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Sind Sie mit Ihrem Leben als Christ zufrieden oder haben Sie Durst nach mehr? Sind Sie bereit, echte Erneuerung zu erleben, die zu Erweckung führt und viel Frucht bringt? Das vorliegende Buch begeistert, fordert heraus und ermutigt alle, die diesen Weg beschreiten wollen. Als Jesus bei einer Hochzeit Wasser in Wein verwandelte, war das ein Bild für den „Neuen Wein“ der Erneuerung und Wiederherstellung durch den Heiligen Geist. Es begann an Pfingsten und setzt sich heute weltweit und verstärkt fort. David Herzog erklärt die Schritte, durch welche wir diesen Segen des Neuen Weines in seiner Fülle empfangen können. Das Ergebnis ist eine völlige Transformation unseres Lebens, wie sie Petrus zu Pfingsten erlebte und die eine überwältigende Frucht nach sich zieht. „Sie treten nun in die Erweckung der Unbekannten und Namenlosen ein“, schreibt Autor David Herzog, der weltweit viele Hindus, Buddhisten, Muslime, Juden und Atheisten in eine Beziehung zu Jesus Christus und in ein vollmächtiges Leben geführt hat.
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Seitenzahl: 290
Veröffentlichungsjahr: 2016
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David Herzog
Der Neue Wein
Voraussetzung für Ihre Transformation und Ihre Ernte
GloryWorld-Medien
© Copyright 2010 David Herzog
Originaltitel: „Desperate for New Wine“
1. E-Book-Auflage 2016
© der deutschen Ausgabe 2015 GloryWorld-Medien, Xanten, Germany, www.gloryworld.de
Alle Rechte vorbehalten
Bibelzitate sind, falls nicht anders gekennzeichnet, der Elberfelder Bibel, Revidierte Fassung von 1985, entnommen.
Weitere Bibelübersetzungen:LUT: Lutherbibel, Revidierte Fassung von 1984NGÜ: Neue Genfer Übersetzung, 2009SLT: Schlachter 2000NeÜ: Neue evangelistische Übersetzung, 2012
Das Buch folgt den Regeln der Deutschen Rechtschreibreform. Die Bibelzitate wurden diesen Rechtschreibregeln angepasst.
Übersetzung: Elisabeth MühlbergerLektorat/Satz: Manfred MayerUmschlaggestaltung: Kerstin & Karl Gerd Striepecke, www.vision-c.deFoto: istock
ISBN (epub): 978-3-95578-197-2
ISBN (Druck): 978-3-936322-97-2
Vorwort
Einführung
1. Leeren Sie Ihren Wasserkrug
2. Unaussprechliche Freude
3. Neuen Wein empfangen
4. Den neuen Wein behalten und vermehren
5. Zeichen des neuen Weins
6. Sich verlieben
7. Fragen und Bedenken
8. Die Salbungen des neuen Weins
9. Der neue Wein zieht neue Gäste an
10. Der Feigenbaum und der Weinstock
Dieses Buch sei den Menschen gewidmet, die mir eine Quelle des Segens und der Inspiration waren:
Dem Christ for the Nations Institute1, das während meines Aufenthalts dort den Verlauf meines Lebens verändert hat. Der Geist des Gebets, der Evangelisation, des Lobpreises, der Anbetung und der Mission, von dem dieses College durchdrungen ist, wurde für uns zum Sprungbrett für unseren Dienst. Frau Freda Lindsay, ich danke Ihnen, dass Sie die Flamme am Leben erhalten.
Den treuen Fürbitterinnen und Fürbittern und Unterstützern, die in vielen kritischen Zeiten ihre Herzen für uns zum Herrn erhoben haben. Ihnen gilt die Anerkennung für alle Menschen, die gerettet und geheilt worden sind, und für jedes Wunder, das jemals durch unseren Dienst stattgefunden hat.
Vor allem widme ich dieses Buch aber meiner Familie, angefangen mit meiner wunderbaren Frau, Stephanie Herzog. Obwohl dieses Manuskript ein Vieles an Mehrarbeit erforderte, hat sie mich geduldig unterstützt, selbst auf dem Missionsfeld, als wir von einer Veranstaltung zur nächsten gingen, und auch während der Zeit der Schwangerschaft und Geburt unseres ersten Kindes. Stephanie hat mich vielfältig inspiriert: Sie ist eine unglaubliche Ehefrau, Mutter, Gefährtin, Mitstreiterin und Freundin, die mit mir um die Welt gereist ist, um die Erweckung auszubreiten und die Verlorenen zu gewinnen. In der Bibel steht, dass jede gute Gabe von oben kommt (vgl. Jak 1,17). Als wir uns in der Bibelschule kennenlernten, wusste ich, dass sie Gottes Geschenk an mich war.
Ich widme dieses Buch auch unserem ersten Kind, Tiffany Joy. Sie wurde schon im Mutterleib vom neuen Wein des Heiligen Geistes erfüllt, als ich dieses Buch schrieb. Als die Erstausgabe dieses Buches fertig war, wurde sie geboren. Sie ist ein Überfluss der Freude und Liebe, mit welcher der Herr uns während dieser Zeit der Erneuerung gesegnet hat. Möge sie bereits als Kind ein Pfeil in den Händen unseres Herrn sein. Dieses Buch sei auch Shannon Glory gewidmet, die bei ihrer Geburt schon förmlich die Herrlichkeit Gottes ausstrahlte, und auch Destiny Shalom, die den Frieden und die Gunst Gottes ausströmt. Ich liebe euch alle und bin so stolz auf euch!
Dieses Buch sei auch meiner Mutter Colette gewidmet, die uns eine immense Hilfe war, da sie während unseres Auslandsaufenthaltes alle verwaltungstechnischen Belange übernahm und uns auch zur Fertigstellung dieses Buches ermutigte. Sie hat furchtlos Bibeln nach Kuba geschmuggelt, ist nach China gereist und hat ihren Kollegen kühn und unerschrocken vom Evangelium erzählt. Danke, Mama, dass du unsertwegen deine Reise, die Arche Noah zu suchen, abgesagt hast. Durch dein Beispiel als eine Frau des Gebets und durch deine Treue zum Herrn wurde ich schon als Kind errettet. Dafür bin ich dir ewig dankbar.
Ich widme dieses Buch auch meinem Vater Victor, der nach vielen schwierigen Jahren dem Herrn sein Leben gegeben hat. Meine tiefe Liebe zu ihm, mein ernsthafter Wunsch und mein herzliches Verlangen nach seiner Rettung verhalfen dem evangelistischen Ruf auf meinem Leben und meiner Leidenschaft für die Verlorenen zum Durchbruch. Du hast einen weiten Weg zurückgelegt, Dad! Als ich anfing, dieses Buch zu schreiben, besuchte mein Vater gerade dieselbe Bibelschule, die auch ich mit meiner Schwester besucht hatte.
Auch meiner Schwester Melissa sei dieses Buch gewidmet: Sie unternahm einmal eine lange und mutige Missionsreise nach Indien und Bangladesch, während der sie Überschwemmungen und Aufstände erlebte, mit Steinen beworfen wurde und auch Krankheiten durchmachte – aber sie überwand alles. Ich danke ihr für ihre Liebe zu mir als meine einzige Schwester und für die Zeiten, in denen sie mich, ihren nervigen älteren Bruder, geduldig ertragen hat.
Mein besonderer Dank gilt dem Pastor und Missionar Francis Trees, der mir für den ersten Entwurf dieses Manuskripts seinen Computer geliehen hatte, als wir beide in Frankreich lebten. Und ganz besonders danke ich ihm für seine Freundschaft.
Ein großes Dankeschön an Sussan Esperanza, meine Schwiegermutter, die über den Atlantik flog, um uns im ersten Monat nach der Geburt unseres Babys zu unterstützen, damit ich dieses Buch beenden konnte. Sie ist eine mächtige Frau Gottes und des Gebets, eine wahre Dienerin des Herrn. Wir danken auch William Esperanza, meinem Schwiegervater, für seine Liebe und Unterstützung zum richtigen Zeitpunkt.
Mein besonderer Dank an unsere gute Freundin Suzanne Ridner, dass sie die Zeit gefunden hat, dieses Buch zu lektorieren.
Ich möchte auch Kevin Jonas danken, dass er mir während einer Dienstreise seinen Computer im Musikstudio von Christ For the Nations geliehen hat.
Der Strom Gottes fließt in Form einer Erweckung, die unsere Weltkugel umspannt. Manche Menschen reden von Erneuerung und meinen damit, Gott würde etwas erneuern, das alt geworden ist. Ich rede lieber von Erweckung, was neues Leben bedeutet. Die Welt sucht nicht nur nach einem Segen (Erneuerung), sondern nach einer Veränderung (Erweckung). Die langersehnte Erweckung ist nicht erst am Kommen, sie ist schon hier. Der natürliche Fortschritt einer Erweckung führt zu einem globalen Erwachen.
Auf dieser Suche nach Gottes kostbarsten Segnungen muss man irgendwo beginnen. David Herzog hat dieses Buch verfasst, um einem Gläubigen bzw. einer Gemeinde bei dieser Suche behilflich zu sein. Falls Sie hungrig und bereit sind, Gott nachzujagen, lesen Sie weiter. Dieses Buch ist nicht für diejenigen gedacht, die nach einer schnellen Lösung für die Entwicklung einer Beziehung zu Gott suchen, welche dann Erweckung bringen soll. Völlige Hingabe ist ein Muss, ein heiliges Leben unabdingbar. Offenheit für die manchmal seltsamen Wege Gottes ist ebenso erforderlich wie eine neue Liebe und Salbung. Dazu ist es auch nötig, die Menschen so anzunehmen, wie sie sind.
Ich habe David Herzog in Paris bei einer Pastorenkonferenz, die ich abhielt, kennengelernt. Es war mir gleich klar, dass eine gottgegebene Leidenschaft im Herzen dieses jungen Mannes lodert. Dieses Buch ist ein Produkt dieses heißglühenden Herzens, welches verzweifelt nach neuem Wein ist.
Carey Robertson
Assistent Pastor (während des Brownsville Revival)
Brownsville Assembly of God, Pensacola, Florida
1 Das Institut „Christus für die Nationen“ ist ein christliches Bibelcollege in Dallas, Texas, Vereinigte Staaten von Amerika.
Während David Herzog und seine Frau Stephanie dem Herrn als Missionare in Frankreich dienten, war es mir eine große Freude, sie näher kennenzulernen. Nach dem Dienst aßen wir oft gemeinsam in einem der urigen französischen Restaurants. In diesen Zeiten der Gemeinschaft, als wir das Brot brachen, konnte ich den Eifer dieses jungen Ehepaars für den Ruf des Herrn zu den Völkern und ihre innige Verbundenheit mit der Gegenwart des Heiligen Geistes – die ich oft als „die Herrlichkeit“ bezeichne – ermessen. Ich entdeckte, dass David und Stephanie und selbst ihre kleinen Töchter Träger „der Herrlichkeit“ waren.
Nachdem Familie Herzog dem Herrn eine Zeitlang in Europa gedient hatte, sandte sie Gott nach Arizona in die Vereinigten Staaten, obwohl ihr Auftrag sie weiterhin in alle Welt führt. Im Laufe der Jahre hat ihr Eifer für „die Herrlichkeit“ immer mehr zugenommen. Ich habe diese Gnade für ungewöhnliche Heilungen und Wunder persönlich miterlebt – begleitet von der Rettung vieler Menschen, die sich Christus zugewandt haben.
Von ihrer Wohnung in Frankreich bis zu ihrem Landhaus in den Ausläufern der Vorgebirge von Sedona geht ihre Reise mit dem Heiligen Geist weiter. Dieses einzigartige Ehepaar verkörpert Erneuerung und Erweckung. Und wenn sie vor Menschenmengen stehen, bekommen diese immer einen Hunger nach mehr von der Realität des wunderwirkenden Gottes.
Wollen auch Sie diesen wunderwirkenden Gott mehr erleben? Falls Sie verzweifelt nach neuem Wein sind, werden Ihnen David und Stephanie wunderbare neue Wege in die frische, innige Verbundenheit mit dem Heiligen Geist erschließen. Ich weiß, dass die Frucht in ihrem Leben zunehmen wird – ebenso wie die Salbung und die Herrlichkeit.
Es ist der Wille Gottes in dieser Stunde, jeden gesalbten Gläubigen auf beispiellose Weise zu gebrauchen, um sein Reich auszubreiten, damit Christus in allen Völkern verherrlicht wird. Dieses Buch ist ein besonderes Werkzeug, das Ihnen bei diesem Auftrag helfen wird.
Dr. Mahesh Chavda
Hauptpastor der All Nations Church
Charlotte, North Carolina
Nach einer Zeit, in der ich einen großen und zunehmenden Hunger nach mehr von Gott hatte, spürte ich immer mehr, dass Gott etwas vorhatte. Dennoch wusste ich nicht, was, wo, wann oder wie dies geschehen würde. Ich hatte erlebt, dass Gott mächtige Zeichen und Wunder getan und dass sich bei unseren Veranstaltungen und auf der Straße Sünder und Sünderinnen angesichts der Heilsbotschaft von ihren Sünden abgewandt hatten, und dennoch fehlte etwas. All dies war zwar schön und gut, doch war es noch nicht ganz Erweckung. Schließlich, als die Regungen in meinem Herzen zunahmen, wusste ich, dass etwas geschehen würde.
Meine Frau und ich begannen, in Gemeinden und Veranstaltungen in den Vereinigten Staaten zu dienen, bis Gott uns sagte, wir sollten alles verlassen und zu den Nationen gehen. Wir gingen nach Frankreich und dort explodierte dieser Hunger in uns förmlich. Wir entschlossen uns, an einer dreiwöchigen Reise mit „Christ For the Nations Institute“ (CFNI) durch Israel teilzunehmen, um zu erfahren, was Gott dort mit uns vorhatte, und um Menschen zu Christus zu führen. Diese Reise war ein Wendepunkt für uns. Gott begegnete uns im „Obergemach“ bzw. „Abendmahlssaal“1 in Jerusalem auf eine Weise, die man nur als neu beschreiben kann. Nach unserem Erlebnis im Abendmahlssaal erlebten wir während dieser Reise viele Bekehrungen, aber noch mehr: Wir selbst wurden verändert.
Nach unserer Rückkehr begann ich, vermehrt den Herrn wegen dieses Erlebnisses im Abendmahlssaal zu suchen. Ich wollte unbedingt mehr von dem erfahren, wie Gott in dieser Bewegung gerade wirkte, auch wenn ich nicht alles verstand. Dieser Hunger führte uns nach Toronto, wo wir noch mehr neuen Wein bekamen. Wir dachten, wir wären dort, um Verwandte zu besuchen, aber Gott hatte andere Pläne. Nach unserer Begegnung mit ihm in Israel wurden wir dort von einer neuen Liebe zu ihm und einer neuen Salbung erfüllt. Danach breitete sich überall, wo wir in den Vereinigten Staaten und in Europa dienten, die Erneuerung aus. Mehr als nur durch Zeichen und Wunder verändert Gott jetzt die Herzen seines Volkes und erneuert sie im Hinblick auf Erweckung.
Als wir dann mit dieser neuen Salbung dienten, fiel uns auf, dass manche Gemeinden und Christen nicht verstanden, wie man Erneuerung empfängt und was Gott mit dieser Erneuerung beabsichtigt. Manche, die den neuen Wein erhalten hatten, wussten nicht, was sie damit anfangen sollten oder wie sie ihn auf Dauer behalten konnten. Am folgenden Silvesterabend forderte der Herr mich heraus, dieses Buch zu schreiben, um damit das Volk Gottes zu segnen. Gott möchte, so glaube ich, dieses Buch als ein Werkzeug gebrauchen, sodass die Bewegung des Heiligen Geistes von der Erneuerung zur Erweckung hin fortschreitet; es soll uns helfen, unseren Blick nicht nur auf Erneuerung zu richten, sondern auf das, was Gott weltweit tut. Ich beschloss, ihm zu gehorchen.
Ein Großteil der Inhalte und der Prinzipien in diesem Buch wurden mir vom Herrn insbesondere in Zeiten des Gebets und des Fastens offenbart. Die anderen Inhalte beruhen auf unseren Erfahrungen mit dem neuen Wein des Heiligen Geistes, indem wir in den verschiedenen Nationen, denen wir dienen, Erneuerung und Erweckung erleben. Dieses Buch wurde dazu geschrieben, um Ihnen aufzuzeigen, in welch kritischer Zeit wir leben und um Sie zu inspirieren, diesen Augenblick in der Geschichte zu nutzen.
Dieses Buch ist für alle gedacht, die sich Erneuerung wünschen, jedoch skeptisch sind und Antworten haben wollen, und auch für diejenigen, die vielleicht schon vom neuen Wein gekostet haben, aber an diesem Punkt nicht aufhören wollen. Es hilft Ihnen in Ihrem persönlichen Leben mit dem Herrn, in Ihrer Gemeinde und in Ihrem Dienst, eine wachsende Erneuerung zu erleben. Es ist wirklich für diejenigen, die verzweifelt nach neuem Wein sind!
1Abendmahlssaal (lat. Coenaculum) ist die traditionelle Bezeichnung für den Raum, in dem Jesus Christus in Jerusalem am Vorabend seines Todes mit seinen Jüngern das Abschiedsmahl gefeiert haben soll … Das gesamte Gebäude des Abendmahlssaales in Jerusalem befindet sich seit 1948 faktisch im Eigentum des Staates Israel und ist ein Museum (Quelle: wikipedia). Anm. d. Hrsg.
Und am dritten Tag war eine Hochzeit zu Kana in Galiläa; und die Mutter Jesu war dort. Es war aber auch Jesus mit seinen Jüngern zu der Hochzeit eingeladen. Und als es an Wein mangelte, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein. Jesus spricht zu ihr: Was habe ich mit dir zu schaffen, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch sagen mag, tut! Es waren aber sechs steinerne Wasserkrüge dort aufgestellt nach der Reinigungssitte der Juden, wovon jeder zwei oder drei Maß fasste. Jesus spricht zu ihnen: Füllt die Wasserkrüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis obenan. Und er spricht zu ihnen: Schöpft nun und bringt es dem Speisemeister! Und sie brachten es. Als aber der Speisemeister das Wasser gekostet hatte, das Wein geworden war – und er wusste nicht, woher er war, die Diener aber, die das Wasser geschöpft hatten, wussten es -, ruft der Speisemeister den Bräutigam und spricht zu ihm: Jeder Mensch setzt zuerst den guten Wein vor, und wenn sie betrunken geworden sind, dann den geringeren; du hast den guten Wein bis jetzt aufbewahrt (Joh 2,1-10).
So, wie Jesus und seine Jünger zur Hochzeit in Kana eingeladen waren, so lädt Jesus uns, die heutige Gemeinde, symbolisch zu einem Fest der Freude ein – zu einer heiligen Feier zu Ehren unseres bald erscheinenden Königs! Überall auf der Welt spüren viele Christen und Leiter, dass dies ein historischer Zeitpunkt für die Gemeinde ist und wir am Rande eines weltweiten geistlichen Durchbruchs stehen.
Das Hochzeitsfest ist bereit und die Einladungen sind verschickt. Alles sieht gut aus, bis auf den Wein. Es gibt nicht genug davon! Jemand muss neuen Wein finden. Was für eine Schande wäre es für die Braut, wenn alle geladenen Gäste kämen, nur um zu entdecken, dass es keinen Wein mehr gibt!
Gottes Volk wird immer hungriger und durstiger nach einer frischen Ausgießung des Heiligen Geistes. Die frühere charismatische Bewegung hat ihre Leidenschaftlichkeit verloren und wird in vielerlei Hinsicht zu einer Tradition. Viele traditionelle und charismatische Gemeinden und Denominationen machen den Versuch, die Welt einzuladen – und nehmen dennoch zahlenmäßig ab. Sie kämpfen verzweifelt ums nackte Überleben. Die Menschen kommen in ihre Veranstaltungen, sind aber apathisch, unzufrieden und geistlich unterernährt. Worin liegt das Problem? Das Problem ist, dass ihnen der Wein ausgegangen ist!
In vielen Ländern, und besonders in Israel zu Zeiten Jesu, brauchte man für eine Hochzeit unbedingt Wein. Wäre einem während einer Hochzeit der Wein ausgegangen, so wäre das eine Riesenkatastrophe gewesen, die keiner so leicht vergessen hätte. Es wäre zum Stadtgespräch schlechthin geworden. Viele Gemeinden schämen sich heute, weil sie die Menschen einladen, aber keinen Wein zu bieten haben. Ja, ihre Predigten sind zwar theologisch korrekt, aber es fehlt etwas: die frische Ausgießung des Heiligen Geistes, die uns erneuert, erfrischt und wiederherstellt.
Manche gehen sogar so weit, die Gegenwart des Heiligen Geistes vorzutäuschen. Aber jeder, der durstig ist und kommt, um von der Gegenwart des Heiligen Geistes zu trinken, erkennt den Unterschied, wenn er immer noch ausgetrocknet und durstig nach Hause geht. Die Welt ist der künstlichen Aufregung überdrüssig.
Was geschieht, wenn der Wein ausgeht? Entweder tun die Christen so, als ob sie ihn noch hätten, oder sie reden von den guten alten Zeiten. Schließlich schleicht sich ein religiöser Geist ein und eine Gemeinde, die einmal gesegnet war, wird am Sonntagmorgen zwischen 10 Uhr und 12 Uhr zu einem langweiligen, leblosen, strukturierten System ohne eine Spur von Erwartung. Der Gottesdienst ist gänzlich im Voraus geplant, ohne einen Gedanken an das, was der Heilige Geist vielleicht tun möchte. Das nennen dann viele „Gottesdienst“ bzw. „Gemeinde“. Kein Wunder, dass die Welt nicht in unsere Gemeinden rennt! Stattdessen suchen sie anderswo, um ihre durstigen Seelen mit Esoterik, dem Okkultismus, dem Materialismus und mit anderen zerstörerischen Fallen zu füllen. Wir sind unserer Generation gegenüber genauso verantwortlich wie es König David war, nachdem er „den Menschen seiner Zeit so gedient hatte“ (vgl. Apg 13,36).
Während des Festes ging der Wein aus. Da sagte die Mutter Jesu zu ihrem Sohn: „Sie haben keinen Wein mehr!“ (Joh 2,3 NGÜ).
Leute versuchen so manches, um die Gemeinden und ihr persönliches Leben mit dem zu füllen, was ihnen fehlt. Viele rennen von einem Seminar zum anderen, nur um wieder leer zurückzukehren. Die Gemeinden stecken in demselben Dilemma und bemühen sich oft, die neuesten Gemeindewachstumsprogramme ausfindig zu machen, um ihre Leute erfolgsmotiviert zu halten.
Maria, die Mutter Jesu, war weise. Sie wusste genau, was sie tun musste, um dieses Problem zu lösen. Sie ging direkt zu Jesus. Es ist so einfach, und doch übersehen wir das häufig. Wir müssen zum Meister, zur Quelle aller Dinge gehen. In dieser Hinsicht müssen wir Marias Beispiel folgen. Wenn es ein Problem oder einen Mangel in unserem Leben gibt, müssen wir als Erstes Gottes Angesicht suchen.
Als Stephanie und ich anfingen, Gott persönlich bezüglich einer tieferen und innigeren Beziehung zu ihm aufzusuchen, nach der wir so hungerten, begann er, unser Leben mit ihm und unseren Dienst zu verändern. Das führte dazu, dass wir das frische Wirken des Geistes empfingen, das zurzeit in vielen Nationen erlebt wird.
Meiner Meinung nach ist der wichtigste Faktor, um diesen Segen zu empfangen, ein verzweifelter Hunger und Durst nach mehr von Gott – und nicht nur nach ihm, sondern nach einer völligen Transformation unseres Lebens, so, wie sie Petrus zu Pfingsten erlebte. Vor Pfingsten war er nur zu einem gewissen Grad gesalbt. Er war mächtig gebraucht worden, und dennoch ließ er den Herrn im Stich und floh, als es um sein Leben ging. Er leugnete sogar, Jesus überhaupt zu kennen. Nach Pfingsten war Petrus ein ganz anderer Mensch. Er war so kühn, dass er ausgerechnet zu denen predigte, vor denen er sich noch zehn Tage vorher gefürchtet hatte. Er forderte sie auf, sich von ihren Sünden abzuwenden, und erinnerte sie daran, dass sie es gewesen waren, die den Messias ans Kreuz geliefert hatten.
Was hatte zu einer solchen Transformation geführt? Ich glaube, dass Petrus, nachdem er Jesus verleugnet hatte, damit begann, sein Leben und seinen Dienst kritisch zu überdenken. Ihm ging auf, dass ihm noch einiges fehlte, um den Missionsbefehl erfüllen zu können. Wie konnte er dem Auftrag des Herrn nachgehen, wenn es ihm doch an so vielem mangelte? Ihm wurde auch klar, dass es einiges in seinem Leben gab, das er aufgeben musste. Höchstwahrscheinlich vergoss er im Obergemach viele Tränen, als er von Gott entleert und gereinigt wurde, um mit etwas Mächtigerem gefüllt zu werden – mit neuem Wein.
Wir sind diese Petrus-Generation! Wir müssen ans Ende unserer Möglichkeiten kommen und einsehen, dass wir nicht länger so tun können, als ob wir alles hätten. Wir müssen völlig entleert und gründlich gereinigt werden, um von Neuem gefüllt und belebt zu werden und in diese neue, weltweite, frische Bewegung des Geistes einzutreten.
Maria betrachtete die Situation bei der Hochzeitsfeier realistisch: Es gab nicht genügend Wein, um das Fest zum Erfolg zu machen. Sie war bereit, den Tatsachen ins Auge zu sehen und sich ihnen zu stellen, indem sie sich demütigte und Jesus um Hilfe bat.
Wenn wir wegen unserer Unzulänglichkeit vor Gott ehrlich sind und mit zerbrochenem Herzen zu ihm kommen, dann kann er an uns arbeiten. Gott gibt den Demütigen Gnade, aber er widersteht den Hochmütigen (vgl. Jak 4,6; 1 Petr 5,5). Der Weg des Zerbruchs vor dem Herrn ist der Weg zu neuem Wein. Denn jedes Mal, wenn das Selbst am Kreuz stirbt, gibt es eine Auferstehung.
In der Nähe standen sechs steinerne Wasserkrüge, wie sie die Juden für die vorgeschriebenen Waschungen benutzen. Die Krüge fassten jeder zwischen achtzig und hundertzwanzig Liter. Jesus befahl den Dienern: „Füllt die Krüge mit Wasser!“ Sie füllten sie bis zum Rand (Joh 2,6-7 NGÜ).
Jesus bat die Diener, bei der Hochzeit etwas Seltsames zu tun! Warum würde jemand Wasser in schmutzige Wasserkrüge anstatt in Weinschläuche schütten? Diese Wasserkrüge wurden von den Juden zur Reinigung verwendet! Das bedeutet, dass sie schmutzig waren und höchstwahrscheinlich voll von schmutzigem Wasser, das von den religiösen Juden zum Waschen verwendet worden war. Mit Sicherheit leerten die Diener beim Hochzeitsfest das schmutzige Wasser aus und reinigten die Krüge so gut wie möglich, wie es alle guten Diener tun würden, ehe sie diese mit Trinkwasser auffüllten und es servierten. Wenn Sie ein Glas voller schmutzigen Wassers nähmen, wie könnten Sie es mit frischem Wasser füllen, es sei denn, Sie hätten es zuerst geleert und gereinigt?
Jesus symbolisierte damit etwas sehr Wichtiges. Ehe wir eine frische Erfüllung mit dem Heiligen Geist erleben können, müssen auch wir geleert und gereinigt werden. Unsere Gefäße sind schmutzig geworden, weil viele von uns in unserer Salbung und unserem Wandel mit Gott stagnieren.
Alter Wein, der schal geworden ist, ist wie ein Bach, der aufgehört hat zu fließen und zu einem stehenden Teich geworden ist – weder fließt neues Wasser hinein noch fließt altes Wasser hinaus. Wenn dies geschieht, werden wir religiös und brauchen dringend eine gründliche Reinigung und Säuberung. Vielleicht gab es einmal eine frische Salbung, eine innige Kommunikation mit Gott und eine starke Gegenwart Gottes auf Ihrem persönlichen Leben und Dienst. Doch wenn es keine Freisetzung gegeben hat, riecht schließlich alles wie ein gutes Parfum, das mit Schweiß vermischt wurde. Vor dem Empfangen des neuen Weins muss es daher einen Prozess des Ausleerens geben. Wie kann dieser ausgelöst werden?
Wenn wir an verschiedenen Orten – egal in welchem Land – dienen und für Menschen beten, dass sie diesen neuen Wein des Heiligen Geistes empfangen, weinen sie oft hemmungslos wie noch nie zuvor. Es spielt keine Rolle, ob es sich dabei um einen Pastor, einen Leiter oder ein Gemeindemitglied handelt. Manchmal ist das sehr dramatisch, und Leute, die solche Zerbrüche und solches Schluchzen nicht gewohnt sind, sind schockiert darüber, besonders wenn es mit lautem Schreien einhergeht. Viele sind schon jahrelang nicht mehr fähig gewesen zu weinen. Dadurch werden Menschen oft vergangene Wunden, Bitterkeit, Sünde, Religiosität und anderes los. Die Wunden können bis in die frühe Kindheit zurückgehen. Worum es sich auch handelt, man muss es los werden, ehe man die Freude dieses neuen Weins empfangen kann, die häufig von lautem Lachen begleitet wird.
All dies ist Teil des Heilungs- und Wiederherstellungsprozesses der Gemeinde und geschieht unter der Salbung des Heiligen Geistes. Für einige wird dieser Prozess durch ein einfaches Wort der Prophetie oder Ermutigung ausgelöst, und Gott heilt sie von der Ablehnung in der Vergangenheit. Wieder andere werden vom Heiligen Geist überführt und müssen sich von Sünde abkehren.
Es gibt hier scheinbar ein geistliches Prinzip, das sich durch die ganze Schrift hindurchzieht: das Prinzip des Gebens und Empfangens. Es geht um viel mehr als um ein finanzielles Prinzip des Segens. Ehe wir etwas Neues von Gott erhalten, verlangt er von uns, dass wir einiges aufgeben.
Auch Sünde kann das Problem sein, das jemanden daran hindert, diesen geistlichen Segen zu empfangen. In diesem Fall gibt es nur eine Lösung, um das schmutzige Wasser loszuwerden:
„Kehrt um“, erwiderte Petrus, „und … ihr werdet seine Gabe, den Heiligen Geist, bekommen“ (Apg 2,38 NGÜ).
Echte Umkehr ist ein sicherer Weg, um Gott zu erlauben, uns – als Vorbereitung auf eine frische Erfüllung mit dem Heiligen Geist – zu reinigen. Dies gilt auch für den erstmaligen Empfang der Taufe im Heiligen Geist. Sie ist erst dann möglich, wenn man sich von der Sünde abgekehrt und die Rettung angenommen hat.
Während eines evangelistischen Einsatzes in Israel im Mai 1994 begann ich, den neuen Wein des Heiligen Geistes zu empfangen. Während der drei Wochen unseres Aufenthalts dort erlebten meine Frau und ich, dass viele Juden und Palästinenser gerettet wurden. Wir gehörten zu einem evangelistischen Team des „Christ For the Nations Institute“ mit insgesamt 76 Personen.
Eines Tages waren wir im Abendmahlssaal in Jerusalem und beteten den Herrn an. Damals entwickelten meine Frau und ich einen ganz starken Hunger und ein intensives Verlangen nach einer frischen Berührung durch den Heiligen Geist. Als wir mit der Anbetung begannen, erfüllte eine ungewöhnlich starke und gleichzeitig sanfte Gegenwart des Heiligen Geistes den Raum. Sie nahm sehr schnell zu. Gleichzeitig fiel mir eine Taube auf, die über unseren Köpfen im Raum hin und her flog. Das war für mich ein weiteres Zeichen, dass der Heilige Geist am Wirken war. Plötzlich fielen mehrere Leute auf den Boden, nachdem für sie gebetet worden war (Charismatiker nennen das „im Geist ruhen“ oder „im Geist umfallen“).
Unerwartet eilte ein bärtiger Jude nach vorne, um für sich beten zu lassen. Er gehörte nicht zu unserer Gruppe. Das Team begann, für ihn zu beten. Seine Frau fing an zu schluchzen und bat mich inständig, für ihn zu beten. Sie sagte, sie seien gläubig wie wir und hätten viele Jahre lang in Israel gedient. Gott war im Begriff, sie als Missionare auszusenden. Sie erklärte, dass der Heilige Geist ihnen am Morgen gesagt hatte, sie sollten sofort zum Abendmahlssaal gehen, um eine besondere Salbung für ihren Dienst zu erhalten. Als ich mich ihrem Mann näherte, öffnete er die Augen und sagte: „Prophezeien Sie über mir, mein Sohn, Sie haben eine Botschaft für mich.“
„Langsam, langsam“, erwiderte ich, „lassen Sie mich erst einmal den Herrn fragen, ob er ein prophetisches Wort für Sie hat. Ich werde nichts erfinden!“ Sofort gab Gott mir ein spezifisches Wort für ihn. Während ich das Wort weitergab, befahl mir der Herr, ihn anzuhauchen, was ich normalerweise nicht tue. Ich gehorchte und hauchte ihn an, ähnlich wie Jesus es mit seinen Jüngern tat.
Und er hauchte sie an und sagte: „Empfangt den Heiligen Geist!“ (Joh 20,22).
Sofort fiel der Mann wie zu Boden geschmettert hin und begann, unter der Kraft Gottes zu zittern. Er hatte viel mehr als ein prophetisches Wort erhalten – er hatte etwas Außergewöhnliches von Gott bekommen.
Kurz danach ging ich in den hinteren Bereich des Saales, erhob die Hände und lobte Gott für das, was gerade geschehen war. Dann fing ich an zu weinen wie nie zuvor. Zum einen kam ich mir so beschämt vor, dass ich wirklich die Apostelgeschichte 2 im „Obergemach“ in Jerusalem erleben konnte, wo am Pfingsttag alles begonnen hatte. Als ich weinte, geschah etwas sehr Seltsames. Meine Beine fingen fast unkontrollierbar an zu zittern und schütteln. Dann befand ich mich plötzlich auf dem Boden – während all dem war ich durch Gottes Kraft irgendwie hingefallen. Ich weinte noch viel mehr, obwohl ich nicht ganz verstand, was mit mir los war und warum ich so weinen musste.
Ich wusste nur, dass es sich wie eine völlige Reinigung und Befreiung von den Lasten und Ängsten des Dienstes anfühlte. Die Alltagssorgen waren ganz in der Hand des Herrn. Eine Verwandlung hatte stattgefunden, wie ich sie nie zuvor gekannt hatte. In den vergangenen Jahren hatte ich selten „im Geist geruht“, obwohl ich für viele gebetet hatte, die das erlebten. Als ich dann die Augen öffnete, sah ich, wie eines der Teammitglieder über mir prophezeite, was Gott hinsichtlich unseres Dienstes und den neuen Dingen für uns bereit hatte. Die Prophetie brachte es auf den Punkt und bestätigte, was Gott schon zu uns gesprochen hatte. Schließlich versuchte ich, langsam wieder auf die Beine zu kommen. Selbst Stunden später war ich wie benommen und weinte immer wieder, ohne zu wissen warum. Damals war es mir ein Rätsel, doch fühlte es sich sehr gut an. Gottes Gegenwart war so ungemein stark. An jenem Tag erlebte ich die erste von mehreren Begegnungen mit dem Heiligen Geist, die mein Leben und meinen Dienst unter dieser neuen Salbung für immer kennzeichneten.
Was in diesem Raum geschah, ging über das hinaus, was passiert, wenn viele die Taufe im Heiligen Geist erhalten und in anderen Sprachen reden, es damit aber bewenden lassen. Ich wurde entleert, wieder aufgefüllt und für eine neue und frische Ausgießung des Heiligen Geistes vorbereitet, und dann wurde ich immer mehr mit dem neuen Wein des Heiligen Geistes erfüllt.
Die mit Tränen säen, werden mit Jubel ernten. Er geht weinend hin und trägt den Samen zum Säen. Er kommt heim mit Jubel und trägt seine Garben (Ps 126,5-6).
Wenn sich die zum Hochzeitsfest Geladenen immer noch an ihre schweren Lasten klammern, wird es ihnen nicht gelingen, an der Freude teilzunehmen, die der neue Wein bringt. Sie mögen in der Erwartung kommen, von Freude erfüllt zu werden, aber es gilt einen Prozess zu durchlaufen.
In den meisten Fällen werden die Menschen, die alle Barrieren fallen lassen und der sanften, aber mächtigen Berührung des Heiligen Geistes nicht widerstreben, schließlich viel „mit Tränen säen“. Vieles davon ist wie das Ausleeren von „schmutzigem Wasser“: Bitterkeit, Entmutigung, Ängste, vergangene Wunden, Trauer und Leid, das nie vollständig verarbeitet wurde. Wenn man all diese Dinge losgeworden ist, kann die nächste Phase der Erneuerung stattfinden. Dies gilt sowohl für Leiter als auch für Gemeindemitglieder.
Natürlich ist das kein Gesetz, aber es ist das, was in dieser neuen, weltweiten Bewegung im Allgemeinen stattfindet. Einige Leute haben mehr Leiden und Verwundungen als andere und verbringen deshalb vielleicht mehr Zeit in dieser Phase der Tränen. Andere weinen weniger, oder manchmal gar nicht, und erhalten scheinbar auf der Stelle die Freude und sogar das Lachen, das in dieser Erneuerung häufig vorkommt. Diese Reaktion werden wir im nächsten Kapitel behandeln. Was auch immer der Grund für die Tränen sein mag: Werden sie vom Heiligen Geist ausgelöst, ist Weinen etwas Gutes, das nicht gering geschätzt werden sollte.
Kehre um und sage zu Hiskia, dem Fürsten meines Volkes: „So spricht der HERR, der Gott deines Vaters David: Ich habe dein Gebet gehört, ich habe deine Tränen gesehen. Siehe, ich will dich heilen; am dritten Tag wirst du ins Haus des HERRN hinaufgehen“ (2 Kön 20,5).
Viele Menschen schreien schon jahrelang zu Gott, er möge sie von bestimmten Leiden und aus schwierigen Situationen freisetzen. Wenn der Heilige Geist die inneren Blockaden dann endlich durchbricht, werden sie freigesetzt und vergießen sogar Freudentränen.
Esau aber lief ihm entgegen, umarmte ihn und fiel ihm um den Hals und küsste ihn; und sie weinten(1 Mose 33,4).
Die Gäste, die zum Hochzeitsfest eingeladen sind, müssen auch mit solchen Gästen verkehren, mit denen sie in der Vergangenheit möglicherweise nicht klargekommen sind. Wenn sie gemeinsam diesen neuen Wein trinken, schafft dies eine Atmosphäre, die es leichter macht zu vergeben und sich zu versöhnen. Das Fest ist für viele der Gäste die einzige Gelegenheit, auf ihre Gegner zuzugehen und Frieden mit ihnen zu schließen.
Jakob und Esau waren Brüder, die sich verfeindet hatten, doch Gott versöhnte sie und wirkte in ihren Herzen. Man vergesse nicht, dass Jakob vor dem Treffen mit Esau gerade mit Gott um den Segen gerungen hatte, den er unbedingt erhalten wollte. Auch wir werden mit bestimmten Angelegenheiten ringen müssen, wenn wir uns seinen Segen auf unserem Leben wünschen. In dieser frischen Geistesausgießung weinen manche auch, weil Gott seine Kinder von Wunden, Ablehnung und Spaltungen heilt, die es schon viel zu lange zwischen Brüdern und Schwestern, Eltern und Kindern und unter Pastoren gegeben hat. Wenn diese Dinge aufgearbeitet werden, fließen Tränen.
„Doch auch jetzt“, spricht der HERR, „kehrt um zu mir mit eurem ganzen Herzen und mit Fasten und mit Weinen und mit Klagen!“ Und zerreißt euer Herz und nicht eure Kleider und kehrt um zum HERRN, eurem Gott! Denn er ist gnädig und barmherzig, langsam zum Zorn und groß an Gnade, und lässt sich das Unheil gereuen. Wer weiß, [vielleicht] wird er umkehren und es sich gereuen lassen und Segen hinter sich zurücklassen: Speisopfer und Trankopfer für den HERRN, euren Gott! (Joel 2,12-14).
Ein Segen fließt insbesondere dann, wenn die Tränen zu Tränen echter Buße werden. Wenn solche Tränen der Erkenntnis von Sünde und Ungehorsam entspringen, gibt es eine große Belohnung, wie wir später im Buch Joel sehen werden, der eine mächtige, weltweite Ausgießung des Geistes verheißt. Tränen helfen uns, die Tür zum Herzen aufzuschließen und eine persönliche Erweckung zu entfachen. Ich empfehle nicht, dass man versucht, die Sünden der Vergangenheit auszugraben und Tränen hervorzubringen. Es ist die Gegenwart des Heiligen Geistes, die die Herzen überführt, und wir lassen uns von ihm leiten, was er in unserem Leben tun möchte. Dann kann er uns zerbrechen – es sei denn, wir leisten ihm Widerstand.
Die meisten großen Erweckungen haben auf diese Weise begonnen. Die Azusa-Street-Erweckung1 war anfangs eine Erweckung der Tränen, die über drei Jahre lang andauerte und Erweckung über die ganze Welt verbreitete. Oft kamen stolze und arrogante Männer zu den Treffen, um ihnen „ihren Stempel aufzudrücken“, und fanden sich bald in Buße und Umkehr auf dem Boden wieder. Einmal kam ein Prediger aus Chicago, um die Veranstaltungen als Schwindelei zu entlarven. Als er in das Gebäude hineinging, kam eine Dreizehnjährige auf ihn zu und sagte: „So spricht der Herr: ‚Du bist gekommen, diese Menschen bloßzustellen, doch ich habe dich zu einem anderen Zweck hierhergebracht …’“. Nachdem das Herz des Mannes bloßgestellt worden war, fiel er bußfertig auf die Knie; der Herr hatte ihn in seiner Gnade zerbrochen.
Frank Bartleman (1870–1936), ein Evangelist der Heiligungsbewegung, schrieb: „Die Prediger hatten es beim Sterben am schwersten; es gab so vieles, dem sie sterben mussten, so vieles an Ruf und an guten Werken.“ Er schrieb auch: „Ich würde lieber sechs Monate lang in jener Zeit leben als fünfzig Jahre lang ein normales Leben führen.“2
William Seymour, ein sehr demütiger, schwarzer (afroamerikanischer) Baptistenpastor, der durch die Pocken ein Auge verloren hatte, entfachte die Azusa-Erweckung. Wegen der Rassentrennungsgesetze hatte er William Parham (1873–1929) draußen vor der Tür über den Heiligen Geist lehren gehört. Dies steigerte den Hunger nach der Taufe im Heiligen Geist in seinem eigenen Leben.
