Das Welpen Handbuch - Gabriele Lehari - E-Book

Das Welpen Handbuch E-Book

Gabriele Lehari

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Beschreibung

Die ersten Monate im Leben eines Hundes prägen und beeinflussen zusammen mit den ererbten Anlagen maßgeblich den Charakter und das Wesen eines jungen Vierbeiners. In dieser Zeit entscheidet sich, ob der niedliche Welpe zu einem unerschrockenen, menschenfreundlichen und gut erzogenen Begleit- und Familienhund wird. Hierzu kann der frisch gebackene Hundebesitzer erheblich beitragen. Damit sich auch Ihr Welpe zu einem zuverlässigen Partner auf vier Pfoten entwickelt und Sie die Welpenphase mit Ihrem kleinen Schützling genießen können, finden Sie in diesem Buch eine Fülle von Informationen rund um den Welpen, seine Pflege, Erziehung und Sozialisation.

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Seitenzahl: 125

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(Foto: Widmann)

 

Impressum

Copyright © 2011 by Cadmos Verlag, Schwarzenbek

Gestaltung und Satz: Ravenstein und Partner, Verden

Lektorat der Originalausgabe: Johanna Esser

Coverfoto: animals-digital/Th. Brodmann

Fotos im Innenteil: Esser, Lehari, Pinnekamp, Steimer, Widmann

Konvertierung: S4Carlisle Publishing Services

Deutsche Nationalbibliothek – CIP-Einheitsaufnahme

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der

Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind

im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar.

Alle Rechte vorbehalten.

Abdruck oder Speicherung in elektronischen Medien nur nach vorheriger schriftlicher Genehmigung durch den Verlag.

eISBN: 978-3-8404-6327-3

Inhalt

Vorwort

Die Qual der (Rasse-)Wahl

Überblick über die Rassegruppen

Auswahl des passenden Welpen

Rüde oder Hündin?

Welcher Welpe soll es sein?

Wesenstest für Welpen

Gesundheit und körperliche Entwicklung

Entwurmen und Impfen

Kennzeichnung und Heimtierausweis

Entwicklung der Sinne

Überforderung vermeiden

Zahnentwicklung

Einzug des Welpen

Vorbereitung und Grundausstattung

Abholen und Eingewöhnen

Stubenreinheit

Körperpflege

Ernährung

Prägung und Sozialisierung

Welpengruppe

Spaziergang

Das Märchen vom Welpenschutz

Alltag mit dem Welpen

Kommunikation

Die Signale des Menschen – wichtig für die Entwicklung

Kontaktliegen

Beißhemmung

Richtig spielen

Rangordnung

Welpenerziehung – Die ersten Lektionen

Herankommen

Gewöhnen an Halsband und Leine

Leinenführigkeit und Bei-Fuß-Gehen

„Sitz” und „Platz”

„Nein”

Alleinbleiben

Autofahren

Der Welpe in der Familie

Der Welpe und Kinder

Der Welpe und andere Tiere

Der Welpe als Zweithund

Literaturverzeichnis

Vorwort

(Foto: Widmann)

Für viele Hundeliebhaber mag es vielleicht kaum etwas Schöneres geben, als seinen kleinen Schützling so früh wie möglich kennenzulernen und im Welpenalter zu sich nach Hause zu holen. Ich selbst durfte bisher alle meine Hunde schon in ihren ersten Lebenstagen besuchen. Sie konnten zwar noch nicht sehen und hören, aber das Näschen eines Welpen funktioniert gleich nach der Geburt und kann schon vereinzelte Duftstoffe aufnehmen und identifizieren. Somit gehörte mein Körpergeruch zu den ersten Dufteindrücken, die meine Hunde wahrnehmen und abspeichern konnten. Dementsprechend war auch bei jedem weiteren Besuch der Geruch schon vertraut, was den Kleinen sicherlich die spätere Trennung von Mutter und Geschwistern erleichterte. Zumindest hatten meine Welpen überhaupt keine Eingewöhnungsschwierigkeiten – andere würden es als Heimweh bezeichnen – und fühlten sich vom ersten Tag an in ihrem neuen Zuhause wohl. Aber auch wenn Sie Ihren kleinen Welpen zum ersten Mal mit acht Wochen zu Gesicht bekommen, ist es immer noch früh genug, um diese enge Bindung aufzubauen. Denn solange sich die Welpen in der Präge- beziehungsweise Sozialisierungsphase befinden, können wir Menschen durch unser Verhalten und den Umgang mit dem Welpen ihr Wesen und ihre Entwicklung mitprägen.

Es ist ein unvergessliches Erlebnis, die Entwicklung dieser kleinen, zu Beginn noch so hilflosen Geschöpfe mitzuerleben. Wenn sich nach knapp zwei Wochen die Äuglein öffnen, blinzeln die Welpen noch ziemlich orientie-rungslos in die auf einmal so hell gewordene Welt. Zur selben Zeit beginnen auch die empfindlichen Ohren ihre Funktion aufzunehmen. Und mit der zunehmenden Tätigkeit der Sinnesorgane werden auch die Welpen immer munterer und unternehmungslustiger. Schließlich kann man es kaum erwarten, bis man seinen kleinen Vierbeiner im Alter von acht Wochen nach der ersten Impfung mit nach Hause nehmen darf.

Dann beginnt eine wunderschöne, aber auch äußerst anstrengende Zeit. In den ersten Wochen erfordert der kleine Welpe unsere ganze Aufmerksamkeit. Er muss ständig beaufsichtigt werden, damit er schnell stubenrein wird und nichts anstellt, was ihm selbst oder unserem Mobiliar schaden könnte. Mehr als eine Entschädigung dafür ist aber die kompromisslose Zuneigung, die der Kleine uns entgegenbringt. Wer schon einmal einen Welpen gehabt hat, der nach ausgiebigem Toben und Fressen satt und zufrieden auf seinem Arm eingeschlafen ist, weiß, was ich damit meine.

Ob eine harmonische Beziehung zu einem Hund entsteht, die auch Bestand hat, kann der Mensch maßgeblich beeinflussen. Zum einen muss er Bescheid wissen über die Grundbedürfnisse des Welpen und wie er durch die richtige Ernährung und Gesundheitsvorsorge den Grundstein für ein langes, glückliches und gesundes Hundeleben legen kann. Andererseits sollte der Mensch auch die Sprache des neuen Familienmitglieds verstehen und wissen, wie er sich dem Welpen verständlich machen kann, denn Kommunikation ist Voraussetzung für eine harmonische Beziehung und für die erforderliche Grunderziehung des kleinen Vierbeiners. Niemals wieder lernt ein Hund so schnell und nachhaltig wie in den ersten Lebensmonaten, daher sollte diese Zeit unbedingt sinnvoll genutzt werden. Sie beeinflusst in hohem Maße seine weitere Entwicklung und entscheidet darüber, ob er sich zu einem treuen und zuverlässigen Begleiter entwickelt.

In diesem Buch finden Sie alle wichtigen Informationen rund um Auswahl, Kauf, Ernährung, Gesundheitsvorsorge, Pflege, Sozialisierung, Erziehung und Umgang mit dem Welpen, damit Sie die Zeit mit Ihrem kleinen Schützling – die immer viel zu kurz ist, weil er so schnell heranwächst – genießen und möglichst optimal nutzen können. Denn was Sie in dieser Zeit Ihrem Hund an Liebe und Zuwendung zukommen lassen, zahlt sich ein Leben lang aus.

Ihre Dr. Gabriele Lehari

Die Autorin mit ihren Hunden Jerome und Princesse. (Foto: Lehari)

Die Qual der (Rasse-)Wahl

Bevor man sich für eine Rasse entscheidet, muss man sich genau über ihre Eigenschaften informieren. Hier eine Deutsche Dogge. (Foto: Lehari)

Die Entscheidung ist gefallen: Sie möchten sich einen Hund anschaffen und es soll ein Welpe sein. Alle Familienmitglieder sind damit einverstanden; die Verteilung der Aufgaben, die mit der Pflege des Hundes zu tun haben, ist geklärt; die Kosten, die für Ausstattung, Futter, Tierarzt, Versicherung und Steuer anfallen, stellen kein Problem dar, und es gibt auch einen verantwortungsvollen, lieben Menschen, der im Urlaubs- oder Krankheitsfall den Hund betreut.

Sicherlich haben Sie sich auch schon ausgiebig Gedanken darüber gemacht, ob es ein Rassehund oder ein Mischling sein soll. Wenn Sie einen Rassehund haben möchten, sollten Sie sich unbedingt vorher gründlich über die infrage kommende Rasse informieren und dann entscheiden, ob sie zu Ihnen passt und Ihren Wünschen entspricht. Am besten verschaffen Sie sich zunächst anhand eines Rassebuchs einen Überblick über die große Vielfalt der Hunderassen. Beim Durchlesen werden Sie bald merken, dass die Zahl der in der engeren Wahl bleibenden Rassen immer kleiner wird. Schließlich ist nur noch eine Handvoll Rassen übrig, zu denen Sie dann ausführlichere Informationen einholen können. Wer einen Internetzugang hat, wird bei Eingabe der Rassenamen in eine Suchmaschine schnell fündig.

Die Englische Bulldogge ist auch für weniger sportliche Menschen geeignet. (Foto: Lehari)

Viele Züchter und Rassehundvereine haben sehr informative Internetseiten über ihre Rasse. Auch über den VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen e. V.) können Sie Adressen von Züchtern Ihrer Lieblingsrasse anfordern. Rasseklubs, die eine einzelne Rasse oder eine ganze Gruppe von ähnlichen Rassen betreuen, senden Ihnen gern Broschüren über die verschiedenen Hunderassen zu. Ideal ist es, wenn Sie die Hunde auch schon in verschiedenen Situationen selbst erleben und beobachten können. Fragen Sie Züchter oder Besitzer, ob Sie sie einmal besuchen dürfen, um die Rasse besser kennenzulernen.

Kriterien für die Auswahl der Rasse

Größe

Die Größe des Hundes sollte an die Wohnverhältnisse angepasst sein. Je kleiner die Wohnung und je höher das Stockwerk, umso kleiner sollte auch der Hund sein, damit er nicht in der Wohnung überall aneckt und auch mal die Treppe hochgetragen werden kann. Ein Haus mit Garten ist natürlich ideal für die Hundehaltung.

Fellbeschaffenheit

Es gibt Hunderassen, die nicht (zum Beispiel Pudel) oder kaum (zum Beispiel Terrier) haaren, dafür aber regelmäßig getrimmt werden müssen. Kurzhaarige Hunde tragen wesentlich weniger Schmutz ins Haus und benötigen auch viel weniger Fellpflege als Langhaarrassen.

Charakter und Temperament

Soll der Hund Haus und Hof bewachen oder ein problemloser Begleiter in allen Lebenslagen sein? Soll er sehr sportlich sein und Sie beim Joggen, Radfahren oder Reiten begleiten, oder wollen Sie sogar Hundesport mit ihm ausüben? Oder sind Sie eher der bequemere Typ, der nur gern mit seinem Hund geruhsam durch den Park oder die Natur spazieren möchte? Für jeden gibt es die richtige Rasse.

Bellfreudigkeit

Die Bellfreudigkeit kann bei Hunden sehr unterschiedlich sein und ist meistens rassebedingt. Kleine Terrier, Dackel, Pinscher oder Spitze bellen beispielsweise relativ oft und gern; typische Wachhunde schlagen an, um Fremde zu melden; Hütehunde bellen oft, wenn sie aufgeregt sind oder spielen wollen. Molosser, Herdenschutzhunde, Windhunde und viele Jagdhunde bellen dagegen weniger und sind auch im Haus sehr ruhig.

Ob Mischling oder Rassehund, beide können sich zu guten und zuverlässigen Begleitern entwickeln. (Foto: Steimer)

Seien Sie aber bei allen Beschreibungen, besonders wenn es um Charaktereigenschaften der Hunde geht, kritisch und fragen Sie im Zweifelsfall nach, denn es gibt keine Hunderasse, die per se kinderlieb, ein idealer Familienhund oder besonders intelligent ist. Wie sich ein Hund gegenüber Menschen, speziell Kindern, oder anderen Tieren verhält, hängt in erster Linie davon ab, wie er sozialisiert wurde und welche Erfahrungen er gemacht hat. Sicherlich haben manche Rassen eine höhere Reizschwelle als andere, die aufgrund ihres Erbes eher zum Zwicken und Schnappen neigen. Einige lassen sich sehr gut ausbilden, andere dagegen wurden früher zum selbstständigen Arbeiten gezüchtet und besitzen daher Wesensmerkmale, die oft als Sturheit oder Dickköpfigkeit interpretiert werden, weil sie sich einfach schlechter oder gar nicht abrichten lassen. Auf keinen Fall darf nur nach dem äußeren Erscheinungsbild die Entscheidung für eine bestimmte Rasse fallen. Wesen und ursprüngliche Verwendung sind viel wichtigere Kriterien und entscheiden darüber, ob der Hund in die persönliche Lebenssituation passt.

Sobald Sie sich endgültig für die Rasse entschieden haben, können Sie auf die Suche nach einem geeigneten Züchter gehen. Die entsprechenden Adressenlisten haben Sie ja schon aus dem Internet oder vom VDH. Haben Sie sich für eine ziemlich seltene Rasse entschieden, kann es sein, dass Sie einen weiten Weg zu einem infrage kommenden Züchter zurücklegen müssen. Auch kann es vorkommen, dass der nächste Wurf erst in ein paar Monaten oder noch später geplant ist und Sie entsprechend lange warten müssen. Bei häufiger gezüchteten Rassen haben Sie eher die Möglichkeit, innerhalb relativ kurzer Zeit einen Welpen zu bekommen. Aber auch wenn die Wartezeit beim Züchter für Ihren Wunschhund recht lange sein sollte, lassen Sie dennoch bitte die Finger von unseriösen Hundevermehrern, die ihre Hündinnen nur als Zuchtmaschinen ansehen und oft wahllos Tiere miteinander verpaaren, ohne auf Inzucht oder vererbbare Krankheiten zu achten. Auch aus Osteuropa angebotene Tiere entstammen meistens solchen Massenzuchten. Diese Welpen sind häufig schwer krank und die Tierarztkosten, die Sie investieren müssen, übersteigen schnell den Betrag, den Sie beim Kaufpreis eingespart haben.

Wenn Sie keinen Wert auf einen reinrassigen Hund legen und auch gern einen Mischling nehmen würden, sieht die Suche nach dem passenden Hund etwas anders aus. In Tageszeitungen, Wochenblättern oder in Form eines Aushangs beim Tierarzt oder im Supermarkt werden immer wieder Mischlingswelpen angeboten, die meistens durch eine ungeplante, zufällige Verpaarung entstanden sind. Auch in Tierheimen oder bei Organisationen, die misshandelte Tiere retten oder aus dem Ausland nach Deutschland bringen, werden häufig Welpen geboren, die dringend ein gutes Zuhause suchen. Auch hier hilft das Internet bei der Suche weiter.

Ein Mischlingswelpe ist eine richtige Wundertüte. Alle Welpen sind süß und knuddelig. Aber wie sie später aussehen und sich entwickeln werden, ist schwer vorherzusehen. Meistens kann man sich zumindest die Mutter anschauen und danach abschätzen, wie groß die Hunde später etwa werden und wie sich ihr Charakter entwickeln könnte – solange sie nach der Mutter kommen. Ideal ist es, wenn auch der Vater bekannt ist und man so wenigstens eine Ahnung von der Rassezugehörigkeit der Vorfahren hat.

Auch wenn die Entwicklung von Mischlingen weniger gut vorhersehbar ist, sind sie dennoch in der Regel ebenso gute und liebenswerte Hunde wie ihre reinrassigen Artgenossen. Bezüglich Pflege, Ernährung und Erziehung gibt es keine Unterschiede. Häufig wird behauptet, Mischlinge seien gesünder als Rassehunde. Belege gibt es dafür aber nicht. Wenn sich zwei Hunde mit erblich bedingten Krankheiten paaren, egal ob Rassehunde oder Mischlinge, ist die Gefahr größer, dass auch die Nachkommen krank werden, als wenn zwei völlig gesunde Hunde sich miteinander fortpflanzen. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass große, schwere Hunde eher an HD (Hüftgelenksdysplasie) erkranken als kleine bis mittelgroße. Allerdings können bei kleinen Rassen wieder andere, auch zum Teil erblich bedingte Krankheiten auftreten, wie zum Beispiel die Patellaluxation. Wie man entsprechenden Krankheiten am besten vorbeugt, wird im Kapitel „Gesundheit und körperliche Entwicklung” beschrieben.

Durch einen Besuch beim Züchter können Sie sich vom Gesundheitszustand der Hunde und den Haltungsbedingungen überzeugen. (Foto: Widmann)

Kupierverbot

Bitte beachten Sie, dass in Deutschland sowie in Österreich und der Schweiz ein Kupierverbot für Hunde existiert, sowohl bezüglich der Ohren als auch der Rute. Ausnahmen sind nur in begründeten Fällen gestattet, wenn zum Beispiel bei bestimmten Jagdhunden das Kupieren der Rute für den jagdlichen Einsatz unerlässlich ist oder wenn eine medizinische Indikation vorliegt. Hierbei muss aber dennoch der Einzelfall geprüft werden. Die Ausnahmeregelung darf nicht grundsätzlich auf die ganze Rasse angewandt werden. Sollten Sie sich also für eine Rasse interessieren, die früher kupiert wurde, vergewissern Sie sich, dass sich der Züchter an die gesetzlichen Bestimmungen hält. Denn das Kupieren der Rute, was früher bei den wenige Tage alten Welpen häufig ohne Betäubung erfolgte, fügt den Kleinen durchaus erhebliche Schmerzen zu, wie sinnesphysiologische Untersuchungen bewiesen haben.

Auch sollten Sie unbedingt davon Abstand nehmen, kupierte Hunde aus dem Ausland einzuführen. In manchen Ländern werden sogar noch bei einigen Rassen die Ohren kupiert, was dem Welpen über Wochen enorme Schmerzen bereiten kann und ihn in seiner natürlichen Bewegungsfreiheit, besonders beim Toben mit Artgenossen, erheblich einschränkt.

Ob Mischling oder Rassehund, beide können sich zu guten und zuverlässigen Begleitern entwickeln. (Foto: Widmann)

Wenn Sie nun einen entsprechenden Züchter gefunden haben, vereinbaren Sie einen Besuchstermin bei ihm. Ein seriöser Züchter wird Ihnen das ohnehin von sich aus vorschlagen, da er sich auch die Käufer seiner Welpen anschauen möchte und meistens am besten abschätzen kann, welcher Welpe zu Ihnen passt. Im Gegenzug können Sie sich bei einem Besuch davon überzeugen, wie die Zuchtstätte aussieht, ob die Hunde gepflegt und gesund, ob sie gut sozialisiert und in die Familie integriert sind. Sollten Sie die Hunde nur in irgendwelchen dreckigen Zwingern oder Verschlägen weggesperrt finden, wird die Mutter der Welpen gar nicht vorgeführt oder sind die Hunde misstrauisch oder haben gar Angst vor ihrem eigenen Besitzer, lassen Sie die Finger von diesem Züchter und suchen Sie sich einen anderen.

Bei der Auswahl eines Mischlingshundes läuft es meistens anders ab. Häufig stammen die Hunde aus der Nachbarschaft oder dem Bekanntenkreis und wachsen in der Regel liebevoll gepflegt in der Familie auf. Kommt der Hund von einem Bauernhof, geht es dort meist etwas rustikaler zu. Oft werden solche Hunde zwar gut versorgt und liebevoll aufgezogen, haben aber noch nie ein Wohnhaus von innen gesehen. Wenn sie aber regelmäßig Kontakt mit Menschen haben und dabei keine negativen Erfahrungen machten, werden sie genauso gute Hunde wie solche, die im Haus aufgezogen wurden. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass sich solche Welpen sehr schnell an ein zivilisiertes Leben gewöhnen und manchmal sogar schneller stubenrein werden, weil sie ihr Geschäftchen ja nie in der Wohnung verrichtet haben. Und oft sind sie schon an viele Umweltreize wie andere Tiere, Traktoren, laute Maschinen und vieles mehr gewöhnt, was sich positiv auf die Wesensfestigkeit auswirkt.

Überblick über die Rassegruppen