Der andere Weg des Ikarus -  - E-Book

Der andere Weg des Ikarus E-Book

0,0

Beschreibung

Dieses Buch erzählt Geschichten vom anderen Weg des Ikarus. Im Zentrum steht die Befreiung aus dem Spannungsfeld von Sieg und Niederlage. Es kommen Menschen mit ihren besonderen Heilungserfahrungen zu Wort, wodurch wir die geistige Dimension des Lebens konkret miterleben können. Wir begleiten diese Zeitzeugen auf ihrer Reise zu innerem Frieden. Dem Leser werden spannende Einblicke in viele Details und Einsichten aus der Welt des Sports, der Psychologie und der Heilkunde geboten. Beispielgebend ist hier auch Baldur Preiml. Baldur ist ein Vordenker. Er hat die Fähigkeit, die Neugier in uns zu wecken. Er macht Mut, die Grenzen des Egos zu überwinden und liebevoll miteinander in Würde zu leben. Geistesschulung ist ihm stets das Wichtigste geblieben. Zitate: Was Preiml gelehrt hat, war der Zeit meist voraus. Balthasar Hauser, Stanglwirt Die herausragenden Eigenschaften von Baldur sind Bescheidenheit und Demut. Diese Eigenschaften geben Gott, unserem gemeinsamen Vater, den Raum, in dem ER durch Baldur und durch uns alle wirken und gestalten kann - wenn wir das wollen. Kai Jenner, Ethik und Wirtschaft Grandioser Weisheitslehrer Kristl und Johanna Moosbrugger, Hotel Gasthof Post in Lech am Arlberg

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern
Kindle™-E-Readern
(für ausgewählte Pakete)

Seitenzahl: 327

Veröffentlichungsjahr: 2021

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Inhalt

Von der Entstehung dieses Buches

Wirtschaft und Ethik

Einleitung

Begegnungen mit Baldur Preiml

Teil 1

Baldur Preiml erzählt

Teil 2

Toni Innauer spricht über Baldur Preiml

Teil 3

Erfahrungsgeschichten

Teil 4

Zeitzeuge von Bruno Gröning

Teil 5

Heilung durch Liebe

Teil 6

Reinhard Lier über Geistesschulung

Glossar von Reinhard Lier

Anhang Klimaneutralitätsbündnis

Hinweise vom Herausgeber

Literatur Quellennachweis

Es wird in diesem Buch mehrmals auf folgendes Buch hingewiesen „Ein Kurs in Wundern“ (Titel der Originalausgabe „A Course in Miracles“), Greuthof Verlag und Vertrieb GmbH, ISBN 978-3-923662-18-0. Ein Kurs in Wundern, EKIW und A Course in Miracles sind als eingetragene Markenzeichen international geschützt. EKIW ist die Abkürzung für den Titel des Buches „Ein Kurs in Wundern“.

Bildnachweis

In diesem Buch wurden Lichtbilder verwendet, die aus Privatbesitz stammen. Ein Urheberrecht eines Fotografen konnte nicht ermittelt werden. Keinesfalls wurde eine Verletzung von Urheberrechten beabsichtigt. Sollte eine Copyright-Verletzung vorliegen, dann werden wir umgehend den Foto-Urheber beim Neudruck des Buches angeben.

Danksagung

Ein großes Danke an Daniela Lube für die gelungene Konzeption, Umsetzung und Gestaltung dieses Buches.

Orthographie

Grammatik wird definiert als „Die Kunst des Schreibens“. Beim Verfassen dieses Buches haben wir uns weniger an das Regelwerk der Linguistik gehalten, sondern wir haben so weit wie möglich den natürlichen Sprachgebrauch und die Originalität der Redensart der Interviewpartner beibehalten. Wir bitten um Verständnis, dass wir bewusst die übliche Orthographie missachtet haben.

Gender-Hinweis

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird zumeist die männliche Form verwendet, entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung natürlich für alle Geschlechter. Die verkürzte Sprachform beinhaltet keine Wertung.

Interviews

Die Interviews wurden von Daniela Lube und Reinhard Lier geführt.

Von derEntstehung dieses Buches

Daniela Lube interviewt Baldur Preiml, Alfred Steurer und Reinhard Lier, wie es zu der Idee dieses Buches kam.

Daniela

Alfred, warum ist dir die Entstehung dieses Buches so wichtig?

Alfred

Im Zentrum dieses Buches steht Baldur Preiml als Mensch: Die Philosophie, die Baldur Preiml in seinem Leben als Sportler, Trainer und Mensch uns übermittelt hat, soll mit diesem Buch öffentlich bekannt gegeben werden. Hierbei geht es nicht um den Olympia-Medaillengewinner oder Weltmeister. Das war ein Lebensabschnitt.

Was Baldur vermittelt hat, ist nicht nur für den Sport wichtig gewesen, es ist für uns Menschen wesentlich. Auch für unser Berufsleben ist es außerordentlich wichtig. Baldur hat etwas für das österreichische Volk geleistet. Das, was hier in diesem Buch zusammengetragen wurde, soll dies verdeutlichen. Alle Beiträge sind authentisch und kommen vom Herzen. Es ist mein tiefes Bedürfnis, dass all das der Allgemeinheit übermittelt wird.

Daniela

Baldur Preiml ist in Österreich als Skispringer, Trainer und Sportfunktionär bekannt.

Alfred

Baldur hat den Skisprung revolutioniert: In den wenigen Jahren hat er es so gemacht, dass nur sein Team ganz vorne war. Damals fand auch Toni Innauer bei Baldur den Initiator, woraus sich Tonis Zukunft entwickelte. Baldur hat nicht nur im Sport viel bewirkt, sondern sein Bewusstsein hat breite Auswirkungen gehabt, die man kaum nachvollziehen kann, die jedoch von unschätzbarem Wert sind.

Er gab unzählige Seminare, er führte unzählige Gespräche. Stets war er mit ganzem Herzen dabei und gab seine Impulse mit Enthusiasmus weiter. Eben genau das, was ihm wichtig war und am Herzen lag.

Rückblickend betrachtet war Baldur als Vordenker am richtigen Weg. Mit seiner intuitiven Früherkennung zeigte er, was auf uns zukommen wird. Er hat erkannt, was wesentlich und wichtig ist. Baldur ist Pionier. Er hat etwas ganz Besonderes an sich, das kann man nicht lernen.

Daniela

Wie bist du mit Baldur Preiml in Kontakt gekommen?

Alfred

Ich habe ihn immer als Sportler im Fernsehen bewundert. Baldur ist mir als Person aufgefallen, seine Ausstrahlung und seine ganze Art. Die Kombination Preiml-Innauer habe ich jahrelang beobachtet. Toni Innauer war junger Alpinrennläufer im Vorarlberger Landeskader. Da wurde er für eine österreichische Meisterschaft nicht nominiert. Aus Ärger darüber, aber auch aus Lust an der Springerei ist Toni dann mit Alpinskiern zu den Österreichischen Meisterschaften der Skispringer nach Velden am Wörthersee gekommen und wurde auf Anhieb Zweiter. Da hat Baldur ihn beobachtet und festgestellt, dass Toni ein außergewöhnliches Talent ist. Als Trainer holte er ihn danach ans Schigymnasium Stams.

Mit Begeisterung verfolgte ich vor allem Baldur, der eine neue Ethik in den Spitzensport hineinbrachte, zum Beispiel Ernährung, Bewusstseinsentwicklung, autogenes Training, die Schellbach-Methode. Baldur machte aus seinen Leuten Persönlichkeiten und nicht nur Spitzensportler, sondern auch „Menschen“, die im Leben erfolgreich und zugleich Vorbild waren. Jeder für sich ist ein Vorbild geworden.

Baldur hat den österreichischen Skisport zur Weltspitze geführt. Dann las ich in der Zeitung: „Prof. Preiml geht nach Loipersdorf“. Baldur war sechs Jahre beim Skiverband, doch niemand würdigte öffentlich seine Leistungen.

Baldur

Im Grunde genommen ist das völlig unwesentlich. Es geht ja immer irgendwie weiter.

Alfred

Damals bist du nicht gewürdigt worden für das, was du für Österreich gemacht hast. Das ist auch das, was der Stanglwirt zu mir gesagt hat. Seinerzeit waren wir oft mit Baldur beim Stanglwirt. Der Stanglwirt war begeistert von Baldur, er suchte gerne das Gespräch mit ihm. Ich habe mich oft mit Balthasar Hauser unterhalten und er sagte, dass man so eine Persönlichkeit wie den Baldur Preiml nicht genug wertschätzen kann. Der Stanglwirt sagte: „Was Preiml gelehrt hat, war der Zeit meist voraus und wurde vielleicht deshalb zu wenig gewürdigt und geachtet.“

Baldur

Meine Besonderheit, meine Person ist doch wirklich unbedeutend.

Reinhard

Baldur, es hat dich gebraucht. Wir brauchen Pioniere, damit Neues kommen kann. Es braucht Vordenker. Der gute Lehrer ist Vorbild und somit beispielgebend. Ohne Hybris. Ohne Selbstüberschätzung oder Hochmut. Der gute Lehrer hat einen Erfahrungsbereich, und in gewisser Weise fehlt dem Schüler diese Erfahrung. Es ist nicht so sehr das Kopfwissen, sondern die Erfahrung, die wertvoll ist. Der gute Lehrer stellt sich zur Verfügung, damit der Lernprozess und der Heilungsprozess für den Schüler möglich werden. Für den Schüler, der ernsthaft sucht. So kann man sagen, dass du, Baldur, ein Leuchtturm warst und bist. Du bist dem Schüler auf dem Weg voraus. Menschen brauchen Vordenker, Pioniere, einen Leuchtturm.

Du bist ein Leuchtturm im Zeichen des Sports, du hast für Österreich Großes bewirkt. Und in der Tiefe, hinter der sportlichen Fassade, bist du Vordenker in der Geistesschulung. Du hast Methoden angewendet, die neu waren. Diese Ideen hast du praktiziert und auch vermittelt. All das Neue, die Geistesschulung, hast du auch von anderen gelernt: Du hast dir Wissen angeeignet, Bücher gelesen, recherchiert und hast es praktiziert, ausprobiert. Ja Baldur, du möchtest nicht im Vordergrund stehen, das ist auch gut so. Dir geht und ging es um Geistesschulung. Das, was du seinerzeit vermittelt hast, war exzellent. Viele, ja sehr viele Menschen empfinden eine tiefe Wertschätzung für dich. Viele hast du im Herzen berührt.

Alfred

Als ich dann las, dass du nach Loipersdorf gehst, habe ich sofort ein Seminar bei dir gebucht. Während des Seminars dachte ich mir zuerst, was Baldur für einen Blödsinn erzählt. Ich habe mir extra aus meinem Arbeitsleben eine Woche herausgestohlen, um zum Preiml-Seminar zu fahren.

Baldur

Du, damals der Chef von 200 Mitarbeitern (lacht).

Alfred

Ich dachte mir nur, was der da erzählt… Ich fragte meinen Sitznachbarn Adi Scheiblhofer, was der zum Seminar sagt. Dem ist es gleich gegangen wie mir. „Das sag ich dem Baldur.“

Beim Abendessen habe ich mit Baldur geredet: „Baldur, das was du da erzählst, da magst du recht haben, aber da bin ich so weit weg, mit dem kann ich nix anfangen!“

Da gibt es das Bild: Raupe – Puppe – Schmetterling. Wir Seminarteilnehmer waren Raupen, und Baldur erzählte vom Schmetterling. Er hat meine Kritik verstanden. Am nächsten Tag hat er uns dort abgeholt, wo wir waren. Und von da an ist es gelaufen. Es war dann eine Woche Seminar mit so viel Erfahrung und so viel Euphorie.

Baldur hat die Fähigkeit, die Neugier in uns zu wecken. Wir waren eine bunte Runde, und auch unsere Querköpfe interessierten sich für das, was Baldur vermittelte. Das ist seine Stärke. Und betrachte ich das Ganze für mich persönlich und meine Familie, dann ist durch Baldur Preiml in den vielen Jahren so viel entstanden. Auch beruflich und ökologisch: Wenn ich unser Unternehmen anschaue, wie es sich entwickelt hat, was alles umgesetzt wurde. So viele Impulse. Das ist Baldurs Größe. Darum ist es mir ein Anliegen, dass dieses Buch entsteht. Das, was Baldur übermittelt hat, soll öffentlich bekannt werden.

Daniela

Das ist somit der Sinn und Zweck dieses Buches?

Alfred

Ja. Die Intention ist, den Geist, den Baldur bei den Sportlern und Seminarteilnehmern bewirkt hat, allen Menschen zu vermitteln. Der Allgemeinheit bekanntzugeben. Baldur war bei den Seminaren überaus erfolgreich. Er hat die Leute tief angesprochen. Er hat uns da abgeholt, wo wir standen. Wenn ich bedenke, wie oft ich in meinem Bekanntenkreis auf den Preiml angesprochen werde. Oder wie viele erzählen vom Preiml, was sie durch ihn erlebt haben. Das ist einfach einmalig.

Aus diesem ersten Seminar hat sich eine Gruppe Gleichgesinnter gebildet, die vorwiegend aus Unternehmerinnen und Unternehmern bestand. Unsere Gruppe nennt sich „Apfelbaum“. Seit über 40 Jahren treffen wir uns nun jährlich zu einem Wochenseminar mit Baldur.

Daniela

Baldurs Seminare sprachen Unternehmer und Führungskräfte an?

Alfred

Über all die Jahre kamen immer wieder Unternehmer und Führungskräfte zu seinen Vorträgen und Seminaren. Baldur hat viel in Unternehmen ausgelöst: Viele begannen ihr Leben und ihr Unternehmen mit neuen Augen zu sehen. Baldur sprach Themen an, die von Unternehmern wirklich umgesetzt wurden. Begeistert von Baldur habe ich auch einige Seminare für ihn mitorganisiert.

Baldur hat in unserer Unternehmer-Großfamilie so viel bewirkt, das kann man gar nicht alles erzählen. Er hat bei uns allen eine Bewusstseinsentwicklung und -erweiterung ausgelöst. Die Auswirkungen von Baldur haben sich in meinem Leben multipliziert. Baldur hat mich als Mensch sehr berührt: Der Naturbursche Preiml ist immer in engen Kontakt mit seinen Wurzeln geblieben. Seine Eingebungen über die Zukunft waren wegweisend für mich. Durch sein Bewusstsein haben wir uns im Familienverbund intensiv mit Ökologie und Nachhaltigkeit in der Wirtschaft auseinandergesetzt.

Daniela

Was meinst du konkret damit?

Alfred

2011 hörte ich von einem Vortrag beim Forum Alpbach von Prof. Radermacher, welcher einer der gefragtesten Experten zum Thema Nachhaltigkeit ist. Es ging um die Zukunft der Erde. Ich organisierte eine Runde von Unternehmern und Leuten, denen diese Themen ein Anliegen war. Damals waren auch Baldur Preiml, Toni Innauer, Gerald Fitz und mein Neffe Günther Lehner dabei. Nach diesem Vortrag hat mein Neffe gesagt: „Alfred, wenn du in dieser Sache aktiv wirst, dann stehe ich persönlich mit meinem Unternehmen dahinter. Da müssen wir was machen.“

Daniela

Was hast du und dein Neffe beruflich gemacht?

Alfred

Ich hatte eine Firma in der Holzwärmegewinnung. Mein Neffe ist geschäftsführender Gesellschafter eines weltweit operierenden kunststoffverarbeitenden Unternehmens. Auch er war und ist nach wie vor ein Vordenker. Er hat vorausgedacht, was auf ihn zukommen wird und wollte von Anfang an dagegensteuern. Sein Unternehmen ist heute ein Weltkonzern mit über 20.000 Mitarbeitern.

Daniela

Was hat sich nach dem Forum Alpbach ergeben?

Alfred

Ich erkannte, dass die Wirtschaft einen anderen Weg einschlagen muss und dass da mehr passieren muss. Es wird viel geredet, aber es wird nichts umgesetzt. Prof. Radermacher hat mit seinen praktischen Beispielen so vieles auf dem Punkt gebracht, wie Nachhaltigkeit umgesetzt werden kann. Er hat uns auf unserem Weg zu mehr Nachhaltigkeit begleitet. Die Unternehmer haben erkannt, dass es selbstverständlich ist, für die Zukunft unseres Planeten etwas aktiv zu tun. Sodann haben die Vorarlberger Unternehmer freiwillig klimaneutrale Maßnahmen ergriffen. Heute sind über 200 Unternehmen im Klimaneutralitätsbündnis dabei.

Basierend auf Baldurs Hinweise haben wir das Thema Nachhaltigkeit in der Vorarlberger Wirtschaft umgesetzt. Wir haben neue Wege gesucht und gefunden, um nachhaltig wirtschaften zu können. Auch ich habe in meinem Unternehmen verstärkt in Forschung und Entwicklung investiert: Es war eine Pionieranlage, so konnten wir Wärme, Kälte und Strom mit unseren Anlagen produzieren. Im Sinne der Nachhaltigkeit kooperierte ich verstärkt mit Schwager und Neffen und deren Firma. In unserer Großfamilie waren wir uns einig, dass das eine gute Sache ist: Wir dürfen nicht nur reden, wir müssen was tun.

Baldur war für mich all diese Jahre mein Antrieb. Er ist mit der Natur immer verbunden geblieben. Alles möge so naturbelassen wie möglich sein. Die Ernährung. Die Umwelt. Unser Wasser ist ihm besonders wichtig, die Bedeutung von Wasser sahen wir damals noch gar nicht. Er hat den Planeten vor sich gesehen und was Menschen mit diesem Planeten machen: „Das ist ein Wahnsinn!“ Baldur, du hast dermaßen viele Impulse gegeben, die aufgenommen und umgesetzt wurden, so dass Unternehmen durch deine Hinweise überaus erfolgreich wurden. Durch deine Vorträge, durch Gespräche, durch dein Natur-Bewusstsein haben sich unsere Unternehmen mit Ökologie und Nachhaltigkeit intensiv beschäftigt. Du warst ein wichtiger Initiator des Ganzen. Die Wirkungen haben es gezeigt: Unternehmen sind mit ethischen Grundsätzen erfolgreich geworden.

Reinhard

Das Stimmige hat Allgemeingültigkeit. Das kannst du auf jeden Bereich anwenden. Die Würde des Menschen ist unantastbar. Die Würde muss im Sport, in der Fabrik, in der Firma, im Familienleben, überall gelten. Über die Würde kommen wir zum Spirituellen, zu unserem wahren Wesenskern, zum Geist.

Mit der Frage „Wer bin ich?“ hast du Menschen angestoßen, tiefer zu blicken. Diese Frage stellt sich immer wieder für jeden von uns. Und du hast einen anderen Blick auf den Menschen, du siehst den Menschen anders. Wenn du einen Raum betrittst, dann spüren die Leute, dass du sie anders siehst. Da ist etwas anderes spürbar.

Sogar in der Begegnung mit einem Wettkampfgegner: Wenn dein Wettkampfgegner gewinnt, dann gratulierst du ihm, er hat es sich hart, mit Schweiß und Tränen, erarbeitet. Du achtest deinen sportlichen Gegner. Das ist das übergeordnete Verbindende, da sind wir wieder Menschen unter Menschen. Alles dient dem Geistigen.

Baldur

Das ist beinhartes Training. Reinhard, du sagst, es ist leichter den Mount Everest zu besteigen, als Geistesschulung zu praktizieren. Der Sportler hat ein oftmals hartes körperliches Training, so geht es hierbei darum, eine andere Sicht der Dinge zu bekommen. Es ist eine andere Schau. Bei Geistesschulung geht es darum, jeden Tag den Geist zu trainieren. Der Schweinehund ist ein Widersacher im Quadrat in uns.

Meine Art, die jungen Spitzensportler zu trainieren, war bereits eine geistige Schulung. Es geht darum, den Menschen auf eine andere Art zu sehen. Wir alle sind auf dem Weg, auch wenn es viele unterschiedliche Typen gibt. Auf diesem Weg fällt uns dann etwas zu, die innere Stimme spricht, wir sind inspiriert. So ist mir in diesen Trainings auch etwas „zugefallen“, es war anders als herkömmliche Trainings. Andere sahen nur die körperliche Leistung. Damals hat mir Karlfried Graf Dürckheim sehr geholfen. Er hat Mitte der 60er Jahre im deutschen olympischen Komitee einen Vortrag über sportliche Leistung und menschliche Reife gehalten. Er sagte: „Es geht nicht immer darum zu fragen, was leistet der Mensch sportlich, sondern es gilt vielmehr die Frage, was leistet der Sport menschlich.“

Reinhard

Und dann gehst du wieder einen Schritt weiter, bist ein Vordenker und beschäftigst dich mit dem „Kurs in Wundern“. Jetzt erzählst du deinen Leuten, dass du den „Kurs in Wundern“ für dich entdeckt hast: „Wenn ihr wirklich etwas Gescheites wollt, dann lest das Buch.“ Hat Baldur noch ´ne Karte im Ärmel? Wo zieht er die denn wieder her (alle lachen).

Alfred

Ja. So ist es. Das ist der Tupfen auf dem „i“.

Baldur

Das ist ein radikales Training. Es gibt tausend andere Wege, aber für mich gibt es nichts Vergleichbares.

Daniela

Fast alle Interviewpartner in diesem Buch sind schon jenseits der 60? Trotzdem noch Geistesschulung?

Reinhard

Ja, wir alle sind schon jenseits der 60. Wenn der Lehrer selbst alt wird, dann kommen durchaus auch manchmal körperliche Beschwerden. Man fühlt sich schneller erschöpft, möchte sich öfters mal hinlegen, ist körperlich nicht mehr so leistungsfähig wie mit 20. Wenn man älter wird und sich körperlich überarbeitet, kann man schon mal einen Leistenbruch bekommen (lacht). Oder die Hand beginnt zu zittern, es kommt zum Muskelzittern.

Unsere körperlichen Unzulänglichkeiten sollten uns nicht peinlich sein. Wir sind Menschen, jeder hat so seine Themen. Spätestens beim Zahnarzt merkt man, dass man einen Körper hat (lacht).

Was weiß ich, was im Alter da noch alles kommen kann. Das ist halt so. Das ist „normal“. Körperliche Schwächen sollten wir nicht überbewerten. Es geht doch immer ums Innere, um innere Prozesse. Es geht um Geistesschulung, und für die setzt sich Baldur ein. Das ist ihm wichtig. Geistige Inhalte sind ihm wichtig, das ist wesentlich. Als Lehrer, Trainer, Arzt, Therapeut will man, dass das Leiden aufhört. Die Menschen leiden. Leiden ist nicht lustig. Vor allem ist es ein inneres Leiden.

Was interessieren mich körperliche Beschwerden? Ich bin nicht der Körper. Ich bin. Bis zum letzten Atemzug stehe ich dem Höchsten zur Verfügung. Ich bin ein Bruder auf dem Weg. Nicht mehr und nicht weniger: „primus inter pares“. Als Lehrer, Trainer stellt man sich den Schülern zur Verfügung. Und so entstand auch dieses Buch. Bei manchem Leser wird es Klick machen, wenn er dieses Buch liest. An irgendeiner Stelle macht es Klick, und dann kommt er einen Schritt weiter. Und dafür verfassen wir dieses Buch. Gerade weil wir alle jenseits der 60 sind, verfügen wir über einen Erfahrungsschatz.

Baldur und meine Wege kreuzten sich, wir kamen ins Gespräch und erkannten, dass uns beiden Geistesschulung das Wichtigste ist. Das ist wunderbar. Im Fokus des Gesamtthemas „Sieg und Niederlage“ steht Baldur. Sein Leben verdeutlicht uns „den anderen Weg des Ikarus“. Mit Liebe, Klarheit, Durchblick und Direktheit.

Die Inhalte dieses Buches mögen Wege zeigen, wie das innere Leid beendet werden kann. Sie mögen einen Anstoß zur inneren Heilung geben. Die niedergeschriebenen Erfahrungsberichte dienen quasi pädagogischen Heilzwecken. Die einzelne Person im Buch, der jeweilige Name, das ist alles Hintergrundinformation.

Es geht nicht um Image, das wäre kalter Kaffee. Es geht darum, heilsame Impulse zu geben. Wir stellen unsere Erfahrungsgeschichten dem Leser zur Verfügung.

Daniela

„Der andere Weg des Ikarus“. Wie kam es zu dieser Metapher?

Reinhard

Der Impuls kam von Baldur. Ikarus zeigt die Tragödie von Sieg und Niederlage. Das ist eine spannende Metapher. Es zeigt das Martialische im Sport. Im Spitzensport geht es kriegerisch zu, man greift den Gegner an. Der Skispringer befindet sich im Angriffsmodus, es geht um das Siegen oder Verlieren. Den WettKAMPF gewinnt oder verliert man. Es ist ein „Kampfsport“, das ist schon ziemlich gewalttätig.

In der griechischen Mythologie ging zuerst alles gut, doch dann wurde Ikarus übermütig und flog zu hoch hinaus, kam der Sonne zu nahe, so dass das Wachs seiner Flügel schmolz. Letztlich ist Ikarus am Ende in den Tod gestürzt. Der Ikarus-Mythos scheint den unverschämten Griff nach der Sonne widerzuspiegeln, die Erhöhung des Egos über Gott. Der übermütige Ikarus erleidet eine tödliche Niederlage.

Der Ikarus-Mythos ist die Geschichte eines jeden Menschen. Wir alle sind Ikarus. Jeder hat Träume von Höhenflügen. Jeder hat diese Themen in sich. Wir wollten zu hoch hinaus, sind zu hoch geflogen. Zack sind wir alle abgestürzt. Wir haben die Ordnung nicht eingehalten. Der Vater warnt den Sohn: „Flieg nicht zu hoch, deine Flügel werden schmelzen. Flieg nicht zu tief, das Wasser wird dich runterziehen, und du wirst untergehen. Du musst die richtige Höhe halten. Du musst den Weg der Mitte wählen.“ Das sind geistige Metaphern.

Das ist das Spannende an diesem Buch. Es geht um den Ikarus. Es geht um Höhenflüge, um Siege. Das Ego will, dass wir immer höher hinauffliegen. „Der andere Weg des Ikarus“ bedeutet, dass man Höhenflüge überleben kann, dass man über sein Ego hinauswachsen kann. Baldur und Toni haben die Höhenluft genützt für ihren weiteren Weg. Man kann also transzendieren. Man kann auf eine höhere Ebene kommen. Das ist der Kern dieses Buches. Es geht um den Umstieg von der formalen Illusionswelt ins Geistige.

„Der andere Weg des Ikarus“ bedeutet auch, dass Ikarus einen anderen Weg finden KANN. Er kann den Weg der Mitte wählen. Egal welch seltsame Wege ich wähle, der Herr ist da, die Hilfe des Heiligen Geistes ist da. Es gibt eine große Entscheidung in uns: Entscheide ich mich für den Frieden? Wenn ich den Frieden finden will, dann beende ich meinen Kampf. Ich durchschaue die Spannung von Sieg und Niederlage, welche Ausdruck unserer irdischen Polarität ist.

Baldur kennt diesen anderen Weg des Ikarus. Deine Geschichte, Baldur, ist eine reale Geschichte, die sehr viele Menschen beschäftigt. Egal, ob es ein Würstelbudenbesitzer, eine Putzfrau oder ein Vorstandsvorsitzender ist. Denn die Ikarus-Geschichte betrifft jeden Menschen. Baldur erzählt eine neue Geschichte und geht einen anderen Weg. Baldur, das hast du dein Leben lang gemacht. Du bist in deinem Leben immer weitergegangen, du bist nicht stehen geblieben. Du hast Neues gesucht, gefunden und praktiziert. In vielen Bereichen warst du deiner Zeit voraus, im Fokus stand die Überwindung alter Denkweisen durch das Ausprobieren radikaler, neuer Ideen. Der andere Weg des Ikarus ist durch Geistesschulung möglich.

Mai 2021

Wirtschaft und Ethik Daniela Lube

Baldur Preiml ist ein Vordenker. Baldur geht den anderen Weg des Ikarus. Heraus aus dem Mainstream, hin zum Leben der wahren Werte. Sowohl im Spitzensport als auch in der Wirtschaft haben Baldurs Impulse Neues initiiert und Unwahrscheinliches möglich gemacht. Wirkungen sind nicht immer offensichtlich, doch seine Botschaften waren oft Anstoß für Initiativen, die auf dem ersten Blick nicht erkennbar sind.

Josef Riegler (ökosoziale Marktwirtschaft) und Christian Felber (Gemeinwohl) leisten wertvolle Pionierarbeit. Was leistet der Mensch für die Wirtschaft? Oder stellt sich vielmehr die Frage: Was leistet die Wirtschaft für den Menschen? Das Leistungsstreben wirkt sich auf das soziale Gefüge, das Betriebsklima und somit unmittelbar auf die Gesundheit der Mitarbeiter aus. Wie liebevoll gehen wir miteinander um? "Ora et labora, bete und arbeite" lautet seine weise Benediktiner-Regel. Es geht darum, aus dem egoistischen Leistungsstreben und dem Gegeneinander zu einem Wir-Bewusstsein zu finden. Die oberste Prämisse ist die Herzensbildung und die bewusste Entscheidung für die Eigenverantwortung. Unzählige Unternehmer und Menschen in leitenden Positionen nahmen seine Hinweise auf und setzen diese in ihren Organisationen um. Wirtschaften nach ethischen Grundsätzen wird sodann mit entsprechender Geisteshaltung möglich.

Jahrzehntelang vermittelte Baldur in seinen Vorträgen und Seminaren die Grundsätze einer gesunden Lebensführung. „Lasst die Nahrung so natürlich wie möglich, verändert nur so viel wie nötig. Lasst die Kleidung so natürlich wie möglich. Lasst auch die Baustoffe so natürlich wie möglich…“ Alles möge so natürlich und somit so nah wie möglich an der Natur sein.

Bestens bekannt ist heute das Klimaneutralitätsbündnis. Doch wer hätte gewusst, dass Baldur der Impulsgeber war? Ja, Großes entsteht oftmals durch eine kleine Weichenstellung. Und dann gibt es innovative, naturbewusste Unternehmer, die den Impuls aufnehmen und Maßnahmen ergreifen: Zehn namhafte Vorarlberger Unternehmen engagieren sich seit 2013 freiwillig für nachhaltiges Wirtschaften. Heute zählen rund 200 Unternehmen zum Klimabündnis (im Anhang detaillierte Informationen). Alle zehn Gründungsmitglieder waren sich von Beginn an einig, dass Maßnahmen im Sinne des Klimaschutzes nur ernsthaft sowie gepaart mit hoher Qualität umgesetzt werden konnten. Deshalb war es klar, sich von einfachem Greenwashing zu distanzieren und sich stattdessen ernsthaft mit echten Veränderungen auseinander zu setzen. Deshalb legten sie für sich das Ziel fest, bis spätestens 2025 ihre Klimaneutralität zu erreichen.

Ökonomie ist im christlichen Geist möglich. Es gilt den egoistischen Weg zu verlassen und im Sinne des Gemeinwohls zu wirtschaften. Dient es dem Ganzen, oder dient es nur mir? Wie nützt es allen, wie kommt es allen zugute? Wie ist wirtschaften im Geiste Christi möglich? Ethisches Wirtschaften hat das gute Leben für alle zum Ziel. Durch Baldurs Vorträge und Seminarübungen kamen unzählige Menschen in leitenden Positionen zu einer neuen Ausrichtung ihres Denkens und Tuns. Das Wichtigste ist die Intention unseres Handelns und somit die Bewusstseinserweiterung.

Baldur macht Mut, die Grenzen des Egos zu überwinden und auch im Job das liebevolle Miteinander in Würde zu leben. Es gilt, „das Höhere Selbst, den Inneren Meister“ in sich zu aktivieren und sich von Christus führen zu lassen.

Einleitung Reinhard Lier

Das Streben nach Siegen ist ein allzu menschliches Verlangen. Wer aber um das Spiel der dualistischen Kräfte in unserer Welt weiß, der erkennt den Sieg als eine Seite der Medaille. Diese eine Seite erzwingt die andere: Die Niederlage. Niemand kann nur ergreifen oder einatmen, wir alle müssen uns diesen polaren Bewegungsrhythmen fügen: Ergreifen und loslassen, ein- und ausatmen, siegen und scheitern.

Baldur Preiml hat als Sportler Österreichs in schon jungen Jahren eine beachtliche Karriere aus dem Nichts hingelegt. Die dünne Luft des Skispringens war ihm sehr vertraut – und damit auch die Triumphgefühle und Ängste. Er war ein Ikarus für Österreich, der es wagte, sich auf der Schanze des Skispringens im internationalen Wettkampf mit anderen Sportlern zu messen. Und er verpasste schmerzvoll die olympische Gold- und Silbermedaille.

Baldur engagierte sich nach seiner Niederlage sehr erfolgreich für die österreichischen Skispringer: Plötzlich standen endlich sie auf dem Siegerpodest – und mit ihnen stand er dort oben.

In diesem Buch wird sein Weg nachgezeichnet, gespickt mit vielen spannenden Details und Einsichten aus der Welt des Sports, der Psychologie und Menschenkunde. Denn warum tun wir uns all das an, wenn man erkennt: Der Sieg schenkt keinen Frieden. Er treibt uns geradezu zwanghaft in die Niederlage. Denn die meisten Sportler können mit dem Sieg nicht aufhören, sie finden nicht den Absprung auf eine andere (Sinn-)Ebene. Durch den Absturz, die Niederlage, bahnen sie sich den Weg aus dieser brutalen Kampfsituation. Denn am Ende sehnen sich alle Menschen doch nur nach Frieden.

Sieg und Niederlage bilden das Feld des Wettstreits im Zeichen von Lust und Leid. Das alles ist sehr schmerzvoll, besonders die Bitternis des Scheiterns. Aus der griechischen Antike kennen wir Ikarus, der mit seinem Vater Dädalus von König Minos auf einer Insel gefangen gesetzt war. Dädalus baute für sich und seinen Sohn Flügel aus Holz, Federn und Wachs. Er warnte den Sohn, nicht zu tief und nicht zu hoch zu fliegen, damit die Meeresfeuchtigkeit und auch die Sonne nicht zum Absturz führen konnten. Doch der Rausch der Höhenluft erfasste Ikarus, er stieg immer weiter auf und stürzte mit den sich auflösenden Flügeln in den Tod. Der Sturz wird gespeist aus der Hybris der Macht. Wer ihr verfällt, fällt tief.

Baldur Preiml hat nach einem heilsamen Weg im Sport gesucht und seine spannenden Einsichten in vielen Vorträgen und Seminaren suchenden Menschen vermittelt:

Was ist gesund, wann wird es krank? Wie entgehen wir der Gefangenschaft von Sieg und Niederlage? Was macht wirklich glücklich, und wie können wir mit Weisheit ein sinnvolles Leben gestalten?

Dieses Buch wirft Fragen auf und gibt, oft „zwischen den Zeilen", viele heilsame Hinweise. Am Ende sieht alles etwas anders aus.

Reinhard Lier, Daniela Lube, Baldur Preiml, Toskana 2021

BEGEGNUNGEN mit Baldur Preiml

Drei Generationen Moosbrugger-Madln Kristina - Johanna - Kristl

Kristl und Johanna Moosbrugger Grandioser Weisheitslehrer

Endlich, endlich dürfen wir uns auf niedergeschriebene Lebensweisheiten von Baldur Preiml freuen, die wir gerade in „Zeiten wie diesen“ so dringend brauchen. Er schöpft aus einem unendlich großen Wissensschatz, den er uns mit Humor, manchmal mit Härte, aber immer mit Herz und Hirn vermittelt hat.

Baldur hat uns beizeiten vom ausgetrampelten Weg abgebracht, uns quer durch wildwachsende Latschen geführt, um uns dann selbst nach einem Ausweg suchen zu lassen. Er hat uns gefordert, tägliche Gewohnheiten zu überdenken, neue Essensgewohnheiten auszuprobieren und die Wirkung des Urschreis zu erfahren. Er hat östliche und westliche Weisheiten studiert und mit seiner ganz eigenen, persönlichen Art vielen Menschen in den zahlreichen Kursen, die er bei uns im Hotel Post abgehalten hat, Kraft gegeben und dadurch ihren Leben eine positive Wende.

Ich habe Baldur in einer Zeit kennen gelernt, als ich selber guten Rat mehr als dringend gebrauchen konnte und bin ihm immer für seine Unterstützung dankbar. Mit dem plötzlichen Tod meines Mannes, der im Alter von 50 Jahren während einer Trekkingtour in Bhutan verstarb, wurde mir die große Verantwortung übertragen, das traditionsreiche Hotel „Gasthof Post“ in Lech am Arlberg weiterzuführen. Das Haus wurde regelmäßig von herausragenden Persönlichkeiten besucht, und dadurch war die Erwartungshaltung groß und die Belastung enorm.

Im Zusammenhang mit der aktuellen Krise kommen viele Menschen unverschuldet und plötzlich in eine Notlage. Mögen die Gedanken und Anregungen von Baldur vielen Menschen ein Funke sein, der das Feuer einer neuen Kraft entfacht, um aus Notlagen herauszukommen und aus den Steinen, die am Weg liegen, etwas Schönes zu bauen.

Mathilde Obweger

Mathilde Obweger So begann alles...

Baldi kommt von der Schatt´seite im Maltatal, und ich komme von der Sonn´seite im Maltatal.

In den 80iger Jahren sind wir uns bei den Ausbildungskursen zum Biotrainer persönlich begegnet. Baldi hat die sportlich-mentale Ausbildung geleitet, und Willi Dungl war für die gesunde Ernährung mit Vollwertkost zuständig.

Baldi ist mit seiner Lebensphilosophie so echt und so ehrlich, das hat mich sehr begeistert. Es entwickelte sich eine langjährige Freundschaft.

Bei seinen Seminaren, welche in unserem Biohotel Alpenrose stattgefunden haben, durfte ich viel lernen. Seine Weisheiten sowie die vielen meditativen Bergwanderungen haben mich und unsere Gäste sehr geprägt.

Ein besonderes Erlebnis war es, mit Baldi schweigend und mit Ehrfurcht über die Berge zu gehen. Seine Vorträge waren stets bereichernd für ein achtsames Leben.

Viele weitere Seminare, welche er auch gemeinsam mit Rüdiger Dahlke abhielt, waren für die Menschen in unserem Hotel sehr wertvoll.

Lieber Baldi, ich bin Dir sehr dankbar für die gemeinsame Zeit.

Ich wünsche Dir weiterhin viel Freude und vor allem Gesundheit.

Du bist für mich ein besonderes Vorbild, weil Du nicht nur Wasser gepredigt, sondern es auch stets vorbildlich selbst getrunken hast.

In Dankbarkeit Mathilde Obweger, die Biopionierin aus dem Biohotel Alpenrose in Obermillstatt, Kärnten

Fritz Hubmann mit der "Gruppe Apfelbaum", Lanzarote 1991

Fritz Hubmann und die bereichernde Erfahrung mit Baldur

Kaum ein Mensch, außerhalb meiner Familie, hat mein Leben so bereichert wie Baldur Preiml. Aus den gemeinsamen Ausflügen im Rahmen der "Gruppe Apfelbaum" konnte ich viele Jahre hindurch viel Kraft schöpfen.

Nachdem ich im Jahr 1990 zum Bürgermeister von Stainz gewählt wurde, nahm ich ein Jahr später an der Preiml-Woche auf Lanzarote teil: Diese Woche brachte mich dazu, meine politische Funktion und vor allem die damit verbundenen Prüfungen (und politischen Querelen) anzunehmen. Sodann war ich für dreizehn Jahre Bürgermeister.

Baldur hat nicht nur bemerkenswerte Vorträge in meiner Gemeinde gehalten, er hat, wofür ich ihm besonders dankbar bin, einen Seminartag mit unserer Feuerwehr gestaltet.

Die Feuerwehrkameraden mussten damals nämlich einen Einsatz bei einem Busunfall mit vielen Todesopfern verkraften. Der Tag mit ihm war unsere Form von Krisenaufarbeitung und fand seitens der Teilnehmer sehr viel Zustimmung und Dankbarkeit. Baldur Preiml, die besondere Kraftquelle im Laufe von vielen Jahren.

Danke Baldur!

Martin und Alfred Steurer Die Herausgeber

Alfred SteurerSeit 40 Jahren in Freundschaft verbunden

Baldur hat mich besonders als Mensch sehr berührt: Der Naturbursche Preiml, der immer im engen Kontakt mit seinen Wurzeln geblieben ist und treu zu seinen Einsichten und Erkenntnissen gestanden hat. Seine Eingebungen über die Zukunft des Menschen sind für mich wegweisend gewesen, was sich bei mir auf die berufliche Karriere sehr positiv ausgewirkt hat.

Baldur hat den österreichischen Skisport als Professor im Sportgymnasium Stams zum Welterfolg geführt und sein Wissen in vielen Vorträgen, die ich zum Teil auch organisieren durfte, weitergegeben. So verbindet uns eine 40-jährige innige Freundschaft, die sich im Rahmen der „Gruppe Apfelbaum“ (ehemalige Seminarteilnehmer in Loipersdorf) in einem privaten Rahmen Gleichgesinnter vertiefen durfte.

Beeindruckt hat mich die Verbindung von Baldur mit Toni Innauer. So organisierten Toni und ich eine Feier zum 80. Geburtstag von Baldur im kleinen Kreis und erlebten an jenem Abend einen intensiven Austausch unter erfolgreichen Sportlern und Menschen, die durch Baldurs Wirken und seine Begleitung einen erfolgreichen Weg gegangen sind.

Zum Schluss sei besonders noch Baldurs lebensrettender Einfluss auf meinen Sohn Martin erwähnt, der in einer Schneelawine 30 Minuten lang bis zur Rettung durch die Bergwacht überlebt hat. Die mir und meinem Sohn von Baldur ein paar Monate zuvor vermittelten geistigen Techniken ermöglichten es Martin, mit minimalster Sauerstoffversorgung ruhig zu bleiben und sich dieser Todesbedrohung zu stellen. Hier kann ich nur danken und sehe, dass der Geist der Schulung bedarf, um mit den größeren Kräften des Lebens, das weit über unsere Körper hinausreicht, in eine heilsame Verbindung zu kommen. Denn erst die Praxis zeigt, ob die Theorie tauglich ist. Dieses Lawinen-Erlebnis ist in diesem Buch enthalten und soll Mut machen, die innersten Potenziale zu entwickeln. Denn wer mit Weisheit seinen Geist und seinen Körper schult, der vermag viel zu erreichen. Baldur Preiml verkörpert für mich diese Einsicht.

Teil 1Baldur Preiml erzählt

Baldur macht sich einen Namen

Damals ist niemand am Baldur Preiml vorbeigekommen. Jeder kannte dich. Wie kam das?

Der Spinner Preiml hat irrationale Trainingsmethoden angewendet. Die meisten sagten: "So macht man das doch nicht!" Die anderen haben ein herkömmliches Training nach alter Tradition gemacht, ich habe ganz andere Dinge eingeführt. Ich bin von „Haus aus“ alles anders angegangen.

Als ich das Training der österreichischen Skispringer übernahm, haben wir gleich einmal die Ernährung umgestellt. Ernährung hat mich selbst sehr interessiert. Damals haben sie uns dann als „Salat-Adler“ beschimpft, sie haben uns als „Körndl-Fresser“ hingestellt. „Was werden die mit dem Zeug?“

Aber die Kritiker konnten nicht an unseren Olympiaerfolgen vorbeigehen. Plötzlich machten mittelmäßige Österreicher die Gold-, Silber- und Bronzemedaillen! Bei jeder Art von Weltmeisterschaft in den Jahren 1976 bis 1980 haben wir immer Medaillen gewonnen.

Welche neuen Methoden hast du erfunden?

Als Pionier habe ich vieles einfach ausprobiert und umgesetzt. Wenn ich für irgendetwas Feuer fange, dann ziehe ich es durch! Anfang der 1960er Jahre begann ich mein Sportstudium und bin erstmals in Kontakt mit theoretischen Grundlagen des Sports gekommen. Ich experimentierte mit Skianzügen, Schuhe, Ernährung und mentalem Training.

Baldur (mittig), Bischofshofen 1964

Was war so anders an deinen Trainingsmethoden?

Vor allem die innere Einstellung. Die innere Ausrichtung war anders. Die Zielklarheit. Die Entspannungsfähigkeit. Die Angstlosigkeit. Die Stille. Das gewisse Vertrauen, dass es gut laufen wird. Wir gingen weg von der Einstellung: „Ich will und ich muss unbedingt gewinnen.“ Dieses Loslassen, dieses Nicht-siegen-müssen, diese Gelassenheit, war ein ganz wesentlicher Faktor für unseren Erfolg. „Ich lasse es einfach geschehen und beobachte mich dabei.“ Das zeigt nicht nur eine Persönlichkeitsgröße. Es ist auch eine Art spirituelle Größe, den Sieg und auch die Niederlage mit Gelassenheit zu sehen.

Das Wichtigste waren also geistige Faktoren, spirituelle Aspekte. Wir haben an unserer Zielklarheit und am Vertrauen gearbeitet. Damals gab es noch keine Sportpsychologie oder Mentaltraining. Diese Begriffe gab es im Sport überhaupt nicht. Diese Ansätze übernahmen wir vom Oscar Schellbach und haben sie dann in den Sport eingeführt. Damals sind wir keine Meister im Meditieren geworden. Aber wir haben an unserer spirituellen Einstellung gearbeitet. Es gibt eine Kraft in uns, die uns hilft, auch erfolgreich zu sein, vor allem wenn wir es nicht so ernst nehmen, gewinnen zu müssen. Es gibt eine innere Führung, die mich führt. Gerade bei größten Ängsten kann ich mich auf diese Führung verlassen. Es ist also diese Anbindung zum Höchsten, dieser Konnex zur göttlichen Dimension in uns.

Ich habe gesehen, dass man dich auch auf Wikipedia findet.

Du meinst, ich bin drin?

Auf Wikipedia las ich, dass du 1968 zum „Kärntner Sportler des Jahres“ gewählt wurdest. 1996 hast du das Goldene Verdienstzeichen der Republik Österreich erhalten. Hier steht auch, dass du gemeinsam mit Rüdiger Dahlke und Franz Mühlbauer ein Buch über „Die Säulen der Gesundheit“ geschrieben hast.

Werde mal schauen, was dort so steht.

...wiealles begann...

Du hast ein bewegtes Leben hinter dir. Wie hat alles begonnen?

Vorausschickend muss ich sagen, dass meine körperliche Entwicklung etwas verzögert war. Mit 14 Jahren war ich 150 cm groß und wog 40 kg. Mein Vater war ein mächtiger, starker Holzknecht und Bauer. Er hat mich schon sehr früh in der Landwirtschaft und im Holzschlag eingesetzt und bemerkte dann immer zur Mutter, dass aus dem „Teixl“ (sehr aufgewecktes Kind, das gerne auch mal etwas anstellt und damit die Eltern ärgert) ja gar nix wird.

Familie Preiml, 3. Person von rechts Baldur, gemeinsam mit seinen Eltern, 3 Schwestern und 2 Brüdern sowie Schwager mit Sohn,1952, Reiterhof im Maltatal, Kärnten

13jähriger Baldur, 1952

Aber ich bin gut Ski gefahren und entdeckte dann das Skispringen für mich, was mich sehr faszinierte. Ich kam ins Gymnasium, wo ich von einem sportbegeisterten Professor nach Mallnitz zu einem Jugendtreffen von Österreich geschickt wurde. Dort habe ich 1954 mit 15 Jahren mit den Alpinskiern das Skispringen, den Slalom und die Kombination aus Springen und Langlaufen gewonnen und im Abfahrtslauf den 2. Platz gemacht.

Mit Beeren- und Arnikapflücken und Pilzesammeln in den Sommerferien verdiente ich mir die ersten Sprungski und wechselte vom WSV Gmünd zur WSG Radenthein, wo ich gefördert wurde. 1957 nahm ich zum ersten Mal an der österreichischen Jugendmeisterschaft teil. Ich stürzte zweimal, wurde Vorletzter und ein Jahr später war ich österreichischer Jugendmeister. Mein Ehrgeiz, endlich Erfolg zu haben und jemand zu sein, war groß, auch wenn mir im Gymnasium viel Gegenwind entgegenschlug. 1959 wurde ich österreichischer Juniorenmeister und kam in diesem Jahr auch in die Nationalmannschaft. Das Skispringen entwickelte sich gut für mich. Mein Vater war nun sehr stolz auf mich und fragte immer einmal wieder, was denn die Leute sagen und „wearst wohl g’säg hobn von wen du bist“.

Baldur 1954, mit Alpinski und noch mit Armvorhalte, Gewinner der österreichischen Meisterschaften der Jugendbewegung in Mallnitz, Kärnten;

Das Skispringen ist ja nun eine sehr spezielle Sportart. Hattest du keine Angst?

Ja, natürlich hatte ich Angst. Ich traue mich zu sagen, dass ich deshalb Skispringer geworden bin, weil ich eigentlich ein Angsthase war.

Um die Angst zu überwinden?

Man beginnt ja mit kleinen Schanzen und hat natürlich ein flaues Gefühl im Magen. Aber es dann geschafft zu haben, das war jedes Mal ein starkes Gefühl und hat sich mit der Größe der Schanze immer weiter gesteigert. Dann kam im Rahmen der Nationalmannschaft die Vierschanzen-Tournee 1959/60 in Oberstdorf, dann Garmisch, Innsbruck und Bischofshofen. Ich habe mit dem 13. Platz angefangen, und der Erfolg entwickelte sich.

Nationalkader 1959

1964 warst du ein Ikarus.

Vor der Olympia war ich am Höhepunkt meiner Leistung. Das war ein gewaltiger Erfolg für mich. Damals habe ich in Bischofshofen das Höchste im Springen erlebt.

1964 habe ich mich im Training verletzt und begann mit dem 33. Platz in Oberstdorf. Dann 18. Platz in Garmisch, dann 6. Platz in Innsbruck und beim Abschluss der Springer-Tournee in Bischofshofen habe ich mit 14 Punkten Vorsprung den späteren Olympiasieger geschlagen und wurde in der Gesamtwertung noch Dritter.

Das hat es kaum irgendwann mal so gegeben. Das war einer meiner größten Höhepunkte: Da erlebte ich den Flow, dieses „Es springt mich“.

Innsbruck

5 Wochen nach dem Höhenflug in Bischofshofen kam es grippekrank zur Niederlage bei den Olympischen Winterspielen 1964: Baldur "...in Schönheit gestorben..."

Fünf Wochen später erlebte ich bei den Olympischen Spielen 1964 einen totalen Absturz: Ich wurde 13. auf der Normalschanze (Seefeld) und 18. auf der Großschanze (Innsbruck).

Vor der Olympiade war ich auf dem Höhepunkt meiner Leistung, doch statt Zeit für die Regeneration zu haben, trainierten wir sehr intensiv weiter. Aus Sicht der heutigen Trainingslehre war das ein Kardinalfehler.

Der Erwartungsdruck an mich war enorm. Zusätzlich wurde ich dann noch grippeerkrankt und erlebte die totale Niederlage.

Baldur im Beinkräftigungstraining für die bevorstehenden Olympischen Winterspiele 1968

1968 warst du Olympiasieger?

Nach vier Jahren Verletzungszeit gewann ich 1968 in Grenoble nur die Olympia-Bronze-Medaille auf der Normalschanze. Im ersten Durchgang habe ich den Schanzenrekord aufgestellt. Im zweiten Durchgang nahm ich die langsamere Anlaufspur und wurde gerade noch Dritter.

Baldur, Olympiade Grenoble 1968

links Reinhold Bachler (Silber), rechts Baldur (Bronze), mittig stolze Trainerlegende Bradl, Olympiade Grenoble 1968

Da war riesige Freude, aber auch Schmerz, denn ich hatte den Olympia-Sieg „vergeigt“.

Ich hörte auf.

Große Schanze Saint Nizier, Olympiade 1968

Erfolgreich als Trainer im Spitzensport

Das war ein Einschnitt, da kam etwas zu einem Ende?