Den Schleier durchdringen - Blake K. Healy - E-Book

Den Schleier durchdringen E-Book

Blake K. Healy

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Beschreibung

Blake Healy, der seit seiner Kindheit in den geistlichen Raum sehen kann, enthüllt ein bedeutendes prophetisches Thema, das sich durch die gesamte Geschichte der Menschheit zieht: Der Mensch hat die Tendenz, Gut und Böse nach eigenen Maßstäben zu definieren. Damit möchte er gerne sein eigenes Reich, sein eigenes Imperium schaffen, und zwar im Kleinen wie im Großen, wodurch das Reich Gottes behindert wird. Ursache für diese Enthüllung war eine Erfahrung mit einem Freund, den er von etwas überzeugen wollte. Dabei sah er im Geist, dass seine Argumente wie fünf goldene Pfeile waren, die den Freund jedoch nicht erreichten, da dessen persönlicher Engel sie abfing. Die Begründung des Engels erschütterte ihn zutiefst: „Deine Pfeile sind zu schmutzig.“ Er erkannte schließlich, dass sein eigenes „Reich“, seine eigene Vorstellung von Gerechtigkeit, verhinderte, dass er seinen Freund so liebte, wie Jesus es tat. Schließlich berichtet Blake Healy von geistlichen Visionen und Begegnungen, die aufzeigen, wie der Feind die menschlichen Imperien subtil beeinflusst – und wie diese wiederum unser Denken, Verhalten und sogar unseren Glauben prägen. Der Leser bekommt dadurch Werkzeuge an die Hand, um sich von trügerischen kulturellen und dämonischen Einflüssen zu lösen und in einer engen Beziehung mit Jesus zu leben.

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Seitenzahl: 235

Veröffentlichungsjahr: 2026

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Blake K. Healy

Den Schleier durchdringen

Die dämonischen Mächte und Gewalten der heutigen Zeit überwinden

GloryWorld-Medien

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1. Auflage 2026

Copyright © 2026 by Blake K. Healy. All rights reserved. Originaltitel: „Through the Veil“; erschienen bei Charisma House, 600 Rinehart Road, Lake Mary, Florida 32746, USA. Dort ist es auch in anderen Sprachen erhältlich. E-Mail: [email protected]

© der deutschen Ausgabe 2026 GloryWorld-Medien, Xanten, Germany, www.gloryworld.de

Alle Rechte vorbehalten

Bibelzitate sind, falls nicht anders gekennzeichnet, für das Neue Testament der Übersetzung „Jesus der Messias“ (GloryWorld-Medien 2024) und für das Alte Testament der „Neue evangelistische Übersetzung © 2013 Karl-Heinz Vanheiden“ (NeÜ) entnommen.Weitere Bibelübersetzungen:

ELB: Elberfelder Bibel, Revidierte Fassung von 2006NGÜ: Neue Genfer Übersetzung

Lektorat: Janet Mayer, Klaudia Wagner-Diehl, www.wortwirkt.deÜbersetzung/Satz: Manfred MayerUmschlaggestaltung: Vincent Pirozzi / Jens Neuhaus, www.7dinge.de

ISBN (epub): 978-3-95578-764-6ISBN (Druck): 978-3-95578-664-9

 

 

Inhalt

Einführung: Fünf goldene Pfeile

TEIL I: SEHEN IM GEIST

1 Erste Schritte

2 Der Sinn des Sehens

3 Das interpretieren, was wir sehen

TEIL II: VON EDEN ZUM IMPERIUM

4 Geistliche Strukturen

5 Garten und Imperium

6 Gedanken-Imperien

TEIL III: DÄMONISCHE FÜRSTENTÜMER UND GEWALTEN

7 Drei dämonische Fürstentümer

8 Moderne Imperien

9 Mit dämonischen Fürstentümern umgehen

10 Der Weg der Weisheit

TEIL IV: DIE WELT VERWANDELN

11 Zwei Propheten

12 Das Problem der Sünde

13 Verwandelt werden

Fazit

Eine persönliche Einladung des Autors

 

Einführung: Fünf goldene Pfeile

Ich sehe Engel zeit meines Lebens. In den ersten zwölf Jahren war mir dabei nicht bewusst, dass das, was ich sah, irgendwie ungewöhnlich war. Die folgenden zehn Jahre verbrachte ich dann damit, zu lernen, was die Dinge, die ich sah, zu bedeuten hatten. Und seither versuche ich, zum Ausdruck zu bringen, inwiefern diese Dinge die unvorstellbare Schönheit von Gottes Wesen offenbaren.

Seit Jahrzehnten sehe ich Schutzengel, die uns im Alltag beschützen, Anbetungsengel, die Gottes Herrlichkeit preisen, während wir in unseren Gemeinden zu ihm singen, persönliche Engel, die unterstützen, dass Gottes Plan in unserem Leben zustande kommt, und vieles mehr. Obwohl ich viel darüber gelernt habe, wie man das, was ich sehe, interpretieren kann – manchmal metaphorisch, manchmal wörtlich und manchmal als mysteriöse Kombination aus beidem –, habe ich auch genug gelernt, um zu wissen, dass es weise ist, mich in diesem Bereich immer als Anfänger zu betrachten.

Mein erstes Buch, „Durch den Schleier sehen“, dreht sich um diesen Lernprozess. In einem späteren Abschnitt werden wir uns auch in diesem Buch mit einigen grundlegenden Aspekten der Gabe des Sehens im Geist befassen, aber das ist diesmal nicht der Schwerpunkt. Im vorliegenden Buch geht es um ein Problem – ein Problem, auf das ich tausend Mal auf tausend verschiedene Weisen gestoßen bin. Und obwohl ich mit diesem Problem schon unzählige Male konfrontiert war, hat es mich noch nie so tief und persönlich getroffen wie vor einigen Jahren.

Eine unerwartete E-Mail

Es begann spät am Abend, als ich plötzlich den Drang verspürte, meine E-Mails zu checken. Einen solchen Drang verspüre ich selten – sehr zum Leidwesen aller, die jemals mit mir zusammengearbeitet haben – und den ich normalerweise so kurz vor dem Schlafengehen ignorieren würde, da E-Mails spät am Abend selten zu einem guten Schlaf beitragen. Trotzdem öffnete ich meinen Laptop und fand dann eine Nachricht von einem meiner engsten Freunde.

In dieser E-Mail, die er an über hundert Leute geschickt hatte, gab er bekannt, er sehe sich nicht länger als Christ und glaube nicht mehr an Jesus. Er wolle zwar gerne mit den Leuten, an die er die E-Mail verschickte, in Kontakt bleiben, aber er werde nicht mehr zu unseren Gottesdiensten kommen und habe seinen Glauben komplett aufgegeben.

Im Rest des Textes erklärte er die Gründe und Absichten hinter seiner Entscheidung. Ich war davon ganz benommen, doch konnte ich im Inneren hören, wie mein Herz in tausend Stücke zerbrach. Er war viele Jahre lang ein wichtiger Leiter in unserer Gemeinde gewesen, und obwohl ich befürchtete, dass diese Entscheidung für ihn, seine Familie und die Menschen, die er geleitet hatte, negative Folgen haben würde, kam mein tiefster Schmerz daher, dass ich mich persönlich verraten fühlte.

Er war einer meiner besten Freunde gewesen. Wir hatten im Laufe der Jahre oft über seine Glaubenskonflikte gesprochen. Ich dachte, er hätte sich bei mir sicher gefühlt, um über diese Konflikte zu reden. Doch keines dieser Gespräche hatte mich auf diesen plötzlichen Sinneswandel vorbereitet. Es war, als würde man aufwachen und ein leeres Haus vorfinden, mit nichts als einer Notiz, die die verwirrende Abwesenheit aller Möbel und Utensilien des Lebens erklärte, das man gemeinsam aufzubauen geglaubt hatte.

Ich ließ den Schock zunächst 24 Stunden lang auf mich wirken, bevor ich überhaupt anfing, darüber nachzudenken, wie ich reagieren sollte. Die einzige Entscheidung, zu der ich während dieser Pause kam, war, noch länger zu warten. Zum einen, weil ich wusste, dass mein Freund mit einer Flut von Antworten auf seine Nachricht überschüttet würde – einige mit uneingeschränkter Unterstützung, andere mit bissiger Verachtung und viele weitere dazwischen –, und zum anderen, weil ich nicht wollte, dass der persönliche Schmerz darüber, dass ich nur einer von Hunderten Empfängern dieser Nachricht war, das Gespräch, das wir wohl haben würden, vergiftete. Ich beschloss, abzuwarten, bis die erste Welle der Antworten vorbei war, damit ich besser verstehen konnte, warum mich das so sehr schmerzte.

Drei Monate vergingen – in mancher Hinsicht viel zu lang, in anderer Hinsicht nicht annähernd lang genug. Immer noch unsicher, ob ich bereit war, schrieb ich meinem Freund eine SMS und fragte ihn, ob wir uns auf einen Kaffee treffen könnten, worauf er schnell zustimmte.

Treffen mit einem Freund

Ich saß in meinem Auto und wartete einen Moment, während ich mir nochmals überlegte, was ich sagen wollte. Ich hatte nicht vor, mit ihm zu streiten oder zu diskutieren. Obwohl ich es genieße, über eine Vielzahl von Themen zu diskutieren, und mich lebhafte Debatten und Diskussionen anregen, verkommen Streit und Debatten in der heutigen Kultur oft dazu, die eigene Sichtweise als unumstößlich darzustellen und die Sichtweisen anderer ohne jede Rücksichtnahme herabzuwürdigen. Ich bin wenig motiviert, andere von den Dingen zu überzeugen, die ich im Geist sehe. Lieber lege ich dar, was ich gesehen habe, und lasse die Früchte dieser Visionen für sich selbst sprechen, wobei ich auf das Urteilsvermögen derjenigen vertraue, die sie hören. Den gleichen Ansatz verfolge ich auch, wenn ich meinen Glauben darlege und verteidige.

Trotzdem war ich auf fünf Punkte gekommen, die ich meinem Freund zum Ausdruck bringen wollte. Dabei ging es nicht um theologische Fundamente oder apologetische Argumente, sondern um meine tiefe Sorge und Fürsorge für ihn, seine Familie und seine Zukunft. Als ich sie im Kopf durchging, hoffte ich, sie würden in diesem Sinne verstanden und aufgenommen werden. Da ich merkte, dass ich mich gedanklich im Kreis drehte, atmete ich tief durch, stieg aus meinem Auto und ging in das Café.

Mein Freund saß bereits an einem Tisch in der Mitte des Raumes. Er sah aus wie immer. Ich weiß nicht, warum ich irgendwie erwartet hatte, dass er anders aussehen würde. Selbst als ich ihn im Geist betrachtete, stellte ich fest, dass sich nur sehr wenig verändert hatte. Ich konnte immer noch die Zeichen und Indizien der Salbung und Berufung auf seinem Leben sehen, ebenso wie seinen persönlichen Engel, der neben ihm stand. Jeder Mensch, den ich jemals getroffen habe, hat, was ich einen persönlichen Engel nenne: einen Engel, der ihn jeden Tag seines Lebens begleitet und Gottes Plänen dient. Obwohl ich Unterschiede im Verhalten dieser Engel festgestellt habe, die darauf hindeuten könnten, wie eng eine Person Gottes Plänen folgt, spiegelt ihre Haltung immer Gottes ewige Liebe zu allen seinen Kindern wider.

Der Engel meines Freundes sah genauso aus wie bei den Hunderten anderen Malen, bei denen ich ihn gesehen hatte. Ich glaubte zwar, einen ernsteren Ausdruck in seinem Gesicht erkennen zu können, doch kam ich zu dem Schluss, dies könne leicht auch die Projektion meiner eigenen Gefühle sein. Ich hörte auf, in den Geist zu schauen, als mein Freund aufstand, um mich mit einer Umarmung zu begrüßen.

Wir fingen mit ein paar Höflichkeitsfloskeln an. Keiner von uns war jemals gut im Small Talk gewesen, besonders wenn etwas Unausgesprochenes in der Luft lag, aber wir gaben unser Bestes. Ich kam zum Kern des Gesprächs und ließ meinen Freund wissen, dass ich verletzt war – nicht nur wegen seiner Entscheidung, sondern auch, weil er mich, anstatt mich anzurufen oder zu sich nach Hause einzuladen, mit hundert anderen beliebigen Beziehungen in einen Topf geworfen hatte. Ich sagte ihm, ich hätte gedacht, ich hätte bewiesen, dass er bei mir sicher sein könne, solche Dinge zu besprechen, und dass ich gerne die Gelegenheit gehabt hätte, das gemeinsam zu durchleben, auch wenn es am Ende nichts geändert hätte. Ich sagte ihm, ich hätte zwar Verständnis für seine schwierige Lage, aber die Art und Weise, wie ich die Nachricht erhielt, habe sich angesichts der Beziehung, die wir aufgebaut hatten, abwertend angefühlt.

Er zeigte echte Reue und entschuldigte sich. Das spendete meinem Herzen ein bisschen Trost – genug, um mich wohl dabei zu fühlen, ihm die fünf Punkte mitzuteilen, die ich vorbereitet hatte.

Ich sagte ihm, ich hätte kein Interesse daran, ihn von irgend­etwas zu überzeugen, sondern wolle mit jedem Punkt nur Dinge zum Ausdruck bringen, die ich bereuen würde, wenn ich sie nicht sagen würde. Das akzeptierte er und bat mich, ihm mitzuteilen, was ich zu sagen hatte.

Als ich meinen Mund öffnete, um über den ersten Punkt zu sprechen, begann ich, im Geist zu sehen. Normalerweise ist das etwas, das ich selbst initiiere, aber dieses Mal aktivierte es sich instinktiv.

Als ich meinen ersten Punkt ansprach, sah ich, wie ein goldener Pfeil aus meinem Mund kam. Der Pfeil war von vorne bis hinten aus purem Gold und flog direkt auf die Stirn meines Freundes zu. Als die Pfeilspitze nur noch wenige Zentimeter von meinem Freund entfernt war, trat sein persönlicher Engel vor und schnappte sich den Pfeil aus der Luft, bevor er sein Ziel erreichen konnte.

Obwohl mich das, was ich im Geist sehe, oft immer noch überrascht, habe ich mich mittlerweile weitgehend daran gewöhnt und reagiere selten äußerlich auf das, was ich sehe. Was ich dieses Mal sah, ließ mich jedoch über meine nächsten Worte stolpern. Ich starrte auf den goldenen Pfeil in der Hand des Engels und war für einen Moment sprachlos. Ich hatte schon oft genug Engel gesehen, insbesondere persönliche Engel, um zu wissen, dass ich nicht Zeuge eines himmlischen Verrats war, aber ich war so schockiert, dass ich mich zurückhalten musste, um nicht herauszuschreien: „Auf welcher Seite stehst du?“

Der Ausdruck des Engels blieb so ruhig wie zuvor, als ich hereingekommen war.

Ich versuchte so schnell wie möglich, meine Fassung wiederzufinden, und begann, meinen zweiten Punkt vorzubereiten, unsicher darüber, ob meine Pause mehrere Sekunden oder nur Bruchteile einer Sekunde gedauert hatte. Als ich zu dem entscheidenden Satz meiner nächsten Aussage kam, sah ich, dass ein weiterer goldener Pfeil aus meinem Mund hervorkam und auf den Kopf meines Freundes zuflog. Der Engel fing ihn ebenso geschickt wie zuvor aus der Luft auf.

Mein Herzschlag beschleunigte sich. Ich war nervös. Ich war immer noch verblüfft von dem, was ich sah, aber ich bemerkte auch, dass mein Freund auf meine Worte reagierte. Seine Haltung veränderte sich. Sein Gesichtsausdruck wurde reservierter. Ich wagte nicht zu hoffen, dass meine Worte seine Entscheidung sofort rückgängig machen würden, aber ich hatte natürlich gehofft, einen gewissen Eindruck zu hinterlassen.

Da ich spürte, dass mir die Emotionen in die Kehle stiegen, sagte ich die nächsten drei Punkte schnell hintereinander. Drei Pfeile, jeder so golden wie die ersten beiden, kamen aus meinem Mund. Diesmal flogen sie direkt auf das Herz meines Freundes zu.

Bevor sie ihn erreichen konnten, stellte sich der Engel vor meinen Freund, sodass die drei Pfeile tief in seiner Brust versanken. So blieb der Engel stehen – zwei Pfeile in der Hand, drei in der Brust. Kein einziger Pfeil hatte meinen Freund getroffen.

Das Gespräch kam zum Ende. Wir versprachen uns beide, während dieses Prozesses unser Bestes zu geben, um in Verbindung zu bleiben, drückten unsere Zuneigung füreinander aus und verabschiedeten uns.

Ich saß in meinem Auto und sah meinem Freund nach, wie er davonfuhr, immer noch unsicher, wie ich mich angesichts dessen, was geschehen war, fühlen sollte. Bevor meine Gedanken sich zu etwas anderem als einem großen Durcheinander zusammenfügen konnten, wandte ich mich dem Beifahrersitz zu und sah den Engel dort sitzen – zwei Pfeile in seiner Hand, drei in seiner Brust.

Der Engel zog die drei Pfeile aus seiner Brust und nahm die fünf Pfeile, die er jetzt in der Hand hielt, und stellte sie mit der Spitze nach unten in den Getränkehalter zwischen den beiden Sitzen. Er sah mich mit schmerzlicher Freundlichkeit in den Augen an und sagte: „Es tut mir leid, aber deine Pfeile sind zu schmutzig. Du musst es ein anderes Mal erneut versuchen.“ Dann verschwand er und ließ die Pfeile im Getränkehalter zurück.

Auf der Suche nach Antworten

Ich habe lange über diese goldenen Pfeile nachgedacht. Waren sie Botschaften, die mein Freund nicht hören wollte oder konnte? Vielleicht, aber sie prallten nicht von ihm ab – sein Engel schützte ihn vor ihnen. Waren die Botschaften theologisch unvollkommen? Das ist natürlich möglich. Ich würde nie behaupten, dass ich in der Lage bin, eine Botschaft zu überbringen, die vollkommen mit Gottes Wesen übereinstimmt. Trotzdem glaube ich an alles, was ich gesagt habe, und diese Pfeile sahen von vorne bis hinten vollkommen golden aus. Hat der persönliche Schmerz, den ich aufgrund der Entscheidung meines Freundes und der Art und Weise, wie er sie mir mitteilte, empfand, diese goldenen Pfeile irgendwie befleckt? Das könnte durchaus sein, aber ich hatte drei Monate lang daran gearbeitet, diesen Schmerz zu verarbeiten, und ihn so freundlich und ehrlich wie möglich zum Ausdruck gebracht.

Wie bereits erwähnt, war dies nicht das erste Mal, dass ich so etwas erlebt habe. Warum lehnt jemand die Botschaft Christi ab? Warum geben Kinder, die in der Gemeinde aufgewachsen sind, später im Leben ihren Glauben auf? Warum begegnen manche Menschen dem Evangelium und es verändert ihr Leben, während es so viele andere kalt lässt? Warum erlebe ich, dass so viel von Gottes Güte abgelehnt wird?

Weil sie hartherzig sind und das Evangelium an ihnen abprallt. Weil ihnen eine theologisch unzulängliche Version des Evangeliums vermittelt wurde. Weil sie von unvollkommenen Menschen verletzt wurden und Gott mit dieser Verletzung in Verbindung gebracht haben. Diese Antworten tragen zweifellos zu diesem Problem bei und erklären vielleicht teilweise, was während meines Gesprächs mit meinem Freund passiert ist, aber sie geben vor allem dem Empfänger der Botschaft die Schuld für das Ergebnis. Sie beantworten nicht die Frage, die durch das, was ich gesehen habe, und durch die Worte des Engels aufgeworfen wurde: Warum waren meine Pfeile zu schmutzig?

Dieses Buch stellt das Ergebnis meiner Auseinandersetzung mit dieser Frage dar. Es führte mich zu einem Ansatz, über dieses Thema nachzudenken, der viel weiter geht, als ich je erwartet hätte. Ich behaupte aber nicht, dass dieses Buch die Antwort darauf gibt, warum Menschen das Evangelium nicht immer annehmen, aber es ist die Antwort darauf, warum meine Pfeile schmutzig waren – warum das, was ich meinem Freund geben wollte, sein Herz nicht erreicht hat. Wenn wir diese Sache nun gemeinsam erforschen, hoffe ich, dass du herausfindest, warum einige der goldenen Pfeile, die du im Auftrag Gottes abschießen sollst, nicht das Herz derer treffen, die du liebst, und dass du dadurch besser gerüstet bist, um der Botschafter des Evangeliums zu sein, zu dem du berufen bist.

Ich kann diese Botschaft nur aus meiner Perspektive darlegen. Ich bin kein Theologe, obwohl ich mich zeit meines Lebens mit der Bibel beschäftigt habe. Ich bin auch kein Leiter einer Gemeinde, obwohl ich den größten Teil meines Lebens in der Gemeinde gedient habe. Ich bin jemand, der seit vierzig Jahren Engel, Dämonen und andere geistliche Realitäten sieht. Ich bin jemand, der versucht hat, Gottes Wesen auf jede erdenkliche Weise zu verstehen. Und ich bin ein lebenslanger Jünger Jesu und versuche, sein Wesen und seine Liebe für die Welt so gut wie möglich zu repräsentieren, auch wenn mir das oft nicht gelingt. Aus all diesen Blickwinkeln kann ich dir diese Botschaft darlegen und untersuchen, warum goldene Pfeile manchmal den Schleier nicht durchdringen können.

 

TEIL I: SEHEN IM GEIST

In diesem Teil werde ich darlegen, was die Gabe des Sehens im Geist ist, wie wir die Dinge, die ich und andere sehen, verstehen und interpretieren können und wie wir sie in unserem täglichen Leben anwenden können. Diejenigen, die meine vier vorherigen Bücher gelesen haben, werden einige dieser Inhalte vielleicht schon kennen. Wenn du lieber direkt zum Kern des Themas dieses Buches kommen möchtest, kannst du gerne gleich zu Teil 2 springen. Für diejenigen, die mit dieser Gabe nicht vertraut sind oder sich nochmals über ihre Rolle informieren möchten, ist dieser Teil genau das Richtige.

 

Um ein kurzes Video (in englischer Sprache) anzusehen, das die Themen vorstellt, die in diesem Teil des Buches behandelt werden, scanne den QR-Code oder besuche BlakeHealyBooks.com/throughtheveil/resources

 

 

Kapitel 1: Erste Schritte

Ich sehe Engel, Dämonen und andere geistliche Wesen mit meinen Augen – nicht viel anders, als ich dich sehen würde, wenn du mit mir im Raum wärst. Meine Kindheitserinnerungen sind voller Bilder von Engeln, die in Anbetung tanzen, als Wächter an Türen stehen oder Menschen dienen. Sie sind auch voller Erinnerungen an Dämonen, die um Menschen herumschleichen, die sich auf der Straße streiten, oder die auf denjenigen herumklettern, die mit Suchtproblemen zu kämpfen haben, oder die gierig nach einer anderen Möglichkeit suchen, um das Leben derer zu zerstören, die ihnen eine Gelegenheit dazu bieten.

Die ersten zehn Jahre meines Lebens war ich mir größtenteils nicht bewusst, wie ungewöhnlich meine Erfahrungen waren. Das mag überraschend klingen, aber bedenke bitte, dass für ein Kind die ganze Welt neu ist. Kinder sehen fast jeden Tag Dinge, die sie nicht verstehen. Die Engel und Dämonen, die ich überall sah, fügten sich so organisch in das Gesamtbild der Welt ein wie Stadtlandschaften, Mengen geschäftiger Menschen sowie Pflanzen und Tiere. Sicher, meine Eltern kommentierten manchmal meine „wilde Fantasie”, wenn ich etwas Geistliches erwähnte, aber ihre Reaktionen unterschieden sich dann nicht wesentlich von denen, die sie zeigten, wenn ich sie fragte, ob die Sonne nass wird, wenn sie ins Meer taucht, ob Fische pfeifen können oder andere kindliche Beobachtungen, die Kinder machen, wenn sie versuchen, sich ein Bild von der Welt zu machen.

Als ich zwölf Jahre alt war, begannen wir, in eine Gemeinde zu gehen, die über die Gaben des Geistes lehrte, insbesondere über Prophetie. Das gab mir mehr denn je zuvor einen Rahmen für die Dinge, die ich sah. Im Gespräch mit einigen Leitern der Gemeinde erfuhr ich, dass es eine Gabe gibt, die man „Sehen im Geist” nennt. Das war der Beginn eines Prozesses, bei dem ich lernte, die Dinge, die ich sah, zu verstehen und diese Gabe so einzusetzen, dass sie Gott ehrte und die Leute segnete.

Anfangs lief alles ziemlich gut. Ich sah Engel im Gottesdienst, die mit großen Fahnen in den Raum kamen und durch die Gänge der Gemeinde tanzten. Nachdem ich das ein paar Wochen lang beobachtet hatte, fiel mir auf, dass die Engel jedes Mal, wenn wir zusammenkamen und Gott anbeteten, auf neue, einzigartige Weise reagierten. Jedes Mal passierte etwas Neues und Anderes. Ich fing an, dem Lobpreisteam davon zu erzählen, und das hat sie ermutigt. Es hat sie gesegnet zu hören, dass der Himmel darauf reagierte, auf welche Art und Weise wir gemeinsam Gott anbeteten.

Als Nächstes fing ich an, darauf zu achten, was im Geist geschah, während unser Pastor predigte. Einmal sah ich vier oder fünf Engel mit großen Bolzenschneidern, die durch die Menge gingen und Ketten von Menschen abschnitten. Als der Pastor zum Kern seiner Botschaft kam, wurde mir klar, dass er darüber sprach, wie wir Freiheit in Christus erlangen. Vielleicht war es etwas seltsam, Engel mit Bolzenschneidern zu sehen, aber die Bedeutung schien klar zu sein. Er sprach davon, frei zu werden, und Engel schnitten Ketten von Menschen ab. Ich erzählte dies unserem Pastor, und er war davon gesegnet, genauso wie das Lobpreisteam von dem gesegnet war, was ich gesehen hatte.

Vieles von dem, was ich sah, ergab intuitiv Sinn. Ich sah einen Engel, der im Lobpreis herumtanzte, sich im Rhythmus bewegte und dann, als der Lobpreis vorbei war, wegging. Das war wohl eindeutig ein Lobpreisengel, oder?

Ich sah einen anderen Engel, der wie ein Soldat stramm am Eingang der Gemeinde stand. Er trug eine Rüstung, hatte eine Waffe in der Hand und sah ganz wie ein Wächter aus. Ich kam zu dem Schluss, dass es sich um einen Schutzengel handeln musste.

Als ich anderen erzählte, was ich gesehen hatte, waren sie gesegnet. Es zeigte, dass Gott mit uns war und dass der Himmel mit dem, was wir taten, zusammenarbeitete. Aber nicht alles, was ich sah, ergab so intuitiv Sinn.

Einmal lud unser Pastor die Leute ein, nach vorne zu kommen, um die Taufe im Heiligen Geist zu empfangen. Etwa dreißig Leute stellten sich vorne auf, und unser Pastor ging die Reihe entlang und betete für jeden einzelnen. Während er das tat, sah ich einen Lichtfleck in den Farben orange, gelb und weiß in den Raum kommen, der trüb und undeutlich war. Er bewegte sich auf eine Weise, die sowohl flüssig als auch fest war, während er von einer Seite zur anderen an den Leuten entlanghuschte, auf demselben Weg zurückdriftete und wieder aus dem Fenster flog.

Das hatte keine so klare, offensichtliche Bedeutung, wie ich sie bei allem anderen gesehen hatte, aber ich dachte mir, da ich es gesehen hatte, sollte ich es auch mitteilen. Deshalb ging ich nach dem Gottesdienst zum Pastor und berichtete und beschrieb ihm, was ich gesehen hatte. Der Pastor fragte mich dann, was es meiner Meinung nach bedeutete. Ich hatte gehofft, er würde es wissen, da ich selbst keine Ahnung hatte. Ich sagte ihm das, und mit höflicher Verwirrung im Gesicht bat er mich, ihm Bescheid zu geben, wenn so etwas wieder passieren sollte. Das verunsicherte mich und machte mich verlegen. Warum hatte ich diese orangefarbene Wolke gesehen, obwohl ich ihre Bedeutung nicht verstehen konnte?

Es war also so, dass manches von dem, was ich sah, intuitiv Sinn ergab, während anderes vage und geheimnisvoll war. Manches segnete die Menschen, anderes verwirrte sie.

Wie bereits erwähnt, sah ich regelmäßig Engel, aber ich sah auch Dämonen. Über die Dämonen, die ich sah, erzählte ich nicht viel. Ich wusste, dass es für die Leute unangenehm sein könnte, davon zu hören, aber irgendwie hatte ich das Gefühl, dass ich einen wichtigen Aspekt dieser Gabe vernachlässigte, wenn ich nicht darüber sprach. Als ich dreizehn war, kam ich zu dem Entschluss, dass ich es lange genug vermieden hatte.

Ich nahm mir vor, meine Vorbehalte zu überwinden, und beschloss eines Tages nach dem Gottesdienst, es zu versuchen. Als der Gottesdienst zu Ende war und alle sich unterhielten, sah ich mich im Raum nach einem geeigneten „Kandidaten“ um. Mindestens ein Dutzend verschiedene Dämonen waren im Raum gerade mit verschiedenen Dingen beschäftigt. Als ich überlegte, über welchen ich wohl am besten sprechen sollte, fiel mein Blick auf einen Mann im hinteren Teil der Gemeinde. Er und ich hatten bereits mindestens ein Gespräch über das Sehen im Geist geführt. Ich dachte, das würde dieses nächste Gespräch vielleicht etwas einfacher machen.

Ich weiß nicht, wie es dir geht, wenn du dich auf etwas vorbereitest, vor dem du Angst hast. Ich muss entweder sofort damit loslegen oder die nächsten sechs bis acht Monate damit verbringen, darüber nachzudenken. Ich biss mir auf die Zunge, stand auf und ging direkt auf den Mann im hinteren Teil der Gemeinde zu. Als ich näherkam, wurde mir klar, dass ich ihm nicht einfach sagen wollte, dass ein Dämon um ihn herumschwirrte; ich wollte ihm etwas Hilfreiches sagen, etwas, das nützlich sein könnte. Während ich darüber nachdachte, sah ich den Dämon an, beobachtete, was er tat, und überlegte mir, was ich dem Mann am besten sagen könnte.

Nochmals: Ich war damals dreizehn, und der Mann war Mitte fünfzig. Ich war nur etwa 1,50 Meter groß, und als ich näherkam, schien der Mann größer als eine Eiche zu werden.

Ich biss mir wieder auf die Zunge, ging zu ihm hin, tippte ihm auf die Schulter und sagte: „Entschuldigung, aber mir ist aufgefallen, dass da ein Dämon auf Ihrer Schulter sitzt. Und ich denke, Sie sollten vielleicht aufhören, Pornos zu gucken.“

Mir wurde sofort klar, dass ich einen Fehler gemacht hatte. Das Gesicht des Mannes wurde erst rosa, dann rot und nahm schließlich eine beängstigende violette Färbung an. Er stieß ein halbes Dutzend Wortfetzen hervor und stapfte dann davon.

Mit ein paar Jahrzehnten Abstand ist es leicht, mehrere Fehler zu erkennen, die ich bei diesem ersten Versuch, über Dämonen zu sprechen, gemacht habe. Aber ich kann mich noch gut daran erinnern, wie überrascht ich über die Reaktion des Mannes war. Ich hatte zwar nicht erwartet, dass er begeistert sein würde, aber wenn ich einen Dämon auf oder um jemanden herum sah, hatte ich fast nie das Gefühl, die Person deswegen zu verurteilen. Tatsächlich war es leicht zu erkennen, dass dieser Dämon und das, was er zu tun versuchte, überhaupt nicht zu dieser Person gehörte. Ich dachte, wenn ich den Leuten über die Dämonen erzählte, die ich sah, würden sie genauso empfinden wie ich, aber sie waren meistens wütend, traurig oder verängstigt.

Manche Dinge, die ich sah, segneten die Menschen, manche verwirrten sie und manche verärgerten sie. Trotz einer Mischung aus Erfolgen und Misserfolgen übte ich weiter, erzählte weiter davon und sah immer mehr.

Schließlich wurde es zu einer Überforderung. In einem einzigen Gottesdienst konnte ich mehr in der geistlichen Welt sehen, als ich überhaupt verstehen konnte. Wenn ich versucht hätte, alles zu beschreiben, was ich in einer einstündigen Versammlung gesehen hatte, hätte ich hundert Stunden gebraucht. Und selbst wenn ich alles hätte beschreiben können, woher sollte ich wissen, was davon ich erzählen sollte? Was war es wert, laut ausgesprochen zu werden? Was war für andere hilfreich? Worauf sollte ich mich konzentrieren? Was war wichtig?

Ich wusste es nicht.

Um ehrlich zu sein, verstand ich nur die Hälfte von dem, was ich sah – vielleicht sogar weniger. Aber ich schaute weiter zu, und mit der Zeit formte sich eine Art Sprache heraus: eine Vision nach der anderen, ein Moment nach dem anderen. Je mehr ich übte, desto mehr verstand ich. Ich verstand die Dinge nicht perfekt, aber es reichte aus, um eine Art geistliches Vokabular aufzubauen.

 

Kapitel 2: Der Sinn des Sehens

Es gab einen Engel, den ich in unserer Kirche jede Woche sah. Er stand in der Nähe des Eingangs, gerade noch im Gottesdienstraum. Er trug eine glänzende silberne Rüstung – ohne jeden Kratzer, Fleck oder Delle. Jede Woche sah ich ihn strammstehen, eine Waffe in der Hand, und in die Ferne blicken.

Er sah aus wie ein Mann mittleren Alters mit einem graumelierten Bart, feinen Falten auf der Stirn und einem wachsamen Gesichtsausdruck. Alles an ihm sah aus wie ein Wächter, ein Beschützer, ein Soldat. Trotz der intuitiven Bedeutung seines Aussehens fragte ich mich, was das wirklich bedeutete: Welchen Sinn hat es, dass ein Schutzengel genau dort steht?

Seine Anwesenheit gab mir ein Gefühl der Geborgenheit, aber welche Bedeutung hatte sie wirklich? Stand er dort, um Dämonen daran zu hindern, durch die Tür hereinzukommen? Wenn ja, würde dann die Frage, ob Gottes oder des Feindes Plan verwirklicht würde, davon abhängen, ob dieser Engel einen Dämon überlisten oder besiegen könnte? Wenn das der Fall wäre, was würde dann passieren, wenn ein Dämon durch eine andere Tür, ein Fenster oder eine Wand hereinkäme?

Abgesehen davon, sind wir nicht durch das Blut Jesu geschützt? Wir sitzen doch mitten in Gottes Gegenwart. Wir haben den Heiligen Geist in uns. Ist das nicht schon Schutz genug? Welchen zusätzlichen Schutz bietet ein Engel, der an der Tür steht?

Darüber dachte ich eines Tages nach, als ich plötzlich eine Vision vor Augen hatte. Es war wie ein kurzer Film, der auf der Leinwand meiner Vorstellung abgespielt wurde. In dieser Vision sah ich zwei Königreiche. Ein König schickte einen Botschafter aus seinem Königreich in das fremde Königreich. Mit diesem Botschafter sandte er eine kleine Ehrengarde, die aus etwa dreißig Soldaten bestand. Diese Soldaten begleiteten den Botschafter des Königs auf seiner Reise in das fremde Königreich.