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Arbeitsmaterial zur Kultus-Frage Jeder Mensch ein Priester ?! Wohin wenden wir uns, wenn wir einen zeitgemäßen, spirituell vertieften, überkonfessionellen, freien christlichen Kultus für die Hoch- und Notzeiten des Lebens (Taufe, Trauung, Bestattung) suchen? Rudolf Steiner hat auch hier Antworten geben können. So ist heute ein anthroposophisch vertieftes, brüderliches, allgemein-christliches und kirchenunabhängiges, sakramentales Handeln möglich. Im Forum Kultus versuchen auch wir diesen Impuls zu erarbeiten und zu praktizieren, den Sie in diesem Kurzinfo skizziert finden. Siehe auch www.Forum-Kultus.de
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Seitenzahl: 109
Veröffentlichungsjahr: 2018
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Volker David Lambertz
FORUM FREIER CHRISTEN
forum kultus
Initiative für ein
freies,
anthroposophisch + sakramental vertieftes
Christ-Sein heute
KURZINFO
ARBEITSMATERIAL ZUR KULTUS-FRAGE
2017
WEGE ZUR FREIHEIT DES CHRISTENMENSCHEN
Dass es kein anderes Wort Gottes gibt als das,
was allen Christen zu verkündigen
aufgetragen ist;
dass es keine andere Taufe gibt als die,
die jedweder Christ vollziehen kann;
dass es kein anderes Gedächtnis
des Herrenmahls gibt als das,
bei dem jedweder Christ tun kann,
was Christus zu tun befohlen hat;
dass es keine andere Sünde gibt als die,
die jedweder Christ Lösen kann;
dass es kein anderes Opfer gibt,
als den Leib eines jedweden Christen;
dass niemand vorbeten kann,
allein der Christ für sich selbst;
dass niemand über die Lehre urteilen darf,
außer allein der Christ selbst.
Alle Christen
sind wahrhaftig geistlichen Stands,
und ist unter ihnen kein Unterschied,
denn des Amts halben allein. ...
Was aus der Taufe krochen ist,
das mag sich rühmen, dass es schon
Priester, Bischof und Papst geweihet sei,
obwohl es nicht jedem. ziemt,
dieses Amt auch auszuüben.
Martin, Luther (übersetzung - VDL)
Grünewald - Auferstehung
Wie überall eben
aus dem Lebendigen heraus
das Kultusartige
gesucht werden muss.
Rudolf Steiner
Man muss, sich nur im Klaren sein,
dass, man über dies, Thema nicht streiten kann,
sondern man muss lernen,
Wesensunterschiede zu unterscheiden.
Alle Kultformen
haben ihre Berechtigung und ihre Bedeutung;
und man kann daher jede, in der ihr gemäßen From
und dem ihr zukommenden Rahmen,
durchaus anerkennen.
Fred Poeppig
Liebe Leserinnen
Freiheit!
Warum Sakramente
ZUR FREIHEIT DES CHRISTENMENSCHEN
Kirche unnötig?
Anthroposophie als freilassendes Werkzeug
Mit welchen Handlungen?
Steinersche Antworten
Ein allgemein-priesterlicher Weg
Lebendiger Kultus
Berechtigung Weihe?
Zwei Strömungen
Exkurs: Probleme mit der Christengemeinschaft
Monopolanspruch
Freie christliche Initiativen
Christen-Gemeinschaft
Zur Verfügung stellen
Weiter
Fortsetzung in Form und Inhalt
Forum Kultus - Leitsterne
weitergehen
Anlage
Angaben zu den Sakramenten
Literaturhinweise
Infos
Adresse
Alle freie Religiosität,
die sich in, der Zukunft
innerhalb der Menschheit
entwickeln wird,
wird darauf beruhen,
dass in jedem Menschen
das Ebenbild der Gottheit
wirklich
in unmittelbarer Lebenspraxis,
nicht bloß in der Theorie,
anerkannt werde.
Dann, wird es keinen Religionszwan
geben können,
dann wird es keinen Religionszwang
zu geben brauchen,
denn dann wird die Begegnung
jedes Menschen
mit jedem Menschen
von vornherein
eine religiöse Handlung,
ein Sakrament sein,
und niemand wird
eine besondere Kirche,
die äußere Einrichtungen,
auf dem Physischen plan hat,
nötig haben,
das religiöse Leben
aufrecht zu erhalten.
Die Kirche kann,
wenn, sie sich richtig versteht,
nur die eine Absicht haben,
sich unnötig zu machen
auf dem physischen Plane,
indem, das ganze Leben
zum Ausdruck
des übersinnlichen
gemacht wird.
Rudolf Steiner, 9.10.1918
Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin Jch mitten unter ihnen!
Denn: Zott ist die Liebe.
und wer in der Liebe ist der ist in Gott und Gott in ihm.
Brauchen wir dennoch spezielle "Kirchen", Hierarchien, Dogmen als Vermittler zwischen uns und der Geistigen Welt?
Oder ist es - wenn wir es können - auch Christen-Pflicht, den Geschwistern sakramentalen Beistand zu spenden, individuell, oder in freiheitlich, autonom, geschwisterlich handelnde Christen-Gemeinschaften?
Aber, wohin wenden wir uns konkret, heute, und zwar als überkonfessionell, geschwisterlich suchende, freie Christen und vor allem als Anthroposophen, wenn wir auch die Hoch- und Notzeiten des Lebens - insbesondere Taufe, Trauung, Bestattung - allgemein-christlich, sakramental, individuell vertiefen und keine abgesonderte Kirche in Anspruch nehmen wollen?
Viele Wege führen zu IHM, dem Alles! Jedem seinen Weg!
Auf der Suche nach einem dementsprechenden, spirituell wirksamen Weg, findet sich der überkonfessionelle »freie christliche« Impuls Rudolf Steiners, der die Sakramente wieder geschwisterlich, allgemein (="laien"-) priesterlich und anthroposophisch vertieft aufgreift und in revolutionärer Weise priesterliches, sakramentales Handeln zukunftsgemäß verändert:
"Jeder Mensch (werde/ist) ein Priester!"
Diese kultushistorische Wende
wurzelt in der individuellen LIEBE-TAT + FREIHEIT, der »moralischen Intuition« eines »Ethischen Individualismus«, wie ihn Rudolf Steiner in der »Philosophie der Freiheit« beschreibt.
Keine Institution schreibt mir etwas vor, maßgeblich ist meine individuelle Beziehung zur geistigen Welt, sind meine / unsere Möglichkeiten und ist die Verantwortung und Not-wendigkeit tätig zu werden, aufgrund der Frage des Du, um auch sakramentalen Beistand zu spenden.
Und dementsprechend kann sich auch eine geschwisterliche, immer anders und neu konfigurierte, tätige Christen-Gemeinschaft bilden.
Die »freien christlichen« Sakramente - wie Rudolf Steiner sie erfasst hat, wie wir sie wieder und neu, zeitgemäß aufgreifen und »fortzusetzen« R.St.! suchen - sind ein »IMPULS«, der aus der Bewusstseinsseele individuell, aktuell, frei ergriffen werden muss, »aus dem Ernst der Zeit« R.St. ...
Dabei zeigt sich, dass "die Sakramente" keine auf alle Ewigkeiten und für alle Menschen gleiche und dogmatisch irreal starr bleibende Instrumente Gottes, sondern sich zeitgemäß, lebendig wandelnde »Zwischenstationen«, individuell hin zu Ihm sind.
Anthroposophie muss, will und wird die Welt befruchten!
Diese not-wendige Aufgabe ergreifen auch im Kultischen u.a. autonom - unabhängig von der Organisation »Anthroposophische Gesellschaft« (weil diese religiös/konfessionell neutral ist) -überkonfessionelle, kultisch engagierte Anthroposophen im »Forum Kultus« und stellen die Ergebnisse / Möglichkeiten jedem ehrlich Suchenden / Nachfragenden zur verantwortlichen und individuellen Handhabung - als »die heilende Arznei« -zur Verfügung bzw. antworten auf die Fragen des Du.
Relevant ist uns dabei nicht die Anerkennung durch bestimmte Persönlichkeiten oder Macht- / Besitzansprüche irgendeiner Institution und genauso wenig die Quantität der Mitwirkenden oder die Etablierung einer Organisation, sondern die spirituelle Qualität und Authentizität des jeweils frei, individuell, wahrhaftig, würdig, empathisch, sakramental wirksam Handelnden;
wohlwissend, dass im Sinne der Freiheit der Religionsausübung das hier Vorgebrachte keine Allgemeingültigkeit beansprucht! Deshalb arbeiten wir zwar autonom, aber auch ökumenisch mit allen Christen-Geschwistern und -Gemeinschaften zusammen und sind keine "Gegner" irgendeiner wahrhaftigen Kirche, auch nicht der »Christengemeinschaft« (!), denn: Jedem Seinen Weg!
Mit diesem die Thematik zusammenfassenden Kurz-Infobuch wollen wir - als kultisch Handelnde - Ihnen unsere (!) Perspektive auf und mit dem »spezifisch anthroposophischen«, allgemein("laien")-priesterlichen, kultisch-sakramentalen, »freien christlichen« Impuls Rudolf Steiners kurz vorstellen.
Es wendet sich insbesondere an die Freunde in der anthroposophischen Bewegung und setzt somit verschiedentlich Kenntnisse der Anthroposophie und von Interna der Anthroposophischen Gesellschaft voraus... Und weil die große Mehrheit der Anthroposophen auch Mitglied der Kirche »Die Christengemeinschaft« ist, muss hier auch immer wieder auf deren - uns und ein allgemeines ("Laien"-) Priester-Sein -ablehnende Doktrin eingegangen werden.
Für eine ausführlichere Information
fordern Sie das Infobuch
»Sakramente heute -
Der freie christliche Impuls Rudolf Steiners« an,s,S.91!
Bitte bedenken Sie auch, dass sich dieser Impuls noch am Ausbilden ist und sich immer lebendig weiterentwickelt ( »Fortsetzung in Inhalt und Form«! [R.St.] Denn »Wenn heute [ 1923! ] einer die Dinge in derselben Weise vertritt, mit der man sie 1919 vertreten hat, man da um Jahrhunderte zurückgeblieben ist.« [Rudolf Steiner, 31.12.1923] ); erkundigen Sie sich ggf (www.Forum-Kultus.de / Informationstexte), ob Sie die/eine aktuelle Darstellung zur Hand haben! (Im BoD-Verlag ist immer die neuste Version auf Lager!)
Es werden auch hier Fragen offen bleiben!: Fragen Sie nach!
Auf dem Weg ... brennenden Herzens ... denn Christ-Sein wird sich zukünftig immer mehr einer "allein selig machenden" Kirche ab- und den Geschwistern und damit IHM direkt, konkret, individuell und autonom und ggf. in freien, sozialen Christen-Gemeinschaften zuwenden;
auch wenn das noch Zukunft ist,
die aber heute gesät werden muss...!
Volker David Lambertz im FORUM KULTUS - Michaeli 2017
und Jesus trat zu inhen und sprach:
Nun ist mir
alle Schöpfermacht übergeben
im Himmel und auf der Erde.
Ziehet aus
und seid die Lehrer aller Völker
und tauft sie
im Namen und mit der Kraft
des Vaters,
des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
und lehret sie,
sich an die Geistesziele zu halten,
die ich euch gegeben habe.
und siehe,
Jch bin in eurer Mitte
alle Tage
bis zur Vollendung der Erdenzeit.
Matt. 28/18-20 ( übersetzung Emil Bock )
Doch will ich euch den weg weisen,
der höher als alle anderen ist: ...
Die Liebe
sei euer weg und euer Ziel.
1. Kor. 13 ( übersetzung Emil Bock )
Was uns von allen anderen Wesen unterscheidet, ist die Freiheit.
Die »Freiheit des Christenmenschen« war eine zentrale Errungenschaft Luthers, des Christentums.
Und heute?
Freiheit ist mehr als "Freiheit", nämlich die eigenverantwortliche Einordnung, aufgrund eigenen moralischem Empfindens, in das Wollen der geistigen Welt.
Im Ergreifen des »freien christlichen« Impulses Rudolf Steiners finden und haben wir hier seine Wurzeln.
Rudolf Steiner
(...eine freie Handlung:) »Zur Voraussetzung hat eine solche Handlung die Fähigkeit der moralischen Intuitionen. (9K/25A)
Der gerade Gegensatz dieses Sittlichkeitsprinzips ist das Kant'sche: Handle so, dass die Grundsätze deines Handelns für alle Menschen gelten können. Dieser Satz ist der Tod aller individuellen Antriebe des Handelns. Nicht wie alle Menschen handeln würden, kann für mich maßgebend sein, sondern was für mich in dem individuellen Falle zu tun ist. ... (9K/26A)
Die Menschen sind dem Intuitionsvermögen nach verschieden. Dem einen sprudeln die Ideen zu, der andere erwirbt sie sich mühselig. Die Situationen, in denen die Menschen leben und die den Schauplatz ihres Handelns abgeben, sind nicht weniger verschieden. Wie ein Mensch handelt, wird also abhängen von der Art, wie sein Intuitionsvermögen einer bestimmten Situation gegenüber wirkt. Die Summe der in uns wirksamen Ideen, den realen Inhalt unserer Intuitionen, macht das aus, was bei aller Allgemeinheit der Ideenwelt in jedem Menschen individuell geartet ist. Insofern dieser intuitive Inhalt auf das Handeln geht, ist er der Sittlichkeitsgehalt des Individuums. ..
Man kann diesen Standpunkt den ethischen Individualismus nennen.... (9K/28A)
Während ich handle, bewegt mich die Sittlichkeitsmaxime, insofern sie intuitiv in mir leben kann; sie ist verbunden mit der Liebe zu dem Objekt, das ich durch meine Handlung verwirklichen will. Ich frage keinen Menschen und auch keine Regel: Soll ich diese Handlung ausführen? - sondern ich führe sie aus, sobald ich die Idee davon gefasst habe. Nur dadurch ist sie meine Handlung. Wer nur handelt, weil er bestimmte sittliche Normen anerkennt, dessen Handlung ist das Ergebnis der in seinem Moralkodex stehenden Prinzipien. Er ist bloß der Vollstrecker. Er ist ein höherer Automat. .. Nur wenn ich meiner Liebe zu dem Objekt folge, dann bin ich es selbst, der handelt. Ich handle auf dieser Stufe der Sittlichkeit nicht, weil ich einen Herrn über mich anerkenne, nicht die äußere Autorität, nicht eine so genannte innere Stimme. Ich erkenne kein äußeres Prinzip meines Handelns an, weil ich in mir selbst den Grund des Handelns, die Liebe zur Handlung gefunden habe. .. ich vollziehe sie, weil ich sie liebe. Sie wird 'gut', wenn meine in Liebe getauchte Intuition in der rechten Art in dem intuitiv zu erlebenden Weltzusammenhang drinnensteht; 'böse', wenn das nicht der Fall ist. Ich frage mich auch nicht: Wie würde ein anderer Mensch in meinem Falle handeln? - sondern ich handle, wie ich, diese besondere Individualität, zu wollen mich veranlasst sehe. Nicht das allgemein Übliche, die allgemeine Sitte, eine allgemein-menschliche Maxime, eine sittliche Norm leitet mich in unmittelbarer Art, sondern meine Liebe zur Tat. Ich fühle keinen Zwang, nicht den Zwang der Natur, die mich bei meinen Trieben leitet, nicht den Zwang der sittlichen Gebote, sondern ich will einfach ausführen, was in mir liegt. ... (9K/30A)
Eine Handlung wird als eine freie empfunden, soweit deren Grund aus dem ideellen Teil meines individuellen Wesens hervorgeht; jeder andere Teil einer Handlung, gleichgültig, ob er aus dem Zwange der Natur oder aus der Nötigung einer sittlichen Norm vollzogen wird, wird als unfrei empfunden. (9K/33A)
Frei ist nur der Mensch, insofern er in jedem Augenblicke seines Lebens sich selbst zu folgen in der Lage ist. Eine sittliche Tat ist nur meine Tat, wenn sie in dieser Auffassung eine freie genannt werden kann. ... (9K/34A)
Die Handlung aus Freiheit schließt die sittlichen nicht etwa aus, sondern ein; sie erweist sich nur als höher stehend gegenüber derjenigen, die nur von diesen Gesetzen diktiert ist. Warum sollte meine Handlung denn weniger dem Gesamtwohl dienen, wenn ich sie aus Liebe getan habe, als dann, wenn ich sie nur aus dem Grunde vollbracht habe, weil dem Gesamtwohl zu dienen ich als Pflicht empfinde?.. Die Freiheit des Handelns ist nur denkbar vom Standpunkt des ethischen Individualismus aus. ... (9K/35A)
Leben in der Liebe zum Handeln und Lebenlassen im Verständnis des fremden, Wollens ist die Grundmaxime der freien Menschen. ..(9K/36A)
Es wird viele geben, die da sagen: Der Begriff des freien Menschen, den du da entwirfst, ist eine Schimäre, ist nirgends verwirklicht. .. Ich bezweifle das keineswegs. Nur ein Blinder könnte es. ... Aber mitten aus der Zwangsordnung heraus erheben sich die Menschen, die freien Geister, die sich selbst finden in dem Wust von Sitte, Gesetzeszwang, Religionsübung und so weiter. ... Wer von uns kann sagen, dass er in allen seinen Handlungen wirklich frei ist? Aber in jedem von uns wohnt eine tiefere Wesenheit, in der sich der freie Mensch ausspricht. (9K/38A) …
Was der freie Geist nötig hat, um seine Ideen zu verwirklichen, um sich durchzusetzen, ist also die moralische Fantasie. Sie ist die Quelle für das Handeln des freien Geistes. ... (12K/3A) ...
