Der geheimnisvolle Fremde - Viola Maybach - E-Book

Der geheimnisvolle Fremde E-Book

Viola Maybach

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Beschreibung

Viola Maybach hat sich mit der reizvollen Serie "Der kleine Fürst" in die Herzen der Leserinnen und Leser geschrieben. Alles beginnt mit einem Schicksalsschlag: Das Fürstenpaar Leopold und Elisabeth von Sternberg kommt bei einem Hubschrauberunglück ums Leben. Ihr einziger Sohn, der 15jährige Christian von Sternberg, den jeder seit frühesten Kinderzeiten "Der kleine Fürst" nennt, wird mit Erreichen der Volljährigkeit die fürstlichen Geschicke übernehmen müssen. "Der kleine Fürst" ist vom heutigen Romanmarkt nicht mehr wegzudenken. »Prinz Christian«, sagte Eberhard Hagedorn, »Frau von Benstorff ist am Telefon, und Sie wissen ja, dass die Frau Baronin und der Herr Baron Termine außerhalb wahrnehmen. Würden Sie das Gespräch entgegennehmen?« »Stellen Sie es durch, Herr Hagedorn«, erwiderte Christian von Sternberg. Gleich darauf sagte er: »Hallo, Toni.« »Chris?«, rief die junge Frau. »Deine Stimme ist viel tiefer geworden, seit ich das letzte Mal mit dir gesprochen habe.« Er musste lachen. »So lange, dass ich noch im Stimmbruch war, ist das bestimmt noch nicht her.« »Gib nicht so an mit deinen sechzehn Jahren«, gab sie vergnügt zurück. »Hör mal, ich habe schrecklich viel gearbeitet und einen längeren Urlaub vor mir. Aber da ich beruflich sowieso immer verreisen muss, will ich meinen Urlaub eigentlich in Deutschland verbringen.« »Und da sind wir dir eingefallen. Super! Wann kommst du?« »Na ja, erst einmal wollte ich fragen, ob es euch überhaupt passt. Ihr habt ja, wie ich weiß, wieder einmal aufregende Zeiten hinter euch.«

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Seitenzahl: 115

Veröffentlichungsjahr: 2026

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Der kleine Fürst – 508 –Der geheimnisvolle Fremde

Wer ist Ulrich von Crantz?

Viola Maybach

»Prinz Christian«, sagte Eberhard Hagedorn, »Frau von Benstorff ist am Telefon, und Sie wissen ja, dass die Frau Baronin und der Herr Baron Termine außerhalb wahrnehmen. Würden Sie das Gespräch entgegennehmen?«

»Stellen Sie es durch, Herr Hagedorn«, erwiderte Christian von Sternberg. Gleich darauf sagte er: »Hallo, Toni.«

»Chris?«, rief die junge Frau. »Deine Stimme ist viel tiefer geworden, seit ich das letzte Mal mit dir gesprochen habe.«

Er musste lachen. »So lange, dass ich noch im Stimmbruch war, ist das bestimmt noch nicht her.«

»Gib nicht so an mit deinen sechzehn Jahren«, gab sie vergnügt zurück. »Hör mal, ich habe schrecklich viel gearbeitet und einen längeren Urlaub vor mir. Aber da ich beruflich sowieso immer verreisen muss, will ich meinen Urlaub eigentlich in Deutschland verbringen.«

»Und da sind wir dir eingefallen. Super! Wann kommst du?«

»Na ja, erst einmal wollte ich fragen, ob es euch überhaupt passt. Ihr habt ja, wie ich weiß, wieder einmal aufregende Zeiten hinter euch.« Jetzt war ihre Stimme ernst. »Da könnte ich es schon verstehen, wenn ihr lieber unter euch bleiben wolltet. Wir kennen uns lange genug, dass ihr mir hoffentlich ehrlich sagen würdet, wenn ich störe.«

Sie spielte auf die Entführung an, der Christian und seine Freundin Stephanie von Hohenbrunn erst kürzlich zum Opfer gefallen waren. Es war eine verwirrende Geschichte gewesen – vier jugendliche Täter hatten ihnen ›einen Denkzettel‹ verpassen wollen – und letzten Endes war sie gut ausgegangen. Aber vergessen war sie noch längst nicht.

»Du störst nie«, erklärte Christian. »Und, ehrlich gesagt: Jemand, der uns ein bisschen ablenkt von dem, was sich hier ereignet hat, käme uns gerade recht.«

»Seid ihr in psychologischer Behandlung, Steffi und du?«

»Wir haben uns beide einige Male mit Psychologen getroffen, ja. Aber es geht Steffi immer noch nicht wieder richtig gut. Bei ihr hat die Entführung andere Auswirkungen als bei mir.« Christian stockte kurz, bevor er leiser hinzusetzte: »Ich bin wahrscheinlich härter im Nehmen, das hat mein bisheriges Leben mit sich gebracht. Aber sie hat immer noch Albträume, und sie meidet einsame Straßen, weil sie Angst hat, sie könnte noch einmal entführt werden. Das ist bei mir nicht so.«

Antonia schwieg einen Moment lang, betroffen auch wegen der Andeutungen über sein ›bisheriges Leben‹. »Du bist noch so jung«, erwiderte sie schließlich, »aber dich haben schon mehr Schicksalsschläge getroffen als andere in ihrem ganzen Leben.«

Sie meinte nicht nur die Entführung, sondern auch und vor allem den dramatischen Unfalltod von Christians Eltern vor mehr als einem Jahr, der ihn zur Waise gemacht hatte. Seit jenem Tag lebte er in der Familie seiner Tante, der Baronin Sofia von Kant. Aber es hatte noch anderes gegeben: die Hexenjagd auf seinen Vater nach dessen Tod zum Beispiel, als man Fürst Leopold von Sternberg als Lügner und Betrüger darzustellen versucht hatte oder den Zusammenbruch seiner Tante, aber auch die Entführung und Morddrohungen gegen den von allen geliebten und verehrten Eberhard Hagedorn, den langjährigen Butler im Sternberger Schloss. Kurzum, sie bezog sich auf all das, was das Glück des kleinen Fürsten in den letzten Jahren immer wieder bedroht hatte. Er hatte eine normale, unbeschwerte Kindheit verleben können, aber seine Jugendjahre waren, man konnte es nicht anders sagen, bis zum heutigen Tag von harten Prüfungen gekennzeichnet gewesen.

»Kann sein.« Christians Stimme klang betont gleichmütig. »Ich versuche, nicht allzu viel darüber nachzudenken, das macht es ja nicht besser. Und diese Entführung hatte auch ihr Gutes, weißt du?«

»Ihr Gutes?«, fragte Antonia ungläubig. »Das kann nicht dein Ernst sein.«

»Doch!«, versicherte er. »Die vier, die das gemacht haben, waren sechzehn, siebzehn Jahre alt, also so alt wie ich, nur wenig älter als Steffi. Wir haben hinterher lange mit ihnen geredet, dabei ist uns einiges klar geworden. Ich weiß, dass ich behütet aufgewachsen bin und dass ich mir mein ganzes Leben lang keine Sorgen um finanzielle Dinge machen muss, aber ich habe das als selbstverständlich hingenommen. Natürlich war mir immer klar, dass es nicht allen Leuten so geht, aber ich habe es eher theoretisch gewusst.«

»Ich glaube, ich verstehe, worauf du hinaus willst.«

»Als unsere Entführer uns von ihren Familien erzählt haben, ist uns zum ersten Mal richtig klar geworden, wie weit wir vom Leben normaler Menschen entfernt sind und wie gut es uns geht, trotz allem. Ich habe keine Eltern mehr, aber Tante Sofia und Onkel Fritz sind wie Eltern zu mir, Anna und Konny waren sowieso immer wie meine Geschwister, wir sind ja zusammen im Schloss aufgewachsen. Die Sorgen, die unsere Entführer haben, werden wir nie kennenlernen.« Er holte tief Luft. »Insofern war es gut, das habe ich gemeint, aber das trifft eher auf mich zu als auf Steffi. Ich hoffe, sie kann ihre Angstattacken bald überwinden.«

»Das hoffe ich auch.«

»Also, wann fängt dein Urlaub an?«

»Nächste Woche. Ich dachte, ich bleibe zuerst ein paar Tage zu Hause, schlafe mich aus, räume auf, gammele so ein bisschen vor mich hin. Und wenn ich danach hoffentlich nicht mehr aussehe wie ein graues, überarbeitetes Gespenst, komme ich zu euch.«

Er musste lachen. »So kannst du überhaupt nicht aussehen.«

»Hast du eine Ahnung. Ich bin im ganzen letzten Jahr ständig unterwegs gewesen, ich habe die Nase davon gestrichen voll, wenn ich das mal so ausdrücken darf.«

»Das glaube ich dir auch nicht. Du bist nicht der Typ, der still in seinem Büro sitzt und arbeitet, dazu bist du zu unruhig und unternehmungslustig.«

»Du redest wie mein Chef!«, rief sie. »Der behauptet das auch immer, gleichgültig, was ich sage.«

Antonia arbeitete für ein großes italienisches Modehaus. Sie suchte auf der ganzen Welt nach außergewöhnlichen, qualitativ hochwertigen Stoffen, Garnen und edlen Accessoires, und sie war dabei überaus erfolgreich. Sie hatte ihrem Arbeitgeber unter anderem eine Zusammenarbeit mit einigen kleinen asiatischen Manufakturen vermittelt, um die sie von anderen Häusern glühend beneidet wurden.

»Soll ich Tante Sofia sagen, dass sie dich noch einmal anruft? Falls du meine Meinung hören willst: Du solltest so bald wie möglich kommen, Toni.«

»Danke für die Blumen! Ich kann auch noch einmal anrufen.«

»Aber ich weiß nicht, wann Tante Sofia zurückkommt, ich sage ihr jedenfalls schon einmal Bescheid und beeinflusse sie in meinem Sinne. Dann wird sie versuchen, dich zu überreden, nicht so lange allein zu Hause herumzugammeln, sondern schneller zu uns zu kommen.«

»Erst sechzehn und schon so raffiniert«, stellte Antonia vergnügt fest, bevor sie sich in bestem Einvernehmen voneinander verabschiedeten.

Christian hörte ein leises Winseln, sobald er das Gespräch beendet hatte. Als er sich umdrehte, stand sein junger Boxer Togo an der Tür und wedelte hoffnungsvoll mit seinem kurzen Schwanz. »Von mir aus, Togo. Es stimmt, du bist heute ein bisschen zu kurz gekommen.«

Er öffnete die Tür, wie der Blitz verschwand der Boxer über die breite Treppe nach unten. Sie führte direkt in die Eingangshalle des Schlosses. Oben befanden sich die Privaträume der Familie, unten die Salons. Seit Christians Eltern nicht mehr lebten, wohnte er bei Familie von Kant im Westflügel, mit seinen Eltern hatte er den Ostflügel bewohnt, der jetzt leer stand. Nur sehr selten verirrte er sich dorthin, wanderte gedankenverloren durch die Räume, die noch genau so aussahen wie damals. Aber lange hielt er es nie aus, zu stark waren die Erinnerungen, die dann auf ihn einstürmten.

Die Angestellten, die für die Reinigung der Räume zuständig waren, sahen den Ostflügel jedenfalls häufiger als er, aber für sie war es ein Arbeitsplatz, für ihn war es sein Zuhause gewesen.

Als er nach unten lief, hatte Eberhard Hagedorn das Hauptportal bereits geöffnet und Togo nach draußen gelassen.

»Danke, Herr Hagedorn«, sagte Christian. »Ich frage mich, wo Anna und Konny so lange bleiben.« Anna war bei einer Klassenkameradin auf deren Geburtstagsfeier, Konrad hatte mit Karate angefangen, der Kurs war an diesem Nachmittag.

Seine Cousine Anna war vierzehn, so alt wie Stephanie. Die beiden Mädchen gingen in eine Klasse und waren enge Freundinnen. Ihr Bruder Konrad, Christians Cousin, war der Älteste unter ihnen, er war siebzehn und zog sie jetzt schon damit auf, dass er an seinem nächsten Geburtstag volljährig sein würde und sie als dann Erwachsener beaufsichtigen dürfe, wenn sie gemeinsam an den Wochenenden unterwegs waren. Diese Aufgabe übernahm jetzt meistens Per Wiedemann, der junge Chauffeur im Schloss, der daran übrigens großes Vergnügen hatte.

»Baronin Anna wird sich verspäten, sie hat angerufen«, berichtete der alte Butler. »Die Feier dauert länger, aber sie wird pünktlich zum Abendessen zurück sein.«

»Hätte sie mir ja auch mal mitteilen können«, beschwerte sich Christian.

»Sie sagte, sie hätte Ihnen eine Nachricht geschickt.«

»Oh, mein Fehler, ich habe vergessen, nachzusehen. Bis nachher, Herr Hagedorn.«

Christian folgte seinem Boxer, der schon den halben Schlosspark durchquert hatte. Die Tage wurden schon wieder deutlich kürzer, aber noch immer war es warm draußen. Von ihm aus konnten Herbst und Winter sich noch Zeit lassen.

Togo steuerte zielstrebig den Wald an, in den der Park an seinem hinteren Ende überging. Offenbar plante er einen längeren Spaziergang. Christian beschloss, ihn gewähren zu lassen. Er hatte bis jetzt an einer kniffeligen Aufgabe für den Deutschunterricht gesessen, nun war er, wie sein Hund, froh über die Bewegung.

Er dachte über Antonias Anruf nach. Es war schön, dass sie länger zu Besuch kommen wollte, denn was er zu ihr gesagt hatte, entsprach der Wahrheit: Sie konnten ein bisschen Ablenkung von den Ereignissen der letzten Zeit gut gebrauchen.

*

Ulrich von Crantz schlenderte durch Sternberg. Er wirkte wie ein Tourist, der sich aufmerksam die schönen Häuser der Altstadt ansah, hier und da stehen blieb, wenn ihn etwas besonders interessierte, und dann, ohne Eile, weil er keine Termine hatte, seinen Weg fortsetzte.

Doch der Eindruck täuschte. Weder war er ein Tourist, noch war er so gelassen, wie er sich gab. Im Gegenteil: Er fühlte sich gespannt wie eine Feder. Wenn jemand ihn länger ansah, bekam er einen Schrecken, obwohl er sich einen Bart hatte stehen lassen und fast immer eine Sonnenbrille trug. Dabei wäre das vielleicht nicht einmal nötig gewesen: Die Erlebnisse der vergangenen Jahre hatten sein Aussehen ohnehin sehr verändert, er war nicht mehr leicht wiederzuerkennen. Aber obwohl er in Sternberg ein Unbekannter war und sich also umso sicherer hätte fühlen können, war er auf der Hut. Einer wie er fühlte sich nirgends mehr sicher.

Er war erst an diesem Tag angekommen, er würde eine Weile bleiben. Das war eine Folge dessen, was ihm geschehen war: Er brauchte Zeit, Stress war Gift für ihn. Schon Termindruck fand er unerträglich. Aber das würde sich vielleicht noch geben. Er arbeitete daran.

Er hatte sich in einem kleinen Hotel eingemietet, das er als sehr angenehm empfand. Die Zimmer waren hübsch eingerichtet, die Angestellten freundlich, und ein so üppiges Frühstücksbuffet hatte er noch nie gesehen. Was natürlich kein Wunder war. Was hatte er denn überhaupt schon gesehen? Nicht viel, so sah es aus.

Er verließ die Innenstadt, in der Hand einen Stadtplan. Zum Erwerb eines Smartphones hatte er sich noch nicht durchringen können, aber auch das würde er demnächst angehen. Nur kein Stress, ein Schritt nach dem anderen.

Er fand die Straße ohne Probleme. Sehr hübsch, sehr gepflegt. Hier wohnten wohlhabende Leute, das sah man auf den ersten Blick. Und da war auch schon das Haus, das er suchte. Sehr nobel. Er blieb in einiger Entfernung stehen, um es sich anzusehen, aber als er merkte, dass die wenigen Passanten ihn mit misstrauischen Blicken streiften, wandte er sich um und entfernte sich langsam. Er hatte noch keinen Plan. Er wusste noch nicht, wie er es machen würde, aber irgendwie musste er seine Botschaft loswerden, und es würde ihm gelingen.

Einfach anrufen oder sogar an der Haustür klingeln kam nicht infrage. Es wäre vielleicht das Beste gewesen, aber er konnte es nicht. Es musste anders gehen, weniger direkt.

Und dann sah er sie auf sich zukommen. Stephanie von Hohenbrunn. Er hatte genug aktuelle Fotos von ihr gesehen, um sie auf den ersten Blick zu erkennen. Kein Zweifel möglich. Die lockigen rotbraunen Haare hatte sie damals schon gehabt. Sie war ein schönes Mädchen geworden. Wieder blieb er stehen, überlegte. In diesem Moment blickte sie auf, sah ihn, zögerte kurz und wechselte sofort die Straßenseite.

Er konnte es sich nicht leisten, aufzufallen, also hütete er sich davor, sich nach ihr umzudrehen, sondern setzte seinen Weg fort, gelassen schlendernd wie ein Tourist, der er nicht war.

Für ihn war diese Begegnung ein Glück gewesen, denn sie hatte ihn auf eine Idee gebracht, wie es vielleicht gehen könnte: Er würde die Botschaft über Stephanie vermitteln.

*

»Was ist denn los?«, fragte Florentine von Hohenbrunn, allgemein Flora genannt, als sie das Gesicht ihrer älteren Tochter sah, die soeben nach Hause gekommen war.

Stephanie presste die Lippen zusammen. »Mir ist ein Mann entgegengekommen, der mich komisch angeguckt hat«, antwortete sie. »Ich habe sofort wieder Panik bekommen.« Ihre Augen füllten sich mit Tränen. »Hört das denn nie auf, Mama?«

Flora schloss sie in die Arme. »Doch, es hört irgendwann auf«, antwortete sie mit weicher Stimme. »Der Mann hat dich vielleicht einfach nur hübsch gefunden. Oder dich erkannt und deshalb etwas länger hingesehen.«

»Ich weiß«, schluchzte Stephanie. »Er ist ganz normal weitergegangen, hat sich nicht einmal nach mir umgesehen. Aber im ersten Moment dachte ich …«

Flora hielt sie fest, murmelte beruhigende Worte, wie sie es früher, als Stephanie noch klein gewesen war, häufig getan hatte, und wartete ab, bis die Tränen versiegten. Das geschah meistens recht schnell. Sie ging davon aus, dass die Zeit auch in diesem Fall, wie so oft, die Wunden heilen würde, die diese unglückselige Entführung ihrer Tochter geschlagen hatte.