Beschreibung

Das Buch zur Serie "Der Hundeprofi" auf VOX. Der Hundeprofi Martin Rütter nimmt die Probleme der Hundehalter ernst, zeigt ihnen neue Wege und verhilft ihnen so zu einem besseren Zusammenleben mit dem Hund. Die Hundehalter werden über Monate betreut und in ihrem persönlichen Umfeld gecoacht. Denn es ist die Verbesserung der Mensch-Hund-Beziehung, die Martin Rütter am Herzen liegt.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
oder

Dieses E-Book ist die digitale Umsetzung der Printausgabe, die unter demselben Titel bei KOSMOS erschienen ist. Da es bei E-Books aufgrund der variablen Leseeinstellungen keine Seitenzahlen gibt, können Seitenverweise der Printausgabe hier nicht verwendet werden. Stattdessen können Sie über die integrierte Volltextsuche alle Querverweise und inhaltlichen Bezüge schnell komfortabel herstellen.

10 Jahre „Der Hundeprofi“ bei VOX

„Der Hundeprofi“ bei VOX feiert tatsächlich sein zehnjähriges Bestehen. Eine Marke, die mich gleichzeitig mit Stolz, Dankbarkeit und Vorfreude erfüllt.

Mit einem Format ohne Unterbrechung eine so lange Wegstrecke zu absolvieren, ist in der heutigen, schnelllebigen und durch digitale Einflüsse stark veränderten Fernsehlandschaft sicher keine Selbstverständlichkeit. Dabei weiß ich es überaus zu schätzen, dass mir VOX als echter Partner dieses Revier gibt, in welchem ich mich ohne inhaltliche Vorgaben und Beschneidungen seitens des Senders zum Wohle der Mensch-Hund-Beziehung entfalten kann. In allererster Linie bin ich aber den Protagonisten dankbar, die sich mit ihren Hunden vertrauensvoll mit mir vor die Kamera gewagt haben, und natürlich Ihnen, den unzähligen Hundemenschen da draußen, die mich als Hundeprofi schon so viele Jahre treu begleiten.

© Klaus Grittner/Kosmos

EIN FORMAT MIT MEHRWERT

Die jüngsten Staffeln des Formats kennzeichneten die erfolgreichsten in der Historie des Hundeprofis, was unterstreicht, dass einerseits der Hund mehr denn je eine enorm wichtige Rolle in unserer Gesellschaft spielt, andererseits die Leute sich nach authentischen, unterhaltsamen Formaten mit Mehrwert sehnen. Die Zuschauer verfügen über eine sehr sensible Spürnase, wenn es um Glaubwürdigkeit geht. Dieser Verantwortung bin ich mir vollkommen bewusst. Beim Hundeprofi wird nichts inszeniert, nichts gefakt. Das ist mir extrem wichtig, daran wird niemals gerüttelt werden. Die Fälle sind durch die Bank echt, wir gehen aufrichtig mit den Leuten um, sie werden von uns über Wochen und Monate professionell unterstützt. Denn Hundetraining funktioniert nicht im Schnellverfahren auf Knopfdruck, sondern erfordert in der Regel intensive Arbeit über einen längeren Zeitraum. Ich denke, diese Authentizität stellt einen elementaren Erfolgsfaktor dieser Sendung dar.

FACHKOMPETENZ UND SPASS

Dazu gesellen sich Fachkompetenz, ohne die geht es nicht, und vor allem Spaß. Weil auch das wird häufig verkannt. Der Umgang, die Arbeit mit Hunden darf und soll Spaß machen. Ich jedenfalls verspüre schon jetzt eine große Vorfreude auf die vielen Mensch-Hund-Teams, die mir als Hundeprofi noch begegnen werden. Und mindestens genauso freue ich mich, dass wir passend zum Zehnjährigen dieses Hundeprofi-Buch mit vielen tollen Fällen aus den bisherigen Staffeln veröffentlicht haben. Sie halten also mit diesen Seiten ein Stück Fernsehgeschichte in den Händen, die wir hoffentlich noch lange fortschreiben werden. Ich wünsche Ihnen jedenfalls ganz viel Spaß beim Lesen.

Ihr

Glücklich mit Hund

© Klaus Grittner/Kosmos

Hunde mit Handicap

Nicht nur Menschen, auch Hunde können die unterschiedlichsten Handicaps haben. Rücksichtnahme gehört dazu, möchte man zusammen glücklich werden.

Es gibt blinde und taube Hunde, Hunde, denen ein Bein amputiert werden musste, oder gelähmte Hunde. Auch wenn diese Hunde in einigen Bereichen des Lebens Einschränkungen hinnehmen müssen, genießen sie ihr Leben meist in vollen Zügen. Gerade dann, wenn das Handicap von Geburt an besteht, sind diese Hunde es letztendlich nicht anders gewohnt. Für sie stellt diese Einschränkung in der Regel kein großes Problem dar, denn sie kennen das Leben nicht anders. Mitleid ist daher fehl am Platz. Vielmehr muss der Mensch sich auf den Hund einstellen und das gemeinsame Leben auf die besonderen Bedürfnisse des Hundes anpassen.

STRASSENHUND IN NEPAL

Attila hat sich zu einem wunderschönen Rüden entwickelt, der das Leben in Deutschland trotz seines Handicaps genießt.

EINE BEWUSSTE ENTSCHEIDUNG

Wer sich jedoch bewusst für einen Hund mit Handicap entscheidet, muss sich über die Aufgabe, die er damit auf sich nimmt, im Klaren sein. Es können neben größeren finanziellen Belastungen durch eventuelle Operationen, Medikamente oder physiotherapeutische Behandlungen auch Einschränkungen im Alltag auf das Mensch-Hund-Team zukommen. Wer in einem Haus mit vielen Treppen wohnt, wird einem gelähmten Hund oder einem Hund mit einer fehlenden Vordergliedmaße nur schwer das richtige Zuhause bieten können. Auch Urlaubsdomizile müssen entsprechend ausgewählt werden. Und doch lohnt sich dieser Mehraufwand.

© Klaus Grittner/Kosmos

Zu erleben, wie der Hund fröhlich durchs Leben geht und sich dabei vertrauensvoll an seinem Menschen orientiert, zeigt, dass man alles richtig gemacht hat bei der Entscheidung, einen gehandicapten Hund aufzunehmen.

ATTILA, ZURÜCK INS LEBEN

Doris Müller ist das große Glück von Attila. Der Mischlingsrüde kam in Nepal aufgrund zweier zusammengewachsener Lendenwirbel mit gelähmten Hinterläufen zur Welt und fristete dort als Straßenhund sein Dasein. Gerade als er versuchte, im Großstadtverkehr von Kathmandu eine vielbefahrene Straße zu überqueren, wurde die Pilgerin Doris auf ihn aufmerksam. Für sie stand fest: Der Hund bleibt nicht in Asien! Nur mit einigen Schwierigkeiten gelang es ihr, Attila mit nach Deutschland zu nehmen und ihn so vor dem sicheren Tod zu retten.

Attila ist ein verschmuster Rüde, der das Zusammenleben mit Doris genießt.

Flott im Rollstuhl unterwegs

Heute lebt der gehandicapte Rüde bei Doris in Köln und fährt mit einem Hunde-Rollstuhl durch die Welt. Leider ist er damit oft schneller und eigenständiger unterwegs als Frauchen das lieb ist. Sind andere Hunde in Sicht, spielt sie keine Rolle mehr und Attila ist weg, um die anderen Hunde zu begrüßen. Eines ist für Doris klar: Ihr Attila muss hören. Und zwar auf sie. Aber wie erzieht man einen gelähmten Rüden? Insbesondere wenn man überhaupt keine Erfahrung mit Hunden hat. Doris bittet Hundeprofi Martin Rütter um Hilfe.

BESUCH VON MARTIN RÜTTER

Als Martin Rütter Attila kennenlernt, überrascht dieser ihn mit einer erstaunlichen Mobilität. Selbst ohne Rollstuhl ist der Rüde in der Wohnung flott unterwegs und begrüßt begeistert den Besuch. Attila ist mittlerweile 15 Monate alt und damit längst erwachsen geworden. Auch wenn der Rüde die Beine ein wenig bewegen kann, also nicht vollständig gelähmt ist, kommt eine Operation für Doris nicht in Frage. Zwar kann sich der gesundheitliche Zustand des Rüden durch eine Operation eventuell verbessern, da er noch Reflexe zeigt und Gefühl in den Beinen hat. Die Operation kann aber auch dazu führen, dass sich die Mobilität von Attila verschlechtert und er dann eingeschläfert werden müsste.

Attila kommt mit seiner Einschränkung gut zurecht. Den Rollstuhl kennt er schon von Welpe an und ist gut an diesen und die Fortbewegung damit gewöhnt. Somit gibt es für Doris keinen Grund, an der momentanen Situation etwas zu ändern.

In der Wohnung kann sich Attila problemlos auch ohne Rollstuhl bewegen.

Glücklich und zufrieden liegt Attila nach dem Spaziergang in seinem Körbchen.

Mit Schwung in den Park

Was sich jedoch ändern muss, ist das Zusammenspiel von Doris und Attila. So entspannt Attila in der Wohnung ist, so agil ist er draußen unterwegs. Martin schaut sich die Problematik auf einem Spaziergang an. Und tatsächlich, kaum im nahe gelegenen Park angekommen, nimmt der Rüde „Fahrt auf“ und flitzt in seinem Rollstuhl davon. Denn es gibt schließlich viel zu erkunden. Überall muss er schnüffeln, alles ist für ihn interessant. Außer Frauchen. Auch wenn diese ständig mit Attila spricht und auf ihn einredet, reagiert der Rüde so gut wie gar nicht darauf. „Attila, komm mal her. Attila, schau mal, hier, der nette Hund. Attila, was machst du denn da? Du bist ja wieder flott unterwegs! Attila, das ist doch wirklich wunderschön hier!“ So geht es fast den ganzen Spaziergang über.

Auf dem Spaziergang ignoriert Attila Doris, er reagiert weder auf Rufen noch auf Locken.

Hundekumpels in Sicht

Trifft Attila auf andere Hunde, gibt es für ihn kein Halten mehr, dann ist Frauchen ganz abgemeldet und der Rüde entfernt sich durchaus auch sehr weit. Die anderen Hunde reagieren dabei ganz normal auf Attila. Erst beschnuppert man sich gegenseitig, danach geht man entweder seiner Wege oder aber es wird ein Tobespiel gestartet. Da kann Doris dann rufen, so viel sie will. Attila kommt erst, wenn er genug gespielt hat!

In vollem Tempo geht es los zur wilden Jagd, auch mit Rollstuhl kein Problem.

EINSCHÄTZUNG DER SITUATION

Für Martin steht schnell fest: Attila ist ein ganz normaler Hund, der zum Halbstarken herangewachsen ist und einfach macht, was er will. Ein lebenslustiger und froher Hund ohne jegliche Erziehung, für den Frauchen nicht wirklich spannend ist.

Diese Diagnose trifft Doris erst einmal sehr, denn sie hat es doch wirklich immer gut mit Attila gemeint, sie liebt ihn über alles. Doch genau darin liegt das Problem: Doris hat über der Sorge aufgrund der Einschränkung von Attila vergessen, dass er genauso wie jeder andere Hund Erziehung braucht und man ihm Grenzen setzen muss. Zudem ist er ein junger, aktiver Hund, der zwar körperlich eingeschränkt ist, geistig aber dennoch gefordert werden möchte.

Auch bei Handicap sind Regeln wichtig

Gerade bei Hunden mit einer schweren Erkrankung neigen wir Menschen dazu, diese Hunde vollständig umsorgen zu wollen. Dabei haben diese Hunde jedoch das große Los gezogen: Sie sind zu uns gekommen und werden in Bezug auf ihre Erkrankung bestens betreut. Daher muss eigentlich noch viel mehr der Anspruch gelten, ihnen ein normales und hundegerechtes Leben wie eben möglich zu bieten. Und dazu gehören Regeln und Konsequenz genauso wie die Erfüllung der Bedürfnisse des Hundes.

BESTÄNDIGKEIT

Hunde brauchen einen Menschen, der ihnen Sicherheit und Beständigkeit bietet und mit demsie gemeinsam durch das Leben gehenkönnen. Dabei spielt es keine Rolle, ob ein Hundjung oder alt, gesund oder krank ist oder etwa mit einemHandicap leben muss. Ein Hund wird sich nur dann an seinem Menschen orientieren und diesem vertrauen, wenn dieser den Hund in seinen Bedürfnissen versteht, ihm Rückhalt bietet und der Hund genau weiß, was von ihm erwartet wird.

Attila weiß genau, was er will. Er wickelt Frauchen mit nur einem Blick um den Finger.

Training mit Martin

TRAINING MIT MARTIN — SCHRITT 1

Doris muss zuerst einmal spannend für Attila werden. Der Rüde langweilt sich auf den Spaziergängen und beschäftigt sich bisher selbst, indem er schnüffelt und die Welt erkundet. Das soll ab sofort anders werden. Attila soll lernen, einen mit Futter gefüllten Beutel zu apportieren. Dies ist auch mit Rollstuhl kein Problem, solange Doris den Futterbeutel nicht mitten in ein Gebüsch wirft.

Dem Futterbeutel hinterher

Damit Attila mit dem Futterbeutel nicht weglaufen kann, befestigt Martin an seinem Geschirr eine Schleppleine. Denn Attila könnte den Futterbeutel natürlich sofort aufreißen, wenn er sich mit diesem für einige Zeit zurückziehen könnte. Doris lässt Attila am Futterbeutel schnuppern und wirft ihn dann ein Stück von sich weg. Der Rüde ist sofort interessiert und rennt hinterher. Gespannt schnuppert er daran und nimmt den Futterbeutel einmal kurz ins Maul. Da Attila bisher nicht einmal ein Spielzeug herumgetragen hat, ist dieser Erfolg für ihn bereits eine große Leistung. Deshalb geht Doris sofort zu Attila und belohnt ihn, indem sie den Futterbeutel aufmacht und ihn daraus füttert.

Schon beim zweiten Versuch nimmt Attila den Futterbeutel ins Maul.

Dafür wird er sofort mit Futter aus dem Futterbeutel belohnt.

Erste Schritte auf Doris zu

In kleinen Schritten soll Attila nun lernen, den Futterbeutel immer länger im Maul zu behalten und damit zu Doris zu laufen. Anfangs reichen dabei ein bis zwei Schritte, danach erhält er sofort wieder eine Belohnung. Der Rüde lernt schnell und so bringt er den Futterbeutel bereits nach wenigen Versuchen zu Doris. Bisher hat Martin die Schleppleine gehalten, damit Doris nicht überfordert ist. Sie hat erst einmal genug damit zu tun, den Futterbeutel zu werfen, den Rüden zu sich zu locken und ihn dann zu belohnen. Da sie aber später allein mit dem Rüden trainieren muss, übergibt Martin ihr nun die Schleppleine. Damit Attila immer schneller und zuverlässiger zu ihr kommt, läuft Doris noch einige Schritte rückwärts, bis Attila bei ihr ist. Mit dieser perfekten Übung wird das erste Training beendet.

Bereits nach kurzer Zeit bringt Attila den Futterbeutel begeistert zu Doris.

TRAINING MIT MARTIN — SCHRITT 2

Beim nächsten Termin ist Martin sehr beeindruckt, Attila apportiert den Futterbeutel zuverlässig bereits ohne Schleppleine. Die beiden haben offensichtlich fleißig trainiert. Der Rüde ist auch viel aufmerksamer als zuvor, er hat Doris immer im Auge, denn gleich könnte ja wieder das gemeinsame Spiel beginnen. Wie viel Spaß Attila das Spiel macht, zeigt er, als er mit einem Mäuselsprung auf den Futterbeutel springt. Er zeigt damit Jagdverhalten, für ihn ist das Spiel also eine spannende Alternative zur Jagd. Die Beziehung zwischen Attila und Doris hat sich schon jetzt deutlich verändert, denn durch das gemeinsame Erlebnis beim Training ist die Bindung zwischen den beiden viel enger geworden. Doch ein Problem gibt es noch: Sieht Attila andere Hunde, hilft nach wie vor kein Rufen.

Doris und Attila haben fleißig trainiert, die Schleppleine ist beim Training nicht mehr nötig.

Martin ist begeistert davon, wie aufmerksam Attila mittlerweile ist.

Nun soll Attila lernen, auf den Pfiff einer Pfeife zu Doris zurückzukommen.

Kommen auf Pfiff

Daher soll Attila lernen, auf den Pfiff einer Pfeife zurückzukommen. Martin wählt hier bewusst die Pfeife, anstatt den Rückruf über ein Hörzeichen wie „Hier“ zu trainieren, da Doris sowieso andauernd mit dem Rüden spricht. Dieser reagiert auf die Ansprache von Doris kaum noch, das ständige Gerede ist zu einem Nebengeräusch geworden. Der Pfiff jedoch ist ein vollkommen anderes Geräusch, das für Attila noch keine Bedeutung hat. Als Martin Doris das Training mit der Pfeife erklärt, wundert diese sich, dass Attila überhaupt nicht auf den Pfiff reagiert. Wie soll es dann funktionieren, dass er künftig auf den Pfiff zu ihr kommt?

Auch wenn einige Hunde auf den Pfiff reagieren, indem sie aufschauen, die Ohren spitzen oder eine ähnliche Aufmerksamkeitsreaktion zeigen, wissen sie natürlich nicht, dass sie beim Ertönen des Pfiffs kommen sollen. Dieses Signal muss man dem Hund genauso wie jedes andere Hörzeichen erst einmal beibringen.

Rückruf trainieren

Um den Pfiff zu trainieren, nutzt man einen besonders begehrten Leckerbissen, wie z. B. Fleischwurst oder Leberwurst, die im Handel für Hunde in Tuben erhältlich ist. Trainiert wird dabei in einem Gebiet mit wenig Ablenkung! Doris soll Attila nun mit seinem Namen ansprechen. Reagiert dieser darauf, indem er sie anschaut oder sich umdreht, soll sie ihn zu sich locken, indem sie sich hinhockt oder rückwärtsläuft. Kommt Attila daraufhin auf sie zugelaufen, erfolgt der Pfiff. Anfangs, kurz bevor er bei ihr ist, damit er nicht doch noch irgendetwas Spannendes in die Nase bekommt und wieder abdreht. Später kann Doris den Pfiff immer früher einsetzen.

Durch viele Wiederholungen lernt Attila, dass der Pfiff bedeutet, zu Doris zurückzukommen. Auf keinen Fall darf Doris zu Beginn Attila mithilfe der Pfeife rufen, wenn er z. B. mit einem anderen Hund spielt. Schnell könnte er den Pfiff ignorieren und so lernen, dass der Pfiff offensichtlich genauso wenig Bedeutung hat wie Doris Rufen.

TIPP

Wichtig ist in dieser Phase, dass Doris Attila immer nur dann ruft, wenn sie zu hundert Prozent sicher ist, dass er auch kommt.

TRAINING MIT MARTIN — SCHRITT 3

Die beiden trainieren erneut sehr fleißig, sodass bald schon die Ablenkung gesteigert werden kann. Doris verbindet nun das Futterbeuteltraining mit dem Abrufen. Sie wirft den Futterbeutel nach vorne weg, Attila befindet sich dabei ein Stück weit hinter ihr. Als er auf dem Weg zum Futterbeutel an ihr vorbeiläuft, pfeift sie. Attila zögert kurz, erinnert sich dann jedoch an die besonders leckere Belohnung und dreht ab. Er kommt zu Doris, holt sich seine Belohnung und darf dann natürlich auch noch den Futterbeutel holen. Im weiteren Training ruft Doris den Rüden nun immer ein wenig später vom Futterbeutel ab. Als die beiden sich erneut mit Martin treffen, kann sie stolz zeigen, wie Attila selbst kurz vor dem Futterbeutel abdreht und auf den Pfiff zu ihr kommt.

Attila läuft mit Begeisterung zum Futterbeutel, den Doris weit weggeworfen hat.