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Beschreibung

Hier wird die Romantik und der Idealismus neu entfacht. Meine Doktorarbeit, die ich mit 20 Jahren ohne Studium schrieb... Es ist meine Wahrheit, meine Weltsicht und der Weg, den ich versuche zu gehen. - Uwe Kraus

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Seitenzahl: 153

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Zur Einleitung dieses Buches will ich zum einen erklären, was Romantik heißt, zum anderen will ich die Struktur dieser essayartigen Schrift erläutern. Dies Buch soll, sofern es gelesen wird, eine Neuerung in die philosophische, literarische und künstlerische Denkweise bringen.

Denn was heißt Romantik?

Romantik ist alles Ästhetische, alles künstlerisch Geniale, alles Phantastische. Der Gedanke beginnt mit Schlegels Auffassungen bei einem Großen: Homer; er geht über Dantes „Göttliche Komödie“, über Cervantes‘ „Don Quijote“ bis hin zur deutschen klassischromantischen Kunstperiode, die er mit seinen Theorien zur Poesie eröffnet. Der Gedanke des Ästhetischen geht von Shakespeare zu Hugo und bis hin in die Neuromantik zu Hesse und Tolstoi. In der Musik kann man eine Entwicklung von Mozart, Haydn, Beethoven über Strauß bis hin zu Wagners Kunsttheorie wahrnehmen.

Die Romantik ist eine Epoche, die sich nicht einengen lässt.

Sie umfasst jeden Schritt der Mystik, Magie und Poesie.

Romantik heißt Kunst, Kunst, die heute nicht mehr gebraucht und bekannt ist. Die Gesellschaft hat kein „Schöpferisches Ich“ mehr, so wie Fichte es forderte. Sie hat keinen Nietzsche mehr. Aber sie hat die Ideen dieser Denker und Dichter. Warum benutzt man sie nicht, um wieder romantisch zu werden?

Dies Buch ist in seinen drei Gliederungspunkten darin bestrebt, einzig und allein die Grundbegriffe im ersten Teil, den Zyklus der Romantik im zweiten, und abschließend die Theorie, die Märchenutopie, im dritten Teil darzulegen.

Im ersten Gliederungspunkt werde ich die Begrifflichkeiten des Ästhetischen, des Poetischen mit praktikablen Beispielen erklären. Ich werde versuchen, Pantheismus offenzulegen, Irrationalität zu erläutern. Darüber hinaus werde ich aus diesem gesamten Komplex eine kleine erste vorläufige Theorie bilden, die Frieden heißt. In einem kurzen Rückblick auf Politik, Philosophie und Literatur gehe ich den ersten Schritt in Richtung zweiter Gliederungspunkt.

Der zweite Gliederungspunkt des Buches soll verdeutlichen, was Romantik in geschichtlich-literarischer Funktion bedeutet. Ein lebensphilosophischer Rückblick soll den Zyklus, wie ich ihn nannte, verdeutlichen. Ausgangsposition bezieht dabei Novalis, mein Lieblingspoet, der Schwärmer. Ich will einen Prozess darstellen, der von der klassisch-romantischen Zeit bis zur Neuromantik, zur Flower-Power-Romantik und auch mir reicht.

Der dritte Teil, die utopische Theorie, soll aus romantischer Philosophie, aus Fichte, Schelling und Nietzsche eine assoziative Verbindung eingehen, die nicht suggestiv, sondern praktikabel zeigen kann, wie aus einem zerstörten philosophischen, beinahe dekadenten System ein neues romantisches werden soll.

Denn dies ist das Hauptziel des Buches:

Eine Romantisierung

Einleitend möchte ich eines sagen:

Das Herrliche, es kann euch gelingen

Doch es kann nur aus euch selber kommen

Dieses dichterische Exzerpt des Zacharias Werner soll verdeutlichen, dass es an der Gesellschaft selbst liegt, ob man in sich geht und gegen die Konservativität der heutigen Tage ankämpft. Denn (so Hesse): „Der Vernünftige rationalisiert die Welt und tut ihr Gewalt an. Er neigt stets zu grimmigem Ernst.“

Ich empfinde in unserer heutigen Gesellschaft nichts als ästhetisch; der Mensch ist zu vernünftig geworden. Dies will ich nun zu ändern versuchen. Auch wenn ich am Ende nur allein dastehe und mir keiner folgen wird, weiß ich, ich habe versucht, das Rad der Zeit, das Relative, nicht ewig weiterdrehen zu lassen. Das Motto dieser Schrift bezieht sich auf einen Aphorismus, der mir wochenlang, bevor ich anfing zu schreiben, im Kopf herumflog. Es ist ein Spruch Nietzsches aus der Götzendämmerung.

Nietzsche – Dritte Gewissensfrage:

„Bist Du einer, der zusieht? Oder einer, der Hand anlegt?

Oder der wegsieht, beiseite geht ...“

Doch eines will ich noch sagen: Hauptsächlich gehe ich in diesem Buche auf die deutsche Romantik ein, denn sie ist der Auslöser gewesen, der auf die anderen Länder herüberspiegelte. Musik und bildende Kunst werden auch in dieser Schrift an zweiter Stelle stehen. Ich sehe meine Theorie vordergründig im literarischen Bereich, obwohl man im romantischen Sinne dies nicht unterscheiden, trennen kann. Doch so gesehen:

Wenn ich philosophische Grundsteine lege, arbeite ich niemals gegen das musikalisch-künstlerische System. Ich wünsche mir auch eine Kunst wie eines Delacroix, Caspar David Friedrichs oder Runges, doch ich kann dazu nur bedingt Einfälle liefern. Ich will einen Universalkünstler der Romantik herauskristallisieren, der in allen Bereichen, wenn er es will, tätig werden kann! Denn dies ist der Hauptteil meiner Theorie, die Geburt eines „Homo Romantikus“, den ihr euch, wenn ihr wollt, zum Vorbild nehmen könnt.

Dies Buch entstand, um allen, die sich für Philosophie interessieren, einen neuen Denkweg aufzuzeigen. Für alle schrieb ich dies Buch, die mit Wittgenstein die Philosophie sterben sahen!

Für die Sache, die blaue Blume und den neuen Denkweg.

Uwe Kraus, Kaiserslautern im Jahr 2000

Vorbetrachtung zum ersten und zweiten Teil des Buches

Der erste Teil soll die Grundbegriffe ansprechen, sowie die durch mich aufgeworfenen Assoziationen zu den einzelnen Thematiken, wie zum Beispiel der blauen Blume oder der politischen Entwicklung, mein Verhältnis zur Romantik verdeutlichen und nicht verwirrend wirken.

Der zweite Teil hingegen ist der eigentlich wissenschaftliche Kontext, der die Auffassung und Leitmotive sowie die Entwicklung von Novalis zu Max Frisch darstellt und begreiflich macht, was Romantik im germanistisch-historisch-philosophischen Rahmen bedeutet.

Inhaltsverzeichnis

I.

Romantisch philosophische Grundbegriffe Lebensphilosophische Weisheiten

Erklärung des Ursprunges der Romantik zum Aufbau einer neuen Irrationalität

Das Genie, die romantische Wahrheit, und was es bedeutet

Die blaue Blume des Novalis

Religion und Philosophie in der Literatur

Kurzer Abriss über Politik in romantischer Hinsicht

Assoziative Synthese der Begriffe

Der Nihilismus und die Romantik

II.

Auch eine romantische Geschichte der Philosophie zur Bildung der Menschheit

Die Romantik als Hauptbegriff

Biedermeier und Vormärz – Spätromantik und Marxismus

Poesie und Realistik

Nietzsche: Der, der mit dem Hammer philosophiert

Psychoanalyse, Freud und Jung

Neuromantik, der Schlüssel der Gegenwart

Hesse, der Goldmund

Expression, die irrationale Zerstörung

Weimarer Republik, die vorläufige Aufspaltung der romantischen Idee

Romantische Weiterentwicklungen: Hermeneutik und Existenzphilosophie

„Die Frankfurter Schule“ und Flower-Power

Re-Romantik – die Erneuerung des Zyklus

III.

Vom Überzauber

IV.

Literaturverzeichnis

I. Romantisch philosophische Grundbegriffe Lebensphilosophische Weisheiten

Erklärung des Ursprunges der Romantik zum Aufbau einer neuen Irrationalität

In diesem Kapitel werde ich Rationales zu Irrationalem machen! Um romantisch zu denken, gebraucht man die Kunst in sich. Diese Kunst fängt mit dem „Wahnsinn“ an und hört niemals auf zu wirken. Wie beschrieb es Hesse im Steppenwolf: „Mit Schizophrenie fängt die Kunst an!“

Ich sage: „Mit Kunst fängt die Kunst an und hört niemals auf zu wirken, denn wir gebrauchen die Magie!“ Und wenn ich von Magie spreche, so beziehe ich mich auf den magischen Idealismus eines Novalis, den ich mit diesem Buche neu leben lassen will.

Ein kleiner Hauch von Wahnsinn steckt in jeder Seele. Wahnsinn, damit meine ich, kohärent gesehen, die Wahrheit. Magie, damit meine ich romantische Wahrheiten, die aus den Aphorismen der Kunstzeitschrift des Athenaeums, besonders dieses Spruches Novalis erkenntlich werden:

(8.) „Der Unterschied zwischen Wahn und Wahrheit liegt in der Differenz ihrer Lebensfunktionen. Der Wahn lebt von der Wahrheit ...“

Wer den Wahnsinn in sich erkennt, erkennt auch ein Stück Wahrheit. Da Wahnsinn und Wahrheit Brüder sind, wird die Wahrheit immer romantisch zu betrachten sein. Dies liegt daran, dass der Wahnsinn ein Teil der romantischen Theorien ist, da man in der ersten Romantik die ersten Psychologen der Neuzeit findet. In der Neuromantik ersehen wir die Psychoanalyse Freuds als Schlüssel. Nietzsche selbst, der Tiefenpsychologe, der Magier der alten Zeit; in ihm sehe ich meine Idee des Wahnsinns, der Kunst, der Romantik fast verwirklicht. Doch will ich nicht mit dem Schluss meiner Theorie beginnen. Das Augenmerk soll nun auf der Renaissance liegen. Zu sehen war die Wiedergeburt der alten Zeiten. Hier liegt der „Ursprung“ der Romantik. Hier lebte Descartes, der Begründer höherer Mathematik, Naturwissenschaft. Hier lebte der erste rational denkende Philosoph, der mit seinem „Common Sense“ eine Idee aufbrachte, die wir nun für unsere Zwecke gebrauchen.

Wie lautet seine Idee in komprimierter Form? Er glaubt an einen Gott, der uns betrügt, uns Denken und Handeln vorspielt. Er glaubt an eine Macht, die stärker zu sein schien als der Mensch.

Was tat er, um die Welt, seine Welt, und seine rationale Idee festzuhalten? Er widerlegte mit mehreren Gottesbeweisen den Lügengott und schuf im logischen Sinne einen Gott, der (auf dem Papier) gut zu uns ist!

Descartes‘ Idee führt über das Weiterleben des Kartesianismus, durch die Transformation zum Empirismus zur rationalempiristischen Kritik der reinen Vernunft.

Seine Idee ist theologisch richtig und entspricht dem Denken eines nachfahrenden scholastischen Einflusses.

Die Romantik in Ihrer Form ist wiederum eine Transformation der Ideen Descartes, Kants, Lockes, durch die philosophischen Ansichten des ersten irrationalen Denkers, durch die Schriften Blaise Pascals, da der Grundgedanke der Romantik nicht aus rationalem Gedankengut, sondern aus irrationalem besteht. Die Brücke vom rationalen Ursprunge zum irrationalen wurde durch Spinoza, Goethe und Schelling durch ein pantheistisches Weltbild hergestellt, welches Gott in der Natur widerspiegelt. Außerdem ist es nicht nur die Brücke, die Rationales und Irrationales zusammenhält, sie ist auch eine Lösung zu Descartes‘ Problem. Seine Beweise, einen Lügengott auszuschalten, sind unnütz, da er damit nur auf dem Papier beweist, dass es einen guten Gott gibt; die Beständigkeit seiner Idee bleibt nichtsdestotrotz. Der Pantheismus, hätte Descartes an ihn geglaubt, hätte ihm sein Problem erspart, denn ein Stein, ein Baum, ein Berg, ein Grashalm betrügen uns wohl nicht. Pantheismus ist eine von vielen Antworten, die in der Romantik gefunden wurden um neue Weltideen zu schaffen. Rationalität, wie sie Descartes gebraucht, ist der Ursprung alles Romantischen, da die Transformation das Gegenstück dazu ist. Wie genau das zu verstehen ist, werde ich später an Bildern Novalis‘, Hölderlins erklären. Ich werde feststellen, dass Irrationalität ein Weltbild ist, welches in seinem System ein gutes darstellt.

Um nochmals auf Descartes‘ Idee zurückzukommen: Sein Satz „Cogito ergo sum“ ist wiederrum ein rationales aufklärerisches Element, wenn man es umkehrt, wird daraus eine neue romantische Wahrheit, die auf dem Pantheismus und dem Glauben, also dem Anfang alles Irrationalen aufbaut!

Cogito ergo sum.

Ich denke, also bin Ich

ist rational!

Meine Idee, die irrational wäre:

Ich glaube (an die Natur),

also finde Ich mich.

Die Seele findet den Geist und den Verstand!

Glauben ist ein irrationaler Vorgang!

Descartes‘ Satz ist zwar etwas gespalten, da er auf eine Trennung von Geist und Seele abzielt, doch er ist nicht romantisch (wahr).

Mein Satz ist romantisch wahr. Er ist eine Synthese aus Pantheistischem und Irrationalem. (Ich trenne Geist und Seele und vereinige sie im selbigen. Der Glaube an den Pantheismus fügt mich im irrationalen Sinne wieder zusammen. Die Trennung von Geist und Seelenverstand wird überwunden durch Glauben ans Finden der Natur.)

Aristoteles‘ Ansicht war: „Mit Staunen fängt alle Philosophie an.“ Meine Philosophie beginnt mit dem Glauben an Natur und an selbigen Verstande.

Also: Rationalismus muss irrational werden; Pantheismus ist der erste Schritt, den ein romantischer Philosoph gehen muss, um ein wahrer Idealist zu werden!

Also glaubt und findet euch in der Natur wieder!

Das Genie, die romantische Wahrheit, und was es bedeutet

Genie findet man in Ästhetik, man findet es im Gegensatz zur Konservativität der heutigen Tage! Genie beginnt mit dem Gedanken Shakespeares über selbiges, geht über Goethes prometheisches Weltbild des Sturm und Drang und endet bei Nietzsches Übermenschen. In der Zeit des Sturm und Drang wurde der Geniegedanke gefeiert, durch Dramen geprägt. Am einfachsten ist es, den Konservativen durch den Ästheten, mit dem Ästheten zu widerlegen. Dies tat Kierkegaard in seinem „Entweder/Oder“.

Er baute zwei Personen, die stellvertretend für die Gesellschaft stehen, nämlich den Konservativen, den Rationalen, und den Ästheten, der in meiner Theorie der Irrationale wäre. Der rationale Mensch siegt in diesem Buche vordergründig über den Ästheten, doch gemeint ist der Sieg des Irrationalen über die Dekadenz. Existenzphilosophie, wie ich sie beschreibe, führt zu einem Genie, das die Ästhetik trägt!

Auch Nietzsche hatte zwei Gesichtspunkte, das Apollonische und das Dionysische. Dionysos steht für den Ästheten, den Genießenden; Apollo für die Vernunft und das Rationale. Mit seinem Übermenschen schuf er einen Wert, der zwischen diesen Fronten steht!

Ein Genie steht im Verhältnis von Wahn zu Wahrheit. Logisch gesehen steht dieser Begriff zwischen Vernunft und Kunst. Mein Geniegedanke steht mehr in Richtung Kunst als in Beziehung zum Verstand. Genie ist ein Zustand, eine Illumination im Leben eines Menschen. Um Genie zu verstehen, muss man seine Kunst öffnen, man muss Künstler sein, denn Kunst ist Ästhetik. Kunst ist irrational, Kunst soll pantheistisch sein, damit sie zur Wirkung kommt, so zum Beispiel bei Caspar David Friedrich, Goethe, Spinoza ...

Genie ist Kunst, Wahrheit und Wahn in einem. Kunst ist romantisch.

Es ist ein Zustand, der nicht von allen erreicht werden kann, denn nicht alle verspüren den Willen dazu, romantisch zu sein. Das Beispiel eines romantischen Philosophen stellt Novalis dar:

Seine Erkenntnis lag im Weltgebäude und im Traum. Beides sind ästhetische Gestalten seiner Philosophie. Die Welt fördert den Traum, der Traum bestätigt diese. Sein Schlüssel lag in beidem, dem Zyklus aus Kunst, sprich Traum, und Welt, dem Gegenpol, dem Wirklichen.

„Welt wird Traum und Traum wird Welt“

ist ein einfaches Beispiel um den romantisch-idealen Geniegedanken zu beschreiben: Ästhetisch und surreal ist der Traum in Kohärenz zum Weltgebäude; Novalis sieht allegorisch die Pole des Lebens und macht aus ihnen, in seinem Spruch, Magie und Irrationales. So muss ein romantisches Genie denken!

Es muss immer die Synthese aus Ästhetik (Kunst), auch Wirklichkeit (dem Realen wie Tag und Nacht) und dem Irrealen wie Traum (was auch schon wieder Ästhetik ist) ziehen. Es muss Verbindungen aus Natürlichem, was Pantheismus heißt, sowie aus Übernatürlichem wie Symbolen (blaue Blume) und surrealistischen Ereignissen, die wiederum ästhetisch zu betrachten sind, eingehen.

Ein lyrisches Beispiel: Es geht hier um eine Betrachtung eines romantischen Buches, das auch einer meiner Grundideen entspricht, ich meine Robert Schneiders „Schlafes Bruder“. Ich will nun Ästhetik und Symbolik mit Surrealem verknüpfen, um zu zeigen, wie ein Romantiker, der die Synthese des oben Genannten zieht, schreiben könnte:

O komm, o Tod, du Schlafes Bruder,

komm zieh mich hinab,

hinein in Deinen Bann.

Vergeltung, Strafe, Befreiung,

Synonymität dieser Worte.

Gleichklang.

Bruder: Was meint Liebe?

Halt dein Versprechen,

Übertriff die Magie,

Zerschneide das Banner.

Das Leben gibt Fragen,

Der Tod die Antwort.

Das Leben durch den Tod gibt Wahrheit.

Ich wandele, Bruder, auf Suche nach Erkenntnis,

Im Garten der Philosophen.

Das Licht ist der Schlüssel .

Tod wird Leben, Nacht wird Tag.

Tag und Leben?

Die Wahrheit steigt in mir auf.

Ich warte, Bruder.

Hier geht die Symbolik im Gleichklang mit romantischer Kunst und Ästhetik. Der Grundgedanke dieses Gedichtes bezieht sich auf die Todesszene des Genies Elias, das für mich ein romantisches darstellt. Dies Genie lebt auch in diesem Buche vor, was Romantik heißt: Elias ist Ästhet, er ist irrational, Pantheist, und hat eine Ader zum Sterben. Denn dies (Sterben) darf in diesem Kapitel nicht übergangen werden. Der Romantiker lebt in einem ständigen Drang, der heißt Leben können und sterben wollen; wobei Sterben das Übergewicht gewinnt. Deswegen ist auch für mich Nietzsche, der Lebensphilosoph, ein romantisches Genie. In jedem seiner Bücher stößt man auf Magie, Wahnsinn, Kunst, Ästhetik, also Irrationalität, gepaart mit einem Drang, dem Drang zum Sterben. Aus alledem folgere ich:

Das Genie der Romantik setzt sich aus Bestandteilen zusammen, die wir auch heute bräuchten, da sie in Vergessenheit geraten, und doch wichtig in ihrer jeweiligen Existenz sind. Zum Beispiel: Magie, Ästhetik, Kunst.

Das System des Genies in der Romantik ist puzzleartig. Hier erkennt man schon ein Eigenleben von Bausteinen, die in naher Zukunft eine gewichtige Rolle spielen sollten.

Warum?

Da die Konservativität der heutigen Tage mehr als einen Zurückgang der Motivation aufzeigt.

Magie, der neue magische Idealismus der Reromantik, ist die Antwort zur Einheit eines Gedankengebäudes, welches diese veralteten Vorstellungen zum Wanken bringen kann. Wahnsinn ist der Partner der Magie, der den Übergang zur Reromantik leichtmacht. Wie schrieb Novalis in seiner romantisierenden Theorie:

„Wenn einer verrückt wird, so ist dies beängstigend! Wenn alle verrückt werden, so ist dies Magie!“

Deswegen sage ich: In der heutigen Gesellschaft fehlt es am nötigen Esprit. Einer allein kann nichts bewegen; ich auch nicht. Ich will nicht alleine verrückt werden! Alle müssen den Sprung zur Magie wagen. Dies kann aber nur geschehen, wenn wir uns Vertrauen schenken, wenn wir uns aus tiefstem Herzen mit Sehnsucht betrachten. Wir müssen anfangen, das Dunkle und Untergründige unserer Seele zu suchen. Das Ich, das wir hinterfragen müssen, gibt uns die Antwort!

Romantik ist die Antwort, die uns fehlt in heutiger Zeit.

Das Genie der Romantik ist die höhere „Person“, die es zu suchen gilt.

Das Poetische ist der Ausgang, auf dem das Genie lastet. ⇛Genie ist Ästhetik, Poesie ist Philosophie; die komplizierteste ihrer Art!

Die blaue Blume des Novalis

Die blaue Blume ist das Symbol der Herzlichkeit, der Liebe und Schöpferkraft einer Zeit, in der die Romantik vorherrschte. Sie gibt ein Gefühl des Magischen, Idealen, das auch brauchbar ist. Sie steht für die Natur, für die Synthese zwischen Natur und Mensch. Sie ist Zeichen für das, was ich anfangs schrieb: Ein pantheistisches Zeichen. In ihr steckt die metaphysische Person eines höheren Wesens. In ihr steckt Werden und Vergehen, eine Rückwendung zur Natur, Vernunft, Gegen-Vernunft, Magie, ja sogar eine kleine Allegorie für die Wiederkunft des Gleichen, wie sie Nietzsche Jahre später entdeckte. Sie ist ein irrationales Bild einer irrationalen Zeit! Ist es nicht sie, die zum Pantheistischen bewegt? Der Mythos dieser Pflanze bringt uns an die Spitze der Poesie; dorthin, wo ich hinwill.

Warum war gerade sie es, die ein Zeichen höherer Philosophie wurde?

In ihr muss der Zusammenhang des Systems, das da heißt Romantik, gesehen werden. Dieses gliedert sich aus folgenden Bestandteilen:

Überwindung der kantschen Philosophie durch den Idealisten Fichte

Benutzung des Geniegedankens der Sturm-und-Drang-Periode zum Ästhetischen

Umformung der Aufklärung zur Antiaufklärung, die wiederum eine eigene Aufklärung in sich ist

Aus alledem entstand Novalis‘ blaue Blume, die zum Mythos wurde und ein geheimes Zeichen für die Antiaufklärung darstellt, die ich im zweiten Teil des Buches ansprechen möchte, ebenso wie die anderen beiden Gesichtspunkte.

Romantik heißt nicht in erster Linie Antiaufkärung, sondern, in zweiter, Aufklärung des Inneren. Kant klärte den Menschen über sein Unvermögen auf, das ihn daran hindert, die Welt zu verändern. Die Romantik hingegen klärte den Menschen über die inneren Vorgänge, die Psychologie, den geheimnisvollen Weg auf. Die Romantiker sahen den Kosmos im Inneren des Menschen, bestehend aus Träumen: „Nach innen geht der geheimnisvolle Weg“, so schrieb Novalis, das junge Genie. Darin liegt die Poesie, die die blaue Blume verkörpert. Der geheimnisvolle Weg nach innen, die Synthese aus Traum und Welt, die Gottesgestalt, bestehend aus blauer Blume, brachte den Menschen der damaligen Epoche in Einklang.