Dem Leben entrissen - Claudia Puhlfürst - E-Book

Dem Leben entrissen E-Book

Claudia Puhlfürst

4,9

Beschreibung

WAHRE VERBRECHEN MEISTERHAFT ERZÄHLT "Dann kommen uns zwei Männer entgegen. Einer von ihnen ist Beamter, er trägt Uniform. Neben ihm läuft ein kleiner, unscheinbarer Mann. Der Kleine lächelt höflich, fast ein wenig verlegen und grüßt leise. Erst im Vorbeigehen sehe ich, dass er an den Beamten gefesselt ist. Schnell sind sie vorbei und wir gehen weiter, bis Heidi S. mich am Arm packt und zischelt: Das war er! Ich bin begriffsstutzig. Wer er? Der L.! Ich kann es nicht glauben. Dieser schwächliche, farblose Mann mit dem weichen Babygesicht soll Mario L. sein - der Täter, der die kleine Ayla auf bestialische Weise umgebracht hat? Ich bekomme eine Gänsehaut ..." Claudia Puhlfürst, die bekannte Zwickauer Krimiautorin, hat in ihren bisher erschienenen sechs Romanen schon von vielen Mördern und Verbrechen erzählt. Doch diesmal ist alles anders. Nicht sie entwickelt in ihrer Phantasie Figuren und Schauplätze, sondern das Leben weist ihr den Weg und die Geschichten, die sie vor den Lesern ausbreitet, sind alle wahr ... Nach umfangreichen Recherchen und Gesprächen mit Ermittlern und Betroffenen erzählt Puhlfürst die größten authentischen Verbrechen der letzten Jahre. Dabei dokumentiert sie solch Aufsehen erregende und aufwühlende Fälle wie den Mord an der kleinen Michelle aus Leipzig, die vierfache Bluttat von Eislingen oder die grausame Tat, der Ayla zum Opfer fiel. Trotzdem sie ihr angestammtes Metier als Psycho-Thriller-Expertin verlässt, erzählt sie diese Geschichten meisterhaft, mit vielen leisen Tönen, ohne Sensationslust. Seismografisch nimmt sie Personen und Orte ins Visier und liefert genaue und lesenswerte Reportagen.

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Wahre Verbrechen meisterhaft erzählt

Claudia Puhlfürst, die bekannte Zwickauer Krimiautorin, erzählt in ihrem neuen Buch wahre Geschichten von Verbrechen und Mord. Nach umfangreichen Recherchen und Gesprächen mit Ermittlern und Betroffenen dokumentiert die Autorin solch Aufsehen erregende und aufwühlende Fälle wie das erbrechen an der kleinen Michelle aus Leipzig, den Vierfach-Mord von Eislingen oder die grausame Tat, der Ayla zum Opfer fiel.

Meisterhaft, mit vielen leisen Tönen und psychologischem Gespür breitet Puhlfürst die damaligen Geschehnisse vor den Lesern aus und stellt vor allem die Frage nach den Tatmotiven in den Mittelpunkt. Seismografisch nimmt sie Personen und Orte ins Visier und liefert genaue und lesenswerte Reportagen.

Claudia Puhlfürstlebt und arbeitet in Zwickau und ist hauptberuflich Redakteurin und Schulberaterin.In ihrem Nebenberuf als Schriftstellerin hat sie mittlerweile sechs Kriminalromane veröffentlicht.Ihr Spezialgebiet ist die Humanethologie (menschliches Verhalten).

Claudia Puhlfürst

Dem Leben entrissen

Aktuelle authentischeKriminalfälle

Impressum

Bibliographische Information der Deutschen Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der deutschen Nationalbibliographie; detaillierte bibliographische Angaben sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar.

© Militzke Verlag GmbH, Leipzig 2010 Lektorat: Jenny Retke, Franziska Jacob, Julia Lössl Umschlaggestaltung: Ralf Thielicke Umschlagfoto: FX-Berlin/Fotolia eBook Datenkonvertierung: GGP Media GmbH, Pößneck

Der Fall Andreas H.und Frederik B.

(Vierfachmord in Eislingen)

Vorzeigefamilie

Der 9. April 2009 ist Gründonnerstag. Ostern steht vor der Tür. Warme Tage ohne Regen mit Höchsttemperaturen bis zu 24 Grad sind angekündigt, die Sonne scheint jetzt schon fast zwölf Stunden.

Eislingen ist eine Stadt im Filstal in Baden-Württemberg mit 20000 Einwohnern, fünf Kilometer von Göppingen und knapp 50 Kilometer von Stuttgart entfernt. Auf ihrer Homepage präsentiert sich die Stadt mit den Worten: »Unser Eislingen … – nicht ganz ohne Stolz kommt vielen Bürgerinnen und Bürgern dieser Satz über die Lippen. […] Alle Generationen leben gern in ›ihrem‹ Eislingen.«

Auch Familie H. lebt hier. Es scheint die ideale Vorzeigefamilie zu sein: Vater, Mutter, drei wohlgeratene Kinder.

Sie wohnen in einem dreistöckigen Haus mit spitzem Dach in der Friedhofstraße, vorn ist das Grundstück durch einen bejahrten Jägerzaun und einen schmalen Streifen Wiese zur Straße hin abgegrenzt. Die Gegend ist vorstädtisch geprägt, es gibt viele Einfamilien- oder Reihenhäuser, die Straßen sind verkehrsberuhigt. Das Haus von Familie H. ist zartgelb gestrichen, die dunklen Fensterläden heben sich vom hellen Putz ab. Im rückwärtigen Bereich gibt es einen Garten.

Hansjürgen H., der Vater, ein großer sportlicher Mann, sieht mit seinen kurzen grauen Haaren jünger als 57 aus. Er ist Heilpraktiker und hat einen ausgezeichneten Ruf, auch über Eislingen hinaus. Außer seiner heilpraktischen Tätigkeit ist Hansjürgen H. als Referent tätig, er hält Vorträge über Naturheilverfahren. Der Vater engagiert sich auch in der Gemeinschaft. Seit fast 20 Jahren ist er in der Kirchgemeinde der nahegelegenen Lutherkirche aktiv. Seine Praxis befindet sich im Erdgeschoss des Wohnhauses.

Im dritten Stock hat Familie H. ihre Wohnung; auch die beiden erwachsenen Töchter, Ann-Christin und Annemarie wohnen noch zu Hause. Sie studieren im benachbarten Schwäbisch Gmünd Lehramt und sparen sich so die Miete. Außerdem sind sie gern daheim. Andreas, der einzige Sohn, ist 18 Jahre alt und besucht das Wirtschaftsgymnasium in Göppingen. Die Realschule in Eislingen hat er mit guten Ergebnissen abgeschlossen.

Seine Mutter Else ist Englischlehrerin. Auch sie hat in Schwäbisch Gmünd studiert, genau wie ihre beiden Töchter es nun tun. Die Familie ist beliebt in Eislingen.

Weihnachten 2008 schreibt der Vater wie immer Briefe an Verwandte und Bekannte. Er schreibt von dem wunderbaren Urlaub, den die Familie im Mai 2008 auf Mallorca verbracht hat. Auch Frederik, Andreas’ bester Freund, war mit dabei.

Hansjürgen H. legt dem Brief auch ein Foto bei: Die Familie im Wohnzimmer; Vater und Sohn sitzen auf einer Couch, davor die drei Frauen, an der Wand dahinter hängen Bilder.

Alle fünf machen einen fröhlichen Eindruck. Andreas ist der Einzige, der nicht in die Kamera schaut. Er ist zwar nicht sehr dicht an seinen Vater herangerückt, hat jedoch trotzdem einen Arm um ihn gelegt, blickt ihn an und lächelt. Die 22-jährige Annemarie, »Mimi« genannt, ist vorn rechts auf dem Bild. Sie hat eine karierte Bluse an, die Haare sind streng zurückgekämmt. Ihr Lächeln wirkt offen und sehr freundlich. Else H. sitzt in der Mitte. Sie trägt Rot. Das brünette Haar fällt offen bis auf die Schultern. Auch die Mutter lacht. Ann-Christin – »Chrissi« –, die 24-jährige Schwester von Andreas, wirkt ernster. Nur ihr Mund ist nach oben verzogen, die Augen lächeln nicht mit. Insgesamt ist es ein fast perfektes Foto einer fast perfekten Familie. Der Vater beendet den Weihnachtsbrief mit den Worten: »Mit unseren Kindern sind wir sehr gesegnet. Alle sind gesund und machen uns viel Freude. Ich hoffe, dass alle, die diesen Brief lesen, genauso gesund und zufrieden sind wie wir.«

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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