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Durch die Bibelverse und die erklärenden Begleittexte möchte dieser Kalender Gottes Wort täglich in Erinnerung bringen und den Leser dazu anregen, selbst die Bibel in seiner ganzen Vielfalt und Weite zu lesen und darüber nachzudenken. Die Texte sind gut verständlich und doch tief gehend.
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Seitenzahl: 540
Veröffentlichungsjahr: 2016
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An unsere Leser
Die meisten von uns nutzen ein Smartphone, und es ist auch in mancher Hinsicht nützlich. Wer die Bibel oder christliche Literatur wie den Kalender Der Herr ist nahe auf dem Smartphone hat, kann manche Wartezeit sinnvoll verbringen. Doch bei den meisten Dingen, die der Mensch erfunden hat, gibt es auch schädliche Nebenwirkungen. Entsprechende „Packungsbeilagen“ gibt es allerdings nur bei Arzneimitteln und nicht bei Smartphones …
Die Vor- und Nachteile von Smartphones sollen hier nicht weiter erörtert werden. Der Gebrauch dieses Mediums mitsamt des dahinterstehenden Vernetzungswahns soll nur als Aufhänger dienen, um uns noch einmal bewusst zu machen, in welcher Zeit wir leben. Es gilt, immer „online“ zu sein. Eine Nachricht löst die andere ab. Innerhalb von kürzester Zeit werden Tausende von Informationen ausgetauscht, manchmal wichtige, vielfach aber auch belanglose. Deshalb ist es von großer Bedeutung,
inmitten dieser Informationsflut ein offenes Ohr für die wichtigste Botschaft an den Menschen zu haben: das Wort Gottes;
im hektischen Alltag Zeit zu finden, Gottes Wort konzentriert zu lesen, darüber nachzudenken und auf das Alltagsgeschehen anzuwenden;
innerlich frei und ohne Ablenkung, regelmäßig die Stille bei Gott zu suchen, um im Gebet mit Ihm zu reden.
Für „stille Zeit“ braucht man weder ein Kirchengebäude noch einen Gebetsraum. Gottes Nähe zu suchen ist Herzenssache. Doch ohne Disziplin kommt die „stille Zeit“ oft nicht zustande, und ohne ein Stück Anstrengung bringt sie wenig geistlichen Gewinn.
Der Herr ist nahe möchte auch im Jahr 2017 dazu beitragen, dass das Wort Gottes den Glauben der Leser stärkt und erfrischt. Denn nur wer wie ein Baum an Wasserbächen gepflanzt ist, wird für Gott Frucht bringen. Und darauf kommt es schließlich an: dass Gott Freude hat unserem Leben.
Die Mitarbeiter
„Siehe, ich komme, um deinen Willen zu tun.“
… der, die Schande nicht achtend, für die vor ihm liegende Freude das Kreuz erduldete.
Hebräer 10,9; 12,2
Am Anfang eines neuen Jahres ist es gut, den Herrn Jesus vor Augen zu haben. Der Hebräerbrief beschreibt uns an vielen Stellen seine Vollkommenheit. Mit Recht werden wir wiederholt aufgefordert, Ihn zu betrachten. Unsere heutigen Bibelverse zeigen uns etwas von den Beweggründen, die Ihn auf seinem Weg leiteten.
Die erste Stelle nennt den Grund seines Kommens in die Welt. Er war bereit, in freiwilligem Gehorsam den Willen Gottes zu tun. – Wohl hatten willige Anbeter bis dahin Gott manches Opfer dargebracht und es war Ihm wohlgefällig gewesen. Aber diese Opfer waren nicht das Eigentliche, was Gott beabsichtigte; sie waren Bilder von etwas, was noch kommen musste. Er, der ewige Sohn, eins mit dem Vater, wusste das und kam auf die Erde, um als vollkommener Mensch Gottes Absichten auszuführen.
Die zweite Stelle zeigt uns, was Ihn stärkte, auf dem einmal begonnenen Weg trotz aller Widerstände auszuharren. Es war der Gedanke an „die Frucht seiner Mühsal“ (Jesaja 53,11). So wahr Er Gottes Sohn war und blieb, so sehr empfand Er als vollkommener Mensch doch den Ansporn, der darin liegt, wenn man weiß: Es lohnt sich. Wie gut können wir das verstehen!
Lasst uns vom Herrn Jesus dieses lernen: Wenn man einen Weg des Glaubens betritt, dann muss der Beweggrund immer Gehorsam sein. Wer Gott ehren will, darf nichts für sich begehren, sondern muss alles nur für Ihn tun. Wenn aber auf dem begonnenen Weg die Mühen überhandnehmen wollen, dann gestattet Gott in seiner Güte, dass der Gedanke an die Belohnung uns eine beständige Ermunterung ist, auf dem einmal eingeschlagenen Weg weiterzugehen.
Der Herr ist nahe.
Philipper 4,5
Dieses Bibelwort ist seit Jahrzehnten auch der Titel unseres Kalenders. Vielleicht liest du den Kalender schon seit Jahren oder aber jetzt zum ersten Mal. Wie auch immer – wir wollen uns die Frage stellen: Welchen Widerhall erzeugt dieser Bibelvers-Titel bei uns? Sind wir uns stets bewusst, dass der Herr Jesus uns zur Seite steht, dass Er jederzeit nahe bei uns ist? Inmitten aller Herausforderungen des Alltags können wir uns auf Ihn verlassen. Er ist da. Wie beruhigend!
„Der Herr ist nahe“ – das weist außerdem auf das bevorstehende Kommen des Herrn Jesus hin. Freuen wir uns darauf und erwarten wir Ihn? Wir werden glückselig gepriesen, wenn wir Menschen gleichen, „die auf ihren Herrn warten, wann irgend er aufbrechen mag von der Hochzeit, damit, wenn er kommt und anklopft, sie ihm sogleich öffnen“ (Lukas 12,36.37).
Oder müssen wir vielleicht zugeben, dass das Kommen des Herrn Jesus zur Entrückung zwar eine Glaubenswahrheit ist, die viele Christen kennen, dass aber der Einfluss dieser Wahrheit auf ihr Leben stetig abnimmt? Natürlich, wir sind davon überzeugt, dass der Herr Jesus bald kommen wird. Wir halten fest an dieser Wahrheit und sind uns darüber im Klaren, dass es sogar heute sein könnte. In gewisser Hinsicht sind wir sogar bereit für sein Kommen, denn wir haben uns ja zu Ihm bekehrt und sind gerettet für Zeit und Ewigkeit. – Gott sei Dank dafür! – Aber erwarten wir Ihn wirklich?
Vielleicht trägt der heutige Bibelvers mit dazu bei, dass das Kommen Jesu zur Entrückung der Gläubigen wieder eine größere Auswirkung in unserem Leben hat. Und wie glücklich dürfen wir uns schätzen, dass wir Hoffnungsträger einer lebendigen Hoffnung sind!
„Denn noch eine ganz kleine Zeit, und der Kommende wird kommen und nicht ausbleiben.“Hebräer 10,37
Diese alle sind im Glauben gestorben und haben die Verheißungen nicht empfangen.
Hebräer 11,13
„Diese alle“ – das sind Abel, Henoch und Noah, aber auch Abraham und Sara mit Isaak und Jakob. Sie alle haben nicht nur durch Glauben gelebt, sondern sind auch im Glauben gestorben. Und Gott selbst setzt ihnen mit den Versen 13 bis 16 gleichsam einen „Gedenkstein“.
Wenn Menschen einen ihrer Lieben zu Grabe tragen mussten, überlegen sie, wie sie seine Grabstätte gestalten. Vor allem über die Inschrift auf dem Grabstein denken sie nach. Wie freut es einen Christen, wenn er beim Gang über den Friedhof eine Inschrift entdeckt, die bezeugt, dass der Verstorbene Jesus Christus als seinen Retter kannte. – Doch bereits nach wenigen Jahrzehnten wird der Grabstein entfernt und die Grabstätte eingeebnet. Kaum jemand denkt noch an den Verstorbenen; er ist bei den Menschen meist vergessen.
Ganz anders bei den Gläubigen, auf die sich unser heutiges Bibelwort bezieht! Gott selbst hat ihnen ein Denkmal gesetzt und hat die „Grabinschrift“ angebracht. Diese Inschrift ist bis heute nicht in Vergessenheit geraten, sondern hat Aufnahme in seinem Wort gefunden und besteht damit fort.
Wie wertvoll ist es für Gott auch heute, wenn Er bei uns echten, lebendigen Glauben findet! Nie wird Er seine Kinder vergessen, die Er erlöst und für das himmlische Vaterhaus mit seinen Segnungen bestimmt hat. Und wenn unsere Namen auch nicht in der Bibel stehen, so können wir doch das Wort Jesu zu seinen Jüngern auch auf uns beziehen: „Freut euch vielmehr, dass eure Namen in den Himmeln angeschrieben sind“ (Lukas 10,20).
Nein, Gott vergisst keinen, der wahrhaft an Ihn glaubt!
Wie deine Tage, so deine Kraft!
5. Mose 33,25
Gepriesen sei der Herr! Tag für Tag trägt er unsere Last.
Psalm 68,20
Ein kleiner Junge wollte seiner Mutter helfen, Äpfel wegzutragen. Mit seinen kleinen Armen umschloss er so viele wie möglich und versuchte, sie zu tragen. Für einen oder zwei Schritte gelang ihm das auch. Aber dann verlor er den ersten Apfel, darauf noch einen, und schließlich lagen sie alle am Boden. Da legte die Mutter seine Hände fest um einen einzigen Apfel und sagte: „Diesen einen bring mir und danach den nächsten!“
Wie oft machen wir es in unserem Leben ähnlich! Wir versuchen, die Lasten und Aufgaben der ganzen Zukunft auf einmal auf uns zu laden. Aber das geht nicht. Dazu sind wir „zu klein“.
Der Herr hat nicht versprochen, uns die Kraft für das vor uns liegende Jahr auf einmal zu schenken. Und Er weiß, warum: Wie leicht würden wir nämlich vergessen, dass wir ganz von Ihm abhängig sind! Nein, die Kraft, die der Herr jeden einzelnen Tag aufs Neue darreicht, entspricht auch dem, was wir an diesem Tag nötig haben. Und ist die Last schwerer, gibt Er uns auch mehr Kraft und größere Gnade.
Jeder, der Ihn im Glauben als seinen Herrn und Erretter kennt, sollte deshalb täglich beten: „Herr Jesus, ein neuer Tag hat angefangen. Hilf mir, ihn mit Dir zu durchleben. Gib mir die Hilfe, die Geduld, den Fleiß, die Gnade, die ich für heute brauche.“
Ja, es ist etwas Großes, den Sohn Gottes so zu kennen: als Helfer und Zuflucht.
Gestern ist vorbei –morgen ist noch nicht da –heute hilft der Herr!
Darum seid nicht töricht, sondern verständig, was der Wille des Herrn sei.
Epheser 5,17
Du möchtest den Willen Gottes für dein Leben erkennen? Vielleicht helfen dir die folgenden Fragen, Klarheit zu gewinnen:
Möchte
ich überhaupt, dass Gott mir seinen Willen zeigt, so dass ich ihn deutlich
erkennen
kann?
Bin ich auch
bereit,
den Willen Gottes zu tun? – Lies Johannes 7,17.
Was sagt
Gottes Wort
dazu? – Gott zeigt uns seinen Willen durch sein Wort. Deshalb wird der Geist Gottes dich niemals auf einen Weg führen, der im Gegensatz zur Lehre seines Wortes steht.
Sind meine
Motive
rein? Ist das, was ich tun möchte, zu seiner Verherrlichung?
Was sagt mir mein von Gott gegebener
gesunder Verstand?
– Lies Römer 12,2.
Habe ich mit
geistlich gesinnten Gläubigen
darüber gesprochen und ihren Rat eingeholt? – Lies Sprüche 11,14.
Zeigen die
Umstände
eine offene oder eine geschlossene Tür? – Es kann auch sein, dass du an der verkehrten Tür klopfst. Manchmal schließt Gott eine Tür, um eine andere zu öffnen, und manchmal öffnet sich eine Tür, die trotzdem zu vielen Schwierigkeiten führt – und doch der Wille Gottes ist. Lies 1. Korinther 16,9.
Bin ich offen, in der Vergangenheit gefasste Beschlüsse
zu überprüfen?
– Vergiss nicht, dass alles Erkennen „stückweise“ ist und dass Gott seinen Willen manchmal auch in verschiedenen Etappen zeigt
(1. Korinther 13,9)
.
Habe ich in meinem Herzen einen tiefen
Frieden
bei diesem Entschluss? – Gottes Willen in einer bestimmten Sache zu kennen und gleichzeitig darüber unruhig zu sein würde sich widersprechen. Lies Kolosser 3,15 und Philipper 4,7.
Dem Verzagten gebührt Milde von seinem Freund, sonst wird er die Furcht des Allmächtigen verlassen.
Hiob 6,14
„Erbarmt euch meiner, erbarmt euch meiner, ihr, meine Freunde!“, so lautete der Hilferuf Hiobs
(Kap. 19,21).
Aber seine Freunde hatten kein Erbarmen; hart und gesetzlich waren ihre Anklagen. Sie beriefen sich auf die Kenntnisse ihrer Vorfahren und auf die Tradition. Sie sprachen von ihrer Erfahrung, und demnach musste Hiob schuldig sein. Deshalb sagen sie: „Wenn Frevel in deiner Hand ist, so entferne ihn“, und: „Wenn du zu dem Allmächtigen umkehrst, so wirst du wieder aufgebaut werden, wenn du Unrecht aus deinen Zelten entfernst“ (Kap. 11,14; 22,23).
Und wir? Meinen nicht auch wir schnell, wenn jemand in Not ist, von Krankheit oder ähnlichen Umständen betroffen, der Herr „rede mit ihm“, er möge doch einmal seine Wege überprüfen? Wie oft kommen wir dann zu einem falschen Urteil wie die Freunde Hiobs. Denn gerade in dem, was sie ihm vorwarfen – dass er die Armen bedrückte oder den Bruder ohne Ursache pfändete (Kap. 22,6-9) – war er nicht schuldig geworden.
So wollen auch wir nichts beurteilen, was nicht offenbar ist, sondern gegenüber „dem Verzagten“ Liebe und Milde walten lassen.
Bist du in einer Lage wie Hiob? Dann wünsche ich dir, dass du einen findest, dem du deine Not klagen kannst, der dir zuhört, dir dann aber auch den Herrn Jesus vorstellt, der „voll innigen Mitgefühls und barmherzig ist“ (Jakobus 5,11).
Nur Einer weiß Antwort auf all deine Fragen,nur Einer weiß Rat dir in all deiner Pein,nur Einer vermag deine Lasten zu tragen,nur Einer: dein Heiland, nur Jesus allein!
Zu Gott, dem Höchsten, will ich rufen, zu dem Gott, der es für mich vollendet.
Psalm 57,3
Das Herz des Menschen erdenkt seinen Weg, aber der HERR lenkt seine Schritte.
Sprüche 16,9
Göttliche Vorsehung
John Stuart Holden war ein bekannter Prediger des Evangeliums in London. Im Jahr 1912 war er zu einem christlichen Kongress in die USA eingeladen und bereitete sich gerade auf die Abreise vor. Da wurde seine Frau plötzlich krank. Holden beschloss, bei ihr zu bleiben. Er stornierte die Schiffspassage am Vorabend der Abreise und gab das Ticket zurück.
Der Dampfer, der ihn über den Atlantik bringen sollte, war die Titanic, die einige Tage später unterging!
Ein Museum zeigt den Briefumschlag, in dem Holden das Ticket erhalten hatte. An den Rand hatte der Prediger die Worte geschrieben: „… der dein Leben vor dem Untergang rettet“ (vgl. Psalm 103,4). Holden hatte verstanden, dass Gott seine Schritte gelenkt und ihn bewahrt hatte.
Wir bedauern oft, wenn unsere Pläne, die wir so sorgfältig ausgearbeitet haben, über den Haufen geworfen werden. Das Unvorhersehbare lässt uns aussichtsreiche Gelegenheiten verpassen, mit denen wir fest gerechnet hatten. Aber unserem Gott und Vater entgeht nichts. Verzögerungen oder Misserfolge scheinen unsere Pläne zu durchkreuzen. Aber oft sind sie ein Mittel, mit dem unser liebender Vater uns vor einer Gefahr schützen will. Oder Er will uns einfach nur daran erinnern, dass Er gegenwärtig ist, um unsere Schritte zu lenken.
Es gibt eine „göttliche Vorsehung“ in den Ereignissen, die uns begegnen. Die Hand Gottes handelt dabei zwar im Verborgenen und unsichtbar, aber sie ist dennoch mächtig. Er sorgt dafür, „dass denen die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken“ (Römer 8,28).
Er vertraute auf Gott, der rette ihn jetzt, wenn er ihn begehrt; denn er sagte: Ich bin Gottes Sohn.
Matthäus 27,43
Mit diesen Worten wurde Jesus Christus, nachdem Er gekreuzigt worden war, von den Führern des Volkes Israel verspottet. Sie hatten sein unerschütterliches Vertrauen auf Gott wahrgenommen. Und sie kannten auch die Worte Davids: „Nur auf Gott vertraut still meine Seele, von ihm kommt meine Rettung“ (Psalm 62,2). Und doch waren diese religiösen Männer durch Neid und Selbstgerechtigkeit verblendet. Weil Gott nicht eingriff und Jesus nicht rettete, meinten sie, Gott hätte kein Interesse an dem Gekreuzigten. Sie hatten seinen Anspruch, Gottes Sohn zu sein, für Anmaßung gehalten und Ihn zum Tod verurteilt. Und darin sahen sie sich jetzt bestätigt.
Dabei übersahen diese Männer vollständig, dass Gott mehrfach deutlich gezeigt hatte, dass Er „ihn begehrte“. Gott hatte vom Himmel her bezeugt, dass dieser sein geliebter Sohn ist. Niemals zuvor hatte Gott einen Menschen gefunden, der Ihm so völlig vertraut und Ihm in allem gedient hätte. Ihre Schlussfolgerung, dass Gott Ihn nicht wollte, war also vollständig verkehrt. Stattdessen hatte Gott genau diese Leiden zuvor ankündigen lassen. Petrus sagt: „Gott aber hat so erfüllt, was er durch den Mund aller Propheten zuvor verkündigt hat, dass sein Christus leiden sollte“ (Apostelgeschichte 3,18).
Aber warum musste Christus so sehr leiden? Eine Antwort lautet: damit du und ich gerettet werden könnten. Sein stellvertretender Tod für uns war zur Sühnung unserer Sünden unbedingt nötig. Er litt und starb zu unserem Heil.
Und die Verheißung Gottes, dass Er die retten will, die auf Ihn vertrauen – galt sie denn für unseren Herrn nicht? Doch! Gott rettete Ihn aus dem Tod! Christus ist auferstanden und hat sich zur Rechten Gottes gesetzt (Markus 16,6.19). Der Beweis ist erbracht: Christus hat Gott vollkommen vertraut; und Gott „begehrt ihn“ – Er hat völliges Wohlgefallen an Ihm und seinem Werk.
Als aber Jesus es hörte, zog er sich in einem Schiff von dort zurück an einen öden Ort für sich allein.
Matthäus 14,13
Johannes der Täufer ist durch Herodes enthauptet worden. Seine Jünger kommen und heben den toten Körper auf und begraben ihn. Und dann gehen sie zu Jesus und berichten es Ihm. Wird Er sie nicht getröstet und zu ihren Herzen geredet haben? Aber auch Ihn selbst berührt der Tod von Johannes tief – der Tod des Menschen, der hier auf der Erde sein Wegbereiter war. Und so zieht Er sich zurück an einen öden Ort für sich allein.
Der Herr wählt einen einsamen Platz, wie die weitere Schilderung der Speisung der Fünftausend zeigt. Dort gibt es keine Dörfer oder Höfe. Aber in der Öde gibt es Gras; es ist also keine Wüste (V. 19). Doch es ist ein einsamer Platz, der nichts Spannendes für Augen und Ohren bietet – keinerlei Ablenkung. Hier ist Jesus allein mit seinen Jüngern und mit seinem Gott und Vater.
Wenn schon Er, der Sohn Gottes, als vollkommener Mensch hier auf der Erde einen solchen Ort aufsucht – haben dann nicht auch wir als begrenzte und fehlbare Menschen solche Gelegenheiten und Plätze in unserem Leben nötig?
In der heutigen Zeit ist die Vielfalt der Ablenkungen ja noch viel größer als damals. Wir haben nicht nur Telefon und notwendige Gespräche, sondern noch das ganze Spektrum der Unterhaltungsmedien, ganz zu schweigen von der allgegenwärtigen Musikberieselung.
Gerade heute haben wir diese Augenblicke so nötig, in denen Augen und Ohren durch nichts abgelenkt werden und wir Zwiesprache mit unserem Gott halten können. Dann kann auch Er zu uns reden durch sein Wort, und wie die Menschen damals werden wir erleben, dass Er uns Speise gibt „und alle gesättigt werden“ (V. 20).
Esra hatte sein Herz darauf gerichtet, das Gesetz des HERRN zu erforschen und zu tun und in Israel Satzung und Recht zu lehren.
Esra 7,10
Esra war ein Schriftgelehrter im Gesetz Gottes. Er sah es als seine Aufgabe an, das Volk Gottes zu unterweisen. Doch bevor er das tat, sind in Esras Leben wichtige Merkmale zu erkennen, die beißspielhaft für uns sind: Esra fasste einen Herzensentschluss und konzentrierte sich auf das, was sein Gott ihm durch sein Wort sagen wollte. Im Einzelnen lernen wir daraus:
Wir sollten die Heilige Schrift mit dem
Herzen
lesen. Von Daniel heißt es, dass er „sein
Herz
darauf gerichtet“ hatte, Verständnis zu erlangen
(Daniel 10,12)
. Das Wort Gottes richtet sich nicht an unseren
Verstand
– obwohl wir ihn beim Lesen gebrauchen –, sondern an unser Herz. Das Herz fällt die Entscheidung, was uns wichtig ist und worauf wir unser Interesse richten.
Wir sollen das Wort Gottes
erforschen.
Die Bibel ist ein so einzigartiges, erstaunliches und tiefgründiges Buch, dass es nicht reicht, sie zu
lesen. Erforschen
ist mehr als Lesen. Es geht darum, dass wir Texte wiederholt lesen und unter Gebet darüber nachdenken. Es kommt darauf an, dass wir Gottes Wort verinnerlichen, damit es reichlich in uns wohnen kann
(Kolosser 3,16)
.
Es ist wichtig, dass wir Gottes Wort
praktizieren.
Der Volksmund sagt: „Man ist, was man isst.“ Wenn wir Gottes Wort wirklich verinnerlichen, wird es eine Wirkung im täglichen Leben zeigen. Jakobus spricht davon, dass wir nicht allein Hörer (oder Leser) des Wortes sein sollen, sondern Täter. Wer nur hört und nicht entsprechend lebt, betrügt sich selbst
(Jakobus 1,22)
.
Wir dürfen das Gelernte freudig mit anderen
teilen.
Das kann in unseren Familien geschehen und im persönlichen Austausch der Kinder Gottes untereinander, aber dann auch in den Zusammenkünften der Gläubigen.
Der Gerechte fällt siebenmal und steht wieder auf.
Sprüche 24,16
Man nannte es das beste 440-Yard-Rennen aller Zeiten!
Der spätere Chinamissionar Eric Liddell (1902–1945) nahm im Jahr 1923 an einem Wettkampf über 440 Yard (ungefähr 400 Meter) zwischen Schottland, Irland und England teil. Eric startete gut, doch dann rempelte ihn ein Mitläufer an und Eric fiel über die Innenkante ins Gras. Im ersten winzigen Moment dachte Eric, er sei dadurch disqualifiziert, aber auf den Wink eines Offiziellen hin rappelte er sich schnell auf, um die anderen Läufer wieder einzuholen. Das schien unmöglich, denn er lag fast 20 Meter zurück. Doch Eric lief und lief und wurde immer schneller – schob sich an den letzten Läufern vorbei – lag 40 Meter vor dem Ziel schon an vierter Stelle – schloss zu dem führenden Läufer auf, als sie in die Zielgerade einbogen – wurde noch schneller und sprintete als Erster über die Ziellinie. Ein unglaubliches Rennen!
Eric war gefallen – aufgestanden – weitergelaufen – und hatte gesiegt.
Wie oft werden auch wir aus der Bahn geworfen und finden uns am Boden wieder! Bleiben wir liegen, oder rappeln wir uns hoch und setzen unseren Lauf fort? Wie Eric müssen wir uns entscheiden: aufgeben – oder weitermachen und wieder am Leben teilnehmen.
Eric machte aus einem Rückschlag einen Sieg. Vielleicht gelingt uns das nicht – aber im geistlichen Wettkampf bleiben können wir schon. Gott selbst will dich und mich aufrichten, will uns neue Kraft geben. Aber Er will auch, dass wir andere aufrichten und ermutigen.
Zu Hiob wird gesagt: „Den Strauchelnden richteten deine Worte auf, und sinkende Knie hast du befestigt.“ Und Salomo sagt: „Zwei sind besser daran als einer …; denn wenn sie fallen, so richtet der eine seinen Genossen auf“ (Hiob 4,4; Prediger 4,9.10).
Aber damit das Wort erfüllt würde, das in ihrem Gesetz geschrieben steht: „Sie haben mich ohne Ursache gehasst.“
Johannes 15,25
… und werden umsonst gerechtfertigt durch seine Gnade, durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist.
Römer 3,24
Ganz und gar unverdient
Auf den ersten Blick scheinen diese beiden Bibelverse nichts miteinander zu tun zu haben. Doch beim Vergleichen und Nachdenken lassen sie uns die unverdiente Gnade Gottes besonders wertvoll werden.
Zunächst zu Johannes 15,25, einem Zitat aus Psalm 69, das der Herr Jesus gegenüber seinen Jüngern erwähnt: Der Ausdruck „ohne Ursache“ macht deutlich, welchen Widerspruch der Herr Jesus vonseiten der Sünder gegen sich erduldet hat (Hebräer 12,3). Seine Liebe wurde mit Hass beantwortet und seine guten Taten mit Schandtaten (Psalm 109,5). „Ohne Ursache“ – das bedeutet: Der Heiland wurde unverdientermaßen derart schändlich von seinen Feinden behandelt.
Die Bibel macht deutlich, dass das Herz jedes Menschen von Natur aus böse ist, kein bisschen besser als das der Feinde Jesu damals. Selbst wenn wir nur „kleine“ Sünden getan hätten, lautet Gottes Urteil: „Alle haben gesündigt und erreichen nicht die Herrlichkeit Gottes“ (Römer 3,23).
Doch dieser Satz geht – wie oben zitiert – weiter: Für jeden, der an Jesus Christus glaubt, gibt es eine Erlösung. Er wird von Gott gerechtgesprochen – aus Gnade, und zwar „umsonst“, unverdientermaßen. (Im Grundtext steht hier für „umsonst“ dasselbe Wort wie in Johannes 15,25 für „ohne Ursache“.) Umsonst – der Mensch kann nichts dazu beitragen. Gott hat seinen Sohn als Sühnung für unsere Sünden sterben lassen. Das ist die gerechte Grundlage für seine Rechtsprechung.
Wer unverdientermaßen gerechtgesprochen wurde, bleibt gern vor seinem Heiland stehen, der unverdientermaßen gehasst und ans Kreuz gebracht wurde und unverdientermaßen die Strafe zu seinem Frieden trug (Jesaja 53,5).
Alles, was lieblich ist, alles, was wohllautet, wenn es irgendeine Tugend und wenn es irgendein Lob gibt, dies erwägt.
Philipper 4,8
Kleine Aufmerksamkeiten im täglichen Leben sollten wir nicht verachten. Es ist eigentümlich, dass manche Menschen meinen, im Kreis der nächsten Hausgenossen brauchte man nicht höflich und freundlich zu sein. Man hält es für unnötig, sich gegenseitig ein herzliches Wort als Liebesbeweis zu sagen.
„Das versteht sich doch von selbst, dass man sich lieb hat“, so entschuldigt man sich. „Eltern und Kinder oder Geschwister untereinander können sich doch nicht immer wieder Liebeserklärungen machen!“
Beantworten wir die Briefe, die von herzlicher Freundschaft reden? Danken wir für die Beweise der Teilnahme, die man uns gibt? Lassen wir unsere Verwandten, die in der Ferne sind, nie auf die Nachricht warten, nach der sie sich sehnen? Und regiert auch in allen Dingen unseres häuslichen Bereichs die Liebe Christi? Oder meinen auch wir: „Das versteht sich von selbst“?
Kleine Aufmerksamkeiten sind nie überflüssig. Und anderen nicht wohlgetan zu haben wird uns einmal wehtun. Bedenken wir: Auch im Bereich des täglichen Lebens gilt das Prinzip, dass wir das ernten, was wir gesät haben (2. Korinther 9,6; Galater 6,7.8).
Es war nur ein sonniges Lächeln,es war nur ein freundliches Wort,doch scheuchte es lastende Wolkenund schwere Gedanken fort …
Ein Lächeln kann Schmerzen lindern,ein Wort kann von Sorgen befrein,ein Händedruck Sünde verhindernund Liebe und Hoffnung erneu’n.
Und Samuel nahm einen Stein und stellte ihn auf …, und er gab ihm den Namen Eben-Eser (Stein der Hilfe) und sprach: Bis hierher hat uns der HERR geholfen.
1. Samuel 7,12
Bis hierher hat der HERR geholfen: Das ist wahr für die Vergangenheit, doch es bleibt immer aktuell. Jeden Tag gibt es Erlebnisse und Erfahrungen, die aufs Neue bestätigen: „Bis hierher hat uns der HERR geholfen.“
Uns hat der HERR geholfen: Ganz persönlich haben wir seine Hilfe erfahren. Das macht diesen lebendigen Gott so groß! Er handelt nicht nur allgemein in Zeit, Raum und Geschichte, sondern auch konkret im Kleinen, individuell, sehr nahe und vertraut. Mich und dich meint Er, beschützt Er, unterstützt Er.
Der HERR hat geholfen: Er allein hat die Macht und das Wissen und die Zeit, Er ist allgegenwärtig, und Er ist kompetent. „Bei ihm ist Kraft und vollkommenes Wissen“, und „man nennt seinen Namen: Wunderbarer, Berater, starker Gott, Vater der Ewigkeit, Friedefürst“ (Hiob 12,16; Jesaja 9,5).
Uns ist geholfen worden: Wer Hilfe empfängt, hatte Unterstützung nötig. Wir konnten es allein nicht schaffen; es gab Schuld, Versagen oder schwierige Wegstrecken in unserem Leben. Da hat der HERR uns unterstützt und hat getan, was wir nicht tun konnten. Er hat uns zur Verfügung gestellt, was nötig war. Er war da, wo wir Hilfe brauchten!
„Bis bisher hat uns der HERR geholfen“ – das gilt jedoch nicht nur im Rückblick, sondern das eröffnet uns eine Perspektive nach vorn. Dieses Wort ist Bestätigung, Verheißung und Sicherheit. Darin eingeschlossen ist die Überzeugung, dass dieser Gott sich nicht ändert, dass Er derselbe ist, „gestern und heute und in Ewigkeit“. Ja, „er bleibt treu, denn er kann sich selbst nicht verleugnen“ (Hebräer 13,8; 2. Timotheus 2,13).
Wir haben seine Herrlichkeit angeschaut.
Johannes 1,14
Drei Jahre lang hat Johannes die Herrlichkeit des Herrn Jesus „angeschaut“. Durch seine Berichterstattung können auch wir sie sehen. Bereits im ersten Kapitel seines Evangeliums stellt Johannes uns eine Vielzahl der persönlichen Namen und Titel des Herrn Jesus vor. So ist Er:
„das Wort“ und damit der Ausdruck der Gedanken Gottes. „Im Anfang war das Wort“ bedeutet dabei nicht, dass Er einen Anfang hat, sondern dass Er
ewig
ist. Er war „bei Gott“ und Er ist Gott!
(V. 1)
.
„das wahrhaftige Licht“, das jeden Menschen ins Licht stellt. Doch der Mensch zieht die Finsternis vor.
Geistliches Verständnis aber gibt es nur in Verbindung mit Christus
(V. 9)
.
„der eingeborene Sohn“: Dieser Ausdruck weist nicht auf seine Geburt hin, sondern auf seine Einzigartigkeit. Es gibt keinen wie Ihn, deshalb konnte auch nur Er den Vater offenbaren
(V. 18)
.
„der Prophet“: Mose hatte einen Propheten angekündigt, „auf ihn sollt ihr hören“. Dieser Prophet ist der Herr Jesus
(V. 21; 5. Mose 18,15)
.
„das Lamm Gottes“: Der Herr Jesus starb am Passahfest; Er war das wahrhaftige Passahlamm
(V. 29; 1. Korinther 5,7)
.
„der Messias“: Der Herr Jesus ist „der Gesalbte“ – „der Christus“. Er ist der von Gott gesalbte Prophet, Priester und König
(V. 41)
.
„der König Israels“, wie Nathanael Ihn nennt. Auch in Psalm 2 wird der „König auf Zion“ gleichzeitig als Sohn Gottes vorgestellt
(V. 49; Psalm 2,6.12)
.
„der Sohn des Menschen“: Seine Herrschaft wird sich auch über die Himmel erstrecken und alle Engel werden Ihm dienen
(V. 51)
.
Eine Fülle von Herrlichkeit, die uns zur Anbetung stimmt, wenn wir darüber nachsinnen!
Und Ittai, der Gatiter, zog hinüber mit allen seinen Männern und allen kleinen Kindern, die bei ihm waren.
2. Samuel 15,22
Gat war eine Philisterstadt. Aus ihr stammte der Riese Goliath. Die Gatiter gehörten also zu den Feinden des Volkes Gottes. Umso bemerkenswerter ist, dass Ittai, einer der Heerführer Davids, ursprünglich von dort kam. Doch Ittai hatte sich mit ganzem Herzen auf die Seite Davids geschlagen. Und das in einer Zeit, als David verfolgt und verachtet wurde.
Zwei Charakterzüge von Ittai möchte ich hervorheben: In seiner Treue zu David war Ittai ein Vorbild für andere. Und zugleich hatte er ein Herz für Kinder, für die kleinen Kinder, die zu seiner Familie und seinem Gefolge gehörten.
Ittai begleitete König David erst seit ganz kurzer Zeit, aber das genügte, um nie mehr von seiner Seite zu weichen. Er schätzte und liebte David – komme, was da wolle. Und diese Herzenseinstellung zu seinem König übertrug sich auf alle, die zu ihm gehörten. Ittai war ein Mann mit handfesten Führerqualitäten, mit Autorität und mit Liebe zu den Seinen. Das hatte auch David erkannt, sonst hätte er ihn wohl kaum neben Joab und Abisai zum Militärobersten ernannt (Kap. 18,2). So liegt der Gedanke nahe, dass Ittais Männer ihm nicht nur aus blindem Gehorsam folgten. Sie werden gefühlt und erkannt haben, dass sie mit Ittai auf der richtigen Seite kämpften. Die Treue und Entschiedenheit Ittais hatte sie beeinflusst und mitgerissen. Er war für sie Vorbild und Ansporn zugleich.
Doch auch kleine Kinder folgten Ittai, sicherlich mit ihren Müttern. Das finde ich großartig. Die Formulierung „die bei ihm waren“ spricht Bände. Ittai lagen alle am Herzen, die zu ihm gehörten. Er trug Sorge für sie; und er wollte sie nicht dem Feind überlassen. Sie sollten auch jetzt – bei der Flucht vor Absalom – in seiner Nähe bleiben. Das lässt uns an die Liebe unseres Heilands denken, der wie kein anderer ein Herz für Kinder hatte. Er liebt sie, Er sorgt für sie – für ihre Zukunft, für ihr inneres und äußeres Wohlergehen, und das auch in schweren Zeiten.
Wandelt nur würdig des Evangeliums des Christus.
Philipper 1,27
Meine Rede und meine Predigt war nicht in überredenden Worten der Weisheit, sondern in Erweisung des Geistes und der Kraft.
1. Korinther 2,4
Die Macht des Beispiels
Dem Verkäufer von Mobiltelefonen gingen die Argumente aus. Sein Gesprächspartner reagierte gleichgültig gegenüber allen Vorteilen, die das angepriesene Modell hatte. Bevor der Verkäufer aber seine Sache verloren gab, zog er sein eigenes Telefon aus der Tasche und sagte: „Übrigens habe ich es selbst!“ Plötzlich hellte sich das Gesicht des Kunden auf und … er kaufte das Gerät.
Das eigene Beispiel ist oft das beste Argument! Wir könnten das Evangelium in unserer Umgebung bezeugen und dabei versichern, dass Jesus Christus Frieden und Freude in das Herz gibt – aber sind dieser Frieden und diese Freude in unserem eigenen Leben sichtbar? Wir könnten über Glauben und Vertrauen reden – und doch ständig besorgt sein für den morgigen Tag (Matthäus 6,34). Wir könnten andere ermahnen, die Sünde aufzugeben – aber stimmt unser eigenes tägliches Verhalten damit überein?
Das Evangelium ist Gottes Kraft zum Heil. Wir wissen das und haben es selbst erfahren. Wissenschaftlich „beweisen“ können wir das den Ungläubigen allerdings nicht. Deshalb ist es so wichtig, dass die rettende und verändernde Kraft des Evangeliums in unserem Leben sichtbar wird (Römer 1,16).
Finden wir dieses Prinzip nicht auch in der Geschichte des Gadareners, den der Herr Jesus geheilt hatte? Der Herr gab ihm den Auftrag: „Kehre in dein Haus zurück und erzähle, wie viel Gott an dir getan hat.“ Und dass Gott wirklich dieses Wunder an Ihm vollbracht hatte, konnte jeder leicht an seinem veränderten Verhalten erkennen: Der Mann, vor dem vorher alle ängstlich geflohen waren, war jetzt „bekleidet und vernünftig“ (Lukas 8,39.35).
Mein Sohn, wenn Sünder dich locken, so willige nicht ein.
Sprüche 1,10
In unserer Sprache gibt es einige Wörter, die recht kurz, aber dennoch sehr gewichtig sind. Dazu gehört auch das kleine Wort „nein“. – Wie viel Kraft, Entschiedenheit, Demut und Selbstverleugnung sind oftmals erforderlich, damit wir dieses kurze Wort aussprechen können!
Dabei kommt es natürlich auf die Situation an. Wir meinen hier das entschiedene, gottgemäße Nein zu den Verlockungen der Sünde. – Es gibt ja auch ein Nein der Ablehnung gegenüber Gott oder seinen Geboten. Nicht umsonst wird der Antichrist „der Sohn des Verderbens, der widersteht“ genannt. Von diesem Nein sprechen wir hier nicht.
Es ist nicht immer leicht, zur rechten Zeit ein entschiedenes Nein zu sagen. Doch wir sollten stets, ohne einen Augenblick zu zögern, Nein sagen, wenn das Gewissen oder Gottes Wort uns vor einer Sünde oder einer Gefahr warnen:
„Nein“, wenn uns eine Sache durch Gottes Wort verboten ist, auch wenn andere uns dann Feiglinge nennen.
„Nein“, wenn der Verführer spricht: „Du kannst es ruhig tun, denn niemand sieht und merkt es.“
„Nein“, wenn andere uns an Plätze dieser Welt mitnehmen wollen, während Gottes Stimme uns warnt und wir Schaden an unserer Seele befürchten müssen.
„Nein“, wenn man Gottes Wort verdrehen will.
„Nein“, wenn man schlecht über andere redet.
„Nein“, wenn man uns für mehr ansehen will, als wir in Wahrheit sind.
Doch sprich das Nein nie aus einem stolzen und überheblichen Herzen; sage es freundlich und höflich. Dann werden andere am ehesten deine Überzeugung achten.
Lass mich doch deinen Weg wissen!
2. Mose 33,13
In der Wüste den rechten Weg zu wissen, bedeutet für den Wanderer alles. Ohne ihn ist er verloren, er erreicht nicht das angestrebte Ziel. Auch wir Kinder Gottes heute sind unterwegs als Wanderer durch ein unwegsames, gefahrvolles, uns feindlich gesinntes Gebiet – diese Welt.
Vielleicht stehen wir vor folgenschweren Entscheidungen und wissen im Augenblick nicht, was der Wille des Herrn für uns ist. Dann fühlen wir uns gedrängt, Gott dieselbe Bitte vorzubringen, die Mose in einem entscheidenden Augenblick seines Lebens an Gott richtete: „Lass mich doch deinen Weg wissen!“
Wie gut, dass wir einen gnädigen Gott haben, der unser Vater ist! Er hat für jeden von uns einen Weg: seinen Weg. – Es ist gut, wenn wir nach gewissen Zeit- oder Weg-Abschnitten einmal stehen bleiben und den Weg überdenken, den Er uns bisher geführt hat. Was bleibt uns dann anderes übrig, als dankbar die Gnade Gottes zu rühmen, die wir so reichlich erfahren haben? Wir blicken zurück und bewundern die Gnade; das ist Dankbarkeit. Wir blicken voraus und erbitten weitere Gnade; das ist Vertrauen. „Und nun, wenn ich denn Gnade gefunden habe in deinen Augen, so lass mich doch deinen Weg wissen!“ Das wird dann auch unsere Bitte sein.
Seinen Weg zu kennen, darauf kommt es an! Andere Wege, eigene Wege, führen in die Irre, führen uns ins Unglück. „Da ist ein Weg, der einem Menschen gerade erscheint, aber sein Ende sind Wege des Todes“ (Sprüche 14,12).
Gott hat auch für dich seinen Weg. Vielleicht weißt du im Augenblick nicht, wie es weitergehen soll. Alles liegt noch dunkel vor dir. Oder du hast noch keine Klarheit darüber, wie du dich in der jetzigen Situation entscheiden sollst. Vertraue darauf: Gott hat seinen Weg für dich und Er will ihn dich wissen lassen!
Philippus aber ging hinab in eine Stadt Samarias und predigte ihnen den Christus.
Apostelgeschichte 8,5
Wenn ich Philippus mit einem Wort beschreiben müsste, dann wäre es das Wort bereit. Er war einer von den Christen, die mit Überzeugung sagen: Nimm mein Leben, Herr! Gebrauche mich, wie und wo Du willst! Bei mindestens drei Begebenheiten wird das deutlich:
Er war bereit, zu dienen. Das erste Mal begegnen wir ihm, als es Schwierigkeiten in der Versammlung in Jerusalem gab. Manche hätten diese Situation als Entschuldigung benutzt, um sich nicht mehr aktiv einzubringen. Nicht so Philippus! Er war bereit, für den Herrn und für die Brüder seinen Teil zur Lösung des Problems beizusteuern. Gott konnte ihn gebrauchen, um die Sache zu klären – und „das Wort Gottes wuchs, und die Zahl der Jünger in Jerusalem mehrte sich sehr“ (Kap. 6,7).
Er war bereit, zu predigen. Damals hätte es gute Gründe gegeben, nicht zu predigen: Die Christen wurden verfolgt und zerstreut; zudem hatte Stephanus gerade den Märtyrertod erlitten, weil er das Wort Gottes gepredigt hatte. Wäre es da nicht besser, erst einmal still von Christus zu zeugen? Doch Philippus war bereit, ging in eine Stadt Samarias „und predigte ihnen den Christus“ (Kap. 8,5).
Er war bereit, zu gehen. Die Arbeit in Samaria war gesegnet, „die Volksmengen … achteten einmütig auf das, was von Philippus geredet wurde … Es entstand aber große Freude in jener Stadt“ (Kap. 8,6.8). So hätte er allen Grund gehabt, zu bleiben und sich über den Segen Gottes zu freuen. Doch der Herr wies ihn an, in die Wüste zu gehen – und Philippus ging. Er fragte nicht einmal, warum. Gott wollte, dass der äthiopische Kämmerer das Evangelium hörte – und Philippus war bereit dazu.
Da traten die Jünger für sich allein zu Jesus und sprachen: Warum haben wir ihn nicht austreiben können?
Matthäus 17,19
Weshalb versagen wir oft?
Die Jünger hatten einen Dämon austreiben wollen, doch es gelang ihnen nicht. Der Herr erklärt ihnen die Ursache und belehrt auch uns. Er sagt: „Wegen eures Unglaubens … Diese Art aber fährt nicht aus als nur durch Gebet und Fasten.“
Wenn es an Glauben fehlt, ist die Verbindung mit dem mächtigen Gott nicht wirksam. Woher soll dann die Kraft kommen? Oft folgen dann Entmutigung, Unzufriedenheit und Verzagtheit, weil wir nicht auf Gott vertrauen, für den Schwierigkeiten nichts anderes sind als Stufen zum Sieg. – Lasst uns dann unsere Sünde des Unglaubens bekennen und damit beginnen, einfaches und festes Vertrauen auf Den zu setzen, der für uns lebt und uns den Sieg geben will.
Wie die Antwort des Herrn zeigt, ist ein anderer Grund für den Mangel an Kraft die Trägheit im Gebet. Dann liegt oft ein ungesundes Selbstvertrauen zugrunde. Das Gebet ist ja auch ein Eingeständnis der eigenen Schwachheit, und der Beter zeigt, dass er sich auf Gottes Kraft stützen will. Aber zum Beten benötigen wir Zeit und Geduld, und manchmal ist es ein Ringen. Doch das glaubensvolle Gebet, das Gott alles zutraut, erreicht Gottes Thron und bringt seine Kraft in Bewegung.
Wenn Gottes Kraft wirksam sein soll, darf das Fleisch, unsere eigenliebige, sündige Natur, nicht aktiv werden. Das Fasten lässt uns an eine enthaltsame Lebensführung denken: Im Dienst für den Herrn gilt es Abstand zu nehmen von allen oberflächlichen und selbstsüchtigen Beweggründen, Zielen und Handlungen. Der Pfad der Jüngerschaft ist ein Pfad der Selbstlosigkeit und Selbstverleugnung, aber in der Nachfolge des Herrn finden wir die Kraft dazu. Und seine Anerkennung, sein Segen ist der Lohn.
Als er aber eine sehr kostbare Perle gefunden hatte, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie.
Matthäus 13,46
Es ist ein großer Trost, dass unsere Untreue die Gedanken des Herrn über seine Versammlung (Gemeinde) nicht ändern kann. Deshalb halten wir auch trotz der Spaltungen unter den Kindern Gottes daran fest, dass die Versammlung für den Herrn Jesus für immer diese „eine sehr kostbare Perle“ ist. Sie ist ja seine Leidensfrucht! Aus allen Erlösten gebildet, zu einem Leib vereinigt, besitzt sie in Gottes Augen die ganze Schönheit und Herrlichkeit des Herrn selbst.
Und für diese Versammlung hat der Sohn Gottes alles verkauft, was Er hatte. Er verzichtete nicht nur für eine Zeit auf seine Machtansprüche als König Israels und auf seine Anerkennung als der Prophet, auf den Israel hören sollte, sowie auf seine Rechte als Sohn des Menschen, sondern Er hat sich selbst für die Versammlung hingegeben (Epheser 5,25). So groß war seine Liebe zu seiner Versammlung, so hoch der Kaufpreis für diese eine sehr kostbare Perle!
Wie kommt es, dass es uns oft so schwerfällt, die Erlösten des Herrn in diesem Wert zu sehen? Vielleicht weil wir uns von dem äußeren Erscheinungsbild leiten lassen. Da zeigt sich viel Menschliches und damit auch Mängel und Fehler. Wenn wir das vor Augen haben, sehen wir die Versammlung Gottes nicht so, wie Gott selbst sie in ihrer ewigen Stellung sieht. Dabei ist es doch nötig, diesen Blick „von den Höhen herab“ zu haben, damit wir im Gleichklang mit seinem Herzen und in Frieden untereinander leben (vgl. 4. Mose 23,9.21). Dann preisen wir unseren Gott und Vater für seinen wunderbaren Ratschluss, und wir danken dem Herrn Jesus für seine Liebe und Hingabe bis in den Tod. Die Versammlung bleibt für sein Herz auch in der zukünftigen Herrlichkeit für immer diese eine sehr kostbare Perle!
Und Josaphat, sein Sohn, wurde König an seiner statt. Und er zeigte sich stark gegen Israel.
2. Chronika 17,1
König Asa von Juda hatte sich in seinen letzten Regierungsjahren nicht „stark gegen Israel“ gezeigt. Und als Baesa, der König des Nordreichs Israel, ihn bedrängte, hatte Asa sich mit Gold und Silber aus dem Tempelschatz die Hilfe des Königs von Syrien erkauft (Kap. 16,1-6).
Sein Sohn Josaphat aber setzte die befestigten Städte seines Reiches in verteidigungsfähigen Zustand (Kap. 17,2) und „zeigte sich stark gegen Israel“. Er hatte die Gefahr im Norden erkannt und wusste, worauf es ankam. Deshalb sorgte er vor. Er wartete also nicht auf einen Angriff, sondern war gerüstet. Und seine äußeren Maßnahmen – so vernünftig und notwendig sie auch waren – waren nicht einmal das Entscheidende dabei.
Wir lesen: „Der HERR war mit Josaphat; denn er wandelte auf den früheren Wegen seines Vaters David und suchte nicht die Baalim, sondern er suchte den Gott seines Vaters und wandelte in seinen Geboten und nicht nach dem Tun Israels. Und der HERR befestigte das Königtum in seiner Hand“ (V. 3-5).
Auch die Gläubigen heute haben es mit Feinden zu tun, die ihnen die Freude am Herrn und den Genuss an ihrem geistlichen Besitz rauben und sie zu Fall bringen wollen. Es sind Engelgewalten, „geistliche Mächte der Bosheit“. Deshalb ist es so wichtig, dass auch wir gerüstet sind, bevor es zum Kampf kommt, damit wir „an dem bösen Tag zu widerstehen vermögen“ (Epheser 6,12.13).
Josaphat „suchte den Gott seines Vaters und wandelte in seinen Geboten“. Das ist beispielhaft für uns. Wenn wir bestrebt sind, täglich in Gemeinschaft mit dem Herrn Jesus zu leben, wird Er auch mit uns sein und unseren Glaubensweg und unseren geistlichen Besitz „befestigen“.
Ich will dich unterweisen und dich den Weg lehren, den du wandeln sollst; mein Auge auf dich richtend, will ich dir raten. Seid nicht wie ein Ross, wie ein Maultier, das keinen Verstand hat; mit Zaum und Zügel, ihrem Schmuck, musst du sie bändigen, sonst nahen sie dir nicht.
Psalm 32,8.9
Hier werden mir zwei Alternativen für mein Leben vorgestellt: Bei der einen bin ich mit Gott unterwegs, bei der anderen kämpfe ich gegen Ihn.
Ich kann mich von Gott unterweisen, belehren und beraten lassen. Dann führt und leitet Er mich durch sein Wort und durch seinen Geist. Ich genieße die Nähe und Gemeinschaft mit Ihm, höre auf Ihn, nehme seine Belehrungen an und erkenne seinen Willen. Er stellt mir gute Prioritäten und erstrebenswerte Ziele vor, und Er gibt mir Stück für Stück Klarheit über meinen Lebensweg. Sein Auge ruht auf mir und Er redet zu mir. Das gibt mir Orientierung und Sicherheit. So bekommt mein Leben einen Inhalt und ein Ziel, und ich bin erfüllt „mit der Erkenntnis seines Willens in aller Weisheit und geistlicher Einsicht“ (Kolosser 1,9).
Aber es gibt auch den anderen Weg: Da muss ich „mit Zaum und Zügel“ gebändigt werden; da gibt es Warnhinweise, Hindernisse und Umwege. Da habe ich es nicht mit seinem Auge, sondern mit seiner Hand zu tun, die eingreift. Da werden „Zaum und Zügel“ nötig, um mich zurückzuhalten, mich herumzureißen und meinen Eigenwillen in Schranken zu halten. Es ist ein Weg ohne Verstand, ohne Konzept, ohne Ziel – und auch ohne innere Freude.
Gott möchte auf meinem Lebensweg Herr sein! Eine solche Lebensführung wird Ihn ehren – und mich glücklich machen, denn dann bin ich nicht mehr in meinem, sondern in seinem Willen unterwegs! Deshalb wünsche ich mir mit Hiob: „Ich will dich fragen, und du belehre mich!“ (Hiob 42,4).
Brüder, betet für uns.
1. Thessalonicher 5,25
Betet füreinander …; das inbrünstige Gebet eines Gerechten vermag viel.
Jakobus 5,16
Betet füreinander!
Wenn man in Kenia mit der Fähre von Mombasa nach Likoni fahren will, braucht man viel Geduld. Fliegende Händler profitieren davon. Sie bieten ihre Waren den Fahrern der Autos an, die sich in die Warteschlange einreihen.
Ich sitze am Steuer meines Autos, das in der Warteschlange steht, und sehe einen etwa zehnjährigen Jungen auf mich zukommen. Er spricht mich an. Mir fällt auf, dass seine Backe tiefe Spuren von Verbrennungen trägt. Ich frage ihn, ob er Jesus Christus kennt. Da antwortet er mit einem Lächeln: „Natürlich – Er ist mein Erretter!“ Ich gebe ihm dann ein Heftchen, das vom Guten Hirten spricht. Fröhlich läuft er davon, sein Geschenk in der Hand.
Doch bald kommt er zurück und fragt mich: „Haben Sie noch mehr Hefte? Meine Freunde möchten auch gern eins.“ Nur zu gern gebe ich ihm noch einige. Und ich bitte ihn, auch den Fahrern, die auf der anderen Seite warten, evangelistische Schriften zu geben. Ermunternd sage ich: „Jetzt bist du ein kleiner Missionar!“ Ganz zufrieden läuft er, um den Auftrag auszuführen. Nach einer Stunde Wartezeit kommen wir der Fähre näher. Da kommt mein kleiner Freund wieder angelaufen und ruft mir zu: „Hey, ich habe vergessen, Ihnen zu sagen, dass ich Garry heiße. Werden Sie für mich beten?“
Beten wir füreinander? Die Bibel ermahnt uns dazu. Wer kann die Wohltaten aufzählen, die wir empfangen, weil Brüder und Schwestern im Glauben für uns beten? – Ich werde bestimmt nicht vergessen, für Garry zu beten, meinen kleinen Freund in Kenia.
Der Herr sprach zu den Aposteln: Als ich euch ohne Geldbeutel und Tasche und Sandalen sandte, fehlte es euch wohl an etwas? Sie aber sagten: An nichts.
Lukas 22,35
Mir mangelt nichts!In meinem ganzen Lebenhat Gott mir alles, ja noch weit, weit mehr,als ich bedarf, als ich gedacht, gegeben.Er ist mein Gott von meiner Jugend her.Er sorgt für mich, sein heil’ges Wort verspricht’s:Mir mangelt nichts!
Mir mangelt nichts!So darf ich täglich sprechen,ob Sonnenschein, ob Wolken auch mein Teil.Was kann dem fehlen, was kann dem gebrechen,der in Gott selbst gefunden ew’ges Heil?Er lebt von Gnade, geht den Weg des Lichts:Ihm mangelt nichts!
Mir mangelt nichts!Der Herr trägt meine Lasten,Er gibt mir über Bitten und Verstehn.Ich darf an seinem treuen Herzen rastenund – selbst ohnmächtig – lauter Wunder sehn.Ich sag es ohne Schatten des Verzichts:Mir mangelt nichts!
Mir mangelt nichts!Mein Herz ist voller Wonne,Er sättigt mich in seiner Gegenwart.Er ist mir alles hier und bleibt die Sonne,auf deren Aufgang still die Seele harrt.Bald jauchz ich dort im Glanz des ew’gen Lichts:Mir mangelt nichts!
Hedwig von Redern
Joas tat, was recht war in den Augen des HERRN, solange der Priester Jojada ihn unterwies.
2. Könige 12,3
Keine Frage: Weil Gott die Geschichte Israels so aufschreiben ließ, gibt es auch für uns viel daraus zu lernen. Hier nun das Urteil Gottes über den jungen König Joas.
Es ist richtig und natürlich, wenn jüngere Menschen sich im Verhalten zunächst nach den Belehrungen der Eltern und Älteren richten. Ganz offensichtlich erkennt Gott das Gute an, auch wenn es nur durch den Einfluss anderer zustande kommt. Und niemand darf das abwerten; denn es hat nichts mit Heuchelei zu tun. – Aber jede Erziehung muss andererseits zur eigenen Verantwortung des jungen Menschen hinführen. Eines Tages muss er selbst vor Gott für sein Tun Rechenschaft ablegen.
Liest man in der Geschichte von Joas weiter, dann wird deutlich, dass er diese Lektion nicht gelernt hatte. Offensichtlich hatte er nie ein persönliches Verhältnis zu seinem Gott entwickelt. Er war nur ein „Mitläufer“ unter den Gläubigen. Und das sollte sich einmal bitter rächen. Als dann die Obersten von Juda, wie es dort weiter steht, mit all den Zeichen der Anerkennung zu Joas kamen, da folgte er wie gewohnt ihrem Rat, obwohl dieser jetzt ganz gottfeindlich war. Joas wurde ein Götzendiener! Aber nicht nur das: Er entledigte sich des vom Herrn gesandten Mahners, des Priesters Sekarja, und ließ ihn ermorden (2. Chronika 24,17-22).
Gott sandte Feinde, um den König zu strafen, und Joas selbst kam um. Schreckliches Ende für einen Mann, der so verheißungsvoll begonnen hatte! In dieser schlimmen Form muss sich das heute nicht unbedingt wiederholen. Das aber gilt noch immer: Wenn jemand seine Sache mit Gott nicht selbst ins Reine bringt und vor Ihm lebt, dann rettet ihn keiner vor dem kommenden Gericht, gleichgültig, wie angepasst er früher gelebt hat.
Und er weidete sie nach der Lauterkeit seines Herzens, und mit der Geschicklichkeit seiner Hände leitete er sie.
Psalm 78,72
In Psalm 78 beschreibt Asaph, wie Gott mit großer Barmherzigkeit seinem Volk begegnet: wie Er sich ihrer immer wieder annimmt trotz ihres Unglaubens und Ungehorsams. Asaph endet mit dem Hinweis auf David, den Mann nach dem Herzen Gottes, der das Volk Israel als König weidete und leitete (1. Samuel 13,14).
Der wahre David, unser Herr Jesus, weidet uns vollkommen „nach der Lauterkeit seines Herzens“. Er steht zu seinen Zusagen. „Treu ist er, der euch ruft; er wird es auch tun“ (1. Thessalonicher 5,24). Er hat nur „Gedanken des Friedens und nicht zum Unglück, um uns Ausgang und Hoffnung zu gewähren“ (Jeremia 29,11).
Der Herr Jesus leitet uns „mit der Geschicklichkeit seiner Hände“. Ein schöner Ausdruck! Entdecken wir seine Geschicklichkeit nicht oft in unserem Leben? Der Herr lenkt die Dinge so „geschickt“, „dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken“. Gegenüber seiner Geschicklichkeit sind wir alle arme Stümper. Statt die Führung unseres Lebens selbst in die Hand zu nehmen, wollen wir lieber darauf vertrauen, dass Er uns mit Geschicklichkeit leiten wird. Manchmal lässt seine Geschicklichkeit uns allerdings auch durch Not gehen. Dann denken wir an das Wort: „Das schnell vorübergehende Leichte unserer Drangsal bewirkt uns ein über jedes Maß hinausgehendes, ewiges Gewicht von Herrlichkeit“ (Römer 8,28; 2. Korinther 4,17).
Ihn, Ihn lass tun und walten!Er ist ein weiser Fürstund wird sich so verhalten,dass du dich wundern wirst,wenn Er, wie Ihm gebühret,mit wunderbarem Rat,das Werk hat ausgeführet,das dich bekümmert hat.
Ich tue euch aber kund, Brüder, das Evangelium, das ich euch verkündigt habe, das ihr auch angenommen habt …: dass Christus für unsere Sünden gestorben ist nach den Schriften; und dass er begraben wurde und dass er auferweckt worden ist.
1. Korinther 15,1-4
Er hat selbst unsere Sünden an seinem Leib auf dem Holz getragen.
1. Petrus 2,24
Bitterkeit und Freude
Als die Israeliten aus Ägypten auszogen, mussten sie das Passahlamm essen, und zwar „mit bitteren Kräutern“. Diese feierliche Handlung ist ein Vorbild auf die sühnenden Leiden Christi, der das wahre „Lamm Gottes“ werden sollte (2. Mose 12,8; Johannes 1,36; 1. Petrus 1,19).
Der Herr Jesus musste den Zorn Gottes über die Sünde auf sich nehmen; und die Gläubigen empfinden mit Schmerz ihre Verantwortung für das, was ihr Herr erduldet hat. Der Gedanke beugt sie nieder, dass sie durch ihre Sünden und durch ihren verlorenen Zustand den Herrn dahin gebracht haben, am Kreuz für sie zu sterben. So „essen“ sie die „bitteren Kräuter“.
Vielleicht meint jemand: Durch das Werk Christi am Kreuz sind wir errettet worden und haben Vergebung empfangen. Darüber freuen wir uns und unsere Herzen sind nur voller Lob und Dank dafür! – Zweifellos liegt hier eine unerschöpfliche Quelle für unsere Freude und Dankbarkeit. Aber dürften wir je vergessen, dass Christus unsere Sünden getragen und unter dem Gericht Gottes für unsere Schuld so unendlich schwer gelitten hat? Sollten wir nicht auch dafür angemessene Empfindungen haben?
Der Ernst, den man angesichts der Leiden empfindet, die Christus für uns erduldet hat, und die Freude der Errettung schließen einander nicht aus, sondern ergänzen sich. Beides gehört zusammen, wenn wir verstehen, was das Kreuz bedeutet.
Es hat ja Christus einmal für Sünden gelitten, der Gerechte für die Ungerechten, damit er uns zu Gott führe.
1. Petrus 3,18
Ich achte auch alles für Verlust wegen der Vortrefflichkeit der Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn.
Philipper 3,8
Ramon kommt aus einer Brahmanen-Familie, also aus der höchsten Gesellschaftsschicht in Indien. Er hat Yoga und hinduistische Meditation praktiziert, um in Beziehung zur Gottheit zu treten. Er hat die Götter in den Hindu-Tempeln verehrt, bis er sich zu fragen begann, ob er dadurch wirklich zu Gott finden könne.
Dann begann Ramon, die Bibel zu lesen. Er bewunderte Jesus wegen seiner Menschenfreundlichkeit. Ob er wirklich der Sohn Gottes war? Außerdem hatte er den Frieden bemerkt, den viele Christen ausstrahlten. Einen solchen Frieden konnten ihm viele Jahre Meditation nicht vermitteln. Dennoch war er entschlossen, die Wahrheit im Hinduismus zu suchen.
Als Ramon eines Tages einen Film über das Leben Jesu sah, wurde ihm klar, dass Christus als Mensch auf der Erde das Leiden kennengelernt hatte. Zuvor hatte er immer gedacht, dass Jesus sich seiner übernatürlichen Kräfte bedient habe, um allen Schmerzen zu entgehen.
Ramon prüfte das anhand der Bibel und fragte sich: Wie konnte Jesus eine solche Strafe für Sünder erdulden? – Seine Leiden und sein Tod berührten ihn zutiefst. Als er über diesen überwältigenden Beweis der Liebe Jesu nachdachte, wurde Ramon klar, dass er selbst ein Sünder war und das Sühnopfer Christi nötig hatte. Da beschloss er, seinen herausragenden Status als Brahmane aufzugeben und sich Jesus, dem Retter, anzuvertrauen.
Später erklärte er: „Von da an hatte alles andere seine Anziehungskraft für mich verloren.“ Er hatte den Mittelpunkt des christlichen Glaubens entdeckt: Jesus, den Heiland der Welt.
Erweist allen Ehre.
1. Petrus 2,17
Wie könnt ihr glauben, die ihr Ehre voneinander annehmt?
Johannes 5,44
Im Staat wie im Arbeitsleben gibt es höhergestellte Personen, die mit einer entsprechenden Autorität bekleidet sind. Gott will, dass wir diese Autorität anerkennen und solche Personen ehren: „Gebt allen, was ihnen gebührt: … die Ehre, dem die Ehre gebührt“ (Römer 13,7).
Auch Petrus schreibt im zweiten Kapitel seines ersten Briefes von der besonderen Achtung, die wir solchen höhergestellten Menschen schuldig sind. Doch in unserem ersten Tagesvers heißt es zunächst: „Erweist allen Ehre.“ Das geht sehr weit und bezieht sich auf alle Menschen: ob gläubig oder ungläubig, ob angesehen oder nicht. Jeder Mensch ist ein Geschöpf Gottes und hat einen besonderen Wert für Ihn. Daran sollten wir bei all unseren Begegnungen mit Menschen stets denken!
„Allen Ehre erweisen“ – das bedeutet: Ich will mein Gegenüber so sehen, wie Gott ihn sieht, und mich dementsprechend verhalten. Und der andere soll das spüren – auch im täglichen Umgang. Er soll deutlich merken, dass ich ihn wertschätze und dass er mir nicht gleichgültig ist.
Das ist kein Widerspruch zum Wort des Herrn Jesus im Johannes-Evangelium. Der Herr will nicht, dass wir Ehre voneinander annehmen. Damit ist etwas ganz anderes gemeint. Viele der religiösen Führer damals verglichen sich miteinander, jagten nach Ansehen und lobten einander übermäßig. Ihr eigenes Ich stand im Mittelpunkt ihres Denkens, und das hinderte sie daran, zum Herrn Jesus zu kommen.
Diese Neigung zur Selbstsucht findet sich nach wie vor auch im „Fleisch“, in der alten Natur des Gläubigen. Aber Ehre für uns selbst zu suchen oder auch nur anzunehmen, das gehört sich nicht für uns. Wir sollten Gott jede Ehre geben, „denn was haben wir, das wir nicht von Gott empfangen haben“? (1. Korinther 4,7).
Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir; schau nicht ängstlich umher, denn ich bin dein Gott; ich stärke dich, ja, ich helfe dir, ja, ich stütze dich mit der Rechten meiner Gerechtigkeit.
Jesaja 41,10
Warum wir uns nicht zu fürchten brauchen
Immer wieder ruft uns Gottes Wort ermunternd zu: Fürchte dich nicht! – Auch da, wo Gott diese Aufforderung an sein irdisches Volk Israel richtet, dürfen wir uns eine solche Verheißung im Glauben praktisch zu eigen machen. Ein Beispiel dafür ist unser Bibelwort aus dem Propheten Jesaja. Darin gibt Gott mehrere wichtige Gründe dafür an, warum der Gläubige, sich nicht zu fürchten braucht. Es sind:
seine Gegenwart:
„Denn ich bin mit dir.“ Die Tatsache, dass der große Gott in allen Lebensumständen bei uns ist, ist ein starker Trost!
seine Beziehung zu uns:
„Denn ich bin
dein
Gott.“ Wenn wir uns an der Beziehung zu Gott und dem Herrn Jesus erfreuen, in die uns der Glaube gebracht hat, gibt uns das Frieden in jeder Lebenslage. Für den Christen ist diese Beziehung zudem noch inniger als für Israel damals, denn sie kennen Gott als ihren Vater.
seine Zusicherung von Kraft:
„Ich stärke dich.“ Was für eine Ermunterung bei Schwachheit, Schwierigkeiten und Widerstand!
seine Zusicherung von Hilfe:
„Ja, ich helfe dir.“ Dazu gehören seine Leitung, Unterstützung und Bewahrung.
seine Zusicherung, dass Er uns aufrechterhalten wird:
„Ja, ich stütze dich mit der Rechten meiner Gerechtigkeit.“ Hierbei dürfen wir auch an seine Treue denken, mit der Er alle seine Verheißungen erfüllt. Er wird uns sicher ans Ziel bringen!
Obwohl ich euch vieles zu schreiben habe, wollte ich es nicht mit Papier und Tinte tun, sondern ich hoffe, zu euch zu kommen und mündlich mit euch zu reden, damit unsere Freude völlig sei.
2. Johannes 12
Es ist nicht schwer, einem geliebten Menschen einen Gruß zu schicken. Das ist eine schöne Geste und geht heute sehr schnell. Eine kurze E-Mail mit guten Wünschen kann eine große Ermunterung bedeuten. Eine Karte oder ein Brief zu bestimmten Zeiten bezeugt ebenfalls Liebe und Zuneigung. Der Apostel Johannes hat „der auserwählten Frau und ihren Kindern“ einen solchen Brief geschrieben, mit wichtigen geistlichen Hinweisen. Dieser Brief ist inspiriert durch den Geist Gottes und uns in der Bibel erhalten geblieben. Ein wahrer Hirtenbrief!
Doch der Apostel Johannes sagt in unserem Vers, dass er noch mehr beabsichtigt: Er will persönlich mit dieser Familie zusammentreffen. Das hat er sich vorgenommen. Er weiß, dass es manchmal Dinge gibt, die nicht für fremde Ohren bestimmt sind, weil es um persönliche Angelegenheiten geht. Die Unterhaltung erfordert dann eine besondere Atmosphäre: Ruhe, Zeit und einen persönlichen Austausch. Der Apostel wollte der Frau mit seiner Ankündigung, dass er sie und ihre Kinder – und möglicherweise auch die Versammlung in ihrem Haus – besuchen möchte, keine Angst machen. Im Gegenteil, sie wollten sich miteinander freuen. Freuen in ihrem gemeinsamen Herrn und Heiland und über den Glaubensweg, den sie „in Wahrheit und Liebe“ gingen.
Was für eine Ermunterung ist es oft für die Gläubigen, sich zu besuchen, sich über das auszutauschen, was sie bewegt, und gemeinsam dafür zu beten. Das trägt dazu bei, mutig und im Vertrauen auf den Herrn den Glaubensweg fortzusetzen. Welche Freude auch, wenn die ganze Familie mit in diesen Geist der Liebe hineingezogen wird. Das lag dem Apostel sehr am Herzen. – Solche Besuche machen froh und glücklich!
David sprach in seinem Herzen: Nun werde ich eines Tages durch die Hand Sauls umkommen; mir ist nichts besser, als dass ich schnell in das Land der Philister entkomme, und Saul wird von mir ablassen, mich weiterhin im ganzen Gebiet Israels zu suchen.
1. Samuel 27,1
David ist auf der Flucht vor Saul. Eine angespannte Situation, aus der er einen Ausweg sucht. Er denkt nach und kommt zu dem Ergebnis: Das Beste ist, ich gehe ins Land der Philister. – Die Idee erscheint ihm gut, und so macht er sich auf und geht „zu Achis, dem König von Gat“ (V. 2). Leider zeigt die weitere Begebenheit, dass der gewählte Weg nicht dem Willen Gottes entspricht. Es ist eine Entscheidung ohne Gott!
Manchmal suchen auch wir einen Ausweg aus einer Situation, machen uns Gedanken und entscheiden uns für das, was in unseren Augen das Beste ist. Später müssen wir dann erkennen, dass wir die Wahl ohne Gott getroffen haben, dass der Weg nicht seine Zustimmung hatte. Vorsicht deshalb bei Schlussfolgerungen wie „Das ist das Beste für mich oder für meine Familie“! – Haben wir die Entscheidung mit Gott getroffen?
Dann ist da noch Davids Beweggrund für seine Wahl: Wenn er nach Gat flieht, erwartet er, dort nicht mehr von Saul verfolgt zu werden. Und tatsächlich: Saul „suchte ihn fortan nicht mehr“ (V. 4). Er erreicht, was er will; seine Flucht verschafft ihm eine Atempause; anscheinend gibt der Erfolg ihm recht. War seine Entscheidung deshalb richtig?
