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Im Boudoir regiert die Lust. Als sich die Karrierefrau Maggie von einer Kollegin zu einem Abend im Fitnessstudio überreden lässt, ahnt sie nicht, dass er ihr ganzes Leben verändern wird. Denn das Black Orchid ist ein exklusiver Club für anspruchsvolle Frauen. Attraktive Trainer widmen sich den Kundinnen auf jede erdenkliche Art und Weise: ob dominant oder devot, zärtlich oder leidenschaftlich. Maggie verzehrt sich vor allem nach Alexander, dem charismatischen Besitzer des Clubs. Und der führt Maggie an die Grenzen dessen, was sie für die Erfüllung ihrer Begierden zu tun bereit ist.
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Seitenzahl: 382
Veröffentlichungsjahr: 2018
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Roxanne Carr
Das Studio
Erotischer Roman
Aus dem Englischen von Beate Maske
Ihr Verlagsname
Im Boudoir regiert die Lust.
Als sich die Karrierefrau Maggie von einer Kollegin zu einem Abend im Fitnessstudio überreden lässt, ahnt sie nicht, dass er ihr ganzes Leben verändern wird. Denn das Black Orchid ist ein exklusiver Club für anspruchsvolle Frauen. Attraktive Trainer widmen sich den Kundinnen auf jede erdenkliche Art und Weise: ob dominant oder devot, zärtlich oder leidenschaftlich. Maggie verzehrt sich vor allem nach Alexander, dem charismatischen Besitzer des Clubs. Und der führt Maggie an die Grenzen dessen, was sie für die Erfüllung ihrer Begierden zu tun bereit ist.
Roxanne Carr ist Autorin mehrerer erotischer Romane.
Für Neil, Sue und Chris – meine Recherche-Assistenten!
VIELEN DANK
Maggie spürte einen vertrauten Unmut in sich aufsteigen, als Richards Stimme zunehmend anklagend aus dem Telefon drang.
«Mags, es ist das dritte Mal diese Woche, dass du länger arbeiten musst. Ich dachte, wir gehen ins Kino, verbringen etwas Zeit miteinander …»
«Gestern Abend haben wir Zeit miteinander verbracht, Richard», unterbrach sie ihn bestimmt. «Heute Abend muss ich arbeiten.»
Sie hörte sich seine mauligen Beschwerden noch ein paar Minuten an, dann sagte sie ruhig: «Wenn du so darüber denkst, halte ich es für besser, einen Schlussstrich zu ziehen. Du nicht auch? Auf Wiedersehen, Richard.»
Sie legte den Hörer auf und unterdrückte einen Anflug von Bedauern bei der Erinnerung daran, wie sein starker, sehniger Körper den ihren letzte Nacht bedeckt und sein schlanker Schwanz sich eindringlich in ihr bewegt hatte.
Sie sah Janine entgegen, als ihre Kollegin ins Büro kam, und verzog das Gesicht. «Männer!»
Janine, die das letzte Ende des Gesprächs gerade noch mitgehört hatte, platzierte ihr knackiges Hinterteil auf der Ecke von Maggies Schreibtisch und grinste.
«Hast du dich von ihm getrennt?»
«Ich musste. Warum kann ich keinen Mann finden, der akzeptiert, dass mir meine Arbeit wichtig ist? Ich find’s unerträglich, wenn sie jedes Mal, wenn ich länger arbeite, schmollen und beleidigt tun. Ehrlich gesagt habe ich weder die Zeit noch die Geduld, um auf Zehenspitzen das Ego irgendeines Mannes zu umkreisen.»
«Ich weiß, was du meinst.» Janine hob mitfühlend die Schultern.
«Trotzdem – für manche Sachen sind sie schon zu gebrauchen!», sagte Maggie wehmütig.
«Hmm. Was wir wirklich bräuchten, wäre ein männlicher Betthase – immer bereit für Sex, aber sonst anspruchslos!»
Maggie lachte bedauernd und öffnete eine Akte, die sie längst gelesen haben sollte.
«Ich für meinen Teil würde mich an One-Night-Stands halten, wenn es heutzutage nicht so riskant wäre.»
«Weißt du, früher ließen die besten Bordelle ihre Mädels regelmäßig von einem Arzt auf Krankheiten untersuchen. Das bräuchten wir berufstätigen Frauen jetzt. Gigolos, garantiert sicher, gebucht mit einer American-Express-Karte.»
«Ein Bordell für Frauen? Wenn’s das bloß gäbe!» Maggie rollte ihre Augen und wandte ihre Aufmerksamkeit der Arbeit zu.
Später, als die meisten aus dem Büro schon nach Hause gegangen waren, kam Janine nochmal an Maggies Schreibtisch vorbei.
«Bald fertig?»
Maggie blickte zerstreut auf.
«Hmm?»
«Ich dachte bloß – du machtest vorhin den Eindruck, als könntest du eine kleine Aufmunterung gebrauchen. Ich mache mich in einer halben Stunde auf den Weg in meinen Health-Club. Dort gibt es einen guten Fitnessraum, den auch Gäste von Mitgliedern benutzen können. Hättest du Lust mitzukommen?»
Zuerst wollte Maggie ablehnen. Sie kannte Janine kaum, und es war ein langer Tag gewesen. Dann dachte sie an die stressmindernde Wirkung, die anstrengende körperliche Betätigung mit sich brachte, und fragte sich, warum eigentlich nicht.
«In einer halben Stunde, hast du gesagt?»
Janines Lächeln hatte etwas Katzenhaftes, als sie nickte und wegging.
Der Health-Club überraschte Maggie. Sie hatte ihn noch nie vorher bemerkt, er lag etwas außerhalb der Stadt, an der Lady’s Lane. Und obwohl er hinter einem Gewirr anderer Gebäude versteckt war, war der umgebaute Fabrikkomplex zu groß, um vollkommen verdeckt zu sein. Sie durchliefen am Eingang einen ausgeklügelten Sicherheitscheck.
«Das muss aber ein ganz besonderer Health-Club sein!», witzelte sie, als Janines Mitgliedskarte elektronisch gescannt wurde.
«Man kann hier nur auf Empfehlung Mitglied werden. Überleg dir, was du davon hältst, und wenn du magst, befürworte ich deinen Antrag.»
Einmal durch die äußere Eingangstür und vorbei an dem äußerst gepflegten Empfangsherrn in der Lobby, traten sie durch schwere, doppelte Eichentüren.
«Wow!»
Maggie pfiff leise durch die Zähne, als sie die glänzenden Stilmöbel in der Diele und die von Wand zu Wand reichenden, deckenhohen Spiegel betrachtete, die den auf Hochglanz polierten Marmorfußboden widerspiegelten.
«Hier entlang.»
Maggies Absätze klackten laut auf dem Boden, als sie Janine in die Umkleideräume folgte. Janine entledigte sich schnell ihrer Arbeitskleidung und warf ihren schlanken, geschmeidigen Körper in enganliegendes gelbes Lycra. Sie bürstete ihr dickes blondes Haar zu einem glatten Vorhang und flocht daraus einen einzelnen Zopf, der über eine Schulter hing. Ihr schwerer, stumpf geschnittener Pony zog die Linie ihrer Augenbrauen nach und bildete einen Rahmen für ihre klaren veilchenblauen Augen.
Maggie zog sich langsamer an und sah sich dabei interessiert um. Ebenso wie in der Eingangshalle waren auch hier die Wände so verspiegelt, dass sie sich und Janine aus jedem Blickwinkel sehen konnte. Im Hintergrund spielte leise Vivaldi. Auf dem Waschtisch, der sich entlang einer verspiegelten Wand erstreckte, standen feine Porzellanschalen, die von duftendem Potpourri überquollen.
«Was hältst du davon?»
Maggie war sich bewusst, dass Janine ihre Reaktion genau beobachtete, und war sofort irritiert von der Intensität ihres Blickes.
«Es wirkt sehr … luxuriös», antwortete sie vorsichtig.
«Das ist es. Hier wird dir jeder Wunsch von den Lippen abgelesen.»
Maggie sah überrascht auf, weil sie meinte, eine Doppeldeutigkeit in der Stimme ihrer Kollegin herausgehört zu haben, aber Janine lächelte ihr nur unschuldig zu und winkte sie aus dem Raum.
Am Ende des Flures sah Maggie auf der rechten Seite noch eine doppelte Eichentür, fest verschlossen. Sie konnte laute, pulsierende Musik hören, gedämpft von den dicken Türen, aber unverkennbar.
«Was befindet sich dahinter?», fragte sie Janine, aber die schüttelte nur ihren Kopf.
«Nur für Mitglieder. Komm hier entlang.»
Sie ging quer durch den Flur auf die gegenüberliegenden Türen zu und wartete darauf, dass Maggie ihr folgte. Maggie sah gedankenvoll den Flur hinab und holte sie dann ein.
Der Fitnessraum war riesig und besser ausgestattet als alles, was Maggie jemals gesehen hatte. Es gab das neueste elektronische Equipment, und reichlich flauschige Handtücher hingen über der Messingstange bereit, die an den Wänden entlanglief. Dazu die allgegenwärtigen Spiegel.
«Du kannst deinem eigenen Spiegelbild nicht entkommen!», sagte sie und wunderte sich über den unerklärlichen Schauer der Erregung, der sie durchzog.
Janine lachte.
«Daran gewöhnst du dich.»
«Janine! Wie schön, dich zu sehen!»
Maggie machte große Augen, als ein blonder Adonis auf sie zuschlenderte und Janine umarmte. Er war groß, mindestens 1,90, und sein Körper, der von makellosen weißen Shorts und einem ärmellosen T-Shirt vorteilhaft zur Geltung gebracht wurde, war muskulös, gut gebaut und strotzte vor Gesundheit.
«Antony! Lieber! Ich hab eine Freundin mitgebracht.» Janine stellte sich auf die Zehenspitzen, um ihm etwas ins Ohr zu flüstern, dann wandten sich beide an Maggie. «Maggie, das ist Antony, der Inhaber vom Black Orchid Club.»
«Black Orchid?»
«Ganz genau. Sehr erfreut, dich kennenzulernen.»
Antony schob Janine auf eine Seite, sodass sie von einem Arm gehalten wurde, während er Maggie mit dem anderen umschlang. Sie spürte seine Stärke um ihre Schultern und nahm einen schwachen, erotischen Duft von frischem männlichem Schweiß wahr.
Auf derartige Vertraulichkeiten nicht gefasst, flogen ihre Augen aufwärts – und trafen auf Antonys offenen, grauen Blick. Seine Augen verengten sich abschätzend, und sie runzelte die Stirn, während sie sich unter seinem prüfenden Zugriff wand. Sein Arm verengte sich um ihre Schultern, stellte sie ruhig. Endlich ließ er sie los, und Maggie seufzte, als ihr klar wurde, dass sie den Atem angehalten hatte.
«Komm», sagte er energisch, «wärm dich erst mal auf diesen Fahrrädern auf. Dann wird Tristan ein Programm für dich zusammenstellen. Tris!»
Ein athletisch gebauter junger Mann mit frischem Lächeln erschien an seiner Seite.
«Kümmere dich um diese beiden reizenden Damen, Tristan. Ich würde sagen, ein einstündiges Workout, gefolgt von einer entspannenden Massage und einer Sitzung im Dampfraum.»
Mit einem kleinen Stups ließ Antony sie in der Obhut des strahlenden Trainers zurück.
«Ist er immer so dominant?», schnaufte Maggie, als sie in die Pedale trat, verblüfft über Antonys selbstherrliche Planung für ihren Abend. «Was wäre, wenn ich gar keine Massage will und auch keinen Ausflug in seinen bescheuerten Dampfraum?»
Janine lachte.
«Entspann dich. Du brauchst hier keine Entscheidungen zu treffen. Du zahlst dein Geld, und jemand anders sagt dir, was du tun sollst. Du wirst die Massage lieben, das garantiere ich dir. Du hast Glück – normalerweise dürfen Gäste nur in den Fitnessraum und in die Duschen. Aber danach wirst du mit Sicherheit Lust auf den Dampfraum haben! Lass dich einfach treiben.»
Maggie sagte nichts, war zufrieden damit, sich umzuschauen. Der Fitnessraum war verwirrend, die Spiegelwände ließen ihn viel größer erscheinen, als er tatsächlich war. Etwa ein Dutzend Frauen arbeitete sorgfältig an ihren Übungen, wobei ihre Trainer sie genau beobachteten. Ungewöhnlich für ein Frauen-Fitnessstudio, schien dieser Job hier eine ausschließlich männliche Domäne zu sein. Jeder trug schwarze Shorts und ein ärmelloses T-Shirt. Diejenigen, die gerade nicht dabei waren, eine Kundin zu betreuen, nutzten die Maschinen selbst.
Einer zog Maggies Aufmerksamkeit besonders auf sich. Er arbeitete am anderen Ende des Raumes an der Beinpresse und war, wie alle anwesenden Männer, jung und gut entwickelt. Wenn er sich gegen die Gewichte stemmte, wölbten sich die Muskeln an seinen Oberschenkeln, wenn er sie wieder an seine Brust zog, traten sie zurück. Er wandte Maggie den Rücken zu, aber sie konnte sein Gesicht im Spiegel sehen.
Es war ein außergewöhnlich schönes Gesicht, gebräunt, mit einem markanten Kinn und symmetrischen Zügen. Selbst aus dieser Entfernung konnte Maggie sehen, dass seine Augen einen beunruhigenden Blauton hatten. Schweißtropfen glitzerten auf seinen gemeißelten Schultern, die der Rückenausschnitt seines schwarzen Muskelshirts frei ließ. Und sein blondes Haar glänzte vom Schweiß, während er sich zielstrebig gegen die Gewichte stemmte.
Maggie merkte, dass sie stärker strampelte, während sie ihn beobachtete. Sie genoss das Gefühl des geschmeidigen Leders, wenn sich der Sattel an ihrem lycrabedeckten Schambein rieb. Die Musik, die durch den Fitnessraum tönte, umspülte sie. Sie spürte nur noch den Rhythmus, zu dem sie in die Pedale trat, genoss dazu die angenehm anzuschauende Vorstellung auf der anderen Seite des Raumes und wie sich die Muskeln des jungen Mannes dehnten und wieder entspannten.
Sie ließ ihre Augen wieder hinauf zu der Reflexion seines Gesichts wandern und merkte plötzlich, dass er ihren Blick im Spiegel erwiderte. Als ihre Augen sich trafen, zwinkerte er.
Maggie schreckte schuldbewusst auf, als ein scharfes «Ping» auch schon signalisierte, dass sie genug geradelt hatte, und Tristan wie aus dem Nichts an ihrer Seite auftauchte. Er lächelte.
«Wie ich sehe, hast du unseren Alexander bemerkt», sagte er anerkennend.
Peinlich berührt wechselte Maggie das Thema. Von da an konzentrierte sie sich darauf, sich bis an die Grenze ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit anzustrengen, genoss ihre eigene Stärke und Gelenkigkeit. Es tat gut, ihren Körper zu fordern, sich jedes einzelnen Muskels, jeder Sehne bewusst zu werden, während sie sich bewegte.
Langsam fing sie an, sich zu entspannen. Niemand störte sie. Janine konzentrierte sich auf ihr eigenes Programm. Tristan war da, um sie durch eine Geste oder ein Lächeln zu ermutigen, aber er versuchte nicht wieder, Maggie in ein Gespräch zu verwickeln. Die Musik beruhigte sie, es war angenehm, dass nirgends Geplapper zu hören war. So war sie in der Lage, sich ausschließlich auf ihren Körper zu konzentrieren und auf die Anforderungen, die er an sie stellte.
Sie fand es beinahe schade, als die Stunde um war, obwohl ihre Glieder von ihren Bemühungen schmerzten und sie in Schweiß gebadet war. Tristan reichte ihr zwei warme Handtücher für die Dusche.
Als sie über den Flur zum Umkleideraum gingen, wurden ihre Augen wieder von der Tür am Ende angezogen. Janine bemerkte ihr Interesse und lächelte.
«Vielleicht ein anderes Mal! Jetzt werden wir schon woanders erwartet.»
Maggie ließ sich in den Umkleideraum bugsieren. Ein heißer Wasserstrahl ergoss sich über ihre Haut, ließ sie prickeln und färbte sie rosa. Als sie rauskam und ihr langes dunkles Haar aus der Einwegduschhaube geschüttelt hatte, folgte Maggie Janines Beispiel und wickelte das trockene Handtuch wie einen Sarong um ihren nackten Körper, bevor sie sich auf den Weg in den Massageraum machten.
Der Raum, zu dem eine Tür auf der anderen Seite der Umkleide führte, war ziemlich klein und bot gerade Platz für zwei Liegen, die von den allgegenwärtigen Spiegeln reflektiert wurden. Janine warf ihr Handtuch ab und legte sich mit dem Gesicht nach unten auf die eine Liege. Maggie folgte ihrem Beispiel und schloss die Augen, während sie auf das Erscheinen der Masseurin wartete. Sie öffnete sie wieder, als die Tür sich leise schloss, und sah sich einer Aufmerksamkeit ausgesetzt, die nicht von der erwarteten weiblichen Fachkraft ausging, sondern von Alexanders lächelndem blauem Blick.
Maggie kam halb hoch, doch dann erinnerte sie sich, dass sie vollkommen nackt war, und ließ sich wieder sinken. Ihr Herz schlug unregelmäßig gegen die gepolsterte Liege, als sie beobachtete, wie Alexander quer durch den Raum zu einem Schränkchen ging und eine große Flasche Massageöl herausnahm. Als er den Deckel abschraubte, erfüllte der starke, berauschende Duft von Jasmin den Raum. Er hatte auch geduscht, und sie konnte sehen, wie feuchtes Haar sich in seiner zarten Nackenbeuge lockte.
Janines Masseur war schwarzhaarig und muskulös, seine Schultern teils von dunklen Haarbüscheln bedeckt. Maggie merkte, wie er Janines Augen im Spiegel suchte, und holte tief Luft angesichts des Blicks, den die beiden wechselten. Dennoch war kein Wort gefallen, seit die beiden Männer hereingekommen waren.
Maggie stöhnte unfreiwillig, als Alexanders Hände das erste Mal ihre Haut berührten. Seine Finger waren lang und geschickt, sie kneteten die verspannten Muskeln in ihrem Nacken und in den Schultern, wollten sie dazu bewegen loszulassen. Langsam, unter den beharrlichen Überzeugungsversuchen seiner Hände, fing sie an, sich zu entspannen, die Verkrampfung in ihren Armen und in ihren Hinterbacken zu lösen und sich ganz ihrem Gefühl zu überlassen.
Im Massageraum gab es keine Musik, nur den Rhythmus ihres eigenen Atems, der in ihren Ohren unnatürlich laut klang, und das gelegentliche Klatschen von Öl auf bloßer Haut.
Maggie schloss ihre Augen und verkniff sich ein lustvolles Stöhnen, als Alexanders Handballen mit langen, festen Strichen ihre Arme hinunter- und wieder hinaufglitten. Nach ein paar Augenblicken wandte er seine Aufmerksamkeit ihren Händen zu, einer nach der anderen, streichelte jeden Finger und knetete sanft jedes Gelenk.
Er war unendlich geduldig, achtete einzig und allein auf ihr Wohlbefinden, als er schließlich weiter an ihrem Körper hinabglitt, zum langen Bogen ihres schlanken Rückens und dem deutlichen Einschnitt ihrer Taille. Als seine Handflächen über ihre Schulterblätter wanderten und die Körperseiten nachzogen, spürte Maggie, wie ihre Brüste sich schwellend gegen den Tisch schmiegten und seine Berührung erwarteten. Sie war beinahe enttäuscht, als seine streichelnden Finger sie wiederholt ausließen und er sich stattdessen ihren Beinen zuwandte.
Ihre Waden und Oberschenkel erschauerten unter der zarten, liebevollen Fürsorge, mit der er systematisch die Spannung aus ihnen herausmassierte. Maggie hatte das Gefühl, dass ihre Beine, wenn sie in diesem Moment versuchen würde, sich hinzustellen, zu schwach wären, um ihr Gewicht zu tragen. Sie fühlten sich an wie verflüssigt.
Sie schnappte nach Luft, als er seine Aufmerksamkeit plötzlich, unerwartet, ihren nackten Pobacken zuwandte. Er knetete die Muskeln dort intensiv. Sie spürte, wie sie vor Scham rosarot anlief, als ihre widerstrebenden Backen einzeln von Alexanders großen Händen aufgenommen und sanft gedrückt wurden, bis sie merkte, wie sie zögerlich anfing loszulassen und die letzten Anzeichen von Widerstand sich verflüchtigten.
Ihr Atem ging flach und keuchend, und sie spürte, wie sich von ihrem Zentrum her eine wohlbekannte sexuelle Wärme in ihrem Körper ausbreitete. Die indirekte Stimulierung ihrer intimsten Stellen ließ sie feucht werden, die zarten Falten schwollen an, erahnten eine Berührung, die niemals stattfand.
Alexander verteilte seine Aufmerksamkeiten gewissenhaft, ließ keinen Quadratzentimeter ihres Hinterns aus, knetete und drückte, bis Maggie spürte, wie die Feuchtigkeit zwischen ihren Beinen in das weiche Handtuch unter ihren Hüften sickerte und sich mit dem warmen, glitschigen Öl vermischte, das großzügig auf ihrem kribbelnden Hintern verteilt worden war.
Sie öffnete ihre Augen ein kleines bisschen und beobachtete verstohlen Alexanders Gesicht im Spiegel, während er ihre Pobacken rhythmisch teilte und schloss. Mit halbgeschlossenen Lidern betrachtete er die Bewegung, die seine Hände erzeugten. Also war sie nicht die Einzige, die die Massage genoss!
Sie schloss ihre Augen wieder und versuchte sich in Alexander hineinzuversetzen, stellte sich vor, was er sehen konnte. Ohne eingebildet zu sein, wusste sie, dass ihr Körper gut war, die Haut glatt und makellos. Sie wusste, dass ihre Rückseite harmonisch geformt war, sie hatte gerade Schultern, ihre Taille war schmal, ihre Hüften sanft geschwungen.
Sie wusste, dass Alexander auf die Art, wie er sie jetzt behandelte, die dunkle, geheime Spalte zwischen ihren Pobacken mit ihrer kleinen runzligen Öffnung bloßlegte. Und wahrscheinlich auch die weichen, feuchten Locken am Punkt des Zusammentreffens ihrer Schenkel. Wenn Janine nicht auf dem Nebentisch liegen würde …
Sie schaute zu ihrer Kollegin hinüber. Janine lag träge da, ihr Gesicht zu Maggie gedreht, ein seliges Lächeln spielte um ihre weichen Lippen. Maggie wusste, dass der Ausdruck auf Janines Gesicht sich in ihrem widerspiegelte, und seufzte.
Mit geschlossenen Augen schwelgte sie in der seligen Mattigkeit, die von ihren Gliedern Besitz ergriffen hatte. Die Stille umhüllte sie, beruhigte ihren Geist, sodass sie nichts weiter wahrnahm als Alexanders starke, wissende Hände, die ihren Körper durchkneteten.
Erst als sie jegliche Verkrampfung ihrer Glieder aufgegeben hatte, fing Alexander an, sich wieder zu ihren Schultern hochzuarbeiten. Maggie wusste, dass er dieses Mal beim Kneten nichts mehr von dem Widerstand vorfand, der seinen Fingern vorhin begegnet war. Jetzt fühlte seine Berührung sich mehr wie eine Liebkosung an, und sie spürte einen Schauer ihren Rücken hinunterrieseln.
Er beugte sich jetzt über sie, nah genug, dass sie die Wärme seines Körpers spüren konnte. Sie wollte sich auf der Liege herumdrehen und ihre Arme ausstrecken, um ihn zu sich herabzuziehen.
Sie stöhnte auf, als sie seine Lippen sanft auf der zarten Stelle hinter ihrem linken Ohr spürte. Der Kuss war so flüchtig und federleicht, dass sie sich fragte, ob sie ihn sich in ihrem erregten Zustand vielleicht nur eingebildet hatte.
Während sie noch immer darüber nachdachte, ließ Alexander seine Handflächen an ihren Körperseiten hinuntergleiten, um ein letztes Mal die Haut glatt zu streichen. Maggie beobachtete mit schweren Lidern, wie er an ihr vorbeiging, um sich an dem winzigen Waschbecken in der Ecke das Öl von den Händen zu waschen. Sie lächelte, als sie die deutliche Beule in seinen Shorts bemerkte – sie hatte schon immer Männer bewundert, die ihre Arbeit genossen!
Trotzdem blieb bei ihr ein deutliches Gefühl von Enttäuschung zurück, während sie und Janine sich schweigend in ihre Handtücher hüllten und von den Liegen glitten. Ihre Beine fühlten sich wackelig an, als sie Janine ins Dampfbad folgte, und sie war froh, auf die harte Holzbank sinken zu können.
Der Dampf war dicht und duftend. So dicht, dass Maggie kaum Janines Gesichtszüge ausmachen konnte, als sie sich so neben sie setzte, dass ihre bloßen Schultern einander beinahe berührten.
Die Massage hatte sie schläfrig gemacht, also lehnte Maggie ihren Kopf an die kühlen Fliesen und schloss ihre Augen. Sie bildete sich ein, dass sie immer noch den zarten Hauch von Alexanders Lippen auf ihrer Haut spüren konnte, und sie hob ihre Hand, um die Stelle, auf die er sie geküsst hatte, mit den Fingerspitzen zu berühren. Merkwürdig, dass so ein kleiner Kuss sie erotisch derart unter Strom gesetzt hatte, und ihr wurde klar, dass sie ihn nicht vergessen konnte. Alexanders Anblick – beim Krafttraining im Fitnessstudio, beim Betreten des Massageraums, während er sie massierte – ging ihr durch den Kopf und verdrängte alles andere.
Was, wenn sie ihrem Bedürfnis nachgegeben und ihn berührt hätte … Was hätte er dann getan? In Gedanken sah Maggie, wie sie ihn auf die Liege hinunterdrückte, damit sie diesen starken Körper so erkunden konnte, wie er es mit ihrem getan hatte. Sie bewegte sich auf der Bank hin und her, als sie sich vorstellte, wie sie ihren Mund über seinem schloss, ihn schmeckte, seine Zunge in ihren Mund zog, während sie ihn mit ihrem ganzen Körper umarmte.
Es dauerte einige Augenblicke, bis sie spürte, dass noch jemand in den Dampfraum gekommen war. Gefangen in ihrer harmlosen Phantasie, hatte sie kaum bemerkt, dass die Tür sich leise zischend geöffnet und wieder geschlossen hatte.
Ihre Augen flogen auf, als sie die feste, sichere Berührung männlicher Finger spürte, die sich von ihrem Knöchel aus ihre Wade hinaufbewegten. Der Dampf war jetzt so dicht, dass ihre Augen ihn nicht durchdringen konnten, obwohl sie den Kuss eines warmen Atems an ihrer Schulter spürte.
Ein kleiner Seufzer des Mädchens neben ihr sagte Maggie, dass Janine die gleiche Behandlung erfuhr, und sie drehte sich ebenfalls ein wenig auf der Bank, sodass sie Rücken an Rücken dasaßen und einander stützten.
Ihre anfängliche Unruhe verschwand bereits, als eine Hand ihr das Haar aus dem Nacken strich und es über ihre Schulter fallen ließ. Die Finger fühlten sich vertraut an, fast liebevoll, und Maggie lächelte, als sie Alexanders Berührung wiedererkannte.
Sie hielt den Atem an, als er sie einen langen, köstlichen Augenblick allein ließ. Sie hatte ihren Lidern gestattet, zuzufallen und ihre Augen zu verschließen, und war deshalb auf den plötzlichen, schockierenden Druck seiner Daumen auf ihre steifen Brustwarzen nicht vorbereitet.
Es war, als hätte ein Stromstoß sie durchzuckt. Als hätte er den Einschaltknopf für ihr Begehren gedrückt, indem er sie nirgends außer an der äußersten Spitze ihrer harten Nippel berührt hatte. Ihr Mund fühlte sich trocken an und ihr Hals wie zugeschnürt, im Gegensatz dazu schwollen die empfindlichen Zonen zwischen ihren Beinen an und wurden feucht.
Die bloße Haut von Janines schmalem Rücken lag feucht an ihrem. Maggie legte ihren Kopf zur Seite, um die geflieste Wand als Stütze zu haben, und drückte ihre Brüste raus, die mehr wollten als nur diesen einen, kurzen, aufwühlenden Kontakt.
Alexanders Atem war warm an ihrem Ohr, während er seine Hände über die weiche Haut an der Innenseite ihrer Schenkel gleiten ließ. Sie leistete keinen Widerstand, als er ihre Beine öffnete und ihr Knie so beugte, dass ihr linker Fuß flach auf der Bank stand und der andere mit dem Zeh knapp den Boden berührte.
Maggie klammerte sich mit den Händen an der Wand und der Bank fest, als er anfing, kleine Kreise auf der empfindlichen Oberfläche ihrer inneren Oberschenkel zu beschreiben, und sich langsam ihren geschwollenen Schamlippen näherte. Das Warten war unerträglich, ihre Klitoris sehnte sich seinen liebkosenden Fingern entgegen, bebte voller Vorfreude auf seine Berührung.
Ihr ganzer Körper brannte in dem Bedürfnis nach Erlösung, geweckt durch die lange, sinnliche Massage und ihre davon ausgelösten Phantasien. Jetzt zählte einzig und allein die Befriedigung des Begehrens, das sie ergriffen hatte. Mit einer Stimme, die sie nicht als ihre eigene erkannte, hörte Maggie sich selbst flüstern: «Bitte … ach bitte!»
Die Rückseite seiner Finger berührte ihre feuchten Locken beinahe liebevoll, und ein heiseres Stöhnen entschlüpfte ihrer Kehle. Das Atmen fiel in der dampfgeschwängerten Luft so schwer, dass sich ihr Mund im Ringen um Luft leicht öffnete. Er ließ sie noch ein paar Sekunden warten, bis er endlich und mit unerschütterlicher Genauigkeit ihre sprießende Lustknospe zwischen Zeigefinger und Daumen nahm und sanft daran zog.
Maggie spürte, wie die warme Welle durch ihren Körper raste, sich langsamer bis zu ihren Fingerspitzen ausbreitete, während er sanft das geschwollene Fleisch zwischen Finger und Daumen hin und her bewegte. Sein Atem war heiß in ihrem Ohr, als er flüsterte:
«Weiter auseinander!»
Maggie gehorchte automatisch, spreizte ihre Beine, so weit sie konnte. Sie keuchte, als er seine freie Hand nutzte, um ihr rechtes Bein noch weiter vom linken wegzudrücken, das immer noch gebeugt auf der Bank stand. Als er sicher war, dass sie die Position halten konnte, griff er nach ihrem linken Knöchel und streckte das Bein so weit, dass sie sich mit dem Fuß an der Wand abstützen konnte.
In dem Gefühl, die Spannung nicht mehr länger ertragen zu können, ohne zu zerbersten, schrie Maggie auf, als er plötzlich drei Finger in ihr hungriges Geschlecht steckte und aufwärtsbewegte, während er zur gleichen Zeit mit seinem Daumen auf ihre zitternde Knospe drückte. Maggie konnte sich nicht länger beherrschen. Während eine Zuckung nach der anderen von ihr Besitz ergriff, streckte sie ihre Beine hoch in die Luft, öffnete sich so weit, wie ihr Körper es ihr ermöglichte.
Gerade als sie dachte, jetzt müsse es vorbei sein, nahm Alexander seine Hände weg, und sie spürte, wie sich seine heißen, nassen Lippen auf ihre Klitoris legten, um ihr auch noch die letzten Nachbeben zu entlocken.
Als der Orgasmus schließlich verebbte, brach sie erschöpft an Janine zusammen, ihre Beine sanken hinab, ihr Körper war schweißgebadet. Janines Haut fühlte sich feucht an, und Maggie klammerte sich an ihr fest, als ihre Kollegin sich umdrehte und die Arme um sie legte. Maggie öffnete ihre Augen, bemerkte die Ekstase, die auf Janines Gesicht leuchtete, und lächelte.
Der Dampf löste sich jetzt langsam auf, und sie merkte, dass Alexander und der Mann, der mit Janine zusammen gewesen war, sich in Luft aufgelöst hatten. Sie spürte einen spitzen Stich der Enttäuschung, dass sie nicht die Gelegenheit gehabt hatte, Alexander die gleiche Aufmerksamkeit zu erweisen, die er ihr erwiesen hatte. Sie hätte große Lust darauf gehabt, ihn zu genauso einem fiebrigen Höhepunkt besinnungsloser Ekstase zu bringen, wie sie ihn erlebt hatte.
Allmählich bemerkte sie, wie Janine ihre kleinen Brüste so eindringlich gegen die ihren presste, dass sich die erigierten Spitzen hart an ihr rieben. Janines Finger zogen eine Spur um ihren Haaransatz, und einen Augenblick lang wusste Maggie nicht, was sie tun sollte.
Das Gesicht des anderen Mädchens war so dicht an ihrem, dass sie die Süße ihres Atems riechen konnte. Ihre geöffneten Lippen waren so nah, dass Maggie ihre feuchte, pinkfarbene Zungenspitze sehen konnte, die sich herausschlängelte und an den Schweißperlen auf dem weichen Flaum ihrer Oberlippe leckte.
Sie war noch nie von einer Frau geküsst worden und hielt den Atem an, als Janine ihre weichen Lippen über ihre bewegte, vor und zurück, sie überredete, ihren Mund zu öffnen. Maggies Augen flatterten zu, als die Zunge des anderen Mädchens ihre Zunge schmeckte, ihr süßer, warmer Mund sich über dem von Maggie schloss. Mit einer Gewichtsverlagerung grätschte Janine sich so über Maggie auf die Bank, dass sie rittlings über ihrem Schoß saß, ihre Knie auf beiden Seiten von Maggies Beinen. Maggie konnte den nassen, offenen Mund ihrer Vulva auf ihren eigenen, sittsam geschlossenen Oberschenkeln spüren und versteifte sich. Es war kein unangenehmes Gefühl, aber Janines Weichheit fühlte sich ganz anders an als der männliche Körper, nach dem sie sich verzehrte. In diesem Augenblick wollte Maggie die harte, moschusduftende Stärke eines Mannes, und obwohl sie Janine nicht kränken wollte, zog sie sich sanft zurück.
Janines veilchenfarbene Augen starrten sie vorwurfsvoll an, und ohne zu überlegen, küsste Maggie sie auf die Nasenspitze. Janine lächelte und kletterte mit einem Schulterzucken von ihrem Schoß herunter.
«Fertig zum Aufbruch?», fragte sie mit Bedauern in der Stimme, und Maggie nickte.
Sie zogen sich schweigend an, und als sie auf die mittlerweile rabenschwarze Straße traten, war Janine wieder ganz die Alte.
«Und – was meinst du?», fragte sie Maggie, als sie beim Parkplatz angekommen waren.
«Es war … außergewöhnlich!»
«Und hättest du Lust, Mitglied zu werden?»
Maggie dachte an Alexanders rätselhaftes Lächeln und zögerte keine Sekunde.
«Was muss ich tun?»
«Du musst Antony überzeugen, dich aufzunehmen.»
Antony. Maggie erinnerte sich daran, wie er sie angesehen hatte, und spürte einen kleinen Schauer der Erregung ihren Rücken hinaufrasen. Sie blickte Janine über das Autodach hinweg in die Augen.
«Antony? Wie bewerbe ich mich?»
Janine lächelte ihr selbstbewusstes, katzenartiges Lächeln.
«Du bewirbst dich nicht. Ich vereinbare ein Vorstellungsgespräch.»
Maggie nickte, bevor sie in ihr Auto glitt und den Motor anließ. Sie hatte das Gefühl, dass Janine davon ausgehen würde, dass sie ihr einen Gefallen schulde, wenn sie Maggie in den Black Orchid Club hineinbrachte. Sie dachte an ihre offene Rechnung bei Alexander und lächelte in sich hinein. Das war eine andere Schuld, die sie noch begleichen musste.
Während sie nach Hause fuhr, fragte Maggie sich, wie lange es wohl dauern würde, bis Janine ihr das Interview organisiert hätte. Das Bild von Antonys glühendem, muskulösem Körper drängte sich in ihren Kopf, und sie zitterte vor Wonne.
Zwei zermürbende Wochen lang begegnete Janine Maggies Fragen nur mit einem Schulterzucken und einer immer gleichen Antwort.
«Es hängt alles davon ab, wann – und ob – Antony dich unterbringen kann.»
Die Erinnerung an Alexanders geschickte Hände verfolgte sie, und Maggie erwischte sich mitten in einem Arbeitstag beim Tagträumen, wie sie sich ihr nächstes Zusammentreffen ausmalte. Dennoch, das fiel ihr erst jetzt auf, hatten sie kein einziges Wort gewechselt. Sie war sowohl fasziniert als auch irgendwie beschämt angesichts der Tatsache, dass ein solch unpersönlicher Kontakt sie derart erregen konnte.
Gerade als sie begann, die Hoffnung aufzugeben, dass Antony sich jemals dazu herablassen würde, sie «unterzubringen», kam Janine um die Mittagszeit an ihrem Schreibtisch vorbei und erwähnte ziemlich beiläufig, dass das Gespräch für sieben Uhr an diesem Abend angesetzt worden sei.
«Heute Abend?» Maggie klappte der Unterkiefer runter, und Janine lachte.
«Ja – hast du keine Zeit?»
Maggie dachte an die langen, einsamen, zermürbenden Abende, die sie damit verbracht hatte, auf diesen Termin zu warten, und lachte beinahe laut auf.
«Ich werde da sein», versprach sie. Bevor sie ihre Absicht durchschaute, hatte Janine sich über den Tisch gebeugt und sie mitten auf den Mund geküsst.
Maggie war so verdattert, dass sie ihr beim Weggehen zusah, ohne ein Wort zu sagen. Sie konnte spüren, wie Bob am Nachbartisch sie vollkommen ungläubig ansah, aber als sie schließlich genug Mut zusammenhatte, um ihm in die Augen zu sehen, guckte er eilig weg und fing an, auf seinem Schreibtisch in irgendetwas herumzukramen.
«Was für ein Sinn für Humor!», sagte Maggie unsicher, und Bob lachte höflich, ohne aufzublicken.
Der Zwischenfall warf Maggie derart aus der Bahn, dass sie nicht mehr länger in der Lage war, sich zu konzentrieren. Also machte sie früher Schluss und beeilte sich, nach Hause zu kommen. So hatte sie Zeit für ein ausgiebiges heißes Bad, sie schwelgte förmlich im duftenden Wasser. Sie schloss ihre Augen, ließ ihre Hände über ihre glitschige Haut gleiten und stellte sich vor, es wären Alexanders. Oder Antonys.
Wie konnte es sein, dass es egal schien, wessen Hände es waren? Sie runzelte die Stirn, als ihr klar wurde, wie sehr sie sich wünschte, als Mitglied im Black Orchid Club aufgenommen zu werden. Sie konnte sich nicht daran erinnern, dass sie jemals etwas anderes so sehr gewollt hatte. Sie wollte das Recht haben zu sehen, was hinter den schweren Eichentüren am Ende des Korridors vorging.
Sie hatte das Gefühl, dass Antonys Auswahlprozedur zu nichts nütze wäre, wenn es sich dabei nicht um etwas sehr Besonderes handeln würde, und dass deshalb das ihr bevorstehende Gespräch hart werden könne. Sie konnte sich nicht daran erinnern, jemals so nervös wegen einer Sache gewesen zu sein, nicht einmal als sie sich um ihren jetzigen Job beworben hatte.
Nach dem Bad cremte und puderte sie ihre Haut, bevor sie in ein Korselett aus reiner Seide schlüpfte, das ein Exfreund ihr mal zu Weihnachten geschenkt hatte. Bis jetzt war es ungetragen hinten in einer Schublade verkümmert. Es hatte irgendwie nie die richtige Gelegenheit gegeben, um es anzuziehen, und als sie die Strapse auf die richtige Länge brachte, war Maggie froh, dass sie es aufbewahrt hatte.
Darüber trug sie ein einfaches marineblaues Etuikleid, sodass sie sich zumindest von außen mit ihrer normalen, businessmäßigen Persönlichkeit präsentierte. In ihrem Innern jedoch zitterte sie, als sie sich dem Club näherte. Sie atmete ein paarmal tief und beruhigend durch, parkte das Auto auf dem privaten Parkplatz und kontrollierte ihr Make-up im Rückspiegel, bevor sie hineinging.
Antony beobachtete aus dem Fenster seines Apartments im dritten Stock, wie Maggie über den Parkplatz schlenderte. Sie sah cool aus, voller Selbstbeherrschung, ihre eleganten Gesichtszüge waren ruhig. Er stellte sich vor, wie dieselben Gesichtszüge leidenschaftlich verzerrt aussehen müssten, und spürte, wie sich etwas in seinen Lenden regte.
«Ist sie da?»
Er drehte sich vom Fenster weg, als Alexander in schwarzen Shorts mit noch müden Augen durch den Raum wankte, ein Glas in der Hand. Antony runzelte die Stirn.
«Champagner zum Frühstück?», fragte er mit hochgezogener Augenbraue.
Alexander lächelte, kein bisschen gekränkt.
«Aber natürlich. Zum Frühstück, zum Abendbrot und zum Tee. Meine Schicht beginnt in ungefähr einer halben Stunde, sodass ich erst morgen und tagsüber wieder zum Schlafen komme. Bis später – amüsier dich!»
Antony beobachtete, wie er sein Muskelshirt überzog, quer durchs Zimmer sprang und aus dem Hinterausgang glitt. Er schüttelte nachsichtig den Kopf. Niemand konnte Alexander lange böse sein, er am allerwenigsten. Alexander war einfach einer dieser seltenen Menschen, die es liebten zu geben. Er hatte kein Bedürfnis nach Exklusivität, wenn es um seine sexuellen Gewohnheiten ging, und er gab jedem, der seine Gesellschaft wünschte, gleichermaßen willig. Weshalb er auch so unglaublich beliebt war, wie Antony sich wieder einmal vergegenwärtigte und dann seine Aufmerksamkeit wieder der Sache zuwandte, die als Nächstes anstand.
Er lächelte, als die Tür aufging und Maggie hereingeführt wurde.
«Hallo!», sagte er und kam ihr gleich entgegen, um ihre Hand mit beiden Händen zu greifen.
Sie zitterte leicht in seinem Griff und verriet damit ihre innere Aufregung. Also war sie doch nicht so selbstbeherrscht, wie sie auftrat. Alexander hatte recht – er würde es genießen, diese hier in den Club einzuführen. Er lächelte.
«Ich freue mich, dass du kommen konntest. Einen Drink?»
«Ja, gern. Einen trockenen Martini, bitte.»
Er mixte ihr einen Martini und nahm sich selbst Champagner, den er in das Glas schenkte, welches Alexander auf dem Couchtisch stehengelassen hatte. Maggie setzte sich vorsichtig auf das weiße Ledersofa. Als sie darauf niedersank, rutschte ihr Kleid an den Oberschenkeln hoch und bot Antony einen reizvollen Blick auf das feste weiße Fleisch oberhalb ihrer Strümpfe. Er erlaubte seinen Augen, dort zu verweilen und das Schauspiel zu genießen, bis sie verlegen ihren Rock bis zur Mitte der Oberschenkel hinunterstrich.
«Also – Sie möchten gerne Mitglied im Black Orchid Club werden?»
Er beobachtete, wie sie ihre Kehle mit dem Martini anfeuchtete, bevor sie antwortete.
«Ich weiß es noch nicht sicher», ließ sie ihn in geschäftsmäßigem Ton wissen. «Janine hat Sie empfohlen und, da mir mein erster Besuch vor zwei Wochen gefallen hat, dachte ich, ich würde gern mehr erfahren.»
Antony beobachtete sie, dehnte die Stille zwischen ihnen aus. Er erinnerte sich an den Besuch, den sie erwähnte, und fragte sich, was sie wohl sagen würde, wenn sie wüsste, dass er von allem gehört hatte, was sich im Dampfraum zugetragen hatte. Sie versuchte so cool zu klingen, so locker, doch Antony sah den Wunsch, dem Club beizutreten, in den Tiefen ihrer haselnussbraunen Augen brennen.
Sehr langsam legte er seinen Arm auf die Rücklehne des Sofas und fuhr mit seinen Fingerspitzen über ihr nacktes Schlüsselbein. Ihre Haut war kühl, fühlte sich weich an. Er spürte, dass sie zitterte, und wusste, dass er, wenn er es jetzt darauf anlegte, nicht zurückgewiesen würde.
Es kostete ihn Mühe, sich zurückzuhalten. Er begehrte sie, aber er hatte gelernt zu warten, bis er sicher war, dass eine potenzielle Kundin genau wusste, welche Art von Dienstleistung der Black Orchid Club bot. Abgesehen davon würde es sich bei dem, was er mit Maggie vorhatte, nicht auszahlen, wenn er die Sache zu schnell anging.
Er nahm seine Hand weg und stellte sein Glas ab.
«Also gut. Dann werde ich Ihnen mehr vom Club erzählen, während wir herumlaufen.»
Maggie folgte Antony durch den Flur und in den Fahrstuhl am Ende. Sie war sich sicher gewesen, dass er vor ein paar Minuten drauf und dran gewesen war, sich an sie heranzumachen, und es verwirrte sie, dass er dann davon abgelassen hatte. Sie wollte ihre Hand ausstrecken und ihn berühren, aber war nicht sicher, welche Etikette an diesem merkwürdigen Ort galt.
Er trug an diesem Abend eine legere graubraune Hose und ein kurzärmeliges Hemd, sodass seine sexuelle Ausstrahlung gedämpfter war als beim ersten Mal, als sie ihn in Shorts und Muskelshirt gesehen hatte. Nichtsdestoweniger konnte sie in der Enge des Fahrstuhls die Hitze seines Körpers durch den dünnen Stoff seines Baumwollhemdes hindurch fühlen.
Sie hatte sich nie als eine kleine Frau gefühlt, doch Antony schien sie wie ein Turm zu überragen, gab ihr das Gefühl, winzig zu sein, verletzlich. Die lange Phase des Wartens, die diesem Vorstellungsgespräch vorausgegangen war, hatte sie nervös werden lassen, und die zweiwöchige Pause in ihrem Sexleben hatte sie ungeduldig gemacht. Vielleicht hatte sie sich geirrt – vielleicht waren die Signale, die sie von Janine aufgenommen hatte, und Alexanders unerhörtes Benehmen gar kein Vorgeschmack auf das gewesen, was der Black Orchid Club zu bieten hatte?
Als ob er ihren verwirrten Blick auf sich gespürt hätte, drehte Antony sich um und sah sie mit einem rätselhaften Ausdruck an. Als der Fahrstuhl sanft anhielt, ließ er seine Augen sehr langsam an ihrem Körper hinunter- und wieder heraufwandern, taxierte sie ganz offen und ohne dabei zu lächeln. Maggie stockte der Atem.
Seine Augen verengten sich kaum merklich, als er die plötzliche Farbe bemerkte, die ihre Wangen überzog, doch er fuhr im Plauderton fort.
«Die Umkleideräume und das Fitnessstudio haben Sie ja bereits gesehen», sagte er, als sie aus dem Fahrstuhl traten.
Maggie nickte, als er die doppelten Türen des verspiegelten Fitnessraums öffnete, und blickte sich um. Alexander half einer Kundin, mit der Beinpresse zurechtzukommen. Er blickte auf, als die Türen sich öffneten, und lächelte sie kurz an, bevor er seine Aufmerksamkeit wieder der Frau auf der Bank zuwandte. Sie war jünger als Maggie, aber sie hatte harte Gesichtszüge, und ihre Bemühungen an der Bank waren halbherzig, während sie sich an Alexanders kräftigen Körper lehnte. Würde sie hinterher mit einer Massage verwöhnt werden?, fragte Maggie sich. Sie drehte sich um zu Antony und sah, dass er sie wissend anlächelte.
In diesem Augenblick wusste sie sicher, dass sie sich nicht getäuscht hatte. Eine merkwürdige Spannung ergriff ihren Magen, als Antony ohne Vorwarnung seine Hand ausstreckte und mit seinem Daumen über ihre leicht geöffneten Lippen fuhr. Der Kontakt war kurz, doch er schickte eine geballte erotische Ladung durch Maggies Körper. Sie biss sich auf die Unterlippe, wo er sie berührt hatte, als er sich umdrehte und sie den Fitnessraum verließen.
«Warum haben Sie diesen Ort geschaffen?», fragte sie ihn in dem Versuch, ihr Gleichgewicht wiederherzustellen.
«Ich sah den Bedarf. Eine alte Freundin von mir beschwerte sich, dass Männer niemals Spielchen spielen müssten, wenn sie Sex wollten – schon immer gab es für sie einen Ort, wo sie hingehen können, wo keine Bedingungen gestellt werden. Aber Frauen sind von Natur aus vorsichtiger als Männer.»
«Das müssen wir auch», antwortete sie scharf.
«Selbstverständlich. Deshalb kam mir die Idee, eine kontrollierte Umgebung mit sorgfältig ausgewähltem Personal zur Verfügung zu stellen – und ebenso sorgfältig ausgewählten Kunden. Hier entlang.»
Er öffnete die Doppeltür am Ende des Korridors, die Maggie bei ihrem vorigen Besuch so fasziniert hatte. Sie sah sich gründlich um und entdeckte, dass sie einen großen, loungeartigen Raum mit einer halbkreisförmigen Bar am Ende und einer kleinen, erhöhten Bühne in der Mitte betreten hatten. Die Beleuchtung war schummrig, aber nicht zu sehr, und die Gestaltung und die üppigen Polstermöbel waren äußerst luxuriös. Große, bequeme Sofas waren mit dem gleichen Stoff bezogen, mit dem die vom Boden bis zur Decke reichenden Fenster auf der einen Seite geschlossen wurden. Der Vorhangstoff selbst war großzügig gerafft und floss mit arrangierter Nachlässigkeit in extravaganten, kostbaren Falten auf den Boden.
Auf den Sofas und rund um die zahlreichen Tische saßen ein paar Dutzend Frauen, allein oder in kleinen Gruppen, bei einem Drink, beim Kartenspielen, beim Plaudern und einfach Entspannen. Aus ihrer Kleidung und aus ihrem Verhalten zu schließen, waren die meisten direkt aus dem Büro gekommen und erholten sich nach einem harten Tag. Ein oder zwei sprachen mit dem einen oder anderen der anwesenden jungen Männer. Vermutlich warteten sie darauf, irgendwo gebraucht zu werden.
Die Atmosphäre war entspannt und freundlich. Die zahlenmäßige Überlegenheit von Frauen ließ Maggie an die besseren Seiten der wenigen übriggebliebenen Gentleman’s Clubs denken. So wie dort machte jede hier den Eindruck, als ob sie sich hierher gehörend fühlte und den Club als ein Zuhause außerhalb des eigenen Zuhauses nutzte.
Antony wurde von allen anwesenden Frauen begrüßt und küsste jede der Reihe nach auf die Wange, wie ein wohlwollender Nachtclubbesitzer, hier und da ein paar Worte wechselnd. Maggie lächelte überall zurück und lehnte, weil Antony sie zum Weitergehen drängte, den von einer Frau angebotenen Drink ab.
«Ist jemand im Exhibition Room, Liz?», fragte er die Frau.
«Ich glaube, Tina hat sie gebucht – sie ist mit Judd in diese Richtung verschwunden.»
Maggie warf Antony einen fragenden Blick zu, und er nahm sie bei der Hand.
«Es gibt noch viel mehr zu sehen», murmelte er dicht an ihrem Ohr. «Aber ich glaube, das hier wirst du unterhaltsam finden. Ich weiß jedenfalls, dass es mir so gehen wird.»
Neugierig folgte Maggie ihm in den nächsten Flur. Von ihm gingen mehrere Türen ab, und bei manchen von ihnen hingen «Besetzt»-Schilder an den Türgriffen. Antony öffnete die erste freie Tür und schloss sie hinter ihnen.
Maggie sah sich interessiert um. Der Raum war klein, eigentlich nicht mehr als ein Kabuff, der Platz reichte gerade für eine große, mit Kissen übersäte Couch an der Wand gegenüber der Tür und zwei Sessel mit einem Couchtisch dazwischen. Auf dem Couchtisch stand ein silberner Sektkühler mit einer Flasche und zwei Gläsern bereit.
Die Stühle waren auf die Wand am anderen Ende des Zimmers ausgerichtet, die ganz und gar verglast war und durch die man einen größeren, rundum verspiegelten Raum sehen konnte.
«Hinter jedem Spiegel liegt genauso eine Kabine wie diese hier», erklärte Antony ihr, als sie sich setzten.
«Von der Rückseite durchsichtige Spiegel?»
Er nickte. Dann öffnete er die Sektflasche mit einem diskreten «Plopp» und reichte ihr ein volles Glas.
«Schau hin.»
Der Raum vor ihnen war leer bis auf ein riesiges, ungemachtes Bett. Die lakenlose Matratze war mit einem schmuddeligen, gestreiften Stoff bezogen, und mehrere nicht zusammenpassende Kissen stapelten sich am abblätternden Kopfteil. Ein einziges Licht hing von der Decke, die rote Glühbirne warf einen rötlichen Schein auf die Szene, sodass sie beinahe surreal wirkte, wie das Bühnenbild eines heruntergekommenen Hotelzimmers.
Die Ecken des Raumes lagen im Schatten. Als Maggie weiter hinsah, öffnete sich eine Tür auf der anderen Seite des Raumes, und ein Mann und eine Frau traten ein.
Der Mann war mindestens 1,95 groß und kräftig gebaut. Sein dunkles Haar war um die Ohren herum aggressiv geschnitten und im Nacken rasiert. Dunkle Stoppeln dominierten seine untere Gesichtshälfte und krochen über die Wangenknochen in seinen Nacken. Maggie sah die Muskeln seiner Oberschenkel unter seinen ölverschmierten Jeans spielen, als er ins Zimmer schlenderte, seine Lederjacke auszog und aufs Bett schmiss. Sein schweres Jeanshemd trug er offen, sodass ein paar schwarze Haare zwischen seinen Schlüsselbeinknochen zu sehen waren.
«Komm rein hier!»
Maggie stockte der Atem, als er die kleine gutgekleidete Frau anknurrte, die, wie sie jetzt bemerkte, zögernd in der Tür stand. Sie drehte sich leicht beunruhigt zu Antony um, doch er lächelte ihr zu.
«Alles in Ordnung. Das ist Tinas Phantasie. Judd weiß genau, was er zu tun hat.»
Maggie sah zu, wie Tina langsam ins Zimmer ging, leicht schwankend auf ihren schicken, hochhackigen Pumps. Sie trug ein gutgeschnittenes graues Wollkostüm, eine Bluse in Dunkelrosa, die züchtig bis oben zugeknöpft und mit einer silbernen Brosche geschlossen war.
Als sie das Bett erreichte, setzte sie schweigend ihre Handtasche ab und stand abwartend knapp außerhalb des Lichtkreises, der das Bett umgab. Sie zeigte Anzeichen von Furcht, als Judd sich aufs Bett warf, hinten an die Kissen lehnte, die Hände hinter dem Kopf verschränkte und einen seiner in Stiefeln steckenden Füße über den anderen legte. Die metallbeschlagenen Schuhspitzen glitzerten bedrohlich in dem rötlichen Licht und wirkten auf der bloßen Matratze deplatziert.
Ein paar Sekunden herrschte vollkommene Stille, während Judd Tina warten ließ. Spannung war zwischen den beiden Beteiligten spürbar, selbst durch den doppelten Spiegel, und Maggie merkte, wie sich ihr Hals verengte. Sie nahm einen Schluck von ihrem Sekt, als Judd Tina einen leichten Schlag mit dem Handgelenk versetzte, was sie dazu brachte, ein wenig vorzurücken, bis sie im Lichtkegel stand, wo sie begann, sich auszuziehen.
Er beobachtete durch halbgeschlossene Lider, wie sie langsam die Brosche an ihrer Kehle öffnete und vorsichtig in ihre Tasche legte, bevor sie ihre Jacke und ihre Bluse auszog, die sie einfach zu ihren Füßen auf einen Haufen fallen ließ. Ihre Bewegungen waren graziös, beinahe verführerisch, als sie langsam den Knopf an der Seite ihres Bündchens aus dem Knopfloch gleiten ließ und den Reißverschluss öffnete.
Maggie beobachtete gebannt, wie die fremde Frau den Rock über ihre schmalen Hüften rutschen ließ. Sie trug ein langes weißes Unterkleid und stand ruhig und ergeben vor dem zynischen Blick des Mannes auf dem Bett, als warte sie auf seinen Befehl.
Maggie schätzte sie auf Anfang vierzig, obwohl ihr Körper immer noch straff und fest war, gut gepflegt. Sie war zart und schmal gebaut, ihr kurzes, gutgeschnittenes braunes Haar ließ den Nacken frei. Ihre Haut bekam vom Schein der roten Glühlampe einen blassen Rosaton, sodass sie verletzlich aussah, beinahe durchsichtig.
«Hübsch ist sie, nicht wahr?» Antony atmete in ihr Ohr.
Maggie nickte, vollkommen fasziniert. Sie fühlte sich unangenehm voyeuristisch, während sie das Bild vor sich beobachtete. Dennoch konnte sie ihre Augen nicht abwenden. Ihr stockte der Atem, als Judd die Frau plötzlich so anfauchte, dass sie zusammenzuckte.
«Worauf wartest du?»
Er steckte sich eine Zigarette zwischen die Zähne und zündete ein Streichholz an. Die flackernde Flamme schien Tina zu faszinieren, da sie aufsprang, als Judd mit dem Streichholz wedelte und die Flamme ausging.
