Der falsche Jesus - andreas thierauf - E-Book

Der falsche Jesus E-Book

Andreas Thierauf

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Beschreibung

In einem deutschen Nachrichtenmagazin erscheint ein Foto, es zeigt einen älteren, grauhaarigen Mann im Profil, ein Foto das alle in ihren Bann zieht, wer ist dieser Mann? niemand scheint es zu wissen, eine Suche beginnt und als der Mann gefunden wird erzählt er bereitwillig aus seinem Leben, ein Leben in dem er mit einer Aura der von Jesus gleichend durch die Welt zieht, ein Leben voller Abenteuer, Qualen, Leid und der großen Liebe, doch trägt er auch ein dunkles Geheimnis in sich!

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Seitenzahl: 432

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Inhaltsverzeichnis

Kapitel

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Der falsche Jesus!

1.

Es war doch nur ein Foto nicht mehr aber auch nicht weniger, es erschien urplötzlich wie aus dem Nichts in einem bekannten Nachrichten Monatsmagazin, oder besser ausgedrückt auf! das es ein Kunstwerk ist konnte man sofort sehen für den mit dem geschulten Auge, aber auch die mit den weniger geschulten Augen sahen das sofort, irgendwie kein Hexenwerk das zu erkennen!

An dem Tag als die neue Monatsausgabe erschien und vom Druck in die Redktion wanderte, ja da wanderten auch sämtliche Blicke auf das Cover, das Cover stach ins Auge und setzte sich dann im Gehirn fest wie ein Bluteagel auf der Haut!

Die schöne blonde Redaktionsassistentin ging mit einem Stapel der neusten Ausgabe durch die Redaktion und verteilte diese auf den Schreibtischen, etwas ist in diesem Monat anders als sonst dachte sie, sie war die dummen und sexistischen Komentare schon gewöhnt die ihren Kollegen immer und regelmäßig aus ihren Mündern fielen, weil der Rock zu kurz, die Schuhe zu hoch, die Brust zu freizügig oder die Hose zu eng, aber dieses mal wanderten alle Blicke sofort auf das Cover, die Blicke starr ja wie hypnotisiert blickten alle drein und dabei sahen einige sehr dumm aus, dann klopfte sie ja fast schon zärtlich an die Bürotür vom Chefredakteur, kein herein war von innen zu hören, sie öffnete und legte ein Exemplar gerade, rechtwinklig und genau in der Mitte plaziert, auf des Chefredakteurs Schreibtisch ab!

Kurze Zeit später wurde es ruhig und still nur die unverkennbaren Schritte im Stakato klapprten draussen auf dem Flur und ein jeder wußte was das bedeutet, mit einem Ruck wurde die Tür aufgerissen und schon stand er mitten in der Redaktion, seine gezielter Blick wanderte durch das Büro „Guten Morgen“ sagte er eindringlich, durchdringend ja fast schon herrisch, sein Ton konnte auch so manches mal zu einem Donnerwetter werden „Guten Morgen schallte es aus allen Richtungen zurück, zurück in des Chefredakteurs immer gespitzten Ohren!

Der Chefredakteur, der Mann der dieses Blatt zum meist gelesenen Blatt in diesem Land gemacht hatte,er trat in seinem Büro ein und setzte sich ohne die Tür hinter sich zu schliessen, es war eine Uralte Angewohnheit von ihm die Tür offen stehen zu lassen damit er hören konnte was so in der Redaktion los war, was gesprochen wurde,das war ihm wichtig, das mußte er einfach so haben. Er setzte sich auf seinen Stuhl und sein Blick wanderte sofort zur neusten Ausgabe, zum Cover, dann streckte er sein kräftigen Arme nach vorn aus und mit seinen mit dunkelen Haaren übersäten Händen packte er das Magazin und stellte es aufrecht an seinen Computerbildschirm um es auch noch von einer anderen Position gut betrachten zu können, er runzelte dann mit seiner breiten Stirn, er spitzte seinen Mund so das seine vollen Lippen ganz schmal zu wirken schienen, seine braunen Augen schauten dann gezielt und scharf auf das Cover und man konnte sehen das seine Gedanken kreisten, sie schienen zu kreisen wie ein Adler über der Schlucht, der Chefredakteur dachte nach und blickte weiter starr und eisig auf das Cover, auf das Foto, auf das schwarz-weiss Foto, er zeigte das Profil eines alten Mannes nur den Kopf der vor einer Steinmauer zu schweben schien, einer alten Mauer mit tiefen Furchen genau und parallel im 45 Grad Winkel verlaufend exakt auf den Millimeter genau parallel zu Stirn und Nase des alten Mannes, lange graue Haare zierten sein Haupt, stechend helle blaue Augen starrten geradeaus, ein grauer Bart über Lippen an Wangen und Kinn, die Nase fein und gerade und ein Jeder der das Foto ansah musste sofort darüber nachdenken, was wohl tiefer, schärfer, ja lebendiger war, die beeindruckenden Furchen auf der Wand, oder die beeindruckenden Furchen und Falten die das Gesicht des Mannes zu durchschneiden schienen!

Der Chefredakteur wußte jetzt genau was zu tun ist, plötzlich sprang er blitzschnell auf ging zu seiner offenen Bürotür, streckte seinen mit dunkelen, dichten Haaren bewachsenen 50 Jahre alten Kopf aus der Tür und schrie laut und unmissverständlich „Steve, schickt mir sofort Steve in mein Büro“ dann setzte er sich wieder und trommelte mit seinen Fingern auf dem Schreibtisch wie wild umher!

2.

Schreien, ja schreien das konnte er, das hatte er sehr früh gelernt, es gab Zeiten als er noch klein, zart war, ja da wollte er nie in seinem Leben schreien dessen war er sich sicher, nein nein niemals so werden wie sein Vater, niemals das schien ihm in dieser Zeit wichtig, aber als die Jahre verstrichen mußte er sich doch damit abfnden das die Gene gesiegt hatten, sich durchgesetzt von innen zerfressen bis sie draußen waren unaufhaltsam bahnten sie sich ihren Weg, er konnte machen was er wollte, ein Kampf den er verloren hatte!

Des Chefredakteurs Vater war ein Tyran, ein Koleriker, ein Schreihals der jeden Abend pünktlich von der Arbeit nach hause kam, er stand dann plötzlich im Wohnzimmer mit seiner Bärenstatur, seinem leeren, dummen Blick, Augen aus dem der Suff hinaus dampfte, er hatte eine einschüchterne Statur, groß, mächtig, gewaltig, der Körper gestählt von der harten Arbeit in der Stahlfabrik, seine Hände schwielig und hart und stark als seien sie selbst auch aus Stahl gegossen, er ernährte die Familie, er war der Chef, er war der Herrscher und das ließ er seine Frau jeden einzelnen Tag spüren und auch der kleine Chefredakteur bekam es jeden Tag zu spüren, rau wie Schmirgelpapier fühlte sich seine Hand an auf Backe und Hintern!

Die Mutter war liebevoll und zärtlich zum kleinen Chefredakteur der sich noch heute oft daran erinnerte das sie ihm immer einen Kuss gab der ihm auf der Wange gemalt blieb, eine Frau die auf jeden Tag gespannt war und sie wurde jeden Tag enttäuscht von diesem täglich betrunkenden Monster, der kleine Chefredakteur musste Wohl oder Übel dabei zusehen wie die Mutter Tag für Tag aus der Welt fiel, ihre schönen Augen wurden immer trauriger und leerer!

Der Chefredakteur noch recht klein, etwa 10 Jahre alt möge er gewesen sein verließ sein Zimmer um aufs Klo zu gehen, da sah er es im Wohnzimmer, der Vater drückte die Mutter gewaltsam über den Holztisch, sie lag auf ihrem Bauch, mit seiner linken Pranke zog er der Mutter brutal an den Haaren und drückte ihren Kopf dabei auf den Tisch mit der rechten zog er ihren Rock hoch und dann ihren Slip runter mit totem aber geilem Blick betrachtet er ihren entblösten Hinter und dabei zog er sich seine Hose runter und drang von hinten in sie ein, die Mutter auf ihrer linken Wange fest und brutal auf den Tisch gedrückt machte ein schmerzverzerrtes Gesicht und die Tränen rollten hinaus um dann auf den Tisch zu tropfen und der kleine Chefredakteur hörte Sprachbrocken die sich in ihrer Kehle verfangen hatten, die Mutter schaute und sah ihren Sohn wie er dort stand mit weit aufgerissenen Augen, starr und ängstlich und der kleine Chefredakteur hörte im Hintergrund das verdammteTicken der großen Standuhr genau im Takt von Vaters stößen, genau von diesem Agenblick an verachtete und hasste er seinen Vater bis zu seinem Tode!

Im Alter von 17Jahren zog der Chefredakteur dann aus um der Tyrannei des Vaters zu entfliehen, aber es quälten ihn Gewissensbisse, denn er hatte das Gefühl tief in sich das er seine Mutter im Stich gelassen hatte, ein Problem das sich recht bald von alleine erledigte, denn Vater starb qualvoll an Leberzerose und die Mutter kehrte in die Welt zurück, mit Witwenrente und etwas Arbeit die ihr spaß machte genoß sie in vollen Zügen und dem jungen Chefredakteur gefiel das alles gut, er weinte seinem Vater keine Träne nach, er war einfach nur so unnütz wie eine stehengeliebene Uhr!

Als er sein Abitur in der Tasche hatte verlies er die trostlose Stadt der Stahlarbeiter um in Berlin ein Germanistikstudium zu beginnen, ohne schlechtes Gewissen gegenüber der Mutter denn sie lernte einen neuen Mann, eine neue Liebe und ein neues Leben kennen, einen Mann der sie liebte und ihr etwas bot und den jungen Chefredakteur mit einem guten Gefühl im Bauch los ziehen lassen konnte!

In Berlin lebte er dann das damalige typische Studentenleben, WG, viel Arbeit nebenbei, kellnern, Supermarkt, Nachhilfeunterricht in Deutsch, das Geld war immer knapp, ja es wurde fast schon so etwas wie eine Chronische Krankheit, aber er lernte sich schon recht bald mit seinen Ellenbogen und allem was dazu gehört durchzusetzten, eine Lehre fürs Leben wie er später oft feststellte, Musik, Partys, Alkohol, Drogen und Mädchen im Überfluss gehörten natürlich auch dazu, brachten ihn aber nicht vom richtigen Weg ab, er lernte trotz allem wie besessen, er verstaute alles Wissen in seinem Kopf wie ein Päckchen um es eines Tages bei Bedarf zu öffnen, er wollte schreiben, er hatte Talent, er hatte das gewisse etwas, er hörte es oft und er wußte es selbst, auch bei der Weiblichenwelt hatte er das gewisse etwas aber seine zahllosen Affären waren für ihn nur belanglose Sexabenteuer, sein Herz blieb dort wo es hingehörte, er verschenkte es nicht!

Eines Tages bekam er mehr oder weniger durch Zufall einen Studentenjob bei einem damals noch recht unbekannten Monatsmagazin angeboten, er nahm an und als er sein Studium beendet hatte nahmen sie ihn an, man erkannte sein Talent, er arbeitete in der Redaktion, das was er immer wollte, seine Artikel wurden gelesen, später heiß diskutiert, noch später gar bewundert!

Kurz vor seinem 28. Geburtstag schien die Sonne hell und strahlend in seinem Leben und er wurde Stellvertretender Chefredakteur, es wurde gerade mit einem Glas Sekt begossen genau in dem Moment als Lea die Redaktion betrat um dort ihr Praktikum zu beginnen, der Stellvertretende Chefredakteur war sofort vom ersten Moment an von Lea fasziniert, ihre Lebensfreude die sie um sich herum versprühte, ihre Selbstsicherheit, ihre Intelligenz, ihre langen kastanienbraunen Haare, ihre dunklen haselnuß farbenden Augen, der schöne Mund, ihre schlanke Gestalt und ihr Lächeln, oh mein Gott was für ein Lächeln dachte er und 2Wochen später wurden sie ein Paar, Lea war damals 21. verstand es aber schon so richtig zu lieben mit Haut und Haar verfiel sie ihm, das Leben wurde immer schöner und bunter für die beiden und nach einem Jahr gaben sie sich das Jawort, ausgelassen und traumhaftschön wurde diese Hochzeit und noch niemand konnte auch nur im Entferntesten erahnen was Jahre später geschehen sollte, Lea wurde ein Jahr nach ihrem Praktikum bei der Redaktion als Rporterin beschäftigt, sie wurde bekannt als die schöne Reporterin doch sie wurde schwanger und kurz nach der Geburt ihres ersten Sohnes Ben wurde darüber diskutiert ob Lea wieder ihren Beruf als Reporterin nachgehen sollte, sie liebte diese Arbeit, sie fühlte das es ihre Berufung war, ihr Traumjob, deshalb hatte sie studiert aber kurze Zeit später wurde sie wieder schwanger und alle Diskusionen waren vom Tisch, zwei Wochen nach der Geburt von Benny wurde Abschied gefeiert, der Chefredakteur ging in Rente und sein Nachfolger stand fest, es war natürlich eine Selbstverständlichkeit das sein Zögling es wurde, damals 33Jahre alt, eine Entscheidung die viel diskutiert wurde aber wie sich schnell rausstellte zu einer goldenen Entscheidung wurde, er kniete sich Tag und Nacht hinein, seine Ideen waren Beispiellos, er krempelte vieles um, sein Führungsstil wurde unkonventionell und eisern und er steigerte die Auflage innerhalb des ersten Jahres um einhundert Prozent was deren Besitzern ein Lächeln in ihren Gesichtern zauberte und sie voll des Lobes für ihren Chefredakteur waren und er bekam immer mehr freie Hand, so frei das diese Zeitschrift in seinem Kopf einfach nur zu seiner Zeitschrift wurde!

Der Chefredakteur veränderte sich, bis dahin ein liebevoller Vater und Eheman der alles für das Glück und Wohlsein seiner Familie tat veränderte sich, gereizt schien er jetzt immer öfter zu Hause zu sein, er konnte sich vor lauter Arbeit kaum retten, Verantwortung im Übermaß schien auf seinen Schultern übermächtig zu werden, doch sein Ehrgeiz und sein ausgeprägter Wille trugen ihn immer weiter und weiter vorran und als er das erste mal nach Hause kam und Ben unbeherrscht eine kräftige Ohrfeige gab weil der ungehorsam war, ja da tat er das noch labidar bei Seite und dachte ein Junge, ein kräftige Ohrfeige nichts was nicht mal vorkommen durfte, das schadet einem Jungen in seiner Trotzphase nicht, aber als er Wochen später nach Hause kam, gereizt, völlig überarbeitet mit noch dem Ärger aus der Redakion tief im Kopf fingen Lea und er sich an zu streiten, es ging eigentlich um Nichts aber als Lea anfing ihn zu provozieren, eine Sache die sie beherrschte aber sonst immer nur dazu führte das beide in einen Lachkrampf verfielen und das Ganze danach meist in einer wundervollen Liebesnacht endete, ja da verlor er die Beherrschung und holte aus, mit der flachen Hand gab er ihr eine Ohrfeige so fest und stark das sie über die Lehne des Sessels zu Boden flog, er beugte sich dann über Lea packte ihre Arme und schüttelte Lea kräftig durch und schrie ihr wie ein Wahnsinniger mitten ins Gesicht, er sah die Angst in ihren Augen, Augen in denen blitzartig das Feuer was er so liebte erlosch!

Er zog sich in sein Büro zurück, geschockt starrte er die graue Wand an und in diesem Moment wußte er es, er hatte verloren, er wurde langsam wie sein Vater der Mann den er genau deswegen hasste, er vergrub sein Gesicht in beide Hände und fing bitterlich zu weinen an!

Lea packte sofort ihre Sachen, holte dann die Jungs aus den Schlaf und schon verließen alle drei das Haus, ohne ein weiters Wort ginge sie und eine Stunde später standen alle mitten in der Nacht bei ihren Eltern vor der Haustür!

Es brauchte sehr viele Worte, viele Blumen, viele Geschenke und noch mehr Tage, 43zig an der Zahl um Lea zurück zugewinnen!

Doch es stellte sich dann sehr schnell herraus wie der Chefredakteur bemerken mußte, das Lea nicht mehr die Selbe war, sie konnte ihm nicht oder kaum noch in die Augen schauen, sie ließ ihre heitere Seite vermissen, sie ging nicht mehr mit der Leichtigkeit wie vorher duchs Leben, saß oft traurig nur so da und starrte auf einen von ihr fixierten Punkt, geistesabwesend und so manches mal auch gespenstig sah sie dabei aus, sie sprach kaum noch und kurze Zeit später garnicht mehr, es ging soweit das Lea den ganzen Tag auf einem Stuhl saß und ohne jegliche Regung aus dem Fenster starr und abwesed schaute, ihre Hausarbeiten, kochen, waschen, aufräumen und um die beiden Jungs kümmern stellte sie komplett ein, der Chefredakteur mußte handeln denn er sah sie so ungreifbar, als sei sie auf einer Filmleinwand!

Er stellte eine Hilfe für Haushalt und die beiden Jungs ein, er selbst sah das alles mit Schrecken, Lea sah ihn nicht einmal mehr an, ihre ganze Persönlichkeit war niedergedrückt, weg, nicht mehr vorhanden!

Der Tag kam und der Chefredakteur brachte Lea in eine Klinik, er mußte handeln, er handelte eigentlich schon viel zu spät, schwerste Depressionen wüteten in ihrem Kopf umher und brachten sie bis an den Rand zum Wahnsinn!

6 Monate später konnte Lea die Klinik verlassen und kehre mit einem leichten Lächeln im Gesicht nach Hause zurück, sie redete wieder, recht einsilbig aber sie redete und nach und nach kämpfte sie sich in das Leben zurück, aber für den Chefredakteur blieb sie verschlossen, die Tür, die Tür zu ihr, zu ihrem Innersten!

Er nahm das erst einmal so hin und hatte Verständniss dafür, doch 2Monate später hatte er jede Beherrschung verloren, es kam der Tag wo er vor ihr stand, er brüllte sie an, er schrie, er tobte, sie solle sich zusammenreissen und ihre Ehelichen Pflichten erfüllen schrie er wie Wahnsinnig, dann packte er wieder ihre Arme und schüttelte sie kräftig durch, er erschrack, nahm dann seine Jacke und fuhr in die Redaktion kurz unterbrochen auf einem Parkplatz wo er nachdachte und seinen Tränen freien Lauf ließ!

Ein Sturm hatte den Himmel geklärt, die kupferne Sonne stand tief am Horizont als der Chefredakteur zurück nach hause fuhr, beladen mit Schuldgefühlen, in ihm sein schlechtes Gewissen, er wußte nur zu genau das seine Unbeherrschtheit vielleicht wieder alles zerstört haben könnte, das Vertrauen, die Annäherung zurück zu ihm, die vollständige Rückkehr von Lea zu sich selbst, was sagen, was tun waren seine Gedanken als er sah das etwa 500 Meter vor seinem Haus das rote Warnlicht auf dem Andreaskreuz zu blinken anfing und sich die Schranke am Bahngleis zu schließen begann, der Chefredakteur stellte den Motor seines Wagens ab, die Dämmerung hatte schon leicht begonnen, er öffnete das Fahrerseitenfenster und hörte schon den Zug der noch weit entfernt schien, er kam von links, das Geräusch wurde lauter und lauter auch schon die Scheinwerfer des Zuges konnte er erkennen, sie wurden im nu immer größer und heller und es wurde lauter und lauter als plötzlich etwa 20 Meter vom Bahnübergang entfernt eine Frau langsam und ruhig auf die Gleise lief, der Chefredakteur sah lange kastanienbraune Haare und ein gelbes Sommerkleid, die Frau hatte ihm den Rücken zugewandt als er aus seinem Auto sprang und laut schrie „nein, nein“ die Frau drehte sich um und schaute ihn mit starren totem Blick so wie eine Schaufensterpuppe an, jede Regung schien aus ihr raus zu sein, dann drehte sie ihren Kopf wieder ganz ruhig nach vorne breitete ihre Arme nach rechts und links aus und blickte genau in die Scheinwerfer des tonnenschweren Ungetüms, der Chefredakteur fiel auf die Knie und schrie laut „nein Lea, nein“ genau in dem Moment als es dumpf schepperte!

An dem Tag als er vor Leas Grab stand und weinend die Beileidsbekundungen von Familie und Freunden entgegen nahm, ja da wußte er ganz genau das er der Mörder von Lea war, er hatte sie umgebracht, nicht sie sich selbst, er war ein Mörder, eine Schuld die tief in ihm drin saß und ihn den Rest seines Lebends begleiten würde, ihn zerfressen, zerstören, von innen foltern Tag für Tag, aber er mußte damit leben wenn er weiter leben wollte und er wußte das er das mußte, denn er hatte Familie, zwei kleine Jungen!

3.

14 Jahre später saß er nun in seinem Büro und blicke immernoch auf das Cover, er wartete auf Steve und in ihm breitete sich eine Ungedult wie ein Lauffeuer aus, 14 Jahre in denen die Wunden heilten aber die Narben blieben, er war mehr oder weniger immer bei schlechter Laune und es gab selten bei ihm eine Aussicht auf ein Lächeln und auf eine neue Liebe erst recht nicht, Frauen waren mehr oder weniger nur noch Gebrauchsgegenstände für ihn um seine Lust die zweifellos noch in ihm steckte zu befriedigen, das wars!

Ein sympatisches Gesicht mit blauen Augen und ohne jeglichen Haare auf Kopf,Wangen und Kinn erschien rechts an dem Türrahmen, er schien zu schweben „Chef du wolltest mich sprechen“ „hallo Steve na endlich, komm bitte rein und setz dich“ erst jetzt konnte man den schlanken, zarten Körper erkennen den das Gesicht hinter sich her zog, Steve zog sich einen Stuhl heran und setzte sich, er lächelte freundlich und fragte mit feiner, leiser Stimme „Chef was gibt es denn“ der Chefredakteur schaute lächelnd in ein ihm allzu vertrautes Gesicht, haben die beiden Freunde sich doch schon Alkohol, Joints, Wohnung und auch Frauen geteilt in ihrer wilden Zeit, sie haben zusammen gewohnt und studiert und auch heute noch kam es vor das sie in einer Kiezkneipe ab und an einmal etwas oder auch etwas mehr miteinander tranken, aber das fast brüderliche Verhältnis was beide aus ihrer Studentenzeit verband hatte nach Leas Tod Risse bekommen, der Chefredakteur zog sich zurück, war in sich gekehrt und bemerkte selbst mit Erschrecken das er so etwas wie Neid gegenüber Steve empfand, auf sein glückliches Leben mit Frau Carmen und seinem Sohn, aber er wußte auch genau das das schwachsinnig und unangebracht war, er lies sich auch nichts anmerken, im beisein von anderen legte er einen aufgesetzten strengen Ton Steve gegenüber an um sich gegen eine Bevorteilung zu schützen, Steve verstand und lächelte meist sanft!

Der Chefredakteur griff schnell und zielgerichtet nach der neusten Ausgabe und hielt sie Steve vor dessen gespannten Augen „wer hat dieses Foto gemacht“ „was soll diese Frage das steht doch wie immer dort unten“ antwortete Steve mit überraschtem Gesichtsausdruck „also Fränki, unser Draufgänger Fränki“ diesen Beinamen hatte Frank Neumann sich hart erkämpft weil er für ein gutes Foto nichts scheute, gerade zu tollkühn konnte er sein, selbst in brennende Gebäude sprang er furchtlos für ein gutes Foto, er riskierte oft Leib und Seele „warum möchtest du das wissen“ fragte Steve völlig verwundert, der Chefredakteur schaute Steve scharf und durchdringend an „dein 12 Seiten Bericht über das Leben ist hervorragend, aber darüber haben wir ja schon ausfürlich gesprochen, aber das Foto, sieh dir doch einmal genau dieses Foto an, siehst du es nicht Steve, siehst du es etwa nicht“ Steve mußte jetzt laut lachen „beruhige dich Chef, was ist denn los, ja das Foto ist klasse, aussergewöhnlich gut sogar, dieser Mann hat gelebt und genau deshalb habe ich dieses Foto ausgesucht, weil es eben zum Thema passte“ „genau Steve, genau das ist der springende Punkt, sieh dir diese Falten an, diese tiefen Furchen und überhaupt das ganze Gesicht, jeder Millimeter, jede Falte eine Geschichte und ich will diese Geschichte, ich möchte sie haben unbedingt Steve, hast du verstanden unbedingt, wer ist dieser Mann, ich muss mit ihm reden, ich brauche seine Geschichte, also wer ist das dort auf dem Cover“ Steve schaute jetzt interessiert „ich nehme an du hast wie immer Recht und den richtigen Riecher, aber ich weiß nicht wer das ist, da müssen wir Fränki fragen, der muss das ja wissen“ „wo ist Fränki“ „ausser Haus Chef“ „Steve rufe ihn bitte an, und er möchte es bitte möglich machen das wir drei uns heute Mittag bei Salvatore zum Essen treffen, ich danke dir“ „okay Chef mache ich“ Steve formte seine rechte Hand zum Revolver, zielte und drückte ab, dann pustete er auf seinen Zeigefinger und zwinkerte mit dem Auge zum Chefredakteur und verließ dann schnell das Büro!

Die Hitze war brutal und die Sonne schien unerbitterlich im Garten beim Edelitaliener Salvatore, das Thermometer hatte die 30Grad Markierung schon übertroffen in dem Moment als der Chefredakteur und Steve sich bei einem kühlen, erfrischenden Bier angeregt unterhielten, aber beide hatten ein Auge stets auf den Eingang gerichtet der mit zwei großen Palmen in riesigen Terracottatöpfen eingerahmt wurde, sie warteten beide voller Ungeduld auf Fränki und ihre Hemden färbten sich an Brust und unter den Armen dunkel, der Schweiss rann beiden von der Stirn und fiel in Tropfen zu Boden in das Kiesbett, doch plötzlich passierte Fränki die Palmen und betrat den Garten!

Steve hob seinen rechten Arm in die Höhe und Fränki sah es und gab Zeichen das er kommen würde, Steve und der Chefredakteur blickten ihn an und verfolgten jeden seiner leichten Schritte, mager und bleich sah er aus in seinen kurzen Hosen, eine Kamera hing am Lederband um seinen Hals, in der rechten Hand trug er einen Metallkoffer, seine Haare schwarz und gekräuselt, sein Gesicht, fein und jung mit dem Ausdruck eines ängstlichen Kindes das jeden Augenblick anfangen könnte zu weinen, Niemand der ihm in die Augen blicken würde, würde ihn für einen furchtlosen Draufgänger halten, Niemand dessen konnte man sich sicher sein, aber er war es nun einmal, er war ein Adrenalinjunkie der sich aus Flugzeugen stürzte, der steile Felswände ohne Sicherung hoch stürmte, sich von Hochhäusern fallen lies und sich in den tiefsten Schluchten abseilte und dabei sah er immer wie ein kleines ängstliches Kind aus aber in ihm weilte gut verschlossen der Mut eines Löwen und ganz nebenbei war er noch einer der talentiertesten und besten Fotografen der ganzen Stadt!

Fränki setzte sich auf einen Stuhl und stellte den Koffer auf den vierten freien Stuhl ab, wobei er das weisse Tischtuch beinahe vom Tisch zog „Chef, Steve, was gibt’s was nicht warten kann“ und er schaute beide erwartungsvoll dabei an, der Chefredakteur griff mit beiden Hände zur Monatsausgabe und hielt sie Fränki genau vor sein Gesicht „ich möchte nicht lange drumrum reden,wer ist dieser Mann“ dann nahm er die Zeitschrift und legte sie auf der weissen Tischdecke ab und nun schaute Er erwartungsvoll in Fränkis Gesicht!

„ich weiss es nicht“ antwortete Fränki recht kleinlaut „was soll das heissen, habe ich das Foto gemacht oder du, was ist mit dem Freigabeformular, mit der E-mail Adresse, all das must du doch von ihm haben, sonst dürfte es dieses Cover niemals geben, also wer ist dieser Mann“ Fränki holte tief Luft und wurde dabei vom überfreundlichen Kellner unterbrochen, alle drei gaben ihre Bestellungen auf und dann musste Fränki noch einmal tief Atem holen, er schaute dann den Chefredakteur tief in die Augen und sagte „es war Ende Mai und ich schoß gerade die Fotoserie über Hitlers Architekten, die Serie war fast fertig und im Kasten, es fehlte nurnoch das Olympiastadion, also machte ich mich am frühen Morgen auf den Weg, ich weiss noch genau das die Sonne ungehindert vom Himmel lächelte, traumhafte Bedingungen dachte ich so bei mir, angekommen bezahlte ich, trat ein in das Gelände und machte von aussen die ersten Aufnahmen vom Stadion, ging dann weiter durch das Haupttor bis ich schliesslich im Kessel stand und vor mir das Spielfeld, die blaue Tartanbahn, in mir erwachten Erinnerungen, ihr wisst doch ich liebe Fussball und ich sah unten auf dem Spielfeld für einen flüchigen Augenblick das WM Finale von 2006, den Kopfstoß von Zinedine Zidane, aber dann nahm ich sofort einen älteren Herren war, er stand rechts von mir, etwa 10 Meter entfernt, er stand aufrecht und hielt sich mit beiden Händen am Geländer fest, er trug einen schwarzen Mantel und seine langen grauen Haare fielen auf ihn und bildeten einen Kontrast der ins Auge ging, er schaute starr auf das Spielfeld, ich dachte kurz daran das er sich womöglich auch an den Kopfstoß erinnerte, aber dann drehte er seinen Kopf und lächelte mich an, er verneigte sich kurz zum Gruß bevor er wieder zum Rasen blickte, in mir drinn ist etwas passiert, ich kann es nicht erklären, diese Augen, dieses Gesicht, dieses Leben im Gesicht, kein Gesicht was ich jemals zuvor gesehen habe hat mich je so beeindruckt!

Dann nahm ich auch diese Wand, diese Mauer war und im selben Moment kam mir die Idee, sie tauchte urplötzlich in mir auf, also ging ich auf den Mann zu und zeigte ihm meine Kamara und fragte ihn ob er kurz dort stehen bleiben würde und ich ihn fotografieren dürfe, er schaut mich freundlich an, aber ich glaubte das er mich nicht verstehen würde und redete wie von Sinnen auf ihn ein, er antwortete mir mit seinen unglaublichen Augen, mit seinem Gesicht, mit Mimek, mit großen Gesten aber seine Stimme blieb tot, dann stellte er sich genau vor die Mauer und starrte geradeaus mit freundlichem Blick, er schien zu wissen was ich möchte und machte die Fotos zu einem Kinderspiel, plötzlich hob er seine linke Hand und ich wußte sofort es ist vorbei, ich schaute dann gleich die Bilder auf dem Display an und sah es, ja genau dieses Foto, ich erkannte auf Anhieb das es ein Meisterwerk zu seien schien!

Ich zeigte ihm das Foto und fragte sofort nach einer Freigabe zur Veröffentlichung, er lächelte mich an und sein Lächeln drang durch mich durch, ich fragte nach seiner E-mail Adresse aber er schüttelte sanftmütig mit dem Kopf dann gab ich ihm einen Stift und zeigte mit dem Finger wo er wegen der Freigabe unterzeichnen müsse, das tat er dann, auch begleitet von einem Lächeln!

Ich fragte nochmal nach wegen seiner E-Mail Adresse, ich erklärte ihm das ich ihm dann das Foto schicken könne, doch er schüttelte wieder seinen Kopf, ruhig und angenehm dann nahm er meine rechte Hand ganz sanft in die seine, legte noch seine linke ganz ruhig oben drauf, er machte dann eine Verbeugung, Edel und voller Respekt, er lächelte mich wieder an und sagte mir mit den Augen das er jetzt gehe, er drehte sich um und hoch erhobenen Hauptes schritt er ruhig und ohne jede Eile auf den Ausang zu!

Ich stand wie erstarrt da und schaute ihm nach, ich schaute mir jeden einzelnen seiner erhabenen Schritte an, wie versteinert von seiner Berührung, von seinem sanften Händedruck stand ich da und sah wie ein Engel aus dem Stadion in die helle Sonne trat und dann verschwand!

Ihr könnt euch wundern oder auch darüber totlachen, das ist mir völlig egal, es ist jetzt über zwei Monate her, aber sein Lächeln sehe ich noch jeden Tag vor mir wenn ich meine Augen schliesse und seinen Händedruck spüre ich noch immer, Tag für Tag für Tag ich bin fest davon überzeugt, ich stand Jesus gegenüber, ja das muß Jesus gewesen sein“!

Der Chefredakteur blickte dann Fränki mit scharfen Augen an, und plötzlich lachte er laut los, er schlug sich mit beiden Händen auf die Schenkel, Steve sofort davon angesteckt tat es ihm gleich, beide lachten jetzt recht ausgelassen und herzlich und Fränki senkte seinen Kopf und sah demütig nach unten ins Kiesbett wo sich der Schatten des großen Kastanienbaumes niedergelassen hatte!

Doch dann, auch bei dem wunderbaren Sommerwetter zog plötzlich ein Gewitter auf, ein Gewitter mitten im Gesicht vom Chefredakteur, dunkel, finster, schwarzwolkig wurde sein Gesicht und schon donnerte es los „Jesus, haha Jesus, ob Jesus oder Engel oder Tralala, das ist mir alles völlig egal, völlig Wurst, interessiert mich nicht du Spinner, ich will diesen Mann sprechen, ich muß in dieses Gesicht schauen, ich brauche einfach die Geschichte dieses Mannes, es ist mir egal wie ihr das macht oder wie ihr das hin bekommt, anstellt, bringt mir diesen Mann, ist auf dem Papier nicht seine Name zu erkennen, seine Unterschrift, verdammt noch mal, irgend etwas müssen wir doch haben, von mir aus pflastert die ganze verdammte Stadt mit diesem Foto, in allen größen, setzt eine Belohnung aus, er soll sich in der Redaktion melden, macht einen Aufruf im Radio, egal was, aber macht etwas, habt ihr beide gehört“

er sprach laut, sehr laut was andere Gäste dazu verleitete rüber zu ihren Tisch zu schauen, große Augen machten sie, dann aber kam der freundliche Kellner mit dem Essen und somit beruhigte er den Chefredakteur ohne etwas davon zu wissen, bei Lasagne, Steak und Salat wurde dann vernümftig miteinander geredet und ein Plan geschmiedet, dann noch ein kühles Blondes und danach machten sich die drei auf den Weg zurück in die Redaktion, sie machten sich gleich und voller Eifer an die Arbeit!

Die Hitze hatte sich in den letzen drei Tagen fest gesetzt, ja bequem gemacht in der Stadt obwohl viele Menschen der Meinung waren das sie dort nicht hingehört, diese verdammte Hitze, es war heiß und die Sonne schickte ihre Strahlen erbarmungslos runter zur Erde an diesem Montagmorgen als der Chefredakteur um 9Uhr30 mit seinem Auto in Richtung Redaktion fuhr, die Klimaanlage kühlte ihn und den Innerraum seiner schwarzen Limousine und er fuhr gerade in Gedanken vertieft in Richtung Innenstadt als er plötzlich das erste Plakat entdeckte, ein Mann und eine Frau, er hielt sie für ein Pärchen, standen davor und schauten mit großen Augen, sie waren in ein Gespräch vertieft, da viel es dem Chefredakteur ein, in dieser Nacht wurden die Plakate überall in der Stadt geklebt, er näherte sich der Innenstadt und die Plakate wurden immer mehr und mehr, fast an jedem standen Passanten davor und schauten mit intensiven Blicken, meist auch in Gespräche untereinander verwickelt, überall hing das schwarz-weiße Gesicht und drohte die ganze Stadt zu fressen, der Chefredakteur hörte dann von einem bekannten Radiomoderator die Worte „wer ist dieser Mann der die ganze Stadt wie eine Festung eingenommen hat, bitte in der Redaktion melden, rufe bitte schnell an alter Mann damit unsere Stadt wieder bunt wird, also schnell hole dir die Belohnung ab“ er spielte danach Michael Jacksons Black and White!

Kurz bevor der Chefredakteur in die Tiefgarage einfuhr las er was auf den Plakate stand (wer bist du? Bitte in der Redaktion von …....

melden, Spreeufer1 18. Etage oder Tel 030........., bitte melden 3000Euro Belohnung)!

Im Fahrstuhl auf den Weg nach oben hörte der Chefredakteur schon im 15. Stockwerk laute Stimmen draussen auf den Fluren, angekommen öffnete sich die Fahrstuhltür und er wude sofort von einer Duftwolke fast umgehauen, Schweiss, Alkohol, Wermut, der Geruch von alten ungewaschenen Männern drohte seine Nase zu zerstören und er bekam kurz aber heftig einen Würgereiz, im Flur standen sie in einer Reihe die Treppe runter und bis in die Redaktion hinein, alte Männer mit langen grauen Haaren, Stadtbekannte Penner waren unter ihnen, der Chefredakteur bahnte sich seinen Weg rechts vorbei und die alten grauhaarigen Männer klatschten teilweise Beifall und riefen, ich bin der den sie suchen, ich bin es, in der Redaktion konnte man die Luft schneiden und alle im Büro mußten lachen, sie verteilten sogar einen guten Schluck Kaffee, der Chefredakteur hielt sich Ohren und Nase zu und drengelte sich energisch zu seinem Büro durch!

Als er die Tür öffnete freute er sich das Steve und Fränki schon auf ihn warteten, sie empfingen ihn mit den gemeinsammen Worten „tolle Idee Chef, nun haben wir den Salat“ er schaute mit feurigen braunen Augen und sagte „leckt mich“!

Der Plan war schnell gemacht, einer nach dem anderen schaute kurz in das Büro und Fränki sagte dann blitzschnell „nein“ das ganze dauerte dann den ganzen Tag, Fränki sagte fast dreihundert mal nein bis endlich fürs erste Ruhe eingehrte, alle drei waren dann leicht frustriert, wollten der ganzen Sache aber noch etwas Zeit geben, den nächsten Tag war wieder einiges los aber kam nicht annäherd an den Vortag ran, von Tag zu Tag wurde es immer ruhiger, vor 5 Tagen wurde das Foto zum Stadtgespräch, man hatte teilweise das Gefühl es gibt kein anderes Thema mehr, aber das flaute ab und der Mann meldete sich einfach nicht, Morgen wurden die Plakate abgehangen das wußte der Chefredakteur, er hatte wohl verloren, es nagte an ihm, ja machte ihn sogar traurig, verdammt dachte er oft, verdammt wer ist dieser Mann nur!

Sein Gesicht war grimmig als der Chefredakteur auf dem Weg in die Redaktion im Auto saß, aber die Stadt leuchtete wieder bunt und freundlich, die Plakate waren ab und wurden durch andere ersetzt, farbenfroh sahen sie aus!

Mit einem beiläufigen Guten Morgen betrat er die Redaktion, sein Kopf gesengt, niemanden würdigte er eines Blickes auf dem Weg in sein Büro, er setzte sich und fing an zu starren, weit weg schienen seine Gedanken zu sein, plötzlich stand die Redaktionsassistentin in der Tür, verstohlen schaute er zu ihr rüber, er riskierte noch einen flüchtigen Blick auf ihre geraden, langen Beine die nicht verdeckt waren, der Rock war einfach zu kurz, aber auch die schönen Beine zauberten Heute kein Lächeln in sein Gesicht wie sie es sonst taten „was gibt es denn“ fragte er ja fast schon beiläufig, die blonde Schönheit lächelte kurz „vor etwa einer Stunde war ein kleiner Mann hier und wollte sie persönlich sprechen, ich sagte ihm wann sie ungefähr hier anzutreffen sind, er versprach wieder zu kommen, es sei wichtig sagte er glaube ich, er sprach sehr gebrochen deutsch, es viel mir schwer ihm zu folgen, aber ich glaube es ging um den Mann auf dem Cover, aufjedenfall wollte er sich Heute noch bei ihnen melden“ „danke“ sagte er und drehte sich mit seinem Stuhl um so das er aus dem Fenster sehen konnte, in seinem Gesicht stand ein Lächeln bereit und in seinem Herzen lag Hoffnung, sollte er doch noch gewinnen, er dachte drüber nach und dabei grinste er ganz verschmitzt!

Eine ganze Stunde später warteten der Chefredakteur und Steve zusammen, sie redeten, sie waren sichtlich nervös, beide musten ihre Finger ständig beschäftigen, die Zeit verging zäh wie alter Gaugummi und in ihren Köpfen spielte sich parallel der gleiche Gedanke ab, wann wird er kommen, wird er überhaubt wieder kommen, was wußte er, kannte er den Mann auf dem Cover und in ihren Gesichtern konnte man deutlich erkennen, ihre Nerven waren gespannt wie Klaviersaiten kurz vor dem zerreissen!

Ein Knistern durchzog das Büro, als sei die Spannung der beiden elektrisch geladen in dem Augenblick als die Redaktionsassistentin ihren hübschen Kopf in den Türrahmen steckte und sagte „Chef, der Herr der sie sprechen möchte ist da, ich schicke ihn sofort rein, wenn es ihnen jetzt passt“ „und wie es passt, rein mit ihm“ antwortete der Chefredakteur dankbar!

Plötzlich stand er da, mitten im Büro und machte zur Begrüßung eine tiefe Verbeugung, Steve und der Chefredakteur sahen einen kleinen, dicken Mann mitten im Raum stehen, er hatte eine wunderbare metallische Mähne die unachtsam geschnitten war, er lächelte sanftmütig und sein Gebiss war von unwarscheinlichem Ebenmaß, und mit zusammengebissenen Zähnen fing er gebrochen aber doch verständlich zu reden an!

Er stellte sich als Gabriel Marquesa vor, er sei stolzer Spanier und besitze 2 km westlich von La Parador am Fusse der Sierra Nevada eine große Rinderfarm, er beteuerte mit Händen, Füßen und einem ernsten Gesichtsausdruck und dabei hielt er das Cover fest in seinen Händen, das dieser Mann sein Nachtbar sei!

Sein Name sei Andres Valverdas, er besitze1km von ihm entfernt in einem wunderschönen, fruchtbaren Tal eine Orangenplantage und seine Augen leuchten wie Scheinwerfer, als er das sagte schaute er wie ein kleines, eingeschüchtertes Kind, dann lächelte er leicht abwesend, plötzlich lief Fränki schnell am Büro vorbei wohl auf dem Weg zum Fotolabor „Fränki stop, bitte komm mal zu uns rein“ rief der Chefredakteur laut und unmissverständlich!

Er stellte Gabriel und Fränki sich gegenseitig vor und erklärte dem Spanier das Fränki dieses Foto im Olympiastadion gemacht hatte.

Der stolze Spanier stand auf und reichte Fränki seine Hand, er schaute ihn tief und seltsam in die Augen bevor er sagte „haben sie es gemerkt Fränki, haben sie diese intensive Aura gespürt die dieser Mann ausstrahl, diese Wärme, diesen Sanftmut, haben sie auch ein inneres Wohlbehagen ganz tief innen wargenommen, hat er mit ihnen geredet, ich habe seit 10 Jahren meine Rinderfarm, ich begegne ihm nicht oft, eher sehr selten, aber seine Stimme habe ich noch nie gehört, er redet ja, aber er redet mit seinen Augen und seiem Gesicht, er redet damit nett, freundlich, liebevoll und unmissverständlich, Fränki haben sie das alles auch gemerkt“ Fränki stand jetzt fast wie erstarrt vor dem kleinen Spanier und lächelte ihn an „ja Gabriel, ja ich habe es auch gemerkt, gefühlt und gespürt und nein seine Stimme habe ich auch nicht gehört, er redet wirklich und warhaftig mit seinen fantastischen Augen“!

Nach all dem was gesagt wurde, war allen klar das es sich um ein und den selben Mann handeln musste, alle vier gingen dann noch zu Salvertore auf ein kühles Blondes und dabei entpuppte sich der stolze Spanier als wares Unterhaltungstalent und sein Lachen war laut und lärmend wie eine Maschiene, und die Gedanken des Chefredakteur waren leise und durchdacht wie ein Uhrwerk, er wußte was jetzt zu tun ist und er freute sich still und heimlich darüber, los geht’s dachte er und schmunzelte dabei in sich hinein!

4.

Eine ganze Woche später empfing die schöne Stadt Sevilla, Steve, Fränki und den Chefredakteur mit Sonne die auf der Haut brante wie ein Feuerschwall und einer Hitze die den dreien Schweiss aus Stirn und Körper trieb, sie liefen förmlich aus!

Senior Marquesa hatte die drei nach ihren Feuchtfröhlichen Abend eingeladen ihn zu besuchen und dabei gleich einmal bei Senor Valverdas vorbei zu schauen, so sehr sich der Chefredakteur auch bemühte, an ein Telefon bekam er Senior Valverdas nicht, er schien unerreichbar zu sein!

Steve, Fränki und der Chefredakteur trafen sich in der letzten Woche öffters und diskutierten darüber ob all das überhaupt Sinn machte, konnte dieser Mann überhaupt sprechen? Und wenn ja, war seine Geschichte auch eine gute Geschichte?

Oder würde alles nur zu einer große Enttäuschung werden? Sie setzten auf Risiko und außerdem überzeugte Senior Marquesa mit Haut und Haar, er verspach das es ihnen bei ihm gefallen würde, seine Farm wäre ein Traum und sein Haus riesig, es würde an nichts mangeln, er überzeugte so sehr das Steve, Fränki und der Chefredakteur keine Dienstreise daraus machten sondern eine Woche privaten Urlaub!

Auf dem Weg zur Autovermietung hörten Steve und Fränki wie ein fröhliches Pfeifen aus den gespitzen Lippen des Chefredakteurs in die Welt hinaus trat, auch hatten die beide schon in der letzten Woche eine Veränderung bei ihrem doch so ernsten und meist grimmig drein schauenden Chef bemerkt, die Treffen der drei taten dem Chef offensichtlich gut, ab und an sah man ihn sogar lächeln und auch witzige Worte wenn auch selten konnte er nicht mehr vermeiden, sie waren eben da, sein jahrelanger Trübsinn der in ihm steckte tief verwurzelt mit seiner Seele schien sich zu lockern, wollte sich langsam und sachte befreien, es wurde Zeit sich selbst zu verzeihen, so langsam Gnade walten zu lassen, vielleicht hatte er genug gebüsst, genu gelitten, vielleicht wurde es nach 14 Jahren Zeit wieder etwas zu leben, er war sich noch nicht absolut sicher, Skepsis blieb weiter in seinem Kopf!

Die sehr schön anzuschauende Dame, brünett, feurige braune Augen, hinter der Rezeption der Autovermietung konnte ihren Blick von der Brust, vom schneeweissen Shirt das Steve trug kaum ablassen, ja etwas ängstliches konnte man sogar in ihren Augen erkennen, sie schaute auf einen kreisrunden tiefroten Fleck, „sorry Tomatensaft“ sagte Steve um sie zu beruhigen, die drei entschieden sich nach kurzem Wortwechsel für einen großen, luxeriösen Geländewagen und nicht aus Rücksicht auf Steve seinen haarlosen Kopf für ein Cabriolet, angekommen schmissen sie ihr Gepäck in den riesigen Kofferraum, dann bedienten sie zu dritt das Navigationssystem und stellten den Zielort ein, 238 km zeigte es stillschweigend an, Steve fuhr langsam und vorsichtig los, neben ihm saß der Chefredakteur, er lächelte!

Auf dem Weg redeten die drei ausgelassen und fröhlich und sie genossen die grüne und fruchtbare Landschaft Südspaniens in vollen Zügen, Fränki erzählte aufgeregt wie ein kleiner Junge das er den Mulhacen 3482 Meter, der höchste Berg der Sierra Nevada besteigen möchte um gute Fotos zu schiessen, Steve freute sich auf ein mächtiges Steake, nach Aussage von Senior Marquesa die besten im ganzen Land und der Chefredakteur freute sich schon auf eine gute Zigarre bei Sonnenuntergang auf der großzügigen Terrasse mit Blick auf Pool und der Sierra Nevade, ja all das hatte Senior Marquesa versprochen!

Etwa 3 Stunden später zeigte das Navigationssystem noch 2 km bis zum Zielort an, die drei fuhren gerade einen Pass rauf und als sie oben ankamen hielt Steve rechts an und alle drei schauten in ein etwa 400 Meter tiefer gelegenes Tal und konnte die Farm nun schon deutlich erkennen und wie aus einem Munde hörte man nur ein „Wow“ so weit das Auge reichte sahen sie eine grüne üppige Weide voller mächtiger schwarzer Kampfrinder in allen Größen, tausende müssten es sein, die grötßen über 500 kg schwer dachte der Chefredakteur, aber laut, vereinzelt konnte man Männer auf Pferden erahnen, überall verteilt dunkle Blockhäuser, Ställe, Silos und alles was wohl noch so dazu gehört und in angemessener Entfernung stand das Haupthaus, ein helles Blockhaus dessen Ausmaße sich von hier oben nur erahnen ließen, es war mächtig so viel wurde den dreien sofort klar, sie schauten sich dann gegenseitig in ihre Gesichter und lachten dann alle laut „hier ist der Wilde Westen, alles sieht hier aus wie in einem Cowboy und Indianer Film“ sagte Steve ganz aufgeregt, „du hast recht Steve und ich freue mich in dem Film eine Woche mitspielen zu dürfen“ antwortete der Chefredakteur, „das ist ja der Hammer hier“ fügte Fränki mit gespannten Augen noch hinzu, 5 Minuten später sagte das Navigationssystem „sie haben ihr Zielort erreicht“ und die Stimme redete freundlich, wie schon die ganze Fahrt über! Und im Hintergrund thronten die weissen Gipfel der Sierra Nevada!

Senior Marquesa empfing die drei überfreundlich und schon sehr bald stellte sich heraus das er ein fantastischer Gastgeber war und man merkte ihm ganz deutlich seine Freude über den willkommenen Besuch an!

Nachdem er kurz das innere seines pompösen aber auch geschmackvoll, rustikalem Hauses gezeigt hatte setzte man sich auf die Terrasse und bekam von einer alternden Hausangestellten mit grauem Haar und gegerbten aber freundlichem Gesicht eine eisgekühlte Limonade serviert, alle vier setzten gleichzeitig an und genossen einen kräftigen Schluck genau in dem Moment als eine schlanke Frau in hohen schwarzen Schuhen und engen roten Kleid elegant und selbstsicher auf die vier zugelaufen kam, ihr Haar war lang, dick und tiefschwarz, als sie dann immer näher kam sah man das sie älter war als es von weitem den Anschein machte, aber ihre feurigen Augen, ihre schöne Nase und ihr voller roter Mund machten sie trotzdem zu einer Schönheit!

Senior Marquesa stelle sie als seine Frau und Mutter seiner beiden Söhne, so gleich auch als Oma seiner drei Enkelkinder voller Stolz vor! Ihr Name war Ines, nach dem sie Senior Marquesa einen dicken Kuss gab begrüßte sie die drei Gäste freundlich und herzlich mit einer Umarmung und sprach in einem genauso gebrochenem deutsch wie ihr Mann, nur das es bei ihr sehr charmant klang „willkommen, fühlen sie sich bitte wie zuhause bei uns, sie möchten wie ich gehört habe Senior Valverdas besuchen und mit ihm reden, na dann viel Glück, ich habe noch nie auch nur ein einziges Wort aus seinem Mund zu hören bekommen, ich sehen ihn selten, ich bin ihm vielleicht in zehn Jahren fünf oder sechs mal begegnet, dann läuft es mir immer kalt den Rücken runter, man kann nur schwer beschreiben was man dann fühlt, es umgibt ihn eine Aura die unter die Haut geht, irgend etwas ist an diesem Menschen anders als an anderen, irgend etwas stimmt mit ihm nicht, nach einer Begegnung mit ihm fühlt man sich eine ganze Weile lang anders, anders als sonst, so voller Euphorie, als wäre man Jesus leibhaftig begegnet“ „genau das habe ich auch gefühlt und auch gesagt“ fuhr Fränki dazwischen, Seniora Marquesa und Fränki schauten sich dann gegenseitig an und lächelten!

Senior Marquesa entschuldigte sich kurz dafür das die drei seine Enkelkinder und die beiden Schwiegertöchter nicht kennenlernen würden, da sie Bekannte in Barcelona für ein paar Tage besuchen, aber seine Söhne Carlos und Alesandro seien bei der Arbeit auf der Weide und man würde sie bald treffen!

Eine kleine Weile später sagte Senior Marquesa „auf“ und kurz darauf saßen die vier in einem offenen Geländewagen, der Senior gab ordentlich Gas, es staube recht ordentlich auf dem Sandweg der links an einer eingezäunten Weide vorbei führte, schwarze Kampfstiere, edel, kraftvoll und wunderschön anzuschauen, tausende müssten es gewesen sein schauten dem Geländewagen neugierig nach, die Landschaft stellte sich grün und vielfälltig vor die Augen der vier und gleichzeitig auch wild und rau, das wilde Tal war umgeben von hohen Bergen, dessen Gipfel weiss bemalt schienen!

Der Chefredakteur schaute nach rechts, nach links, nach vorne und gleichzeitig nach hinten und er lächelte, er fühlte Freiheit, er fühlte sich gut und frei und er fühlte sich schon 14 Jahre lang nicht mehr gut und frei das wurde ihm jetzt gerade in diesem Moment bewusst, er lächelte und Tränen wässerten seine Augen, plötzlich hielt der Senior an und stellte den Motor ab, die vier schauten auf unzählige tiefschwarze Kampfstiere die auf ein offenes Gatter zugetrieben wurden, ein Geräusch von unvorstellbarer Kraft durchdrang die Ohren der vier Zuschauer, der Geländewagen fing zu vibieren an, ein Gefühl als rolle ein Erdbeben durch ganz Südspanien durchzog jedes Körperteil der drei Städter und sie spürten die unbändige, zügellose Kraft dieser muskellösen Stiere in einer Horde als können sie nur mit reinem überrollen einen ganzen Krieg gewinnen und doch wurden sie nur beherrscht von vier Männern hoch zu Roß, kurze Zeit später wurde das Gatter von einem der Cowboys geschlossen, Senior Marquesa pfiff so laut aber kurz das es in den Ohren weh tat „Carlos, Alesandro“ rief er laut, zwei Männer drehten sich um und dann ritten sie schnell und gekonnt zum Geländewagen, auf zwei wunderschönen Vollblütern sitzend standen die beide jetzt vor dem Wagen und nahmen gleichzeitig ihre Hüte ab, einer sah aus wie der andere und als sie ihre Münder zur Begrüßung öffneten konnte man auch bei ihnen tadellose weisse Zähne im unwarscheinlichem Ebenmaß erkennen, ganz wie der Vater, auch wenn die Ähnlichkeit der beiden verblüffte sah man doch das Carlos der ältere war, etwa so um die Dreiziger, freundlich lächelnd begrüßten sie die drei Gäste, Carlos in einem fast akzentfreien deutsch „das war sehr beeindruckend was ich da gerade zu sehen bekam, woher sprechen sie dann so tadellos deutsch“ sagte und fragte der Chefredakteur bewundernd und respektvoll“ Carlos lächelte „danke, aber wenn man genau weiß wie man mit Pferd und Stier umzugehen hat ist das garnicht so schwer wie es aussieht, ich habe in Deutschland Agrarwissenschaft studiert, deshalb mein gutes deutsch, in ihrer Heimatstadt Berlin sogar, eine wunderbare Stadt, so voller Leben, so lebendig und auch so groß, ich habe mich dort 3 Jahre sehr wohl gefühlt, aber können wir nachher noch drüber plaudern, wir müssen weiter, bis dann“ Carlos setzte seinen Hut wieder auf seinen Kopf, Alesandro tat es ihm gleich und mit einem Lachen gaben die beiden den Pferden die Sporen und ritten in Windeseile davon!

Die drei schauten ihnen bewundert hinterher und der Chefredakteur spürte sofort wieder die Freiheit die ihm umgab!

Die Sonne stand tief und war schon zur Hälfte hinter einem Berggipfel der aussah wie ein Gartenzwerg mit Zipfelmütze verschwunden, sie leuchtete Orange aber sie wärmte immer noch jetzt angenehm und lau, alle saßen versammelt auf der Terrasse, es duftete nach Fleisch und Gewürzen, Alesandro hatte den großen schmiedeeisernen Grill angeworfen und die ersten Steakes waren schon fast gar, Fränki stand neben ihm und beide redeten über den Mulhacen, Alesandro erklärte Fränki mit Händen und Füßen das er selbst schon einige male diesen Berg bestiegen hat, eine Tour die an einem Tag zu machen sei, wenn auch recht anspruchsvoll und Fränki erklärte ihm das er Erfahrung im Bergsteigen besaß und das er sofort dabei sei, beide planten dann einen Gipfelsturm am Wochenende, auch Steve und der Chefredakteur sollten auf ihre Kosten kommen nur mußten die beiden nicht warten, Der Chefredakteur saß bequem auf einem Stuhl leicht zurückgelehnt und dabei genoss er eine gute Zigarre seine Blicke abwechselnd auf die Berge und auf Seniora und Senior Marquesa gerichtet, die drei sprachen gerade darüber wie sie Morgen den Angriff auf Senior Valverdas durchführen sollten, so kamen alle auf ihre Kosten denn Steve schob sich gerade das erst Stück Fleisch in seinen weit geöffneten Mund, er legte das Fleisch auf seiner Zunge ab und merkte sogleich wie es zerging, der Geschmack verteilte sich sofort auf Zunge und Gaumen, Steve fing dann leicht zu kauen an und merkte schnell das das fast unnötig schien, es zerging wortwörtlich auf der Zunge, Senior Marquesa hatte recht, oh wie recht er hatte, das war das beste Stück Fleisch das je Steves Gaumen berührt hatte!

Es wurde rasch später und die Getränke härter, alle waren bei bester Laune, ausgelassen und fröhlich ging es ein her, alle schienen betrunken zu sein und Fränki wurde von Portwein zu Portwein immer größer, gewaltiger, mutiger, er schaute schon mit trüben Augen hinüber zu einem Gatter das etwa 30 Meter vom Haus entfernt lag, vier Kampfstiere standen friedlich nur so dumm rum, diese vier waren reif und sollten Morgen ins Schlachthaus gebracht werden, sie waren vier schwarze Riesenmonster, der Innbegriff von Kraft und puren Muskelfleisch, hätten sie gewusst was Morgen mit ihnen passieren wird dann wären sie einfach