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Kevin, der in der Klasse gemobbt wird, beweist zufälligerweise eine mathematische Vermutung und darf, sehr zum Ärger seiner Klassenkameraden, ein Praktikum im Amt für Statistik absolvieren. Eine Gruppe Terroristen nimmt ihn als potentielle Schwachstelle wahr.
Als er seine erste Liebe erlebt und seine Mutter ermordet wird, bricht für ihn eine Welt zusammen.
Kann er mittels der von ihm entwickelten Algorithmen den Staat vor Schaden bewahren und die Verbrecher enttarnen?
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Veröffentlichungsjahr: 2023
Stefan Lochner
Der finale Algorithmus
Roman
Copyright © by Authors/Bärenklau Exklusiv
Cover: © by Steve Meyer nach Motiven, 2023
Korrektorat: Antje Ippensen
Verlag: Bärenklau Exklusiv. Jörg Martin Munsonius (Verleger), Koalabärweg 2, 16727 Bärenklau. Kerstin Peschel (Verlegerin), Am Wald 67, 14656 Brieselang
Alle Rechte vorbehalten
Inhaltsverzeichnis
Impressum
Das Buch
Der finale Algorithmus
1. Kapitel
2. Kapitel
3. Kapitel
4. Kapitel
5. Kapitel
6. Kapitel
7. Kapitel
8. Kapitel
9. Kapitel
10. Kapitel
11. Kapitel
12. Kapitel
13. Kapitel
14. Kapitel
15. Kapitel
16. Kapitel
17. Kapitel
18. Kapitel
19. Kapitel
20. Kapitel
Von Stefan Lochner sind folgende Titel bereits erhältlich oder befinden sich in Vorbereitung:
Kevin, der in der Klasse gemobbt wird, beweist zufälligerweise eine mathematische Vermutung und darf, sehr zum Ärger seiner Klassenkameraden, ein Praktikum im Amt für Statistik absolvieren. Eine Gruppe Terroristen nimmt ihn als potentielle Schwachstelle wahr.
Als er seine erste Liebe erlebt und seine Mutter ermordet wird, bricht für ihn eine Welt zusammen.
Kann er mittels der von ihm entwickelten Algorithmen den Staat vor Schaden bewahren und die Verbrecher enttarnen?
***
»Seht mal, wie majestätisch sich unser künstlicher Mond auf der idealen Umlaufbahn um seinen Planeten bewegt.«
Jutta, die Studienrätin, die immer noch nicht durch eine Androidin ersetzt worden war, strahlte mit den Doppelsonnen um die Wette. Ihre Schüler jedoch blickten gelangweilt, dieser montägliche Sermon ging ihnen schon lange auf den Geist. Viel lieber würden sie wieder in die virtuelle Welt abtauchen, dort romantische Abenteuer erleben oder als Helden das Universum retten. Wen interessierte schon Astrophysik? Das brauchte doch kein Mensch, außer ein paar nerdigen Wissenschaftlern, die Theorien aufstellten, die sowieso kein normaler Bürger verstehen konnte. So etwas lockte als Schulfach nicht einmal einen Androiden aus dem Schrank hervor. Der riesige Bildschirm zeigte den künstlichen Mond in Großaufnahme, wie er um den rosa Planeten kreiste, der schon lange nicht mehr bewohnt wurde.
Rüdiger, der Größte in der Klasse, drehte sich mit einem genervten Gesichtsausdruck zu seinem Nebensitzer: »Warum müssen wir überhaupt jeden Montag und Donnerstag in die Schule kommen? So einen Schwachsinn hat man vor fünfzig Jahren gemacht. Heute haben wir doch alle daheim eine bessere Verbindung und der standardisierte Unterrichtsstoff übertrifft die Qualität der meisten Lehrkräfte beträchtlich. Allein die Fahrzeiten sind pure Verschwendung.«
Die Lehrerin hatte das mitgehört und streckte den Rücken durch, denn es ging gegen ihre Ehre. Alt sah sie aus, dachte Kevin, der einsam in der letzten Reihe saß und froh über jedes Fach war, das nicht ideologisch vollgepumpt war wie die Junkies am Rande der Städte. Als hätte sie die Kritik angespornt, setzte Jutta ihren Lehrerinnentonfall auf, den kein Schüler jemals leiden konnte. »Zu eurer Information, warum wir auch heute noch Unterricht in dieser Form pflegen: Wissenschaftler haben festgestellt, dass nur im Präsenzunterricht die sozialen Kompetenzen der Schüler ausgebaut werden können. Wie anders kann man denn den Umgang zwischen Menschen einüben als in einer kontrollierten vertrauten Umgebung? Sonst würdet ihr veröden.«
Die Schüler starrten an ihr vorbei, die Lehrerin konnte froh sein, dass sie nicht laut meuterten, wie es in den letzten Jahren öfters passiert war. Dabei blieb sie äußerlich ruhig, strich sich nur kurz durch die Haare, eine Geste, die deutlich zeigte, dass sie keine Androidin war. Ob diese besser geeignet waren, vermochte Kevin nicht zu sagen. Sicherlich jedoch souveräner.
»Dieses soziale Lernen funktioniert leider nicht alleine daheim. Zudem bestünde die Gefahr, dass da nur noch Bots sitzen, die irgendeiner programmiert hat, und ihr würdet die Zeit mit Spielen verplempern.«
Juttas Gesicht spiegelte die grauen Wände wider, als gehörte sie zum Inventar der Schule.
Rüdiger drehte sich zu Kevin, der schon darauf gewartet hatte, aber trotzdem zusammenzuckte. »Es gibt tatsächlich Schüler, bei denen das unbedingt notwendig ist! Die verkümmern geradezu daheim bei ihren Alten. Die häuslichen Beispiele stellen nur schlechte Vorbilder dar und so müssen sie doch einmal unter anständige Menschen, um nicht vollständig als Asoziale zu enden. Nicht nur, dass sie durch minderwertiges Erbgut befallen sind, die Umgebung verstärkt diesen negativen Effekt.«
Jetzt reichte es Kevin. Mehrmals am Tage musste er sich so etwas von seinen Klassenkameraden anhören. »Schnauze. Meine Mutter kümmert sich wenigstens um mich, im Gegensatz zu deinem Vater! Der treibt sich doch jeden Abend in irgendwelchen Vergnügungsorten herum und wirft das Geld zum Fenster heraus. Die lassen uns Steuerzahler täglich bluten!«
Rüdigers Kopf lief rot an, kurz darauf beruhigte er sich und grinste breit. »Woher willst du das wissen? Ach so. Deine Erzeugerin arbeitet ja auf der anderen Seite! Als billige …«
»Was sagt eigentlich deine Mutter dazu, dass sich dein Vater woanders austobt? Ist sie darüber nicht aufgebracht, oder hat sie sich schon längst einen Androiden zugelegt, der ihre Einsamkeit kompensiert? Die sollen ja inzwischen besser als Menschen sein.«
Jetzt, da es auf einmal schien, als bekäme Kevin Oberwasser, schritt die Lehrerin ein. »Ruhe bitte! Du kannst doch Rüdiger nicht so beleidigen. Entschuldige dich bitte bei ihm.« Jutta fuhr sich nervös durch die kurzen Haarstoppeln, Kevin atmete tief durch. »Wenn er meine Mutter nicht heruntermacht, lasse ich auch ihn in Ruhe! Das weiß er genau. Deswegen: Nein!«
Zum Glück hatte sie diese unangenehme Diskussion abgeschnitten, dachte Kevin, bei der Rüdiger wieder mal die Ehre seiner Mutter in den Schmutz gezogen hatte und in keiner weiteren Replik angreifen konnte. Jutta öffnete den Mund, aber als Christine schrill kicherte, schloss sie ihn wieder, ohne Kevin zurechtzuweisen.
Laut Lehrplan stand nach Astrophysik jetzt Staatskunde an, für die meisten Klassenkameraden ein Graus, denn es war doch nur eine einzige Lobhudelei über die Entwicklung den Bau des künstlichen Mondes, der nun ihre Heimat darstellte. Für die Regierung, die Herrschenden und die nahezu unendlich vielen Beamten war es natürlich ideale Staat. Diejenigen, die nicht in der Verwaltung tätig waren und seit Jahren in Konkurrenz zu den Tausenden von Androiden standen, bedeutete dies oft einen Zehnstundentag und oft auch eine Sechstageswoche. Deren Kinder gingen nur in Ausnahmefällen in die höheren Schulen, ihnen blieben nur die Ausbildungsplätze, die ihnen Jobs in höheren Positionen verwehrten. Den Kindern stand auch später das harte Malochen bevor.
In den letzten Jahren musste mit den natürlichen Ressourcen sorgsamer umgegangen werden und das schmerzte besonders die Geringverdiener. Wie zu allen Zeiten. Natürlich gehörte Rüdigers Familie zu denen, die in einzelnen Häuschen wohnen durften und nicht in den Wohnmaschinen, die hauptsächlich den Grundbedürfnissen der Menschen angepasst waren, aber in ihrer Anonymität keine Heimatgefühle boten. Er war ja irgendein hohes Tier in der Verwaltung, der auf ärmere Menschen herabsah und sich für wertvoller hielt.
Ein kurzer, schriller Alarmton zeigte das Ende der Stunde an. Leider unterrichtete in Staatsbürgerkunde ebenfalls Jutta, die Kevin sichtlich nicht leiden konnte. Ganz offen bewunderte sie hingegen Männer wie Rüdigers Vater und behandelte dessen Sohn, als wäre dieser selbst in einer leitenden Position.
»Staatsbürgerkunde. Wie versprochen machen wir heute eine freie Stunde, die ihr mitgestalten könnt.«
Allgemeines Gähnen. Selbst Kevin konnte mit dieser Propaganda nichts anfangen. Es war ihm einfach nur peinlich, zudem musste er aufpassen, keine unerwünschten Antworten zu geben.
»Habt ihr Fragen oder Wünsche zu einem bestimmten Thema?«
Die Lehrerin blickte natürlich auf Kevin, der vergeblich versuchte, sich klein zu machen, ihre Blicke durchbohrten ihn geradezu. Kein Schüler mochte es, einen Beitrag leisten zu müssen. Das konnte nur schiefgehen, vor allem in Staatsbürgerkunde. Entweder fanden die Klassenkameraden ein Thema peinlich. Oder die Studienrätin. Beides war gleichermaßen fatal. Aber genau deswegen musste Kevin ran, wie so oft, wenn es im Unterricht unangenehm wurde. »Sie wollten doch kürzlich über die Aufständischen sprechen.«
Gelächter. Melanie mit den leuchtend roten Haaren und dem immer gleichen blauen Kleid, das immer ein Stück zu tief ausgeschnitten war, verdrehte die falschen grünen Augen, als habe er etwas Ehrenrühriges gesagt. »Du willst dich sicher denen anschließen, Kevin. Frag doch gleich, wo die ihre niederen Chargen rekrutieren. Vielleicht hat Jutta sogar die Adresse der Anwerbestelle. Aber wahrscheinlich kannst du nicht einmal das und die würden so einen ablehnen.«
Rüdiger tat verständnisvoll und sprach betont langsam, nicht, ohne dabei Kevin anzusehen. »Schau mal, Meli, wenn man bei den Asozialen haust, ist solches Verhalten normal. Die kennen nichts anderes, dieses faule und verdorbene Pack, das auf unsere Kosten sich durchfrisst. Fahr doch einmal nach diesem Mohlzahn oder gar Dürrenberg, den schlimmsten Slums in diesem Teil des Mondes. In den riesigen Häusern herrscht die Mafia, Polizisten trauen sich da schon lange nicht mehr hin. Und dorthin fließen alle unsere Steuergelder, um die Penner und deren kaputte Gören durchzufüttern.«
Wladi nickte zustimmend und griff Melanies Hand. Die Rothaarige strahle ihn an. Ohne auf die Lehrerin zu achten, sprach er mit fester Stimme: »Zum Glück wohnen wir nicht in diesen gewaltigen Wohnblöcken. Da sind Mord und Totschlag an der Tagesordnung. Schutzgelderpressung, Prostitution und Raubmorde passieren stündlich. Es ist zudem eine Falle, niemand, der dort geboren ist, kann dem entfliehen. Einmal asozial, immer asozial.«
»Ist das wirklich so schlimm, Wladi?« Der nickte bekräftigend, fügte mit sanfter Stimme hinzu: »Ach ja, Meli, kommst du mich heute Nachmittag besuchen? Der neue Salzwasserpool wurde gestern erst installiert. Das fühlt sich an wie das berühmte Rote Meer auf Terra. Du schwebst wie in der Schwerelosigkeit. Es ist fast noch schöner als die virtuelle Realität.«
Der Glückliche, dachte Kevin nach einem Blick auf die hübsche Melanie. Sein Klassenkamerad lebte in einer Villa, in der sich Fremde verlaufen konnten, wie er immer berichtete. Jede Form des Luxus konnten sich dessen Eltern leisten. Einen Swimmingpool besaßen höchstens zwei Prozent der Bevölkerung. Nicht nur der nötige Platz, auch der monatliche Unterhalt kostete mehr als seine Mutter im Monat heimbrachte. Und er musste froh sein, wenn er sich einmal pro Monat in die Badewanne legen durfte. Deswegen wollte sich mit Kevin kein Mädchen abgeben, wie sollte er mit einer winzigen Wohnung, die er gemeinsam mit seiner Mutter bewohnte, auch angeben? So ein Pool gewann dagegen haushoch, da mochte der Kerl noch so arrogant sein und sein Gesicht feist. Ganz ehrlich, Melanie hatte ja Recht, mit Wladi würde sie gesellschaftlich aufsteigen, musste sich keine Sorgen um die Zukunft machen. Für ihr Wohlergehen wurde gesorgt bis ans Ende ihrer Tage. Dafür brauchte sie nur eine willige Partie für Wladi zu sein und sich ordentlich zu benehmen. Und das, obwohl ihre Eltern gerade noch zur Mittelschicht gerechnet werden konnten. Dafür war Melanie durchaus vorzeigbar. So war es hier seit vielen Jahren. Und würde es auch weiterhin in den nächsten Jahren so Usus sein.
Die Lehrerin rügte die beiden natürlich nicht, hob nur die Stimme, um von den Schülern besser verstanden zu werden. »Bitte Ruhe, meine Lieben. Ach ja. Jetzt erinnere ich mich, Kevin. Du hast Recht. Ausnahmsweise. Also nun zu den Aufständen. Wann aus den ersten kritischen Stimmen, die es in unserem Staat gab, tatsächlich Terroristen wurden, weiß heute kaum jemand mehr zu sagen. Harmlos fing es an, meiner Erinnerung nach, schwierige soziale Zustände wurden angeklagt, durchaus bestehende Ungerechtigkeiten angeprangert. Dafür gab es bei den ärmeren Schichten naturgemäß viele Unterstützer.«
Den meisten Schülern schliefen beinahe die Gesichtszüge ein, Jutta achtete nicht auf sie, Kevin erkannte, dass sie das aufregte.
»Die damalige Regierung verkannte das Konfliktpotential und kümmerte sich zu spät um echte Reformen. So richtete sich bald schon die blanke Wut der Rebellen auf Behörden und im Jahre 168 unserer Zeitrechnung kulminierte sie in einem gewaltigen Anschlag, der unseren Planeten nachhaltig veränderte.«
Sie machte eine lange Pause, nickte Kevin zu, der als einziger aufmerksam schien.
»Damals gab es einen veritablen Versorgungsengpass«, erinnerte er sich, seine Mutter hatte ihm darüber berichtet. Gerade die ärmeren Schichten litten gewaltig darunter, während die Reichen kaum Einschränkungen hinnehmen mussten. Hunger und Not breiteten sich aus wie eine Seuche auf dem Mond.
»Das ist noch wirklich untertrieben, wenn man den offiziellen Berichten glaubt. Die Stromversorgung unseres künstlichen Mondes brach zusammen, in der Folge kam es zu Hungersnöten mit vielen Toten. Kurzschlüsse und Brände waren an der Tagesordnung. Technische Werke explodierten; nachdem zwei Komplexe der chemischen Industrie in Flammen aufgingen, wurden mehrere Verwaltungseinheiten nahezu unbewohnbar.«
»Und Kevins Vater war garantiert daran beteiligt«, ließ sich Rüdiger vernehmen, der seine Blicke dabei nicht von Christine wandte. »Das weiß doch jeder, der sich mit Staatsgeschichte befasst. Deswegen verheimlicht er ihn auch so vehement.«
»Du lügst!« Kevin war außer sich, obwohl er nicht sicher war, ob sein Klassenkamerad nicht doch Recht hatte. Vielleicht erzählte seine Mutter deswegen ihm nichts über seinen Erzeuger. Das war daheim ein Tabu. Das einzige eigentlich, außer ihrer Arbeit, aber vielleicht war doch etwas dran. Jutta fuhr fort. »Danach wurde unser Mond von Grund auf neu konzeptioniert. Unabhängige Einheiten mussten geschaffen werden, die autark existieren können. Die starke Zentralisierung war der Grund für mancherlei Probleme und Schwerfälligkeiten, die tatsächlich vermeidbar waren.«
»Beim Aufbau haben sich einige wenige Menschen sehr viel Geld in die Taschen gewirtschaftet.« Kevin war sich sicher, dass aus dieser Zeit die Ungleichheit stammte, unter der auch er zu leiden hatte. Natürlich antwortete Rüdiger nicht auf diese Spitze, sein Vater arbeitete zu der Zeit im Metallgewerbe und kam so zu seinem Reichtum, falls Rüdiger nicht gelogen oder nicht die ganze Wahrheit erzählt hatte, aber schon das reichte aus, um ihm die Ungewissheit zu verdeutlichen.
»Gleichzeitig wurden neue Ämter gegründet, um die Überwachung zu verbessern. Trotzdem konnte man der Rebellengruppen, die auch in den letzten Jahren immer mehr Zulauf bekamen, noch nicht vollständig Herr werden. Die Regierung vermutet, dass sie mit Tarnexistenzen arbeiten und Verbindungen in die höchsten Kreise unterhalten. Nur so können sie sich immer wieder dem Zugriff der Polizei entziehen.«
Nun grinste Kevin, Christine blickte so richtig beleidigt, sie hatte ihn wohl richtig verstanden. »Du meinst doch nicht etwa, dass unsere Eltern zu denen gehören, die sich bereichert haben?«
Jutta sprach sehr rasch weiter, um damit jede Diskussion zu beenden. Sehr zum Leidwesen von Kevin, der grinsend Christines Bemerkung registriert hatte. Die Lehrerin räusperte sich vernehmlich. »Spekulationen helfen uns in der Geschichtswissenschaft nicht weiter. Wir alle können froh sein, dass sich der Status Quo wieder eingerichtet hat. Und wir alle in bescheidenem Wohlstand und Frieden leben dürfen.«
Kevin lachte dreckig. »Von wegen bescheiden, Wladis Eltern suhlen sich geradezu im Luxus, andere arbeiten sich zu Tode.«
Nach diesem Kommentar verließ Jutta dies kritische Thema, bewegte sich wieder auf dem sicheren Boden, indem sie über die Versorgungseinrichtungen dozierte, die tatsächlich im bewohnten Universum einzigartig waren und im Großen und Ganzen perfekt funktionierten. Unter den gleichförmigen Lobhudeleien verging der Rest der Stunde ohne Zwischenfälle. Kevin döste wie auch seine Klassenkameraden vor sich hin, bewunderte insgeheim die hübschen Mädchen, mit denen er nie zusammen sein würde.
In der Pause passte Rüdiger, der mindestens einen Kopf größer war, Kevin ab. »Hallo Hurensöhnchen. Vielleicht gehe ich auch mal zu deiner Mutter. Die soll sich aber anstrengen, das kannst du ihr sagen.
