Demokratie und Nachhaltigkeit -  - E-Book

Demokratie und Nachhaltigkeit E-Book

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Beschreibung

Demokratie und Nachhaltigkeit sind zwei wesentliche Themen moderner Gesellschaften. Dass diese Bereiche aber nicht nur einzeln wirken und bestehen, sondern eng miteinander verknüpft sind und sich wechselseitig beeinflussen, zeigt der vorliegende Sammelband. Die AutorInnen nähern sich den vielfältigen Verknüpfungen der Themenbereiche Demokratie und Nachhaltigkeit aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven, aus praktischer sowie aus theoretischer Sicht und stellen Fragen nach dem Zusammenhang demokratischer Systeme und der dort gelebten Nachhaltigkeit. Die Beiträge des Sammelbandes kommen damit dem gesteigerten Interesse an nachhaltigem Leben in allen Bereichen sowie an der Weiterentwicklung demokratischer Mitbestimmung entgegen und verknüpfen aktuelle wissenschaftliche Debatten rund um Demokratie und Nachhaltigkeit. Die AutorInnen vergleichen beispielsweise verschiedene Reformansätze demokratischer Systeme, diskutieren Erkenntnisse der Non-Profit-Forschung im Hinblick auf Nachhaltigkeit und arbeiten Möglichkeiten einer nachhaltigen Stadtentwicklung sowie Herausforderungen für ein nachhaltiges Bildungssystem heraus. Aktuelle Ereignisse und wissenschaftliche Debatten werden zusammengeführt, wissenschaftlich eingebettet und aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet.

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Seitenzahl: 309

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Impressum

© 2016 by Studienverlag Ges.m.b.H., Erlerstraße 10, A-6020 Innsbruck

E-Mail: [email protected]

Internet: www.studienverlag.at

Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (Druck, Fotokopie, Mikrofilm oder in einem anderen Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

Abhängig vom eingesetzten Lesegerät kann es zu unterschiedlichen Darstellungen des vom Verlag freigegebenen Textes kommen.

ISBN 978-3-7065-5850-1

Buchgestaltung nach Entwürfen von hoeretzeder grafische gestaltung, Scheffau/Tirol

Satz: Studienverlag/Da-TeX Gerd Blumenstein, Leipzig

Umschlag: Studienverlag/hoeretzeder grafische gestaltung, Scheffau/Tirol

Umschlagabbildungen:

Reihe 1 von links nach rechts: ICT&S Center Salzburg, Gertraud Diendorfer, ICT&S Center Salzburg

Reihe 2: Demokratiezentrum Wien

Reihe 3 von links nach rechts: Gertraud Diendorfer, ICT&S Center Salzburg

Dieses Buch erhalten Sie auch in gedruckter Form mit hochwertiger Ausstattung in Ihrer Buchhandlung oder direkt unter www.studienverlag.at.

Inhaltsverzeichnis
Cover
Impressum
Titel
Einleitung
Susanne Reitmair-Juárez
Nachhaltigkeit – ein vielseitiger Begriff
Die Anfänge des Nachhaltigkeitsbegriffs
Nachhaltigkeit als Konzept des 20. Jahrhunderts
UN-Konferenz über Umwelt und Entwicklung
Die Erde als globale Allmende
Nachhaltigkeit als handlungsleitendes Prinzip
Nachhaltigkeit in der Wirtschaft
Demokratie und Nachhaltigkeit
Freiheit der Menschen bedingt auch gesellschaftliche Verantwortung
Literatur
Ulrich Brand
Global Governance: Auf dem Weg zu einer nachhaltigen Demokratisierung und demokratischer Nachhaltigkeit?
Diskussionsstrang Nachhaltigkeit: internationale Klimapolitik
Hoffnungsträgerin Zivilgesellschaft?
Deckmäntelchen „Grüner Kapitalismus“ – mehr Status quo denn grundlegende Veränderung
Diskussionsstrang Global Governance: Wirkungsmächtigkeit und Kritik einer Weltsicht
Global Governance als mächtiges Deutungsmuster der aktuellen Umbrüche
Fehlende politisch-kulturelle Ökonomie der Globalisierung und ihrer Kritik
Akteursorientierter Politik- und Machtbegriff
Kritik der Global Governance-Perspektive
Verknüpfungen
Sichtbare Alternativen und Handlungsfähigkeit im sich globalisierenden Kapitalismus
Literatur
Sigrid Baringhorst
Nachhaltigkeit durch politischen Konsum und Internetaktivismus – Neue Engagementformen zwischen postdemokratischer Partizipation und demokratischem Experimentalismus
Gleichzeitigkeit von Entpolitisierung der Politik und Politisierung der Gesellschaft
Nachhaltiger Konsum – emanzipatorische Subpolitik oder „postdemokratische Partizipation“?
Merkmale neuer Formen nachhaltiger Beteiligung Online/Offline – politischer Konsum und Netzaktivismus
Klicktivismus und nachhaltiger Konsum – niedrigschwellige Engagementformen
Engagement jenseits der Trennung privater und öffentlicher Sphären
Politische Ungleichheit im nachhaltigen Engagement Online/Offline
Postdemokratische Partizipation oder demokratischer Experimentalismus?
Literatur
Christoph Konrath
Demokratiereformprojekte und nachhaltige Weiterentwicklung von Demokratie
Demokratiereform und nachhaltige Demokratieentwicklung
Demokratiereform und demokratische Innovation
Demokratische Praxis
Entwicklung einer nachhaltigen demokratischen Praxis
Reformdiskussionen in Österreich
Das Demokratiepaket 2013
Die Enquete-Kommission des Salzburger Landtags
Internationale Vergleichsbeispiele
Zukunftsorientierung, Better Regulation und Crowd-sourcing in Finnland
Begegnung, Beratung und Partizipation in Irland
Einschätzungen und Perspektiven
Literatur
Medienberichterstattung
Regierungsprogramme und Landtagsdokumente
Eva More-Hollerweger
Rahmenbedingungen zum Aufbau einer starken Zivilgesellschaft
Definition, Begrifflichkeiten und Formen zivilgesellschaftlichen Engagements
Organisationsformen zivilgesellschaftlichen Engagements
Die gesellschaftliche Bedeutung der Zivilgesellschaft
Rahmenbedingungen für das Engagement Freiwilliger
Rahmenbedingungen für zivilgesellschaftliche Organisationen
Resümee
Literatur
Von Bruno Kaufmann
Demokratiestadt!
Das Beispiel Falun und der Aufbau eines globalen Netzwerkes
Wachsende Bedeutung der Städte und Regionen
Konkrete Maßnahmen umgesetzt
Es braucht viel Geduld
Bürger und Bürgerinnen als Verantwortungsträger stärken
Weltverband der Demokratiestädte
Mehr Profil, Kompetenz und Instrumente
Barbara Saringer-Bory
Smart City Wien und Partizipation in der Stadtplanung
Stadtentwicklung in Wien
Was ist eine Smart City?
Smart City Wien
Welche Rolle spielt die Bevölkerung?
Warum soll Stadtplanung partizipativer werden?
Schlussfolgerungen
Literatur
Franz Rauch
Bildung für eine nachhaltige Gesellschaft – Konzepte und Befunde aus österreichischer Perspektive
Nachhaltige Entwicklung
Bildung für Nachhaltige Entwicklung als gesellschaftspolitische Gratwanderung
Kompetenzen für BNE
Netzwerke als Element der gesellschaftlichen Verankerung von BNE – Theoretische Überlegungen zu Netzwerken im Bildungsbereich
Entwicklung der Bildung für Nachhaltige Entwicklung in Österreich
Die Österreichische Strategie für Bildung für Nachhaltige Entwicklung
Reflexionen
Das ÖKOLOG-Netzwerk
Aufbau des Netzwerkes
Das Netzwerk ENSI – Environment & School Initiatives als internationaler förderlicher Kontext
Umweltzeichen für Schulen und Pädagogische Hochschulen als Leistungsmaßstab
Evaluation und Begleitforschung
Reflexionen
BNE in der Tertiären Bildung
LehrerInnenbildung – Vom Forschungsprojekt UMILE zum Universitätslehrgang BINE
Aufbau des Lehrgangs
Ausgewählte Evaluationsergebnisse
BNE in der LehrerInnenausbildung
BNE im Universitäts- und Hochschulbereich
Reflexion
Resümee und Ausblick
Literatur
Gertraud Diendorfer und Susanne Reitmair-Juárez
Citizenship und Global Citizenship Education – Neue Konzepte in Politik und Bildung
Staatsbürgerschaft: Versuch einer Definition
Vier Aspekte von Staatsbürgerschaft
Bürgerlicher und ethnischer Nationalismus
Bedeutung der Staatsbürgerschaft für die Demokratie
Das Problem der Inklusion und das all subjected principle
Herausforderungen an das Konzept der nationalen Staatsbürgerschaft
Internationale Migration
Zuwanderung und Staatsbürgerschaft
Emigration und Staatsbürgerschaft
Globalisierung und internationale politische Zusammenarbeit
Entstehung eines globalen Konstitutionalismus
Supranationale Zusammenarbeit – Europäische Union
Neue Formen von Partizipation
Neue Mitbestimmungsformen
Neue Konzepte von Citizenship
Postnational Citizenship
Transnational Citizenship
Multicultural Citizenship
Cosmopolitan Citizenship
Global Citizenship
Gemeinsamkeiten und Handlungsmöglichkeiten
Reality Check für neue politische Konzepte
Unionsbürgerschaft
Wohnbürgerschaft und stakeholder citizenship
ZuwanderInnen als stakeholder einer Gesellschaft
Empirische Bedeutung des Wahlrechts für Drittstaatsangehörige
Mehrfachidentitäten – Mehrfachstaatsbürgerschaften
Globalisierte Welt – Globale Politische Bildung?
Literatur
Autorinnen und Autoren
Fußnoten

Gertraud Diendorfer/Manfried Welan (Hg.)

Demokratie und Nachhaltigkeit

Verbindungslinien, Potenziale und Reformansätze

Einleitung

Das Themengebiet Demokratie und Nachhaltigkeit ist ein sehr breites Feld mit unterschiedlichen Positionen und Zugängen. Einige davon werden im vorliegenden Sammelband aufgegriffen und diskutiert. Neben einer eingehenden Beschäftigung mit dem Begriff der Nachhaltigkeit an sich wird dessen Verhältnis zu demokratiepolitisch relevanten Forschungsfeldern herausgearbeitet: der Weiterentwicklung demokratischer Instrumente einerseits sowie neuen Konzepten von Staatsbürgerschaft und Citizenship und ihren Implikationen für Bildung andererseits.

Nachhaltigkeit kann alsein zentrales handlungsleitendes Prinzip für ein menschenwürdiges Leben verstanden werden. Als solches spielt das vieldiskutierte Konzept in verschiedenen Bereichen und auf verschiedenen Ebenen eine Rolle. Nachhaltigkeit ökologisch verstanden bezieht sich meist auf den ressourcenschonenden Umgang mit dem Lebensraum Erde. Nachhaltigkeit in einem ökonomischen Sinne bezieht sich auf das Verhältnis von Demokratie und Wirtschaft und fokussiert auf eine aus dem Blickfeld gerückte Kontrolle der Wirtschaft durch das demokratische System. Nachhaltigkeit kann aber auch sozial verstanden werden – hierbei rücken Begriffe wie Solidarität oder soziale Gerechtigkeit in den Vordergrund. Zusammengefasst geht es um die zukünftige Balance zwischen ökonomischen, ökologischen und gesellschaftlichen Zielen.

Nachhaltigkeit, verstanden als handlungsleitendes Prinzip in den verschiedenen Bereichen, funktioniert nur, wenn Bürger und Bürgerinnen in Entscheidungsprozesse eingebunden und dazu fähig und bereit sind, sich am Prozess der nachhaltigen Entwicklung zu beteiligen. Neben dem Wissen darüber, wie der/die einzelne BürgerIn zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen kann, beeinflussen aber auch andere Faktoren wie beispielsweise die Höhe des Einkommens und gesellschaftliche Stellung, Zeit und Muße sich zu engagieren, die Möglichkeiten und Bereitschaft der BürgerInnen, sich am Prozess einer nachhaltigen Entwicklung zu beteiligen. Welche Rolle aber spielt in diesem Zusammenhang ein demokratisches System? Kann Demokratie in Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung einen Beitrag leisten und wenn ja wie? Gerade in der Revitalisierung von Teilhabe und Mitsprache, also demokratischer Partizipation, Repräsentation und Legitimation, sehen manche Chancen sowohl für die Demokratie als politisches System als auch für eine nachhaltige Entwicklung.

Dieser Sammelband geht daher auch der Frage nach, inwieweit demokratische Strukturen in der Lage sind, eine nachhaltige Gesellschaftsform zu organisieren oder zu fördern, wie umgekehrt eine nachhaltige Entwicklung demokratische Strukturen stärken kann und welche Rolle dabei kommunale und regionale Initiativen und Konzepte spielen.

Nach einem einleitenden Beitrag vonSusanne Reitmair-Juárez, in dem verschiedene Definitionen und Kontexte des vielfältig verwendeten Begriffs der Nachhaltigkeit vorgestellt und diskutiert werden, beschäftigt sich der Politologe Ulrich Brand kritisch mit global governance als möglichen Weg zu einer nachhaltigen Demokratie. Im Zuge einer immer stärker voranschreitenden Globalisierung auf allen Ebenen der Gesellschaft, Wirtschaft und Politik entstehen neue wissenschaftliche Ideen und politische Ansätze, wie die Politik darauf reagieren kann oder soll. Als stärkstes Konzept – auch in der Praxis – hat sich bisher global governance erwiesen: „Regierungsarbeit“ ist nicht mehr auf die nationalstaatliche Ebene beschränkt, sondern ist zunehmend auf internationale Zusammenarbeit im Mehrebenensystem angewiesen. Häufig wird damit auch die Hoffnung verbunden, dass universale Normen und Werte wie Menschenrechte oder Demokratie dabei stärker handlungsleitend seien. Das Potenzial des Konzeptes der global governance für eine Demokratisierung der internationalen Beziehungen wird vom Autor näher beschrieben und ausgeführt, der konkrete Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit, exemplifiziert am Beispiel der internationalen Klimapolitik, wird aber äußerst kritisch und bescheiden eingeschätzt.

Es folgen Beiträge und Analysen, die sich mit Demokratieentwicklung und nachhaltigen Beteiligungsformaten auseinandersetzen. In vielen Staaten wird immer wieder der Ruf nach Reformen des demokratischen Systems laut. Vielfach werden Krisenerscheinungen der repräsentativen Demokratie diagnostiziert, wie etwa sinkende Wahlbeteiligung oder „Politikverdrossenheit“. Im Beitrag der Politikwissenschaftlerin Sigrid Baringhorst zur Nachhaltigkeit durch politischen Konsum und Internetaktivismus wird daher die Frage gestellt, vor welchen Herausforderungen die repräsentative Demokratie derzeit steht und welche Wünsche und Bedürfnisse die Gesellschaft heute an Partizipationsmöglichkeiten äußert. Der Beitrag zeigt mögliche alternative Partizipationsformen, wie bewussten Konsum oder Möglichkeiten des Web 2.0, auf und analysiert deren Stärken und Schwächen als nachhaltige Instrumente zur demokratischen Beteiligung. Dabei werden der Wunsch und die Notwendigkeit zu vermehrter politischer Beteiligung mit den gewandelten Möglichkeiten und Realitäten des 21. Jahrhunderts in Beziehung gesetzt. Häufig wird die Weiterentwicklung bzw. Stärkung von direktdemokratischen Instrumenten dabei als wichtiger Schritt zu einer „nachhaltigen Entwicklung“ von Demokratie gesehen. Der Beitrag von Christoph Konrath zeigt verschiedene Ansätze zu Reformprojekten in verschiedenen Staaten auf, insbesondere in Österreich, ergänzt um Reformprojekte in Finnland und Irland, und zeigt Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den dahinterstehenden Überlegungen und Zielsetzungen.

Die Forderung nach mehr und intensiverer Beteiligung von BürgerInnen und zivilgesellschaftlichen Initiativen wirft die Frage nach notwendigen Rahmenbedingungen und Strukturen auf, die für eine nachhaltige Entwicklung solcher Prozesse notwendig sind. Evaluierungen von bereits abgehaltenen Beteiligungsformaten wie etwa BürgerInnenräte haben gezeigt, dass die Faktoren Bildung, Einkommen, und Geschlecht die Wahrscheinlichkeit beeinflussen, einer Einladung zur Beteiligung tatsächlich zu folgen. Der Beitrag von Eva More-Hollerweger analysiert, welche Rahmenbedingungen dazu beitragen, dass zivilgesellschaftliches Engagement von Individuen, Gruppen oder Organisationen im Dreieck der Interessen von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gestärkt auftreten kann.

Ein konkretes Praxisbeispiel dazu liefert der Politikwissenschaftler und Aktivist Bruno Kaufmann mit der Beschreibung der Aktivitäten in der „Demokratiestadt“ Falun. Die schwedische Stadt Falun möchte eine Democracy City werden und hat es sich zum Ziel gesetzt, ihre BürgerInnen zu aktivieren, für demokratische Prozesse auch und gerade auf der kommunalen Ebene zu interessieren und ihre Vorschläge und Wünsche bei der Konzeption von Projekten einzubeziehen. Aktive Bürger­beteiligung wird als die Software bezeichnet, welche die Hardware (die repräsentative Demokratie) ergänzen und ausgestalten müsse.

Ein anderes Praxisbeispiel liefert die Raumplanerin Barbara Saringer-Bory mit der Smart City Wien. Wachsende Städte wie Wien, stehen auch vor enormen Herausforderungen, wie etwa steigendem Ressourcenverbrauch und neue Anforderungen an eine nachhaltige Stadtentwicklung. Das Konzept der Smart Cities versucht, durch produktiven Einsatz von innovativen Technologien vorhandenes Wissen und Strukturen zu bündeln und weiterzuentwickeln, dabei ressourcenschonend vorzugehen und im Sinne der Nachhaltigkeit und der Steigerung der Lebensqualität eine ganzheitliche Sichtweise einzunehmen. Die Stadt Wien hat ebenfalls Smart City-Projekte entwickelt und sieht sich hier in einer Vorreiterrolle. Der Beitrag geht der Frage nach, inwiefern das Konzept der Smart Cities geeignet ist, Fragen der Nachhaltigkeit und der gesellschaftlichen Weiterentwicklung zu beantworten und welchen Mehrwert die verstärkte Einbindung von BürgerInnen in die Stadtentwicklung für deren Nachhaltigkeit bringt.

Zwei abschließende Beiträge befassen sich mit dem Aspekt der Bildung im Kontext von Demokratie und Nachhaltigkeit. Bildung vermittelt Menschen das notwendige Wissen und Kompetenzen, um die Gesellschaft künftig mit gestalten zu können. Bildung ist somit ein gesellschaftlicher Prozess und beeinflusst wesentlich mit, wohin eine Gesellschaft sich künftig entwickeln wird. Der Artikel von Franz Rauch beleuchtet die Beziehung zwischen Individuum und Gesellschaft sowie zwischen Bildung und Gesellschaft. Welche Rolle Bildung bei der Gestaltung der künftigen Gesellschaft spielt, wird am Konzept „Bildung für eine nachhaltige Entwicklung – BNE“ dargestellt.

Der abschließende Beitrag von Gertraud Diendorfer und SusanneReitmair-Juárez gibt einen Überblick über die Herausforderungen, welche an historisch gewachsene und nationalstaatlich strukturierte Konzepte von Staatsbürgerschaft gestellt werden und zeigt auf, dass auch auf staatlicher bzw. internationaler Ebene eine nachhaltige Weiterentwicklung von Strukturen und Prozessen im Gang ist. Das Konzept der Global Citizenship Education bietet einen möglichen Rahmen, um „Staatsbürgerschaft“ global und in Mehrfachidentitäten zu begreifen und dieses breite Verständnis von Citizenship in das Bildungssystem zu integrieren und dergestalt auf nachhaltige Entwicklung hinwirken zu können. Damit wird das Verhältnis zwischen Bildung und Gesellschaft aus der Perspektive der Global Citizenship Education analysiert.

Gertraud Diendorfer, Manfried Welan

März 2016

Susanne Reitmair-Juárez

Nachhaltigkeit – ein vielseitiger Begriff

Mit dem Erstarken der Ökologie- und Grünbewegungen in den 1980er Jahren und der Durchsetzung der allgemeinen Erkenntnis, dass die Ressourcen auf unserer Erde nicht unendlich sind, erstarkte auch die Debatte um den Begriff der Nachhaltigkeit. In verschiedensten gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Debatten und Politikfeldern taucht das Adjektiv „nachhaltig“ seitdem auf. Nachhaltigkeit ökologisch verstanden bezieht sich meist auf den ressourcenschonenden Umgang mit dem Lebensraum Erde. Nachhaltigkeit in einem ökonomischen Sinne bezieht sich auf die effiziente Nutzung von begrenzten Ressourcen. Nachhaltigkeit kann aber auch sozial verstanden werden – hierbei rücken Begriffe wie Solidarität oder soziale Gerechtigkeit bzw. Generationengerechtigkeit in den Vordergrund. Darüber hinaus wird Nachhaltigkeit oft als Teil des demokratischen Wertekanons oder als handlungsleitendes Prinzip für soziale Gerechtigkeit bezeichnet. Der Begriff der Nachhaltigkeit hat sich in wissenschaftlichen und gesellschaftspolitischen Diskursen in den letzten Jahrzehnten etabliert und hat sich auch in den Medien und dem allgemeinen Sprachgebrauch weitgehend durchgesetzt. Häufig wird der Begriff aber verwendet, ohne ihn inhaltlich zu definieren oder einzugrenzen.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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