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Der Wartburg Die faszinierende Geschichte des Ost-Autos, das mehr war als nur ein Auto Von den rauchenden Trümmern des BMW-Werks in Eisenach 1945 bis zum letzten Exemplar, das 1991 vom Band rollte,dieses Buch erzählt die bewegende, tragische und zugleich unglaublich charmante Geschichte des Wartburg. Es ist die Chronik eines Automobils, das unter den Zwängen der Planwirtschaft entstand und dennoch zu einem der schönsten und vielseitigsten Fahrzeuge der Nachkriegszeit wurde. Vom eleganten 311er Coupé mit Panoramaheck über den praktischen Tourist bis hin zum kantigen 353er und dem späten 1.3 mit VW-Motor , der Wartburg verkörperte über Jahrzehnte den Erfindergeist, die Improvisationskunst und den Stolz der Eisenacher Ingenieure und Arbeiter. Mit großer Detailkenntnis und lebendiger Sprache beschreibt Ralf Hagedorn nicht nur die technische Entwicklung, die legendären Varianten (Camping, Cabriolet, Melkus RS 1000) und die sportlichen Erfolge bei Rallyes wie der Akropolis oder Monte Carlo. Er erzählt vor allem die menschliche Geschichte: von den heimlichen Prototypen, den blockierten Innovationen, dem täglichen Kampf gegen Materialmangel und Parteibürokratie und von der tiefen Verbundenheit der Menschen mit "ihrem" Auto. Ein Buch über Technik und Design, über Ostalgie und Automobilkultur, über das Scheitern eines Systems und die Langlebigkeit eines Kultobjekts. Für alle, die sich für die Automobilgeschichte des 20. Jahrhunderts interessieren, für Fans des Zweitakters und für alle, die wissen wollen, warum ein Auto mit blauem Abgas und charakteristischem "Deng-deng-deng"-Sound bis heute so viele Herzen höherschlagen lässt. Der Wartburg – die definitive Geschichte eines deutschen Automobil-Legende aus dem Osten.
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Seitenzahl: 39
Veröffentlichungsjahr: 2026
Der Wartburg
IMPRESSUM:
Ralf Hagedorn
c/o IP-Management #4887
Ludwig-Erhard-Str. 18
20459 Hamburg
Mithilfe von Gemini geschrieben.
Von Alter Fritz - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=43381263
Wartburg
Von Torsten Maue - WartburgUploaded by High Contrast, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=24954264
Von Someone Not Awful - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=141019900
Der Mai 1945 hinterließ in Eisenach ein Bild des Schreckens, das so gar nicht zu der idyllischen Lage der Stadt passen wollte. Das Automobilwerk, das seit 1928 fest in der Hand von BMW war, lag zu weiten Teilen in Trümmern. Doch während in anderen Regionen Deutschlands die Maschinen als Reparationsleistungen in Richtung Osten abtransportiert wurden, geschah in Eisenach etwas Erstaunliches: Die Produktion lief fast nahtlos weiter.
Die sowjetische Militäradministration (SMAD) erkannte schnell, dass das Know-how der Eisenacher Ingenieure wertvoller war als der bloße Schrottwert der Pressen. Man brauchte Fahrzeuge für die eigene Verwaltung. So kam es zu der kuriosen Situation, dass im thüringischen Werk weiterhin Fahrzeuge vom Band liefen, die das blau-weiße Propeller-Logo aus München trugen, sehr zum Entsetzen der dortigen Geschäftsführung, die machtlos zusehen musste, wie im Osten „ihre“ Autos (wie der BMW 321 und später der 326) weitergebaut wurden.
BMW 321
By Schwer13, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11519989
BMW 326 Limousine
Von Lars-Göran Lindgren Sweden - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1340114
Es war ein kalter Krieg der Markenzeichen. Die Münchener klagten, und 1952 fiel die Entscheidung: Eisenach durfte den Namen BMW nicht mehr führen. In einer Mischung aus Trotz und Pragmatismus färbte man das Blau des Logos kurzerhand in ein sozialistisches Rot um. Aus BMW wurde EMW, das Eisenacher Motorenwerk.
Doch hinter den Kulissen brodelte es. Die Ingenieure in Eisenach, die noch die Schule der Vorkriegs-Automobilkunst durchlaufen hatten, wollten nicht nur alte Vorkriegsmodelle verwalten. Sie träumten von einer neuen Form, die den Geist des Aufbruchs verkörperte. Der EMW 340 war zwar eine solide Weiterentwicklung, wirkte aber mit seinen barocken Formen bereits Anfang der 50er Jahre wie ein Relikt aus einer anderen Zeit.
BMW/EMW 340
Von Ralf Roletschek (User:Marcela) - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=754168
Die geheime Geburtsstunde des 311ers
Der Übergang zum eigentlichen „Wartburg“ war kein offiziell geplanter Akt der staatlichen Plankommission. Tatsächlich war es eine Art „U-Boot-Projekt“. Unter der Leitung des Chefkonstrukteurs Hans Fleischer begannen die Techniker, heimlich an einem neuen Wagen zu arbeiten.
Das Problem: Die DDR-Führung forderte Sparsamkeit. Ein großer Viertakt-Motor, wie er in den alten BMW-Modellen Dienst tat, galt als zu materialintensiv und teuer in der Fertigung. Die Lösung lag in einem Erbe, das man aus Chemnitz (Auto Union/DKW) mitgebracht hatte: dem Zweitaktprinzip.
Warum der Zweitakter?
Einfachheit:
Weniger bewegliche Teile bedeuteten weniger Verschleiß und einfachere Wartung.
Gewicht:
Ein Zweitakter ist leichter, was die damals noch schwachen Fahrwerke entlastete.
Politik:
Treibstoffmangel und Ressourcenknappheit machten den „einfachen“ Motor zum Favoriten der Planer.
Prototyp F9/P von 1954 mit zweitüriger Karosserie
Von ilustrierter motorsport 37. Jahrgang januar 1987 - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=85609965
Wartburg 311
Wir werfen wir einen Blick auf die technische Basis, auf der der spätere Wartburg 311 aufbaute. Der Rahmen war eine Weiterentwicklung des IFA F9, eines Modells, das ursprünglich bei DKW in Chemnitz entwickelt worden war. Es war eine Konstruktion aus einem Kastenprofilrahmen, der die Basis für die verschiedenen Karosserieformen bot. Hier zeigte sich bereits die Flexibilität, die der Wartburg später auszeichnen sollte: Ob Limousine, Cabriolet oder Kombi, das Chassis blieb die Konstante.
1955 war es so weit. Die Marke „Wartburg“ wurde aus der Taufe gehoben. Der Name war eine bewusste Entscheidung für die Region. Die Wartburg als Symbol für deutsche Geschichte und Standhaftigkeit sollte dem neuen Wagen eine Aura von Wertigkeit verleihen, die über den rein funktionalen Charakter eines „Volkswagens“ hinausging. Man wollte beweisen, dass der Osten in der Lage war, ein Automobil zu bauen, das den Vergleich mit dem Westen (dem Opel Kapitän oder dem frühen Mercedes Ponton) nicht scheuen musste. Der Übergang vom EMW 340 zum Wartburg 311 war somit nicht nur ein Modellwechsel, sondern eine politische Demonstration industrieller Leistungsfähigkeit.
Von Lars-Göran Lindgren Sweden - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1628024
Mercedes-Benz "Ponton"
By Lars-Göran Lindgren Sweden - Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1534658
Die Menschen hinter dem Blech: Alltag im AWE
