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Beschreibung

Das bewährte Fachbuch für Studium und Praxis zur Straftatenuntersuchung mit Schwerpunkt Allgemeine Kriminalistik seit über sechzig Jahren! Kriminaltaktik und Kriminaltechnik in der Vielfalt ihrer speziellen Methoden sind die grundlegenden Säulen der kriminalistischen Ermittlungstätigkeit. Analysiert werden die jeweils neuesten Phänomene kriminellen Handelns, z.B. in: - der kriminalistischen Tatortarbeit, - der Spurensuche und -sicherung, - der kriminalistischen Fallanalyse, - der Versions-/Hypothesenbildung sowie in - ausgewählten forensischen Wissenschaften wie Rechtsmedizin und kriminalistische Psychologie.Aus dem Bereich der Speziellen Kriminalistik werden Sexualstraftaten, polizeiliche Todesermittlung sowie Internetkriminalität behandelt. Neu strukturiert wurde das Kapitel naturwissenschaftlich-technischer Methoden. Alle Inhalte wurden dabei nicht nur aktualisiert, sondern z.T. vollständig überarbeitet bzw. neu bearbeitet.

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EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Der rote Faden

Grundsätze der Kriminalpraxis

Herausgegeben von

 

Horst Clages und Prof. Dr. Rolf Ackermann Prof. Thomas E. Gundlach

 

 

Unter Mitarbeit von

 

Prof. Dr. Rolf Ackermann · Kirstin Adam · Dr. Lutz Belitz Matthias Braune · Horst Clages · Mandy Drescher Dr. Cornelia Dubielzig · Peter Frensel · Prof. Thomas E. Gundlach Dr. Antje Hahn · Peter Hirsch · Dr. Christoph Meinerz Dr. Frank Menzer · Jörg Pixberg · Andreas Reich Prof. Dr. Holger Roll · Uwe Rüffer · René Sablotny Dr. Benno Schultz · Dr. Axel Uhlig · Prof. Dr. Dr. Ingo Wirth

 

15., neu bearbeitete Auflage

 

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www.kriminalistik-verlag.de

Reihe

Grundlagen

Die Schriftenreihe der „Kriminalistik“

Die Herausgeber:

Horst Clages, Leitender Kriminaldirektor a.D., Gründungsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Kriminalistik e.V.

Prof. Dr. Rolf Ackermann, Diplom-Kriminalist, Leiter Kriminalpolizei, Hochschullehrer für Kriminalistik.

Prof. Thomas E. Gundlach, Hochschullehrer für Kriminalistik an der Hochschule in der Akademie der Polizei Hamburg, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kriminalistik.

Impressum

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über <http://dnb.d-nb.de> abrufbar.

 

ISBN 978-3-7832-4056-6

 

E-Mail: [email protected]

Telefon: +49 6221 1859 599Telefax: +49 6221 1859 598

 

www.cfmueller.de

 

© 2023 C.F. Müller GmbH, 69123 Heidelberg

Hinweis des Verlages zum Urheberrecht und Digitalen Rechtemanagement (DRM)

Dieses Werk, einschließlich aller seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Der Verlag räumt Ihnen mit dem Kauf des e-Books das Recht ein, die Inhalte im Rahmen des geltenden Urheberrechts zu nutzen.

Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Dies gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Der Verlag schützt seine e-Books vor Missbrauch des Urheberrechts durch ein digitales Rechtemanagement. Angaben zu diesem DRM finden Sie auf den Seiten der jeweiligen Anbieter.

Vorwort

Die neue Auflage dieses Standardwerkes erscheint gute drei Jahre nach der 14. Auflage. Dieser 3-Jahres-Rhythmus – die 13. Auflage kam 2016 heraus – scheint sich bewährt zu haben, denn auch kriminalistische Themen und ihre Bezugswissenschaften sind inzwischen schnelllebig geworden. So hat es in den vergangenen Jahren wieder einmal diverse Änderungen im Strafrecht und Strafprozessrecht gegeben, was bekanntermaßen Auswirkungen auf die polizeiliche Arbeit hat. Daneben kommt es immer auch zu Innovationen auf dem Gebiet der Kriminaltechnik. Zudem geraten neue Themen, wie z.B. digitale Spuren, immer mehr in den Blickpunkt. All dies hat bereits eine Neuauflage erforderlich gemacht. Dabei wurden die Inhalte nicht nur aktualisiert, sondern z.T. vollständig überarbeitet bzw. neu bearbeitet, wie z.B. Technische Formspuren. Mit Mandy Drescher, Matthias Braune und Jörg Pixberg konnten auch eine neue Autorin und zwei neue Autoren mit an Bord geholt werden. Die Themen Fahndung und Vermisste wurden eliminiert, weil hier doch einige und wichtige Aspekte als Verschlusssache eingestuft sind.

Mit dieser 15. Auflage ist aber auch eine Zäsur verbunden. Die bisherigen Herausgeber, Horst Clages und Rolf Ackermann, haben sich aus Altersgründen entschlossen, ein letztes Mal den „Roten Faden“ zu verantworten und – vorausschauend wie Kriminalisten nun einmal sind – den Staffelstab an Thomas Gundlach weiterzugeben. Und nicht nur das, Thomas Gundlach hat bereits an dieser Ausgabe mitgearbeitet, um den Übergang etwas weicher zu gestalten. An dieser Stelle soll deshalb nicht nur allen Autoren gedankt werden, die ihre Beiträge wie immer mit viel Fleiß und Verve verfasst, überarbeitet oder aktualisiert haben, sondern ganz besonders Horst Clages und Rolf Ackermann.

Horst Clages hat die Herausgeberschaft seit 1988, also nunmehr 34 Jahre, innegehabt, seinerzeit und bis 2004 mit Co-Herausgeber Wolfgang Steinke, ab 2016 mit Rolf Ackermann. Sie haben Generationen von Kriminalisten an ihrem breiten Wissen und ihrer langjährigen Erfahrung teilhaben lassen und sie so über Jahrzehnte mitgeprägt.

Rolf Ackermann hat, bevor er mit der 13. Auflage 2016 die Rolle des Co-Herausgebers übernahm, die Herausgabe unterstützt und dem Werk seinen Stempel aufgedrückt, weil er die Kriminalistik nicht nur als fachspezifisches, praktisches Handwerk, sondern stets auch als Wissenschaft vermittelt hat, deren Systematik grundlegend für professionelles Handeln und Arbeiten ist.

Beiden, sowohl Rolf Ackermann als auch Horst Clages, gebührt auch deshalb ein wirklich besonderer Dank, weil sie sich in herausragender Weise um die Kriminalistik verdient gemacht haben, und beide möchten sich an dieser Stelle beim Verlag für die jahrelange, hervorragende Zusammenarbeit bedanken.

 

Im Oktober 2022, Thomas Gundlachfür die Herausgeber

Inhaltsverzeichnis

 Der rote Faden

  Reihe

  Die Herausgeber:

 Vorwort

 Inhaltsverzeichnis

 Abbildungsverzeichnis

 Autorenverzeichnis

 1. Kapitel:Einführung in die Kriminalistik

  I.Kriminalwissenschaften

   1.System der Kriminalitätskontrolle

   2.Kriminalwissenschaften

  II.Kriminalistische Methodik

   1.Allgemeine Aussagen zur kriminalistischen Methodik

   2.Kriminalistische Planung und Entscheidungsmethoden

    2.1Polizeiliche Lagebewältigung als Problemlösungsprozess

    2.2Planungs- und Entscheidungssysteme für Einsatz und Ermittlung

     2.2.1Planungs- und Entscheidungssystem nach der PDV 100

     2.2.2Beurteilung der Lage (BdL)

     2.2.3Kriminalistische Beurteilung der Lage

    2.3Planungs- und Entscheidungssystem für kriminalistische Lagen

   3.Analytische Verfahren der Kriminalitätskontrolle

    3.1Verbrechens- und Kriminalitätsanalysen

    3.2Systematische Übersicht

    3.3Kriminalistische Fallanalyse

    3.4Operative Fallanalyse

   4.Polizeiliche Maßnahmen der Strafverfolgung

   Literatur

 2. Kapitel:Das strafprozessuale Ermittlungsverfahren

  I.Begriff und Wesen

   1.Gliederung

   2.Ziel und Zweck des Ermittlungsverfahrens

    2.1Einleitung des Verfahrens

    2.2Abschluss des Verfahrens

   3.Gestaltung des Ermittlungsverfahrens

    3.1Sachleitungsbefugnis der Staatsanwaltschaft

    3.2Durchführung der Ermittlungen

    3.3Zusammentreffen von Gefahrenabwehr und Strafverfolgung

   4.Umfang und Grenzen der Strafverfolgungspflicht für die Polizei (Anzeigepflicht)

  II.Strafanzeige

   1.Begriff, Rechtsvorschriften

    1.1Begriff

    1.2Rechtsvorschriften

   2.Allgemeine Grundsätze

   3.Aufnahme von Strafanzeigen

    3.1Formen der Strafanzeige

    3.2Strafanzeige bei Antragsdelikten

    3.3Privatklagedelikte

    3.4Allgemeine Verhaltensgrundsätze

    3.5Entgegennahme und Dokumentation des angezeigten Sachverhalts

    3.6Inhalt der Strafanzeige

   4.Besondere Anzeigearten

    4.1Anonyme und pseudonyme Anzeigen

    4.2Vertrauliche Anzeigen

    4.3Selbstanzeigen

    4.4Anzeigenaufnahme bei Sexualdelikten

    4.5Strafanzeigen gegen Kinder

    4.6Strafanzeigen gegen Abgeordnete des Deutschen Bundestages und der Landtage

    4.7Strafanzeigen gegen Diplomaten und andere bevorrechtigte Personen

  III.Beweis- und Verdachtslehre

   1.Der strafprozessuale Beweis

    1.1Beweisbegriff

   2.Beweismittel

   3.Allgemeine Rechtsgrundsätze

    3.1Aufklärungspflicht und deren Grenzen

    3.2Beweisverbote

   4.Gegenstand des Beweises

   5.Arten des Beweises

   6.Formen des Beweises

   7.Prozess der Beweisführung

    7.1Vorbemerkungen

    7.2Der Verdacht im Prozess der Beweisführung

     7.2.1Begriff und Grundlage

     7.2.2Prozess der Verdachtsgewinnung

     7.2.3Der strafprozessuale Verdacht

     7.2.4Verdachts- und Beweiskriterien

    7.3Beurteilung der Beweislage

  IV.Aktenführung im strafprozessualen Ermittlungsverfahren

   1.Begriff und Funktionen der Ermittlungsakte

    1.1Begriff

    1.2Funktionen, Bedeutung, Anforderungen

   2.Rechts- und Dienstvorschriften

    2.1Strafprozessrecht

    2.2Dienstvorschriften

    2.3Einsichtnahme in Ermittlungsakten

   3.Aktenordnung

    3.1Allgemeine Grundsätze

    3.2Aktenaufbau

    3.3Sachorientierte Aktenordnung

   Literatur und Quellennachweis

 3. Kapitel:Kriminaltaktik

  I.Sicherung und Dokumentation des Tatortbefundes

   A.Erster Angriff

    1.Begriff

    2.Rechtsgrundlagen

     2.1Strafverfolgung

     2.2Gefahrenabwehr

     2.3Schutz privater Rechte

     2.4Zusammentreffen von Strafverfolgung und Gefahrenabwehr

     2.5Eingriffsmaßnahmen im Ersten Angriff

    3.Der Erste Angriff nach der PDV 100

     3.1Grundstruktur des Ersten Angriffs

     3.2Maßnahmenkatalog

    4.Beurteilungs-, Entscheidungs- und Einsatzprozesse im Ersten Angriff

     4.1Beurteilungsphase

     4.2Sofortphase

     4.3Beweissicherungs- und Dokumentationsphase

     4.4Erste Auswertung des Tatortbefundes, abschließende und ergänzende Maßnahmen

     Literatur und Quellennachweis

   B.Kriminalistische Tatortarbeit

    1.Theoretische Grundlagen

     1.1Begriff

     1.2Bedeutung des Tatortes

     1.3Zielstellungen der Tatortarbeit

     1.4Erkenntnistheoretische Grundlagen

    2.Rechtliche Grundlagen

     2.1Allgemeines

     2.2Identitätsfeststellung

     2.3Informatorische Befragung und Vernehmung

     2.4Sicherung des Tatortbefundes zu Beweiszwecken

     2.5Einzuleitende Maßnahmen bei Störhandlungen

    3.Taktisch-methodische Grundlagen

     3.1Allgemeines

     3.2Tatortsicherung

     3.3Tatortbesichtigung

     3.4Tatortuntersuchung

      3.4.1Allgemeines

      3.4.2Spurensuche

      3.4.3Spurensicherung

      3.4.4Operative Spurenauswertung

      3.4.5Hauptfehlerquellen der Tatortuntersuchung

     3.5Ermittlungen im Wahrnehmbarkeitsbereich

     3.6Ergebnisbewertung

     3.7Einleitung erster vom Tatort ausgehender Maßnahmen

     3.8Dokumentation

     Literatur- und Quellenverzeichnis

  II.Methodik der kriminalistischen Fallbearbeitung

   A.Kriminalistische Fallanalyse

    1.Einführung

    2.Struktur, Inhalt und Methodik der Kriminalistischen Fallanalyse

     2.1Kriminalistische Analyseverfahren

     2.2Begriff und Methodik der Kriminalistischen Fallanalyse

     2.3Analysefelder

    3.Inhaltliche Aspekte der Analysefelder

     3.1Verdachtslage

     3.2Tatsituation

      3.2.1Tatort

      3.2.2Tatzeit

      3.2.3Tatbegehungsweise (Modus operandi)

      3.2.4Tatwerkzeuge/Tatmittel

      3.2.5Beute/Diebesgut/Vorteil

      3.2.6Tatmotiv

      3.2.7Opfer/Geschädigte

      3.2.8Täter/Tatverdächtiger

      3.2.9Personalisierte Verdachtslage

      3.2.10Zusammenfassende Beurteilung der Tatsituation

    4.Beweislage

     4.1Personalbeweis

     4.2Sachbeweis

     4.3Zusammenfassende Beurteilung der Beweislage

    5.Tat- und Täterversionen/-hypothesen

    6.Fahndungslage

    7.Rechtslage

    8.Abschluss der Kriminalistischen Fallanalyse

     Literatur

   B.Operative Fallanalyse

    1.Einleitung

    2.Fallanalyse

     2.1Begriffsbestimmung

      2.1.1Ziele

      2.1.2Fallanalytische Beratung

      2.1.3Geografische Fallanalyse

      2.1.4Vergleichende Fallanalyse

      2.1.5Biografische Analyse

      2.1.6Aussagewert von Fallanalysen

     2.2Historie

     2.3Anwendungsbereiche

     2.4Ausbildung

     2.5Methodische Grundprinzipien

      2.5.1Objektivität

      2.5.2Teamansatz

      2.5.3Schriftform

      2.5.4Zeitansatz

      2.5.5Umgang mit unsicherem Wissen

      2.5.6Zusammenspiel von detaillierter und ganzheitlicher Fallbetrachtung

      2.5.7Qualitätskontrolle

     2.6Ablauf einer Fallanalyse

      2.6.1Machbarkeitsprüfung

      2.6.2Bestandsaufnahme und Datenerhebung

      2.6.3Datenbewertung und -interpretation

      2.6.4Dokumentation und Implementierung der Analyseergebnisse

    3.ViCLAS

     3.1Begriffsbestimmung

     3.2Historie

     3.3Deliktbereiche

     3.4Erhebungsbogen

     3.5Falleingabe und Recherche

     Literatur und Quellennachweis

   C.Kriminalistische Hypothesenbildung

    1.Begriff und Wesen der Hypothese

     1.1Wissenschaftliche Hypothese

     1.2Kriminalistische Hypothese

    2.Arten kriminalistischer Hypothesen

    3.Methodische Grundsätze

     3.1Methodische Schritte

     3.2Inhaltlich-methodische Anforderungen

     3.3Hinweise zur Formulierung

  III.Polizeiliche Vernehmung

   1.Einführung

    1.1Begriff der Vernehmung, Abgrenzung

    1.2Vernehmungsziele, Vernehmungsarten

    1.3Rechtsposition einer Aussageperson im Strafverfahren

    1.4Strafprozessuale Verfahrensgrundsätze

   2.Rechte und Pflichten

    2.1Zeugenpflichten

    2.2Zeugenrechte

    2.3Beschuldigtenrechte

    2.4Beschuldigtenpflichten

   3.Verbotene Vernehmungsmethoden

    3.1§ 136a StPO

    3.2Spezielle Rechtsprobleme

    3.3Erlaubte vernehmungstaktische Handlungsspielräume

    3.4Rechtsfolgen

     3.4.1Verwertungsverbot

     3.4.2Strafrechtliche Folgen

   4.Ablauf einer Vernehmung

    4.1Planung und Vorbereitung der Vernehmung

     4.1.1Vorladung

      4.1.1.1Vorladungsformen und -inhalt

      4.1.1.2Vorladung Minderjähriger

     4.1.2Vernehmungsort/-setting

     4.1.3Vernehmungszeitpunkt

    4.2Begrüßung

    4.3.Kontaktgespräch

    4.4Informationsvermittlung

    4.5Personalienfeststellung

    4.6Belehrung

    4.7Vernehmungsgespräch

     4.7.1Allgemeines

     4.7.2Vernehmung zur Person

     4.7.3Vernehmung zur Sache

      4.7.3.1Allgemeines

      4.7.3.2Zeugen

      4.7.3.3Beschuldigte

      4.7.3.4Geständnis

    4.8Protokollierung, Mitschnitt

    4.9Genehmigung

    4.10Abschluss

    4.11Verabschiedung

    4.12Nachbereitung

    Literaturempfehlung

  IV.Wiedererkennungsverfahren

   1.Inhalt, Ziel und Bedeutung von Wiedererkennungsverfahren

    1.1Inhalt und Ziel

    1.2Forensische Bedeutung

   2.Arten des Wiedererkennungsverfahrens

    2.1Spontanes Wiedererkennen

    2.2Wiedererkennen im Rahmen der Sofortfahndung

    2.3Bedeutung der Personenbeschreibung

    2.4Einsichtnahme in die Lichtbild(vorzeige)datei

    2.5Lichtbildvorlage

    2.6Die Gegenüberstellung

     2.6.1Simultane oder sequentielle Wahlgegenüberstellung?

     2.6.2Verdeckte Wahlgegenüberstellung

     2.6.3Gedeckte Wahlgegenüberstellung

     2.6.4Offene Wahlgegenüberstellung

     2.6.5Sequentielle Video-Gegenüberstellung

    2.7Akustisches Wiedererkennungsverfahren

    2.8Super-Recognizer

   3.Rechtsgrundlagen

    3.1Eingriffsermächtigung für eine Gegenüberstellung

    3.2Duldungspflicht des Beschuldigten

    3.3Veränderungen des Erscheinungsbildes

    3.4Sonstige Rechtsfragen

   4.Wahrnehmung und Reproduktion im Wiedererkennungsverfahren

    4.1Wahrnehmungsbedingungen

    4.2Prozess des Wiedererkennens

    4.3Aussageverhalten

   5.Vorbereitung und Durchführung der Wahlgegenüberstellung

    5.1Verfahrensregelungen und Vorbereitung

    5.2Durchführung einer Wahlgegenüberstellung

     5.2.1Grundsätzliche Hinweise

     5.2.2Persönliche Wahlkonfrontation

     5.2.3Die sequentielle Video-Wahlgegenüberstellung

    5.3Dokumentation

   6.Fehlerquellen

    Literaturempfehlungen

  V.Durchsuchung

   1.Begriff und Ziel

   2.Rechtsgrundlagen

    2.1Rechtsvorschriften

    2.2Durchsuchung beim Verdächtigen

    2.3Durchsuchung bei anderen Personen

    2.4Durchsuchungszwecke

     2.4.1Ergreifungsdurchsuchung

     2.4.2Ermittlungsdurchsuchung

    2.5Anordnung der Durchsuchung

     2.5.1Richterliche Anordnung

     2.5.2Anordnung bei Gefahr im Verzuge

   3.Durchsuchungstaktik

    3.1Allgemeine taktische Grundlagen

    3.2Planung und Vorbereitung der Durchsuchung

     3.2.1Grundsätze

     3.2.2Vorbereitungskriterien

     3.2.3Durchsuchungsplan

     3.2.4Logistische Vorbereitung/Einsatzbesprechung

    3.3Durchführung der Durchsuchung

     3.3.1Kriminaltaktische Grundsätze

     3.3.2Durchsuchungszeitpunkt

     3.3.3Durchsuchungsbeginn

     3.3.4Hinzuziehung von Zeugen

     3.3.5Durchsuchungsverlauf

     3.3.6Beendigung der Durchsuchung

    Literatur

  VI.Beweissicherung an PC und anderer IuK-Technik

   1.Spuren an PC

   2.Infrage kommende zu beschlagnahmende Gegenstände

   3.Maßnahmen vor der Sicherstellung

   4.Maßnahmen während der Sicherstellung

   5.Verhaltenshinweise bei Beschlagnahme von Mobiltelefonen

    Literatur

 4. Kapitel:Kriminaltechnik

  I.Einführung

  II.Allgemeine Spurenkunde

   1.Begriffsbestimmungen

   2.Entstehung von Spuren

   3.Spurenarten

   4.Grundsätze der Suche und Sicherung von Spuren und Vergleichsmaterialien

   5.Operative Spurenauswertung

   6.Qualitätssicherung

  III.Technische Formspuren

   1.Werkzeugspuren

    1.1Allgemeines

    1.2Auswertbarkeit von Werkzeugspuren

    1.3Arten von Werkzeugspuren

    1.4Anhaftungen an Werkzeugen

    1.5Spurensuche und -sicherung von Werkzeugspuren

    1.6Spurenbewertung

    1.7Werkzeugspurensammlung

    1.8Gutachterliche Werkzeugspurenuntersuchung

   2.Passspuren

    2.1Allgemeines

    2.2Ziel der Passspurenuntersuchung

    2.3Anhaftungen oder andere Spuren an Passstücken

    2.4Spurensuche und -sicherung von Passspuren Spurensuche

    2.5Spurenbewertung

    2.6Passspurensammlung

    2.7Gutachterliche Passspurenuntersuchung

    2.8Auswertung LUNA-Datei

    2.9Glasbruchanalyse

   3.Wiedersichtbarmachung entfernter Markierungen

    3.1Allgemeines

    3.2Ziel der Wiedersichtbarmachung

    3.3Auswertbarkeit

    3.4Markierungsverfahren

    3.5Übliche Entfernungsverfahren

    3.6Spurensuche und -sicherung

    3.7Spurenbewertung

    3.8Verfahren zur Wiedersichtbarmachung

   4.Kfz-Untersuchung

    4.1Allgemeines

    4.2Ziel der Kfz-Untersuchung

    4.3Spurensuche und -sicherung

    4.4Untersuchungsmöglichkeiten

   5.Mechanische Sicherungseinrichtungen

    5.1Allgemeines

    5.2Türen, Tore und Fenster

    5.3Schlösser

    5.4Schließzylinder

    5.5Schlüssel

    5.6Wertbehältnisse

    5.7Ziel der Untersuchungen

    5.8Spurensuche und -sicherung

    5.9Spurenbewertung

    5.10Gutachterliche Laboruntersuchung von Schlössern und Schließzylindern

    5.11Gutachterliche Laboruntersuchung von Schlüsseln

    5.12Tatrekonstruktion

   6.Schuhspuren

    6.1Allgemeines

    6.2Auswertbarkeit von Schuhspuren und Schuhen

    6.3Ziel der Schuhspurenuntersuchung

    6.4Spurensuche und -sicherung

    6.5Schuhspurenaufbereitung und -bewertung

    6.6Schuhspuren- und Referenzmustersammlung

    6.7Gutachterliche Schuhspurenuntersuchung

   7.Reifen- und Fahrzeugspuren

    7.1Allgemeines

    7.2Auswertbarkeit von Reifenspuren und Reifen

    7.3Ziel der Reifenspurenuntersuchung

    7.4Spurensuche und -sicherung von Reifenspuren

    7.5Reifenspurenaufbereitung und -bewertung

    7.6Reifenspuren- und Referenzmustersammlung und Spurweitendatenbank

    7.7Gutachterliche Reifenspurenuntersuchung

   8.Handschuhspuren

    8.1Allgemeines

    8.2Auswertbarkeit von Handschuhspuren und Handschuhen

    8.3Ziel der Handschuhspurenuntersuchung

    8.4Spurensuche und -sicherung von Handschuhspuren

    8.5Handschuhspurenbewertung

    8.6Handschuhspuren- und Referenzmustersammlung

    8.7Gutachterliche Handschuhspurenuntersuchung

   9.Bekleidungsidentifizierung durch Bildvergleich

    9.1Allgemeines

     9.1.1Aufnahmen bei geringer Beleuchtung

     9.1.2Künstliche Alterung/Used-Look

    9.2Ziel der Untersuchungen

    9.3Spurensuche und -sicherung

    9.4Untersuchungsmöglichkeiten

   10.Biss- und Zahnspuren

    10.1Allgemeines

    10.2Auswertbarkeit von Biss- und Zahnspuren

    10.3Ziel der Biss- und Zahnspurenuntersuchung

    10.4Spurensuche und -sicherung von Bissspuren

    10.5Bissspurenaufbereitung und -bewertung

    10.6Bissspurensammlung

    10.7Gutachterliche Bissspurenuntersuchung

   11.Schusswaffenspuren

    11.1Spuren an der Waffe

    11.2Spuren an Munition bzw. Munitionsteilen

    11.3Spuren am Zielmedium

    11.4Spuren am Schützen

    11.5Spuren im Raum

    11.6Spurensuche und -sicherung

    11.7Ergebnisbewertung

    Literatur

   12.Dokumentenuntersuchung

    12.1Identitätsprüfung

     12.1.1Vergleich Person – Lichtbild

     12.1.2Vergleich personenbezogener Daten und Personenbeschreibung

    12.2Plausibilitätsprüfung

     12.2.1Maschinenlesbare Dokumente

    12.3Grundlagen für die Dokumentenprüfung

     12.3.1Fälschungsarten (Begriffsdefinitionen)

     12.3.2Nachschlagewerke

     12.3.3Prüfmittel

    12.4Dokumentenprüfung

     12.4.1Auswahl des Bedruckstoffs

      12.4.1.1Papier

      12.4.1.2Alternative Bedruckstoffe

     12.4.2Druckverfahren

      12.4.2.1Klassische Druckverfahren

      12.4.2.2Bürodruckverfahren/Digitale Druckverfahren

     12.4.3Sicherungstechniken

      12.4.3.1Seriennummer

      12.4.3.2Iriseinfärbung

      12.4.3.3Kippeffekt (latentes Kippbild)

      12.4.3.4Mikroschriften

      12.4.3.5Durchsichtsregister

      12.4.3.6Optisch-variable Elemente (OVD)

      12.4.3.7UV-reaktive Druckbildbestandteile und Elemente

     12.4.4Ausstellung und Personalisierung

      12.4.4.1Konventionelle Ausstellung

      12.4.4.2Datenintegration

    12.5Verfälschungen an Dateneinträgen

     12.5.1Arten von Verfälschungen

     12.5.2Lichtbildauswechslung

    12.6Weitergehende Bereiche/Methoden der Dokumentenuntersuchung

    Literatur

   13.Kriminaltechnische Untersuchung von Maschinenschriften

    13.1Methodische Grundlagen der Schreibmaschinenschriftuntersuchung

     13.1.1Ergebnisse der Untersuchung

     13.1.2Altersbestimmung

     13.1.3Einmalkarbonfarbbänder und Korrekturbänder

    13.2Methodische Grundlagen der Untersuchung der Ausdrucke von Druckern und Multifunktionsgeräten

    13.3Zweit- bzw. Mehrfacheinspannung

    13.4Farbdrucker- und Farbkopierer-Identifikation per MIC „MachineIdentification Code“

    13.5Anforderungen an das Untersuchungsmaterial

    13.6Computergestützte Systeme für die Maschinenschriftuntersuchung

    Literatur und Quellennachweis

  IV.Naturwissenschaften

   1.Substanzspuren

    1.1Forensische Chemie

     1.1.1Glasspuren

     1.1.2Brandbeschleunigende Substanzen

     1.1.3Betäubungsmittel

     1.1.4Schmauchspuren

     1.1.5Explosivstoffe und deren Rückstände

     1.1.6Umweltgefährdende Substanzen

     1.1.7Anstrichstoffspuren

      1.1.7.1Lackvergleichsuntersuchung

      1.1.7.2Erarbeitung von Fahndungshinweisen („Lackfahndung“)

    1.2Boden- und Staubspuren

    Literatur und Quellennachweis

   2.Forensische Biologie

    2.1Blutspuren

    2.2Spermaspuren

    2.3Vaginalsekretspuren

    2.4Speichelspuren

    2.5Nasensekret- und Schweißspuren

    2.6Kot- und Urinspuren

    2.7Haarspuren

    2.8Textilspuren

    2.9Botanische und zoologische Spuren

    Literatur und Quellennachweis

  V.Humanwissenschaften

   1.Daktyloskopie

    1.1.Allgemeines

    1.2Suche und Sicherung daktyloskopischer Spuren

    1.3.Daktyloskopische Vergleichsarbeit

    1.4Leichendaktyloskopie

   2.Forensische Phonetik (Stimme, Sprache und Audio)

    2.1Allgemeines zur Disziplin

    2.2Untersuchungsgegenstand

    2.3Untersuchungsmaterialien

    2.4Stimmenanalyse

     2.4.1Geschlecht

     2.4.2Wahrgenommenes Alter

     2.4.3Sprachregionale Herkunft

     2.4.4Fremdsprachige Herkunft

     2.4.5Sprachkompetenz und Bildungsgrad

     2.4.6Merkmale mit pathologischem Wert

     2.4.7Verstellung

    2.5Stimmenvergleich

     2.5.1Voraussetzungen

     2.5.2Auditiv-akustische Untersuchungsmethode

     2.5.3Wahrscheinlichkeitsaussage

     2.5.4(Semi-) Automatische Verfahren

    2.6Gestörte Sprachaufzeichnungen

     2.6.1Sprachsignalverbesserung

     2.6.2Phonetische Textanalyse

     2.6.3Geräuschanalyse

    2.7Auditive Wiedererkennung durch Hörzeugen (Voice Lineup)

    2.8Perzeptionsexperimente

    Literatur

   3.Kriminaltechnische Handschriftenuntersuchung

    3.1Untersuchungsgegenstand

    3.2Methodik der Handschriftenuntersuchung

     3.2.1Physikalisch-technische Untersuchungen

     3.2.2Schriftvergleichende Untersuchungen

    3.3Anforderungen an das Untersuchungsmaterial

    3.4Spurensuche und -sicherung handschriftlicher Schreibleistungen und deren Verpackung

    Literatur und Quellennachweis

   4.Kriminaltechnische Fotografie

    4.1.Beweissicherung und Dokumentation am Ereignisort (Tat-, Brand-, Fundort)

    4.2.Kriminaltechnische Studiofotografie

    4.3.Möglichkeiten und Grenzen der digitalen Bildverbesserung

    4.4.Untersuchung fotografischer Abbildungen, Geräte und Materialien

    Literatur

 5. Kapitel:Forensische Wissenschaften

  I.Rechtsmedizin

   1.Gegenstand und Aufgaben

   2.Ärztliche Leichenschau

    2.1Feststellung des Todes

    2.2Todeszeitpunkt

    2.3Todesursache

    2.4Todesart

    2.5Identitätsfeststellung

   3.Gerichtliche Leichenöffnung

   4.Nichtnatürliche Todesursachen

    4.1Vitale Reaktionen

    4.2Verletzungen

     4.2.1Stumpfe Gewalt

     4.2.2Scharfe Gewalt

     4.2.3Mechanisches Ersticken

     4.2.4Tod im Wasser

     4.2.5Schuss

     4.2.6Elektrizität

     4.2.7Hohe Temperaturen

     4.2.8Niedrige Temperaturen

     4.2.9Nahrungsmangel

    4.3Vergiftungen

     4.3.1Alkohol

     4.3.2Drogen

     4.3.3Medikamente

   5.Plötzlicher natürlicher Tod

   6.DNS-Analytik biologischer Spuren

   Literatur

  II.Kriminalistische Psychologie

   1.Gegenstand

   2.Versionsbildung

   3.Vernehmung

    3.1Vernehmungstechnik des erweiterten kognitiven Interviews

    3.2Zum Umgang mit Aussagewiderstand

    3.3Reaktionsformen bei Aussagewiderstand

    3.4Vernehmungsstrategien im Umgang mit Aussagewiderstand

   4.Schlussfolgerungen für die Auswahl, Aus- und Fortbildung

   5.Nachwort

   Literatur und Quellenverzeichnis

 6. Kapitel:Spezielle Kriminalistik

  I.Sexualstraftaten

   1.Umfang und Grundstruktur der Sexualkriminalität

   2.Typische Begehungsweisen und Ausgangssituationen

   3.Anzeigenaufnahme

   4.Bedeutung des Tatortes bei Sexualstraftaten

   5.Der Erste Angriff

    5.1Sicherungsangriff

    5.2Auswertungsangriff

    5.3Dokumentation des Tatortbefundes

   6.Spurensicherung am Opfer und am Tatverdächtigen

   7.Vernehmung des Opfers

    7.1Vernehmungstaktische Hinweise

    7.2Vernehmungsinhalte

   8.Vernehmung von Sexualtätern

    8.1Vernehmungsvorbereitung

    8.2Durchführung der Vernehmung

   9.Sexualstraftaten an Kindern

    9.1Erscheinungsformen und Opferfolgen

    9.2Vernehmung kindlicher Opfer

   Literatur

  II.Polizeiliche Todesermittlung

   1.Rechtliche Bestimmungen

   2.Maßnahmen am Leichenfundort

   3.Kriminalistische Leichenuntersuchung

   4.Ereignisortbefundbericht

   5.Weitere Ermittlungen und Abschlussentscheidung

   6.Identifizierung unbekannter Toter

   Literatur

  III. Cybercrime

   1.Einleitung

   2.Was ist Internetkriminalität?

   3.Computerkriminalität im engeren und weiteren Sinn

   4.Convention on Cybercrime

   5.Computerkriminalität in der PKS

   6.Definition der Internetkriminalität

   7.Phänomene

    7.1Phishing

     7.1.1Beschreibung

     7.1.2Strafrechtsnormen

     7.1.3Zivilrecht

     7.1.4Strafbarkeit des Finanzagenten

     7.1.5Möglichkeiten der Beweissicherung

     7.1.6Präventionsmöglichkeiten

    7.2Identitätsdiebstahl

     7.2.1Beschreibung

     7.2.2Strafrechtsnormen

     7.2.3Zivilrecht

     7.2.4Möglichkeiten der Beweissicherung

     7.2.5Präventionsmöglichkeiten

    7.3Online-Erpressungen (Ransom-Ware)

     7.3.1Beschreibung

     7.3.2Strafrechtsnormen

     7.3.3Zivilrecht

     7.3.4Möglichkeiten der Beweissicherung

     7.3.5Präventionsmöglichkeiten

    7.4Botnetz

     7.4.1Beschreibung

     7.4.2Strafrechtsnormen

     7.4.3Zivilrecht

     7.4.4Möglichkeiten der Beweissicherung

     7.4.5Präventionsmöglichkeiten

    7.5Cybermobbing

     7.5.1Beschreibung

     7.5.2Strafrechtsnormen

     7.5.3Möglichkeiten der Beweissicherung

     7.5.4Präventionsmöglichkeiten

    7.6„filesharing“; „Tauschbörsen“

     7.6.1Beschreibung

     7.6.2Strafrechtsnormen

     7.6.3Möglichkeiten der Beweissicherung

     7.6.4Präventionsmöglichkeiten

    7.7Benutzung fremder offener WLAN-Netze (vs. Wardriving)

     7.7.1Beschreibung

     7.7.2Strafrechtsnormen

     7.7.3Zivilrecht

     7.7.4Präventionsmöglichkeiten

   8.Grundsätze der Ermittlungen der Computerforensik

Abbildungsverzeichnis

 Abb. 1:System der Verbrechenskontrolle

 Abb. 2:Institution der polizeilichen Kriminalitätskontrolle

 Abb. 3:Ordnungssystem der Kriminalwissenschaften

 Abb. 4:Planung, Entscheidung, Zielerreichung

 Abb. 5:Planungs- und Entscheidungsprozess für den Einsatz und die Einsatznachbereitung

 Abb. 6:Verbrechens- und Kriminalitätsanalyse

 Abb. 7:Ermittlungsverfahren – Polizeiliche Maßnahmen der Strafverfolgung im Überblick

 Abb. 8:Strafprozessuale Beweismittel

 Abb. 9:Grundstruktur des Ersten Angriffs

 Abb. 10:Phasen der polizeilichen Lagebewältigung im Ersten Angriff

 Abb. 11:Bedeutung des Tatorts

 Abb. 12:Rechtsgrundlagen der Tatortarbeit

 Abb. 13:Belehrung von Zeugen

 Abb. 14:Bestandteile der Tatortbesichtigung

 Abb. 15:Methodik der Ermittlung von Zeugen in Wahrnehmbarkeitsbereichen

 Abb. 16:Arten der kriminalistischen Hypothesen

 Abb. 17:Methodischer Ablauf der kriminalistischen Hypothesenbildung

 Abb. 18:Ausgewählte grundgesetzliche und strafprozessrechtliche Grundlagen der Durchsuchung

 Abb. 19:Durchsuchung nach Strafprozessrecht

 Abb. 20:Visualisierungsdarstellung der verbalen Wahrscheinlichkeitsrangskala

 Abb. 21:Phishingmail Sparkasse Adventskalender

 Abb. 22:Sichere Internetadresse

 Abb. 23:Zeichen für sog. Warchalking

Autorenverzeichnis

Prof. Dr. sc. jur. Rolf Ackermann, Diplom-Kriminalist, Humboldt-Universität Berlin. Von 1952 bis 2000 als Sachbearbeiter, Kommissariatsleiter, Leiter Kriminalpolizei, Forschungsteamleiter für Kriminalistik und Hochschullehrer für Kriminalistik tätig. Zuletzt Prorektor der FhöV Brandenburg, Vertreter des Präsidenten der Fachhochschule der Polizei des Landes Brandenburg und danach Lehrauftrag für Kriminalistik an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Verfasser zahlreicher kriminalistischer Fachbeiträge und Publikationen. 2011 Preisträger des Hans-Gross-Preises des BDK Brandenburg. Gründungsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Kriminalistik.

Kirstin Adam, Studium der Mineralogie an der Technischen Universität Bergakademie Freiberg (Diplom-Mineralogin 1995); wissenschaftliche Mitarbeiterin an der TU Bergakademie Freiberg sowie der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM); seit 2002 als Sachverständige für Urkunden- und Bodenuntersuchung im Kriminaltechnischen Institut des Landeskriminalamt Brandenburg tätig.

Dr. sc. jur. Lutz Belitz, Diplom-Psychologe; Sektion Kriminalistik an der Humboldt-Universität zu Berlin in Lehre, Forschung und Gutachtentätigkeit bis zur Abwicklung 1994; 1990 Berufung zum Hochschullehrer für Forensische Psychologie; seit 1995 freiberuflich tätig als Dozent, Verhaltenstrainer und Ermittlungspsychologischer Sachverständiger. Gründungsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Kriminalistik.

Matthias Braune, Dipl.-Ing. [FH] Maschinenbau, Dipl.-Verww. [FH] Polizeivollzugsdienst; Sachverständiger für Werkzeug- und Passspuren, Schuh-, Reifen- und Handschuhspuren, mechanische Sicherungseinrichtungen und Tatrekonstruktionen, Wiedersichtbarmachung entfernter Kennzeichnungen und Bekleidungsidentifizierung im LKA Bremen, Lehrbeauftragter an der Hochschule für Öffentliche Verwaltung in Bremen und Ausbilder beim Bundeskriminalamt für die Sachverständigenausbildung; Geschäftsführer eines forensischen Sachverständigenbüros, Fachexperte der DAkkS für Technische Formspuren und Fahrzeuguntersuchungen.

Horst Clages, Leitender Kriminaldirektor a.D.; 41 Jahre Polizeidienst in der kriminalistischen Praxis und in verschiedenen Leitungsfunktionen. Mehrjährige Lehrtätigkeit als Dozent für Kriminalwissenschaften an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung NRW, Vorsitzender von Prüfungskommissionen für den gehobenen Dienst der Polizei. Verfasser kriminalwissenschaftlicher Veröffentlichungen. Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Kriminalistik seit Gründung im Jahr 2003 bis 2016.

Mandy Drescher, Diplom-Kriminalistin; 1990-1994 Studium an der Humboldt-Universität zu Berlin; seit 1997 Sachverständige für Handschriftenuntersuchung im LKA Brandenburg; Referententätigkeit im Rahmen der bundesweiten Sachverständigenausbildung am BKA.

Dr. phil. Cornelia Dubielzig studierte Sprech- und Sprachwissenschaft, arbeitete acht Jahre als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Friedrich-Schiller-Universität Jena bzw. der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und ist seit 2002 Sachverständige für Sprecher-Erkennung am Landeskriminalamt Brandenburg.

Peter Frensel, Studium an der Humboldt-Universität zu Berlin Sektion Kriminalistik, Diplom-Kriminalist (1979); Sachverständiger für Urkunden, Maschinenschriften und Druckerzeugnisse und zuletzt Leiter Sachgebiet Dokumentenuntersuchung, Kriminaltechnisches Institut des LKA Schleswig-Holstein.

Prof. Thomas E. Gundlach, Studium an der FHÖV in Hamburg und an der Polizeiführungsakademie in Münster-Hiltrup. Nach verschiedenen Verwendungen im gD und hD der Hamburger Kriminalpolizei seit 1999 Hochschullehrer für das Fach Kriminalistik an der Hochschule in der Akademie der Polizei Hamburg. Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kriminalistik (DGfK).

Dr. rer. nat. Antje Hahn, Diplom-Chemikerin; vier Jahre wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg; seit 2004 als Sachverständige für Gerichtschemie am Landeskriminalamt Brandenburg tätig.

Peter Hirsch, Kriminalhauptkommissar, Studium an der FH für öffentliche Verwaltung, Fachbereich Polizei, Studium der Kriminologie und Polizeiwissenschaft (M.A.), stellv. Leiter einer Polizeiinspektion, Leiter der AG „Internetkriminalität“ bei der Deutschen Gesellschaft für Kriminalistik (DGfK), ehem. Gastdozent an der Hochschule Augsburg, Fakultät für Informatik, und am Fortbildungsinstitut der bayerischen Polizei.

Dr. phil. Christoph Meinerz hat Phonetik mit den Nebenfächern Computerlinguistik und Soziologie an der Universität Trier studiert. Seit 2009 arbeitet er am Kriminaltechnischen Institut des LKA Brandenburg im Sachgebiet Sprecher-Erkennung.

Dr. Frank Menzer, EKHK a.D.; Biologiestudium an der Humboldt-Universität zu Berlin; Sachverständiger für Gerichtsbiologie am Kriminaltechnischen/Kriminalistischen Institut der Deutschen Volkspolizei; bis 2006 Dozent für Kriminalistik an der Fachhochschule der Polizei des Landes Brandenburg.

Jörg Pixberg, Diplom-Ingenieur für Maschinenbau, seit 24 Jahren Sachverständiger für Waffen, Munition und pyrotechnische Gegenstände im Kriminaltechnischen Institut des LKA Bremen. Dozent für Waffenrecht an der Hochschule für öffentliche Verwaltung (HföV) in Bremen.

Andreas Reich, Kriminalhauptkommissar; 26 Jahre Polizeidienst in verschiedenen Funktionen.Seit 2014 Sachverständiger für Kriminalistische Fotografie und Lichtbildvergleiche, tätig im Landeskriminalamt Brandenburg.

Prof. Dr. Holger Roll, Diplom-Kriminalist; Studium an der Humboldt-Universität zu Berlin, Sektion Kriminalistik; bis 1987 Tätigkeit bei der Kriminalpolizei in Berlin; seit 1992 Studienbereichsleiter, Fachgruppenleiter Kriminalwissenschaften und Dozent an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege Mecklenburg-Vorpommern. Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kriminalistik seit Gründung im Jahr 2003 bis 2012. Wissenschaftlicher Leiter des Masterstudiengangs Kriminalistik an der Steinbeis-Hochschule Berlin, Institut für Kriminalistik, Zahlreiche Veröffentlichungen zu kriminalistischen Themen.

Uwe Rüffer, Diplom-Kriminalist; Studium Humboldt-Universität zu Berlin, sozialpsychologischer Verhaltenstrainer, Supervisor (SG) und Coach, u. a. tätig in der Aus- und Fortbildung an Fachhochschulen für öffentliche Verwaltung mehrerer Bundesländer zum Thema Vernehmung und Führungskräftetraining. 2019-2021 Mitarbeit im Projekt BEST – Befragungsstandards für Deutschland.

René Sablotny, Erster Kriminalhauptkommissar; über 25 Jahre Polizeidienst in der Kriminaltechnik, 13 Jahre Tatortarbeit bei Kapitaldelikten, seit 1998 Sachverständiger für Daktyloskopie, Referententätigkeit an der Hochschule der Polizei des Landes Brandenburg, Ausbildung von ausländischen Polizeibeamten im Bereich Daktyloskopie, seit 2008 Sachverständiger für Daktyloskopie im Landeskriminalamt Brandenburg.

Dr. rer. nat. Benno Schultz, Diplom-Chemiker; fünf Jahre wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Humboldt Universität zu Berlin, seit 1988 als Sachverständiger für Gerichtschemie tätig; ab 1994 Leiter des Dezernates Forensische Chemie/Physik. Beratungstätigkeit im Rahmen internationaler Projekte in Kabul, Skopje und Sarajevo. Seit 2009 Leiter des Kriminaltechnischen Instituts im Landeskriminalamt Brandenburg. Mitglied der Gesellschaft für Toxikologie und Forensische Chemie (GTFCh); Forensischer Chemiker GTFCh.

Dr. jur. Axel Uhlig, Diplom-Kriminalist; Polizeilicher Fallanalytiker; bis 1990 Kriminalistik-Studium an der Humboldt-Universität zu Berlin; anschließend 12 Jahre kriminalpolizeilicher Sachbearbeiter, davon fast 10 Jahre in einer Mordkommission; seit 2002 OFA-Mitglied bzw. seit 2015 OFA-Leiter am LKA Brandenburg.

Prof. Dr. med. Dr. phil. Ingo Wirth, Studium der Medizin und Kriminalistik in Berlin, dort ab 1978 Gerichtsarzt; 1990 Hochschuldozent für Kriminalistik/Forensische Medizin an der Sektion Kriminalistik der Humboldt-Universität zu Berlin; 2000-2017 Professor für Kriminalistik/Kriminologie an der Fachhochschule der Polizei des Landes Brandenburg.

1. Kapitel:Einführung in die Kriminalistik

I.Kriminalwissenschaften

von Horst Clages

1.System der Kriminalitätskontrolle

Unter Kriminalitätskontrolle (i. w. S.)[1] wird die Beeinflussung der Kriminalität als Massenerscheinung durch staatliche und gesellschaftliche Institutionen sowie Strategien und Sanktionen der strafrechtlichen Sozialkontrolle verstanden.[2]

Die Umsetzung geschieht durch

-

Kriminalprävention (Vorbeugung, Verhütung, Verhinderung im Vorfeld) und

-

Strafverfolgung.

Die Kontrolle der Kriminalität als soziales Phänomen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die sich folglich nicht nur an die Sicherheitsorgane und an die Justiz richtet, sondern alle gesellschaftlichen Bereiche einschließlich der Wirtschaft und die Institutionen der informellen und formellen Sozialkontrolle einbezieht.

Örtlich wird diese Aufgabe der sog. Kommunalen Kriminalprävention zugeschrieben. Untersuchungsinstrumente sind u. a. Mittel der Kriminalgeografie und die Kriminologische Regionalanalyse.

Unter Kriminalitätskontrolle (i. e. S.) wird nach neuerem Verständnis die direkte Verhütung und Aufdeckung sowie die Verfolgung von Straftaten und Straftätern verstanden. Als Synonym finden auch nach wie vor die Begriffe Verbrechensbekämpfung/Kriminalitätsbekämpfung Anwendung. Nach Brisach u. a. steht der Begriff „Kriminalitätskontrolle“ als Synonym für ein verändertes Aufgabenverständnis des Staates und seiner Sicherheitsorgane.[3]

Unmittelbare Träger sind Polizei und Staatsanwaltschaft und sonstige mit der Strafverfolgung gesetzlich beauftragte staatliche Institutionen. Der gesetzliche Auftrag der Staatsanwaltschaft beschränkt sich unmittelbar auf die repressive, d. h. auf die strafverfolgende Tätigkeit, obwohl ihr Wirken auch auf Prävention ausgerichtet ist, so z. B. im sog. Jugendstrafverfahren. Die Aufgabe der Polizei erstreckt sich unmittelbar sowohl auf die vorbeugende als auch auf die strafverfolgende Verbrechensbekämpfung. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von der Doppelfunktionalität[4] der polizeilichen Aufgabe.

Definitionen:

Kriminalität[5] ist die Summe aller Straftaten, definiert in Bezug auf einen Zeitraum, einen geografisch abgegrenzten Raum, zugeschrieben bestimmten Bevölkerungsgruppen oder geordnet nach Delikten und Deliktgruppen.

Verbrechen wird dagegen als die Einzeltat verstanden. Der Begriff Verbrechen orientiert sich nicht an den strafrechtlichen Kriterien des § 12 StGB, Verbrechen und Vergehen, der nach Art und Dauer der Strafandrohung für rechtswidrige Taten unterscheidet.

Der kriminalistische Verbrechensbegriff[6] orientiert sich am Kriminalstrafrecht allgemein. Der kriminalistische Verbrechensbegriff umfasst somit alle mit einer Kriminalstrafe bedrohten rechtswidrigen Taten, also Verbrechen und Vergehen.

Kriminalpolitik

Kaiser[7] unterscheidet zwischen wissenschaftlicher und praktischer Kriminalpolitik. Die „wissenschaftliche Kriminalpolitik“ strebt die systematisch geordnete Darstellung der gesellschaftlichen Strategien, Taktiken und Sanktionsmittel zur Erzielung optimaler Verbrechenskontrolle an.“

„Praktische Kriminalpolitik“ hingegen beschränkt sich auf jene staatliche Tätigkeit, die vor allem mit den Grundsätzen, Verfahrensweisen und Mitteln des Kriminalstrafrechts auf Verbrechenskontrolle zielt und durch Strafjustiz und Polizei ausgeübt wird.“

Die Institutionen der Kriminalitätskontrolle erhalten ihre Vorgaben von der Kriminalpolitik. Diese wiederum wird bestimmt und formuliert aufgrund der sich ständig in Umfang, Art und Schwere verändernden Kriminalität, dem sich wandelnden Normenverständnis der Gesellschaft sowie dem Sicherheitsbedürfnis bzw. der Verbrechensfurcht der Bürger. Die Kriminalpolitik hat als verfassungsmäßige Beschränkung ihrer politischen Vorstellungen über eine wirkungsvolle Verbrechensbekämpfung das Gebot der Rechtsstaatlichkeit sicherheitspolitischen Handelns zu beachten.

Theorie und Erfahrungen aus Wissenschaft und Praxis zeigen, dass eine Reduzierung der Kriminalität auf „Null“ nicht zu erreichen ist, denn ein gewisses Maß an negativ sozialabweichendem Verhalten ist eine normale Erscheinung in der Gesellschaft.

Abb. 1:System der Verbrechenskontrolle

[Bild vergrößern]

Das Gebot der Rechtsstaatlichkeit verbietet Kriminalitätskontrolle um jeden Preis.

Die Institutionen der Verbrechensbekämpfung erhalten ihren Auftrag – in Ausfüllung der kriminalpolitischen Zielsetzung – durch Gesetze. Dies sind im Wesentlichen für die Strafverfolgung (Repression) die Strafprozessordnung und für die Gefahrenabwehr (Prävention) die Polizeigesetze des Bundes und der Länder sowie das Jugendgerichtsgesetz.

Die Umsetzung des gesetzlichen Auftrags in der polizeilichen Praxis erfolgt auf der Grundlage von Kriminalitäts- und Verbrechensanalysen, die ihren Niederschlag in strategischen und operativen Kriminalitätslagebildern finden.

2.Kriminalwissenschaften[8]

Erkenntnisgrundlage der Kriminalitätskontrolle allgemein sind die Kriminalwissenschaften und hier insbesondere die Kriminologie. Methodik, Strategie und Taktik der präventiven und repressiven Verbrechensbekämpfung sind Instrumente der Kriminalistik, die wiederum ein wesentliches Element im Ordnungssystem der Kriminalwissenschaften repräsentiert.

Definitionen:

Kriminalwissenschaften

Den Kriminalwissenschaften werden jene Wissenschaftsdisziplinen zugeordnet, die sich primär mit dem kriminellen Verhalten von Menschen befassen.[9]

Juristische Kriminalwissenschaften

Zu den juristischen Kriminalwissenschaften zählen die Strafrechtswissenschaft und die Strafprozessrechtswissenschaft.

Kriminologie

Kriminologie ist die geordnete Gesamtheit des Erfahrungswissens über das Verbrechen, den Rechtsbrecher, die negativ soziale Auffälligkeit und über die Kontrolle dieses Verhaltens.[10]

Kriminalistik

Die Kriminalistik ist die Wissenschaft von der Aufdeckung, Untersuchung und Verhütung von Straftaten und kriminalistisch relevanten Sachverhalten. Ihr Gegenstand sind die Gesetzmäßigkeiten und Erscheinungen des Entstehens von Informationen (Spuren/Beweisen) bei der Begehung von Straftaten sowie die Methoden ihres Auffindens, Sicherns und Bewertens für Ermittlungs- und Beweiszwecke.

Ihre Aufgabe ist, Ereignisse mit kriminalistisch-strafrechtlicher Relevanz aufzudecken, deren Ablauf zu untersuchen, den Täter zu ermitteln und mit hinreichender Sicherheit (hinreichender Tatverdacht) zu überführen sowie Wirkungsmöglichkeiten in präventiver Hinsicht zu erkennen und anzuwenden.[11]

Abb. 2:

Institution der polizeilichen Kriminalitätskontrolle

Institutionen der polizeilichen Kriminalitätskontrolle

– Überblick –

BUNDESLÄNDER – Polizei

Verfassungsrechtlicher Grundsatz:

Polizei Ländersache, Art. 30 GG

Ministerialebene:

-

Polizeiabteilung im Innenministerium

-

Landespolizeipräsidium

-

Landeskriminalämter

Regional:

-

Polizeipräsidien

-

Polizeidirektionen/Kriminaldirektionen

-

Polizeiinspektionen/Kriminalinspektionen

-

Polizeiwachen/Krim.-Kommissariate

Prinzipien:

-

Schutz- und Kriminalpolizei sind gleichsam Träger der Kriminalitätskontrolle

-

Arbeitsteilung, Spezialisierung

-

Länderspezifische Zuständigkeiten/Organisation: nach Delikten oder täterorientiert; zentral und dezentral

NATIONAL/BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND

Bundeskriminalamt

Bundespolizei

Generalzolldirektion

Zollfahndungsdienst/Zollkriminalamt

INTERNATIONAL

IKPO (INTERPOL)

EUROPOL

div. multilaterale Abkommen und Einrichtungen

Abb. 3:Ordnungssystem der Kriminalwissenschaften

[Bild vergrößern]

Definitionen:

Kriminalstrategie[12]

Unter Kriminalstrategie wird das rationale Zusammenwirken der polizeilichen Kräfte zur Verwirklichung der Ziele der Kriminalpolitik durch Ausrichtung der Gesamtorganisation Polizei auf die Bekämpfung der Kriminalität verstanden.[13]

Nach einer weitergehenden Definition umfasst Kriminalstrategie „das planmäßige Zusammenwirken aller gesellschaftlichen Kräfte, um Kriminalität zu bekämpfen.“[14]

Kriminalprävention

Soweit kriminalpräventive polizeiliche Maßnahmen unmittelbar oder mittelfristig auf die Verhinderung von Straftaten oder auf die Reduzierung des Opferwerdens zielen, ist die Kriminalprävention der Kriminalistik zugeordnet (operative Kriminalprävention).

Kriminalprävention (im weiteren Sinne) umfasst alle Maßnahmen und Handlungen, die staatlicherseits und privat eingeleitet und realisiert werden, um Straftaten zu verhüten.

Sie zielt darauf ab, Kriminalitätsursachen und Kriminalitätsanreize sowie die Bereitschaft zu kriminellem Verhalten zu beseitigen, Straftaten und ihren Erfolg zu verhindern oder wenigstens zu erschweren.[15]

Kriminalprävention ist nicht nur Aufgabe ausgewählter Institutionen, sondern Verpflichtung des Staates und seiner Einrichtungen einschließlich privatrechtlicher Institutionen und jedes einzelnen Bürgers. In diesem Sinne ist die Kriminalprävention nicht Teilgebiet der Kriminalistik.

Kriminaltaktik

Kriminaltaktik (auch operative Kriminalistik) ist die Lehre von den allgemeinen rationalen, ökonomischen, psychologischen kriminalistischen Methoden und Mitteln sowie deren Anwendung mit dem Ziel der effektiven Verbrechensbekämpfung/Kriminalitätskontrolle.

Spezielle Kriminalistik

Darunter wird die auf bestimme Delikte, Deliktgruppen, Tätergruppen bezogene kriminalistische Ermittlungs- und Aufklärungsmethodik verstanden. Sie verbindet bei der Verbrechensbekämpfung Methoden und Mittel der Kriminaltaktik mit delikt- oder täterspezifischen Besonderheiten. Sie nimmt ihre Erkenntnisgegenstände u. a. aus dem Ergebnis kriminologischer Untersuchung und spezieller Analysen der Kriminalphänomenologie.

Kriminaltechnik

Unter Kriminaltechnik (auch naturwissenschaftlich-technische Kriminalistik) wird die Anwendung naturwissenschaftlicher Methoden und Erkenntnisse sowie der Einsatz technischer Mittel bei der Suche, Sicherung, Untersuchung und Auswertung von materiellen Spuren im Rahmen der Verbrechensbekämpfung verstanden.

II.Kriminalistische Methodik

von Horst Clages

1.Allgemeine Aussagen zur kriminalistischen Methodik

Der Begriff „Methode“ (griech.: méthodos)[16] beschreibt das wissenschaftlich begründete planmäßige und folgerichtige Verfahren bei der Verfolgung bestimmter Ziele; Methodik meint die Verfahrenslehre.

Unter kriminalistischer Methodik sind die Verfahrensweisen zu verstehen, die angewandt werden

-

bei dem Erkennen strafrechtlich relevanter Sachverhalte,

-

der Aufdeckung der Tat,

-

der Ermittlung und beweiskräftigen Überführung des Täters (Repression) sowie

-

bei der Verhinderung von Straftaten bzw. deren Fortsetzung (Prävention).

Die kriminalistische Methodik bildet die entscheidende Arbeitsgrundlage der kriminalistischen Tätigkeit.

Sie bedient sich allgemeiner wissenschafts-theoretischer und empirischer Methoden, die sie adaptiert und auf die Bewältigung kriminalistischer Aufgaben anwendet. Bestimmte Methoden dominieren den Wesensgehalt von Ermittlungshandlungen.

Das kriminaltaktische Vorgehen bei der Aufdeckung,Untersuchung und Aufklärung von Straftaten, also die Gestaltung der entsprechenden Ermittlungshandlungen (Vorbereitung, Durchführung, Ergebnisbewertung), ist vor allem von den folgenden Methoden geprägt:[17]

-

Prinzip der systematischen Informationserhebung durch Beobachtung, Besichtigung und Befragung.

-

Techniken der Informationsverarbeitung über spezielle, anlassorientierte oder allgemeine Erkenntnisse zu Tat, Täter und Opfer.

-

Schlussfolgernde Analyse- und Synthesetechniken, z. B. im Rahmen von kriminalistischen/kriminologischen Fallanalysen oder der Lagebilderstellung.

-

Die Anwendung von Sätzen der Logik und des kombinatorischen kriminalistischen Denkens und Schließens, so z. B. bei der kriminalistischen Hypothesenbildung oder der Schlüssigkeit von Beweisen.

-

Methoden der Planung und Entscheidung.

-

Naturwissenschaftliche Methoden bei der Suche, Sicherung und Auswertung von materiellen Spuren sowie die kriminalistische Expertise.

-

Methoden des Vergleichs, des Experiments und der Rekonstruktion zur Erschließung des Tatgeschehens und der Beweisführung.

-

Anwendung prognostischer Methoden im Rahmen der Voraussage von Täterverhalten und der Entwicklung und des Verlaufs der Kriminalität.

-

Mathematische Methoden zur Erfassung, Analyse und Berechnung von Bewegungsabläufen.

-

Mathematisch-naturwissenschaftliche Methoden der Wahrscheinlichkeitstheorien bzw. der Wahrscheinlichkeitsprognosen.

-

Methoden der forensischen Psychologie im Bereich der Aussagepsychologie, der Beurteilung von Prozessen der Wahrnehmung oder der Täterprofilerstellung.

-

Systematische Verwendung von Erfahrungswissen und intuitiver Eingebungen.

2.Kriminalistische Planung und Entscheidungsmethoden

2.1Polizeiliche Lagebewältigung als Problemlösungsprozess

Die polizeiliche Lagebewältigung ist in der theoretische Planung und Entscheidung, in der polizeilichen Einsatzpraxis und in der kriminalistischen Fallbearbeitung grundsätzlich ein mehr oder weniger komplexer Problemlösungsprozess. Der Grad der Komplexität steht in grundsätzlicher Abhängigkeit von der Art und der Schwere des jeweiligen Einsatzanlasses oder des kriminalistisch zu klärenden Falles.

Beispiel: Für den Polizeipraktiker ist es offenkundig, dass z. B. die einsatzmäßige Lagebewältigung und die kriminalistische Aufklärung eines bewaffneten Bankraubes mit unbekannten flüchtenden Tätern an den polizeilichen Einsatz, an die Untersuchungsplanung und die Fallbearbeitung ungleich größere Anforderungen stellen, als dies regelmäßig für Fälle der einfachen und mittleren Kriminalität gilt, z. B. für den Ersten Angriff bei einem „normalen“ Wohnungseinbruch und dessen kriminalistischer Aufklärung.

Ausgangspunkt von Problemlösungsprozessen sind stets offene, nicht gelöste Aufgaben und Fragestellungen, d. h. Probleme, die einer (polizeilichen) Lösung zugeführt werden müssen.

Problemstellungen zeigen sich in allen Phasen polizeilicher Reaktion auf ein bestimmtes Ereignis. Sie stellen sich somit keineswegs nur zu Beginn der Aufnahme kriminalistischer Aufklärungs- und Ermittlungshandlungen, sondern ziehen sich regelmäßig durch das gesamte Verfahren.

Bereits während des Ersten Angriffs, z. B. nach der ersten polizeilichen Kenntnisnahme einer Straftat, steht der Polizeibeamte vor der Entscheidung über das richtige taktische anlassorientierte Vorgehen am Ort der Tat.

Weitere Probleme ergeben sich aus den Erfordernissen der

-

sachlich zutreffenden Beurteilung des vorliegenden Ereignisses nach strafrechtlich und kriminalistisch-kriminologischen Kriterien,

-

exakten und sachgerechten Tatortarbeit und Dokumentation des Tatgeschehens,

-

zielgerichteten und effektiven Planung und Durchführung von Ermittlungshandlungen und

-

prozesskonformer effektiver Beweisführung.

Der in der Verbrechensbekämpfung tätige polizeiliche Praktiker steht grundsätzlich vor jeder Entscheidung über sein polizeiliches Handeln oder bei der Übernahme eines neuen Falles vor verschiedenartigen, oft komplexen kriminalistischen Problemen, deren Bewältigung an das kriminalistische Wissen und die kriminalistischen Erfahrungen, an die kriminalistische Kombinationsgabe und Intuition, an das logische Denkvermögen sowie an die Folgerichtigkeit der Entscheidung, je nach der Art der Tat und dem Schwierigkeitsgrad der Tataufklärung, bestimmte Anforderungen an das planmäßige Vorgehen stellen.[18]

Abb. 4:Planung, Entscheidung, Zielerreichung

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Im Besonderen erfordern Problemlösungen allgemein und speziell in der kriminalistischen Praxis einen bestimmten Grad an rationaler und organisatorisch-planerischer Tätigkeit und die Anwendung wissenschaftlich abgesicherter Methoden.[19]

Die einzelnen Schritte einer zielgerechten Planung, Entscheidung und Zielsetzung einschließlich der Maßnahmen zur Zielerreichung und Zielkontrolle zeigt das vorstehende Schaubild 4.

2.2Planungs- und Entscheidungssysteme für Einsatz und Ermittlung

2.2.1Planungs- und Entscheidungssystem nach der PDV 100

Grundsätze, Struktur, Ablauf und inhaltliche Schwerpunkte der Planung und Entscheidung für polizeiliches Handeln sind in der PDV 100 unter Nr. 1.6.2 Planungs- und Entscheidungsprozess für den Einsatz; Einsatznachbereitung genannt.[20] Eine Übersicht gibt Anlage 1 zur PDV 100.

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Abb. 5:Planungs- und Entscheidungsprozess für den Einsatz und die Einsatznachbereitung

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Das Planungs- und Entscheidungssystem nach der PDV 100 stellt auf die Führung und den Einsatz von Polizeikräften ab. Es orientiert sich demgemäß im Wesensgehalt und in seiner Struktur an den Grundsätzen der Einsatzlehre. Als Beurteilungs-, Entscheidungs- und Planungssystem für kriminalistische Anlässe ist es folglich nur in seiner Grundstruktur geeignet.

2.2.2Beurteilung der Lage (BdL)

Kernstück des Planungs- und Entscheidungssystems ist die Beurteilung der Lage (Nr. 1.6.2.2). Die Beurteilung der Lage nach der PDV 100 hat im Schwerpunkt die ereignisorientierte Planung und Entscheidung von polizeilichen Einsätzen nach einsatztaktischen Gesichtspunkten zum Inhalt.[21] Das Ergebnis der Lagebeurteilung ist Grundlage für die Entschlussfassung des Polizeiführers (Nr. 1.6.2.3). Der Entschluss stellt das taktische Konzept dar, mit dem der Polizeiführer das im Auftrag vorgegebene Ziel zu erreichen beabsichtigt. Er ist Grundlage für die Durchführungsplanung (Nr. 1.6.2.4) und die Befehlsgebung (Nr. 1.6.2.5).

2.2.3Kriminalistische Beurteilung der Lage

Die Beurteilung der kriminalistischen Lage stellt dagegen nach Struktur und Inhalt auf kriminalistische Problemlösungen ab, orientiert sich jedoch in der Grundstruktur an den in der PDV 100 Nr. 1.6.2 niedergelegten Prinzipien.

2.3Planungs- und Entscheidungssystem für kriminalistische Lagen

Die Systematik, die der Beurteilung kriminalistischer Sachverhalte sowie der Entscheidung über einzusetzende kriminalistische Methoden und Mittel einschließlich der Planung und Durchführung von Ermittlungsmaßnahmen mit dem Ziel der Tataufklärung und Beweisführung zu Grunde gelegt ist, wird nachfolgend unter dem Arbeitsbegriff: Kriminalistisches Konzept zusammen gefasst.

Das Konzept ist in der Zielsetzung vergleichbar der Beurteilung der Lage, dem Entschluss und der Befehlsgebung für polizeiliche Einsatzlagen nach der PDV 100.

Es stellt in den inhaltlichen Schwerpunkten jedoch maßgeblich auf kriminalistisch-kriminologische Beurteilungs- und Entscheidungskriterien und auf einsatztaktische Entscheidungs- und Einsatzprozesse der operativen Kriminalistik ab.

Anmerkung: Nach Auffassung des Verfassers berücksichtigt die PDV 100 die Spezifik der operativen Kriminalistik nur unzureichend. Kriminalistische Problemlösungsprozesse sind nur bedingt den Einsatzprozessen der Einsatzlehre vergleichbar, da ihre Zielsetzungen teils divergieren, denn der Schwerpunkt der Einsatzlehre liegt in der Bewältigung der polizeilichen Einsatzlage. Diese Zielsetzung spiegelt die PDV 100 umfassend wider. Dagegen verfolgt die Kriminalistik die Aufklärung des Tatgeschehens, die Ermittlung des Tatverdächtigen und dessen beweiskräftige Überführung. Die Ausführungen der Vorschrift zu Nr. 2.2, Ermittlungen, werden den umfassenden kriminalistischen Anforderungen nicht in vollem Umfang gerecht.

Das Kriminalistische Konzept hat folgende Grundstruktur:

 I

Kriminalistische Beurteilung der Lage mit den Abschnitten:

-

Kriminalistische Fallanalyse

-

Beurteilung der Einsatzlage

 II

Kriminaltaktisches Konzept mit den Abschnitten:

-

Kriminalistische Maßnahmen

-

Durchführungs- und Untersuchungsplanung

-

Befehlsgebung

-

Berichte und Meldungen

 III

Einsatznachbereitung/Erfolgskontrolle

Erläuterungen:

Zu I:Kriminalistische Beurteilung der Lage

Kriminalistische FallanalyseStruktur, Inhalt und Methodik der Kriminalistischen Fallanalyse werden im 3. Kapitel dargestellt und ausführlich erläutert.

Beurteilung der Einsatzlage[22]Im Hinblick auf die kriminalistische Lagebewältigung ist zu entscheiden, mit welchen Kräften, Führungs- und Einsatzmitteln und mit welcher besonderen Aufbauorganisation (BAO) die Weiterführung der Ermittlungshandlungen erfolgen soll.

Weiterhin ist zu beurteilen, inwieweit sich die räumlichen Bedingungen des Einsatzraumes, Zeit und Wetter auf die Maßnahmen im Einzelnen sich auswirken.

Beurteilungskriterien

1.

Einsatzkräfte

1.1.

Stärke und Gliederung

1.2.

Ausbildungsstand, Geeignetheit

1.3.

Spezialeinsatzkräfte

1.4.

Verfügbarkeit

1.5.

Unterbringung und Versorgung

2.

Führungs- und Einsatzmittel

2.1

-

Einsatzfahrzeuge

-

Einsatzgerät

-

Sondereinsatzgerät

-

Verfügbarkeit

2.2

Kommunikation, IuK-Mittel

2.3

Bewaffnung und Ausrüstung der Einsatzkräfte

3.

Raum, Zeit, Wetter

3.1

Besonderheiten des Einsatzraumes

3.2

-

Ereigniszeit

-

Einsatzzeit

-

Einsatzdauer

3.3

Wetterbedingungen

4.

Unterstützung durch andere Behörden und Einrichtungen

Zu II: Kriminaltaktisches Konzept

Das Ergebnis der kriminalistischen Lagebeurteilung ist Grundlage für das Kriminaltaktische Konzept. Es stellt ein taktisches Handlungskonzept dar, mit dem bezweckt wird, die festgelegten Ermittlungsziele zu erreichen. In den Grundzügen ist es dem Entschluss nach der PDV 100, Nr. 1.6.2.3 vergleichbar, in der kriminalistischen Ausgestaltung jedoch differenzierter.

Kriminalistische Maßnahmen

Kriminalistische FeinzieleVoraussetzung für die Entscheidung über das kriminaltaktische Vorgehen ist die Festlegung von kriminalistischen Feinzielen. Sie sind Teil der kriminalistischen Untersuchungsplanung und orientieren sich an den Erfordernissen des konkreten Falles.

MaßnahmenalternativenMaßnahmenalternativen (Entschlussmöglichkeiten) sind dann zu erwägen, wenn nach dem Ergebnis der Fallanalyse und der Hypothesenbildung (siehe 3. Kapitel) alternative Maßnahmen nach ihrer Art und/oder in ihrer zeitlichen Abfolge geeignet erscheinen.

Maßnahmen zur ZielerreichungHier erfolgt die Festlegung der kriminalistischen Einsatz- und Ermittlungsmaßnahmen vergleichbar dem Entschluss (Nr. 1.6.2.3). In der kriminalistischen Praxis geht die Festlegung der Maßnahmen zur Zielerreichung jedoch deutlich stärker ins Detail, als dies bei der Formulierung einsatztaktischer Entschlüsse der Fall ist (siehe auch: Kriminalistische Untersuchungsplanung).

Durchführungs- und Untersuchungsplanung[23]

Für die Durchführungsplanung kriminalistischer Einsatzmaßnahmen gelten die Grundsätze der PDV 100 Nr. 1.6.2.4 sowie Anlage 3.

Die systematische Vorbereitung der kriminalistischen Fallbearbeitung erfolgt nach den Prinzipien der Kriminalistischen Untersuchungsplanung.

BefehlsgebungDie Befehlsgebung richtet sich nach der PDV 100 Nr. 1.6.2.5 sowie Anlage 4.

Berichte und MeldungenBerichts- und Meldepflichten orientieren sich generell an den Grundsätzen der PDV 100 Nr. 2.2.10, Auswertung, Meldedienste, Polizeiliche Kriminalstatistik. Darüber hinaus sind örtliche Regelungen und die landesrechtliche Vorschriftenlage zu beachten.

Zu III: Einsatznachbereitung/Erfolgskontrolle

Für die Einsatznachbereitung gilt PDV 100 Nr. 1.6.2.7. Mit der Erfolgskontrolle wird nach Abschluss der Einsatzmaßnahmen oder der Ermittlungshandlungen überprüft, ob und mit welcher Effektivität die angestrebten kriminalistischen Ziele erreicht worden sind, oder ob ggf. zusätzliche Ermittlungshandlungen notwendig sind.

Der Gesamtvorgang ist vor Abgabe an die Staatsanwaltschaft in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht sorgfältig zu prüfen. Siehe dazu auch die Ausführungen zur Beweisführung im Ermittlungsverfahren im 2. Kapitel und die Hinweise zur Beurteilung der Beweislage im Rahmen der Kriminalistischen Fallanalyse im 3. Kapitel.

3.Analytische Verfahren der Kriminalitätskontrolle

3.1Verbrechens- und Kriminalitätsanalysen

Grundsätzlich werden zwei Arten von Kriminalitätsanalysen nach ihren Zweckrichtungen unterschieden:

-

die strategische Kriminalitätsanalyse,

-

die operative Kriminalitätsanalyse.

Die strategische Kriminalitätsanalyse ist eine mittel- und langfristig angelegte Untersuchung der Kriminalitätsphänomene und ihrer zukünftigen Entwicklung. Die Ergebnisse finden ihren Niederschlag in Kriminalitätslagebildern, die wiederum Grundlage für kriminalstrategische und kriminalpolitische Entscheidungen sind.

Die operative Kriminalitätsanalyse stellt die systematische Auswertung von Informationen über die aktuelle Lageentwicklungen auf regionaler Organisations- und Aufgabenebene der Polizei (Polizeipräsidien, Polizeidirektionen, Polizeiinspektionen pp.) dar.

Sie ist Basis für das gegenwärtige, aktuelle Kriminalitätslagebild im jeweiligen Untersuchungsbereich und zielt ab auf das Erkennen von Kriminalitätsbrennpunkten. Damit bietet sie die Grundlage für zeitnahe, anlassorientierte, gezielte polizeiliche Maßnahmen der Kriminalitätskontrolle.[24]

3.2Systematische Übersicht

Abb. 6:Verbrechens- und Kriminalitätsanalyse

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Erläuterungen:

Die erste Spalte (A) nennt in den beiden oberen Feldern die generellen Untersuchungscluster der in den Spalten zwei (B) und drei (C) genannten Analysebereiche.

In der unteren Zeile sind die jeweils korrespondierenden Kontroll- bzw. Validierungsmethoden aufgeführt.

Begriffe:

Strategische Verbrechens- und KriminalitätsanalysenSie zielen auf die Gewinnung allgemeiner Erkenntnisse und Entwicklungen ab.

Untersuchungs- und Erkenntnisziele im Einzelnen sind:

a)

Die Gewinnung eines Überblicks über die räumliche Verteilung der Kriminalität in einem geografisch abgegrenzten Raum innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Untersuchungsinstrumente sind z. B. die PKS, Untersuchungen zur Kriminalgeografie eines Raumes oder Kriminologische Regionalanalysen.

b)

Erkennen von delikttypischen Tatbegehungsmustern und „neuen“ Kriminalitätsformen. Untersuchungsinstrumente sind z. B. phänomenologische Deliktanalysen und Dunkelfelduntersuchungen.

c)

Erkennen genereller und deliktbezogener Täterprofile. Untersuchungsinstrumente sind psycho-soziale Vergleichsuntersuchungen von Straftätern mit dem Ziel der Bildung von Täterkategorien (speziellen und generellen Tätertypen).

Operative Verbrechens- und KriminalitätsanalysenMit operativen Analysen wird der Zweck verfolgt, ermittlungs- oder einsatzunterstützende Informationen durch Einzelfallanalysen (Kriminalistische Fallanalysen) oder ereigniszeitnahe Kriminalitätslagebilder für den örtlichen Bereich bereit zu stellen.

Vergleichsfall-AnalysenVergleichsfall-Analysen zielen darauf ab, durch kriminalistisch-kriminologische Vergleichsarbeit mehrerer Einzelfälle Tat/Tat- und Tat/Täterzusammenhänge zu erkennen. Klassisches Untersuchungsinstrument ist der Kriminalpolizeiliche Melde- und Auswertungsdienst (KPMD).

Verbrechergruppen-AnalysenVerbrechergruppen-Analysen bezwecken das Erkennen agierender krimineller Gruppen oder von Bandentätigkeit.

Spezifische Täter-ProfilanalysenMit den spezifischen Täter-Profilanalysen soll durch die analytische Durchdringung des Täterverhaltens und der individuellen Tat- und Tatbegehungsmerkmale ein Einzelprofil des Täters gezeichnet werden (Profiling, siehe auch „Operative Fallanalyse“ – OFA).

3.3Kriminalistische Fallanalyse

Die kriminalistische Fallanalyse ist ein am Einzelfall orientiertes Analyse- und Syntheseverfahren, in dem nach kriminalistischen und kriminologischen Kriterien die über den Fall vorliegenden Informationen in einem analytischen Denkprozess durchdrungen, bewertet und nach der Methode der kriminalistischen Synthese zu einem Bild über Tat, Täter und Opfer zusammengefügt werden.

Ihr Zweck ist darauf gerichtet, Ergebnisse für die Aufklärung des einzelnen Kriminalfalles sowie für die Ermittlung und Überführung des Täters bereit zu stellen. Sie ist generell anwendbar auf alle Kriminalfälle.

Struktur, Inhalt und Methodik der Kriminalistischen Fallanalyse werden im 3. Kapitel ausführlich behandelt.

3.4Operative Fallanalyse

Der Begriff: „Operative Fallanalyse (OFA)“ wird seit geraumer Zeit als Oberbegriff für kriminalistische einzelfallbezogene Analyseverfahren verwendet, die dazu dienen, das Tatgeschehen zu durchdringen und daraus Schlüsse für die Aufklärung der Tat zu ziehen.[25]

Das Hauptziel der OFA liegt in der Unterstützung der Aufklärung schwerwiegender Gewaltstraftaten wie Tötungsdelikte, Serienmorde, sexuell motivierte Gewalttaten, Erpressung oder Entführung.

Weitere Ausführungen zum Inhalt und zur kriminalistischen Methodik der „Operativen Fallanalyse“ enthält das 3. Kapitel unter II. B.

4.Polizeiliche Maßnahmen der Strafverfolgung

Die nachfolgende Abbildung zeigt eine Übersicht über die polizeilichen Prozesse und Standardmaßnahmen im strafprozessualen Ermittlungsverfahren. Weitergehende Ausführungen enthalten die nachfolgenden Kapitel.

Abb. 7:

Ermittlungsverfahren – Polizeiliche Maßnahmen der Strafverfolgung im Überblick

Ermittlungsverfahren

– Polizeiliche Maßnahmen der Strafverfolgung im Überblick –

Strafrechtlich relevanter Sachverhalt

Liegt Anfangsverdacht vor?

-

tatbezogen?

-

täterbezogen?

Anfangsverdacht liegt vor

Einleitung eines Ermittlungsverfahrens durch Strafanzeige

Ziel: beweiskräftige

-

Aufklärung des Tatgeschehens

-

Ermittlung des Tatverdächtigen/Entlastung

Erhebung und Dokumentation des Tatbefundes

Kriminalistische Fallanalyse*

Kriminalistische Untersuchungsplanung**

Maßnahmenkonzept**

Standardmaßnahmen

– nicht abschließend –

-

Ermittlung und Vernehmung von Zeugen

-

Wiedererkennungsverfahren

-

Ermittlung und Vernehmung von Tatverdächtigen

-

Fahndung nach Personen und Sachen

-

Auswertung von Datenspeichern

-

Verdeckte/offene Informationserhebung

-

Durchsuchung, Beschlagnahme, Suchmaßnahmen

-

vorläufige Festnahme/Verhaftung

-

Tatrekonstruktion

Literatur

 

Ackermann, Einführung in die Kriminalistik, in: Ackermann/Clages/Roll, Handbuch der Kriminalistik – Kriminalistik für Praxis um Ausbildung, 6. Aufl. 2022.

 

Brisach u.a., Planung der Kriminalitätskontrolle, 2001.

 

Clages, Kriminalistik, Lehrbuch für Ausbildung und Praxis, 3. Aufl. 1997.

 

Geerds, Kriminalistik, Verlag für Polizeiliches Fachschrifttum, 1980.

 

Groß/Geerds, Handbuch der Kriminalistik Bd. 1 und 2, begr. als Handbuch für Untersuchungsrichter, 10. Aufl. 1977, 1978.

 

Kaiser, Kriminologie, Ein Lehrbuch, 3. Aufl. 1996.

 

Kriminalistik – Monatszeitschrift für kriminalistische Wissenschaft und Praxis.

 

Kube/Störzer/Timm (Hrsg.), Kriminalistik. Handbuch für Praxis und Wissenschaft, Bd. 1, 1992.

 

Mergen, Die Kriminologie, Eine systematische Darstellung, 3. Aufl. 1995

 

PDV 100 – Führung und Einsatz der Polizei, VS-NfD.

 

Schwind/Schwind