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Das umfassendste und aktuellste Fachbuch zum Thema 'Pflegevisite', herausgegeben von ihrem Hauptentwickler: Christian Heering. 'Am Buch von Heering kommt niemand vorbei, der sich für Pflegevisiten interessiert.' Dr. Jörg Hallersleben, Pflege & Gesellschaft 'Dies ist wohl das umfassendste und aktuellste Fachbuch zum Thema Pflegevisite, das es derzeit auf dem Markt zu kaufen gibt.' Die Schwester/Der Pfleger 'Das Pflegevisiten-Buch ist ein interessantes Fachbuch, das Theorie und Praxis gut miteinander verbindet und bei der Einführung oder Modifikation von Pflegevisiten herangezogen werden sollte.' socialnet Eine Pflegevisite ist ein regelmäßiger Besuch und ein Gespräch mit dem Patienten über seinen Pflegeprozess. Die Pflegevisite dient der Benennung der Pflegeprobleme und Ressourcen bzw. der Pflegediagnosen sowie der Vereinbarung der Pflegeziele, -interventionen und der Evaluation der Pflege. Das Pflegevisiten-Buch bietet das umfassendste und aktuellste Fachbuch zum Thema. Herausgegeben wird es vom Hauptentwickler der Pflegevisite: Christian Heeering. Der Grundlagenteil stellt Pflegeverständnis, Pflegeprozess, -diagnostik, -dokumentation, -konzepte und verschiedene Formen der Pflegevisite vor. Im zweiten und dritten Teil werden die praktische Umsetzung der Pflegevisite in der Akut- und Langzeitpflege sowie begleitende Instrumente und Methoden wie Fallbesprechung und reflektierte Pflegepraxis dargestellt. Aus dem Inhalt I. Grundlagen systematischer Pflegearbeit - Pflegeverständnis: Leistungsauftrag, Beziehung, Partizipation und Empowerment - Pflegeprozess, Pflegediagnostik und Pflegedokumentation, Pflegekonzepte Verschiedene Formen der Pflegevisite - Pflegevisite als Rapport bzw. Übergabe mit den PatientInnen - Pflegevisite als Führungsinstrument und Qualitätssicherungs-Instrument - Pflegevisite als Instrument zur Miteinbeziehung der PatientInnen - Pflegevisite nach Bundessozialgesetz II: Praktische Umsetzung der Pflegevisite in der Akut- und Langzeitpflege III. Begleitende Instrumente und Methoden - Fallbesprechung, reflektierte Pflegepraxis Rezensionen zur ersten Auflage 'Dies ist das umfassendste und aktuellste Fachbuch zum Thema Pflegevisite, das es derzeit auf dem Markt zu kaufen gibt.' Die Schwester/Der Pfleger 'Am Buch von Heering kommt niemand vorbei, der sich für Pflegevisiten interessiert.' Dr. Jörg Hallersleben, Pflege & Gesellschaft 'Das Pflegevisiten-Buch ist ein interessantes Fachbuch, das Theorie und Praxis gut miteinander verbindet und bei der Einführung oder Modifikation von Pflegevisiten herangezogen werden sollte.' socialnet
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Seitenzahl: 664
Veröffentlichungsjahr: 2012
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Christian Heering
(Herausgeber)
Das Pflegevisiten-Buch
Unter Mitarbeit von
Helene Affolter
Dietmar Marent
Kathrin Allemann
Wilma Müller
Claus Bölicke
Christiane Panka
Claudia Bruver
Monika Paprotny
Elisabeth Burtscher
Martin Senn
Andreas Gerlach
Ingeborg Wetter
Ruth Hoh
Christian Wylegalla
Eveline Imhof
Heinrich Zurbrügg
Carolina Lüdi-Conti
3., ergänzte Auflage
Verlag Hans Huber
Heering (Hrsg.)
Verlag Hans Huber
Das Pflegevisiten-Buch
Programmbereich Pflege
Beirat Wissenschaft
Angelika Abt-Zegelin, Dortmund Doris Schaeffer, Bielefeld
Beirat Ausbildung und Praxis
Jürgen Osterbrink, Nürnberg
Christine Sowinski, Köln
Franz Wagner, Berlin
Christian Heering. Dr. rer. cur., RN, MScN, dipl. Pflegeexperte HöFa II, Lehrer für Pflegeberufe
Fachabteilungsleiter Qualität und Entwicklung,
Felix-Platter-Spital, Basel
E-Mail: [email protected]
Lektorat: Jürgen Georg, Ute-Maria Schick
Herstellung: Shatuna Sellaiah
Titelillustration: pinx., Design-Büro, Wiesbaden
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Anregungen und Zuschriften bitte an:
Verlag Hans Huber
Lektorat: Pflege
z.Hd.: Jürgen Georg
Länggass-Strasse 76
CH-3000 Bern 9
Tel: 0041 (0)31 300 4500
Fax: 0041 (0)31 300 4593
www.verlag-hanshuber.com
3. ergänzte Auflage 2012
© 2004 / 2006 / 2012 by Verlag Hans Huber, Hogrefe AG, Bern
(EPUB-ISBN 978-3-456-75136-8)
ISBN 978-3-456-85136-5
eBook-Herstellung: Brockhaus Commission, Kornwestheimwww.brocom.de
Inhaltsverzeichnis
Teil 1: Grundlagen systematischer Pflegearbeit
Pflegeverständnis
Christian Heering
Pflegerischer Leistungsauftrag
Professionelle pflegetherapeutische Beziehung
Partizipation
– Herkunft und bestimmende Faktoren des Begriffes «Partizipation»
– Wissens- und Kompetenzdefizit
– Machtgefälle
Empowerment
Systematische Pflegearbeit mit dem Pflegeprozess
Christian Heering
Informationssammlung
Pflegeprobleme und Ressourcen
– Typen und Arten der Pflegeprobleme
– Datenbewertung und Formulierung von Pflegeproblemen
– PES-Regel
– Skalen als Hilfsmittel
– Definition: Ressourcen
Pflegediagnosen und Pflegediagnostik
– Definitionen des Begriffes «Pflegediagnose»
– Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu medizinischen Diagnosen
– Arten von Pflegediagnosen
– Schwierigkeiten im Umgang mit Pflegediagnosen
Pflegeziele
– RUMBA-Regel
– Skalen als Hilfsmittel
Pflegemaßnahmen
– 6-W-Regel
Evaluation der Pflege
Pflegedokumentation
Christian Heering
Arten der Dokumentation
Aufbau/Struktur der Pflegedokumentation
Anforderungen zum Führen der Dokumentation
Pflegekonzepte
Christian Heering
Unterscheidung: Pflegekonzepte/Pflegediagnose
Formen der Pflegevisite in der stationären Pflege
Christian Heering
Die pflegerische Übergabe
Pflegevisite: Der Begriff
Pflegevisite als Dienstübergabe mit dem Patienten
Pflegevisite als Führungsinstrument
Pflegevisite als Qualitätssicherungsinstrument
Pflegevisite als Instrument zum Miteinbezug der Patienten
Die Pflegevisite als Instrument interner Qualitätssicherung in der extramuralen Pflege
Claus Bölicke, Christiane Panka
– Entwicklungshintergrund
– Definition der Pflegevisite als Instrument interner Qualitätssicherung
– Ziele
– Voraussetzungen für die Umsetzung der Pflegevisite in der Praxis
– Durchführung der Pflegevisiten
– Auswertung der Pflegevisiten
– Qualitäts-Controlling und Benchmarking
Teil 2: Praktische Umsetzung der Pflegevisite
Pflegevisite als Übergabe mit den Patienten (1)
Helene Affolter
Steckbrief des Krankenhauses
Steckbrief der Station
Steckbrief des Teams
Dienstplangestaltung
Ausbildungsauftrag
Ausgangslage
Dokumentationswesen
Bisheriges Rapportwesen/Besprechung
Gestaltung des Einführungsprozesses
– Projektskizze
– Projektantrag
Konzepte des Projektes
– Pflegestandard
– Informationsblatt
– Einführungskonzept
– Schulungskonzept
– Evaluationskonzept
Auswertungsmethoden und Resultate
Vorgenommene Anpassungen
Evaluation der Anpassungen
Empfehlungen
– Schlüsselerfahrungen
Pflegevisite als Übergabe mit den Patienten (2)
Kathrin Allemann
Steckbrief des Bürgerspitals Solothurn
Steckbrief der Station K
Ausgangslage
Gestaltung des Einführungsprozesses
Konzept der Pflegevisite der Station K/Juni 2002
– Ausgangslage/Problemstellung
– Standard Pflegevisite der Station K/Juni 2002
– Schulungskonzept
Auswertungskonzept
Auswertungsmethoden, Resultate und Anpassungen
– Resultate aus der Befragung der Pflegeassistentinnen und der Spitalgehilfin
Neuanpassung des Standards Pflegevisite im Jahr 2003
Empfehlungen
– Schlüsselerfahrungen
– Stolpersteine
Die Umsetzung der Pflegevisite als Instrument der Qualitätssicherung am Beispiel einer Altenpflegeeinrichtung in Berlin
Christiane Panka und Claus Bölicke
Steckbrief der Organisation und des Beispielhauses
Steckbrief der Mitarbeiter in der Pflege
Angaben zur Dienstplangestaltung
Ausgangslage
Dokumentationswesen
Einführung der «großen Pflegevisite» zur Qualitätskontrolle
– Der Wohnbereich
– Die Dokumentation
– Der pflegerische Zustand
– Die Zufriedenheit des Bewohners
Durchführung einer großen Pflegevisite – Gestaltung des Einführungsprozesses
– Auswahl der Bewohner
– Vorbereitung
– Besuch beim Bewohner
– Nachgespräch
– Evaluation nach einer Woche
– Evaluation nach einem Jahr
Konzept der großen Pflegevisite
Schlussfolgerungen und Empfehlungen
– Schlüsselerfahrungen
– Empfehlungen
Die Übergabe am Bett in einer geriatrischen Abteilung
Claudia Bruver und Andreas Gerlach
Steckbrief des Krankenhauses und der Station
Steckbrief der Abteilung
– Die Mitarbeiterinnen der Pflege
– Arbeitszeit und Arbeitszeit-Modelle
Vorbereitung der Einführung der Übergabe am Bett
– Von der vagen Idee zum Projekt
– Ausgangslage
– Vorarbeiten
Vorbereitung der Einführung der Übergabe am Bett
– Rahmenbedingungen der Dokumentation und der Pflege
– Einführungsprozess
Durchführung der Übergabe am Bett
– Vorstellung der neuen Patienten während einer Kurzübergabe
– Übergabe am Bett
– Überlegungen zur Kommunikation während der Übergabe am Bett
Zusammenfassung
Vor- und Nachteile
Reflexion und Ausblick
Häufige Fragen – vorläufige Antworten
Rapport (Dienstübergabe) mit dem Patienten
Dietmar Marent
Steckbrief des Krankenhauses
Steckbrief: Chirurgische Klinik
Steckbrief der Station
– Das Team
– Dienstplangestaltung
Ausgangslage und Projektauftrag
– Zusammenfassung der Resultate der Systemanalyse
Projektstrategien aufgrund der Systemanalyse
Vorbereitungsphase: MitarbeiterInnenbefragung
– Was verunsichert die MitarbeiterInnen am meisten?
– Was sind aus der Sicht der MitarbeiterInnen die erwartbaren Vorteile der neuen Rapportform?
– Leitgedanken der Gesprächsführung
– Weitere Schritte in der Vorbereitungszeit
Umsetzungs- und Probephase (die ersten drei Monate)
– Ergebnisse der MA-Befragung, erste Anpassungen
Weitere Schritte
Schlussfolgerungen/Empfehlungen
Rapport mit den Patienten: Neurochirurgische Abteilung des Universitätsspitals Zürich
Wilma Müller und Martin Senn
Steckbrief des Krankenhauses
Steckbrief der Station
Projektauftrag und -design
Vorgehensweise bei der Einführung
Evaluation: Konzept und Resultate
Schlussfolgerungen und Empfehlungen
Pflegeübergabe mit dem Patienten
Monika Paprotny
Steckbrief des Krankenhauses
Entwicklungsziele im Pflegedienst
Die Meilensteine Pflegemodell und Pflegediagnostik
Der Meilenstein Pflegevisite
– Entwicklung der Pflegeübergabe mit dem Patienten
– Durchführung der Pflegeübergabe mit dem Patienten
– Nachbereitung
Einführung im Spital
– Steckbrief der Station Süd
– Instrumente der Pflege
– Einführung auf der Station Süd 1
Die Station Süd findet ihren Weg
– Reflexion
– Der Bericht zur Evaluation Station Süd 1
– Die Auszubildenden bei der Pflegeübergabe mit dem Patienten
Schlussfolgerungen und Empfehlungen
– Schlüsselerfahrungen
– Stolpersteine
– Schulung
– Information und Kommunikation
– Besondere Situationen
Pflegevisite in der Onkologie
Christian Wylegalla
Rahmenbedingungen
Einführung
Ausgangssituation
Umsetzung
Auswertung
Schlussfolgerungen und Empfehlungen
Pflegevisite in Verbindung mit Bezugspflege und Pflegediagnostik in einer chirurgischen Klinik
Heinrich Zurbrügg, Carolina Lüdi-Conti
Steckbrief
Pflege- und Ausbildungsauftrag
Pflegeentwicklung
Stationsorganisation, Pflegesystem und Dienstplangestaltung
Pflegeprozess und Pflegedokumentation
Konzept-Beschreibung
– Projektinitiative und Ausgangslage
– Gestaltung des Einführungsprozesses
– Anwendung und Durchführung der Pflegevisite
– Verankerung im Alltag und Qualitätssicherung
Evaluationsinstrumente und -kriterien
Schlussfolgerungen
Empfehlungen
– Schlüsselerfahrungen
– Stolpersteine
Anhang 1: Pflegestandard Pflegevisite
Anhang 2: Evaluationsraster
Anhang 3: Konzept Bezugspflege
Anhang 4: Pflegestandard Pflegediagnostik und -dokumentation
Pflegevisite als arbeitsprozessorientiertes Lernen
Dr. Ruth Hoh, Eleni Asdre, Ute Maggauer, Brigitte Jahn
Beschreibung der Institution
Beschreibung des Teams
Dienstplangestaltung
Einführung der Pflegevisite
– Gestaltung des Einführungskonzeptes/Projektes
– Genaue Bestimmung und Art der Pflegevisite
– Einführungskonzept/Schulungskonzept
– Praktische Durchführung
Evaluationskonzept
Schlussfolgerungen und Empfehlungen
– Aus der Sicht des Patienten
– Aus der Sicht des Pflegepersonals
– Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren
Teil 3: Ergänzende Methoden und Instrumente
Reflektierte Pflegepraxis
Eveline Imhof, Elisabeth Burtscher
Einleitung
Pflegevisite und Professionalisierung
Reflektierte Pflegepraxis
Burford Nursing Developement Unit-Model (BNDU-Modell)
Praxisbeispiel
– Kontext
– Situation
– Reflexion
– Kritische Diskussion
Das Pflegefachgespräch
Ingeborg Wetter
Entstehung
Ziele
Pflege-Qualitätsstandard
– Leitfäden, Qualitätskriterien
– Einführungskonzept
Evaluation
– Durchführung
– Messresultate
– Erfahrungen und Empfehlungen
– Gesamtbeurteilung
Das Pflegefachgespräch am Spital Männedorf
Monika Paprotny
Ausgangslage
Konzept Pflegefachgespräch
– Definition
– Ziele des Pflegefachgespräches
– Ablauf des Pflegefachgespräches
Umsetzung auf den Stationen
Beispiel eines Pflegefachgespräches
Empfehlungen
– Schlüsselerfahrungen
– Stolpersteine
Evaluation
Pflegevisite
Christian Heering
Einführung in die Thematik
Entstehungsgeschichte und theoretische Grundlagen der Pflegevisite
– Zum Begriff der Pflegevisite
– Drei Denkschulen der Pflegevisite
– Theoretische Grundlagen der Pflegevisite
– Zusammenfasssung
Theorie-Praxis-Transfer: Umsetzung der Pflegevisite
– Die «Dont’s»
– Die «Do’s»
– Beantragung
– Gesamtkonzept Fachentwicklung
– Empfehlungen für den weiteren Lernprozess
Literatur
Autorenverzeichnis
Literaturverzeichnis
Sachwortverzeichnis
Teil 1:
Grundlagen systematischer Pflegearbeit
Pflegeverständnis
Christian Heering, Theodosianum, Schlieren (ZH), Schweiz
Die Pflege kranker Menschen hat sich in den vergangenen Jahrhunderten entscheidend verändert. Während die Krankenpflege in früheren Zeiten als eine mit Geld nicht zu bewertende, oftmals religiös motivierte Liebestätigkeit vor dem Hintergrund sozialer Missstände verstanden wurde, entwickelt sich heute das Bild einer beruflich (= professionell) ausgeübten, eigenverantwortlichen, interdisziplinären und bezahlten Pflege, deren Ausübung an die erfolgreiche Absolvierung einer reglementierten Ausbildung sowie an die Erteilung einer staatlichen Bewilligung geknüpft ist. In der Schweiz wird dies z.B. durch die seit dem 1. Juli 2002 veränderte Berufsbezeichnung deutlich gemacht, mit der die Bezeichnung «Schwester» als Synonym für eine karitativ ausgerichtete und religiös motivierte Pflegeperson aufgegeben wurde.
Besonders im 19. und 20. Jahrhundert war die Entwicklung der Pflege eng mit der Entwicklung der Medizinischen Wissenschaften verbunden. Pflegende verstanden sich in erster Linie als AssistentInnen der Ärzte. Pflege orientierte sich vorwiegend an den vom Arzt festgestellten medizinischen Diagnosen; Lehrbücher der Pflege beschrieben die «Pflege bei …» (z.B. Pflege bei Herzinfarkt, Pflege bei Darmkrebs-Operationen etc.).
Heute füllen Pflegende ein Aufgabengebiet aus, das neben der eigentlichen Betreuung und Pflege Kranker auch die Gesundheitspflege umfasst. Pflege wird auch nicht mehr nur verstanden als die Ausführung ärztlicher Verordnungen, sondern befasst sich zunehmend mit den psychosozialen Reaktionen von Menschen auf ihren Gesundheitszustand und leistet Unterstützung bei deren Bewältigung. Diesem modernen Pflegeverständnis wird in den Definitionen von Pflege der Weltgesundheitsorganisation (WHO 1993), des International Council of Nurses (ICN 1987) und der Berufsverbände (DBfK in Deutschland, SBK in der Schweiz und ÖGKV in Österreich) entsprechend Rechnung getragen. Die folgende Definition wurde vom Schweizerischen Berufsverband der Krankenschwestern und Krankenpfleger (SBK) vorgestellt. Sie lehnt sich an Definitionen des Internationalen Rates der Pflegenden (ICN 1973), der Weltgesundheitsorganisation (WHO 1993) und der American Nurses Association an:
«Die Gesundheits- und Krankenpflege befasst sich mit den Auswirkungen und Folgen von aktuellen oder potenziellen gesundheitlichen Beeinträchtigungen und ihrer Behandlungen auf das Alltagsleben einzelner Menschen, ihrer Angehörigen und von Gruppen.» (SBK 1999, S. 6)
Im Unterschied zur Berufsgruppe der Ärzte befassen sich beruflich Pflegende daher nicht nur mit der Krankheit, sondern vor allem mit dem Kranksein der Menschen. Das Kranksein unterscheidet sich von der Krankheit vor allem dadurch, dass Menschen eine gegebene Erkrankung individuell und daher unterschiedlich erleben, dass sie der Erkrankung unterschiedliche Bedeutungen zuschreiben und unterschiedlich damit umgehen. Diese eigenständige Berufsausübung beinhaltet aber auch die Übernahme von Eigenverantwortung im Hinblick auf eine eigenständige Sicherung und kontinuierliche Verbesserung der geleisteten Berufsqualität.
Pflegerischer Leistungsauftrag
Das Aufgabengebiet der Pflege umfasst einen klar und konkret beschriebenen öffentlichen Leistungsauftrag: Pflegende leisten einen entscheidenden Beitrag zur Gesundheit der Bevölkerung, ohne den unzählige Menschen unnötigen Leiden ausgesetzt wären oder sterben würden. In der beruflichen Gesundheits- und Krankenpflege in der Schweiz ist der pflegerische Leistungsauftrag seit 1992 in den so genannten «Fünf Funktionen» formuliert:
Funktion 1:
Unterstützung in und stellvertretende Übernahme von Aktivitäten des täglichen Lebens
Funktion 2:
Begleitung in Krisensituationen und während des Sterbens
Funktion 3:
Mitwirkung bei präventiven, diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen
Funktion 4:
Mitwirkung an Aktionen zur Verhütung von Krankheiten und Unfällen einerseits sowie zur Erhaltung und Förderung der Gesundheit andererseits; Beteiligung an Wiedereingliederungsprogrammen
Funktion 5:
Mitwirkung bei der Verbesserung der Qualität und Wirksamkeit der Pflege und bei der Entwicklung des Berufes; Mitarbeit an Forschungsprojekten im Gesundheitswesen (Schweizerisches Rotes Kreuz 1992, S. 4)
Pflegende tragen in entscheidendem Maße dazu bei, dass Krankheiten, Behinderungen und Beeinträchtigungen wirksam vorgebeugt werden kann. Sie unterstützen einzelne Menschen, deren Bezugspersonen, Familien und Gruppen darin, die alltäglichen Dinge auszuführen, zu denen diese aufgrund von Veränderungen ihres Gesundheitszustandes, selbständig nicht mehr in der Lage sind. Aufgrund ihrer besonderen Fähigkeiten und Kenntnisse sind Pflegende die entscheidende Verbindungsstelle zwischen dem kranken Menschen und der modernen, komplizierten und aufwändigen Medizin. Den Menschen, denen keine Hoffnung auf ein Überleben mehr verbleibt, können Pflegende ein wachsendes Repertoire von leidenslindernden Maßnahmen (palliative Pflege) anbieten und ihnen somit die Hoffnung auf ein würdevolles Sterben vermitteln.
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