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Der Markt der Online-Datingseiten boomt seit Jahren. Die Einsamkeit, der Wunsch nach einer Partnerschaft oder einfach nur einer Sexbeziehung, ist es, die Menschen dazu veranlasst, Geld auszugeben. Viel Geld. In diesem Buch geht es um die miesen Geschäfte, die windige Webseitenbetreiber mit genau dieser Einsamkeit machen. Und darum, wie sie eigentlich ihr schmutziges Geld verdienen. Dieses Buch hilft dabei, die seriösen Anbieter von den schwarzen Schafen zu unterscheiden. Aber auch die Machenschaften skrupelloser Geschäftemacher aufzudecken. Egal, ob es um teure Abofallen oder Chat-Abzocke geht. Dazu war der Autor monatelang auf verschiedensten Online-Dating-Portalen unterwegs. Als Chatmoderator konnte er hinter die Kulissen des widerlichen Geschäfts schauen. Und so wird klar, was eigentlich hinter vielen Dating-Apps steckt. Mit der Einsamkeit von Menschen wird richtig viel Geld verdient. Um nichts anderes geht es. Einen wirklichen Partner wird man auf diesen Seiten und mit diesen Apps nicht finden. Lesen Sie in diesem Buch die Hintergründe und die Verstrickungen in diesem schmutzigen Geschäft. Erfahren Sie, wie das Lügengebäude um die angebliche Traumfrau oder den Traummann erbaut wird. Erfahren Sie, wie der Chat mit einem Fake-Profil in diesen Apps arglose Kunden in den finanziellen Ruin treiben kann. Und wie Sie sich vor gefälschten Profilen und Abzocke beim Onlinedating schützen können. Dieses Buch kann Ihnen helfen, mit Onlinedating den richtigen Partner zu finden, ohne durch Fake-Profile oder Abos abgezockt zu werden.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Veröffentlichungsjahr: 2023
Kevin Korpp
ONLINEDATING
WIDERLICHE GESCHÄFTE MIT DER EINSAMKEIT
Sachbuch
Impressum
Texte: © Copyright by Kevin Korpp
Umschlaggestaltung: © Copyright by Kevin Korpp
Alle Rechte vorbehalten.
Verlag: Kevin Korppc/o Autorenservice CBSPhnom Penh International Airport Post OfficePhnom Penh 120913Kingdom of Cambodia
https://kevinkorpp.blogspot.com/
Bilder: Freepik.com. Dieses eBook wurde mit Ressourcen von Freepik.com erstellt. Bild von rawpixel.com auf Freepik Bild Titelseite: prostooleh auf FreepikIllustrationen und Screenshots: © Copyright by Kevin Korpp
1. Auflage 2023
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Onlinedating
Chat „Guten Morgen, mein Engel“ - oder: So wird richtig abgezockt
Abofallen
Chat „Demut, Sklavin“ - oder:Der wortkarge Meister für 28 Euro in 8 Minuten
Abonnements auf fragwürdigen Seiten kündigen
Wertersatzforderungen bei Widerruf
Chat: „Hallo, mein Schätzchen“ - oder:Späte Erkenntnis, - aber es noch nicht begriffen
Harte Bandagen – Mahnungen, Anwälte und Inkassounternehmen
Chat: „Fu*** mir direkt ins Maul“ - oder:So gewinnt man Frauen für sich
Fragwürdige Werbestrategien für fragwürdige Seiten
Pseudowährungen auf Datingseiten
Chat „Hallo Schnucki“ - oder: Es wird kein Treffen geben
Mögliche Manipulationen auf Bewertungsseiten
Chat: Please reactivate the user!
Übertriebene Versprechungen – Die Werbung der Abzocker
Die Betreiber der Seiten
Chat: Nummer vier – oder: Ich will einfach nicht
Ein kurzer Ausflug in die Technik hinter den Dating-Portalen
Viele Portale, viele Kunden, viel Geld
„Elena“
Chat: Die letzte Hoffnung – oder:Alles nur Fake hier
Ein Teil vom großen Kuchen – wie Agenturen mitverdienen
Chat: „Ja, ich bin Moderatorin!“ - oder:Wie man es eben genau nicht macht
Spaß am Chatten und dabei Geld verdienen?Werde Chatmoderator*in!
„Als Chatmoderator*in erfolgreich werden!“Die Einarbeitung in die „Fantasiewelt“
Chat: „Nun habe ich doch Coins gekauft“ – oder:Du willst das alles aufgeben?
Das Regelwerk der Chatmoderatoren
Chat: So richtig voll verliebt – oder: Wie widerlich mit Gefühlen gespielt wird
INs und OUTs – so werden Chatmoderatoren bezahlt
Chat: Geld ist nicht so wichtig – ja, klar!
Auch bei der Auszahlung kassieren die Agenturen
Chat: Ich werde den Account hier heute noch löschen
Die Agentur als Schnittstelle zwischen Betreiber und Moderator
Chat: Horror für jeden Moderator
Fake-Profile: So entsteht die „Traumfrau“
Bilderklau – Ist vielleicht auch dein Bild auf einem Fake-Datingportal?
Chat: Wie eine Droge
Der volle Überblick: Was Chat-Moderatoren sehen
In einem Kundenprofil:
Der gläserne Kunde: Alle lesen alles mit
Chat: Rund um die Uhr
Der Arbeitsalltag eines Chat-Moderators
Chat: 21 Monate und 36.000 Franken – oder:Die finanziellen Dimensionen der Abzocke
Die Kunden der Fake-Portale
Chat: Mit gebrochenem Herzen – weiterschreiben.
Chatabzocke erkennen – Sparen Sie sich das Geld!
Rechtliche Bewertung
Quellenangaben
Glossar
"Seit Monaten denke ich nur an dich! Du bist mein ein und alles, meine große Liebe! Wir gehören für immer zusammen, nichts kann uns trennen!"
Rolf, 62, schreibt seit 14 Monaten mit „Pauline“, 28.
Hierfür hat Rolf bereits mehr als 11.000 Euro ausgegeben.
„Pauline“ ist ein fiktives Profil auf einem Online-Datingportal.
Ein Datensatz, ein Fake.
Keine echte Frau.
Ausgangspunkt der Recherche für dieses Buch war eine Stellenanzeige. Derartige Anzeigen finden sich häufig, wenn man nach Onlinejobs sucht. Auch in sozialen Medien erscheinen hin und wieder derartige Arbeitsangebote. Zumindest, wenn man geeignete Spuren hinterlassen hat. Aber das ist ein anderes Thema.
In der fraglichen Anzeige wurde die Tätigkeit als „Chatmoderator“ angeboten. Man könne sich ein seriöses und stabiles Einkommen sichern. Und dabei richtig viel Spaß haben. Zusätzlich wäre man frei in der Wahl des Arbeitsortes und der Arbeitszeit. Also arbeiten, wann und von wo aus man möchte. Für manchen klingt das traumhaft! Man ist sein eigener Chef, kann sich seine Zeit frei einteilen und, wenn möglich, am Strand unter Palmen arbeiten.
Nun ist „Chatmoderator“ ein weiter Begriff. Große Konzerne beschäftigen Chatmoderatoren, um die Unternehmenswebseite entsprechend zu verwalten. Zahlreiche Firmen bieten Foren und Chats auf ihren Seiten an, die betreut werden müssen. Ein Chatmoderator auf diesen Seiten ist dazu da, die Unterhaltung anzuleiten oder zu moderieren. Doch um diese Art der Chatmoderation geht es bei den angesprochenen Stellenanzeigen nicht.
Im Internet gibt es eine unüberschaubare Anzahl an Portalen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, einsame Menschen zusammenzubringen. Der Markt der Online-Datingseiten boomt seit Jahren, er waren sogar einer der Faktoren, die zum rasanten Wachstum des Internets, besser des World Wide Webs, geführt haben. Neben dem der allgegenwärtigen Pornografie. Dabei ist der Gedanke nicht neu. Singlebörsen und Kontaktanzeigen gab es schon in den Printmedien. An das Internet war zu dieser Zeit noch gar nicht zu denken. Und schon damals wurde mit der Einsamkeit von Menschen Geld verdient.
Und genau diese Einsamkeit, der Wunsch nach einer Partnerschaft oder einfach nur einer Sexbeziehung, ist es, die Menschen dazu veranlasst, Geld auszugeben. Viel Geld. In diesem Buch geht es um die miesen Geschäfte, die windige Webseitenbetreiber mit genau dieser Einsamkeit machen. Und darum, wie sie eigentlich ihr schmutziges Geld verdienen. Auf der anderen Seite stehen die sogenannten Chatmoderatoren, die ihrerseits ebenso ausgebeutet und belogen werden, wie die Kunden dieser Seiten und Apps.
Vorweg sei bemerkt, dass es durchaus auch seriöse Angebote im Internet gibt, die sich der Partnervermittlung verschrieben haben. Zumindest ist bei diesen Seiten nichts davon bekannt, dass unseriöse Machenschaften vorliegen.
Gerade große Portale mit vielen aktiven Partnersuchenden sind sicher eine gute Möglichkeit, den Traumpartner kennenzulernen. Dieses Buch hilft dabei, die seriösen Anbieter von den schwarzen Schafen zu unterscheiden. Aber auch die Machenschaften skrupelloser Geschäftemacher aufzudecken.
Für die Recherchen zu diesem Buch war der Autor über Monate hinweg auf beiden Seiten unterwegs. Als potenzieller Kunde auf diversen Seiten und bei verschiedensten Apps sowie bei mehreren Agenturen als sogenannter Chatmoderator. Die dadurch erzielten Einnahmen, sofern sie überhaupt ausbezahlt wurden, kommen einem Sozialprojekt zugute. Allerdings war diese Tätigkeit unumgänglich, um die nötigen Informationen zu erhalten und die miese Masche aufdecken zu können. Meistens las der Autor jedoch nur passiv mit, um den Betrug nicht noch zu fördern.
Alle in diesem Buch verwendeten Beispiele, Chatverläufe und Angaben zu Namen und Orten wurden aus verständlichen Gründen so verändert, dass die Kunden nicht erkennbar sind. Natürlich auch aus Gründen des Datenschutzes. Ansonsten entsprechen die Zitate und Beschreibungen sowie die Manipulationen der Realität, die ein Chatmoderator und auch ein Kunde solcher Seiten täglich erlebt.
Der Autor hat sich bemüht, etwaige Rechteinhaber von Textbestandteilen ausfindig zu machen. Sollte ein solches Recht bestehen, bittet der Autor um Kontaktaufnahme.
Die Beispiele aus den Chats sind aus Gründen der Lesbarkeit in der Reihenfolge der Nachrichten umgekehrt dargestellt. Normalerweise sieht man in einem Chat die neueste Nachricht oben, die älteren rutschen nach unten durch. Zumindest bei den meisten Agenturtools. Wo dies nicht nötig war, wurde auch nichts an der Reihenfolge geändert.
Die Rechtschreibung und auch die Groß- und Kleinschreibung spielt in Chats kaum eine Rolle. In den Beispielen wurden Fehler auch nicht korrigiert. Alles ist so original, wie möglich. Rechtsbündig und fett formatiert schreibt immer der Kunde, also das Opfer, und linksbündig der Chatmoderator, oder anders, das „fiktive Profil“.
Bei vielen Beispielen wurden zudem bestimmte Wörter so verändert, dass Obszönitäten aus Gründen des Jugendschutzes nicht im Text vorkommen. Und davon gibt es in derartigen Chats eine Menge.
Fi**en ist dabei noch das Harmloseste.
Onlinedating oder auch Online-Dating bezieht sich auf die Nutzung von Online-Plattformen und Apps, um neue Menschen kennenzulernen und potenzielle romantische oder sexuelle Beziehungen aufzubauen. Es ist eine moderne Form des Dating, die es Menschen ermöglicht, über das Internet miteinander zu kommunizieren und möglicherweise eine Verbindung herzustellen, ohne sich physisch treffen zu müssen.
Beim Online-Dating erstellen Benutzer in der Regel ein Profil, das Informationen über sich selbst, ihre Interessen und Vorlieben enthält. Anhand dieser Informationen können sie nach anderen Benutzern suchen, deren Profile ihren Kriterien entsprechen. Die Plattformen bieten meist auch Suchfilter an, mit denen Benutzer ihre Suche weiter eingrenzen können, indem sie nach bestimmten Altersgruppen, Wohnorten, Hobbys oder anderen Kriterien filtern.
Sobald Benutzer potenzielle Übereinstimmungen gefunden haben, können sie mit ihnen über die Plattformen kommunizieren. Dies geschieht oft über Messaging-Funktionen, die es den Benutzern ermöglichen, Nachrichten auszutauschen und sich besser kennenzulernen. Einige Plattformen bieten auch Video-Chats an, die es den Benutzern ermöglichen, sich von Angesicht zu Angesicht zu sehen und eine intimere Verbindung herzustellen.
Online-Dating bietet zweifellos Vorteile. Es ermöglicht Menschen potenzielle Partner kennenzulernen, die sie im Alltag vielleicht nicht treffen würden. Es bietet auch eine größere Auswahl an potenziellen Partnern, da Benutzer aus einer großen Anzahl von Profilen auswählen können. Darüber hinaus ermöglicht Onlinedating eine gewisse Anonymität, da Benutzer ihre persönlichen Informationen erst preisgeben müssen, wenn sie sich sicher fühlen.
Es gibt jedoch auch einige Herausforderungen beim Online-Dating. Da Benutzer ihre Profile selbst gestalten können, besteht die Möglichkeit, dass einige Informationen ungenau oder sogar gefälscht sind. Dies kann zu Enttäuschungen führen, wenn Benutzer feststellen, dass die Person, mit der sie kommuniziert haben, nicht den Erwartungen entspricht. Darüber hinaus kann die Kommunikation per Textnachricht manchmal Missverständnisse hervorrufen, da nonverbale Signale fehlen können.
Trotz dieser Herausforderungen ist Online-Dating zu einer beliebten Methode geworden, um neue Menschen kennenzulernen und romantische Beziehungen aufzubauen. Onlinedating bietet eine bequeme und effiziente Möglichkeit, potenzielle Partner zu finden, und hat vielen Menschen geholfen, liebevolle und erfüllende Beziehungen aufzubauen.
Soweit die perfekte Traumdarstellung. Selbstverständlich gibt es Angebote, die seriös sind und vielleicht zum Erfolg führen. Aber schon längst haben gewissenlose Geschäftemacher entdeckt, dass sich gerade in der Anonymität solcher Chats Möglichkeiten ergeben, so richtig Geld zu verdienen. Und dabei bedienen sie sich der verschiedensten Maschen.
Guten Morgen mein Engel, du bist bestimmt schon wieder ganz fleissig und ich wünsche dir einen schönen Tag.
Das wünsche ich dir auch, mein Schatz. Meldest du dich später noch einmal, wenn du etwas Zeit hast? Würde mich sehr darüber freuen.
Ich bin nicht mehr lange hier auf der Plattform.
Warum denn nicht, wenn ich fragen darf? Du hast dich doch erst angemeldet und ich wollte dich kennenlernen.
Ich wurde hier belogen und verarscht. Hier arbeiten Professionelle und zocken die Männer ab, das stinkt mir aber ganz gewaltig.
Da muss ich dir sagen, dass ich bei einigen Männern auch so meine Zweifel habe. Ich weiß es ehrlich nicht, ob ein ganz normaler Mann auf der Straße ein Gespräch beginnt mit: "Willst du fi**en?" Alles schon erlebt hier.
Es gibt ganz wenige Plattformen, wo wir Männer nicht abgezockt werden. Hier zum Beispiel muss ich für jede einzelne Nachricht, die ich wegschicke, bezahlen, und das ist nicht gerade wenig. Es gibt sogar Plattformen, wo wir Männer sogar bezahlen müssen, nur um das Profilbild zu sehen.
Frauen, die sich hier anmelden, zahlen auch. Da gibt es keinen Unterschied. Und wenn man das tut, dann weiß man doch auch, was das kostet? Bei anderen musst du ein Abo abschließen, das sich später auf ewig verlängert, zum Beispiel.
Aber bestimmt nicht so viel, wie wir Männer. Ich bin jetzt 6 Tage hier angemeldet und habe schon über 200 € ausgegeben, und das nur zum Schreiben.
**Auszug aus dem Chat-Ende**
Durchschnittliche Kosten für den Kunden ca. 5 bis 10 Euro, je nach Paket, Preis und Plattform.
Die erste Variante der beliebten Abzocke sind die Abofallen. Die Seiten zwingen den Kunden durch diverse Praktiken förmlich dazu, eine Mitgliedschaft, oder wie auch immer genannt, abzuschließen. Allerdings werden diese Fallen gut getarnt, damit der Kunde möglichst lange Kunde bleibt.
Am Anfang steht auch hier die selbstverständlich kostenlose Anmeldung bei der Seite. Meist sind dafür nur wenige persönliche Informationen nötig. Der vollständige Name und eine E-Mailadresse reichen meist schon aus. Schließlich könne der Kunde später sein Profil vervollständigen.
Ist die E-Mailadresse erst einmal bestätigt, funktioniert auch das Login problemlos. Der Kunde findet sich sodann im Mitgliederbereich wieder. Schon vor der Registrierung kann der Kunde beispielsweise folgenden Hinweis lesen:
„Die für die kostenpflichtigen Dienste anfallenden Preise, die Zahlungsweise sowie die Laufzeit von Dauerschuldverhältnissen im Rahmen dieser kostenpflichtigen Dienste werden vor Inanspruchnahme durch den User erläutert.“
SexDateSeite (2023)
Auf der eigentlichen Mitgliederseite wird der Kunde nun meist darauf hingewiesen, sein Profil zu vervollständigen. Natürlich sei dies nötig, um viele potentielle Partner zu finden. Oder von diesen gefunden zu werden.
Falle Nummer 1 schlägt zu. Möglicherweise kann man ohne eine bezahlte Mitgliedschaft das eigene Profil gar nicht ändern oder bearbeiten. Das funktioniert nur, wenn der Kunde vorher ein Paket gekauft oder eine „Premium-Mitgliedschaft“ erworben hat.
Die nächste Masche, den Kunden zum Abschluss einer Mitgliedschaft zu bewegen ist es, dass dieser die Profile der anderen Mitglieder nicht oder nur gekürzt einsehen kann. Zum anzeigen ist wieder ein Abo nötig. Gleiches gilt für die Profilbilder. Diese sind in manchen Fällen nur verschwommen oder gar nicht zu sehen. Möchte der Kunde jedoch nicht die berühmte Katze im Sack kaufen, ist, natürlich, ein Abo notwendig. Falle Nummer 2 wartet schon.
Selbstverständlich bekommt der neue Kunde sofort auch einige Nachrichten von potentiellen Partnern in sein Postfach. Woher diese Nachrichten stammen, ist meist nicht ganz klar. Und wenig überraschend kann der neue Benutzer diese Nachrichten ebenfalls nur dann lesen, wenn er eine kostenpflichtige Mitgliedschaft abgeschlossen hat. Falle Nummer 3 schlägt zu.
Wenn der Kunde die Nachricht doch lesen kann, ist Falle Nummer 4 schon bereit. Antworten kann der Kunde nur, wenn er ein Abo abschließt.
Spätestens jetzt sollte der neue Kunde auch zum zahlenden Kunden geworden sein.
Für die Mitgliedschaft gibt es bei den meisten Seiten verschiedene Laufzeiten zur Auswahl. Einzelne Seiten bieten 14 Tage als geringsten Zeitraum an, andere einen Monat. Und wie erwartet werden bei Mitgliedschaften von mehreren Monaten auch Rabatte angeboten.
Falls der Kunde die Funktionen der Seite ohne Einschränkungen verwenden will, ist der Abschluss eines Abos notwendig. Dieses Abo wird in 3 unterschiedlichen Laufzeiten angeboten. Dabei verlängert es sich immer automatisch. Der Kunde hat zum Beispiel die Wahl zwischen einem 1-monatigen, einem 3-monatigen und einem 6-monatigen Abo.
Die monatlichen Preise belaufen sich dabei exemplarisch auf 49,90 Euro, 29,90 Euro und 24,90 Euro. Zusätzlich wird das 3-monatige Abo auch noch als „Bestseller“ ausgepreist. Dafür werden dann schon 89,70 Euro fällig.
Die Kündigungsfristen werden dem Kunden auf der Abschlussseite nur im Kleingedruckten mitgeteilt. Somit lassen sich diese Informationen leicht übersehen.
Für das 3-monatige und 6-monatige Abo bestehen oft Fristen von 30 Tagen. Das 1-monatige Abo hat zunächst eine Laufzeit von 14 Tagen. Diese erhöht sich allerdings nach der ersten Verlängerung und beträgt ebenfalls 30 Tage. Eine fristgerechte Kündigung ist dann nur noch schwer möglich.
In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) oder den Kündigungsbedingungen heißt es dann plötzlich:
„Wird die Mitgliedschaft nicht zum Ende der Erstlaufzeit gekündigt, verlängert sich der Vertrag auf unbestimmte Zeit (Vertragsverlängerung). Die Kündigungsfrist zum Ende der Erstlaufzeit beträgt bei Mitgliedschaften mit einer Laufzeit von nicht mehr als einem Monat: 14 Tage, und bei Mitgliedschaften mit einer Laufzeit von mehr als einem Monat: 30 Tage. Die Frist für eine Kündigung zum Zeitpunkt nach einer Vertragsverlängerung beträgt 30 Tage.“
SexDateSeite (2023)
So wird also selbst bei einem zunächst 14-tägigem Abo ein auf unbestimmte Zeit verlängerter Vertrag, aus dem schwer wieder herauszukommen ist. Nach der Verlängerung greift automatisch die neue Kündigungsfrist von 30 Tagen. Wie erwartet wird hier mit der Nachlässigkeit der Kunden spekuliert. Wer denkt schon ständig an irgendwelche Kündigungsfristen? Und so sind selbstredend noch weitere Zahlungen herauszuholen.
Basismitgliedschaften sind in der Regel schnell zu kündigen. Meist findet sich im im eigenen Profil oder im Support-Bereich ein entsprechender Button, mit welchem man sein Profil löschen kann. Das funktioniert bei der Seite, auf welcher man sich befindet, auch gut. Natürlich muss man dazu eingeloggt sein.
Bei einigen Seiten wird man jedoch während des Anmeldeprozesses gefragt, ob man auch Mitglieder aus dem Partnernetzwerk des Betreibers sehen möchte. Das würde natürlich die Auswahl potentieller Partner erhöhen. Dahinter stecken zwei weitere Maschen. Einerseits werden dadurch weitere Daten gesammelt und letztlich hofft der Betreiber auf weitere mögliche Abos.
Durch das Verfolgen der Klicks auf die entsprechenden Profile lässt sich problemlos das Nutzerverhalten analysieren und letztlich lassen sich damit auch die Vorlieben des Nutzers herausfinden. Und so können auch aus den sogenannten „Partnernetzwerken“ gezielt Profile angezeigt werden, welche den Nutzer interessieren könnten. Jeder kennt diese Vorschläge von großen Onlinehändlern. Nur heißt es eben da „vorgeschlagene Produkte“ oder „Andere Kunden kauften auch“.
Ist nun ein solches angezeigtes Profil für den Nutzer von besonderem Interesse, dann wird er es auch anklicken. Meist landet er dadurch jedoch auf einer weiteren Seite, zu der er selbstverständlich wieder nur eingeschränkten Zugang hat. Also muss dafür erneut ein Abo abgeschlossen werden. So wird der Kunde weiter und möglichst mehrfach in die Abofalle gelockt.
Den Betreiber der Seiten freut das natürlich, denn auch auf dieser neuen Seite gibt es wieder das Problem mit den Kündigungsfristen. Und natürlich wird doppelt abkassiert. Nicht selten sind Fälle, bei denen Benutzer nach und nach sehr viele Seiten abonnieren und dann in den Verträgen gefangen sind. So wird im Prinzip mit dem gleichen Angebot eine Menge an Geld verdient.
Außerdem füllen derartige Verknüpfungen auch die Zahl der „aktiven Nutzer“ der jeweiligen anderen Plattform auf. Bedenkt man dann noch, dass das gleiche System auch für die anderen Seiten gilt, dann ergeben sich unglaubliche Verdienstmöglichkeiten durch die arglosen Kunden.
Mit anderen Worten bedeutet dies: Kunde A von Seite A stimmt zu, Vorschläge von Seite B zu erhalten. Kunde A erhält nun einen solchen Vorschlag, muss aber auf Seite B ebenfalls ein Abo abschließen, um antworten zu können. Wenig später bekommt der Kunde einen für ihn interessanten Vorschlag von Seite C. Dort wird das gleiche Spiel abgezogen. Im Ernstfall hat der Kunde bereits jetzt drei Abonnements abgeschlossen. Und jedes davon ist im Regelfall einzeln zu kündigen, falls der Kunde gemerkt hat, wie er erfolgreich um sein Geld gebracht wird.
Denn auch durch diese Machenschaften ist eines auf keinen Fall größer. Nämlich das tatsächliche Angebot an potentiellen Partnern.
Es gibt durchaus auch Seiten, bei denen, wenn überhaupt, nur sehr wenige Frauen angemeldet sind. Anders verhält es sich unter Umständen im Gay-Bereich. Aber auch auf diesen entsprechenden Seiten lauern natürlich die Abofallen.
Kritisch sollte man auch sogenannte Probeabos sehen. Vielfach geht es dabei darum, den Kunden ebenfalls in die Falle zu locken. Ein Monatsbeitrag für den Probemonat in Höhe von einem Euro ist ja nicht viel, denkt man. Und so lässt sich mancher Kunde zur Registrierung verleiten. Das es durchaus in den AGB stehen kann, dass mit der Benutzung bestimmter Funktionen innerhalb der Seite das Probeabo in eine „Platinummitgliedschaft“ umgewandelt wird, übersehen die meisten Kunden. Und somit werden dann schnell beispielsweise 89 Euro pro Monat, mit sechsmonatiger Laufzeit, fällig. Ganze 534 Euro Einnahme mehr für die Seitenbetreiber, durch einen einzigen Klick auf den falschen Button.
Antwortet ein Kunde beispielsweise auf eine Anfrage oder schaut sich ein Profilbild im Vollbild an, kann schon die Falle zuschnappen. Umgehend wird dann auch abgebucht, die entsprechenden Daten haben die Betreiber ja durch das sogenannte Probeabo.
Die Gewichte hat deine Sklavin wie von dir verlangt an ihren Scha*lippen angebracht. Sie sind sehr schwer, Meister!
Du bist meine Sklavin.
Das weiß ich doch, Meister! Ich wollte meinem Meister nicht widersprechen, aber wie lange muss ich sie denn tragen?
Den ganzen Tag lang, Sklavin.
Das wird eine große Herausforderung für deine Sklavin sein, mein Meister! Gönnst du mir eine kleine Pause?
Nein Sklavin.
Aber ein klein wenig ausruhen werde ich mich doch dürfen, ja? Wie du befiehlst, mein Herr.
Ja Sklavin, natürlich.
Das ist so lieb von dir und deine Sklavin bedankt sich sehr bei Ihrem Herrn.
Wie hängen die Gewichte?
Sie hängen an den vorgesehenen Stellen und ziehen meine Scha*lippen ganz streng nach unten, mein Meister.
Ja Sklavin.
Und durch den schweren Zug werden meine Scha*lippen gerade auch richtig rosig, weil die Durchblutung steigt, Meister!
Ja Sklavin.
Und wenn sich deine Sklavin nur sehr leicht bewegt, dann schwingen die Gewichte.
Ja Sklavin.
Und gerade wenn sie so leicht schwingen, denke ich an meinen Meister und frage mich, ob ich alles richtig mache.
Sehr schön, Sklavin.
Also tut deine Sklavin alles so, wie der Meister es sich wünscht und der Meister ist mit ihr zufrieden?
Ja Sklavin, sehr.
Wenn es meinen Meister zufriedenstellt, dann macht es auch die Sklavin glücklich, mein Meister.
Ja Sklavin.
Aber darf deine Sklavin denn so richtig glücklich sein, oder sollte sie nur Demut empfinden, dass sie ihrem Meister dienen darf?
Demut, Sklavin.
Ist das dein Wunsch, Meister? Dann werde ich demütig nochmal die von dir befohlenen Gewichte kontrollieren.
Ja Sklavin.
Gut, mein Meister, ich kann meinem Meister berichten, dass die Gewichte ordentlich befestigt sind. Zufrieden, mein Meister?
Ja, Sklavin.
**Auszug Chat Ende**
Kosten für den Kunden (fett formatierte Schrift) circa 28 Euro, je nach Paket und Plattform.
Auch wenn der Kunde hier einen offensichtlichen Fetisch auslebt, ist er doch in dem Glauben, dies mit einer real interessierten Person weiblichen Geschlechts zu tun. Was natürlich auch nicht stimmen muss. Mehr dazu später.
Bei der Kündigung eines Abos auf fragwürdigen Dating-Seiten kann es zu Schwierigkeiten kommen. Bei einigen dieser Seiten ist es durchaus möglich, direkt online zu kündigen. Das ist aber eher die Ausnahme. Auch hier hilft ein Blick in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der jeweiligen Seite. Dort sind die Kündigungsfristen und auch die Form der Kündigung genau benannt. Auch hier gilt es wieder aufzupassen. In einigen Fällen reicht eine Online-Kündigung nicht aus, es wird auf die schriftliche Kündigung per Brief oder sonstige Formen bestanden.
TIPP: Sie sollten unbedingt schriftlich und per Einschreiben kündigen. Achten Sie genau auf die verlangte Form der Kündigung und die Fristen!
Dabei sollte die Kündigung stets zum jeweiligen Termin, vorsorglich noch zum frühestmöglichen Zeitpunkt, erfolgen. Geht die Kündigung doch zu spät ein, kann mit einer solchen Formulierung zumindest weiterer Schaden abgewendet werden. Natürlich spekulieren die Betreiber darauf, dass der Kunde den Überblick über seine möglicherweise mehreren Abos verliert. Lastschriften sollten also ganz genau im Blick behalten werden. Das Gleiche gilt natürlich auch für alle anderen Zahlungsarten.
Möchte man nicht, dass die persönlichen Daten weiterhin auf dem Server des Betreibers bleiben, sollte man auch sein Profil löschen. Bei einigen Seiten bietet sich allerdings nur die Möglichkeit der Deaktivierung an. Die Profildaten bleiben dann erhalten. Schon bei Anmeldung lohnt sich also auch ein Blick in die Datenschutzbestimmungen der jeweiligen Seite. Dort erfährt man zumindest, wie mit den Daten umgegangen wird. Oder umgegangen werden sollte. Eine Garantie für die rechtmäßige Speicherung und Verwendung gibt es nicht. Schon gar nicht, wenn sich die Firma des Betreibers im nichteuropäischen Ausland befindet.
TIPP: Löschen Sie unbedingt die Daten in Ihrem Profil, bevor Sie kündigen. Mit der Kündigung kann Ihr Zugang gesperrt werden und Sie haben keine Möglichkeit mehr, dies zu tun!
Bei einzelnen Seiten ist ein entsprechender Button zur Kündigung erst gar nicht vorhanden. Auch ist keine Möglichkeit zu finden, sein Profil zumindest zu deaktivieren oder auch nur einen kostenlosen Account zu kündigen.
Selbst die FAQ oder die Service-Seite verweist mit Links nur ins Leere. Da, wo angeblich eine Möglichkeit zur Deaktivierung oder Kündigung vorhanden sein sollte, findet der Kunde einfach nichts. Auch Support-Anfragen helfen da wenig, falls diese überhaupt beantwortet werden. Meist antworten die Seitenbetreiber einfach nicht auf entsprechende Nachfragen. Das natürlich deshalb, um Zeit zu gewinnen. Möglicherweise so lange, bis sich das Abo wieder automatisch verlängert.
Probleme können auch sogenannte Probeabos bereiten. Diese sind eigentlich eine gute Möglichkeit, ein Angebot kennenzulernen und sich zunächst einen Überblick zu verschaffen. Bei einigen Anbietern gibt es allerdings die Unsitte, dass das Probeabo ohne jegliche weitere Informationen in ein sehr teures Premium-Abo übergeht.
So kann sich der Kunde zunächst für ein 14-tägiges Testabo für lediglich 1 € anmelden. Die Seite wirbt sogar noch mit dem Begriff Einmalzahlung.
Selbst wenn der Vertrag fristgerecht widerrufen oder gekündigt wird, gibt es durchaus Fälle, in denen die Betreiber beispielsweise Kosten von 89,90 € für eine Premium-Mitgliedschaft abbuchen.
