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Die Geschichte "Das Mädchen am Grab" von Kevin Korpp ist eine bewegende Weihnachtsgeschichte, die von einem kleinen, missgestalteten Mädchen erzählt, das an einem kalten Wintertag das Grab seiner Mutter besucht. Das Mädchen, von der Gesellschaft verstoßen, kämpft mit Kälte, Einsamkeit und Krankheit, während es sich auf den Weg macht, um seiner Mutter nahe zu sein. Die Erzählung nimmt eine unerwartete Wendung, als das Mädchen an Heiligabend eine außergewöhnliche Begegnung hat, die sein Leben für immer verändert. Die Geschichte ist geprägt von einer tiefen Einsamkeit, Kälte und Verzweiflung, die durch die eindringliche Beschreibung der Umgebung und der Gefühle des Mädchens deutlich wird. Durch die winterliche Kulisse und die traurige Situation des Mädchens wird eine ergreifende und emotionale Atmosphäre erzeugt. Die Weihnachtsgeschichte berührt Themen wie Einsamkeit, Verlust, Hoffnung und Wunder. Sie zeigt die Kraft der Liebe und die Bedeutung von Mitgefühl und Menschlichkeit, selbst in den dunkelsten Momenten. "Das Mädchen am Grab" ist eine herzergreifende Weihnachtsgeschichte, die die Leserinnen und Leser dazu einlädt, über die Bedeutung von Mitgefühl, Hoffnung und Wunder nachzudenken. Die unerwartete Wendung am Ende der Geschichte hinterlässt einen bleibenden Eindruck und vermittelt eine Botschaft der Hoffnung und des Trostes.
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Veröffentlichungsjahr: 2023
Inhaltsverzeichnis
Zwei Tage danach und zwei Tage zuvor
Drei Tage danach und ein Tag zuvor
Heiligabend
Impressum
Der kalte Wind fuhr ihr schneidend durch das vom Regen feuchte, rotblonde, schon fast schmutzig wirkende, wirre Haar. Mit ihrer kleinen Hand ergriff sie den rostbraunen Knauf des schweren, schwarzen Eisentores und drehte ihn. Fast hätte sie nach oben greifen müssen, so klein war ihr Körper noch. Ihr gekrümmter und verformter Rücken tat ein Übriges dazu.
Die Verriegelung löste sich mit einem schrillen Knarren, als sie das Tor langsam aufstieß. Von der Kälte des Metalls erstarrten ihre Finger und sie fror noch mehr, als ohnehin schon.
Ein frostiger Windstoß durchdrang ihr schwarzes, zerschlissenes Kleid. Ihre dünne Jacke, braun und nur noch mit einem Knopf, konnte ihn nicht abwehren. Beim Hindurchgehen durch das nun offene Tor streifte ein kleiner, laubloser Zweig ihren Kopf, fast so, als wolle er sie tröstend streicheln. Sie schloss das alte Tor hinter sich mit etwa dem identischen Geräusch und war plötzlich umhüllt von Stille. Einer Stille, wie sie nur an solchen Orten und um diese Tageszeit herrscht. "Nutze die Zeit, es kommt die Stunde" stand an der Tür geschrieben. Dem Mädchen blieben die Worte jedoch verschlossen, lesen konnte sie noch nicht. Vielleicht würde sie es auch niemals können.
Der Tag hatte eben erst begonnen, sein Licht zu zeigen. Schwarze Rabenvögel saßen eng zusammengedrängt in der Kälte auf den kahlen Zweigen. Die trostlosen Kastanienbäume boten ihnen keinen Schutz mehr.
