Das sächsische Artillerie-Korps -  - E-Book

Das sächsische Artillerie-Korps E-Book

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Beschreibung

Das Heft beinhaltet die originalgetreue Wiedergabe der als Handschrift im sächsischen Hauptstaatsarchiv befindlichen und vom damaligen Brigade-Adjutanten Oberleutnant Schmalz in den Jahren 1835-37 verfassten Regimentsgeschichte nebst sämtlichen in diese Zeit fallenden Etats, Ausrüstung- und Gebührnissaufstellungen.

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Seitenzahl: 129

Veröffentlichungsjahr: 2018

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Beiträge zur sächsischen Militärgeschichte zwischen 1793 und 1815

Heft 12

Abb. 01 Faksimile der Seite mit der Uniformierung von 1806

Inhaltsverzeichnis

0. Einführung

1. Vorwort

2. Einleitung

3. I.Abschnitt – Die sächsische reitende Artillerie im Jahre 1806

4. II.Abschnitt – Die sächsische reitende Artillerie im Jahre 1809

4.1 In Sachsen

4.2 Die sächsische reitende Batterie im Feldzug an der Donau 1809

5. Quellennachweis

0. Einführung

Im Hauptstaatsarchiv in Dresden befindet sich die vom damaligen Adjutanten der reitenden Artillerie-Brigade, Oberleutnant Schmalz, in den Jahren 1833 – 1837 handschriftlich verfasste Geschichte der reitenden Artillerie mit dem Titel:

„Kriegsgeschichtliche Darstellung der sächsischen reitenden Artillerie in Beziehung ihrer verschiedenen Formierungen und des Anteils an den Feldzügen und Schlachten seit der Errichtung im Jahre 1806 bis zu ihrem gegenwärtigen Bestande.“

Im Jahre 2012 habe ich in den Teil für den Zeitraum 1810 – 1813 bereits in dieser Reihe veröffentlicht1. Der bevorstehende 210. Jahrestag des Feldzuges an der Donau hat mich veranlasst, nun auch den zu dieser Zeit passenden Teil der Geschichte in dieser Reihe zu veröffentlichen2.

Der nachfolgende Text ist die getreue Wiedergabe des in deutscher Schreibschrift verfassten Originaltextes mit folgenden Ergänzungen:

Zur besseren Strukturierung wurde ein Register eingeführt.

Die Seitenumbrüche des nicht paginierten Originaltextes sind durch das Zeichen||markiert.

Einzelne Wörter und Begriffe sind lediglich der modernen Schreibweise angepasst, z.B. Leutnant statt Lieutenant, Kompanie statt Compagnie u.ä..

Die Kommentare von fremder Hand im Originaltext sind mit NB bzw. ergänzt gekennzeichnet.

Die wenigen nicht korrekten Namens- und Ortsnamensnennungen im Originaltext sind entsprechend kommentiert. Gleichfalls sind im geringen Umfang Kommentare zum besseren Verständnis von Situationen und Begrifflichkeiten eingefügt.

Nicht eingegangen wird auch in diesem Teil kommentarseitig auf Fragen der Bewaffnung, Ausrüstung, Uniformierung, Bespannung und Ausbildung sowie des Exerzierens. Hier gestatte ich mir auf die Hefte 9 und 103 dieser Reihe, in welchen diese Fragen ausführlich abgehandelt werden, zu verweisen.

Wann der zur Napoleonischen Epoche gehörende Zeitraum von 1814 und 1815 zur Veröffentlichung kommt, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht näher bestimmt werden.

Bedanken möchte ich mich bei den Damen und Herren des Hauptstaatsarchives in Dresden für die wie immer problemlose Bereitstellung der Akten.

Natürlich möchte ich mich auch bei Ihnen, verehrter Leser, dafür bedanken, dass Sie sich zum Kauf dieses Buches entschlossen haben. Insofern Sie Anregungen und Kritiken haben oder mir einfach nur mitteilen wollen, ob Ihnen das Buch gefallen hat, so können Sie mich via email unter [email protected] erreichen.

Ihr

Jörg Titze

1 Heft 8; bereits 2007 (Zeitraum 1810 – 1813) und 2008 (Zeitraum 1802 – 1809) erfolgte eine Veröffentlichung, allerdings in anderem Rahmen und in anderer Form.

2 Im Gegensatz zu Heft 8 musste ich für diese Wiedergabe ein größeres Format wählen, um die vielen Tabellen lesbar darstellen zu können.

3 No.9 – Das sächsische Artilleriekorps 1806-09 (III): Das Fuhrwesen

No.10 – Das sächsische Artilleriekorps 1806-09 (I): Das Feldartilleriecorps

1. Vorwort

Durch eine vor wenigen Jahren in England erschienene und in der Militair-Zeitung enthaltene königliche Verordnung die Geschichte jedes Regiments in Bezug auf dessen Stamm, verschiedene Formationen und dessen Teilnahmen an den Gefechten etc. einzusenden, ward ich auf das Thema dieser Ausarbeitung aufmerksam gemacht und glaubte, dasselbe um so mehr wählen zu können, als die frühern auf die verschiedenen Formationen der sächsischen reitenden Artillerie Bezug habenden Ordres in den Archiven des Korps und der Brigade nicht mehr vorhanden sind und ich durch die Güte der Herrn Major Probsthayn in den Stand gesetzt wurde, mich dieser ihm eigentlich gehörenden Ordres, Rapports und Befehlsbücher bedienen zu dürfen, wozu ich noch die nötigen Notizen von demselben erhielt.

Dieses Thema habe ich in mehrere Teile geteilt und behandelt der für dieses Jahr gelieferte Iste Teil die Jahre 1806, 1809, 1810 und 1811, von denen dieser wieder in Bezug auf die verschiedenen Formationen der sächsischen reitenden Artillerie in III Abschnitte, als

1.

das Jahr 1806

2.

das Jahr 1809

3.

die Jahre 1810 und 1811 geteilt ist. ||

Außer dem Obigen und den Ranglisten habe ich zu dem Isten Abschnitt das Buch: „Bericht eines Augenzeugen von dem Feldzuge des während den Monaten September und Oktober 1806 unter dem Kommando des Fürsten zu Hohenlohe-Ingelfingen gestandenen Königl. Preußischen und Churfl. Sächsischen Truppen von R.v.L. (Rühle von Lilienstern) in zwei Teilen“ so wie bei dem II.Abschnitt zu dem Feldzug in Sachsen „ den I.Abschnitt der Beiträge zu der Biographie des Generals Freiherrn von Thielmann etc., vom sächsischen Hauptmann Graf von Holtzendorff“ benutzt.

Was den Feldzug an der Donau betrifft, so habe ich hierüber außer dem allgemein Bekannten, nur mir durch besondere Güte zugekommene Mitteilungen benutzen können, da hierüber kein die Sachsen besonders angehendes Werk existiert.

Der III.Abschnitt ist allein aus den vom Herrn Major Probsthayn mitgeteilten Ordres und Befehlsbüchern genommen.

Ich habe nicht fehlen geglaubt, wenn die Ausarbeitung bisweilen über die eigentliche Tendenz derselben geht, da ich die mir vorliegenden Schriften gern in ihrem ganzen Umfange benutzen wollte. ||

2. Einleitung

Die große Schwere der Geschütze in den frühern Zeiten machte schon auf das Bedürfnis eines leichten Geschützes zur Unterstützung der Kavallerie aufmerksam und so sollen die Franzosen die ersten gewesen sein, welche reitende Artillerie führten und sich deren schon im Jahre 1544 in der Schlacht bei Croissoles unter dem Herzog von Enghien bedient haben, wo die leichte Reiterei 3 Stück 4pfd.ge Kanonen bei sich führte. Ihnen folgten die Russen, deren Dragoner reitende Artillerie bei sich hatten. Nach dem 1sten Teil der Taktik für die drei verbundenen Waffen von Oberst von Decker fällt die Errichtung der reitenden Artillerie bei den Preußen in die Periode des 7jährigen Krieges und ist seitdem deren Unentbehrlichkeit in sofern allgemein anerkannt worden, als sie mit Ausnahme Östreichs und Baierns, welche fahrende Artillerie einführten, in allen größeren Armeen Europas errichtet wurde.

Gehen wir in die frühere Geschichte Sachsens zurück, so finden wir schon im Anfange des 17n Jahrhunderts unter August II zu dem nordischen Krieg gegen Karl den XII., König der Schweden, zur Unterstützung der Kavallerie leichte || Kanons von 2 Pfd. Kaliber, Dragonerstücke genannt, /: waren auch wie anzunehmen, die Bedienungs-Mannschaften beritten, so sieht man doch auch hier schon den Grundsatz folgen, dass Kavallerie Artillerie bei sich haben müsste, um ihr Offensiv-Element zu verstärken :/ welche noch unter August III zu dem so genannten Gesundheitsschießen gebraucht wurden, jedoch im 7jährigen Kriege wahrscheinlich verloren gingen, da sie seit dieser Zeit aus dem Zeughause verschwunden sind.

Bereits im Jahre 1799 wurden dem damaligen Churfürsten Vorschläge zur Errichtung einer reitenden Batterie eingereicht und dabei die Preußische reitende Artillerie als Muster aufgeführt, da diese sich seit dem 7jährigen Kriege, wo sie als stehend zu betrachten war, am meisten vervollkommnet hatte.

Es wurden hierauf im Mai des Jahres 1800 der Premier-Leutnant Sigismund und der Feuerwerker-Corporal Grohlig von der sächsischen Artillerie nach Berlin und Warschau abgesandt, um die Einrichtung der preußischen reitenden Artillerie kennen zu lernen und das Nötige zu der Errichtung der sächsischen mitzubringen.

Obgleich uns mehrere Schriften von diesem Offizier vorliegen, so fügen wir hier nur dessen Rapport /: Beilage A1 :/ nach seinem Eintreffen bei, da er uns ein kleines Bild über den damaligen Stand der reitenden Artillerie in Preußen gibt. ||

3. I. Abschnitt Die sächsische reitende Artillerie im Jahre 1806

Unter dem 4ten Februar 1802 erschien eine churfürstliche Ordre /: Beilage A 2 :/ an den damaligen Kommandanten des Artillerie-Korps General Freiherr von Hiller, welche die höchste Willensmeinung zur Errichtung einer reitenden Batterie enthält.

Die der churfürstlichen Ordre beiliegenden Resolutionspunkte /:Beilage B :/ betreffen die näheren Bestimmungen sowohl der Kaliber, als auch über Mannschaft und Pferde der zu errichtenden Batterie. Es sollte nämlich das zweckmäßige Kaliber der Geschütze durch Versuche ermittelt, die Offiziere, Unteroffiziere und 55 Mann aus dem Feld-Artillerie-Korps gewählt, sowie 25 Mann aus den Chevauxlegers Regimentern gezogen werden, welche letztere ihre Dienstpferde mitbringen sollten, während die Berittenmachung der übrigen Mannschaft noch befohlen werden sollte.

Jeder Offizier erhielt demnach unendgeldlich ein Pferd geliefert und sollte der Unterricht || der Mannschaft im Reiten anfangs durch 2 dazu kommandierte Kavallerie-Offiziere geschehen.

Die Bespannung sollte aus deutschen von Lieferanten zu liefernden Pferden bestehen, und über Erlangung der Knechte noch das Weitere in Erwägung gezogen werden.

Als Standort ward der Batterie Radeburg angewiesen und die Batterie unter die Befehle des jedesmaligen Kommandanten des Feld-Artillerie-Korps gestellt.

Nach dem den ebenerwähnten Resolutionspunkten beifolgendem Etat und den Bestimmungen über die Verpflegung /: Beilage C :/ sollte die Batterie aus

1

Premier-Lieutenant als Kommandant

2

Sous-Lieutenants

1

Stückjunker

1

Kanonier-Sergeant

mit

1 Pferd

2

Feuerwerkern

2 Pferden

1

Fourier

1

Feldscher

6

Corporals

mit

6 Pferden

2

Trompetern

2

20

Oberkanonieren

20

60

Unterkanonieren

60

In Summa 4 Offiziere, 93 Mann und 91 Pferde

sowie 26 Knechten und 52 Pferden vom Train außer den Handwerksleuten bestehen.

Die Rationen wurden im Felde für den Kommandanten zu 8 Ra || tionen und jeden der Offiziere zu 3 Rationen bestimmt.

Es vergingen indessen mehrere Jahre ehe zur wirklichen Errichtung der reitenden Batterie geschritten wurde, bis dann die churfürstliche Ordre vom 16. März 1806 /: Beilage D :/ an den damaligen Kommandanten des Feld-Artillerie-Korps, Oberst Birnbaum erschien, welche die Errichtung der reitenden Batterie zum 1. Mai desselben Jahres nach den bereits im Jahre 1802 gegebenen Bestimmungen und dem daselbst festgesetzten Etat anbefahl. Es sollten ferner danach nicht nur die in der Ordre vom 4.Februar 1802 gedachten 25, sondern sämtliche zur Berittenmachung der Offiziers und Mannschaften der reitenden Batterie nötigen Pferde, von der Kavallerie abgegeben und Vorschläge zur Besetzung der Offiziersstellen eingereicht werden.

Die Anweisung der Mannschaften im Reiten sollte durch 2 Kavallerie-Unteroffiziere geschehen.

Eine anderweite churfürstliche Ordre vom 2.April 1806 /: Beilage E :/ an den General Major und General Inspekteur der Kavallerie von Zastrow stellte die reitende Batterie in Wirtschafts-, Revisions- und Musterungssachen, sowie in außer der Musterung vorfallenden, die Mannschaft und Remonte betreffenden || Angelegenheiten unter dessen Befehle, während der Kommandant des Feld-Artillerie-Korps wie früher wegen Besetzung erledigt werdender Offiziers-Stellen, des Avancements, der Beurlaubung, Dimission der Offiziers und all dessen, was auf die Artillerie-Wissenschaften, Übungen und den Dienst Bezug hatte, unmittelbar an Ihro churfürstliche Durchlaucht Vortrag und Rapport zu erstatten haben sollte.

Eine weitere Ordre unter demselben Tage ausgestellt /: Beilage F :/ setzte zugleich den Kommandanten des Feld-Artillerie-Korps, Obristen Birnbaum, von dieser Anweisung in Kenntnis.

Unterdessen waren zur Ermittlung des zweckmäßigsten Kalibers für die reitende Batterie Versuche mit leichten 8pfd., neu gegossenen 6pfd. und schweren 4pfd. Kanonen /: Beilage G :/ gemacht worden, die zum Vorteil der schweren 4pfd. Kanonen ausfielen, daher dann die Batterie aus 6 Stück 4pfd. schweren Kanonen und 2 Stück 4pfd. Granatstücken zusammengesetzt wurde.

Auf die vom Kommandanten des Artillerie-Korps getanen Vorschläge wurden nach churfürstlicher Ordre vom 2.April 1806 /: Beilage H :/ der Premier-Leutnant George Friedrich von Großmann als Kommandant, die beiden Sous || Leutnants Carl Moritz Birnbaum und Carl Heinrich Rouvroy als Sous-Leutnants und der Sous-Leutnant Friedrich Gottlieb Probsthayn als Stückjunker bei der Batterie angestellt.

In Beilage F ist der unter dem 9.April erlassene Verpflegungsentwurf enthalten.

Premier-Leutnant v.Großmann und Sousleutnant Probsthayn trafen den 1.Mai in dem Standort der Batterie Radeburg ein, so wie den 4.Mai die Sous-Leutnants Birnbaum und Rouvroy mit den 9 Unteroffiziers, 20 Ober Kanoniers und 35 Unter Kanoniers vom Feld-Artillerie-Korps; der Feldscher, Fourier und die beiden Trompeter waren angeworben.

Leutnant von Tennecker, traf den 1.Mai mit 7 Reitpferden, 52 Zugpferden und 26 Knechten ein, welche sämtlich zu dem Artillerie-Train der zur Sicherstellung der Landesgrenzen im Jahre 1805 mobil gemacht gewesen und im Februar 1806 in die Garnisionen zurückgekehrten sächsischen Armee-Korps gehört hatten.

Die 2 zur Instruktion der Artillerie-Mannschaft kommandierten Unteroffiziere der Kavallerie, welche unterdessen eingetroffen, gaben eben so wie Leutnant v.Tennecker Anweisung im Reiten etc. im Laufe des Monats.

Den 1.Juni trafen 25 Mann mit 84 Reitpferden von der || Kavallerie ein, als von

Regiment

Prinz

Clemens

6 Mann

mit

6 Pferden

´´

´´

Johann

6 ´´

´´

6 ´´

´´

´´

Albrecht

7 ´´

´´

33 ´´

´´

von Polenz

6 ´´

´´

39

so dass die Batterie nun den unter C angeführten Friedens-Etat hatte.

Die Offiziere suchten sich jeder außerdem aus dem ganzen ein Pferd als Eigentum aus.

Uniform Dunkelgrüne Röcke mit krapproten Aufschlägen, Kragen, Rabatte und Unterfutter nach der bei den Chevauxlegers Regimentern eingeführten Facon4, gelbe Knöpfe, Hüte mit goldener Tresse, Kokarde, weiße Federstütze mit schwarzer Füllung, paille Gilets, weiße ungarische Beinkleider, leichte Stiefel mit Anschraubsporen und Mäntel von grünem Tuch.

Die Offiziere goldene Epauletts, goldene doppelt ausgebogene Tresse um die Hüte, mit Agraffen, Kordons und Kokarden. Die leichten Säbel mit goldenem Gefäß und lederner Scheide wurde von den Offizieren an einem schwarz lackierten und von den Mannschaften an einem weißen Kuppel über die rechte Schulter getragen, zur Interimsuniform der Offiziere, welche ohne Epauletts getragen wurde, trug man grüne ungarische Beinkleider mit roter Rundschnur.

Die Stückknechte trugen grüne Röcke mit rotem Aufschlag, Hüte mit grünen Federstützen mit roter || Füllung.

Die Pferdeequipage bestand aus deutschen Sätteln und ganz nach den Chevauxlegers Regimentern; übrigens waren außerdem bei jeder Bedienung 4 Reitpferde mit Sielengeschirren versehen, um bei Verlust von Zugpferden zu deren Ersatz zu dienen.

Während der Sommer zu der Ausarbeitung der reitenden Batterie benutzt wurde, hatten sich im August des Jahres 1806 Mißfälligkeiten zwischen Frankreich und Preußen wegen der Herausgabe von Hannover etc. entsponnen, welche einen baldigen Bruch des durch den Minister Grafen v.Haugwitz gestifteten Frieden von Paris fürchten ließen, welcher auch wirklich stattfand.

Es kann hier nicht der Ort sein, wie es kam, dass Sachsens Regent dem Bündnis mit Preußen gegen Frankreich und zwar sehr spät erst beitrat, so dass das sächsische Kontingent erst sehr spät mobil gemacht wurde und z.B. die zur Ausrüstung der Regimenter erforderlichen Pferde erst den 25.September a.c. in die Standquartiere geliefert werden konnten.

Demgemäß wurde auch die reitende Batterie mobil gemacht und rückte den

26.September a.c. von Radeburg mit

6 Stück 4pfd. schweren Kanonen

||

2 Stück 4pfd. Granatstücken

6 Stück Kugelwagen

2 Stück Granatwagen und die nötigen Requisitenwagen etc. nach folgendem Etat aus:

1

Premier-Leutnant v.Großmann

3

Sous-Leutnants

Birnbaum, Rouvroy und Probsthayn

1

Sergeant

mit

1 Pferd

1

Fourier

´´

1 ´´

2

Feuerwerker

´´

2 ´´

6

Korporals

´´

6 ´´

2

Trompeter

´´

2 ´´

2

Chirurgen

´´

2 ´´

20

Oberkanoniers

´´

20 ´´

60

Unterkanoniers

´´

60 ´´

1

Rechnungsführer

´´

1 ´´

1

Schmiedemeister

´´

1 ´´

1

Schmiedegeselle

´´

1 ´´

1

Wagnermeister

´´

1 ´´

1

Sattlermeister

´´

1 ´´

2

Schirrmeister

´´

2 ´´

2

Wagenbauer

´´

2 ´´

Sa.

107 Mann

mit

103 Pferden

ferner zur Bespannung

24 Knechte

mit

48 Pferden

zu den Geschützen

16 ´´

´´

32 ´´

zu den 6 Kugel- und 2 Granatwagen

6 ´´

´´

12 ´´

zu den 3 Requisitenwagen

1 ´´

´´

4 ´´

zum Kompaniewagen

12 ´´

´´

24 ´´

zu den 4 Fouragewagen

2 ´´

´´

4 ´´

Reserve zu den Geschützen

2 ´´

´´

4 ´´

Reserve zu dem übrigen Fuhrwesen

Sa.

63 Mann

mit

128 Pferden

Total Summa .

170 Mann

mit

231 Pferden

||

NB: Die hier aufgeführten Munitions-, Requisiten- und Fouragewagen, insgleichen die Feldequipage, das dazu gehörige Personale und Pferde trafen erst den 28ten desselben Monats in dem ersten Nachtquartiere bei Dresden ein.

Das sächsische Kontingent unter dem General von Zeschwitz war bestimmt zu dem so genannten schlesischen Korps unter dem Oberbefehl des Fürsten von Hohenlohe zu stoßen und bestand aus

25

Bataillonen Infanterie

32

Eskadrons Kavallerie

7

Batterien worunter die reitende und 2 Granat-Batterien

und betrug ungefähr 20.000 Mann, welche sich den 1ten Oktober a.c. in der Kantonierung der Preußen bei Chemnitz nach der entworfenen Ordre de Bataille /: (p.)154 des IIten Teils des angeführten Hefts :/ anschließen sollte, wonach die reitende Batterie in das 2te Treffen der sächsischen Division zur Kavallerie kam.

Laut einem Befehl vom 4n Oktbr. ward aus dem Karabinier-Regiment, Kochtitzky-Kürassieren, Prinz Albrecht Dragonern und der reitenden Batterie v.Großmann unter den Befehlen des Generalleutnants von Zeschwitz und Generalmajor v.Kochtitzky eine Brigade formiert.

Es würde zu weit führen eine detaillierte Besprechung des kurzen Feldzuges zu liefern und || verweise ich auf den bereits anfangs erwähnten Bericht eines Augenzeugen von diesem Feldzuge.