich gießen.
Andere Kräuter haben einen deutlich höheren Wasserbedarf. Basilikum, Petersilie, Schnittlauch und Liebstöckel benötigen gleichmäßig feuchten Boden. Sie stammen aus Regionen mit gleichmäßigeren Niederschlägen oder von natürlicherweise feuchten Standorten. Ihre Blätter sind größer und dünner, die Verdunstung entsprechend höher. Bei Wassermangel welken diese Pflanzen schnell, das Wachstum stockt, und bei Basilikum können die Blätter einen bitteren Geschmack entwickeln. Gleichmäßig feucht bedeutet dabei nicht dauerhaft nass. Auch diese Pflanzen benötigen Phasen, in denen die obersten Zentimeter des Bodens abtrocknen, damit die Wurzeln Sauerstoff erhalten. Das Ideal ist ein Boden, der sich feucht anfühlt, aber nicht matschig ist und kein Wasser abgibt, wenn man ihn zusammendrückt.
Einige wenige Kräuter sind echte Wasserpflanzen oder bevorzugen dauerhaft nasse Verhältnisse. Brunnenkresse wächst in fließendem Wasser, Wasserminze besiedelt Uferzonen und Flachwasserbereiche, und Blutweiderich gedeiht auf feuchten Wiesen, die zeitweise überschwemmt werden. Für diese Pflanzen gelten eigene Regeln, und sie lassen sich nur an entsprechend gestalteten Standorten kultivieren.
Die Beurteilung des Wasserbedarfs sollte nicht schematisch erfolgen, sondern verschiedene Faktoren berücksichtigen. Die Bodenbeschaffenheit spielt eine große Rolle. Sandige Böden trocknen schneller aus als lehmige oder tonige. An sonnigen, windexponierten Standorten ist die Verdunstung höher als im Schatten oder windgeschützt. Große, ausgewachsene Pflanzen verdunsten mehr Wasser als kleine, junge. Im Hochsommer ist der Wasserbedarf höher als im Frühjahr oder Herbst. Pflanzen in Töpfen und Kübeln trocknen schneller aus als solche im Freiland, da das begrenzte Substratvolumen nur begrenzte Wasserreserven bietet.
Die Fingerprobe ist eine einfache Methode zur Beurteilung des Wasserbedarfs. Dazu wird der Finger einige Zentimeter tief in die Erde gesteckt. Fühlt sich die Erde in dieser Tiefe noch feucht an, ist kein Gießen nötig. Fühlt sie sich trocken an, sollte gewässert werden. Die oberste Schicht kann dabei durchaus trocken sein, entscheidend ist die Feuchtigkeit in der Wurzelzone. Diese einfache Methode ist zuverlässiger als feste Gießpläne, die die aktuellen Bedingungen nicht berücksichtigen können.
Der richtige Zeitpunkt für das Gießen liegt idealerweise in den frühen Morgenstunden. Zu dieser Zeit ist die Verdunstung gering, sodass das Wasser effizient in den Boden eindringen kann. Die Pflanzen haben dann den ganzen Tag Zeit, überschüssiges Wasser von den Blättern zu trocknen, bevor die kühlere Nacht beginnt. Nasse Blätter über Nacht fördern Pilzkrankheiten, da viele Pilzsporen Feuchtigkeit zur Keimung benötigen. Gießen in der Mittagshitze sollte vermieden werden, da ein Großteil des Wassers verdunstet, bevor es die Wurzeln erreicht, und Wassertropfen auf den Blättern wie Brenngläser wirken und zu Verbrennungen führen können. Abendliches Gießen ist möglich, sollte aber so erfolgen, dass die Blätter nicht benetzt werden oder noch Zeit haben abzutrocknen.
Die Gießmethode ist ebenso wichtig wie die Wassermenge und der Zeitpunkt. Idealerweise wird direkt an die Wurzeln gegossen, ohne die Blätter zu benetzen. Dies minimiert die Verdunstungsverluste und reduziert das Risiko von Pilzkrankheiten. Eine Gießkanne mit langem Auslauf oder ein Schlauch mit Brausekopf, der zur Seite gehalten wird, ermöglichen präzises Gießen. Tropfbewässerungssysteme oder Perlschläuche sind für größere Anlagen ideal, da sie das Wasser langsam und direkt an die Wurzeln abgeben und dabei sehr wassersparend sind.
Die Wassermenge sollte ausreichend sein, um den gesamten durchwurzelten Bereich zu durchfeuchten. Oberflächliches Gießen, bei dem nur die obersten Zentimeter feucht werden, ist kontraproduktiv, da es flache Wurzelsysteme fördert und die Pflanzen von häufiger Bewässerung abhängig macht. Als Faustregel gilt, dass bei jedem Gießvorgang so viel Wasser gegeben werden sollte, dass die Erde bis in 20 bis 30 Zentimeter Tiefe durchfeuchtet ist. Bei Topfpflanzen sollte so lange gegossen werden, bis Wasser aus dem Abzugsloch läuft, was zeigt, dass das gesamte Substrat durchfeuchtet ist. Überschüssiges Wasser im Untersetzer sollte nach 30 Minuten entfernt werden, um Staunässe zu vermeiden.
Die Wasserqualität kann ebenfalls relevant sein, wird aber oft übersehen. Leitungswasser ist in den meisten Regionen problemlos verwendbar. In Gegenden mit sehr hartem Wasser, also hohem Kalkgehalt, kann die regelmäßige Verwendung allerdings zu einer Erhöhung des Boden-pH-Werts führen. Für kalkempfindliche Pflanzen oder bei sehr hartem Wasser kann gelegentliches Gießen mit Regenwasser oder abgestandenem, enthärtetem Wasser sinnvoll sein. Chlor im Leitungswasser ist normalerweise unproblematisch, da es schnell verfliegt. Wer sichergehen möchte, kann das Gießwasser einige Stunden abstehen lassen, bevor es verwendet wird. Kaltes Wasser direkt aus der Leitung kann bei empfindlichen Pflanzen zu Stress führen. Ideal ist Wasser mit Umgebungstemperatur, was sich durch Bereitstellung in Gießkannen oder Fässern erreichen lässt.
Regenwasser ist aus mehreren Gründen optimal für Pflanzen. Es ist weich, also kalkarm, enthält gelösten Stickstoff aus der Atmosphäre und hat die richtige Temperatur. Die Sammlung von Regenwasser in Tonnen oder Zisternen ist nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern verbessert auch die Pflanzengesundheit. Allerdings sollte Regenwasser aus Zisternen gelegentlich auf Verunreinigungen kontrolliert werden, besonders wenn es über lange Zeiträume steht.
Mulchen ist eine hervorragende Methode zur Wassereinsparung. Eine Schicht aus organischem Material wie Rasenschnitt, Stroh oder Rindenmulch auf der Bodenoberfläche reduziert die Verdunstung erheblich. Der Boden bleibt länger feucht, die Gießintervalle können verlängert werden, und gleichzeitig wird der Boden vor Verschlämmung und Verkrustung geschützt. Bei mediterranen Kräutern ist allerdings Vorsicht geboten, da organischer Mulch Feuchtigkeit speichert und den Boden zu nass halten kann. Für diese Arten ist mineralischer Mulch aus Kies oder Splitt besser geeignet, der die Verdunstung reduziert, aber keine Feuchtigkeit speichert.
Die Anzeichen von Wassermangel sollten erkannt werden, um rechtzeitig reagieren zu können. Welke, hängende Blätter sind das offensichtlichste Symptom. Die Pflanze verliert den Zelldruck, der das Gewebe straff hält. Bei anhaltendem Wassermangel verfärben sich Blätter, beginnend an den Rändern und Spitzen, braun und vertrocknen. Das Wachstum stoppt, und bei längerer Trockenheit können Pflanzen absterben oder zumindest erheblichen Schaden nehmen. Mediterrane Kräuter zeigen diese Symptome meist erst spät, da sie über größere Reserven verfügen, während Basilikum oder Petersilie bereits nach wenigen Stunden ohne Wasser welken können.
Überwässerung ist schwieriger zu erkennen, da die Symptome paradoxerweise denen von Wassermangel ähneln können. Welke Blätter trotz feuchter Erde sind ein Warnsignal. Gelbe Blätter, besonders wenn sie von unten nach oben auftreten, weisen auf Wurzelprobleme durch Staunässe hin. Ein muffiger Geruch aus der Erde oder schwarz verfärbte, matschige Wurzeln bei einer Kontrolle bestätigen die Diagnose. In diesem Fall muss sofort die Bewässerung reduziert oder ganz eingestellt werden. Bei Topfpflanzen kann ein Umtopfen in frisches, trockenes Substrat nach Entfernung fauliger Wurzeln die Pflanze noch retten.
Die Anpassung der Bewässerung an die Jahreszeiten ist wichtig. Im Frühjahr, wenn die Pflanzen austreiben und wachsen, ist der Wasserbedarf hoch. Im Hochsommer ist er am höchsten, besonders bei heißem, trockenem Wetter. Im Herbst sinkt er wieder, da die Temperaturen fallen und die Pflanzen ihr Wachstum verlangsamen. Im Winter benötigen mehrjährige Kräuter im Freien praktisch keine zusätzliche Bewässerung, da die Verdunstung minimal ist und natürliche Niederschläge meist ausreichen. Immergrüne Arten können allerdings bei längeren Frostperioden ohne Schneedecke unter Trockenstress leiden, da der gefrorene Boden kein Wasser abgibt, die Pflanzen aber weiterhin über die Blätter Wasser verlieren. An frostfreien Tagen sollte in solchen Situationen gelegentlich gewässert werden.
Bei der Kultur in Innenräumen gelten besondere Bedingungen. Die trockene Heizungsluft im Winter erhöht die Verdunstung erheblich. Gleichzeitig ist das Lichtangebot reduziert, sodass die Pflanzen weniger wachsen und entsprechend weniger Wasser aufnehmen. Diese widersprüchlichen Anforderungen machen die Wasserversorgung anspruchsvoll. Regelmäßige Kontrolle der Bodenfeuchtigkeit und angepasstes Gießen sind erforderlich. Das Besprühen der Blätter mit Wasser erhöht die Luftfeuchtigkeit und kommt den Pflanzen zugute, sollte aber morgens erfolgen, damit die Blätter bis zum Abend abtrocknen können.
Die Kombination aus richtigem Lichtangebot und angepasster Wasserversorgung ist der Schlüssel zu gesunden, produktiven Kräutern. Beide Faktoren müssen aufeinander abgestimmt sein. Pflanzen an einem sehr sonnigen Standort benötigen mehr Wasser als solche im Halbschatten. Umgekehrt sollten Pflanzen im Schatten zurückhaltender gegossen werden, da die Verdunstung geringer ist. Diese Zusammenhänge zu verstehen und im Alltag umzusetzen, macht den Unterschied zwischen kärglichem Überleben und üppigem Gedeihen der Kräuter aus.
Die Nährstoffversorgung von Kräutern bewegt sich in einem Spannungsfeld zwischen ausreichender Ernährung für gesundes Wachstum und der Vermeidung von Überdüngung, die zu Lasten von Aroma und Gesundheit der Pflanzen gehen kann. Anders als viele Gemüsearten sind Kräuter mehrheitlich keine Starkzehrer, die große Mengen an Nährstoffen benötigen. Dennoch sind bestimmte Elemente für ihr Wachstum unverzichtbar, und ein Mangel führt ebenso zu Problemen wie ein Überangebot.
Pflanzen benötigen für ihr Wachstum insgesamt mindestens sechzehn verschiedene Elemente. Drei davon stammen aus Luft und Wasser: Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff bilden die Grundbausteine aller organischen Verbindungen. Die übrigen dreizehn Elemente müssen aus dem Boden aufgenommen werden und werden daher als Pflanzennährstoffe bezeichnet. Sie lassen sich in drei Gruppen einteilen: Hauptnährstoffe, Sekundärnährstoffe und Spurenelemente. Diese Einteilung orientiert sich an den Mengen, die Pflanzen benötigen, nicht an ihrer Bedeutung, denn jedes Element erfüllt spezifische, unverzichtbare Funktionen.
Zu den Hauptnährstoffen zählen Stickstoff, Phosphor und Kalium. Diese drei Elemente werden in den größten Mengen benötigt und stehen im Zentrum jeder Düngung. Auf Düngemittelverpackungen werden ihre Anteile in Form der NPK-Werte angegeben, wobei N für Stickstoff, P für Phosphor und K für Kalium steht. Die Zahlen geben den prozentualen Anteil dieser Nährstoffe an, beispielsweise bedeutet ein NPK-Wert von 7-3-6, dass der Dünger sieben Prozent Stickstoff, drei Prozent Phosphor und sechs Prozent Kalium enthält.
Stickstoff ist der Motor des Wachstums. Er ist Hauptbestandteil von Proteinen, Enzymen, Chlorophyll und vielen anderen lebenswichtigen Verbindungen. Pflanzen mit ausreichender Stickstoffversorgung zeigen kräftiges Wachstum, sattgrüne Blätter und üppige Entwicklung. Stickstoff fördert besonders das vegetative Wachstum, also die Bildung von Blättern und Trieben. Dies ist bei Blattgewürzen wie Petersilie, Basilikum oder Schnittlauch erwünscht, deren Blätter geerntet werden. Bei mediterranen Kräutern kann ein Überangebot an Stickstoff jedoch problematisch sein. Sie neigen dann zu weichem, mastigen Wachstum mit verringerter Konzentration an ätherischen Ölen. Die Pflanzen werden anfälliger für Krankheiten und Schädlinge, das Aroma lässt nach, und die Winterhärte kann leiden. Mediterrane Kräuter haben sich in ihrer Heimat an nährstoffarme Böden angepasst und reagieren auf Nährstoffüberfluss nicht mit besserer Qualität, sondern mit Quantität zu Lasten der Qualität.
Stickstoffmangel zeigt sich zunächst an älteren Blättern, die sich gelblich verfärben. Der Grund liegt darin, dass Stickstoff mobil ist und bei Mangel aus älteren Blättern in jüngere verlagert wird. Das Wachstum verlangsamt sich, die Pflanzen bleiben klein und kümmern. Bei anhaltendem Mangel vergilben schließlich auch jüngere Blätter, und die Pflanze stellt das Wachstum weitgehend ein. Stickstoffüberschuss führt dagegen zu dunkelgrünen, überproportional großen Blättern an langen, weichen Trieben. Die Pflanzen sind anfällig für Pilzkrankheiten und Schädlingsbefall, da das weiche Gewebe leichter penetriert werden kann.
Phosphor spielt eine zentrale Rolle im Energiestoffwechsel der Pflanze. Er ist Bestandteil von ATP, dem universellen Energieträger in allen Lebewesen, und von DNA und RNA, den Trägern der Erbinformation. Phosphor fördert die Wurzelentwicklung, die Blütenbildung und die Samenreife. Besonders in der Jugendphase ist eine ausreichende Phosphorversorgung wichtig, um ein kräftiges Wurzelsystem zu etablieren. Bei Kräutern, deren Blüten oder Samen genutzt werden, wie Koriander oder Dill, ist Phosphor für die Ertragsbildung relevant.
Phosphormangel ist in gut gepflegten Gartenböden selten, kann aber auf sehr sauren oder sehr alkalischen Böden auftreten, wo Phosphor in unlösliche Verbindungen übergeht. Die Symptome sind unspezifisch: verlangsamtes Wachstum, kleine Pflanzen, dunkelgrüne Blätter mit violettem oder rötlichem Schimmer, besonders an den Unterseiten und Stielen. Die Blütenbildung ist verzögert oder reduziert. Phosphorüberschuss ist selten problematisch für die Pflanzen selbst, kann aber die Aufnahme anderer Nährstoffe, besonders von Eisen und Zink, behindern.
Kalium hat vielfältige Funktionen in der Pflanze. Es reguliert den Wasserhaushalt durch Steuerung der Spaltöffnungen, aktiviert zahlreiche Enzyme, ist wichtig für die Photosynthese und den Transport von Nährstoffen innerhalb der Pflanze. Kalium erhöht die Widerstandsfähigkeit gegen Trockenheit, Frost und Krankheiten und verbessert die Qualität der Ernteprodukte. Bei Kräutern trägt es zur Festigkeit des Gewebes und zur Intensität des Aromas bei.
Kaliummangel zeigt sich zunächst an älteren Blättern, da Kalium wie Stickstoff mobil ist. Die Blattränder und Spitzen verfärben sich gelb oder braun und sterben ab, ein Symptom, das als Blattrandnekrose bezeichnet wird. Die Pflanzen sind anfälliger für Trockenheit und Frost. Kaliumüberschuss beeinträchtigt die Aufnahme von Magnesium und Calcium und kann zu Mangelerscheinungen dieser Nährstoffe führen.
Die Sekundärnährstoffe Calcium, Magnesium und Schwefel werden in geringeren, aber dennoch erheblichen Mengen benötigt. Calcium ist wichtig für die Zellwandstabilität und die Festigkeit des Gewebes. Es ist immobil in der Pflanze, Mangelsymptome treten daher zuerst an jungen Blättern und Wachstumspunkten auf. Verkrüppeltes Wachstum, deformierte junge Blätter und absterbende Triebspitzen weisen auf Calciummangel hin. In gut mit Kalk versorgten Böden ist Calcium reichlich vorhanden. Auf sauren Böden oder bei starker Versauerung kann Mangel auftreten.
Magnesium ist Zentralatom des Chlorophylls und damit unverzichtbar für die Photosynthese. Es aktiviert zudem zahlreiche Enzyme. Magnesiummangel zeigt sich durch Gelbfärbung zwischen den Blattadern, während die Adern selbst grün bleiben, ein charakteristisches Muster, das als Interkostalchlorose bezeichnet wird. Die Symptome treten zuerst an älteren Blättern auf, da Magnesium mobil ist. Auf leichten, sandigen Böden wird Magnesium leicht ausgewaschen und Mangel ist häufiger.
Schwefel ist Bestandteil von Proteinen und vielen anderen wichtigen Verbindungen. Schwefelmangel äußert sich ähnlich wie Stickstoffmangel durch Gelbfärbung der Blätter, tritt aber zuerst an jüngeren Blättern auf, da Schwefel weniger mobil ist. In der Praxis ist Schwefelmangel selten, da viele Düngemittel Schwefel enthalten und auch Niederschläge Schwefelverbindungen aus der Atmosphäre einbringen.
Die Spurenelemente Eisen, Mangan, Bor, Kupfer, Zink, Molybdän und Chlor werden nur in winzigen Mengen benötigt, sind aber dennoch essentiell. Eisen ist beispielsweise wichtig für die Chlorophyllbildung, obwohl es nicht Bestandteil des Moleküls ist. Eisenmangel führt zu Chlorose, einer Gelbfärbung besonders junger Blätter, während die Blattadern grün bleiben. Auf kalkreichen oder verdichteten Böden kann Eisen festgelegt werden und den Pflanzen nicht zur Verfügung stehen, selbst wenn es im Boden vorhanden ist. Mangan, Bor, Kupfer und Zink haben vielfältige Funktionen in Enzymsystemen und bei der Bildung von Zellwänden. Mangelerscheinungen sind komplex und oft schwer zu diagnostizieren.
In gut gepflegten Gartenböden mit ausreichendem Humusgehalt sind Spurenelemente normalerweise in ausreichenden Mengen vorhanden. Probleme können auf sehr sandigen, ausgelaugten Böden oder bei extremen pH-Werten auftreten, wo bestimmte Elemente unlöslich werden. Die Düngung mit Spurenelementen sollte nur erfolgen, wenn tatsächlich ein Mangel diagnostiziert wurde, da Überdosierungen schnell toxisch wirken können.
Die Nährstoffbedürfnisse verschiedener Kräuter unterscheiden sich erheblich. Küchenkräuter mit raschem Wachstum und großen Blättern wie Basilikum, Petersilie, Schnittlauch und Liebstöckel haben einen moderaten bis hohen Nährstoffbedarf. Sie profitieren von regelmäßiger Düngung während der Wachstumsperiode. Mediterrane Kräuter wie Thymian, Rosmarin, Salbei, Lavendel und Oregano sind Schwachzehrer. Sie stammen aus kargen Lebensräumen und benötigen nur minimale Düngung. Zu viele Nährstoffe schaden hier mehr als sie nutzen, da sie zu übermäßigem, weichem Wachstum mit vermindertem Aroma führen.
Die Wahl des richtigen Düngers hängt von mehreren Faktoren ab. Organische Dünger wie Kompost, gut verrotteter Mist, Hornspäne oder organische Flüssigdünger geben ihre Nährstoffe langsam und kontinuierlich ab. Sie müssen erst durch Mikroorganismen im Boden aufgeschlossen werden, bevor die Nährstoffe pflanzenverfügbar sind. Dies hat mehrere Vorteile: Die Gefahr der Überdüngung ist gering, die Nährstofffreisetzung erfolgt temperaturabhängig und damit dann, wenn die Pflanzen wachsen und Nährstoffe benötigen, und die organische Substanz verbessert gleichzeitig die Bodenstruktur und das Bodenleben. Der Nährstoffgehalt organischer Dünger ist allerdings relativ niedrig und die genaue Zusammensetzung schwankt.
Kompost ist der Universaldünger für Kräuter. Er liefert alle Nährstoffe in ausgewogener Mischung, verbessert die Bodenstruktur und fördert das Bodenleben. Eine zwei bis drei Zentimeter dicke Schicht Kompost, die im Frühjahr auf die Beete aufgebracht und leicht eingearbeitet wird, versorgt die meisten Kräuter für die gesamte Saison. Für Starkzehrer kann im Sommer eine zusätzliche Kompostgabe oder ergänzende Düngung sinnvoll sein. Mediterrane Kräuter benötigen oft gar keine Kompostdüngung oder nur alle zwei bis drei Jahre eine kleine Gabe.
Gut verrotteter Mist von Rindern, Pferden oder Schafen ist reich an Nährstoffen, besonders an Stickstoff. Er sollte mindestens ein Jahr alt sein, bevor er verwendet wird, da frischer Mist zu scharf ist und die Wurzeln verbrennen kann. Mist eignet sich besonders für nährstoffbedürftige Kräuter, sollte aber bei mediterranen Arten vermieden werden. Eine dünne Schicht im Herbst aufgebracht und über Winter eingearbeitet, steht den Pflanzen im Frühjahr zur Verfügung.
Hornspäne und Hornmehl sind organische Stickstoffdünger mit lang anhaltender Wirkung. Hornspäne sind gröber und wirken langsamer, Hornmehl ist feiner und setzt Stickstoff schneller frei. Sie werden im Frühjahr in den Boden eingearbeitet und versorgen die Pflanzen über Monate mit Stickstoff. Für stickstoffbedürftige Kräuter wie Petersilie oder Basilikum sind sie gut geeignet.
Organische Flüssigdünger auf Basis von Brennnesseljauche, Komposttee oder kommerzielle Produkte wirken schneller als feste organische Dünger, da die Nährstoffe bereits gelöst vorliegen. Sie eignen sich für die bedarfsgerechte Düngung während der Wachstumsperiode, besonders bei Topfkulturen, wo die Nährstoffreserven begrenzt sind. Die Anwendung erfolgt meist alle zwei bis vier Wochen in verdünnter Form.
Mineralische Dünger setzen ihre Nährstoffe sofort frei, da sie in wasserlöslicher Form vorliegen. Sie wirken schnell und die Dosierung ist präzise. Allerdings bergen sie auch Risiken: Die Gefahr der Überdüngung und Auswaschung ist hoch, sie verbessern die Bodenstruktur nicht, und bei ausschließlicher Verwendung mineralischer Dünger kann der Humusgehalt des Bodens langfristig abnehmen. Für Kräuter sind mineralische Dünger in der Regel nicht notwendig und eher problematisch, besonders bei mediterranen Arten.
Die Düngung sollte dem Wachstumsrhythmus der Pflanzen folgen. Die Hauptdüngung erfolgt im zeitigen Frühjahr, wenn die Pflanzen aus der Winterruhe erwachen und zu wachsen beginnen. Eine Kompostgabe oder Gabe von Hornspänen zu diesem Zeitpunkt deckt den Grundbedarf. Bei starkzehrenden Kräutern kann im Sommer eine Nachdüngung mit organischem Flüssigdünger erfolgen, wenn die Pflanzen Anzeichen von Nährstoffmangel zeigen oder nach starker Beerntung neue Blätter bilden sollen. Ab August sollte keine Düngung mehr erfolgen, damit die Pflanzen rechtzeitig ihr Wachstum abschließen und die Triebe ausreifen können. Dies ist wichtig für die Winterhärte mehrjähriger Arten. Eine späte Stickstoffdüngung würde neues, weiches Wachstum anregen, das bei den ersten Frösten erfrieren würde.
Einjährige Kräuter wie Basilikum, die bis zum Frost beerntet werden, können länger gedüngt werden, da Winterhärte hier keine Rolle spielt. Bei ihnen kann bis in den Herbst hinein bei Bedarf gedüngt werden, um die Ernteperiode zu verlängern.
Topf- und Kübelpflanzen haben besondere Ansprüche an die Düngung. Das begrenzte Substratvolumen enthält nur begrenzte Nährstoffreserven, die durch häufiges Gießen schnell ausgewaschen werden. Topfkräuter benötigen daher regelmäßigere Düngung als Pflanzen im Freiland. Während der Hauptwachstumszeit von April bis August sollte alle zwei bis vier Wochen mit einem organischen Flüssigdünger in halber Konzentration gedüngt werden. Alternativ können bei der Pflanzung Langzeitdünger in Form von Düngerkegeln oder -granulat ins Substrat eingearbeitet werden, die über mehrere Monate kontinuierlich Nährstoffe abgeben. Für mediterrane Kräuter in Töpfen reicht oft eine einmalige Düngung im Frühjahr oder sogar nur alle paar Monate eine schwache Gabe.
Die Symptome von Nährstoffmangel und Nährstoffüberschuss zu erkennen, hilft bei der Bedarfsermittlung. Neben den bereits beschriebenen spezifischen Mangelsymptomen einzelner Nährstoffe gibt es allgemeine Anzeichen. Verlangsamtes Wachstum, kleine Pflanzen, blasse oder gelbliche Blätter weisen auf Nährstoffmangel hin. Überdüngung zeigt sich durch übermäßig dunkle Blätter, weiches, mastiges Wachstum, erhöhte Anfälligkeit für Schädlinge und Krankheiten und bei extremer Überdosierung durch Verbrennungen an Blatträndern und Wurzeln.
Eine Bodenanalyse im Labor gibt exakte Auskunft über den Nährstoffgehalt und den pH-Wert des Bodens. Sie ist sinnvoll bei neu angelegten Gärten, bei unklaren Wachstumsproblemen oder alle paar Jahre zur Kontrolle. Die Kosten sind moderat und die gewonnenen Informationen ermöglichen eine präzise Düngung nach tatsächlichem Bedarf. Viele landwirtschaftliche Untersuchungsämter bieten solche Analysen an.
In der Praxis hat sich für die meisten Kräutergärten folgendes Vorgehen bewährt: Eine moderate Kompostgabe im Frühjahr versorgt die meisten Kräuter ausreichend. Starkzehrer wie Basilikum, Petersilie oder Schnittlauch erhalten zusätzlich alle drei bis vier Wochen eine Düngung mit organischem Flüssigdünger. Mediterrane Kräuter werden gar nicht oder nur sehr sparsam alle paar Jahre gedüngt. Diese zurückhaltende Düngung entspricht ihrer natürlichen Lebensweise und fördert die Bildung der aromagebenden ätherischen Öle.
Die Kombination von organischer Düngung mit Mulchen und Fruchtfolge fördert langfristig die Bodenfruchtbarkeit. Mulch wird zu Humus abgebaut und versorgt die Pflanzen mit Nährstoffen. Abgestorbene Pflanzenteile sollten kompostiert und dem Kreislauf wieder zugeführt werden. Bei Mischkulturen können stickstoffsammelnde Pflanzen wie Erbsen oder Bohnen den Boden mit Stickstoff anreichern, der nachfolgenden Kulturen zur Verfügung steht, auch wenn diese bei Kräutern seltener praktiziert wird.
Ein lebendiger Boden mit reichem Bodenleben trägt selbst zur Nährstoffversorgung bei. Mikroorganismen schließen Nährstoffe aus organischer Substanz auf, fixieren Stickstoff aus der Luft und machen Phosphor verfügbar. Regenwürmer transportieren organisches Material in tiefere Schichten und produzieren wertvollen Wurmhumus. Die Förderung des Bodenlebens durch organische Düngung, Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel und schonende Bodenbearbeitung ist daher die Grundlage nachhaltiger Fruchtbarkeit.
Die Düngung von Kräutern ist weniger eine Frage maximaler Nährstoffgaben als vielmehr eine Frage der Balance. Während Gemüse oft von intensiver Düngung profitiert, gilt bei Kräutern häufig das Prinzip: weniger ist mehr. Ein leicht nährstoffarmer Boden mit moderater Düngung führt bei vielen Arten zu kräftigeren Pflanzen mit intensiverem Aroma als ein überdüngter Boden. Die Kunst liegt darin, die spezifischen Bedürfnisse der jeweiligen Art zu kennen und die Düngung entsprechend anzupassen. Dann entwickeln sich die Kräuter zu gesunden, aromatischen Pflanzen, die reichlich Ernte liefern und gleichzeitig widerstandsfähig gegen Widrigkeiten sind.
Der erfolgreiche Start ins Kräutergartenjahr beginnt mit der richtigen Aussaat oder Pflanzung. Ob Kräuter aus Samen gezogen oder als Jungpflanzen gesetzt werden, hängt von verschiedenen Faktoren ab: der verfügbaren Zeit, dem gewünschten Erntezeitpunkt, den Ansprüchen der jeweiligen Art und nicht zuletzt von der persönlichen Vorliebe. Beide Wege haben ihre Berechtigung und Vorzüge, und viele erfahrene Kräutergärtner kombinieren beide Methoden je nach Situation.
Die Aussaat aus Samen bietet mehrere Vorteile. Sie ist kostengünstig, ermöglicht die Kultur seltener Sorten, die als Jungpflanzen nicht erhältlich sind, und erlaubt die Anzucht größerer Mengen. Zudem ist die Auswahl an Saatgut erheblich größer als das Sortiment an Jungpflanzen. Besonders bei einjährigen Kräutern wie Basilikum, Dill, Koriander oder Kresse lohnt sich die Aussaat, da diese Arten schnell keimen und zügig erntereife Pflanzen bilden. Der Zeitaufwand und die Geduld, die für die Anzucht erforderlich sind, werden durch die Freude am Heranwachsen und die Unabhängigkeit von Gartencenter-Öffnungszeiten belohnt.
Die Keimfähigkeit von Saatgut ist begrenzt und nimmt mit zunehmendem Alter ab. Frisches Saatgut keimt meist schnell und gleichmäßig, während altes Saatgut langsam, unregelmäßig oder gar nicht mehr keimt. Die Keimfähigkeit ist auf der Saatgutpackung mit einem Haltbarkeitsdatum versehen. Nach Ablauf dieses Datums ist das Saatgut nicht zwangsläufig unbrauchbar, aber die Keimrate sinkt. Basilikum und Petersilie verlieren ihre Keimfähigkeit relativ schnell und sollten möglichst frisch verwendet werden. Thymian, Oregano oder Majoran bleiben länger keimfähig. Die Lagerung sollte kühl, trocken und dunkel erfolgen, um die Keimfähigkeit möglichst lange zu erhalten.
Die Saattiefe ist entscheidend für den Keimerfolg. Als Faustregel gilt, dass Samen etwa doppelt so tief gesät werden wie sie dick sind. Kleine Samen wie die von Thymian, Majoran oder Oregano sind Lichtkeimer oder werden nur minimal mit Erde bedeckt. Sie benötigen Licht zum Keimen und dürfen nicht zu tief in die Erde gebracht werden. Größere Samen wie die von Koriander, Dill oder Borretsch werden etwa einen halben bis einen Zentimeter tief gesät. Zu tiefe Aussaat führt dazu, dass die Keimlinge die Oberfläche nicht erreichen und in der Erde verkümmern. Zu flache Aussaat birgt die Gefahr, dass die Samen austrocknen oder von Vögeln gefressen werden.
Die Aussaat kann direkt ins Freiland oder in Gefäße zur Vorkultur erfolgen. Die Direktsaat ins Beet ist einfach und erspart das Pikieren und Auspflanzen. Sie eignet sich für robuste, schnell wachsende Arten und wird meist ab April bis Mai durchgeführt, wenn der Boden sich erwärmt hat und keine strengen Fröste mehr zu erwarten sind. Dill, Kerbel, Borretsch, Kresse und Petersilie lassen sich gut direkt säen. Der Boden sollte feinkrümelig vorbereitet werden, damit die zarten Keimlinge leicht durch die Erde dringen können. Nach der Aussaat wird die Fläche vorsichtig angegossen und gleichmäßig feucht gehalten, bis die Keimlinge erscheinen.
Die Vorkultur in Töpfen, Schalen oder Multitopfplatten auf der Fensterbank, im Gewächshaus oder Frühbeet hat den Vorteil eines früheren Erntezeitpunkts. Die Aussaat kann bereits im Februar oder März erfolgen, wenn im Freien noch Winter herrscht. Die Jungpflanzen werden unter kontrollierten Bedingungen herangezogen und erst nach den letzten Frösten ins Freie gepflanzt. Dies ermöglicht einen Wachstumsvorsprung von mehreren Wochen. Basilikum, das sehr frostempfindlich ist, wird praktisch immer vorkultiviert. Auch mehrjährige Kräuter wie Salbei, Thymian oder Lavendel, die langsam keimen und wachsen, profitieren von der Vorkultur.
Als Aussaatsubstrat eignet sich spezielle Aussaaterde, die nährstoffarm, fein und strukturstabil ist. Der geringe Nährstoffgehalt zwingt die Keimlinge, zügig Wurzeln zu bilden, um Nährstoffe zu erschließen. Dies führt zu kräftigen Wurzelsystemen. Normale Blumenerde ist oft zu nährstoffreich und zu grob für die Aussaat. Das Substrat wird in die Aussaatgefäße gefüllt, leicht angedrückt und vor der Aussaat gründlich gewässert. Die Samen werden gleichmäßig verteilt, mit Erde bedeckt oder angedrückt und vorsichtig mit einer Sprühflasche befeuchtet, um sie nicht wegzuschwemmen.
Die Keimbedingungen variieren je nach Art. Die meisten Kräuter keimen bei Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad Celsius. Basilikum benötigt höhere Temperaturen um 20 bis 25 Grad, während Petersilie auch bei kühleren 10 bis 15 Grad keimt. Die Keimung kann bei optimalen Temperaturen wenige Tage dauern, etwa bei Kresse oder Dill, oder mehrere Wochen, wie bei Petersilie oder Lavendel. Geduld ist gefragt, und die Aussaatgefäße müssen während der gesamten Keimdauer gleichmäßig feucht gehalten werden, ohne dass Staunässe entsteht.
Eine Abdeckung mit Glas, Folie oder einem transparenten Deckel schafft ein feucht-warmes Mikroklima, das die Keimung fördert. Die Abdeckung verhindert das Austrocknen der Samenoberfläche und erhöht die Luftfeuchtigkeit. Sobald die ersten Keimlinge erscheinen, muss die Abdeckung entfernt oder zumindest gelüftet werden, damit keine Schimmelbildung einsetzt und die Sämlinge genügend Luftzirkulation erhalten.
Nach der Keimung benötigen die Sämlinge viel Licht, um kompakt und kräftig zu wachsen. An einem Südfenster oder unter Pflanzenlampen entwickeln sie sich optimal. Bei Lichtmangel vergeilen die Sämlinge, das heißt, sie bilden lange, dünne, instabile Stängel, die beim Umpflanzen leicht abknicken. Vergeile Sämlinge sind anfällig für Krankheiten und entwickeln sich schlecht. Sobald die Sämlinge die ersten echten Blätter bilden, die sich in Form und Größe von den Keimblättern unterscheiden, können sie pikiert werden.
Das Pikieren bezeichnet das Vereinzeln und Umpflanzen der eng stehenden Sämlinge in größere Gefäße mit mehr Platz und nährstoffreicherer Erde. Mit einem Pikierstab oder einem Löffelstiel wird vorsichtig unter die Wurzeln gefahren und der Sämling angehoben. Dabei sollte möglichst wenig Wurzelmasse beschädigt werden. Der Sämling wird bis zu den Keimblättern in die Erde des neuen Topfes gesetzt, was ein tieferes Wurzelsystem fördert. Nach dem Pikieren werden die Jungpflanzen angegossen und für einige Tage etwas schattiger gestellt, damit sie sich erholen können. Danach benötigen sie wieder viel Licht und gleichmäßige Feuchtigkeit.
Die Abhärtung ist ein wichtiger Schritt vor dem Auspflanzen ins Freie. Jungpflanzen, die unter geschützten Bedingungen aufgewachsen sind, müssen allmählich an die Bedingungen im Freien gewöhnt werden. Dazu werden sie zunächst für einige Stunden täglich nach draußen gestellt, anfangs an einen schattigen, windgeschützten Platz. Die Zeit im Freien wird täglich verlängert und die Pflanzen zunehmend der Sonne ausgesetzt. Nach etwa ein bis zwei Wochen sind die Pflanzen abgehärtet und können endgültig ausgepflanzt werden. Dieser Prozess verhindert Sonnenbrand und Stress durch plötzliche Temperatur- und Windveränderungen.
Der richtige Pflanzzeitpunkt hängt von der Frostempfindlichkeit der jeweiligen Art ab. Robuste, mehrjährige Kräuter wie Thymian, Salbei oder Schnittlauch können bereits im April gepflanzt werden, sobald der Boden bearbeitbar ist. Frostempfindliche Arten wie Basilikum müssen warten, bis keine Fröste mehr drohen, in der Regel bis Mitte Mai nach den Eisheiligen. Eine zu frühe Pflanzung kann zum Verlust der Pflanzen durch Frostschäden führen, während eine späte Pflanzung die Erntesaison verkürzt.
Die Pflanzung selbst erfordert sorgfältige Vorbereitung. Der Boden sollte gelockert, von Unkraut befreit und bei Bedarf mit Kompost verbessert werden. Das Pflanzloch wird etwa doppelt so groß wie der Wurzelballen ausgehoben. Die Jungpflanze wird vorsichtig aus dem Topf genommen, wobei der Wurzelballen möglichst intakt bleiben sollte. Stark verwurzelte Ballen können am Rand leicht aufgerissen werden, um das Einwurzeln in den umgebenden Boden zu fördern. Die Pflanze wird so tief gesetzt, wie sie zuvor im Topf stand, nur bei Tomaten oder Basilikum kann eine etwas tiefere Pflanzung vorteilhaft sein. Nach dem Einsetzen wird die Erde um die Pflanze herum angedrückt, um Lufttaschen zu vermeiden, und gründlich angegossen.
Der Pflanzabstand richtet sich nach der endgültigen Größe der Pflanzen. Zu enger Stand führt zu Konkurrenzsituationen um Licht, Wasser und Nährstoffe und fördert Krankheiten durch schlechte Luftzirkulation. Zu weiter Abstand verschwendet Platz und begünstigt Unkrautwuchs. Als Faustregel gilt etwa die halbe zu erwartende Wuchsbreite als Abstand zwischen den Pflanzen. Basilikum benötigt etwa 25 Zentimeter, Petersilie 15 bis 20 Zentimeter, während Lavendel oder Salbei 40 bis 50 Zentimeter Abstand erhalten sollten, um sich vollständig entwickeln zu können.
Die Pflanzung vorgezogener Jungpflanzen aus dem Gartencenter ist eine zeitsparende Alternative zur eigenen Aussaat. Das Sortiment ist zwar begrenzter, aber gängige Küchenkräuter sind in guter Qualität erhältlich. Beim Kauf sollte auf kräftige, gesunde Pflanzen mit sattgrüner Farbe und ohne Anzeichen von Schädlingen oder Krankheiten geachtet werden. Gelbe Blätter, lange dünne Triebe oder Schädlinge wie Blattläuse sind Warnsignale. Die Pflanzen sollten nicht blühen, da blühende Exemplare ihre Energie in die Samenbildung stecken und weniger Blattmasse produzieren.
Die im Handel erhältlichen Topfkräuter, die eigentlich für den sofortigen Verbrauch gedacht sind, können mit etwas Pflege zu langlebigen Pflanzen entwickelt werden. Diese Töpfe enthalten meist mehrere Dutzend Pflanzen auf engstem Raum, die um Ressourcen konkurrieren. Nach dem Kauf sollten diese Pflanzen geteilt und in mehrere Töpfe mit frischer Erde umgepflanzt oder direkt ins Beet gesetzt werden. Dazu wird der Wurzelballen in mehrere Teile geteilt, wobei jeder Teil mehrere Pflanzen enthält. Diese Teilbüschel werden einzeln in Töpfe oder ins Beet gepflanzt, wo sie deutlich besser wachsen und länger produktiv bleiben.
Die vegetative Vermehrung durch Stecklinge, Teilung oder Ableger ist bei vielen mehrjährigen Kräutern möglich und oft einfacher als die Aussaat. Rosmarin, Salbei, Thymian, Oregano und Lavendel lassen sich durch Stecklinge vermehren. Dazu werden im Frühsommer etwa 10 bis 15 Zentimeter lange Triebspitzen geschnitten, die unteren Blätter entfernt und die Stecklinge in mageres Substrat oder Sand gesteckt. An einem hellen Standort ohne direkte Sonne und bei gleichmäßiger Feuchtigkeit bewurzeln die Stecklinge innerhalb weniger Wochen. Diese Methode ist besonders wertvoll, wenn spezielle Sorten erhalten werden sollen, da die Nachkommen genetisch identisch mit der Mutterpflanze sind, während Sämlinge variieren können.
Die Teilung etablierter Pflanzen ist die einfachste Vermehrungsmethode. Schnittlauch, Zitronenmelisse, Minze oder Estragon bilden mit den Jahren dichte Horste, die alle paar Jahre geteilt werden sollten, um die Vitalität zu erhalten. Im Frühjahr oder Herbst wird die Pflanze ausgegraben, der Wurzelballen mit einem scharfen Spaten oder Messer in mehrere Teile geteilt und die Teilstücke an neuen Standorten eingepflanzt. Jedes Teilstück sollte ausreichend Wurzeln und Triebknospen aufweisen. Die Teilung verjüngt die Pflanzen und liefert gleichzeitig Vermehrungsmaterial.
Ableger oder Absenker bilden sich bei kriechenden Arten wie Thymian oder Minze natürlicherweise. Triebe, die auf dem Boden aufliegen, bilden an den Knoten Wurzeln. Diese bewurzelten Triebe können abgetrennt und als eigenständige Pflanzen verwendet werden. Bei Pflanzen, die nicht von selbst Ableger bilden, kann dies künstlich angeregt werden, indem Triebe auf den Boden gebogen, mit Erde bedeckt und beschwert werden. Nach der Bewurzelung werden sie von der Mutterpflanze getrennt.
Die Aussaat im Herbst ist für einige Kräuter vorteilhaft oder sogar notwendig. Kaltkeimer wie Bärlauch, Waldmeister oder Engelwurz benötigen eine Kältephase, um die Keimhemmung zu überwinden. Sie werden im Herbst ausgesät und überwintern im Freien. Die Kälteeinwirkung über mehrere Wochen bereitet die Samen auf die Keimung vor, die dann im Frühjahr erfolgt. Ohne diese Stratifikation genannte Kältebehandlung keimen diese Arten nicht oder nur sehr spärlich.
Die Herbstaussaat einjähriger Kräuter wie Kerbel oder Koriander ermöglicht eine frühere Ernte im nächsten Jahr. Die Samen keimen noch im Herbst, die Jungpflanzen überwintern und wachsen im Frühjahr sehr zeitig weiter. Dies verlängert die Ernteperiode und nutzt die feuchten Bedingungen im Herbst und Frühjahr, die diese Pflanzen bevorzugen.
Die Topfkultur erfordert besondere Aufmerksamkeit bei Aussaat und Pflanzung. Die Topfgröße sollte der endgültigen Pflanzengröße angemessen sein. Zu kleine Töpfe beschränken das Wurzelwachstum und erfordern häufiges Gießen und Düngen. Zu große Töpfe bergen die Gefahr von Staunässe. Für einjährige Kräuter wie Basilikum genügen Töpfe mit 15 bis 20 Zentimetern Durchmesser, für mehrjährige Arten wie Rosmarin oder Salbei sollten es mindestens 25 bis 30 Zentimeter sein.
Das Substrat für Topfkräuter sollte durchlässig und strukturstabil sein. Hochwertige Kräutererde oder eine Mischung aus Blumenerde und Sand im Verhältnis zwei zu eins ist für die meisten Arten geeignet. Für mediterrane Kräuter sollte der Sandanteil erhöht werden. Eine Drainageschicht aus Blähton oder Tonscherben am Topfboden verhindert Staunässe. Das Abzugsloch darf nicht fehlen und sollte nicht durch Erde verstopft werden.
Die Aussaat in Töpfe erfolgt wie beschrieben, wobei pro Topf nur wenige Samen ausgelegt werden sollten. Nach der Keimung werden die Sämlinge auf einen bis drei pro Topf vereinzelt, je nach Topfgröße und Art. Beim Einpflanzen gekaufter Jungpflanzen wird der Wurzelballen leicht aufgelockert und die Pflanze in frisches Substrat gesetzt. Das gründliche Angießen nach der Pflanzung ist besonders wichtig, um Lufttaschen zu schließen und den Bodenschluss der Wurzeln zu gewährleisten.
Die Nachsaat während der Saison sichert eine kontinuierliche Ernte besonders bei schnell wachsenden, einjährigen Kräutern. Basilikum, Dill, Koriander und Kresse können alle drei bis vier Wochen nachgesät werden, um ständig junge, zarte Pflanzen zur Verfügung zu haben. Dies verhindert Erntelücken, wenn ältere Pflanzen in Blüte gehen oder abgeerntet sind.
Die Beobachtung der Pflanzen nach Aussaat und Pflanzung gibt wichtige Hinweise auf eventuelle Probleme. Welke Pflanzen trotz ausreichender Bewässerung können auf Wurzelschäden beim Pflanzen oder auf Schädlinge hinweisen. Gelbe Blätter deuten auf Nährstoffmangel oder Staunässe hin. Kümmerwuchs kann verschiedene Ursachen haben: zu tiefer oder zu flacher Stand, verdichteten Boden, Nährstoffmangel oder ungünstige Standortbedingungen. Die frühzeitige Erkennung und Behebung solcher Probleme ist entscheidend für den langfristigen Erfolg.
Die Anfangsphase nach Aussaat oder Pflanzung ist die kritischste Zeit im Leben einer Pflanze. Sorgfältige Vorbereitung, passende Methoden für die jeweilige Art und aufmerksame Pflege in den ersten Wochen legen den Grundstein für gesunde, produktive Kräuter. Der Aufwand, der in diese Phase investiert wird, zahlt sich vielfach aus durch kräftige Pflanzen, die über Jahre hinweg Freude bereiten und reichlich Ernte liefern.
Der Rhythmus der Jahreszeiten prägt das Leben im Kräutergarten fundamental. Jede Jahreszeit bringt ihre eigenen Aufgaben, Herausforderungen und Freuden mit sich. Das Verständnis dieser zyklischen Abläufe und die rechtzeitige Durchführung saisonaler Arbeiten sind entscheidend für einen produktiven und gesunden Kräutergarten. Die Natur gibt dabei den Takt vor, und wer diesen Takt versteht und mit ihm arbeitet statt gegen ihn, wird mit minimalem Aufwand maximale Ergebnisse erzielen.
Der Frühling ist die Zeit des Neubeginns und der intensivsten Arbeit im Kräutergarten. Sobald der Boden nicht mehr gefroren ist und sich etwas erwärmt hat, meist ab März, erwachen die mehrjährigen Kräuter aus der Winterruhe. Die ersten Triebe von Schnittlauch, Zitronenmelisse oder Minze durchbrechen die Erde, oft schon bevor der letzte Schnee geschmolzen ist. Diese ersten zarten Triebe sind besonders aromatisch und werden von Kennern geschätzt. Die Ernte sollte aber zurückhaltend erfolgen, da die Pflanzen ihre Reserven für den Neuaustrieb mobilisieren und nicht zu stark geschwächt werden dürfen.
Die Frühjahrspflege beginnt mit dem Entfernen abgestorbener Pflanzenteile vom Vorjahr. Vertrocknete Stängel, welke Blätter und andere Überreste werden abgeschnitten und auf den Kompost gegeben. Dies dient nicht nur der Ästhetik, sondern auch der Pflanzengesundheit, da in altem Pflanzenmaterial Krankheitserreger und Schädlinge überwintern können. Bei immergrünen Kräutern wie Rosmarin, Thymian oder Salbei werden erfrorene oder vertrocknete Triebe bis ins gesunde Holz zurückgeschnitten. Ein zu drastischer Rückschnitt sollte jedoch vermieden werden, da viele mediterrane Gehölze aus dem alten Holz schlecht oder gar nicht wieder austreiben.
Die Bodenbearbeitung steht im Frühjahr an erster Stelle. Der Boden wird vorsichtig gelockert, ohne die Wurzeln etablierter Pflanzen zu beschädigen. Eine Gründüngung, die im Herbst ausgesät wurde, wird eingearbeitet. Die Hauptdüngung des Jahres erfolgt jetzt durch Ausbringen von reifem Kompost oder anderen organischen Düngern. Eine zwei bis drei Zentimeter dicke Kompostschicht, die oberflächlich eingearbeitet wird, versorgt die Pflanzen für die kommende Wachstumsperiode. Bei nährstoffbedürftigen Arten können zusätzlich Hornspäne oder andere Langzeitdünger eingearbeitet werden.
Ab März können die ersten robusten Kräuter direkt ins Freiland gesät werden. Petersilie, Kerbel, Dill und Koriander vertragen noch kühle Temperaturen und keimen zuverlässig. Diese Frühaussaat ermöglicht eine zeitige Ernte. Gleichzeitig beginnt auf der Fensterbank oder im Gewächshaus die Vorkultur wärmeliebender Arten. Basilikum wird ab März vorgezogen, ebenso können mehrjährige Kräuter wie Salbei, Thymian oder Oregano ausgesät werden, auch wenn diese langsam keimen und wachsen.
Der April ist geprägt von intensiver Aussaat- und Pflanztätigkeit. Die Bodentemperaturen steigen, und immer mehr Arten können direkt ausgesät werden. Mehrjährige Kräuter, die im Vorjahr vorgezogen oder gekauft wurden, werden jetzt ausgepflanzt. Die Teilung großer Horste von Schnittlauch, Zitronenmelisse oder Minze erfolgt in dieser Zeit. Die frisch geteilten Pflanzen werden an ihren neuen Standorten eingepflanzt und gut gewässert, damit sie zügig anwachsen.
Die Eisheiligen Mitte Mai markieren einen wichtigen Zeitpunkt im Gartenjahr. Nach diesen Tagen sind in den meisten Regionen keine Spätfröste mehr zu erwarten, und frostempfindliche Arten können ins Freie. Basilikum, das bis dahin im Haus oder Gewächshaus stand, wird nun ausgepflanzt oder in Töpfe auf Balkon und Terrasse gestellt. Die jungen Pflanzen müssen aber zunächst abgehärtet werden, indem sie schrittweise an die Außenbedingungen gewöhnt werden.
Der Spätfrühling ist auch die Zeit für Stecklingsvermehrung. Viele mediterrane Kräuter lassen sich jetzt durch Kopfstecklinge vermehren. Die Pflanzen treiben kräftig aus, und die jungen Triebe bewurzeln willig. Auch Unkraut wächst im Frühjahr üppig, und regelmäßiges Jäten gehört zu den wichtigen Aufgaben. Je früher Unkraut entfernt wird, desto einfacher ist die Arbeit. Große, etablierte Unkräuter konkurrieren mit den Kräutern und lassen sich schwerer entfernen.
Der Sommer ist die Zeit der Fülle und der Ernte. Die Pflanzen haben ihre volle Größe erreicht und produzieren kontinuierlich neue Blätter. Die Haupterntezeit für die meisten Kräuter liegt zwischen Juni und August. Die ätherischen Öle, die den Geschmack und das Aroma bestimmen, erreichen ihre höchste Konzentration kurz vor der Blüte. Dies ist der optimale Erntezeitpunkt für die Konservierung größerer Mengen durch Trocknen oder Einfrieren.
Die Bewässerung wird im Sommer zur zentralen Aufgabe. An heißen, trockenen Tagen benötigen viele Kräuter zusätzliches Wasser, selbst mediterrane Arten können bei extremer Trockenheit leiden. Das Gießen sollte in den frühen Morgenstunden erfolgen, wenn die Verdunstung minimal ist. Topfkräuter auf Balkon und Terrasse müssen oft täglich gegossen werden, da das begrenzte Substratvolumen nur geringe Wasserreserven bietet.
