Das Nörgeln der Salatgurken - Frank Rossbach - E-Book

Das Nörgeln der Salatgurken E-Book

Frank Rossbach

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Beschreibung

Nörgeln Salatgurken im Kühlschrank? Hören Sie mal genau hin! Ansonsten beschäftigt sich der Autor mit Callcentern, Verschwörungen und der beruhigenden Erkenntnis, dass in der Familie seiner Lebensgefährtin und der Schwiegermutter in spe niemand verhungern muss. Es geht um amerikanische Herrenmagazine, Missverständnis und Jana aus Kassel. Rossbach berichtet mit einem großen Augenzwinkern aus seinem depressiv-euphorischen Leben.

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Seitenzahl: 81

Veröffentlichungsjahr: 2021

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Dieses Buch widme ich drei Menschen:

Valeska „Flumi“ Wnuck und

Susanne Engelbrecht,

meinen beiden Testzuhörerinnen.

(Lustig, Rechtschreibprogramm wollte

aus den „Testzuhörerinnen“

gerade „Testzuhörernonnen“ machen.

Dankeschön!!!

Und

Fabian Sielaff

Krieg dein Buch fertig.

Ich will das endlich lesen!

Inhalt

Vorwort:

Der Theaterbesuch: Die Rezension.

Eine kleine Nachtmusik.

Verschwörung!

Bretter, die die Welt bedeuten!

Jana aus Kassel.

Apotheke, die Zweite.

Schlaflos in Kassel.

Missverständnis.

Es könnte ja jemand verhungern!

Callcenter.

Heiler unerwünscht!

Liebes amerikanisches Herrenmagazin.

Mein Hachenburg.

Vorwort:

Dieses Buch überrascht wohl am meisten - mich! Eigentlich sollte mein drittes Werk ein ernsthaftes Paperback werden. Und jetzt das…

Aber mit dem ernsthaften Schreiben ging es nicht so vorwärts wie ich eigentlich geplant hatte und irgendwann schaute ich, wie viele Kurzgeschichten ich zusammen hatte und siehe da - es reichte schon fast für etwas Neues. Und dann passierten so zwei, drei Kuriositäten in der Welt meiner Beziehung und überhaupt. Und schwupps: Fertig!

Und dann der Titel. Ja, aber ist Ihnen eigentlich mal aufgefallen, dass im „Schweigen der Lämmer“ nicht ein Schaf oder Lamm vorgekommen ist. In „Der Gesang der Flusskrebse“, Delia Owens möge mir verzeihen, kommt nicht ein singender Krebs drin vor. 1934 hat Henry Miller den Klassiker „Wendekreis des Krebses“ geschrieben. Und 1939 „Wendekreis des Steinbocks“. Beides Klassiker, aber in keinem kommen auch nur ein Krebs oder geschweige denn ein Steinbock vor. Als kleiner Junge stand ich vor dem Bücherregal meiner Eltern und überlegte krampfhaft, ob das amerikanische Autos sein könnten - von wegen Wendekreis. Sternzeichen interessierten mich damals noch überhaupt nicht.

Und wenn Sie mir nicht glauben, dass Salatgurken fürchterliche Nörgler sind - dann schauen Sie mal nachts gegen 3:30 Uhr in den Kühlschrank. Dass ich diese Nörgelei nur unter Einfluss einer gehörigen Portion Whiskey vernommen habe, weise ich moralisch empört von mir! Der Kater am nächsten Morgen behauptete etwas anderes…

Und wie ist es jetzt mit Berühmtheit, Reichtum und bezahlten Rechnungen? Tja, das hat bis jetzt leider noch nicht so geklappt. Also werde ich weiter schreiben müssen. Nur mit den schönen Frauen - da war ich erfolgreich! Also - mit einer. Und die hatte ich schon, bevor ich geschrieben habe und wie immer frage ich mich, wie sie es mit mir aushält. Denke, sie muss in ihrem letzten Leben auch ganz schön böse gewesen sein.

Viel Spaß… Frank

Der Theaterbesuch: Die Rezension.

Meine persönliche Hommage an

Egon Erwin Kisch, „den rasenden Reporter“

und Vicco von Bülow, „Loriot“.

Ich sollte für ein kleines Kasseler Stadtmagazin ins Theater und anschließend eine Rezension schreiben. Die Redaktion hatte sich in Unkosten gestürzt und mir auch gleich eine Eintrittskarte geschickt. Der Urfaust, aufgeführt an der Kasseler Löwenburg. Beim Turnierplatz. Also auch noch draußen! Ganz klasse...

Meine Begeisterung hielt sich in Grenzen. Wer die Kasseler Theaterlandschaft kennt, weiß, dass die meisten Intendanten auf moderne Umsetzungen schwören. Das ist mir ein Gräuel! Da darf man mich gern konservativ nennen, aber ich würde erst mal verstehen wollen, was der ursprüngliche Schreiberling sich bei seinem Stück gedacht hat, bevor ich die Interpretation eines anderen sehe, der über 150 Jahre jünger ist. Ob meine Lebensgefährtin da die Finger im Spiel hatte? Sie ist sehr kulturbegeistert und ihre Begeisterung macht auch nicht vor dem Theater halt. Ob sie ihrem Theaterbanausen auf die Sprünge helfen wollte? Aber ich glaube, der Redaktion ist mein Beziehungsstatus nur leidlich bekannt.

Ich seufzte, also dann der Urfaust, heute Abend 19:30 Uhr. Ich duschte erst mal ausgiebig, ich ließ mir wirklich Zeit. Dabei entdeckte ich einen echt hartnäckigen Schmutzfleck an einer Duschkabinenkachel. Der irritierte mich so sehr, dass ich meinen Waschvorgang unterbrach und dem Fleck mit Waschlappen und Seife zu Leibe rückte. Ungefähr drei Minuten schrubbte ich - ohne großen sichtbaren Erfolg. Ich angelte mir also einen zweiten Waschlappen aus dem Wäscheschrank, ohne die Dusche wirklich zu verlassen, und sorgte auf diese Weise für eine leichte bis mittelschwere Badezimmerüberschwemmung. Nun setzte ich meinen persönlichen Waschvorgang fort.

Als ich mich dann abgetrocknet und angezogen hatte, setzte sich der Drang nach einem Kaffee durch. Die Überschwemmung im Bad würde auch noch später da sein. Als ich dann so auf dem Balkon stand und an dem Kaffee nippte, überkam mich das Verlangen nach einem üppigen Frühstück. Das überraschte mich: Ich bin eigentlich gar kein Frühstücksmensch. Aber beim Kaffeetrinken dachte ich an den letzten Urlaub in Dänemark und an das fantastische Smørrebrød und bekam Appetit. Da gab es in Kassel eigentlich nur die Markthalle und die beiden Schwestern aus Skandinavien, die dort ein kleines Café unterhielten. Raus aus dem Bademantel, in die Klamotten und rein in den Wagen.

Die ersten hundert Meter schaffte ich in einem Rutsch. Dann stand ich vor einer roten Ampel im Stau. Das lustige ist, dass nirgendwo ein Zebrastreifen oder eine andere einmündende Straße waren. Die Fahrbahn führte unter der Autobahn entlang und es sollte an der Brücke gebaut werden. Vorsorglich hatte man die Straße auf eine Fahrbahn verengt, aber die Bauarbeiten sollten erst später anfangen. Vermutlich wollte das Bauamt, dass sich der motorisierte Bürger schon mal an die Behinderung gewöhnte. Ich nahm die baulich verordnete Pause und überlegte, ob ich zu meinem Theaterbesuch Anzug und Krawatte oder eher Jeans und Ostfriesennerz tragen sollte. Noch sah es nicht nach Regen aus.

In der Markthalle bekam ich tatsächlich noch einen Platz bei den dänischen Schwestern und bestellte mir ein Smørrebrød-Frühstück mit Ei und knusprigem Bacon.

Während des Essens scrollte ich durch mein Handy, um mich mit Faust im Allgemeinen und Goethe im Speziellen auf den neuesten Stand zu bringen. Und als ich so vor mich hin aß und versuchte, mich zu bilden, sah ich aus den Augenwinkeln einen alten Bekannten. Andreas Lottemann, der schuldete mir noch Geld. Aber er hatte mich zuerst gesehen und legte den Rückwärtsgang ein. Ha, so nicht, mein Freund!

Ich schob den Tisch zur Seite und stürzte Lottemann hinterher. Der hatte schon fast den Seitenausgang erreicht und schob sich mit einer Tüte Pampelmusen hinaus. Ich beschleunigte meinen Schritt, aber nicht so schnell, dass man meinen könnte, ich wäre auf der Flucht. Auf dem Parkplatz verlor ich ihn aber aus den Augen.

Unzufrieden ging ich wieder an meinen Platz. Da erwartete mich schon eine Angestellte und fragte, ob ich gehen wollte, ohne zu bezahlen. Ich konnte die Frau beruhigen, da ja immer noch mein Handy und meine Jacke vor Ort waren. Allerdings war mir jetzt der Appetit vergangen. Ich zahlte und ließ noch ein üppiges Trinkgeld zurück. Das würde ich Lottemann auf seinen Schuldenberg anrechnen. Sollte er doch in Wuppertal mit dem Papst eine Herrenboutique aufmachen, dann konnte er mir das Geld bestimmt zurückzahlen.

Der Parkautomat überzeugte mich, dass ich noch Zeit hatte. Also entschied ich mich, nochmal durch die Stadt zu gehen. Sehr zum Leiden des Autofahrers, der gerne in meine Parklücke wollte. Aber ich hatte noch 45 Minuten und wollte sie nicht verschwenden. Mit einem Aufbrüllen seines vermutlich getunten Motors und einer versteinerten Miene in meine Richtung schoss er davon. Ich winkte ihm freundlich hinterher und setzte meinen Weg fort. Die Kleiderfrage war ja immer noch nicht geklärt!

Ziel war die Einkaufspassage in der Nähe des Königsplatzes. Ein Teilaspekt war die Unterhosen-Frage. Sollte ich neue kaufen oder tatsächlich die Waschmaschine benutzen? Also ich wusste schon, wie man so was benutzte. Nur war es ja mit dem Waschen nicht getan, die Wäsche müsste trocknen und dann auch noch in den Lüfter - obwohl ich mir den schenken könnte. Wäsche waschen ist zwar eine wichtige Tätigkeit, aber nicht unbedingt sehr intellektuell. Obwohl ich es auch schon geschafft hatte, dass eine von mir gewaschene Wäsche eine,… sagen wir..., ‚Neugestaltung‘ erfahren hatte. Mal hatte sich wie von Zauberhand die Farbe verändert oder leicht schlabbrig wirkende Pullover saßen danach hauteng. Und wenn ich neue Kleidung kaufen würde, müsste ich die nicht erst mal durch die Waschmaschine jagen? Fragen über Fragen. Ich konnte mich erinnern, dass das meine Mutter so machte. Machte man das heutzutage immer noch so?

Während ich das Für und Wider neuer Wäsche abwog, hatte ich die Passage erreicht. Ich beschloss, zumindest mal beim Modeladen meines Vertrauens zu schauen. Jedes Mal, wenn ich mit der Rolltreppe ins Untergeschoss fuhr, musste ich schmunzeln. Die Architekten hatten der Einkaufspassage einen ellipsenförmigen Springbrunnen verpasst. Hauptsächlich kleine, helle quadratische Kacheln bedeckten den Boden. Unterbrochen von unregelmäßig verteilten einzelnen schwarzen Kacheln. Das Teil ist so was von hässlich. Aber vielleicht hab ich davon keine Ahnung. Kann ja sein. In meiner Heimatstadt wird ja gern mal was gebaut, was nur der High Society gefällt und diese erklärt dann den unteren 100.000, warum das schön ist.

In der Tat, ich fand Unterhosen. Und Boxershorts. Ich entschied mich für schwarze Unterhosen mit weißen Blitzen als Motiv. Schon gewagt, dachte ich. Sie sind aber im 2er-Pack und von daher günstiger und wenn alles richtig läuft, wird mich darin auch keiner sehen.

Dann entschied ich mich für einen weiteren Kaffee und einen neuen Versuch, über den Urfaust und Goethe schlau zu werden:

Ah ja, Goethe hatte den Urfaust zur gleichen Zeit wie „Die Leiden des jungen Werthers“ geschrieben. Tja, Zeit muss er wohl gehabt haben, dachte ich. Außerdem erfuhr ich, dass der Prozess um die Kindsmörderin Susanna Margaretha Brand ihn zu der Rolle des Gretchens inspirierte. Als er das erste Mal aus dem Stück vorgelesen hatte, muss ihn wohl sein Freund Schiller zur Fertigstellung gedrängt haben. Da nahm ich mir vor, in Zukunft mehr Horrorfilme zu sehen. Oder mehr Nachrichten. Wenn das Leid anderer geniale Schriftsteller der Vergangenheit zu wahren Höchstleistungen angespornt hatte, konnte das ja nicht verkehrt sein. In diesen Gedanken verlor ich mich und vergaß meine Abmachung mit der Stadt, sprich, meinen Parkschein.