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Dieser Roman bietet tiefgründige Unterhaltung - eine Quelle voller Inspiration. Man wird im Herzen berührt. Es geht um Zukunft. Um die eigene Zukunft! Und um die Frage: Können wir Menschen auf diesem Planeten überleben, wenn wir so weiter machen wie bisher? Markus J. J. Jenni zeigt in seiner außergewöhnlichen «Liebes-Geschichte» auf, warum ein radikales Umdenken heute so dringend not-wendig ist. Was Sie in diesem Roman lesen, betrifft das Leben eines jeden Einzelnen von uns. Auch unser Gesellschafts- und Wirtschaftssystem. Die Botschaft des Autors ist klar: Selbstbestimmung durch Selbsterkenntnis, statt Fremdbestimmung durch «fake-news»! Maria, eine junge Italienerin engagiert sich politisch für die Umwelt. Sie wurde für die «Grüne Partei Italiens» an die Zukunfts-Konferenz in Paris delegiert. Dort begegnet sie Tom, einem steinreichen Mann in den besten Jahren, quasi in «Geheimer Mission». Er soll herausfinden, wie die Elite der Hochfinanz auf den dringend nötigen Bewusstseinswandel in der Welt reagieren soll. Die Frage, die uns alle beschäftigt: Sind die weltweiten Demonstrationen «Fridays for future» gefährlich für unsere Gesellschaft und für das Wirtschaftssystem oder vielleicht eine einzigartige Chance? Der Roman ermöglicht einen Blick hinter die Kulissen. Er beleuchtet, wie Zukunft entstehen kann. Eine Zukunft, die jeder Einzelne von uns jeden Tag aktiv mitgestaltet. Und er schildert, warum «Zukunft» nicht mehr alleine mit Geld bezahlt werden kann - auch nicht mit dem letzten Dollar. «Die Konzeptidee ist gut durchdacht. Sie geht an die Wurzeln der derzeitigen Situation! Diese Art der Mitteilung ist eine besonders feinfühlige. Der Aufbau ist klar und kreativ! Das Buch ist spannend und zieht den Leser in die Thematik hinein. Er wird mit der derzeitigen Situation konfrontiert und zur Suche nach eigenen Lösungen motiviert - positiv und immer aufbauend!» Mag. Klaus Moser, Teamleiter
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Seitenzahl: 318
Veröffentlichungsjahr: 2020
Markus J. J. Jenni
Der letzte Dollar
Zukunfts-Konferenz
Roman
Copyright: © 2020 Markus J. J. Jenni
Erste Korrekturleserin: Susanne Zeitz, Autorin.
Lektorat: Jonas Westhoff, https://lektorat-westhoff.de
Co-Lektorat: Jonas Westhoff
Umschlag & Satz: Erik Kinting – www.buchlektorat.net
Titelbild: iStock 623516512
Herausgeber:
TEAM JENNI GMBH
CH-8592 Uttwil
www.123erfolg.ch
Verlag und Druck:
tredition GmbH
Halenreie 40-44
22359 Hamburg
978-3-347-15289-2 (Paperback)
978-3-347-15290-8 (Hardcover)
978-3-347-15291-5 (e-Book)
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Obwohl aus Gründen der Lesbarkeit im Text manchmal die männliche Form gewählt wurde, beziehen sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter.
Hinweis 3:
15'000 Wissenschaftler aus über 180 Ländern veröffentlichten in einer gemeinsamen Erklärung eine eindringliche «Warnung an die Menschheit». Sie forderten konsequenten Umweltschutz.
Dieses Buch ist unseren Kindern und deren nachfolgenden Generationen gewidmet.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Kapitel 1 – Reise nach Paris
Kapitel 2 – Begegnung
Kapitel 3 – Die Zukunftskonferenz
Kapitel 4 – Berührung
Kapitel 5 – Raum: „Feuer“
Kapitel 6 – Raum: „Wasser“
Kapitel 7 – Raum: „Luft“
Kapitel 8 – Raum: „Erde“
Kapitel 9 – Raum „Geist – Unsichtbare Energie“
Kapitel 10 – Raum: Der Mensch – Kreativität und Motivation
Kapitel 11 – Raum: Der Mensch – Seine Mit-Welt
Kapitel 12 – Raum der Erkenntnis
Kapitel 13 – Reset und Neustart
Kapitel 14 – Eine neue Vision – eine neue Zukunft!
Epilog
Anhang
Über den Autor
Kapitel 1
Reise nach Paris
„Wohin gehst du?“, fragte die Mutter ihre Tochter Maria. Diese kam gerade mit ihrem Koffer die geschwungene Holztreppe im Haus herunter.
„Mama, ich habe dir doch schon mehrmals gesagt, dass ich von meiner Partei Federazione dei Verdi – Grüne Partei Italiens – zur Zukunfts-Konferenz in Paris delegiert worden bin.“ Die Mutter dachte einen Augenblick nach.
„Oh, ja, du hast mir davon erzählt. Wie schnell doch die Zeit vorbei geht. Wann reist du ab?“ Maria blickte zur alten Pendel-Uhr im Wohnzimmer.
„In etwa 10 Minuten werde ich von Antonio mit seinem neuen 'Wasserstoff'-Auto abgeholt. Er bringt mich zum Hauptbahnhof.“
Die Mutter schaute Maria voller Erstaunen an:
„Wäre es nicht besser, mit dem Flugzeug zu reisen? Die Reisezeit wäre doch viel kürzer und du hättest es bequemer.“
„Ja, ja, Mama, das stimmt schon, aber ich achte bewusst auf meinen ‚Ökologischen-Fussabdruck’ und da schneidet die Bahn deutlich besser ab, als eine Reise mit dem Flugzeug“, gab Maria mit grosser Überzeugung zurück.
„Ich wollte vor meiner Abreise aber noch ein paar Minuten Zeit mit dir verbringen, Mama.“
Maria war eine bildhübsche und sensible Frau im Alter von etwas über 30 Jahren. Ihr Äusseres entsprach einer typischen Italienerin. Nicht besonders gross, schlank mit einer guten Figur. Ihre Haare waren von Natur aus dunkelbraun, so wie auch ihre grossen, runden Augen. Ihr ganz besonderes Lächeln vermochte nicht nur das männliche Geschlecht zu verzaubern. Fast alle Menschen fühlten sich angenehm von Marias schöner Ausstrahlung angezogen. Wenn sie lächelte, erstrahlten ihre schneeweissen Zähne. Ein feiner Kontrast zu ihrem eher dunklen Teint, der ihre feminine Ausstrahlung noch faszinierender machte.
„Ich habe ein komisches Gefühl im Bauch. Irgendetwas Bedeutendes wird geschehen. Ausser in Rom, war ich ja noch nie in einer so grossen Stadt wie Paris“, sagte sie fast flüsternd.
„Freust du dich denn nicht?“, fragte die Mutter einfühlsam.
„Doch, doch, aber wenn ich schon an einer für unsere Zukunft so bedeutungsvollen Konferenz teilnehmen darf, bin ich natürlich etwas aufgeregt. Und, wie gesagt, ich habe ein sonderbares Gefühl“
„Mach dir keine Sorgen. Du bist jung und hübsch und du verfügst über einen gesunden Menschenverstand. Mach es einfach wie bisher: Höre auf die Stimme deines Herzens und nutze deinen Verstand. Dann wird alles gut“
Nach einer kurzen Pause fuhr sie schmunzelnd fort: „Aber vergiss nicht, meine liebe Tochter, Paris ist auch die Stadt der Liebe.“
Maria wohnte gemeinsam mit ihrer Mutter am Rande der schmucken Stadt Tivoli in einem älteren, von einem Blumen- und Gemüsegarten umgebenen Haus.
Es zieht viele Besucher nach Tivoli und das liegt vor allem daran, dass sich hier die berühmte ‚Villa d'Este‘ befindet. Der beeindruckende Bau ist aber nur eine der vielen Sehenswürdigkeiten. Der Name Tivoli wurde an manchen Orten auf dieser Welt zum Synonym für Vergnügungsparks – vielleicht weil diese Stadt so viel Vergnügen bereitet, wenn man ihre einzigartigen Sehenswürdigkeiten besucht?
Ihr Vater hatte das Haus von seinen Eltern geerbt. Maria liebte ihren Vater. Er war zum Leidwesen aller viel zu früh an einer von den Ärzten nicht klar definierter Krankheit gestorben. Vor seinem Tod arbeitete er über viele Jahre in einem Agrobetrieb – einer „Gemüse-Fabrik“, wie er seinen Arbeitsplatz nannte. In riesigen Gewächshäusern wurde dort nach neuester Technik Gemüse im Intensiv-Anbau produziert. Dabei wurden in grossen Mengen Insektizide, Herbizide, Fungizide und weitere Unkrautvernichter – oder besser gesagt: Mitkraut-Gifte – eingesetzt.
Vertreter der Lieferanten dieser 'Gift-Cocktails', die Firmen Bayer (Deutschland), Monsanto (USA) und Syngenta (Schweiz), sandten zwar regelmässig Kontrolleure zwecks Überprüfung der Anwendungsvorschriften in das Unternehmen, aber dass dies dennoch ein hoch gefährlicher und gesundheitsschädigender Job war, wussten alle.
Die Mitarbeiter mussten in weissen Schutzanzügen, Gummi-Handschuhen, Stiefeln und Gesichtsmasken arbeiten. Der Lohn für diese schmutzige und gefährliche Arbeit war allerdings gering. Darum arbeitete der Vater zusätzlich noch auf einem privaten Weinberg. Auch dort wurden grosszügig „Schädlingsbekämpfungsmittel“ eingesetzt. Wahrscheinlich hatte er sich beim Ausbringen der verschiedenen „Pflanzenschutzmittel“ vergiftet. In Frankreich war das bei vielen Weinbauern, welche ihre Pflanzen mit solchen Mittel besprüht hatten, vorgekommen. Natürlich wollte das der Arbeitgeber nicht wahrhaben. Und die Hersteller dieser umweltschädlichen Produkte schon überhaupt nicht. Und als schliesslich die Versicherung den Tod von Marias Vaters nicht als ‚Betriebsunfall’ anerkennen wollte, galt es für die Lieferanten dieser Umweltgifte als bewiesen, dass nicht sie am Tod von Marias Vater schuld waren.
Geschwister hatte Maria keine. So blieben sie und ihre Mutter allein zurück und lebten mit ihrem alten Mischlingshund „Cäsar“ gemeinsam in ihrem Haus. Die Mutter erhielt eine bescheidene Betriebs-Rente und zusätzlich eine kleine Witwen-Rente vom Staat. Nebenbei verdiente sie sich noch etwas durch den Verkauf von frischem Gemüse und Obst dazu, das sie im eigenen Garten anbaute. Einmal pro Woche war Markttag. Maria half ihrer Mutter neben ihrer politischen Tätigkeit so gut es ging. Zum Glück hatte ihr Vater schon damals den eigenen Garten nach biologischen Grundsätzen aufgebaut.
Also keine synthetischen Gifte – weder im Boden noch auf den Pflanzen. So konnte die Biodiversität erhalten bleiben. Hier, in diesem „Bio-Paradies“, wie Maria und ihre Mutter ihren Garten nannten, hörte man noch die Insekten summen. Man entdeckte immer wieder bunte Schmetterlinge. Allerlei Vogelarten zwitscherten um die Wette. Die Erde war krümelig und roch gesund. Es war jedes Mal ein freudiges Erlebnis, wenn so frisches Gemüse direkt aus dem Garten auf den Tisch kam. Mutter und Tochter empfanden Dankbarkeit für dieses wertvolle Erbe. Biodiversität war in diesem Garten also immer ein Thema. Denn auch Maria und ihre Mutter wussten, dass 'Unkräuter' im Grunde genommen MitKräuter sind, Pflanzen, deren Rolle im Netzwerk der Natur und deren Vorzüge für uns Menschen einfach noch nicht bekannt sind.
Der Respekt ihres Vaters zur Natur und gegenüber der gesamten Schöpfung hatte Marias Denken schon in ihrer frühen Jugend geprägt. Ihre Liebe für eine gesunde Mit- und Umwelt wurde durch das eigene Beobachten der Flora und Fauna immer stärker.
Sie studierte an der Universität La Sapienza, auch Universität Rom I genannt, eine der grössten Universitäten Europas und die älteste der Stadt Rom. Sie schloss sie ihr Studium mit einem „Master of Science“ in Naturwissenschaft mit der Auszeichnung „summa cum laude“ ab.
Maria war schon immer eine Frohnatur. Sie lachte viel und verfügte über eine grosse Portion Empathie. Deswegen wurde sie von vielen Menschen geschätzt und geliebt.
Schon während Ihres Studiums widmete sie sich nebenbei der Politik. Seit zwei Jahren war sie im Vorstand der „Grünen Partei“ von Italien, der „Federazione dei Verdi“, tätig. Sie war eine engagierte, visionäre und zuverlässige Vize-Präsidentin. Jeden Morgen ging sie eine halbe Stunde joggen. Auch heute hatte sie ihr Jogging-Programm bereits absolviert, um sich während der langen bevorstehenden Reise mit der Eisenbahn gut zu fühlen.
Es klingelte. Antonio war da.
„Buon giorno Signora, buon giorno Maria. Bist du bereit für deine grosse Reise?“, fragte er.
„Ja, ich komme sofort“, rief Maria aus dem Wohnzimmer. Sie nahm ihr Gepäck, blieb dann aber vor ihrer Mutter nochmals stehen. „Mama, ich liebe dich!“.
Dann nahm sie ihre Mutter in die Arme und drückte sie zärtlich an sich.
„Auf Wiedersehen mein Kind. Alles Gute. Komm gesund wieder“, sagte ihre Mutter mit leiser Stimme. Ihre Tränen versuchte sie zu unterdrücken. Sie lächelte.
Dann fuhren sie los. Unterwegs meinte Antonio:
„Maria, ich kann nicht wissen, was oder wer dir auf dieser grossen Reise alles begegnen wird. Aber heute Morgen habe ich auf meinem Kalender als 'Spruch des Tages' ein Zitat von Konfuzius gelesen, das möchte ich dir gern mit auf den Weg geben.
Mir scheint, dass es gut zu deiner anstehenden Reise passt: Es kann dir zwar jemand die Tür öffnen, aber hindurch gehen musst du selbst. Also dann: Viel Glück!"
Die Reise nach Paris hatte begonnen.
Kapitel 2
Begegnung
Der Business-Jet N123 war soeben vom KennedyAirport in New York gestartet. Das Flugzeug, eine Bombardier Global Express XRS mit mehr als 11‘000 km Reichweite, wurde in der höchstmöglichen Luxusausführung ausgebaut. Normalerweise hat dieser Flugzeugtyp bis zu 19 Sitzplätze. Die N123 war jedoch ein luxuriöses Appartement mit lediglich sieben Sitzplätzen. Dafür gab es zwei Duschen, eine gemütliche Bar und ein „Schlafzimmer“ mit einem Doppelbett.
Im Cockpit sassen zwei erfahrene Berufspiloten. Freddy Moor, der Kapitän, war ein ehemaliger Kampfpilot der US-Army. Der andere, Michael Daniel West, brachte langjährige Erfahrung als Linienpilot bei „AA“, der US-Amerikanischen Fluggesellschaft, mit.
Sie waren mit einem Spitzengehalt bei der Eigentümerin des Jets – einer der grössten Privat-Banken in New York – angestellt. An Bord waren auch zwei charmante Stewardessen. Beide trugen den schwarzen Gurt im Judo.
Thomas Archibald Teyler, von dem wir später noch einiges erfahren werden, war der Besitzer der Bank, der das Flugzeug gehörte. Von seinen Freunden wurde er Tom genannt. Er, sein langjähriger PrivatSekretär, John Meyer und seine beiden Leibwächter, Ralf Mosimann und Antony McKee sassen im luxuriös eingerichteten Salon der Maschine. Sie waren die einzigen Passagiere auf dem Flug New York – Paris.
Tom war der Sohn des Bankiers, Mister Henry P. Teyler. Dieser feierte vor wenigen Wochen seinen 95. Geburtstag. Er hatte sich im Alter von 90 Jahren von allen Geschäften zurückgezogen.
Tom hatte schon vor einiger Zeit Schritt für Schritt die komplexen Geschäfte seines Vaters übernommen. Nun verbrachte er viele Tage des Jahres in seinem Business-Jet.
Er war unverheiratet. „Keine Zeit für ein Eheleben“, pflegte er zu sagen. Sein Alter sah man ihm nicht an. Man hätte ihn auf Ende 50 geschätzt, obwohl er tatsächlich bereits auf die 70 zuging. Als angesehener Banker und einer der reichsten Junggesellen der Welt war er trotz – oder vielleicht auch gerade wegen seines Alters – immer noch Schwarm und Hoffnung für viele junge und ältere Damen.
Tom war ein gutaussehender Mann. Er hatte einen gebräunten Teint. Die Haare waren schwarzbraun mit grauen Stellen an den Schläfen. Eine sympathische Erscheinung. Er war etwa 1.80 m gross, breitschultrig und schlank. Eine sportliche Erscheinung.
Wenn immer eine Möglichkeit dazu bestand, trainierte er jeden Tag mit einem speziell für ihn entwickelten Fitnessprogramm.
„Ich trainiere, um mich körperlich und geistig fit zu halten – und um im Notfall auch mit Entführern kämpfen zu können“, liess er seine Freunde oder Geschäftspartner wissen, die ihn auf seine sportliche Figur ansprachen.
Wenn er hin und wieder zu Hause war, begnügte er sich mit seiner luxuriös eingerichteten 7-Zimmer Penthouse-Wohnung in Battery Park City, im 25. Stock, an bester Lage in New York. Seine Suite befand sich in einem der modernen Gebäude, das der Bank seines Vaters gehörte. Von da aus genoss er eine wunderbare Aussicht über die Stadt und die weite Bay.
Um den Haushalt kümmerte sich Esmeralda, eine ältere und zuverlässige Dame aus Portugal. Als Stellvertreterin entschied sich Tom für ihre Tochter. Sie war etwas über 40 Jahre alt. Und sie war genau so zuverlässig wie ihre Mutter. Tom schätzte die beiden Frauen auch wegen ihres bescheidenen Auftretens und ihrer absoluten Diskretion. Jedes Jahr verwöhnte er die beiden, indem er ihnen einen Linienflug nach Portugal schenkte.
Wenn Tom privat Gäste einlud, war Roberto verantwortlich für die Küche. Er war gebürtiger Italiener und ein bei Feinschmeckern bekannter Sternekoch. Sein kleines, aber exklusives Restaurant führte er mitten in New York. Doch sein Etablissement war nur für ausgewählte Gäste geöffnet. Roberto wurde von seinen illustren Gästen auch wegen seiner Diskretion geschätzt. Deshalb wurde er von seiner Kundschaft immer wieder beauftragt, in deren Villen oder auf ihren Yachten für die Bewirtung zu sorgen.
Tom Teyler schätzte gutes Essen. Ebenso schätzte er erlesene, edle Weine. Und er mochte die entspannenden Stunden am Kaminfeuer in seinem Appartement mit einer Handvoll ausgewählter Freunde. Mit diesen konnte er offen über Gott und die Welt philosophieren – nicht nur über Geld. Allerdings kam das nur selten vor. Sein Vater hatte Tom schon früh beigebracht, wie man im Leben erfolgreich wird und das Geld vermehrt. Dabei verstand er unter dem Begriff „Erfolg“, möglichst viel Geld als persönliches Eigentum zu scheffeln – ohne dabei Rücksicht auf Menschen oder die Natur zu nehmen!
Seinen Reichtum hatte er mit Immobilien-, Kredit-, Börsen- und Goldgeschäften, aber indirekt auch im Waffenhandel und anderen nicht ganz durchsichtigen Geschäften erschaffen. Wie man hinter vorgehaltener Hand erzählte, soll er auch regelmässig in dubiose Geschäfte mit der Mafia und der Vatikanbank verwickelt gewesen sein.
Das hatte ihm nicht nur Freunde gebracht.
Sein Sohn, Tom, hingegen bemühte sich zwar stets darum, das Milliarden-Vermögen seines Vaters und dessen Freunden zu vermehren, dabei aber immer die seit 2014 geltenden neuen gesetzlichen Bestimmungen des internationalen Finanzwesens „einigermassen“ einzuhalten. In der Branche galt er als integer und glaubwürdig.
Als „Ein Mann von Wort“. Stets korrekt, zuverlässig, respektvoll im Umgang mit seinesgleichen, aber auch mit den einfachen Leuten wie zum Beispiel mit seinen Angestellten und Bediensteten. Darum wurde er wohl mehr geschätzt als sein Vater.
Wahrscheinlich deshalb war man sich im Syndikat einig geworden, dass er als Vertreter der internationalen Finanzwelt in Paris der Zukunfts-Konferenz beiwohnen sollte.
Thomas Archibald (Tom) Teyler sollte also im Auftrag des „Gross-Kapitals“ bei dieser Konferenz dem Finanzbereich den gebührenden Respekt verschaffen.
Aber er hatte noch einen anderen Auftrag: Vor allem sollte er Informationen über „aktuelle und zukünftige Trends“ zurückbringen, damit die kleine Gruppe der „Finanz-Top-Elite“ besser verstehen könnte, mit welchen dieser Trends man in Zukunft noch mehr Geld verdienen könnte.
Tom Archibald Teyler war Mitglied in mehreren exklusiven Clubs und Organisationen. Neben dem „Lions-Club“, einem internationalen Service-Club, war er auch Mitglied der „Mont Pèlerin Society (MPS)“. Das ist ein 1947 von Friedrich von Hayek gegründeter Zusammenschluss von Akademikern, Geschäftsleuten und Journalisten, der das Ziel verfolgt, zukünftige Generationen von wirtschaftsliberalen Ideen zu überzeugen.
Sie fungiert als zentraler Knotenpunkt neoliberaler Netzwerke.
Ausserdem war Tom auch ein gern gesehener Gast und Freund der „Bilderberger-Familie“. Die BilderbergKonferenzen sind informelle Treffen von einflussreichen Personen aus Wirtschaft, Politik, Militär, Medien, Hochschulen, Hochadel und Geheimdiensten, bei denen Gedanken über aktuelle politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Themen ausgetauscht werden. Wie man vermutete, war er auch Mitglied einer Freimaurerloge.
Der Business-Jet landete nach knapp sieben Stunden Flugzeit auf dem Flughafen in Paris-Le Bourget. Tom und seine Entourage wurden von einer schwarzen Limousine direkt am Flugzeug abgeholt. Dann fuhren sie zum Hotel Four Seasons George V Paris. Tom war dort ein bekannter und willkommener Gast.
Das luxuriöse Hotel befindet sich an der Avenue George V im 8th Arrondissement von Paris. Hier wurden die sie bereits erwartet. Als sie aus der Limousine stiegen, wurde Tom vom Hoteldirektor, Monsieur Alex Corman, herzlich begrüsst. Die beiden waren schon lange gute Freunde. Tom liebte es, stets alles unter Kontrolle zu haben und war ein Meister im Vorbereiten von Begegnungen mit wichtigen Persönlichkeiten.
Alex Corman hatte seinem besonderen Gast dabei schon oft „kleinere Dienste“ erwiesen, die Tom sehr zu schätzen wusste.
Doch manchmal kommt es anders, als man denkt.
Was Tom Archibald Teyler nämlich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen konnte, war seine bevorstehende Begegnung mit einer jungen, hoch intelligenten und sehr attraktiven Frau aus Italien. Er würde sie später, hier in Paris bei der Zukunfts-Konferenz, treffen.
Aber diese junge Italienerin hatte eine gänzlich andere Vorstellung von „Zukunft“ als er selbst. Wird diese Begegnung sein Leben grundlegend verändern? Und vielleicht auch unsere Welt?
Kapitel 3
Die Zukunftskonferenz
Der Top-Banker, Tom, sowie auch Maria, die „Grüne“, machten sich am Morgen nach ihrer Ankunft in Paris auf den Weg zum Tagungsort. Tom wurde in der schwarzen Hotel-Limousine dorthin gefahren. Maria nahm die Metro. Beide ahnten nicht, was neben dem eigentlichen Zweck ihrer Teilnahme an dieser Konferenz noch Unerwartetes auf sie zukommen würde.
Das Motto für die Konferenz lautete:
„ZUKUNFT–GESUNDE MENSCHENIN GESUNDER NATUR.MIT GESUNDER WIRTSCHAFT!"
Klar, dachte Maria, über das Leben und die Zukunft nachzudenken oder darüber zu reden, ist für Philosophen und Visionäre immer interessant. Für Wirtschaftsleute und Politiker ist das Thema ‚Zukunft‘ jedoch von entscheidender Bedeutung. Denn Innovationen und die damit verbundenen gesellschaftlichen Veränderungen wie das zum Beispiel durch „Industrie 4.0“ (Künstliche Intelligenz, Robotik, etc.) und „Neue Energien“ der Fall sein wird, setzen langfristige Investitionen und gut geplante politische Aktionen voraus.
Sie fragte sich, wie das, was nun so plötzlich auf uns alle zukommt, sich für jeden Einzelnen in unserer Gesellschaft auswirken würde. Für die Familie, den Job oder überhaupt für das Leben in dem Land, in dem man wohnte. Welche Konsequenzen dieser Wandel im geschäftlichen Alltag für die vielen Freiberufler und Unternehmer haben und was es für all die Millionen Arbeitnehmer bedeuten würde? Solche Fragen stellen sich wahrscheinlich viele jungen Menschen, wenn sie in die Zukunft blickten. Aber auch Rentner, die sich Sorgen um ihre finanzielle Sicherheit bis zu ihrem Tod machen.
Wird es in Zukunft überhaupt noch eine Alters-Rente geben?
Maria beendete ihre Überlegungen, als sie die Treppe zum Kongresszentrum hinaufstieg. Dabei kam ihr der letzte Satz auf der Einladung in den Sinn: „Alles Leben entwickelt sich von oben nach unten und von innen nach aussen – niemals umgekehrt.“
Es war ein Mittwoch, ein Konferenztag, der exklusiv für spezielle Gäste reserviert worden war. Als Willkommensgruss war am Eingang zur Kongresshalle ein grosses, dunkelblaues Stoffband gespannt. Darauf stand in goldenen Buchstaben geschrieben:
Welcome!Kreativität – die Chance für unsereZukunft.
Marias Gedankenwelt kam nicht zur Ruhe. Immer neue Gedanken tauchten auf. Aus Sicht der „Grünen“ und Naturschützer waren nachhaltige Ideen bis dato sowohl in der Wirtschaft wie auch im praktischen Lebensalltag der Konsumenten nur bedingt auszumachen. Aber das Bewusstsein für gesunde BioErnährung nahm in breiten Bevölkerungskreisen seit einigen Jahren erfreulich zu. Für die eigene Gesundheit und für eine lebenswerte Zukunft ist das heute dringender denn je, dachte Maria.
Zwar unterstützten Wirtschaftskreise und viele Regierungen offiziell gute Ideen in dieser Richtung, aber Korruption und Misswirtschaft sowie ein fast schon krankhafter Egoismus und die zerstörerische „me first“- Geisteshaltung verhinderten in vielen Staaten dieser Welt entsprechende Fortschritte. Millionen Menschen ging es heute tatsächlich besser als zu früheren Zeiten. Dafür sollten wir unseren Wirtschaftsarchitekten und einigen integren Politkern dankbar sein, schoss es Maria durch den Kopf. Immerhin gibt es heutzutage bald 20 Millionen Millionäre auf dieser Welt. Das hatte sie gerade erst in der Zeitung gelesen. Sie lächelte vor sich hin. Nein, sie zählte nicht zu diesem Club. Andererseits lebte und arbeitete immer noch der grösste Teil der Weltbevölkerung auf einem niedrigen Wohlstandsniveau und ein grosser Teil sogar unter katastrophalen Umständen. Manche wie Sklaven. Nicht etwa nur in sogenannten Entwicklungsländern oder Schurkenstaaten. Nein, auch in „zivilisierten“ Ländern wie den USA oder auch in Europa.
Sie hatte das bei ihren Besuchen bei Agro-Betrieben im Süden ihres Landes, in Italien, aber auch in Spanien selbst gesehen. Ein schmerzliches Erlebnis. Auch um das zu ändern, setzte sich Maria mit ihrer Arbeit bei ihrer 'grünen' Partei mit ganzer Kraft ein. Aber jetzt, nach dem Auftauchen des „Monsters“ UmweltZerstörung und Klimawandel, würden wohl bald alle zu einem grundlegenden Umdenken gezwungen werden.
Eine neue Ära hatte nämlich soeben begonnen. Die Bedingungen für unsere Zukunft diktiert jetzt die Natur, ging es Maria durch den Kopf.
Naturgesetze sind nicht verhandelbar!
Ja, es wurde immer offensichtlicher, dass ein radikales Umdenken der Menschen, rund um den Erdball und in allen Bevölkerungsgruppen, jetzt immer dringender notwendig würde. Doch das Steuer jetzt noch rechtzeitig herum zu reissen, würde bei einer Weltbevölkerung von bald zehn Milliarden Menschen sicherlich kein Sonntagsspaziergang werden. Und weil aus Sicht der Volkswirtschaften das Finanz-, Wirtschaftsund Handelswesen so gut funktionierte und optimal aufeinander eingespielt war, wollte man in den etablierten Wirtschaftskreisen nichts überstürzen.
Strukturänderungen würden Zeit benötigen, sagten sie. Aber alle fragten sich im Stillen betroffen, ob uns die Zeit für einen Kurswechsel überhaupt noch reichen würde. Kurzfristig etwas zu ändern käme einer Hercules-Aufgabe gleich. Man musste ja schliesslich anerkennen, dass das bisherige System so manchen Menschen echten Wohlstand gebracht hatte. Den wollte man auf keinen Fall gefährden.
Wohl gerade deshalb würde sich so manch einer gegen eine Veränderung stemmen und bei neuen Ideen ganz bestimmt und mit allen Mitteln Widerstand leisten.
Neue Konzepte im Hinblick auf Ernährung, Gesundheit und Wohlstand zu finden, die von allen akzeptiert und auch in der Realität umgesetzt werden könnten, war also sicher kein einfaches Unterfangen. Aber „Wo noch kein Weg ist, schaffen wir uns einen“, hatte Maria irgendwo einmal gehört. Diesen Satz hatte sie verinnerlicht. Die Partei, für die Maria in Paris an der Zukunfts-Konferenz teilnahm, engagierte sich schon lange für innovative Zukunfts-Programme. Das brachte der Partei bei den letzten Wahlen einige zusätzliche Wähler-Stimmen ein. Dieser Wahlerfolg stärkte die Position der „Grünen“ in der Regierung. Auch bei den Europa-Wahlen 2019 gingen die „Grünen“ gestärkt hervor. Eine durch die Bevölkerung legitimierte Kampfansage für eine gesündere Welt!
Inzwischen war das Thema „Klimawandel / Umweltschutz“ aber auch bei den Leadern dieser Welt angekommen. Allerdings noch nicht bei allen. Bekanntlich gibt es immer ein paar „Uneinsichtige“, „Besserwisser“, „Angsthasen“ oder „Gekaufte“, die sich gegen die Wahrheit verwenden lassen. Sie alle haben wirklich Angst vor einer Veränderung. Sie kalkulieren und glauben ernsthaft, dass mit nachhaltigen Innovationen in ihrer Branche oder ihrem Markt in Zukunft nicht mehr so viel Geld verdient werden könnte, wie das bisher der Fall war. Ein klares Ergebnis von der Macht der (Denk-)Gewohnheiten!
Aber nun hatten auch die meisten Manager, Politiker, Lehrer, Professoren, Unternehmer und selbst die Kirchen endlich begriffen: Der Klimawandel sowie die gefährlich fortgeschrittene Umweltzerstörung beinträchtigen unser aller Leben heute massiv.
Ein weiteres Wirtschaften wird unter diesen Umständen so nicht mehr möglich sein. Wirtschaftsbereiche wie z. B. Versicherungen, Krankenkassen, die Transport-, Lebensmittel-, Chemie und Pharmaindustrie, der Handel, aber auch die Wirtschaft im Allgemeinen werden schon bald Verluste einfahren.
Niemand war indessen an einem wirtschaftlichen Kollaps 'nur' wegen einer zerstörten Umwelt interessiert. Keiner wollte deswegen in Zukunft auf gute Geschäfte verzichten.
Deshalb war man auf allen Ebenen grundsätzlich bereit, sich dem Prozess eines globalen „Umdenkens“ anzuschliessen. Aber wie sollte das geschehen? Dazu sollte diese Zukunfts-Konferenz Impulse geben.
Maria war ziemlich aufgeregt, weil sie persönlich hohe Erwartungen an diese Konferenz hatte. Sie war gespannt auf Begegnungen mit interessanten Leadern. Sie mochte kontroverse Diskussionen. Ihre Erwartungshaltung war auf jeden Fall positiv.
Initiant der „Zukunftskonferenz “ war ein Franzose. Professor Dr. Dr. h. c. Bernard Trussod. Zuerst studierte Monsieur Trussod Geisteswissenschaften. Dann, an der Ecole d'économie de Paris, Finanzmathematik. Hier wirkte er viele Jahre als beliebter und von vielen hoch geschätzter ordentlicher Professor. Trotzdem schickte man ihn vorzeitig „in Pension“. Warum?
Als er noch im Amt war, lehrte er seine Studenten nicht nur die Mechanismen der höheren Finanzwissenschaft, sondern auch, dass einegesundeWirtschaft nur mit gesunden Menschen und das in einer gesunden Umwelt langfristig möglich sei.
Ausserdem seien die Betriebs- und Volkswirtschaftslehre unvollständig. Er forderte immer wieder, dass in den Bilanzen z. B. unter „Passiven“ auch: „Prognostizierte Kosten für Umweltzerstörung / Gesellschaftliche Schäden“ und unter „Aktiven“: „Prognostizierte Optimierung der Biodiversität und Gesundheit der Gesellschaft“ mit aufgenommen werden sollten. Mit dieser Botschaft hatte er bei vielen klugen und weitsichtigen Menschen und insbesondere bei seinen jungen Studenten Hoffnung auf eine lebenswerte Zukunft und eine „bessere Welt“ geweckt. Aber dieser Ansatz gefiel nicht allen. Trussod hatte sich damit nicht nur Freunde gemacht. Lobbyisten, bezahlt von verschiedenen Industrien, gingen gegen ihn und seine „Nachhaltigkeitsideen“ vor. Sie warnten vor den „Gefahren“, wie z. B. dem von Politikern immer wieder wie ein Mantra wiederholten Verlust von Arbeitsplätzen, welche die „Öko-Wirtschafts-Lehre“ von ihm zur Folge hätte. Und obwohl die Thesen von Prof. Trussod eigentlich für jeden intelligenten Menschen leicht nach vollziehbar hätten sein können, bezeichneten ihn manche etwas abfällig als „den linken, grünen und wirtschaftsfeindlichen Professor“, der von der Realität abgehoben sei. Man forderte, dass ihm der Lehrauftrag entzogen werden sollte. Diese Lobbyisten hatten grossen Einfluss auf die Regierung und damit auch auf die Universität – denn sie verfügten über unbegrenzte Geldmittel. Schliesslich einigte man sich mit Trussod einvernehmlich auf eine Frühpensionierung.
Doch Trussod liess sich nicht beirren. Er war ein durch und durch kreativ denkender Mann. Zudem war er fleissig und arbeitete diszipliniert. Ausserdem gab es in seinem Leben keinerlei Skandale. Seine Frau fühlte sich mit ihm über dieselbe Weltsicht verbunden.
Das alles förderte den guten Ruf dieses ansonsten eher bescheiden lebenden Ehepaars. Kinder hatten sie keine. Dennoch machten sie sich Sorgen um die ihnen nachfolgenden Generationen. „Es muss vieles anders werden, wenn die Menschheit in Zukunft überhaupt noch eine Chance haben soll, weiterhin existieren zu können!“, betonte er bei fast jeder Gelegenheit. Und:
„Die Natur braucht uns Menschen nicht. Aber wir brauchen eine gesunde Natur zum Leben und Wirtschaften! Wir müssen uns als Teil der Natur verstehen!"
„Der Planet Erde ist ein lebendiger Organismus“, hörte man von ihm immer wieder.
„Es ist für die Eliten und die Finanzwelt, aber auch für jeden einzelnen Bürger dringend notwendig, genau hinzuschauen, was gerade auf und mit unserem Planeten geschieht. Natürlich nur, wenn man auch in naher und fernerer Zukunft weiterhin gesund leben und grossartige Geschäfte machen möchte.“
Dank seines Ansehens, seines guten Rufes, seinem Verhandlungsgeschick und der Mithilfe einflussreicher Freunde war es ihm schliesslich gelungen, andere wichtige Leute, zuerst in Frankreich und dann in Europa, den USA, den BRIC-Staaten, also Brasilien, Russland, Indien und China sowie der Arabischen Liga und Mitglieder der Afrikanischen Union für das Projekt „Zukunfts-Konferenz" in Paris zu gewinnen.
Das Thema „Zukunft“ war schliesslich für alle Länder dieser Erde relevant und von besonderem Interesse.
Die Zukunfts-Konferenz hatte drei Ziele:
● Standortbestimmung! Daten, Fakten, eigene Erkenntnisse – Prognosen.
● Individuelles Umdenken! Entwickeln eines Entwurfs für eine neue, globale Lebensgemeinschaft in einer gesunden Umwelt mit menschenwürdigen Perspektiven. Möglichst für alle!
● Koordination von Visionen, Zielen, Aktions- und (Zeit-)Plänen sowie dem Controlling.
Prof. Bernard Trussod sorgte dafür, dass alle Teilnehmenden schon gut vorbereitet zu dieser ZukunftsKonferenz anreisen konnten. Die Methode, wie diese Konferenz ablaufen sollte, war für die Teilnehmer allerdings überraschend neu. Manche waren zwar zuerst etwas skeptisch, doch man fühlte sich auch geehrt, zu dieser speziellen Konferenz eingeladen worden zu sein.
Und tatsächlich, wie sich im Laufe der Veranstaltung noch herausstellen sollte, waren alle Teilnehmenden von Anfang an positiv erwartungsvoll. Denn hier würden sie etwas völlig Neues, einmaliges zum Thema 'Zukunft' kennen lernen können. Das Einzigartige an dieser Konferenz war nämlich, dass hier keine Referenten anwesend waren.
Referenten, die anderswo ihre eigenen, oft parteipolitisch oder wirtschaftlich motivierten Standpunkte vertraten. Nein, die gab es hier nicht. An dieser Zukunfts-Konferenz sollten die Teilnehmenden aufgrund von mehreren vorgegebenen Themen ihre Erkenntnisse tief aus ihrem eigenen Inneren erhalten können. Erst dann, am Ende der Veranstaltung, sollten sie sich mit anderen Teilnehmern austauschen. Ihre eigenen Erkenntnisse könnten sie über die vorhandene moderne IT-Einrichtung, als Feedback, an den Veranstalter geben. Diese Rückmeldungen würden dann allen Teilnehmenden in Echtzeit zur Verfügung stehen.
Dieses Vorgehen würde den Mut zur Ehrlichkeit sowie den kreativen Prozess bei jedem einzelnen Teilnehmenden unterstützen. Ganz nach dem Motto: Alles Leben entwickelt sich von oben nach unten und von innen nach aussen – nie umgekehrt!
So etwas hatten die meisten Besucher bisher noch nie erlebt.
Sie könnten hier auf ihr eigenes Wissen, ihre eigenen Erfahrungen und ihre eigene Intuition achten – frei von Beeinflussung durch kluge Referentenaussagen.
Auch kritische Gedanken seien erwünscht, wurde in der Einladung vermerkt. Allerdings nur, wenn sie gleichzeitig auch einen Lösungsansatz enthielten. Dazu folgte eine Erklärung:
„Das ist die beste Kritik der Welt, wenn neben dem, was einem missfällt, man selbst etwas Besseres stellt.“
Kritik also 'JA', jedoch nur in einer konstruktiven Geistes-Haltung.
Rund um das Messegelände waren Polizeibeamte positioniert. Der Sicherheitschef der regionalen Polizei, Marc Le Clerc, meinte humorvoll zu seinem Kollegen, der für die Sicherheit der gesamten Veranstaltung verantwortlich war:
„Eine Konferenz ist ein Treffen, wo viele hineingehen, aber wenig dabei herauskommt.“
„Hoffentlich ist es dieses Mal anders. Heute ist VIP-Tag“, antwortete dieser.
Dass die Situation für uns Menschen auf diesem Planeten wirklich ernst zu nehmen und ein rasches Umdenken von hoher Wichtigkeit ist, bestätigten inzwischen immer mehr Politiker. Auch das EU-Parlament in Strassburg hatte inzwischen den «Klimanotstand» für Europa ausgerufen. Die Abgeordneten stimmten mit grosser Mehrheit für eine entsprechende Resolution. Dies war zwar ein symbolischer Akt, der aber Druck auf eine konkrete Gesetzgebung aufbauen sollte. Mit dieser Resolution sollte ausserdem unterstrichen werden, dass wegen des Klimawandels jetzt dringend gehandelt werden müsse. Die ZukunftsKonferenz stand also unter einem guten Stern – hoffentlich!
Den Besuchern sollte es leicht gemacht werden, sich nach dem Eintreten in die Konferenzhalle rasch von Stress und Alltagshektik zu befreien – vor allem aber auch von Vorurteilen. In entspanntem Zustand würde man sich bekanntlich besser auf das Wesentliche konzentrieren können. Sich und sein Leben wieder einmal von aussen betrachten, so wie Christian Morgenstern schon sagte:
„Man sollte von Zeit zu Zeit von sich zurücktreten, wie ein Maler von seinem Bilde."
Alles war so vorbereitet worden, dass die Teilnehmenden sozusagen kontemplativ in die vorgegebenen Themen eintauchen konnten. Auch das war neu für eine Zukunfts-Konferenz: Schweigen, anstatt viel zu reden! Um sich so der eigenen Intuition besser öffnen zu können. Inspiration erfahren! Instinktiv wahrnehmen können, was jetzt so dringend zu tun sei. Denn jetzt ginge es schliesslich um unser Überleben. Selbstverständlich solle man auch seinen Intellekt gebrauchen. Jedoch am besten ohne die antrainierten „Wissens-Programme“, die unser Leben bisher so dominant bestimmten. Und uns schliesslich an diesen gefährlichen Punkt gebracht hätten, wo wir uns jetzt befinden. Ein neu entstehendes „Brain-Network for future“ würde angestrebt, hiess es in der Einladung.
Die Methode und die Didaktik der ZukunftsKonferenz zielten also in erster Linie darauf ab, den Teilnehmenden die Möglichkeit zu bieten, das Thema 'Zukunft' intuitiv erfahren zu können – ohne Fremdbeeinflussung!
So könne jeder Einzelne aus seinem tiefsten „Innern“ heraus und unbeeinflusst von bisherigen Lehren oder Erfahrungen, vor allem die langfristigen Auswirkungen der heute lebensbedrohlichen Situation vorurteilsfrei beurteilen.
Der Weg in die Zukunft würde die Gäste durch sieben Themen führen. Für jedes Thema sei in einem separaten Raum eine Ausstellung aufgebaut worden. Bilder, Videos, Texte, sowie passende Hintergrundgeräusche würden den Besuchern helfen, sich rasch in das jeweilige Thema einzustimmen.
Beim Betreten des Raumes sei man gebeten, sich einige Zeit still hinzusetzen und sich mit dem Thema „innerlich“ zu beschäftigen. Dabei könne man auf die eigene „Innere Stimme“ hören. Kopf und Herz sollten dann ehrliche Antworten bewusst machen – frei von jedweden Ängsten und Vorurteilen. Auch das war für viele neu.
Bereits auf der Einladung wurde der italienische Mathematiker, Philosoph und Physiker Galileo Galilei (1564-1642) zitiert: „Man kann einen Menschen nichts Lehren, man kann ihm nur helfen, sich an das Wissen in sich selbst zu erinnern.“
Basierend auf dieser Grundlage, also des sich „Erinnerns an die Prinzipien des Lebens“, würde den Teilnehmern wahrscheinlich eine ausserordentliche Erfahrung möglich werden. Ein solches inneres Erlebnis sei aber in dieser aussergewöhnlichen Situation, in der wir uns heute befinden dringend not-wendig – und für eine neue Zukunft sogar „matchentscheidend"! Deshalb müsse man jetzt neue Wege einschlagen!
Tom konnte sich überhaupt nicht vorstellen, wie mit einem solchen Konzept die Welt 'gerettet' werden könnte. Er war fest überzeugt davon, dass jedes Problem mit Geld zu lösen sei.
Aber spezielle Umstände erfordern bekanntlich spezielle Massnahmen", reflektierte Tom, als er über das Syndikat seine Einladung zu dieser Konferenz erhalten hatte. Noch etwas beschäftigte ihn: Was war gemeint mit „Raum der Erkenntnis“?
Auf der Einladung wurde nämlich erwähnt, dass man nach dem Besuch aller Themen in einen weiteren Raum, den „Raum der Erkenntnis“, gelangen würde. Dort könne man sich miteinander über die gemachten Erfahrungen und Erkenntnisse austauschen – Netzwerken, Ideen entwickeln und Pläne für eine neue Zukunft schmieden.
Zum Abschluss würde dann jeder Teilnehmer ein „Natur-Wunder"-Geschenk erhalten. Dieses sei mit einer unvergesslichen „Hausaufgabe“ verbunden.
Nur was sollte das sein?
Tom war skeptisch. Aber grundsätzlich offen für Neues. Er wusste: „Wer vom Wandel profitieren will, muss ihn begrüssen". Deshalb stellte er sich bewusst positiv auf diese Konferenz ein.
Eine Illustre Gästeschar würde an diesem heutigen Tag teilnehmen! Der Einladung lag eine Liste bei, die aufzeigte, dass u. a. folgende Persönlichkeiten zu dieser Konferenz erwartet würden:
● Für die USA der Finanzexperte Tom Archibald Teyler sowie die Sprecherin für die Eröffnungsrede, Audrey Shenandoah.
● Für die BRIC-Staaten: Frau Swetlana Gorci, Beraterin des russischen Präsidenten.
● Für die Arabische Liga: Ali Ben Habib, Berater des Präsidenten der Arabischen Liga.
● Für die Afrikanische Union: Moussa Faki, Aussenminister von Tschad.
● Für die Europäische Union: Svenja Schulze
● Und als Spezialgast für Italien: Maria Piatti.
Ausserdem waren eingeladen: Vertreter internationaler Umweltverbände wie z. B. WWF-International, MyClimate, Greenpeace, aber auch MSF– Medecins sans frontiere und UNICEF International. Für Wirtschafts- und Fachverbände waren weitere Termine vorgesehen. Warum gerade Maria von ihrer Partei in Italien nach Paris zu diesem „VIP"-Anlass delegiert wurde, war ihr zwar ein Rätsel, aber sie war auf jeden Fall sehr begeistert davon, sich in diesem illustren Kreis für eine bessere Welt einsetzen zu dürfen.
Michelle Obama, die frühere First Lady der USA, sandte eine Grussbotschaft und erinnerte daran, dass den Frauen in Zukunft eine bedeutungsvolle Rolle zustehen würde.
Der als Natur- und Umweltschützer bekannte Prinz Charles vom Vereinigten Königreich Grossbritannien sandte ebenfalls eine Grussbotschaft. Er beglückwünschte die Teilnehmer und zollte ihnen seinen Respekt für ihre Aufmerksamkeit, die sie heute dem wichtigsten Anliegen der Menschheit – unserer Zukunft – erweisen würden.
Al Gore, ehemaliger Vize-Präsident der USA in der Regierung von Bill Clinton, bot den Teilnehmern an, sich bei Interesse direkt an ihn zu wenden. Spannend!
Um die Gäste bereits vor der Konferenz auf das Thema einzustimmen, lag der Einladung eine kunstvoll gestaltete Karte bei – mit Gedanken von Ephides zum Thema: 'Zukunft'.
Neu beginnen…
Wo die reinen Quellen rinnen,
ist das ew’ge Neubeginnen!
Unsre Tage sind verloren,
wenn wir nicht wie neugeboren
alte Vorurteile lassen,
höhere Entschlüsse fassen,
neuen Weg zu Menschen finden,
enger uns mit Gott verbinden,
andre zu der Quelle führen,
bis auch sie den Aufschwung spüren
und das Wasser weiterreichen …
Solches Glück ist ohnegleichen,
eint den Himmel mit der Erde,
mit dem Schöpferwort „Es werde!”
Wo die reinen Quellen rinnen,
ist das ew’ge Neubeginnen!
Kapitel 4
Berührung
Maria war früh dran. Im Bistro Saint Marc, wo sie vor Beginn der Konferenz noch einen Kaffee trinken wollte, hörte sie am Nebentisch beiläufig einen zur Konferenz zugelassenen Journalisten. Er sprach mit einem Kollegen:
„Weil die USA zur Zeit die grösste Militär- und Weltmacht auf unserem Planeten sind und deshalb für die Zukunft unserer Erde besonders in der Verantwortung stehen – sollten – wurde für die Eröffnungsrede der „Zukunfts-Konferenz “ eine Sprecherin aus den USA eingeladen, Audrey Shenandoah, ClanMutter der Onondaga. Ihre Liga der sechs Völker Mohawk, Cayuga, Oneida, Onondaga, Seneca und Tuscarora
