Beschreibung

Glitzer, Glanz und Großmarkttreiben Peter Loetsch - Astronom, talentfreier Bestsellerautor und verkrachte Existenz - geht in seiner neuen Heimat Hamburg zufällig seinem alten Studienfreund Ferdinand Rauterberg in die Fänge. Ferdinand - immer eine Spur "feiner" als im zusteht - führt ihn in eine Parallelwelt des Hamburger Großmarkts ein, wo Maximilian Sturm - seines Zeichens Käse-Affineur - einen schillernden Kreis illustrer Persönlichkeiten um sich scharrt. Die Dekadenz kennt keine Grenzen und reißt so manche Seele in den Abgrund... Vom Schein und Sein einer Miniaturgesellschaft

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Seitenzahl: 257

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DAS BUCH

Immer in den frühen Morgenstunden trifft eine elegant gekleidete Gesellschaft aus verschrobenen Persönlichkeiten in den Hallen des Hamburger Großmarkts zusammen. Hier entfliehen sie der Realität, indem sie inmitten des hektischen Marktbetriebs und bei kulinarischen Köstlichkeiten eine Selbstdarstellung üben, die mit ihrer realen Existenz nichts gemein hat.

Zufälle bestimmen das Leben des arbeitslosen Astronomen Peter Loetsch. Durch Zufall ist er Schriftsteller geworden, zufällig ist sein erster Roman für kurze Zeit zum Bestseller avanciert und das zufällige Zusammentreffen mit seinem ehemaligen Kommilitonen Ferdinand Rauterberg hat ihm den Zugang zur Manege der eitlen Lebenskünstler um den Käsehändler und Affineur Maximilian Sturm ermöglicht. Einzig Sohn Dennis mit seinen ständigen Eskapaden entlässt den Protagonisten nie ganz aus der Wirklichkeit.

DER AUTOR

Andreas Tietjen (*1954) wuchs in einer niedersächsischen Kleinstadt auf und pendelt seit vielen Jahren zwischen der Metropole Berlin und einem kleinen Dorf in der Lüneburger Heide. Nach seinem Studium der Kunsttherapie und einigen Jahren Berufspraxis wirkte er mehr als 25 Jahre lang als Keyborder, Komponist und Texter in verschiedenen Musikformationen im Bereich Pop- und Rockmusik. Seine Reiseleidenschaft führt ihn regelmäßig in viele verschiedene Länder, insbesondere nach Südostasien. Die vielfältigen Begegnungen, inspirierenden Erlebnisse und Eindrücke, die er dabei gesammelt hat, regten ihn an, seine ersten Romane zu schreiben. Bisher erschienen sind Dorf Guerilla, Roberts Restaurant. Expats in Thailand und Tod am Mekong. Eine Thailand Road-Story.

www.andreas-tietjen.de

ANDREAS TIETJEN

DER KÄSE STURM

ROMAN

DER KLEINE BUCH VERLAG

Die Handlung des Romans ist frei erfunden. Jede Ähnlichkeit mit lebenden oder toten Personen sowie realen Geschehnissen ist rein zufällig und nicht beabsichtigt.

Die deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet unter www.dnb.de abrufbar.

©Originalausgabe 2015 Der Kleine Buch Verlag, Karlsruhe Projektmanagement, Lektorat, Umschlaggestaltung, Satz & Layout: Beatrice Hildebrand Korrektorat: Natascha Matussek Umschlagabbildungen: Mann mit Schirm: Brian Jackson/Fotolia.com Hamburg Waterkant: Stenzel Washington/Fotolia.com

Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes (auch Fotokopien, Mikroverfilmung und Übersetzung) ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Dies gilt auch ausdrücklich für die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen jeder Art und von jedem Betreiber.

ISBN: 978-3-7650-2134-3

Dieser Titel ist auch als Printausgabe erschienen: ISBN: 978-3-7650-9112-4

www.derkleinebuchverlag.dewww.facebook.com/DerKleineBuchVerlag

Christian Sievers »Alles ist mit allem verbunden«Original Aquarell, farbig

PROLOG

So nehmen wir denn Abschied von einem Freund, den wir nur kurze Zeit kannten, der aber unser Leben verändert hat wie wohl kaum ein anderer. An diesem eisigkalten Januartag wird im Beisein unzähliger Freunde, Bekannter und Schaulustiger die übergroße, Pink-Paisley-lackierte Holzkiste für alle Ewigkeit im Erdreich des Hamburger Friedhofs Ohlsdorf versenkt.

»Asche zu Asche, Staub zu Staub«, predigt der Pfarrer pathetisch.

»Schnee zu Schnee«, ergänze ich gedankenverloren.

Unangemessenes Gekicher ertönt von weiter vorne.

»Was hat er gesagt?«, von schräg hinten.

»›Schnee zu Schnee‹ hat er gesagt!«

Unterdrücktes Gelächter breitet sich in den Reihen der Trauergäste aus und vermischt sich mit dem Schluchzen der engsten Verehrer des Maître.

»Was machen wir nun?«, raune ich Ferdinand zu, meinem einzig verbliebenen Freund.

»Wir werden uns noch einmal auf Kosten des dicken Käsehändlers besaufen und das war’s dann«, erwidert die hagere Gestalt in ihrem typischen meckernden Tenor. »Machen wir uns nichts vor, die fetten Jahre sind vorbei. Wir sind heimatlos geworden, so wie wir einst heimatlos waren. Es ist aus und vorbei. Komm, lass uns vorgehen ins Café, damit wir noch einen Sitzplatz kriegen!«

FERDINAND

Meine Wohnung in Köln hatte ich wegen meiner vorübergehend angespannten finanziellen Lage nicht mehr halten können. Sie war zudem viel zu groß für mich alleinstehenden Mittfünfziger und zu weit entfernt für die häufigen Besuche bei meinem Hamburger Verleger. Kurz entschlossen war ich dem Wink des Schicksals gefolgt und hatte meinen Wohnsitz in die Hansestadt verlegt. Ich hatte in Köln keine nennenswerten sozialen Kontakte, also würde ich mich in Hamburg in dieser Hinsicht nicht verschlechtern können. Der Frühling stand vor der Tür, und mein Gefühl sagte mir, dass ein neuer Lebensabschnitt bevorstand. Diesmal sollte es nach vielen unbefriedigend verlaufenen Veränderungen endlich wieder bergauf gehen. Ich spürte das, und aus diesem Grund war mir nicht, wie gewöhnlich, unwohl bei meinem Standortwechsel.

Ich hatte allerdings keine Ahnung, wie schwer es sein sollte, eine bezahlbare Wohnung in einem einigermaßen adäquaten Umfeld zu finden. Meine Ansprüche und Vorstellungen wurden Zentimeter für Zentimeter nach unten korrigiert, um schließlich in einem wahren Provisorium zu enden. Bis mein Verlag seinen Aufgaben und Pflichten mir, dem Schriftsteller, gegenüber nachkommen und meinen zweiten Roman gewinnbringend vermarkten würde, wollte ich mich mit einer altmodisch möblierten Eineinhalbzimmerwohnung im Stadtteil Borgfeld zufriedengeben. Und von dort konnte ich bei schönem Wetter mit Vergnügen zu Fuß zum Verlagshaus am Rothenbaum gehen.

Bei einem dieser Fußmärsche geschah es dann, dass sich eine neue Tür in meinem festgefahrenen Leben auftat.

»Was für eine verdammte Sauerei!«, rief eine mir irgendwie bekannte Stimme mit schrill nasalem Timbre. »Ich könnte diese verfluchten Köter allesamt umbringen! Mit den bloßen Händen! Wenn ich einen von euch asozialen Hundehaltern in die Finger bekomme, dann gnade euch Gott! Ihr erbärmliches Pack!«

Ich hatte genug gehört, um mir ganz sicher zu sein.

»Ferdi, was für ein Zufall! Was führt dich in diese ehrwürdige Stadt?«

Ein Mann von hagerer Gestalt, die in einem tadellosen Anzug steckte, drehte sich langsam zu mir um. Er hielt noch das beschmutzte Taschentuch in der Hand, mit dem er sich den Hundekot von seinem linken Schuh abgewischt hatte.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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