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Gibt dieses Buch Antworten? Ja! Zum Beispiel auf die Frage, warum man immer wieder sagen sollte, dass man keinen Fisch mag. Oder warum man sich bei irgendwelchen Sportvorhaben nicht ans Internet halten sollte. Außerdem beinhaltet er den ultimativen Foto Ratgeber, beschäftigt sich mit Männergrippe und anderen männlichen Heldentaten. 95 % der Geschichten, die du in diesem Buch lesen wirst, sind auch tatsächlich so passiert. Das Buch ist also 100% alltagstauglich und vegetarisch! Dieses Buch richtet sich an alle, die gern mal zwischendurch kurzweilige Literatur genießen möchten.
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Seitenzahl: 139
Veröffentlichungsjahr: 2020
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Das Buch widme ich meiner großen Schwester Sabine.
Kleine und große Taten wären ohne deine Hilfe kaum möglich!
Bruderkuss.
Vorwort.
Männergrippe.
Vom Autofahren.
Es muss was passieren!
Waldeslust.
Karma!
Vom Rumzuppeln.
Nemesis.
Ein abendlicher Besuch.
Der ultimativste Fotografie-Ratgeber von allen - Supreme.
Von Mäusen und Katers.
Von ProsTATA und Hundebabys.
Verhinderte Leidenschaft oder: Darf ich mal zum Ende kommen?
Spaßbremse documenta.
Veganer wider Willen.
Ein abendlicher Besuch 2
Die Bratpfanne der Realität.
Im dunklen Reich der Ekstase.
Lena ist heute ckeck!
Du dauerst mich, du dauerst mich!
Braucht so ein Buch überhaupt ein Vorwort? Hm, ganz ehrlich - ich weiß es nicht! Und eigentlich würde ich die Frage auch mit einem „Nein!“ beantworten. Aber da es mein Buch ist, kann ich auch die Regeln machen. Also: Hier ist das Vorwort zu dem Buch, das mich in die Bestsellerliste Deutschlands katapultieren wird. Und dann könnte ich endlich mal wieder ein T-Bone-Steak essen gehen, mir ein neues Auto und mit meiner besseren Hälfte zusammen einen Herd mit Selbstreinigungsfunktion leisten. Die hat er nämlich nicht - obwohl der Verkäufer es gesagt hat. Und dann würde ich… nee, jetzt entgleist es!
Hey, es freut mich, dass ausgerechnet du dir mein Buch geleistet hast und wir uns jetzt ein bisschen kennen lernen. Das heißt, ich möchte dir erklären, was dich in diesem Buch erwartet und warum ich der Meinung war, dass die ganze Welt schon ewig auf dieses Buch gewartet hat.
Und ich möchte dir verraten, dass du ein „soziales Projekt“ unterstützt.
Also, du wirst in dem Buch keine Antworten auf das Leben finden! Denn je älter ich werde, desto überzeugter bin ich, dass ich das Leben ebenso wenig verstehe, wie das Leben mich. Aber Schreiben liegt mir im Blut und das, obwohl ich immer noch mit der deutschen Rechtschreibung kämpfe, wie an dem Tag, als ich in der Grundschule meine erste Fünf in einem Diktat bekam.
Dabei fällt mir ein, dass mein ehemaliger Klassenlehrer und meine Deutschlehrerin vermutlich im Grabe rotieren würden, wenn sie wüssten, dass ich ein Buch geschrieben habe. Und jetzt auch noch das zweite! Ja, die Schule und ihre Lehrkörper haben mir das Schreiben ziemlich vermiest.
Und damit ich mich „ernsthaft“ mit dem Schreiben beschäftigte - dafür musste mir das Leben erst mal einen wirklichen Tritt in den Arsch verpassen. Den bekam ich dann auch in Form eines Herzinfarkts.
Und jetzt sitzen wir beide hier: Du, in der Hoffnung auf ein bisschen Unterhaltung - ich, in der Hoffnung, dich zu unterhalten. Die Message meines kleinen Buches soll einfach sein: Es kann noch so verworren sein, hab einfach Spaß!
Aber eigentlich ist das zu einfach. Vielleicht kann ich es dir auch so sagen: Höre niemals auf! Ja, das ist besser. Es wird auf deinem Weg immer wieder Leute geben, die dir sagen: Ich kann das viel besser als du! Oder: Ich an deiner Stelle würde das so machen. Scheiß drauf! Wenn ich auf all die Leute gehört hätte, die mich wegen meiner Rechtschreibung kritisiert haben (ganz besonders ich selbst), würdest du das Buch nicht in Händen halten. Also meine Botschaft an dich ist: Hab Spaß und höre niemals auf!
Und wie war das mit dem „sozialen Projekt“? Das soziale Projekt, das du unterstützt, bin ich! Du hast mich gerade davor bewahrt, meine letzten fünf Euro an einen Kiosk zu tragen und in Bier zu investieren. Denn für jemanden, der durch alle sozialen Netze rasselt, ist es nämlich manchmal recht schwer, die Orientierung zu behalten. Und außerdem vertrage ich keinen Alkohol!
Viel Spaß … Frank!
Wir sind Männer! Es geht darum, den Grill anzuschmeißen, ein Tier zu erlegen oder das Wohnzimmer zu staubsaugen. Von Grippe stand nichts im Vertrag!
Ok, es ist soweit. Mit letzter Kraft schließe ich die Wohnungstür auf und schleppe mich ins Schlafzimmer. Mein Kopf dröhnt und ich schmecke in meiner Mundhöhle den Schleim, der da von der Nasennebenhöhle zusammenläuft. Ein mächtiger Hustenanfall lässt meinen Körper erbeben. Während ich noch versuche, den Husten abzuwürgen, was natürlich nicht klappt, spüre ich ein Brennen im Brustkorb und lasse mich auf das Bett fallen. Mein Körper bebt immer noch, der Schmerz verschwindet und ich stöhne einmal herzzerreißend. Ich schließe die Augen und überdenke verschiedenste Krankheiten, die von meinem Körper Besitz ergriffen haben könnten.
Bei „Herzbeutelentzündung mit Lungenbeteiligung“ (nur dadurch kann der Schmerz in der Lunge herrühren und auch den grünlichen Schleim erklären), werde ich durch ein zaghaftes „Miau“ unterbrochen. Ich öffne das rechte Auge und sehe unsere beiden Katers, die mich mit einer Mischung aus Interesse, Überraschung und Hunger ansehen.
„Geht in die Küche und macht euch eine Dose auf, ich bin gerade am Sterben“, murmele ich den beiden zu und schließe wieder die Augen. Gerade überlege ich, ob es bei einer akuten Lungenfibrose auch zu Kopfschmerzen kommt, als aus dem zaghaften Miauen ein fordernder Katerchor wird. Eindeutige Meinung der tierischen Mitbewohner: „Sterben kannst du nachher - wir haben Hunger!“ Mit einem tiefen Seufzer, der natürlich sofort wieder einen Hustenanfall nach sich zieht, erhebe ich mich und wanke in die Küche. Die Katers streichen um meine Beine und ich laufe immer wieder Gefahr, über sie zu stolpern. In der Küche muss ich mir erst mal mit einem Stück Küchenpapier ausgiebig die Nase putzen. Schlechte Idee! Zwar verlässt auf diesem Wege eine Unmenge Schnodder meinen Körper, mein Kopf fand diese Aktion aber gar nicht lustig und revanchiert sich sofort mit einem heftigen Stich durch alle Gehirnhälften. Ganz klar, denke ich, Gehirnhautentzündung! Ich sollte den Katern was zu essen geben, solange ich noch weiß, wer ich bin.
Der schwarze Kater schaltet beim Essen wieder auf Gourmet. Die ersten beiden Vorschläge trafen nicht seinen Geschmack. Sein Bruder freut sich - bekommt er jetzt die doppelte Portion. Mir wird das zu bunt und ich öffne fünf verschiedene Dosen und mache immer einen Brocken auf jeweils einen Unterteller. Sieh zu, wie du klarkommst, denke ich. Wenn Anja nachher fragt, kann ich ihr immer noch sagen, dass es sich mit einem beginnenden Hirntumor schlecht denken lässt. Das letzte, was ich sehe als ich die Küche verlasse, ist ein schwarzer Kater, der schnüffelnd über einer Portion Katzenfutter steht, während der andere sich an einen Unterteller heranpirscht.
Ich versuche unterdessen das Bad zu erreichen. Im Medikamentenschrank haben wir bestimmt etwas gegen meine Schmerzen. Auf dem Weg stütze ich mich vorsorglich an den Wänden im Flur ab, nicht dass ich einen Schwindelanfall bekomme. Im Bad wird meine Suche nach passenden Medikamenten durch einen Hustenanfall, eine Niesattacke und dem anschließenden Reinigen meines Bartes unterbrochen. Der Bart ist neu, ich hatte keine Ahnung, was sich da so alles festsetzen kann, wenn einem ständig die Nase läuft. Und aufs Klo muss ich auch. Verdammt, denke ich, jetzt bekomme ich auch noch Verdauungsprobleme. Nachdem mein Körper sich einigermaßen beruhigt hat, kann ich an die Medikamente. Ich finde eine Menge Zeug, das meinem Körper eine ruhige Nacht und angenehme Träume verspricht. Es ist gerade mal 10:30 Uhr. Egal! Ich spüle alles mit einer aufgelösten ASS herunter. Dann inspiziere ich mein Gesicht äußerst genau im Badezimmerspiegel. Hab ich Ränder unter den Augen? Eher weniger. Ist die Zunge geschwollen? Der Rachen gerötet? Hab ich irgendwo Pusteln? Was wirklich Auffälliges kann ich nicht entdecken. Na klasse, jetzt hab ich's auch schon mit den Augen. Ich wanke zurück ins Bett, lasse meine Kleidung da fallen, wo ich sie ausziehe und krieche unter die Decke. Mit meinen letzten Kräften muss ich sparsam umgehen.
Unter der Decke kommt mein Körper zur Ruhe und ich kann ganz entspannt meinen Schmerzen nachgehen. Der Kopf dröhnt immer noch, die Nase ist dicht und meine Lunge droht mit einem Hustenanfall. Ich hab vergessen, Fieber zu messen. Aber bestimmt hab ich Fieber. Garantiert schon an die 40°C, sonst wäre es hier im Bett auch nicht so warm! Mit dem Gedanken an ein Seebegräbnis schlafe ich ein.
Nach vier Stunden werde ich wieder wach. Ich höre Anja in der Küche klappern.
„Anja? Anja? Anja!“, krächze ich hilflos, „Kannst du mal kommen?“ Nach einer Weile erscheint sie im Schlafzimmer.
„Hast du was gesagt?“
„Ja, ich liege hier und sterbe!“
„Mal wieder?“, fragt sie mit einem, wie es mir vorkommt, spöttischen Lächeln. Sie legt mir die Hand auf die Stirn, fühlt einen Moment und sagt dann:
„Heiß fühlst du dich nicht an. Was hast du denn? Magst du irgendwas?“
„Mindestens eine Lungenentzündung!“, stöhne ich schwach, „Könntest du mir eine Suppe machen? Irgendwie Hühnerbrühe oder sowas?“
„Ja klar!“, erwidert sie und verschwindet aus dem Schlafzimmer.
Mein Körper freut sich darüber, dass ich wach bin und sofort werde ich wieder von einer Hustenattacke geschüttelt. Da sich dadurch einiges in meinem Mund angesammelt hat, was da nicht hingehört, stehe ich auf und versuche, das Bad zu erreichen. Die ganze Zeit warte ich auf den stechenden Kopfschmerz - aber er bleibt aus. Glück gehabt oder die Vorstufe auf Schlimmeres. Ich weiß es nicht.
Die Reinigungsprozedur am Waschbecken dauert ein bisschen länger, da ich mir auch noch die Zähne putzen will. Als ich dann wieder ins Bett wanke, steht auf dem Nachttisch neben einer Hühnerbrühe eine Scheibe Toast ohne Rinde und ein Päckchen Taschentücher. Von den Taschentüchern verbrauche ich sofort eine größere Menge ohne den erwünschten Erfolg. Außer, dass mir jetzt die Nase wehtut. Seltsam, die Suppe schmeckt! Nicht, dass jetzt jemand glauben sollte, meine Freundin könne nicht kochen - aber wenn ich erkältet bin, schmeckt mir kaum etwas. Doch diese Hühnersuppe schmeckt wie eine Hühnersuppe schmecken sollte. Zur Probe beiße ich in den Toast. Alles gut: Schmeckt nach Pappe!
Aber es gibt ja den ultimativen Test, um zu sehen, wie krank ich bin. Nachdem ich die Suppe getrunken habe, ziehe ich mir Hose und Schuhe an und werfe mich in meine Winterjacke. Dann gehe ich auf den Balkon und stecke mir eine Zigarette an. Anja hat nichts gesehen, gut so.
Wenn die Zigarette jetzt so schmeckt als würde ich einen Aschenbecher auslecken, dann bin ich wirklich krank. Voller Erwartung nehme ich den ersten Zug und… bin ein wenig enttäuscht. Die Zigarette schmeckt normal. Oh Gott, denke ich, welche Fiesheit hat sich mein Körper da wieder ausgedacht. Nachher mal Symptome googeln.
Anja erwischt mich beim Reinkommen und schaut mich skeptisch an.
„Ich wollte nur mal was ausprobieren, ich lege mich gleich wieder hin. Suppe war klasse, hab dich lieb!“
„Du stinkst nach Rauch!“
„Ich sag doch, das war ein Experiment.“
Mein Weg führt mich an meiner immer noch skeptisch schauenden Freundin zurück ins Bett. Blick auf den Radiowecker - ist es schon wieder Zeit, Tabletten zu nehmen? Da ich mich nicht entscheiden kann, putze ich mir nochmal die Nase, bereue das sofort wieder, inzwischen brennen die Nasenlöcher. Nachdem der Schmerz abgeklungen ist, schließe ich die Augen. Schwärze umfängt mich. Das letzte, was ich mitbekomme, ist, dass einer unserer Katers aufs Bett springt und sich neben mich legt. Wenigstens einer!
Der Gang auf den Balkon war zu viel für meinen Körper. Er braucht jetzt dringend Ruhe und so erwache ich erst gegen 22:30 Uhr. Bestandsaufnahme: Nase ist immer noch zu, hab ein bisschen Halsschmerzen, Kopf dröhnt, aber keine Kopfschmerzen. Der dröhnende Kopf lässt mich an einen Tinnitus denken. Ob ich überhaupt eine Krankheit habe, die schon von der Wissenschaft erfasst wurde? Ich schleppe mich ins Wohnzimmer auf der Suche nach menschlicher Zuneigung und lasse mich in meinen Schreibtischsessel fallen. Meine Freundin liegt auf der Couch und schaut vergnügt irgendeinen Rosamunde-Pilcher-Film. „Verdammt, wie kann man nur so gesund aussehen?“, geht es mir bei ihrem Anblick durch den Kopf. Und warum gerade so ein Film? Ich muss mal ein sehr böser Mensch gewesen sein! „Und… wie geht’s dir?“, fragt sie besorgt.
„Im Prinzip weiß ich das nicht so genau. Aber das“, und deute auf den Fernseher, „überlebe ich nicht!“
Sie verzieht das Gesicht. „Möchtest du was anderes sehen?“
„Nee, lass nur. Ich bleib sowieso nicht lange, wollte nur gucken, ob ich was essen kann und dann wieder ins Bett.“
Ohne ein Wort zu sagen verschwindet sie in der Küche, aber nicht ohne mir vorher die Fernbedienung in die Hand gedrückt zu haben. Ich zappe lustlos durch die Programme, während ich probeweise versuche zu husten. Das hätte ich nicht machen sollen. Der Hustenanfall kennt kein Ende. Während mir die Werbung suggerieren will, dass man heutzutage ganz anders liebt als früher, stelle ich fest, dass mich meine Lunge gar nicht mehr liebt und sich scheinbar am liebsten ganz aus meinem Körper verabschieden will, so sehr schüttelt mich der Husten. Als der Schmerz langsam nachlässt, denke ich mir: „Wer will auch so was Schmerzendes?!“
Anja kommt zurück und reicht mir einen Teller mit einem Schinkensandwich. Mit Heißhunger mache ich mich darüber her. Sie legt sich wieder auf die Couch und schaut weiter fern. Ich widme meine ganze Aufmerksamkeit meinem Essen. Irgendwann fragt Anja:
„Wolltest du das sehen?“
Im Fernseher läuft „Zuhause im Glück“. Ich schüttele den Kopf und reiche ihr die Fernbedienung zurück. „Mach ruhig“, sage ich, „Frau Pilcher kann es jetzt auch nicht mehr schlimmer machen!“
Sie schaltet wieder um und ich fahre meinen Laptop hoch. Die Welt muss von meinem Ringen erfahren. Ich will ein Mahnmal setzen für all die stummen Männer, die sich in den Klauen einer fürchterlichen Erkältung befinden und still zu Hause vor sich hin leiden. #undwirsindnochvielmehr! Aber vorher fallen mir nochmal vier Tempos zum Opfer. Der Erfolg: Die Nase ist genauso dicht wie vorher und meine Nasenlöcher fanden das auch nicht gerade lustig. Aua!
Ich logge mich auf Facebook ein. In den nächsten Tagen hab ich ein paar Termine. Ich weiß, dass ich im Algorithmus von ein paar Leuten auftauche und so brauche ich erst mal nicht groß zu telefonieren. Dass Cambridge Analytica, Trump und Putin von meinem Gesundheitszustand erfahren, lässt sich wohl nicht vermeiden. Ich poste: „Männergrippe! Sag zum Abschied leise: Scheiße!“ Dann drehe ich mich zum Fernseher und warte. Frau Pilcher entführt mich nach Schottland zu einem jungen Gutsbesitzer und… nee, das ist zu viel. Ich gehe lieber auf den Balkon und sterbe den Kältetod. Anja schaut mich an und ich halte meine Zigaretten hoch.
„Musst du jetzt unbedingt rauchen?“
„Ich wollte mal an die frische Luft und JA!“
Uh, draußen ist es wirklich kalt. Die Zigarette rauche ich gerade mal zur Hälfte, dann verschlägt es mich wieder nach drinnen. Anja straft mich mit Nichtachtung.
Auf Facebook haben sich erste Meldungen eingefunden. Erwartungsvoll fange ich an zu lesen. Eine Freundin aus Irland schreibt:
„Stirbst du jetzt?“ Ich schreibe ihr zurück: „Nee, nicht wörklich,... aber: ich bin ein Mann, also ist es haarscharf!!!!
Der nächste Post: „Ähm... wir haben nächste Woche ein Date! Also SCHNELLE gute Besserung!“ Ach ja, die Silvesterfeier mit Freunden. Ich sterbe hier und die denken nur an ihr Vergnügen! Ich antworte noch, dass ich tue, was ich kann und verabschiede mich ins Bett. Irgendwie haben meine Freunde beim Thema „Mitgefühl“ wohl gefehlt, denke ich und hülle mich in die Bettdecke. Die Nacht vergeht ereignislos. Die frühmorgendliche Raubtierfütterung überlasse ich aber meiner Freundin.
Allerdings zwingt mich mein Kopf um sechs Uhr, das Bett zu verlassen. Während ich versuche, Herr über meine Körpersäfte zu werden, philosophiere ich: Wie schafft es mein Körper nur, so viel Schleim zu produzieren? Wenn ich für einen Liter zehn Euro kriegen würde - ich wäre ein gemachter Mann! Nach einer Dusche, die mich einigermaßen belebt, der Rasur und einem Tablettenfrühstück rufe ich meinen Hausarzt an. Die Nachfrage, ob es denn dringend wäre, beantworte ich mit dem Wort: „Allerdings!“
Na gut, ich soll kommen. Wenn ich rasch da sei, könnte ich als erstes drankommen. So schnell ist noch keiner von Kassel-Lohfelden nach Kassel-Wilhelmshöhe gefahren. Persönlicher Rekord und das im kranken Zustand. Und ich schaffe es tatsächlich als Erster ins Wartezimmer. Ich schöpfe Hoffnung. Was auch immer mein Körper da wieder ausgeheckt hat, mein Doc wird es rausfinden und dann bin ich vielleicht noch zu retten. Darauf einmal kräftig geniest!
Ich komme kaum dazu, in der GEO über den geschrumpften Aralsee zu lesen (will ich eigentlich auch gar nicht, meine geschrumpfte Kondition ist mir wirklich wichtiger), als mich der Arzt hereinbittet.
„Hallo Herr Rossbach, was fehlt Ihnen denn?“
„Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll: Die Nase ist dicht und wenn sie nicht dicht ist, läuft sie. Der Kopf dröhnt, ich hab Husten und die Lunge schmerzt so sehr, dass ich sie mir am liebsten herausreißen möchte. Ich tippe auf eine Grippe!“
„Na dann gehen Sie doch mal zum Behandlungstisch und machen den Oberkörper frei, ich horche Sie dann gleich mal ab.“
Die ärztliche Prozedur verläuft enttäuschend. Ich werde abgehorcht, mein Blutdruck und mein Puls gemessen und in meinen Rachen geschaut. Und dann verkündet der Arzt sein Urteil: Ich hätte eine kleine Erkältung. Ein paar Tage Bettruhe und Inhalation - dann wird’s
