Der Kleiderschrank - Thomas Mann - E-Book

Der Kleiderschrank E-Book

Thomas Mann

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Beschreibung

Thomas Manns Erzählung "Der Kleiderschrank" entführt den Leser in die geheimnisvolle Welt des todkranken Albrecht van der Qualen, der ziellos durch Europa reist und in einem alten Hotel ein Zimmer bezieht, das von einem mächtigen Kleiderschrank beherrscht wird. In der Nacht öffnet sich dieser Schrank und ein rätselhaftes Mädchen tritt hervor, dessen Erscheinen zwischen Traum und Wirklichkeit schwebt. Die Begegnungen sind von einer unheimlichen Aura durchzogen und spiegeln die Nähe des Todes ebenso wie die Sehnsucht nach Schönheit und Sinn. Der Kleiderschrank wird zum Tor zwischen Leben und Sterben, Realität und Fantasie, und das Mädchen verkörpert eine verlockende wie bedrohliche Macht. Mit dichter Sprache und psychologischer Tiefe schafft Mann eine symbolistische Erzählung, die den Leser in ihren Bann zieht und die großen Fragen nach Vergänglichkeit und metaphysischer Erfahrung eindringlich inszeniert.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 16

Veröffentlichungsjahr: 2026

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DER KLEIDERSCHRANK

THOMAS MANN

INHALT

Der Kleiderschrank

Für Carla.

Es war trübe, dämmerig und kühl, als der Schnellzug Berlin–Rom in eine mittelgroße Bahnhofshalle einfuhr. In einem Coupé erster Klasse mit Spitzendecken über den breiten Plüschsesseln richtete sich ein Alleinreisender empor: Albrecht van der Qualen. Er erwachte. Er verspürte einen faden Geschmack im Munde, und sein Körper war voll von dem nicht sehr angenehmen Gefühl, das durch das Stillstehen nach längerer Fahrt, das Verstummen des rhythmisch rollenden Gestampfes, die Stille hervorgebracht wird, von welcher die Geräusche draußen, die Rufe und Signale sich merkwürdig bedeutsam abheben … Dieser Zustand ist wie ein Zusichkommen aus einem Rausche, einer Betäubung. Unseren Nerven ist plötzlich der Halt, der Rhythmus genommen, dem sie sich hingegeben haben: nun fühlen sie sich äußerst verstört und verlassen. Und dies desto mehr, wenn wir gleichzeitig aus dem dumpfen Reiseschlaf erwachen.