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Der überarbeitete und erweiterte BMW Art Guide by Independent Collectors präsentiert 304 öffentlich zugängliche Privatsammlungen zeitgenössischer Kunst – große wie kleine, bekannte wie noch unentdeckte. Die prägnanten Sammlungsporträts mit zahlreichen farbigen Abbildungen entführen die Lesenden in 51 Länder und häufig in Regionen oder Stadtviertel abseits des Gewohnten. Dieser praktische Guide ist die gemeinschaftliche Publikation, die aus der seit einigen Jahren bestehenden Partnerschaft zwischen BMW und Independent Collectors, der internationalen Online-Plattform für Sammler zeitgenössischer Kunst, hervorgegangen ist. Sammler*innen, Galerist*innen, Künstler*innen und Journalist*innen halfen bei der umfassenden Recherche und Überarbeitung des einmaligen Standardwerks. Weder im Internet noch in Buchform existiert bislang eine vergleichbare Zusammenstellung von internationalen Privatkollektionen, darunter einige, die ihre Türen für Kunstinteressierte und Kenner erstmalig öffnen.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 408
Veröffentlichungsjahr: 2022
DER BMW ART GUIDE BY INDEPENDENT COLLECTORS
EDITION 7
IMPRESSUM
HERAUSGEBER
BMW Group, München
Independent Connectors GmbH, Berlin
PROJEKTVERANTWORTLICHE
Hedwig Solis Weinstein, München
Cathérine Seibold, München
Sandra Gehrer, Berlin/Köln
Nina Raftopoulo, Athen/Berlin
KonZeptION & UMSETZUNG
Independent Connectors, Berlin
PROJEKTMANAGEMENT
Juliane Eisele, Berlin
Vanessa Zerahn, Berlin
REDAKTION
Anna Baumgartner, Berlin/Zürich
Amy Binding, Berlin
Ewa Kniaziak, Berlin/Athen
Georgina Pope, Berlin/Sydney
AUTOREN
Silvia Anna Barrilà, Berlin/Mailand
Jens Bülskämper, Münster
Nicole Büsing, Berlin/Hamburg
Sandra Danicke, Frankfurt a. M.
Alexander Forbes, New York
Jeni Fulton, Basel
Heiko Klaas, Hamburg/Berlin
Christiane Meixner, Berlin
Anne Reimers, London
Laurie Rojas, Miami
Frauke Schlieckau, Berlin
Christian Kaspar Schwarm, Berlin
SATZ
Maria Krafft, Berlin
Ulrike Poppe, Leipzig
BILDREDAKTION
Jacek Slaski, Berlin
HERSTELLUNG
Stefanie Kruszyk, Berlin
LEKTORAT
Gareth Davies, Berlin
Marianne Rathmann, Hamburg
© 2022 BMW Group,
Hatje Cantz Verlag,
Independent Connectors GmbH
und Autoren
Erschienen im
Hatje Cantz Verlag GmbH
Mommsenstraße 27
10629 Berlin
www.hatjecantz.de
Ein Unternehmen der Ganske Verlagsgruppe
Ebook Editionen:
ISBN 978-3-7757-5314-2 (Deutsch)
ISBN 978-3-7757-5315-9 (Englisch)
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ARGENTINA
BUENOS AIRES
SALTA
AUSTRALIA
HOBART
LANGWARRIN
MELBOURNE
PALMER
SYDNEY
AUSTRIA
HALL IN TIROL
INNSBRUCK
GARS AM KAMP
LEBRING
NEUHAUS
THALHEIM BEI WELS
VIENNA
BAHRAIN
RIFFA
BANGLADESH
DHAKA SYLHET
BELGIUM
BRUSSELS
DEURLE
GEEL
GHENT
HERENTALS
KEMZEKE
OSTEND
VENNEN/GEEL
BRAZIL
BRUMADINHO
RIBEIRÃO PRETO
SÃO PAULO
CANADA
TORONTO
VANCOUVER
WHISTLER
CHINA
BEIJING
HONG KONG
NANJING
SCHANGHAI
CYPRUS
NICOSIA
DENMARK
COPENHAGEN
SILKEBORG
FINLAND
HELSINKI
SARVISALO
FRANCE
ANNECY
AVIGNON
BORDEAUX
FLASSANS-SUR-ISSOLE
LE MUY
LE PUY-SAINTE-RÉPARADE
MARINES
MARSEILLE
PARIS
PORQUEROLLES ISLAND
ROGNES
SAINT-PAUL-DE-VENCE
SENLIS
GERMANY
AUGSBURG
BAD HOMBURG V.D. HÖHE
BAD HONNEF-RHÖNDORF
BADEN-BADEN
BEDBURG-HAU
BERLIN
BREMEN
COLOGNE
DERNEBURG
DONAUESCHINGEN
DUISBURG
DÜSSELDORF
EBERDINGEN-NUSSDORF
FRANKFURT
FREIBURG
GUNDELFINGEN
HAMBURG
HERFORD
HÜNFELD
KUMMEROW
KÜNZELSAU-GAISBACH
LAUPHEIM
LEIPZIG
MUNICH
NEU-ULM/BURLAFINGEN
NEUMÜNSTER
NEUSS
REUTLINGEN
RIEGEL AM KAISERSTUHL
SINDELFINGEN
SOEST
SANKT GEORGEN
TRAUNREUT
ÜBERLINGEN
ULM
UNTERAMMERGAU
VIERSEN
WALDENBUCH
WENTORF BEI HAMBURG
WUPPERTAL
GHANA
ACCRA
GREAT BRITAIN
DERBYSHIRE
EDINBURGH
KING’S LYNN
LONDON
GREECE
ATHENS
PAIANIA
HUNGARY
VESZPRÉM
ICELAND
HAFNARFJÖRĐUR
INDIA
NEW DEHLI
MUMBAI
INDONESIA
JAKARTA
MAGELANG
IRAN
TEHERAN
ISRAEL
TEL AVIV
ITALY
BOLOGNA
BOLZANO
BRESCIA
BRIOSCO
BUSCA
CATANIA
CITTÀ DELLA PIEVE
FLORENCE
GAIOLE IN CHIANTI
LUCCA
MANTUA
MILAN
MONTECCHIO MAGGIORE
NAPLES
REGGIO EMILIA
ROME
SANTA MARGHERITA LIGURE
SANTOMATO DI PISTOIA
TRENTO
TREVISIO
TURIN
VENICE
VERONA
VERZEGNIS
VICENZA
JAPAN
TOKYO
ICHIKAWA
LATVIA
RIGA
LEBANON
BEIRUT
MEXICO
MEXICO CITY
NETHERLANDS
AMSTERDAM
MONNICKENDAM
ROTTERDAM
THE HAGUE/SCHEVENINGEN
TILBURG
VENLO
WASSENAAR
WIJLRE
NEW ZEALAND
NORTH AUCKLAND
SNELLS BEACH
NIGERIA
LAGOS
NORWAY
HENNINGSVÆR
H0VIKODDEN
JEVNAKER
OSLO
PHILIPPINES
ANTIPOLO
POLAND
WARSAW
PORTUGAL
LISBON
VIDIGUEIRA
QATAR
DOHA
ROMANIA
BUCHAREST
CLUJ
TIMIŞOARA
RUSSIA
MOSCOW
SAINT PETERSBURG
SAUDI ARABIA
JEDDAH
SERBIA
BELGRADE
SINGAPORE
SINGAPORE
SOUTH AFRICA
CAPETOWN
STELLENBOSCH
SOUTH KOREA
SEOUL
SPAIN
ALCUDIA
AREVALO
BARCELONA
CÁCERES
HUESCA
LLEIDA
MADRID
PONTEVEDRA
VALENCIA
VEJER DE LA FRONTERA
SWEDEN
KNISLINGE
SWITZERLAND
APPENZELL
ARBON
BASEL
BRUZELLA
LANGENBRUCK
LAUSANNE
LENS
LUCERNE
LUGANO
RAPPERSWIL-JONA
RIEHEN
STEINHAUSEN
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GREENWICH
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SAN FRANCISCO
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SONOMA
WEST PALM BEACH
THE AUTHORS
INDEX
Im Sinne einer besseren Lesbarkeit der Texte wurde entweder die männliche oder weibliche Form von personenbezogenen Hauptwörtern gewählt. Dies impliziert keinesfalls eine Benachteiligung des jeweils anderen Geschlechts, sondern soll im Sinne der sprachlichen Vereinfachung als geschlechtsneutral zu verstehen sein.
Einem individuellen Privatsammler scheint es nahezu unmöglich, 2 000 000 Werke zeitgenössischer Kunst alleinig zu erwerben. Die Menschen, die in diesem Buch vorgestellt werden, betrachten sich zwar nicht unbedingt als Kollektiv, tatsächlich aber besitzen sie als solches über 2 000 000 Kunstwerke. Ihre Persönlichkeiten mögen so unterschiedlich sein wie die Kunst, die sie sammeln, doch sie alle eint die Überzeugung, dass man aus der eigenen Sammlung am meisten schöpft, wenn man sie mit anderen teilt.
DERBMWARTGUIDEBYINDEPENDENTCOLLECTORS ist mehr als ein weltweites Kompendium von Kunst in Privatbesitz. Er ist ein Beweis für die Kraft des Kollektivs. Ein Dankeschön an all jene Menschen, die ihre Türen für die Öffentlichkeit öffnen, und eine Einladung an Sie, sich von zeitgenössischer Kunst intellektuell verführen und herausfordern zu lassen.
»Indem die Bilder zeigen, was sie gemeinsam haben, offenbaren sie uns, was wir gemeinsam haben«, kommentierte der Künstler Jeff Wall unlängst eine Überblicksschau zur Fotografie. Folgt man jenem Gedanken, so scheint es, dass ausgerechnet in der prononcierten Individualität der künstlerischen Perspektive auf die Welt auch der Sinn für das Gemeinsame, für die Community aufgehoben ist; die Kunstgeschichte, als Kollektiv ineinandergreifender Ideen, bestätigt diese Auffassung jedenfalls. So verstanden wohnt jeder exklusiven Kollektion ein inklusives Moment inne: In seiner großen Varianz bringt der facettenreiche Chor künstlerischer Stimmen auch die Besonderheit jedes Einzelnen im Publikum zum Klingen. Die Sammlung wird gleichsam zur Ver-Sammlung und Agora eines lebhaften Dialogs der Ideen, Haltungen, Sensibilitäten, die alle einbezieht. Jene Gemeinschaft in Differenz, die sich im Umgang mit Kunst so gut erlernen lässt, kann Anstifter für vieles sein – in jedem Fall aber für ein friedfertiges Miteinander und gemeinsames Vorwärtskommen.
Inspiriert durch ein kollektives Bewusstsein, das Kommende zu gestalten, zelebrieren wir eine neue Ära für die Marke BMW. Mit der Einführung der neuen BMW 7er Reihe sowie der 7. Ausgabe des BMWARTGUIDEBYINDEPENDENTCOLLECTORS laden wir Sie ein, das Steuer selbst in die Hand zu nehmen. 304 inspirierende Privatsammlungen – von denen einige zum ersten Mal ihre Türen öffnen – warten in den pulsierenden Metropolen Europas und Afrikas, in Asien und Amerika und abseits der ausgetretenen Pfade, von den Höhen der Schweizer Alpen bis in die Tiefen der norwegischen Fjorde darauf, entdeckt zu werden.
Hedwig Solis Weinstein
Head of BMW Brand Collaborations,
Arts & Thought Leadership
Nina Raftopoulo
Managing Director,Independent Collectors
von Christian Kaspar Schwarm (Co-Founder Independent Collectors)
Es macht mir Freude, Menschen für zeitgenössische Kunst zu begeistern. Am allerliebsten solche, die noch nie irgendetwas mit Kunst zu tun hatten. Ich war selbst einmal so ein Mensch und auch mir wurden Brücken gebaut, in dieses riesige, kreative Universum namens Kunst. Wenn man jemanden dazu einlädt, sich mit Kunst auseinanderzusetzen, trifft man oft – und durchaus auch bei wohlhabenden und sehr gebildeten Menschen – auf zwei typische Einstiegsbarrieren: Entweder hält sich Dein Gegenüber für »zu arm«, um mit aktueller Kunst etwas anfangen zu können – oder für »zu ungebildet«. Als ginge es beim Kunstgenuss ums Geld oder um hochintellektuelle Vorbildung. Mitverantwortlich für diese beiden unnötigen Hürden sind vermutlich die Sensationslust vieler Medien … und die Abgrenzungsnöte einiger Theoretiker. Damit es die Kunst mal in die Nachrichten schafft, muss sie sich ganz schön weit von ihrer eigentlichen Idee entfernen: Sie taucht meistens nur dann in den Schlagzeilen auf, wenn ein bestimmtes Werk als obszön teuer erscheint, als Fälschung entlarvt wurde oder zum Zankapfel zwischen zwei streitenden Parteien geworden ist. Das führt bei vielen Menschen zur Vorstellung, Kunst sei eine »Leidenschaft der Eliten«. Und wen das noch nicht schreckt, den halten dann solche Expertinnen und Experten vom Kunstgenuss ab, die es schaffen, in ihren Beschreibungen und Texten so theorielastig zu werden, dass die potenzielle emotionale Begegnung und Auseinandersetzung mit einem Werk als Dimension gar nicht mehr vorgesehen scheint. Unterm Strich entfernen sich beide Lager von ihrem Ausgangspunkt, der Kunst, und etablieren – ob gewollt oder ungewollt – elitäre Weltbilder, die Millionen von Menschen zwar nicht explizit ausschließen von der Kunst, aber eben doch de facto fernhalten. Dabei hat die Kunst gerade jetzt, in einer Zeit der radikalen Gegensätze und internationalen Konflikte, das Potenzial, unseren Geist und unsere Herzen zu öffnen und uns dafür zu sensibilisieren, dass es ganz bestimmt nicht die lauten und simplen Lösungen sein werden, die uns den Weg in eine bessere Zukunft weisen können. Gute Kunst ist zwar selten einfach, aber kaum völlig unverständlich. Ich persönlich habe zum Beispiel noch nie einen Menschen getroffen, dem ich zwar gerne zuhören würde, solange es um Kunst geht, der mich »politisch« dann aber schockiert hätte. Ganz im Gegenteil: Reflexion und Tiefe sind Eigenschaften, die sich zum Glück selten auf einen einzigen Lebensbereich beschränken lassen. Und: Wer lernt, die Kunst zu lieben, entdeckt auch das Staunen wieder. Menschen, die sich stattdessen selbst zum Maßstab erheben und glauben, schon alles gesehen und gehört zu haben, staunen vermutlich seltener. Deshalb wünsche ich mir eine Welt voller Staunen. Sie wird eine friedliche sein.
»Wir können wahrscheinlich drei Tage lang ohne Poesie und Kunst leben – aber ein ganzes Leben ohne Kunst ist unmöglich.«
von Laurie Rojas
Sie sind klug, erfolgreich, unabhängig und genießen die schönen Dinge des Lebens – denn Wissen ist nicht weniger ein Genuss als Besitz. Außerdem haben Sie eine große Macht über die Kunst des 21. Jahrhunderts. Sie könnten die Mäzene der großen Meisterwerke unserer Zeit werden.
Ich wende mich an Sie, liebe Mäzene von morgen, inspiriert von dem Kunstkritiker Clement Greenberg, der schrieb, dass die Avantgarde-Kunst mit dem Bürgertum durch eine »goldene Nabelschnur« verbunden ist. In einer Zeit, in der die moderne Weltgesellschaft einen Krieg vor den Toren Europas, eine nicht enden wollende globale Pandemie, steigende Inflation und Arbeitslosigkeit erlebt, sollte es nicht überraschen, dass diese beispiellose Unsicherheit alle kreativen Köpfe überfordert, die in Krisenzeiten am verletzlichsten sind. Deshalb ist Ihr einzigartiges Vermögen von größter Bedeutung für die Zukunft der künstlerischen Produktion, wenn sie überleben soll.
Ich werde keine ethischen Regeln und Verhaltenskodizes aufstellen, wie es im Sammlerdiskurs in Mode gekommen ist; ich werde es anderen Experten überlassen, die Beratung in diesem Geschäft, dem Sammeln, zu monopolisieren. Vielmehr möchte ich Ihren Enthusiasmus für gute Kunst, Ihre weltliche Sensibilität, Ihre Neugier und Ihre Kennerschaft fördern, so wie ich es bei jedem angehenden Kunstkritiker tun würde.
Was soll man tun, wenn das Bild der nächsten fünf Jahre unklar ist, wenn das Vertrauen des Marktes in aufstrebende Künstler schwankt? Man muss den Ausdruck der Phantasie suchen und Praktiken unterstützen, die einen Sinn für künstlerische Möglichkeiten und die Entschlossenheit haben, diese so kraftvoll und deutlich wie möglich zum Ausdruck zu bringen. Nur ein paar Dutzend Künstler passen zu jedem Zeitpunkt in diese Kategorie – das ist vielleicht die größte Minderheit, die es gibt –, aber es ist notwendig, eine starke ästhetische Sensibilität in Zeiten des stürmischen Wandels zu fördern, denn wenn Kunst am wenigsten relevant erscheint, wird sie vielleicht am meisten gebraucht. Mäzene und Kritiker müssen das sich entwickelnde Kunst-Ökosystem unterstützen: Sie müssen unabhängiges und kritisches Denken fördern, die Freiheit unterstützen und sich für ehrgeizige Werke mit ästhetischer Kraft einsetzen, neben den Ressourcen, die Künstlern und Kritikern freie Zeit und Autonomie gewähren.
Mäzenatische Modelle entwickeln sich nur langsam und dauern manchmal ein Jahrhundert oder länger. Der erste große weltgeschichtliche Wandel im Mäzenatentum fand in der Renaissance statt, als die Künstler nicht mehr gezwungen waren, Propaganda oder Dekoration für Kirche und Staat zu produzieren, die jahrhundertelang ihre einzigen Auftraggeber waren. Die Krise der alten Institutionen im späten Mittelalter ebnete den Weg für das Aufkommen einer neuen Klasse wohlhabender, gebildeter Menschen, die zu Mäzenen von Künstlern und Denkern wurden, allen voran die Medici in Florenz. Es war eine weltgeschichtliche Krise, die den Künstlern die Möglichkeit eröffnete, sich von den Zünften zu emanzipieren und damit autonomer und doch bedeutungsvoller in die Gesellschaft einzubinden.
Die ästhetische und inhaltliche Autonomie der Kunst gründete sich auf eine neue soziale Situation für Künstler und Intellektuelle. Nach der Modernisierung der Welt, der Französischen und der Amerikanischen Revolution, gewann diese Autonomie an Kraft. Der Kunsthistoriker und -kritiker T. J. Clark behandelt Jacques-Louis Davids Tod des Marat (1793) als Beispiel für ein Meisterwerk, das sich während der Französischen Revolution vom aristokratischen Mäzenatentum löste und sich den Massen auf der Straße anschloss. Das Gemälde verkörpert die Weiterentwicklung der Freiheit und Autonomie der Kunst in der Moderne und wird gleichzeitig zu einer neuen Form der öffentlichen Ansprache.
Die soziale Bedingung der Kunst in der Moderne besteht darin, dass sie sich in einer Welt, die sich ständig verändert, laufend neu erfinden muss. Deshalb ist das Neue selten neu, sondern das Alte in Not, denn die Kunst ist in einer sich ständig verändernden Welt am meisten betroffen, sie will sich immer wieder neu machen und neu denken. Das ist aber auch der Grund, warum der deutsche Dichter und Philosoph Schiller im 19. Jahrhundert die Kunst als Tochter der Freiheit und Theodor Adorno in den späten 1960er-Jahren die Kunst als Botschafterin der Freiheit bezeichnete.
Wie trägt das Mäzenatentum dazu bei, dass sich die künstlerische Freiheit allmählich durchsetzt? Indem es Künstlern und Denkern Autonomie und Zugang zu einem nachhaltigen Ökosystem gewährt. Die Knight Foundation zum Beispiel, die in amerikanischen Städten wie Detroit und Miami tätig ist, unterstützt nicht nur große Institutionen, sondern auch Basisorganisationen und Einzelprojekte, die von der Qualität der Idee abhängen, und ermöglicht es denjenigen, die bereits in der Gemeinschaft aktiv sind, mehr zu tun, und den Künstlern, die in Galerien oder außerhalb von Galerien tätig sind, Kunstwerke zu schaffen, jedoch frei und ohne politische Vorgaben. Neben Kunstwerken und Kunstaufträgen unterstützt die Knight Foundation eine breite Palette von Initiativen: von Personalstellen und Betriebsunterstützung bis hin zu technologieorientierten Projekten, von der Nachhaltigkeit von Künstleraufenthalten bis hin zu digitalen Aufträgen und allem, was dazwischenliegt.
Eine wichtige Avantgarde ganzheitlicher Mäzenatentum-Modelle hat sich um lateinamerikanische Kunstsammlungen gebildet, die ihre Unterstützung für das Kunst-Ökosystem diversifiziert haben. Die in New York ansässige venezolanische Philanthropin Patricia Phelps de Cisneros sitzt nicht nur im Vorstand großer amerikanischer und europäischer Museen und hat Werke für deren Sammlungen gestiftet, sondern experimentiert auch mit Möglichkeiten zur Schaffung eines zweisprachigen (Spanisch und Englisch) und zutiefst integrativen Mäzenatentummodells. Die Stiftung unterstützt Konservierungsinitiativen für lateinamerikanische Meister der Moderne, veranstaltet aber auch Online-Debatten und öffentliche Gespräche, in denen intellektuell anspruchsvolle Themen mit Künstlern, Kuratoren und Kritikern erörtert werden.
Der brasilianische Sammler Pedro Barbosa in São Paulo hat neben der Unterstützung einzelner Künstler und dem jahrzehntelangen Aufbau eines bedeutenden Archivs für ephemere Medien, Künstlerbücher und Performance-Kunst mit der coleção moraes-barbosa atlantikübergreifende künstlerische und kuratorische Initiativen gefördert, Künstler- und Kuratoren-/Kritiker-Residenzen sowie Ausstellungsräume mit Schwerpunkt auf Performance-Kunst geschaffen, die Kuratoren, Künstler und Kritiker zum Experimentieren und zur kontinuierlichen Neugestaltung ihrer Sammlungspräsentationen einladen.
Die Kunstmäzene von morgen können ebenso wie die Kritiker darüber nachdenken, wie die Kunst eine Zeit neuer Menschen einläuten kann, die selbstbestimmt sind, über die Freiheit der Phantasie und Spontaneität verfügen und somit offen für Möglichkeiten sind, die in der Gegenwart verschlossen scheinen.
Argentina
Vor 36Jahren bauten Pat und Juan Vergez ein wie ein White Cube anmutendes Privathaus, dessen Wände sie nach Einzug zu füllen gedachten. Anlässlich ihrer Hochzeit hatte das Paar bereits seine Geschenkliste bei einer Galerie hinterlegt und so erwies sich tatsächlich eines der Hochzeitsgeschenke als ihr allererster »Kauf«. In den Folgejahren entstand eine beeindruckende Sammlung – zunächst mit Fokus auf argentinische Kunst, später mit Blick auf den gesamten lateinamerikanischen Kontinent und schließlich auf internationale Kunst, wobei sich die Vergez seit dem Fall der Berliner Mauer vorrangig auf Berliner Kunst konzentrierten. Schließlich reichte das Privathaus der Sammler nicht mehr aus, um all die Kunstwerke zu beherbergen, und so gründeten sie 2005 das öffentlich zugängliche Espacio Tacuari im Stadtteil San Telmo von Buenos Aires. Dieser einzigartige Ausstellungsraum, der früher eine Tintenfabrik beherbergte, befindet sich in einem über 100Jahre alten, vierstöckigen Gebäude. In entspannten Wohnräumen wird hier die private Sammlung von Vintage-Möbeln sowie zeitgenössischer Kunst ausgestellt. Die Sammlung verbindet argentinische Künstler wie Tomás Saraceno, Mariela Scafati und Leandro Erlich mit internationalen Namen wie Monika Sosnowska, Ernesto Neto, Elmgreen & Dragset und Ólafur Elíasson.
Sammler/-in:Pat & Juan Vergez
Adresse:Buenos Aires, Argentinien
KONTAKT:T: +54 911 62 939 [email protected]
Öffnungszeiten: Nur nach Vereinbarung.
Argentina
MAMBA, MALBA, MACBA – wer sich in Buenos Aires auf Museumsbummel begibt, der kann schnell durcheinandergeraten. Während die beiden Erstgenannten schon länger existieren, hat das MACBA erst 2012 die Bühne betreten. MACBA, das steht für Museo de Arte Contemporáneo de Buenos Aires. Sein Gründer Aldo Rubino stammt aus Buenos Aires, lebt in Miami und ist dort gern gesehener Gast auf den Sammler-Panels der Art Basel Miami Beach. Rubinos Sammlung konzentriert sich auf geometrische Abstraktion: Op-Art, Hard-Edge, Neo-Geo von Manuel Álvarez Bravo und Victor Vasarely bis hin zu Sarah Morris. In Sonderausstellungen werden aber alle Formen aktueller Kunst präsentiert. Das lokale Architektenduo Vila Sebastián hat ein transluzentes Gebäude mit einer Fläche von zweitausendvierhundert Quadratmetern konzipiert. Überzeugend ist auch die Lage: Das MACBA befindet sich direkt neben dem MAMBA, mitten im quirligen Flohmarktviertel San Telmo.
Sammler:Aldo Rubino
ADRESSE: Avenida San Juan 328C1147AAO Buenos AiresArgentinien
KONTAKT:T: +54 11 52 639 [email protected]: @museomacbaFacebook: @museomacba
ÖFFNUNGSZEITEN: Mo, Mi – So: 12 – 19 Uhr
Argentina
Für Eduardo Costantini hat die Kunst schon immer Vorrang vor seinen geschäftlichen Aktivitäten gehabt. Im Alter von 22Jahren entdeckte der Immobilienentwickler seine Liebe zur Kunst und auch heute noch werden all seine unternehmerischen Projekte – auch wenn sie einem wirtschaftlichen Zweck dienen – stets unter ästhetischen Gesichtspunkten entschieden. Die Entscheidung, seine Kunstsammlung in ein öffentliches, soziales Projekt zu verwandeln, war für ihn leicht zu treffen. »Ich habe gesellschaftliche Verantwortung von meiner Mutter gelernt, die, obwohl wir kein Geld hatten, immer viel Zeit in ehrenamtliche Arbeit investiert hat.« 2001 gründete Costantini das MALBA, das Museum für lateinamerikanische Kunst in Buenos Aires, dessen Schwerpunkt auf der lateinamerikanischen Kunst des frühen 20. Jahrhunderts liegt. Die Sammlung umfasst mehr als 700Werke, darunter Arbeiten von Persönlichkeiten wie Xul Solar, Antonio Berni, Joaquín Torres-García, Diego Rivera, Frida Kahlo, Roberto Matta, Maria Martins und Remedios Varo.
Sammler:Eduardo F. Costantini
ADRESSE: Av. Figueroa Alcorta 3415C1425CLA Buenos AiresArgentinien
KONTAKT:T: +54 11 48 086 500 [email protected]/Facebook: @museomalba
ÖFFNUNGSZEITEN: Mo, Mi – So: 12 – 20 Uhr
Argentina
Weit weg von allen Kunstmetropolen, in majestätischer Lage unter dem stahlblauen Himmel der argentinischen Anden befindet sich seit Anfang 2009 das erste James-Turrell-Museum der Welt. Der Licht- und Land-Art-Künstler aus Arizona hat auf dem zweitausenddreihundert Meter hoch gelegenen Weingut Colomé seines Sammlers und Freundes Donald M. Hess seinen bisher größten Skyspace realisiert: ein Himmelsobservatorium mit offenem Dach, ergänzt durch eine subtile Lichtinszenierung, die im Sonnenauf- und Sonnenuntergang ihre größte Intensität entfaltet. Acht weitere Lichträume, alles Arbeiten, die Hess im Lauf von rund vierzig Jahren erworben hat, gruppieren sich um das Herzstück des Museums. Meditative Ruhe und das Zurückgeworfensein auf das eigene Empfinden – das erlebt man, wenn man dieses Museum der inneren Einkehr aufsucht. Das Museo James Turrell, das Hess neben seiner Sammlung in Nordamerika unterhält, ist ein magischer Ort in faszinierender Umgebung.
SAMMLER:Donald M. Hess
ADRESSE: Ruta Provincial 53 km 20Molinos 4419SaltaArgentinien
KONTAKT:T: +54 3868 494 [email protected]: @bodegacolome
ÖFFNUNGSZEITEN: Di – So nur mit Anmeldung.
Argentina
Die Colección de Arte Amalia Lacroze de Fortabat liegt mitten in Puerto Madero, dem Trendviertel der argentinischen Hauptstadt. Bis Ende der 1990er-Jahre war das noch eine No-go-Area mit zerfallenden Hafenschuppen. In den vergangenen Jahren ist viel restauriert und neu gebaut worden: unter anderem von Stararchitekten wie Sir Norman Foster, Philippe Starck oder Santiago Calatrava. Architekt der im Herbst 2008 eröffneten Sammlung Fortabat ist der in Uruguay geborene und in New York arbeitende Rafael Viñoly. Der reichsten Frau Argentiniens hat er ein modernes, lichtdurchflutetes Haus für ihre rund 1000Werke umfassende Sammlung gebaut. Und die reicht von Pieter Bruegel bis Andy Warhol, der die Sammlerin 1980 auch portraitierte. Eine eigene Galerie zeigt die gesellschaftskritische Malerei des Argentiniers Antonio Berni.
Sammlerin:Amalia Lacroze de Fortabat
ADRESSE:Olga Cossettini 141Puerto Madero EsteC1107CCC Buenos AiresArgentinien
KONTAKT:T: +54 11 43 106 600info@coleccionfortabat.org.arwww.coleccionfortabat.org.arInstagram: @colecciondeartefortabatFacebook: @coleccionfortabat
ÖFFNUNGSZEITEN: Di – So: 12 – 20 Uhr
Australia
Kleine Gesten passen nicht zu ihm: Der australische Millionär David Walsh besitzt eines der größten Museen der südlichen Hemisphäre. Der Bau, der ohne Tageslicht auskommt, hat sich tief in das Gestein Tasmaniens gegraben und beherbergt neben zeitgenössischer Kunst auch ägyptische Mumien und griechische Münzen. Walsh, der sein Geld mit komplexen Gewinnsystemen für Glücksspiele verdient hat, kombiniert die antiken Zeugnisse mit australischer Gegenwartskunst und Arbeiten international renommierter Künstler wie Jannis Kounellis, James Turrell, Anselm Kiefer, der Wiener Gruppe Gelitin oder der Kotmaschine Cloaca von Wim Delvoye. Am liebsten sind ihm Werke, die einen unmittelbar mit Themen wie Sex und Tod konfrontieren – denn Walsh begreift sein 2011 eröffnetes Museum of Old and New Art als eine Art säkularen Tempel, in dem man auf die existenziellen Bedingungen des Menschen zurückgeworfen wird.
Sammler:David Walsh
ADRESSE: 655 Main RoadBerriedale TAS 7011HobartAustralien
KONTAKT:T: +61 420 654 [email protected]/Facebook: @monamuseum
ÖFFNUNGSZEITEN: Fr – Mo: 10 – 17 Uhr
Australia
Die Sammlung McClelland Sculpture Park+Gallery erstreckt sich über 16Hektar Buschland im australischen Langwarrin, Victoria. Seit 50Jahren zeigt die familiengeführte Freiluftgalerie australische Kultur mit einem Fokus auf Bildhauerei im Kontext der umliegenden Landschaft. Sie fördert zeitgenössische Künstler bei der Entwicklung und Präsentation von Werken, die hochwertige kreative Erfahrungen versprechen. Ihr Anspruch ist es, die australische Kunst- und Skulpturensymbolik der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das von Colin Munro und Philip Sargent entworfene modernistische Galeriegebäude wurde 1971, drei Jahre nach der Eröffnung der neuen National Gallery of Victoria, eröffnet. Die McClelland Sculpture Park+Gallery ist ein bedeutender Bestandteil der Kulturlandschaft im Großraum Melbourne und zieht nicht nur aufgrund der geografischen Lage zahlreiche Kulturtouristen an.
SAMMLER:McClelland
ADRESSE: 390 McClelland Drive Langwarrin VIC 3910, Australien
KONTAKT:T: +61 397 891 671 [email protected]: @mcclellandgallery
ÖFFNUNGSZEITEN: Mi – So: 10 – 17 Uhr Bitte informieren Sie sich auf der Website.
Australia
Die Michael Buxton Collection ist eine der wichtigsten Kunstsammlungen Australiens. Obwohl sich der Immobilienentwickler anfangs auf nur sechs australische Künstler konzentrierte, umfasst die Sammlung mittlerweile über 300Werke von 850Künstlern, darunter Tracey Moffatt, Howard Arkley, Patricia Piccinini, Mike Parr und Bill Henson. 2014 vermachte Buxton seine Sammlung der University of Melbourne – diese nutzt die Sammlung Michael Buxton als Grundlage und Inspiration für Ausstellungen, Aufführungen, Forschung, Lehre und Veröffentlichungen. Buxton Contemporary versteht sich als ein Forum für Diskussionen und Debatten über Kunst und bietet ein kreatives Forum, das ein lokales, nationales und internationales Publikum mit dem Besten der zeitgenössischen australischen und internationalen Kunst in Kontakt bringt. Die Galerie hat freien Eintritt und befindet sich im Herzen des Melbourner Kunstviertels auf dem Southbank Campus der University of Melbourne. Sie hat sich schnell zu einem der wichtigsten Ausstellungsorte in Melbourne entwickelt.
Sammler:Michael Buxton
ADRESSE: Ecke Dodds Street und Southbank Boulevard Southbank VIC 3006MelbourneAustralien
KONTAKT:T: +61 419 519 481buxton-contemporary@unimelb.edu.auwww.buxtoncontemporary.comFacebook: buxton.contemporary Instagram: @buxton_contemporary
ÖFFNUNGSZEITEN: Mi – So: 11 – 17 Uhr
Australia
Ein Besuch im Justin Art House Museum (JAHM) ist kein gewöhnliches Museumserlebnis. Die Direktoren Leah und Charles Justin führen persönlich durch die hochgradig interaktiven Themenausstellungen mit ausgewählten Werken aus ihrer fast 350 Werke umfassenden Sammlung, die hauptsächlich aus zeitgenössischen abstrakten Werken besteht und auch eine große Videosammlung umfasst. Ein digitaler Katalog zur Ausstellung wird immer zur Verfügung gestellt. Das JAHM zeigt gelegentlich auch andere Privatsammlungen. Ein Besuch im JAHM bietet die einmalige Gelegenheit, die ausgestellten Kunstwerke kennenzulernen und zu hinterfragen sowie große Ideen zu erkunden. Er bietet auch einen Einblick in das Leben dieser einladenden Sammler mit ihrer Kunst, da die Besucher anschließend in ihre Privatwohnung eingeladen werden, wo großzügige Erfrischungen serviert werden und weitere Gespräche über Kunst, Architektur, Essen und Ideen stattfinden.
SAMMLER/-IN:Leah & Charles Justin
ADRESSE: 3 Lumley CourtPrahran VIC 3182 MelbourneAustralien
KONTAKT:T: +61 403 052 [email protected]/Instagram: @jahmmuseum
ÖFFNUNGSZEITEN: Führungen nur mit Online-Anmeldung.
Australia
Wer Corbett und Yueji Lyon in ihrem Housemuseum besuchen will, muss vorher einen Termin vereinbaren. Aus gutem Grund: Der Architekt hat für seine Familie ein Haus gebaut, welches auch als Museum fungiert. Lyon knüpft an eine lange Tradition an, wie das venezianische Haus von Peggy Guggenheim, in dem ihre Privatsammlung gezeigt wurde. Das australische Paar hat sich auf die Künstler seines Landes und seiner Zeit spezialisiert und sammelt seit mehr als 30 Jahren Gemälde, Skulpturen und Videoarbeiten. Im Jahr 2019 erweiterte das Paar sein Housemuseum durch den Bau eines neuen öffentlichen Museums neben dem ursprünglichen Gebäude. Mit dieser jüngsten Erweiterung ist das Ehepaar seinem Pioniergeist treu geblieben.
SAMMLER/-IN:Corbett & Yueji Lyon
ADRESSE: 217 – 219 Cotham RoadKew, Victoria 3101MelbourneAustralien
KONTAKT:T: +61 398 171 725galleries@lyonhousemuseum.com.auwww.lyonhousemuseum.com.auFacebook/Instagram: @lyonhousemuseum
ÖFFNUNGSZEITEN: Führungen nur mit Online-Anmeldung.
Australia
Mit der Sammlung Palmer Sculpture Landscape zeigt Greg Johns auf dem 400Hektar großen Grundstück in Südaustralien (Palmer) eine Vielzahl eigener Werke. Die Skulpturen, die im Dialog mit der Landschaft stehen, sind in einem breit gefächerten und zukunftsorientierten Gesamtkonzept der Sammlung eingebettet. Von Bildungsmaßnahmen bis hin zur Umweltsanierung des Grundstücks bietet der Sammler außerdem Residenzprogramme zur Entwicklung kunst- und wissenschaftsbasierter Initiativen an. Mit der Ausrichtungen seiner Skulpturen-Biennale und der Auseinandersetzung mit ökologischen, kulturellen sowie humanitären Themen setzt sich Greg Johns aktiv, ganzheitlich und philosophisch mit der Bewirtschaftung und Nutzung des Grundstücks auseinander.
SAMMLER:Greg Johns
ADRESSE: 372 Davenport RoadPalmer SA 5237Australien
KONTAKT:T: +61 438 807 [email protected]: @gregjohnssculpture
ÖFFNUNGSZEITEN: Nur nach Vereinbarung.
Sydney und Melbourne ringen seit Langem um die kulturelle Vorherrschaft in Australien. Aber auch wenn sich Letztere durch eine gleichwertige, wenn nicht sogar lebendigere Galerien- und Museumsszene auszeichnet, ist Sydney mit seinem Großereignis, der Biennale of Sydney, letzten Endes doch der Primus inter Pares – vor allem in Hinblick auf die internationale Kunstszene. In den letzten Jahren konnte die Biennale erstklassige Kuratoren gewinnen, unter anderem Carolyn Christov-Bakargiev, die künstlerische Leiterin der Documenta 13, und Germano Celant, den Direktor der Prada Foundation. Die Ausgabe 2022 wurde von einem Kuratorium entwickelt und realisiert, das aus dem künstlerischen Leiter und kolumbianischen Kurator José Roca und den Ko-Kuratoren Paschal Daantos Berry, Anna Davis, Hannah Donnelly und Talia Linz besteht. Doch auch in Nicht-Biennale-Zeiten gibt es in der Stadt viel zu sehen. Die lokale Museumsszene wird angeführt von der Art Gallery of New South Wales (Art Gallery NSW). Besonders sehenswert darin ist die John Kaldor Family Collection mit amerikanischen und europäischen Meisterwerken der Nachkriegskunst und zeitgenössischen Kunst. Das direkt am Hafen gelegene Museum of Contemporary Art Australia (MCA) erstrahlt seit seiner Erneuerung 2012 in modernem Glanz. Experimenteller ausgerichtet zeigt sich Artspace, ein Ort für zeitgenössische Kunst im Ortsteil Wooloomooloo. Neun Jahre nach seiner Gründung im Jahr 1983 bezog Artspace seine Räumlichkeiten in dem historischen Gebäude The Gunnery. Das deutlich jüngere Carriageworks, 2007 in dem stillgelegten Bahnbetriebswerk Eveleigh Rail Yards eröffnet, bietet ein multidisziplinäres Programm für zeitgenössische Kunst, Theater und Performance. Im September findet sich hier zudem die größte Kunstmesse der Stadt, die Sydney Contemporary, ein. Aufgrund der relativen Isolation von den Machtzentren des Kunstmarkts in Europa, Amerika und Asien gibt es in Sydney weniger kommerzielle Galerien als in vergleichbaren Städten. Dennoch darf ein Abstecher zur Roslyn Oxley9 Gallery keinesfalls fehlen – hier nahmen die Karrieren unter anderem von Tracey Moffatt und Fiona Hall ihren Lauf.
Australia
Es kommt nicht häufig vor, dass Kunstsammler die Tür zu ihrem privaten Heim öffnen und Besucher auch noch persönlich herumführen. Allein das macht einen Besuch in der Elliott Eyes Collection zu einem besonderen Erlebnis. In dem eleganten viktorianischen Stadthaus von Gordon Elliott und Michael Eyes nimmt die Kunst jede verfügbare Wand, Oberfläche und Ecke ein. Fast 300Werke, überwiegend von Künstlern aus Australien und Neuseeland – darunter Rick Amor, James Gleeson, Peter Churcher und Michael Zavros –, haben die beiden mittlerweile zusammengetragen und sind stolz darauf, dass ihre Sammlung einen ganz individuellen, persönlichen Charakter hat. Viele der Werke überraschen durch ihren Humor. Die – meist männliche – menschliche Figur, ob als Skulptur oder auf Leinwand, ist ein klarer Schwerpunkt. Zeitgenössische Keramik, mit Arbeiten unter anderem von Gwyn Hanssen Pigott und Stephen Benwell, ein weiterer.
Sammler:Gordon Elliott & Michael Eyes
ADRESSE: 7 Bridge StreetErskineville NSW 2043 SydneyAustralien
KONTAKT:T: +61 411 500 511gordon@theelliotteyescollection.comwww.theelliotteyescollection.comFacebook/Instagram: @theelliotteyescollection
ÖFFNUNGSZEITEN: Nur nach Vereinbarung.
Australia
Judith Neilsons Hingabe an Architektur, bildende und darstellende Kunst bereichert die australische Kulturlandschaft und stellt gleichzeitig vorgefasste Meinungen in Frage. Bei einem Besuch in Peking im Jahr 2004 bemerkte sie, dass ihr Verständnis von chinesischer Kunst auf einem veralteten Klischee beruhte. Nach ihrer Rückkehr strukturierte sie ihre bestehende Sammlung um und verwandelte ein altes Lagerhaus in einen Ausstellungsraum. Neilsons Sammlung umfasst über 3000 Werke von 750 Künstlern wie Xu Zhen, Xu Bing, Shang Yang und Yu Hong. Der Fokus liegt auf »Kreativität und Qualität« und nicht auf dem Karrierestand eines Künstlers. Ihr jüngstes Projekt, Phoenix Central Park, unterstreicht ihr Engagement für Mut und Exzellenz. Der mehrfach preisgekrönte Veranstaltungsraum und die Galerie haben sich als Sydneys schönster Hörraum etabliert und bieten wöchentlich intime Live-Performances, die durch ein paralleles digitales Programm ergänzt werden.
Sammlerin:Judith Neilson
ADRESSE: 30 Balfour StreetChippendale NSW 2008SydneyAustralien
KONTAKT:T: +61 283 992 867info@whiterabbitcollection.orgwww.whiterabbitcollection.orgInstagram:@whiterabbitgallery
ÖFFNUNGSZEITEN: Mi – So: 10 – 17 Uhr
Austria
Seit 1979 beauftragen Gertraud und Dieter Bogner internationale Künstler mit der Entwicklung und Umsetzung permanenter Rauminstallationen in den Innen- und Außenräumen des niederösterreichischen Schlosses Buchberg am Kamp. Im Rahmen dieses Projekts sind bisher 30Arbeiten entstanden. Der Schwerpunkt liegt auf konstruktiven, strukturellen und konzeptionellen Positionen, wie sie auch die umfangreiche Sammlung des Ehepaars bestimmen. Dan Graham, Heimo Zobernig, Bernhard Leitner, Nikita Kadan und Hanne Lippard haben Arbeiten in den Höfen und Ziergärten realisiert. In den Innenräumen entstanden Installationen von Monika Brandmeier, Josef Dabernig, John Hilliard, Thomas Kaminsky, Stanislav Kolíbal, Dorit Margreiter und François Morellet. Als jüngste Rauminstallation entwarf Heimo Zobernig für einen zentralen Raum des Schlosses das »Schwarze Archiv«, in dem alle im Laufe von über vierzig Jahren entstandenen Entwürfe, Modelle, Fotos und Filme in Verbindung mit einer umfangreichen Bibliothek öffentlich zugänglich aufbewahrt werden.
SAMMLER/-IN:Dr. Gertraud & Dr. Dieter Bogner
ADRESSE: Buchberg am Kamp 13571 Gars am KampÖsterreich
KONTAKT:T: +43 6767 806 [email protected]
ÖFFNUNGSZEITEN: Besichtigung nur nach vorherigerTerminvereinbarung.
Austria
Ein Schloss, ein Garten und ein begeistertes Paar. Christine und Bertrand Conrad-Eybesfeld kaufen ihre Kunst nicht von der Stange. Sie entsteht vor Ort, manchmal in wenigen Wochen, manchmal über Jahre hinweg. Sie verstehen sich nicht als Sammler oder Mäzene, sondern als Partner der Künstler für diese Outdoor-Projekte. Platz hat das Ehepaar in der Tat genug: Das Grundstück liegt in der Steiermark, im Südosten Österreichs. Angefangen hat alles mit dem Künstler Heimo Zobernig, der 1989 den ehemaligen Tennisplatz des Schlosses mit einer fünfzehn Zentimeter dicken Betonplatte bespielte. Kurz vor seinem Tod im Jahr 2007 schuf Sol LeWitt ein großformatiges Werk. Mindestens genauso wichtig wie das Endergebnis ist für die Conrad-Eybesfelds die Einbindung in den gesamten Prozess, einschließlich der lokalen Gemeinschaft.
SAMMLER/-IN:Christine & BertrandConrad-Eybesfeld
ADRESSE: Jöss 18403 LebringÖsterreich
KONTAKT:T: +43 3182 [email protected]
ÖFFNUNGSZEITEN: Nur im Rahmen von Führungen nach vorherigerAnmeldung.
Austria
Abseits der Metropolen hat der Kärntner Unternehmer Herbert Liaunig 2008 ein Museum von kompromisslos moderner Architektur eröffnet, das 2014 nochmals kräftig erweitert wurde und bereits unter Denkmalschutz steht. Das Wiener Architektenteam Querkraft setzt auf Understatement: Neunzig Prozent der Räume befinden sich unter der Erde. Liaunig hat gesammelt, »was sich aus persönlichen Begegnungen und Vorlieben ergab«. Unter den mehr als 4000Arbeiten sind Schlüsselwerke der österreichischen Nachkriegskunst, etwa von Arnulf Rainer oder Maria Lassnig, aber auch Unentdecktes, Übersehenes und junge Positionen. Seit der Gründung des Museums geht er gezielter vor und schließt Lücken in der kontinuierlich anwachsenden Sammlung. Sein Ziel: die österreichische Kunst seit 1945 für Besucher erlebbar zu machen. Die im Wechsel gezeigten historischen Sammlungen – Portraitminiaturen, Gläser, Silber sowie afrikanische Gold- und Glasperlen-Kunst – verstehen sich als Kontrast zu den zeitgenössischen Ausstellungen im Museum.
Sammler:Herbert W. Liaunig
ADRESSE: Neuhaus 419155 NeuhausÖsterreich
KONTAKT:T: +43 4356 [email protected]: @museumliaunig
ÖFFNUNGSZEITEN:Mai – Okt: Mi – So 10 – 18 Uhr
Austria
Der oberösterreichische Unternehmer Heinz J. Angerlehner bezeichnet sich selbst als »Sammler mit großer Leidenschaft«. Innerhalb von 40Jahren hat er über 3000Kunstwerke erworben, die ihn emotional berührt oder spontan angesprochen haben. Schwerpunkt der Sammlung liegt auf österreichischer zeitgenössischer Kunst verschränkt mit internationalen Positionen. So ist über die Jahre eine Sammlung entstanden, die mit vielen bekannten Namen aus seiner Heimat aufwarten kann, wie etwa Arnulf Rainer, Martha Jungwirth, Gunter Damisch, Irene Andessner, Hubert Schmalix oder Xenia Hausner. Das im September 2013 eröffnete Museum Angerlehner in Thalheim bei Wels – untergebracht in einer mit schwarz changierenden Metallplatten verkleideten ehemaligen Montagehalle – zeigt auf rund 3000Quadratmetern neben der Sammlung auch immer wieder Sonderausstellungen. Ein zusätzlicher Clou ist das fünfzig Meter lange Schaudepot mit herausziehbaren Wänden und der eigens erbaute Museumssteg über den Traunfluss.
SAMMLER:Heinz J. Angerlehner
ADRESSE: Ascheter Straße 544600 Thalheim bei WelsÖsterreich
KONTAKT:T: +43 7242 224 422office@museum-angerlehner.atwww.museum-angerlehner.atInstagram: @museumangerlehner Facebook: Museum Angerlehner
ÖFFNUNGSZEITEN: Mo – Fr: auf Anfrage (für Gruppen) Sa: 14 – 18 Uhr, So: 10 – 18 Uhr
Austria
Ab Mitte der 1960er-Jahre sammelte Wolfgang Klocker Werke von Max Weiler, Paul Flora und von Tiroler Künstlern seines Freundeskreises, die er auch in seinem Autohaus ausstellte. Emmy Klocker erweiterte die Sammlung zunächst sporadisch, ab 1990 systematisch um Werke der österreichischen und der Tiroler Kunst nach 1945, um damit den Grundstock für das Klocker Museum zu legen. Seit ihrem Tod werden die Ankäufe durch den Vorstand und einen künstlerischen Beirat getätigt. Ab 2014 markieren die Kunstpreise der Klocker Stiftung, mit Ankäufen verbunden, Leitpositionen der Gegenwartskunst. Ziel ist die Fortschreibung der Sammlungsgeschichte unter den Bedingungen der Gegenwart. Die Sammlung zeigt seit den Anfängen den Versuch, die besten Leistungen zeitgenössischer Tiroler Kunst in einem österreichischen Kontext zusammenzuführen. Der Horizont der Sammlung wird international geweitet und ein ausgewogenes Verhältnis von Positionen der Geschlechter wird angestrebt.
Sammler:Komm.Rat Dr. Hans Klocker
ADRESSE: Unterer Stadtplatz 56060 Hall in TirolSkulpturengarten der Villa Klocker:Zimmeterweg 146020 Innsbruck Österreich
KONTAKT:T: +43 5223 22 [email protected]: @klockermuseum Facebook: Klocker Museum
ÖFFNUNGSZEITEN: Sammlung:Do – So: 10 – 17 UhrSkulpturengarten: nur nach Vereinbarung im Zuge von Führungen.
Austria
Wer das Palais Rasumofsky betritt, ist erst einmal geblendet von prächtigen Marmorsäulen und Kronleuchtern. Wüsste man es nicht besser, man käme nie darauf, dass das klassizistische Gartenpalais, das einst Wohnsitz des Botschafters des Russischen Reichs Fürst Andrej K. Rasumovsky war, eine bedeutende Kollektion zeitgenössischer Kunst beherbergt. Ursprünglich wollte Unternehmer Adrian Riklin, der den Bau 2004 erwarb, daraus ein Luxushotel machen, doch es kam anders. Jetzt zeigen hier Riklin und sein Partner Antonis Stachel im Rahmen exklusiver Führungen ihre prachtvolle Sammlung – darunter Werke von Alfred Hrdlicka, Erwin Wurm, Nan Goldin und Julian Opie. Präsentiert wird vorwiegend figurative Kunst – nicht museal geordnet, sondern wie man es von Privaträumen kennt: dicht gehängt und inmitten von Designermöbeln.
SAMMLER:Adrian Riklin & Antonis Stachel
ADRESSE: Rasumofskygasse 23 – 251030 WienÖsterreich
KONTAKT:[email protected]
ÖFFNUNGSZEITEN: Besichtigung nur im Rahmen von Führungen nach vorheriger Anmeldung.
Bahrain
Die Sammlung von Rashid Al Khalifa befindet sich in seinem Elternaus, einem traditionellen bahrainischen Bau, den er 2014 modernisierte. Rashid Al Khalifa ist praktizierender Künstler und Sammler zugleich – sein erstes Kunstwerk, einen Druck von Henry Moore, erwarb er während seines Studiums im Vereinigten Königreich. Heute umfasst seine Sammlung eine Reihe von Werken bekannter internationaler sowie aufstrebender Künstler und Designer – vom europäischen Akademismus bis zur modernen und zeitgenössischen Kunst des Nahen Ostens. Die Platzierung jedes Werks inmitten der umgebenden Architektur wird stets sorgfältig geprüft, wobei das natürliche Licht, die historische Bedeutung und das Design des Raums die Auswahl der auszustellenden Werke bestimmen. Diese bewusste Entscheidung stellt sicher, dass alle Künstler der RAKArt Collection mit derselben Bedeutsamkeit betrachtet werden, ihre Individualität anerkannt wird und sie ein integraler Bestandteil des Narrativs der Stiftung sind.
Sammler:H. E. Shaikh Rashid bin Khalifa Al Khalifa
ADRESSE: Villa 231, Road 610, Riffa 0906, Southern Governorate, Bahrain
KONTAKT:[email protected]: @rakartfoundation
ÖFFNUNGSZEITEN: Mo, Mi: 15 UhrNur geführte Touren mit vorheriger Online-Anmeldung.
Bahrain
Bangladesh
»In dieser Zeit des Pausierens gibt es keinen besseren Zeitpunkt, um mit Gleichgesinnten in Kontakt zu treten, Teil eines Netzwerks zu sein.«
Die Globalisierung ließ Länder auf die Kunstagenda treten, die bislang unbeachtet waren wie etwa Bangladesch. Dessen sind sich der Industrielle Rajeeb Samdani und seine Ehefrau Nadia bewusst. Sie haben sich vorgenommen, das internationale Publikum mit der Kunst aus ihrem Land vertraut zu machen. Mit ihrer Stiftung fördern sie seit 2011 die lokale Kunst: etwa durch Ausstellungen und Events wie dem Dhaka Art Summit. Gezeigt wird ihre Sammlung auf drei Etagen des Hauses, in dem sie auch leben. Sie umfasst neben lokalen Künstlern wie Shumon Ahmed, Joydeb Roaja, Tayeba Begum Lipi und Mahbubur Rahman auch internationale Namen wie Laure Prouvost, Lee Ufan, Prabhakar Pachpute, Tony Oursler, Michael Armitage, Huma Bhabha oder Maria Taniguchi. Mit dem Samdani Art Centre eröffnete das Paar Ende 2018 im Nordosten Bangladeschs, in Sylhet, einen weiteren Ausstellungsort. Im zugehörigen Skulpturenpark sind unter anderem Werke von Pawel Althamer und Subas Tamang zu sehen.
SAMMLER/-IN:Nadia & Rajeeb Samdani
ADRESSE: Level 5, Suite 501 & 502Shanta Western Tower186 Gulshan-Tejgaon Link RoadTejgaon I/A, Dhaka-1208Bangladesch
KONTAKT:T: +880 288 787 [email protected]: @samdaniartfoundation Facebook: Samdani Art Foundation
ÖFFNUNGSZEITEN: Nur nach Vereinbarung.
Bangladesh
Srihatta ist das Zuhause der Samdani Art Foundation. Sie ist in der Pluralität der Geschichte Bangladeschs verwurzelt, um durch Kunst, Architektur und Kultur eine integrativere Zukunft zu schaffen. Srihatta ist eine einzigartige Kombination aus Skulpturenpark, Ausstellung, Residenz und Bildungsprogramm und zeigt, was eine experimentelle, auf Künstler ausgerichtete Institution – jenseits westlicher Paradigmen – im 21. Jahrhundert sein kann. Das von Nadia und Rajeeb Samdani gegründete und von der künstlerischen Leiterin Diana Campbell Betancourt geleitete Kunstzentrum und der Skulpturenpark zeigen auch Werke aus ihrer Sammlung und sind für die Öffentlichkeit kostenfrei zugänglich.
SAMMLER/-IN:Nadia & Rajeeb Samdani
ADRESSE: Fatehpur, Sylhet, Bangladesch
KONTAKT:[email protected]: safsrihatta
ÖFFNUNGSZEITEN: Nach Vereinbarung mit Online-Anmeldung zugänglich.
Belgium
»Mein erstes Werk erwarb ich als emotionales Echo auf einen sehr schmerzhaften Moment in meinem Leben – nur wenige Monate nach dem Tod meines Mannes. Weniger als eine halbe Stunde später hatte ich ein Gefühl der Wiedergeburt – zurück ins Leben!«
Galila Barzilaï, eine leidenschaftliche Entdeckerin aufstrebender Künstler, hat eine Auswahl von über 450Kunstwerken in einem Raum versammelt, der die Begeisterung der Sammlerin verkörpert: Galilas P. O. C. – Passion, Obsession, Collection. Durch ein organisches und intuitives Layout, dem es nie an Humor fehlt, ist die Ausstellung »Overdose« von Leidenschaft, Energie und Weltoffenheit geprägt. Galila hat sie um ihre zwanzig Lieblingsthemen herum gestaltet: Geld, Augen, Bücher, Stühle, Zigaretten, Wassermelonen, Recycling und sensiblere Themen wie Interreligion, Religion und Hitler. Um die Kunstvermittlung ohne Hierarchie und in völliger Freiheit zu fördern, führt Galila ihre Besucher in kleinen Gruppen durch ihre Räumlichkeiten. Die künftigen Erweiterungen des P. O. C. werden sich auf multidisziplinäre Aktivitäten im Zusammenhang mit der Kunstwelt, dem künstlerischen Ausdruck und der Bildung konzentrieren: eine Bibliothek, ein Archivzentrum und ein Arbeitsbereich für Studenten und Forscher.
SAMMLERIN:Galila Barzilaï
ADRESSE: 295 Avenue Van Volxem 1190 Brüssel Belgien
KONTAKT:T: +32 4752 65 [email protected]/Facebook: @galilaspoc
ÖFFNUNGSZEITEN: Führungen nur mit Online-Anmeldung über die Website.
Belgium
Die Sammlung von Frédéric de Goldschmidt besteht hauptsächlich aus Werken aufstrebender Künstler im Dialog mit Werken historischer Bewegungen der 1960er- und 70er-Jahre, darunter die Zero-Gruppe, Arte Povera, Konzeptkunst und Minimal Art. Viele Werke in der Sammlung erforschen eine reduzierte Ästhetik mit einer großen Sensibilität für einfache Materialien und einem ausgeprägten Satz nüchterner, geometrischer und monochromer Abstraktion, wie dem Raster. Die Themen der Delegation, des Prozesses, des Zufalls, der kombinatorischen, poetischen Sprache, die kritisch die Merkwürdigkeiten der Welt beschreiben, sind ebenfalls in der Sammlung vertreten. Unter den zahlreichen internationalen Künstlern sind Ignasi Aballí, Neïl Beloufa, Katinka Bock, Mohamed Bourouissa, Tom Burr, Leonardo Drew, Sam Falls, Michel François, Romuald Hazoumé, Hiwa K, Jacob Kassay, Shirin Neshat, Gedi Sibony, Valérie Snobeck, Elias Sime, Hank Willis Thomas, Rosemarie Trockel, Oscar Tuazon und Christopher Wool. Ein wichtiger Teil der Sammlung betrifft auch junge Künstler aus der lebendigen Brüsseler Kunstszene, darunter Aline Bouvy, Lieven De Boeck, Nadia Guerroui, Nicolás Lamas, Ariane Loze, Benoît Platéus, Fabrice Samyn.
Sammler:Frédéric de Goldschmidt
Adresse:Quai du Commerce 71000 Brüssel Belgien
KONTAKT:T: +32 4852 20 [email protected]/artInstagram: @cloudseven.be
ÖFFNUNGSZEITEN: Bitte informieren Sie sich auf der Website.
