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das Buch handelt von einem Chocolatier, dessen Leben einen sehr ungewöhnlichen Verlauf nimmt. Viel mehr kann leider nicht vorweggenommen werden. Alles nimmt seinen Anfang mit einem Testament. youtube.com/watch?v=8rAUAqb4suQ schildert die Problematik in einer nachgestellten Schlüsselszene des Buches. Ein Testament, wie es zuvor keines gegeben hat.
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Seitenzahl: 45
Veröffentlichungsjahr: 2017
Das wechsehafte Leben des Martin Ciolek (eine Novelle)Inhalt
Das wechsehafte Leben des Martin Ciolek (Eine Novelle)
Das Testament Zeitreisen Die Enthüllung Der Beweis Ein Urlaub mit Überraschungen Impressum Vollständige E-Book-Ausgabe des im Kalon-Verlag erschienenen Werkes Deutsche Erstausgabe Für die Originalausgabe: Copyright@ 2017 by Georg Acker Lektorat/Korrektur: Yvonne Acker Das Werk einschließlich aller Inhalte ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck oder Reproduktion (auch auszugsweise) in irgendeiner Form (Druck, Fotokopie oder anderes Verfahren) sowie die Einspeicherung, Verarbeitung, Vervielfältigung und Verbreitung mithilfe elektronischer Systeme jeglicher Art, gesamt oder auszugsweise, ist ohne ausdrückliche schriftliche Genehmigung des Urhebers untersagt. Alle Übersetzungsrechte vorbehalten. Jegliche Haftung ist ausgeschlossen, alle Rechte bleiben vorbehalten. Dies ist ein fiktives Werk. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind nicht beabsichtigt und rein zufällig.
Gewidmet meinem lieben Freund und Lehrer Samuel Widmer Das Testament
Markus Petersen war gerade sechzig geworden.
Er konnte auf ein arbeitsreiches, aber auch einträgliches Lebenswerk als Süßwarenfabrikant zurückblicken. Wie es bei Bilderbuchkarrieren so schön heißt: Petersen hatte klein angefangen und sich in wenigen Jahren harter, entbehrungsreicher Arbeit zu einem Fabrikanten für Schokoladenriegel emporgearbeitet.
Aus der Ehe mit seiner Frau Jasmin gingen zwei Kinder hervor: Sohn Berthold, 29 Jahre alt und Tochter Adele, 32 Jahre alt. Beide lebten in einer glücklichen Ehe.
Petersen war Zeit seines Lebens immer ein bodenständiger, praktischer Mensch gewesen, der nie den Blick für das Machbare aus den Augen verlor. Es mag daher ein wenig verwundern, wenn er sich ebenfalls sehr für okkulte und spirituelle Dinge interessierte. So war er vor allem fest davon überzeugt, daß wir nicht eines, sondern mehrere Leben haben, wir Erdenbürger also viele Male wieder geboren werden würden.
Fragte man gute Bekannte und Freunde von Petersen nach einem für ihn typischen Wesenszug, so betonten viele sofort sein außerordentlich stark ausgeprägtes Sicherheitsbedürfnis. Wo es Risiken gab, da wollte Petersen sie gebannt wissen, oder sich zumindest wirksam dagegen absichern. Der Abschluß zahlreicher Versicherungen war daher für ihn nichts Ungewöhnliches.
Was ihm jedoch weitere Sorgen bereitete, ja ihm des öfteren auch den Schlaf raubte, das war die Frage, was nach seinem Tod und somit auch in seinem nächsten Leben sein würde. Ihn quälten Gedanken, er könnte in eine arme Familie hineingeboren werden und er würde abermals den harten Weg der Karriereleiter nach oben antreten müssen und für das tägliche Brot abermals schuften und rackern. Und je länger ihn diese Phantasie quälte, umso mehr wurde für ihn zur Gewißheit: Nein ! Das wollte er sich ein weiteres Mal ersparen. Doch was konnte er dagegen tun? Wie um alles in der Welt war diese Gefahr bloß zu bannen?
In vielen schlaflosen Nächten suchte Petersen nach einer Antwort. Er zermarterte sich das Hirn, wälzte sich im Bett ruhelos hin und her. Ganz extrem waren für ihn die Vollmondnächte. In diesen Nächten – zumal der Mond dann besonders seine starke Anziehungskraft zur Erde zeigte - konnte er meist erst gegen vier oder fünf Uhr morgens einschlafen.
Plötzlich und unerwartet kam ihm aber in einer Nacht eine, wie ihm schien, brillante Idee. Vielleicht war das die Lösung des Problems? Wäre es nicht möglich, ein Testament so abzufassen, daß er, Petersen, sich selbst dann eben in seiner künftigen Existenz als Herr oder Frau XYZ beerben könnte? Das wäre doch eine gerechte Sache. Seiner Familie würde er nach seinem Tod in dieser Existenz 50 % seines Vermögens überlassen. Ein bequemes sorgenfreies Leben wäre dann allen Familienmitgliedern gesichert. Die anderen 50 % aber würde er sich für den Start in sein nächstes Leben zurücklegen lassen
Es galt jetzt nur noch zwei Probleme zu lösen: Zum einen müßte ein juristisch praktikables und anerkanntes Testament niedergeschrieben werden. Die Möglichkeiten hierfür wollte Petersen schon in den nächsten Tagen zusammen mit seinem Rechtsanwalt Karl Possi besprechen. Zum anderen - und das war wohl der schwierigste Teil bei der ganzen Angelegenheit - müßte er als Herr oder Frau XYZ im kommenden Leben zunächst einmal erst erfahren, daß er in einem früheren Leben überhaupt Markus Petersen war. Außerdem müßte er wissen, daß Markus Petersen ein Erbe in die kommende Existenz quasi mit hinübergerettet hatte und er müßte beweisen, daß er zuletzt als Markus Petersen gelebt hatte und somit auch Anspruch auf dieses Erbe haben würde.
Jetzt war er sechzig Jahre alt. Man schrieb das Jahr 1991. E würde vielleicht noch fünfzehn ruhige Jahre verleben und seine Seele würde nicht sofort nach seinem Tod wieder einen neuen Körper annehmen. Mag ja sein, daß er drei oder vier Jahre oder auch länger im Jenseits verweilen würde. Dann würde seine nächste Reinkarnation erst im Jahr 2009 oder 2010 stattfinden.
Bei all den Unwägbarkeiten, die Petersen jetzt durchdachte, wurde ihm plötzlich ganz übel. Wer weiß vielleicht würde seine Familie das Testament anfechten wollen. Und noch etwas kam ihm in den Sinn: Wie konnte er überhaupt sicher stellen, daß sein Hab und Gut die ganze Zeit ohne Schaden überstand, während seine Seele im Jenseits verweilte? Fragen über Fragen, die geklärt werden mußten. Im Laufe weniger Tage jedoch reifte der Plan immer mehr heran. Da Petersen aber kein Mann für halbe Sachen war, griff er eines Morgens während eines verschneiten Dezembertags - als er gerade in seinem bequemen Bürosessel saß und währenddessen den herunterfallenden Schneeflocken hinterher guckte - zum Telefon und rief seinen Hausanwalt Karl Possi an. Jetzt sollten Nägel mit Köpfen gemacht werden!
Noch am gleichen Mittag saßen Markus Petersen und Karl Possi im Restaurant 'Avocado' bei einem vorzüglichen Glas Rioja zusammen.
