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Meine Cartoons aus 30 Jahren Münchner Schiene, nebst allerlei Artikeln aus diesen Zeitschriften.
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Seitenzahl: 57
Veröffentlichungsjahr: 2020
Arme Kinder - reiche Rentner
Leben heute: Suchten
Arzte und Vertrauen
Warum so langsam nach Berlin?
Über die Faulheit
Keine Aussicht mehr in Ulm
Die Anbetung der Kleinen
Mehr Spesen!
Alt werden - totgeschwiegene ProblemeEine Streitschrift
Der Lokführer lebt nicht vom Gehalt allein.
Fakes, Glauben und Wissen – ein Essay
Eine unglaubliche Zahl
Die Beamtenhierarchie
Die Glotzeritis
Heldentum und Hass
Solidarität, Leute!
Macht Lokführer bald keine Freude mehr?
Die Anbetung der Kleinen
Meinungsbildung und Manipulation
Wenn es kracht
Über die Faulheit
Traumberuf - Ist Lokführer ein schöner Beruf?
Was hat man nicht alles so gemacht in einem langen Leben?
Als einst die Gewerkschaftsversammlungen unserer Lokführer immer weniger besucht wurden, (weil die Fahrdienstler ihre Freizeit lieber anderswo verbringen wollten) beschlossen wir, in München ein Infoblatt herauszugeben, um auf diesem Weg Informationen zu den Kollegen zu bringen. Das war der Start der „Münchner Schiene“.
Zum Beispiel war uns wichtig, das was unsere Personalräte erreicht hatten auch an unsere Mitglieder weiter zu geben. Nach dem Motto: Wenn Moses nicht zum Berg kommt, muß der Berg eben zu Moses kommen. Und der Fonsä sollte so eine Art Identikationsfigur für unsere Leser sein, der zu aktuellen Problemen und Ereignissen seinen Senf dazu gibt. Diese kleine Karikatur zu schaffen sollte am Ende dreißig Jahre lang mein Job bleiben.
Dies war unsere erste Ausgabe, noch von Hand geklebt und auf dem Kopierer unserer Gewerkschaft mühsam vervielfältigt.
Hier ging es um ein neues Farbkonzept das unsere neuen Manager eingeführt hatten.
Nicht alle Kollegen fanden das toll.
Ein anständiges Gehalt bekam der Lokführer ja erst nach vielen langen Dienstjahren. Die Beörderung zum Ober-oder Hauptlokführer erreichte man erst im fortgeschrittenen Alter.
Bei der Bundeswehr hingegen hatte man per Sondergesetz schnellere Beförderung geschaffen.
Ja, Bua, des is der neie Magnetzug, ohne Räder, der über dem Gleis schwebt.
Der aber wahrscheinli niemals kommt.
Die enormen Einkommensunterschiede zwischen einem jungen Anfänger und einem altgedienten Hauptlokführer waren meiner Ansicht nach sehr ungerecht. Weil die jungen Kollegen ja oft die gleiche Arbeit machen mußten wie die Alten.
Als soeine Art Feuilleton Beitrag konnte ich dabei auch meine private Meinung zu aktuellen Themen unseren Lesern mitteilen. Einige dieser Artikel habe ich in Folgendem hier eingefügt. Wie man merken wird, ist so Manches meinem jugendlichen Sturm und Drang entsprungen. :-)
Es ist eine eigentlich eine Schande, dass in unserem reichen Land noch immer Kinder in Armut aufwachsen müssen, weil: „Unser Staat hat kein Geld". Wir sollten doch mal genauer schauen, wohin die Staatsknete fließt in diesem unseren Lande.
Es ist nämlich nur bedingt wahr, dass auch die Rentner am Hungertuch knabbern. Einem großen Teil von uns geht es gut, vielen sogar sehr gut. Wenn man die Statistiken anschaut, sind es besonders die Haushalte, in denen beide gearbeitet haben aber viele davon ihr Leben lang eigentlich nichts in unsere Rentenkassen einbezahlt haben. Dieser Personenkreis hat besonders in Ostdeutschland, aber nicht nur dort, erheblich mehr Geld zum Leben als die deutsche Durchschnittsfamilie mit Kindern. Können wir uns das noch leisten? Während viele allein erziehende Mütter in Pasewalk und Gera am Existenzminimum krebsen, kutschieren wohlgenährte Renter ehmalige Spitzenfunktionäre fröhlich in ihren Nobelkarossen von Mallorca bis Spitzbergen spazieren. Das ist doch grotesk! Sie haben gewiss auch einbezahlt - aber nicht in unsere Rentenkassen!
Der eigentliche Gewinner der Einheit ist die SED Nomenklatura, die Verlierer sind die kleinen Leute.
Wenn eine Gesellschaft so wenig für ihren Nachwuchs übrig hat, andererseits aber nicht arbeitende Bürger alimentiert, denen man zur Schaffung „blühender Landschaften" euphorisch Milliarden-Wahlgeschenke machte, sehe ich schwarz für die Zukunft.
Man muss diese Menschen deshalb nicht ebenfalls in die Armut treiben, aber, bevor man demnächst alle Alterseinkünfte mit dem Rasenmäher beschneidet, brauchte nur den Mut, fürstliche Doppelrenten etwas zu kappen und dafür das Kindergeld zu verdoppeln, dann hätte der Finanzminister wieder Spielraum. - Und Nachwuchs gäbe es auch wieder mehr ©
Ich meine, hier stecken noch Einspar-Potentiale. Da könnte Frau Merkel mal zeigen, wie mutig sie Probleme angeht. Denn dieses Land ist ja nicht arm. Es lässt nur zu viele Milliarden in falsche Kanäle fließen.
...neuer Chef möcht noch mehr Leute einsparen, Alfonso!
Ich sags dir Paolo, der Mo hat Humor!
Humor?
Ja, weil er a gesagt hat, seine Leut kommen immer ausgeschlafen zum Dienst.
Es gibt ja vielerlei Suchten heutzutage. Die be kannteste ist sicher die Alkohol- oder Sauf-Sucht - aber beileibe nicht die einzige. Viel besprochen und gefürchtet sind die Drogen-Suchten, aber auch die Tabak- und nicht zuletzt die Freß-Sucht. Ferner kennen wie die Arbeitssucht, die Tabletten-, die Fernsehsucht. Und gemeinhin ist es sicher nicht übertrieben, zu behaupten: Wenn du der einen oder anderen Sucht auch entkommst, einer fällt ein jeder irgendwann zum Opfer.
Wenig bekannt ist da zum Beispiel die gemeine Lesesucht. Auf den ersten Blick unsichtbar, erkennt aber der Kundige leicht den davon befallenen Eisenbahner an bestimmten Symptomen. Es geht einer beispielsweise mit Dir am Bahnsteig entlang, unterhält steh ganz normal mit dir über den Dienstplan und den nächsten Ruhetag, aber sein Blick ist flackernd, unstet.
Ständig schielt er in den stehenden Zug, sein Blick irrt von Sitzbank zu Sitzbank, und plötzlich schießt der Kumpel unvermittelt in das Abteil und kommt freudestrahlend mit der neuesten - wir wollen nicht hoffen Bild - aber vielleicht mit einer FAZ, Süddeutschen, oder Stuttgarter Zeitung heraus.
Und dann in der Kantine antwortet er zwar immer noch auf deine Rede, aber mit der Hand blättert er schon so nebenher in dem Blättchen, bis es ihn dann nicht mehr hält und gar glücklich und erlöst in die Schlagzeilen versinkt. Diese Sucht befällt aber nicht nur den einfachen und mittleren Dienst, sondern, so scheint mir, mit Vorliebe auch die Akademiker. Im Wartezimmer etwa bemühst du dich um eine gehobene Gesprächskultur. Der Mann trägt seinen Teil dazu bei, aber seine Finger streichen wie absichtslos über die Hochglanzseiten des „Ambiente", des „Spiegel" oder „Arzt und Gesundheit".
Und man kann darauf warten – irgendwann erwischt es auch ihn bei einem Bericht Über die „Spätfolgen des Daumenlutschens" und er läßt dich allein und liest hemmungslos. Der Süchtige muß einfach Lesen. Irgendetwas. Wenn keine Zeitung oder Illustrierte greifbar ist, nimmt er auch einen Werbeprospekt, notfalls sogar eine Weisung oder das Amtsblatt her. (das ist bei dem dann aber schon Endstadium).
Du meinst, ich übertreibe? Bestimmt nicht! Ich weiß was ich sage, denn ich bin selbst ein Betroffener. Meint Rplf
Erschienen auch in der Stuttgater Doppeltraktion
Fons was is
denn, heut is
doch Samstag,
magst denn net?
Na, heit net, mir streiken!
Warten - Der Güterzugdienst bestand zum großen Teil aus Warten. Warten auf den Wagenmeister, warten auf das Ausfahrsignal. Verspätiungen gab es oft, und das bedeutete meistens auch späteren Feierabend.
