Der Feuerbock - Bent Ohle - E-Book

Der Feuerbock E-Book

Bent Ohle

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Beschreibung

Schule und Familie interessieren Andreas wenig, man ist letztlich ja doch immer auf sich gestellt. Seine Lieblingsbeschäftigung heißt deshalb "Carcrash", bei dem es darum geht, im Schutz der Berliner Nacht Autos zu knacken, sich an der Geschwindigkeit zu berauschen und es am Ende in Flammen aufgehen zu lassen. Nach einer abgesessenen Jugendstrafe schließlich reicht es seiner Mutter: Andreas wird zu seinem Onkel und seiner Cousine Anna aufs Land geschickt. Endlose Äcker, stinkendes Vieh und Arbeit über Arbeit - so hatte sich Andreas seinen Sommer nicht vorgestellt. Kein Wunder, dass er so schnell wie möglich abhauen will. Doch plötzlich ist da Annas Geschichte, die Andreas irgendwo tief drinnen berührt. Und plötzlich ist zwischen Kornfeld und Kuhstall ein Gefühl von Freiheit, das er nie gekannt hat. Und als Andreas beginnt, sein Leben neu zu finden, steht plötzlich die Scheune lichterloh in Flammen und seine Vergangenheit holt ihn ein...

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Inhalt

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Kapitel 18

Kapitel 19

Kapitel 20

Kapitel 21

Kapitel 22

Kapitel 23

Kapitel 24

Kapitel 25

Kapitel 26

Kapitel 27

Kapitel 28

Kapitel 29

Kapitel 30

Kapitel 31

Kapitel 32

Kapitel 33

Kapitel 34

Kapitel 35

Kapitel 36

Kapitel 37

Impressum

1. Kapitel

Andreas stand auf dem oberen Parkdeck des Supermarktes an der Karl-Marx-Straße. Von hier aus konnte er sein Revier überblicken. Endlich war er wieder zu Hause, endlich war das Eingesperrtsein vorbei. Er inhalierte tief den Rauch seiner Zigarette, schloss die Augen und genoss seine Freiheit.

Im Westen hinter dem Flughafen Tempelhof war die Sonne untergegangen, und tiefrote Wolkenschleier zogen sich über den Himmel. Sie sahen aus, als hätte eine unsichtbare Kraft sie zerrissen und als bluteten sie jetzt auf die Erde.

Der Beton des Parkdecks gab noch immer seine gespeicherte Wärme ab, und die Hitze schlug gegen Andreas’ Gesicht. Unten von der Straße her drang gedämpft der abflauende Lärm zu ihm herauf, und in der dicken Luft klebten tausend Gerüche. Die Abgase der Autos, Benzingestank von der Tankstelle hundert Meter weiter links, der Duft von gewürztem Fleisch aus den Dönerbuden auf der Karl-Marx-Straße, der Geruch der Bäume auf der Saalestraße, die den ganzen Tag in der Hitze gestanden hatten, die kühle, abgestandene Luft aus den Treppenhäusern, der Gestank der Mülltonnen, die überfüllt an der Straße standen, und der Geruch von dem heißen Stahl der S-Bahngleise, die direkt rechts neben dem Gebäude vorbeiführten. Andreas liebte diese Gerüche. Und trotz der abendlichen Hitze lief ihm ein Schauer über den Rücken, und er bekam eine Gänsehaut.

Heute war der erste Tag in Freiheit, nachdem er zwei Monate in der Jugendstrafanstalt Berlin eingesessen hatte. Diesmal hatte die Anklage auf Brandstiftung gelautet. Diesmal wie die letzten Male auch.

Wenn er sich jetzt nicht bessere und sein Leben von Grund auf ändere, würde er beim nächsten Mal nicht mehr so großzügig sein, hatte

der Richter gesagt. Nächstes Mal würde seine Strafe wesentlich härter ausfallen. Andreas sah sein Gesicht noch deutlich vor sich. Eigentlich war ihm der Richter gar nicht mal unsympathisch gewesen. Aber das änderte nichts an der Tatsache, dass er einer von „denen“ war. Nächstes Mal würde seine Strafe nicht mehr nur in Monaten ausgedrückt werden. „Das ist deine letzte Chance!“

Die Worte des Richters spielten wie eine Endlosschleife in seinem Kopf, und Andreas schüttelte sich, als könne er den Ton damit abstellen. Und dann hörte er tatsächlich etwas anderes. Es war ein Geräusch, auf das er schon die ganze Zeit gewartet hatte. Ein Zischen und Kreischen, das langsam immer lauter wurde. Andreas drehte sich um. Er stand an der hinteren Mauer des Parkdecks. Seine Beine berührten das Gitter, das auf der Mauer befestigt war und das gesamte Dach einfasste. Aus dem Kobaltblau des Himmels im Osten, in dem schon die ersten Sterne funkelten, schob sich ein Flugzeug auf ihn zu. Mit weit ausgebreiteten Tragflächen, an denen Lichter blinkten, kam es immer näher. Es sah aus, als würde es sich gar nicht bewegen, sondern einfach immer nur größer und größer werden. Andreas stieg auf die Balustrade. Das Gitter berührte jetzt seine Schienbeine weit unterhalb seiner Knie. Eine kleine Unachtsamkeit, und er würde sieben Meter tief auf den Beton stürzen. Jetzt konnte Andreas nichts anderes mehr sehen als das Flugzeug. In dieser Richtung gab es keine Häuser, die höher gewesen wären. Nichts stand mehr zwischen ihnen. Das Flugzeug flog direkt auf ihn zu. Sie würden zusammenprallen, so schien es. Das Geräusch wurde lauter, das Flugzeug war jetzt so nah, dass Andreas glaubte, es mit der Hand berühren zu können. Glutrot leuchtete es, als sei es gerade in die Erdatmosphäre eingetreten. Seine Umrisse begannen zu schwimmen in der Hitze des verbrennenden Kerosins. Andreas breitete seine Arme aus, und als das Flugzeug wie ein riesiger prähistorischer Vogel über ihn hinwegflog, schrie er, so laut er konnte. Es war ein Kampfschrei. Jeder Muskel in seinem Körper war angespannt, seine Fäuste waren geballt, sein Mund und seine Augen weit

aufgerissen. Das Kreischen der Turbinen nahm seinen Schrei ein paar Meter mit sich und zerriss und zerfaserte ihn dann, bis nichts mehr von ihm übrig blieb. Andreas drehte seinen Kopf und verfolgte den riesigen Vogel, bis er gefährlich nah hinter einer Häusergruppe verschwand und auf dem Rollfeld des Flughafens aufsetzte. Jetzt konnte Andreas seinen Atem hören und sein Herz, wie es wild in seinem Brustkorb schlug.

In der Auffahrt tauchten plötzlich drei Köpfe auf. Andreas erkannte sie sofort. Es waren seine Freunde Busta, TJ und Pocket. Die Namen hatten sie sich gegenseitig gegeben. Es gab nichts Uncooleres, als sich bei dem echten Namen zu nennen. „Hallo, Christian!“ So etwas sagen doch nur verdammte Spießer, die nachmittags Mathe lernen und sonntags mit ihren Eltern zur Oma zum Kaffee fahren. Ihre Namen erinnerten sie viel zu sehr daran, wer sie wirklich waren. Die Spitznamen machten andere Menschen aus ihnen. Coolere halt. Typen, die vor nichts Angst haben und die alles tun können, was sie wollen.

Busta hieß Busta, weil er ein großer Fan von Busta Rhymes war. Die Wände seines Zimmers waren mit seinen Postern quasi tapeziert. Und er hatte immer seine Kopfhörer in den Ohren. Sie waren schon ein Teil von ihm, und Andreas wusste gar nicht mehr, ob er ihn jemals ohne gesehen hatte. TJ hieß eigentlich Thomas Johannsmann. Er besaß einen Schlüsselanhänger mit seinen Initialen darauf. Und schon hatten sie einen vernünftigen Namen gefunden. Und Pocket war ein genialer Dieb. Immer wenn sie durch irgendein Kaufhaus gegangen waren und später wieder auf der Straße standen, holte Pocket aus jeder seiner Taschen irgendein geklautes Teil hervor, vom Kaugummi bis zum Nagelclipser.

Andreas sprang von der Mauer und ging seinen Freunden entgegen. Jeder von ihnen trug eine Flasche in der Hand. Irgendetwas Hochprozentiges. Heute würden sie richtig Party machen, das stand mal fest. Busta streckte seine rechte Hand aus und fächerte seine Finger auseinander. Andreas schlug ein. Sie zogen sich an den Händen heran und stießen mit der Schulter aneinander. Ein Gruß, den sie aus dem Fernsehen kann

ten und sich abgeguckt hatten. „Hi, AC! Cool, dass de wieder da bist!“, sagte Busta. Andreas war AC getauft worden, weil er so gerne zündelte und Brände legte. Dreimal war er schon wegen Brandstiftung verurteilt worden. Beim ersten Mal hatte er ein paar Müllcontainer an einer Straße angezündet. Damals hatte er betrunken in der glühenden Asche getanzt, und Busta hatte ihn Ascheclown genannt. Daraus wurde dann AC als Abkürzung, und natürlich musste es englisch ausgesprochen werden. Sonst wäre es uncool gewesen.

Trotz der Hitze trug Busta einen Sweater mit Kapuze und eine Basecap darunter. Er war größer als Andreas, dünn, aber mit breiten Schultern. Sein hohlwangiges Gesicht war von den schwarzen Kabeln seiner Kopfhörer eingerahmt. Seine Augen waren groß und rund, lagen aber im Schatten seiner dichten Augenbrauen. Sein Mund sah aus, als würde er niemals lachen.

„Hi, AC!“ Auch TJ und Andreas grüßten sich auf die gleiche Weise, während Pocket grinsend Andreas’ Schulter klopfte. „Wie war’s, Alter?“

„Heute wird nicht über’n Knast geredet, klar?“

„Na klar, Alter!“, sagte Pocket und umarmte Andreas von der Seite. Pocket war der Kleinste der vier Jungen. Er trug eine abgewetzte Jeans-jacke mit vielen Taschen und ein weißes T-Shirt mit einem Smiley, dessen Mundwinkel aber nach unten zeigten. Seine Basecap saß seitlich auf dem Kopf, und seine lockigen Haare lugten unter dem Schirm hervor.

TJ war ein kräftiger Junge und mit seinen siebzehn Jahren der Älteste von ihnen. Er trug ein braunes T-Shirt, das zwei Nummern zu groß war, und strahlend weiße Sportschuhe. Er blinzelte und sprach etwas langsam, doch seine Augen waren hellwach.

Sie setzten sich auf den oberen Rand der Auffahrt, so dass sie die Straße beobachten konnten, und öffneten die Flaschen. Jetzt waren sie wieder zusammen. Heute würde nichts und niemand sie aufhalten können.

2. Kapitel

Um halb ein Uhr nachts saßen sie auf dem Basketballplatz in der Saalestraße. Der Platz lag inmitten eines begrünten Areals, das zu drei Seiten von Wohnhäusern und zu einer Seite von der Straße und der daneben verlaufenden S-Bahn-Trasse eingegrenzt war. Ein hoher Zaun stand um den Platz herum und ließ ihn eher wie einen Zwinger als einen Spielplatz erscheinen.

Die drei Flaschen lagen leer auf dem Boden herum, und die vier Jungen waren so betrunken, dass sie sogar im Sitzen schwankten. Andreas war schlecht. Pocket hatte sich bereits übergeben.

„Lass uns abhauen!“, sagte Andreas, zündete sich eine Zigarette an und stand auf. Die anderen sahen ihn aus zusammengekniffenen Augen an und standen dann auch auf. Sie torkelten durch die Straße in Richtung Sonnenallee. Andreas konnte kaum noch sehen. Zwei Monate ohne Alkohol hatten ihn entwöhnt. So schlecht hatte er sich schon lange nicht mehr gefühlt. Seine Augen konnten einfach kein scharfes Bild mehr machen, und so blickte er meist nur hinunter auf seine Füße. Er wollte nur noch nach Hause ins Bett. Als er das nächste Mal aufschaute, hatten sie bereits die Sonnenallee überquert. Links von ihm lag der Kleingartenverein „Kühler Grund“. Andreas blieb stehen und sog die Luft in seine Lungen. Jetzt ging es ihm schon ein wenig besser. Busta stand neben ihm und blickte in das Schaufenster des Motorradgeschäfts. Pocket und TJ, die etwas zurückgefallen waren, lachten wie zwei kleine Kinder, während sie wieder aufschlossen. Jetzt standen sie alle vier an dem Schaufenster und starrten auf die schweren Maschinen im Verkaufsraum. Suzukis, Yamahas und Ducatis standen dort. Jeder von ihnen träumte davon, einmal eine solche Maschine zu besitzen und so schnell zu fahren, bis die Nadel ans Ende des Tachometers stieß.

„Was glaubt ihr, wer von uns fährt später mal so’n Ding?“, fragte Pocket.

„Geklaut oder gekauft?“, fragte Andreas, und alle lachten.

„Gekauft!“, sagte Pocket und musste sich dabei an der Scheibe festhalten, um nicht umzufallen.

„Du bestimmt nicht!“, sagte Busta. Andreas und er warfen sich einen belustigten Blick zu.

„Ich kauf mir eine, ganz bestimmt!“, sagte TJ plötzlich. Alle drehten sich zu ihm um.

„Das ist das Einzige, was ich haben will. Und wenn ich noch zehn Jahre arbeite, habe ich genug gespart!“

„In zehn Jahren, Mann! Da bist du ’n alter Penner und hängst irgendwo im Park ab, mit ’nem kaputten Fahrrad und vier Alditüten!“, sagte Pocket. Er fand diese Vorstellung ungeheuer komisch und krümmte sich vor Lachen. Andreas, Busta und TJ aber wurden ganz ernst und still. Tatsächlich war die Vorstellung, in zehn Jahren ein solches Motorrad zu besitzen, für sie unwahrscheinlicher, als mit einem Fahrrad und vier Alditüten im Park zu enden. Die Zukunft lag wie ein dunkler, schmutziger Tunnel vor ihnen, an dessen Ende man kein Licht erkennen konnte. Sie wussten, dass sie alle diesen Tunnel durchqueren mussten, wenn sich nicht etwas in ihrem Leben änderte.

„Halt’s Maul!“, sagte Andreas müde zu Pocket und ging weiter.

Als sie von der Thiemannstraße ans Weigandufer kamen und den Kanal riechen konnten, der schwarz wie Pech im Mondschein dalag, hätte Andreas nur noch zweihundert Meter nach links gehen müssen, und er wäre zu Hause gewesen. Doch dann fiel ihm etwas ins Auge, das fünfzig Meter weiter rechts auf der anderen Seite der Straße stand. Es war ein alter klappriger VW Polo. Die Stoßstange war abgefallen, und der Besitzer hatte sie mit Draht wieder befestigt. Andreas hatte keine Lust, so deprimiert, wie er jetzt war, ins Bett zu gehen.

„TJ? Kriegst du die Kiste da auf?“ TJ arbeitete als Einziger von ihnen schon, und zwar in einer Kfz-Werkstatt. Er blinzelte das Auto an und ent

spannte seinen Blick gleich wieder.

„Na logisch!“

Kaum eine Minute später saßen die vier in dem Polo, und TJ versuchte, den Motor kurzzuschließen. Sie alle waren jetzt hellwach. Das Adrenalin hatte den Alkohol in ihrem Blut verdrängt. Andreas, Busta und Pocket starrten auf TJs Hände, die ein durchtrenntes Kabel aneinanderrieben. Funken sprangen über.

„Leute, wisst ihr, was wir hier gerade machen?“, fragte Busta in die gespannte Stille hinein.

Andreas sah das Gesicht des Richters wieder vor sich, doch er wollte verdammt noch mal heute Nacht seinen Spaß haben.

„Wir drehen nur eine Runde und stellen ihn wieder zurück!“, sagte Andreas. Er spürte nicht, wie ernst die Situation eigentlich war, spürte nicht, wie viel für ihn auf dem Spiel stand. Das Einzige, was er spürte, war die Lust nach einem Abenteuer. Und das hier war eins. Seine drei Freunde waren plötzlich nicht mehr ganz so sicher, ob das eine gute Idee war.

„Nur ’ne kleine Runde!“, wiederholte Andreas. Busta lehnte sich zurück.

„Ich bin dabei!“ Pocket und TJ nickten, und so rieb TJ die Kabelenden wieder aneinander, bis der Wagen endlich ansprang. So als hätten sie gar nicht damit gerechnet, dass das passieren würde, sahen sie sich jetzt nach allen Seiten um, ob jemand sie gesehen hatte, ob noch jemand auf der Straße unterwegs war oder ob zufällig ein Streifenwagen in der Nähe war. Aber sie waren allein. Nur auf der anderen Seite des Ufers brannten zwei Lichter hinter gardinenverhangenen Fenstern.

„Drück drauf!“, sagte Andreas, und TJ fuhr los. Ungläubig blickten die Jungen auf die Straße und fingen an, laut zu jubeln. TJ fuhr links über die Brücke und dann in entgegengesetzter Richtung auf dem Kiehlufer am Kanal entlang. Das Jubeln ebbte erst kurz vor der Elsenstraße wieder ab.

„Fahr rechts!“, sagte Andreas, und TJ folgte seiner Anweisung. Der Polo bog in die Elsenstraße Richtung Treptower Park ein. Nach ein paar

hundert Metern rollten sie auf eine große Kreuzung zu, und TJ wurde unsicher.

„Wo soll ich hin? Soll ich umdrehen, oder was?“

„Fahr weiter! Eine Runde um den Park!“, sagte Busta von hinten.

„Oh, Scheiße!“, sagte Pocket ängstlich und aufgeregt.

Doch jetzt gab es kein Zurück mehr. Sie fuhren auf der dreispurigen Straße, die als Einbahnstraße einmal um den Treptower Park herumführte. TJ nahm die ganz linke Spur.

„Das ist das Coolste, was wir je gemacht haben!“, sagte Andreas. Jeder von ihnen musste grinsen. Die dichten Bäume des Parks flogen an ihnen vorüber. Andreas kurbelte sein Fenster herunter, um die Nachtluft zu genießen.

„Die Bullen!“, rief Pocket plötzlich.

„Was!?“ TJ blickte hektisch in den Rückspiegel.

„Neben uns! Sie sind fast neben uns!“, rief Pocket panisch. Aus dem Augenwinkel konnte Andreas den Streifenwagen auf der Mittelspur ausmachen.

„Fahr hier rein!“, forderte er und deutete auf die Einfahrt eines Parkplatzes. TJ bremste abrupt und riss das Steuer herum. Unsanft holperten sie auf den Parkplatz, und der Streifenwagen überholte sie. Die Bremslichter leuchteten nicht auf, der Blinker ebenfalls nicht. Er wurde nicht langsamer, sondern fuhr einfach immer weiter. Sie hatten es geschafft. Die Polizisten hatten nichts bemerkt. Die Jungen ließen ihre Anspannung mit einem lauten Lachen heraus.

„Alter, war das knapp!“, sagte Pocket.

„Los, fahr weiter!“, befahl Andreas.

„Ja, ab nach Hause!“, stimmte Pocket zu. Er war immer noch so nervös, dass er auf seinem Sitz auf und ab wippte.

Als TJ wieder aufs Gaspedal trat, hörten sie plötzlich ein lautes kratzendes Geräusch am Heck des Autos. TJ hielt an, und die Jungen stiegen aus. Die notdürftig befestigte Stoßstange hatte sich gelöst und schleifte

auf dem Boden.

„Scheißkarre!“, sagte Busta und trat gegen den Kofferraum.

„Lassen wir das Ding hier stehen und hauen ab!“, meinte TJ.

Sie einigten sich mit ein paar Blicken und gingen in den Schutz der Bäume. Hier konnten sie ungesehen im Dunkel der Nacht wieder nach Hause gelangen. Doch Andreas blieb stehen.

„Was ist?“, fragte Pocket ängstlich, weil er dachte, Andreas hätte vielleicht etwas gehört oder gesehen.

„Bin gleich wieder da!“, sagte Andreas und lief noch mal zurück zum Wagen.

„Der Penner kann’s einfach nicht sein lassen!“, sagte Busta.

„AC, mach keinen Scheiß! Komm schon!“, rief Pocket leise.

Aber Andreas ließ sich nicht beirren. Mit einem Taschenmesser zerschnitt er das Sitzpolster auf der Fahrerseite, pulte den Inhalt heraus und goss ein bisschen Reinigungsbenzin darüber, das er in der Innentasche seiner Jacke verstaut hatte. Mit einem alten Plastikfeuerzeug zündete er den getränkten Schaum an. Es gab eine kleine Verpuffung, und schon brannte der Polsterstoff in einer gelben Flamme. Andreas zog sich zurück und warf die Tür wieder ins Schloss. Rauch füllte den Innenraum des Polos, und durch die grauen Schwaden hindurch konnte man das Feuer leuchten sehen.

„Komm jetzt endlich!“, zischte es aus dem Schatten der Bäume heraus.

„AC!“, rief Busta wütend.

„Moment noch!“, sagte Andreas und holte sein Handy heraus.

Das Feuer brannte immer wüster, und Rauch und Qualm drangen aus den Türritzen. Mit einem lauten Knall zerplatzte eine Scheibe, und alle erschraken. Jetzt leckte eine große Flammenzunge aus dem Fenster bis aufs Dach. Andreas schaltete sein Handy ein und fotografierte den brennenden Wagen.

„AC!! Komm jetzt, verdammt!!“, rief Busta.

„Scheiße, ich hau ab!“, jammerte Pocket, drehte sich um und stieß mit TJ zusammen. Der wollte auch nicht länger warten. Doch gerade als sie loslaufen wollten, sahen sie den Streifenwagen. Etwa zweihundert Meter entfernt fuhr er im Schritttempo durch den Park. Beide froren augenblicklich in ihrer Bewegung ein. Eigentlich wollten sie Busta und AC warnen, doch bevor sie einen Ton herausbrachten, beschleunigte der Polizeiwagen, und das Blaulicht sprang an. Sie mussten das Feuer entdeckt haben. Vielleicht war ihnen doch etwas an dem alten Polo aufgefallen, und sie waren von der anderen Seite her in den Park gefahren. TJ und Pocket liefen einfach los. Busta bemerkte, wie das Blaulicht gegen die Bäume geworfen wurde, und hörte die schnellen Schritte von TJ und Pocket.

„Die Bullen!“, rief er und rannte an Andreas vorbei über die Straße in das gegenüberliegende Wohnviertel. Andreas fuhr herum und sah die beiden Lichter und das rotierende Blaulicht direkt auf sich zukommen. Er sprintete los, lief bis zum Ende des Parkplatzes, blickte sich um und sah, wie der Streifenwagen auf den Parkplatz gefahren kam. Er schlug einen Haken, verschwand nach rechts in die Bäume und lief auf dem Parkweg Richtung S-Bahn-Station. Seine Beine schienen immer schwächer zu werden, sein Atem ging japsend, und der nächtliche Park hüpfte vor seinen Augen auf und ab, so dass er alles nur noch verschwommen wahrnehmen konnte. Und er fühlte sich so langsam, so verdammt langsam, als ziehe er ein schweres Gewicht hinter sich her. Dann hörte er das Quietschen von Reifen auf dem Asphalt hinter sich. Die Polizei war zurück in den Park gefahren und verfolgte ihn nun. Andreas wurde von ihrem Lichtkegel erfasst und konnte seinen doppelten Schatten vor sich auf dem Boden laufen sehen. Hier auf dem asphaltierten Weg hätten sie ihn in wenigen Sekunden erreicht. Also schlug er wieder einen Haken nach rechts und lief durch Gestrüpp hindurch auf die große Wiese inmitten des Parks zu. Im Augenwinkel konnte er erkennen, dass auch die Polizei fünfzig Meter neben ihm auf die Wiese fuhr. Äste und Zweige schlugen ihm ins Gesicht. Und dann war er endlich auf der Wiese. Er bog sofort nach links und

hörte, wie der Motor des Wagens aufheulte, als die Polizisten beschleunigten. Doch auf dem feuchten Rasen drehten die Räder durch, und der Wagen kam ins Schlingern. Andreas lief auf das Ende der Wiese zu. Seine Lungen brannten. Wieder musste er durchs Unterholz laufen. Zum Schutz hob er seine Arme vors Gesicht und stolperte blind vorwärts. Die Bäume standen hier so dicht, dass der Streifenwagen ihm nicht folgen konnte. Er musste außen herumfahren und schlingerte wieder über den Rasen. Andreas hatte es schon bis auf den Weg geschafft, und im Dunkeln konnte er eine S-Bahn erkennen, die sich wie eine leuchtende Schlange von links her dem S-Bahnhof näherte. Das war seine Rettung. Er musste die Bahn erreichen, sonst war alles vorbei. Er versuchte, sich noch schneller zu bewegen. Seine Augen waren weit aufgerissen und fixierten nur noch die S-Bahn, die jetzt in den Bahnhof einfuhr und abbremste. Rechts holperte der Streifenwagen auf den Weg. Andreas hatte den Aufgang schon fast erreicht. Jetzt sprang er die Stufen hinauf und hechtete förmlich in die stehende S-Bahn. Unsanft landete er auf dem Boden und stieß mit dem Kopf gegen die andere Tür. Er konnte noch hören, wie unten die Reifen quietschten und die Türen aufgestoßen wurden, als sich mit einem Zischen die Tür schloss und der Wagen anfuhr. Erschöpft sank Andreas auf den Boden und atmete so schwer, dass sein Körper sich wie durch Krämpfe immer wieder zusammenkrümmte. Zwei andere Jugendliche saßen als Einzige in dem Abteil und starrten ihn an, wie ein exotisches Tier, das sich in die Bahn verirrt hatte.

Schon an der nächsten Haltestelle stieg Andreas wieder aus und wechselte in eine S-Bahn, die in entgegengesetzter Richtung fuhr. Er ging dieses Risiko ein, weil er hoffte, dass die Polizei damit am wenigsten rechnen würde. Also passierte er den Treptower Park abermals und konnte das brennende Auto erkennen und den Streifenwagen. Zwei Löschwagen der Feuerwehr kamen mit lautem Sirenengeheul aus Richtung Kreuzberg und rasten über die Kreuzung. Andreas’ Herz schlug vor Aufregung so heftig, dass er nur noch ein pulsierendes Rauschen in seinen Ohren hörte. Wäh

rend er bis zur Station „Sonnenallee“ fuhr, überlegte er, ob er nicht die Fotos von dem Handy löschen sollte, falls er doch noch erwischt wurde. Aber er konnte sich nicht überwinden. Das waren die besten Fotos, die er je gemacht hatte.

3. Kapitel

Es war kurz nach drei, als Andreas nach Hause kam. Die Angst, dass die Polizei irgendwie auf ihn gekommen war und bereits oben in der Wohnung auf ihn wartete, ließ ihn nur vorsichtig durch den dunklen Eingangsflur schleichen. An der Tür zum Innenhof blickte er zunächst durch das kleine schmutzige Fenster, doch alle Lichter in der Wohnung waren gelöscht. Er schob die quietschende Tür auf und ging links in den Seitenflügel hoch in den ersten Stock. Als er die Wohnungstür aufschloss, schlug ihm der vertraute Geruch der Wohnung entgegen. Einerseits tat das gut, andererseits mochte er diesen Geruch nicht. Es roch irgendwie alt und schmutzig und auch ein bisschen klebrig. Im Flur sah er die zusammengeschnürten Abfallsäcke. Einige Rotweinflaschen schimmerten hindurch, und Andreas wusste, was das bedeutete. Sie hatte wieder getrunken. Wahrscheinlich seinetwegen. Weil er so eine große Enttäuschung war. Weil er ihr nur Sorgen bereitete. Und weil sie ihn heute aus der Strafanstalt hatte abholen müssen. Er hatte genau gewusst, dass sie nicht dort stehen und sich freuen würde. Sie würde weinen. Aus Scham und aus Verzweiflung. Und er hatte recht behalten. Wenn sie wenigstens nur ein bisschen gelächelt hätte.

Andreas schloss die Tür, ging in die Küche und blickte in den Kühlschrank. Abgesehen von einem Joghurt, der schon zwei Tage abgelaufen war, stand nichts darin, was er hätte essen können. Den Joghurt wollte er nicht anrühren. Mürrisch warf er die Kühlschranktür wieder zu. Dann fiel sein Blick auf den Herd, wo eine Pfanne mit gebratenen Schnitzeln stand. In einem Topf lagen geviertelte Kartoffeln. Er nahm sich eine und steckte sie sich in den Mund.

„Ich hatte Abendessen gekocht! Wo warst du?“, hörte er seine Mutter in der Dunkelheit sagen. Erschrocken sah er zur Tür. Sie knipste das Licht

in der Küche an, blieb aber im Türrahmen stehen.

„Ich war mit den Jungs unterwegs!“, sagte Andreas.

„Warum rufst du nicht an? Weißt du, wie spät es ist?“

„Hab’s vergessen!“

„So, vergessen! Ich hab gekocht für dich! Ich warte hier seit fast acht Stunden auf dich!“ Andreas sah, dass seine Mutter vor Wut anfing zu zittern. Das tat sie immer, wenn sie sich stritten. Sie sah schlecht aus. Besonders jetzt im kalten Licht der Küchenlampe fiel Andreas auf, wie viele Falten sie bereits um die Augen herum hatte und um die Mundwinkel. Ihre Augenhöhlen waren ganz dunkel gefärbt, und ihre dünnen Lippen schienen blutleer.

„Du kochst doch sonst auch nicht, da brauchst du heute nicht damit anfangen!“, sagte Andreas, und er wusste, dass er mit dieser Bemerkung den Streit erst richtig entfachen würde. Er schob sich an seiner Mutter vorbei in den Flur.

„Du riechst nach Rauch! Andreas, hast du schon wieder was angezündet!? Du bist heute erst aus dem Knast gekommen, und alles geht weiter wie vorher!“

Andreas drehte sich um.

„Hier zu Hause hat sich ja auch nichts geändert!“

„Sei vorsichtig oder ich ...“ Andreas’ Mutter hob drohend ihre Hand. Auch sie zitterte.

„Mach doch! Schlag doch zu! Glaubst du, ich hab Angst?“ Ihre wütenden Blicke trafen sich wie Schwertklingen. Die Mutter ballte ihre Hand zu einer Faust und ließ sie in der Luft neben ihrer Hüfte niedersausen.

„Du machst alles kaputt! Du machst dich kaputt und mich auch!“, schrie sie ihn an. Tränen funkelten in ihren Augen.

„Du bist besoffen!“, sagte Andreas vorwurfsvoll.

„Rede nicht so mit mir!“, fuhr sie ihn an. Andreas drehte sich einfach um und stampfte in sein Zimmer. Seine Mutter eilte hinterher und bekam noch einen Fuß in die Tür, als er sie zuschlagen wollte.

„Aber damit ist jetzt Schluss! Du wirst nicht hierbleiben die Ferien über und mit deinen kriminellen Freunden rumhängen, sechs Wochen lang! Ich hab schon mit deinem Onkel Norbert telefoniert! Wir fahren morgen auf seinen Hof! Da wirst du lernen, was es heißt, zu arbeiten und zu gehorchen! Ich kann nicht mehr. Ich kann einfach nicht mehr! Du brauchst eine harte Hand, einen Mann! Ich als Frau kann das nicht mehr!“

„Hätt’st dir ja einen besseren Vater aussuchen können für mich!“

Verletzt sah seine Mutter Andreas ins Gesicht. Andreas musste sich abwenden, er konnte diesen Blick nicht ertragen.

„Wir fahren morgen um 9 Uhr 35 mit der Bahn! Und du wirst mitkommen!“

„Tu ich nicht!“

„Dann ruf ich bei der Polizei an! Glaub mir, du bist schneller wieder im Knast, als du denken kannst!“

Andreas dachte sofort wieder an die Bilder auf seinem Handy. Seine Mutter zog die Tür zu und ließ ihn allein in seinem Zimmer. Er wusste, dass sie recht hatte, und das ärgerte ihn. Vielleicht war es nach dem, was heute Nacht passiert war, gar nicht schlecht, wenn er aus der Stadt verschwand. Aber nicht für die gesamten sechs Wochen. Das würde er nicht zulassen. Dafür würde er noch eine Lösung finden.

Andreas legte sich angezogen und mit Schuhen auf sein Bett. Bald würde die Sonne aufgehen, und er musste noch etwas schlafen. Aber der Streit hatte ihn zu sehr aufgewühlt, als dass er sofort hätte einschlafen können. Es tat gut, auch einfach nur in einem Bett zu liegen. In seinem Bett. Und nicht auf einer Pritsche im Knast. Er sah aus dem Fenster. Gitterstäbe gab es hier keine. Doch den Himmel konnte er aus seinem Fenster auch nicht sehen. Er blickte lediglich auf die Häuserfassade von gegenüber, die viel zu dicht an seinem Fenster stand. Er fühlte sich eingepfercht, und manchmal schien die Fassade näher zu kommen wie in einer Müllpresse. Dann musste er raus. Raus an die frische Luft.

Aus der Küche drangen dumpf die Geräusche in sein Zimmer, wie sei

ne Mutter das Essen wegwarf. Er hörte eine Gabel über die Innenseite der Pfanne kratzen und das Zuschlagen des Mülleimers. Dann warf seine Mutter Pfanne und Topf in die Spüle. Es krachte blechern, und das Wasser wurde angestellt. Das Schluchzen seiner Mutter konnte er auch hören. Andreas hielt sich die Ohren zu und schloss die Augen. Er wollte, dass das alles ein Ende hatte, dass sich irgendwas änderte. Einfach nur irgendwas. Was, war ihm egal.

4. Kapitel

Um halb neun verließen er und seine Mutter das Haus. Er hatte ein paar Klamotten in seiner Sporttasche verstaut, die er missmutig über seiner Schulter trug. Als sie auf die Straße traten, blickte Andreas sofort nach rechts, an die Stelle, an der der Polo gestern Nacht gestanden hatte. Er musste grinsen. Seine Mutter bog gleich nach links ab, und er folgte ihr mit ein paar Metern Abstand und tat so, als würde er nicht zu ihr gehören. Auf keinen Fall wollte er wie ein kleines Kind neben seiner Mutter herlaufen.

Drüben am Kanalufer lagen zerfetzte blaue Abfallsäcke, in denen sich raschelnd etwas bewegte. Es waren die Ratten, die jetzt im Sommer aus dem Kanal gekrochen kamen und alles anfraßen, was sie nur finden konnten. Um den nach Bier stinkenden Altglasbehälter summten die Wespen, und irgendwo auf der anderen Seite des Ufers hatten sich zwei Hunde ineinander verbissen. Ihre Besitzer schrien zwischen das Bellen und Keifen der verdammten Köter. Sollen sie sich doch totbeißen, dachte Andreas.

Am Hauptbahnhof stiegen sie von der S-Bahn in einen Regionalexpress um. Bis hierhin hatten sie kein Wort miteinander gewechselt. Und auch jetzt hatte Andreas nicht vor, das zu ändern. In einem leeren Abteil setzte er sich gleich ans Fenster und warf seine Tasche auf den gegen-überliegenden Sitz. Seine Haltung machte deutlich, dass er nicht wollte, dass seine Mutter neben ihm Platz nahm, und so setzte sie sich auf den mittleren Sitz neben seine Tasche. Von außen sahen sie aus wie Fremde, doch in dem Abteil selbst spürte man förmlich die Spannung zwischen den beiden, die wie ein Gewitter darauf wartete, sich bei dem geringsten Anlass zu entladen.

Andreas dachte an Busta, TJ und Pocket, die wahrscheinlich alle noch in ihren Betten lagen. Er wusste nicht, wie er ihnen mitteilen sollte, wohin

er jetzt fuhr und warum. Es war ihm peinlich zuzugeben, dass seine Mutter ihn dazu gezwungen hatte. Damit hätte er seine Schwäche eingestanden, und wenn er eins nicht sein wollte, dann war es, schwach zu sein. Der Zug fuhr über die Jannowitzbrücke, und Andreas holte sein Handy heraus. Mit dem Kopf an die vibrierende Scheibe gelehnt, überlegte er, was er schreiben sollte. Kurz bevor sie in den Bahnhof „Alexanderplatz“ einfuhren, begann er zu tippen: „busta bin für ein paar tage raus aus berlin wegen der sache gestern. bullen hätten mich fast erwischt. melde mich. AC“