Der Gebetstest - Manfred Hankel - E-Book

Der Gebetstest E-Book

Manfred Hankel

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Beschreibung

Kann das Gebet den Menschen in Not wirklich helfen? Und kann die Mutter Gottes ebenfalls den Menschen in Not helfen? Die alleinerziehende Mutter von 6 Kindern gerät zum Kriegsende immer mehr in Not. Da entschließt sich der 10-jährige Sohn Manfred zu einem Test, ob die Mutter Gottes tatsächlich helfen kann. Er fährt eines Tages mit dem Zug zum Wallfahrtsort Altötting und besucht dort jede Kirche. Dort betet er für die Beseitigung der Not seiner Mutter. Zum Schluss besucht er auch die Gnadenkapelle und bittet die Mutter Gottes um Mithilfe.

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Seitenzahl: 81

Veröffentlichungsjahr: 2015

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(Votivtafeln um die Gnadenkapelle in Altötting)

Dank und Bitte!

Inhaltsverzeichnis

Von Gott verlassen?

Kleine Sünden…….

Die Suche nach dem Hitler – Schatz

Problemkind Lothar

Der Sprungwettbewerb

Das Sorgenkind Gerhard

Die Angeldiebe

Das erste Lebenszeichen

Sorgenkind Peter

Der Gebetstest

Grußwort des Autors

In einem Buch habe ich ein

wunderschönes Gebet gefunden,

welches ich Dir gern auf Deinen

Lebensweg mitgeben möchte

Lieber Gott,

du kennst meinen Weg, den Weg

der hinter mir liegt und den, der vor

mir liegt.

Du begleitest mich jeden

Augenblick.

Du bist immer für mich da.

Weil Pu mich führst, kann ich

versuchen, mich selbst zu führen,

dass meine Augen und Ohren

unterscheiden lernen, dass meine

Hände anderen helfen lernen, dass

mein Denken das Richtige findet,

dass mein Herz das Richtige

entscheiden lernt.

Weil Du mich führst, lieber Gott,

will ich meinen Weg versuchen.

versuch diesen Weg immer zu gehen. Ich wünsche Dir von Herzen, dass es Dir gelingt.

Von Gott verlassen?

Immer dann, wenn irgendwo in der Welt etwas besonders Schlimmes passiert, dann macht man dem lieben Gott sofort schwere Vorwürfe. Dann heißt es:

„ Wie kann denn der liebe Gott so etwas zu lassen?“

Und wenn wir selbst große Sorgen haben, dann beten wir oft;

„ Siehst Du das denn nicht, was mit mir passiert ist? Wie kannst Du so etwas überhaupt zulassen?“

Viele Menschen wenden sich dann von ihm ab. Er hat sie – nach ihrer Meinung – bitter enttäuscht.

Wenn man aber die vielen Wallfahrtsorte besucht, dann findet man massenweise Tafeln und Schriften mit solchen Sätzen wie „Maria – hat geholfen!“ oder „Die Mutter Gottes hat mein Flehen erhört!“ usw.

Eigentlich ist eine solche Formulierung falsch. Denn nicht die Mutter Gottes kann helfen, sondern der liebende Gott selbst. Er hilft auf die Fürsprache der Mutter seines Sohnes.

Sie ist die Vermittlerin zu Gott und trägt unser Anliegen ihm bittend vor.

Das macht sie wirklich, wie ich es selbst als Kind erleben durfte:

Ich verbrachte meine Kindheit in der Nähe des bekannten Gnaden-Ortes Altötting. Wir wohnten in einem allein stehenden Haus auf dem Grundstück eines großen Bauernhofs.

Papa Heinrich war Direktor einer großen Fabrik, welche aber sehr weit weg war. Unser Haus hatte zwar eine schöne Lage, aber es hatte auch den Nachteil, dass weite Wege zurückgelegt werden mussten:

Eine Stunde zur Kirche, eine Stunde zur Schule, eine Stunde zum nächsten größeren Ort, eine Stunde zum nächsten Bahnhof.

Es war nur der besagte große Bauernhof in unmittelbarer Nähe, eine Gärtnerei und eine Villa welche dem Besitzer des Bauernhofs gehörte.

Das Haus war etwa zwölf Kilometer vom berühmten Wallfahrtsort entfernt. Da aber der Fluss die Alz den direkten Weg nach Altötting versperrte, mussten wir immer einen Umweg über Burgkirchen machen. Dadurch war die Entfernung zur Mutter Gottes in Altötting doppelt so weit.

Burgkirchen selbst hatte eine Bahnstation und wenn wir nach Altötting wollten, mussten wir erst eine Stunde zum Bahnhof laufen.

Von dort ging der Zug in die eine Richtung nach Burghausen und in die andere Richtung nach Altötting. Burgkirchen selbst war nur drei Bahnstationen von Altötting entfernt.

Meine Geschwister Hildegard, Gerhard, Lothar, Peter und ich durften dort herrliche Tage verbringen – mit Ausnahme der Schultage. An diesen Tagen mussten wir früh aus den Federn, um rechtzeitig zum Unterrichtsbeginn anwesend zu sein. Im Winter war alles allerdings nicht so toll, wenn die Wege verschneit und nicht geräumt waren, wie dies heutzutage üblich ist. Außerdem war es oft sehr, sehr kalt.

Mama Magdalena hatte es in dieser Zeit ganz besonders schwer. Denn ein Auto wie dies heute üblich ist gab es damals noch nicht und sie hatte große

Mühe den Haushalt und uns Kinder zu versorgen.

Es war die Zeit als in Deutschland noch Krieg war.

Vom Krieg selbst bekamen wir aber wenig zu spüren – dazu lag unser Haus zu weit abseits. Wenn im Radio nicht immer wieder die Rede vom Krieg war, dann hätten wir das überhaupt nicht mitbekommen. Allerdings hatten wir zwei Kriegsgefangene aus Polen als Hilfskräfte zur Verfügung gestellt bekommen. Und da gab es dann schon einige kleinere Probleme. So durften diese beiden Gefangenen eigentlich nicht am Familientisch sitzen. Doch daran haben sich unsere Eltern nie gehalten. Für sie waren diese beiden Polen fast wie Familienmitglieder mit der Ausnahme, dass sie nicht perfekt deutsch gesprochen haben.

Da Papa Heinrich – wie bereits erwähnt – eine leitende Stellung hatte, brauchte er auch nicht in den Krieg. Allerdings hatte er zwei entscheidende Fehler:

Er kümmerte sich nicht um die Interessen der damaligen Regierung und der zweite große Fehler brachte uns in riesige Schwierigkeiten.

Er war sehr, sehr fromm. Das bedeutete für uns Kinder, dass wir jeden Sonntag den weiten Weg zur Kirche gehen mussten und da gab es für ihn absolut keine Ausrede.

Ganz besonders schwierig war es für meinen Bruder Lothar, der zwei Jahre älter war als ich. Er war damals unheilbar krank und war sehr, sehr oft im Krankenhaus von Altötting. Doch immer, wenn es ihm etwas besser ging und er zu Hause war, setzte ihn Papa Heinrich aufs Motorrad und fuhr ihn am Sonntag zur hl. Messe in die weit entfernte Kirche.

Das gefiel weder dem zuständigen Bürgermeister noch einigen Beamten überhaupt nicht, denn zum damaligen Zeitpunkt gab es ein striktes Fahrverbot. Weil Krieg war, gab es jeden Sonntag ein Fahrverbot, um entsprechend Benzin zu sparen, welches für den Krieg benötigt wurde. Doch Papa Heinrich wollte sich daran nicht halten. Ihm war die Begegnung mit Gott wichtiger, als alle derartigen Verbote.

Diese Einstellung führte im Jahr 1943 eines Tages dazu, dass er zunächst mehrmals verwarnt wurde und als unser Vater sich immer wieder auch über diese Verwarnungen hinweg setzte bekam er eines Tages ein schlimme Nachricht.

Es war ein schrecklicher Tag. Papa Heinrich sollte dafür bestraft werden, dass ihm der liebe Gott wichtiger war, als alle irdischen Vorschriften! Unser Vater musste in den Krieg und gegen die Franzosen kämpfen.

Dies war verständlicherweise besonders für unsere Mutter ein riesiger Schock, musste sie nun allein für uns Kinder sorgen. Die Treue zu Gott wurde mit unmenschlicher Härte bestraft. Niemand von uns konnte das begreifen und verstehen. Auch hier war die Frage an Gott erlaubt:

“Ist das der Lohn für eine aufopfernde Treue zu Dir?“

Doch Gott gab keine Antwort. So verließ mein Vater seine Familie und zog in den Krieg.

Unter Tränen verabschiedete er sich von uns und als er unsere Mutter zum Abschied in die Arme nahm, bekam sie einen fürchterlichen Weinkrampf.

Kleine Sünden…….

Meine Geschwister und ich vermissten unseren Vater zunächst überhaupt nicht. Eigentlich war alles wie sonst auch.

Untertags ging er früh zu seiner Arbeit und kehrte spät abends nachhause zurück.

Nur am Sonntag fehlte er uns ein wenig. Das lag allerdings nicht daran, dass er nun nicht mehr mit uns den Gottesdienst besuchte, sondern daran, dass er untertags nicht mehr mit uns auf der Wiese Fußball spielte.

Es hatte aber auch einen kleinen Vorteil: Wenn einer von uns etwas ausgefressen hatte, gab es niemand mehr, der uns übers Knie legte.

Die Ohrfeigen unserer Mutter taten bei weitem nicht so weh, wie Papas harte Hand.

Und manchmal gab es spezielle Strafen nach dem Motto: Kleine Sünden straft der liebe Gott sofort.

Meine ersten Schuljahre verbrachte ich in Margarethenberg. Im untersten Stockwerk der Schule waren die Klassen 1 und 2 zusammen unter - gebracht und im ersten Stock die Klassen 3 und 4.

Jede Doppelklasse hatte nur eine einzige Lehrerin. War eine Lehrerin krank oder verhindert so musste die Lehrerin der anderen Doppelklasse auch die andere mit betreuen. Das lief folgendermaßen ab:

Die Klasse, bei der die jeweilige Lehrerin fehlte musste sich möglichst allein beschäftigen entweder durch Lesen aus dem Lesebuch, üben der Schönschreibschrift oder man bekam Rechenaufgaben und all das, was man einem Schulkind ohne Schulaufsicht zumuten kann.

Falls dringend notwendig musste einer der Schüler zum anderen Klassen - Zimmer gehen, um Hilfe zu holen.

Meine Schulzeit fing also im Erd - geschoss der Schule an. In der ersten Klasse war alles neu für uns Kinder und wir mussten uns erst an den neuen Lebensabschnitt gewöhnen.

Die Lehrer waren neu, die Mitschüler völlig unbekannt und natürlich erst recht der Lehrstoff. Eine Vorbereitung auf die Schule mittels Kindergarten gab es damals nicht.

Unvergesslich bis zum heutigen Tag war für mich das Gebet zum Beginn des Unterrichts:

„Schütze Herr mit Deiner Hand Unser Volk und Vaterland“ usw.

In der zweiten Klasse hatten wir uns dann an die Umgebung gewöhnt.

Den einen oder anderen Mitschüler mochte man nicht und mit anderen hatte man inzwischen eine Schul - Freundschaft geschlossen.

Christian kam von einem Bauernhof, Martin von einem Gasthof und die Monika kam von einem Schneidemeister, der in der Nähe der Schule seine Werkstatt hatte.

In den jeweiligen Schulpausen spielten wir einmal Fangen und ein anderes Mal Wettrennen.

Und auch eine Art „Mutprobe“ gab es. Da musste man beim Mesner klingeln, beim Fahrrad unserer Lehrerin die Luft raus lassen und so weiter.

Auf unsere Lehrerin, Frl. Pfenninger hatten wir es ganz besonders abgesehen. Wir konnten sie überhaupt nicht leiden. Sie war furchtbar streng. Vermutlich aber konnte sie uns auch nicht leiden. Und das bekamen wir manchmal ziemlich hart zu spüren.

Damals nannte man die Strafen „Züchtigung“.

Wenn jemand etwas angestellt hat musste er zum Lehrerpult kommen. Dort holte Fräulein Pfenninger einen Stock hervor.

Der sogenannte „Übeltäter“ musste die Hand ausstrecken und bekam dann mindestens sechs Hiebe mit dem Stock auf die Hand. Man nannte dies damals „Tatzen“.

Mit „Tatzen“ wurde bestraft, wer seine Hausaufgaben nicht gemacht hat, wer eine schlechte Handschrift hatte, wer während des Unterrichts geschwätzt hatte und viele andere sogenannte Fehlvergehen.

Leider wurde dies damals von den Eltern der Kinder akzeptiert. Man nannte dies damals:

„Erziehungsmethoden“