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Wojtek – Der Bär, der in den Krieg zog Eine wahre und unglaubliche Geschichte aus dem Zweiten Weltkrieg Im April 1942 finden polnische Soldaten der Anders-Armee in den Bergen des Iran einen verwaisten Bärenjungen. Sie nennen ihn Wojtek, "der lächelnde Krieger". Aus einem kleinen, hilflosen Fellknäuel wird ein riesiger syrischer Braunbär, der mit den Männern isst, trinkt, ringt und schließlich selbst zum Soldaten wird. Um mit der 22. Artillerie-Nachschubkompanie auf britischen Schiffen nach Italien reisen zu dürfen, erhält Wojtek offiziell einen militärischen Rang: Gefreiter Wojtek, mit eigener Dienstnummer und Soldbuch. Er salutiert vor Offizieren, trinkt Bier als Belohnung, frisst Zigaretten und ringt spielerisch mit den Soldaten ,immer darauf bedacht, niemanden zu verletzen. Seinen legendären Einsatz hat er in der blutigen Schlacht um Monte Cassino (1944). Während Granaten einschlagen und Männer unter der Last zusammenbrechen, trägt der Bär schwere Kisten mit 25-Pfünder-Granaten den steilen Hang hinauf – eine Aufgabe, für die normalerweise vier Männer nötig sind. Seine unerschütterliche Ruhe und Kraft werden zum Symbol der Hoffnung für eine Armee im Exil. Nach dem Krieg landet Wojtek mit seinen Kameraden in Schottland. Im Zoo von Edinburgh wird er zur Berühmtheit. Ehemalige polnische Soldaten besuchen ihn regelmäßig, werfen ihm Zigaretten zu und teilen mit ihm Erinnerungen an eine verlorene Heimat. Bis zu seinem Tod 1963 bleibt er der treue Gefährte einer ganzen Generation. Mit lebendiger, einfühlsamer Sprache erzählt Ralf Hagedorn die wahre Geschichte eines außergewöhnlichen Tieres, das mehr war als ein Maskottchen: ein Kamerad, ein Held und ein Sinnbild für Loyalität, Kameradschaft und die unzerstörbare polnische Seele im Exil. Eine berührende, humorvolle und zugleich ergreifende Geschichte über Freundschaft in dunkelster Zeit – basierend auf realen Ereignissen, die bis heute in Polen, Schottland und der ganzen Welt mit Statuen und Legenden weiterleben.
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Seitenzahl: 38
Veröffentlichungsjahr: 2026
IMPRESSUM:
Ralf Hagedorn
c/o IP-Management #4887
Ludwig-Erhard-Str. 18
20459 Hamburg
Mithilfe von Gemini geschrieben.
Coverbild: Gemini
Wojtek mit einem polnischen Soldaten, 1942
Im Jahr 1942 fanden polnische Soldaten (die 2. Polnische Korps), die aus sowjetischen Lagern befreit worden waren, im Iran einen verwaisten Bärenjungen. Sie kauften ihn von einem einheimischen Jungen gegen ein paar Konservendosen und nahmen ihn auf.
Wojtek wuchs unter den Soldaten auf und hielt sich für einen von ihnen. Er war für seine außergewöhnlichen Gewohnheiten bekannt:
Er trank Bier
(seine Belohnung für gutes Benehmen).
Er rauchte (oder eher aß) Zigaretten.
Er rang gerne mit den Soldaten
, wobei er darauf achtete, niemanden zu verletzen.
Er salutierte
, wenn er Offiziere sah.
Damit Wojtek legal auf britischen Transportschiffen mitreisen konnte, wurde er offiziell als Soldat mit Rang (Gefreiter) und Dienstnummer in die 22. Artillerie-Nachschubkompanie aufgenommen. Während der blutigen Schlacht um Monte Cassino in Italien soll er geholfen haben, schwere Kisten mit Mörsergranaten zu schleppen, eine Aufgabe, die normalerweise vier Männer erforderte.
Nach dem Sieg wurde die Einheit nach Schottland verlegt. Als sie demobilisiert wurde, kam Wojtek in den Zoo von Edinburgh. Dort wurde er zu einer Berühmtheit. Seine ehemaligen polnischen Kameraden besuchten ihn oft und warfen ihm Zigaretten zu, was das Zoopersonal meist etwas nervös machte.
Wojtek starb 1963 im Alter von 21 Jahren. Heute erinnern Statuen in Edinburgh, Krakau und Warschau an ihn.
Fun Fact: Das offizielle Abzeichen der 22. Kompanie wurde zu Ehren von Wojtek geändert und zeigt einen Bären, der eine Artilleriegranate trägt.
Von Cassubia1238 - Own work, based on File:Wojtek soldier bear.png by user Pernambuko, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=18965332
Der Wind in den Bergen des Iran war nicht wie der Wind in Polen. In der Heimat, in den weiten Ebenen bei Lemberg oder in den Wäldern von Bialowieża, roch der Wind nach Kiefernnadeln, feuchter Erde und kommenden Regen. Hier, im April 1942, schmeckte die Luft nach brennendem Stein, nach jahrtausendealtem Staub und einer Hitze, die einem die Lunge austrocknete, bevor man überhaupt ausgeatmet hatte. Piotr wischte sich den Schweiß von der Stirn. Sein Hemd, eine zerlumpte britische Khaki-Uniform, die ihm zwei Nummern zu groß war, klebte an seinem Rücken. Er gehörte zur „Anders-Armee“, benannt nach General Władysław Anders. Sie waren Männer, die aus der Hölle kamen, aus den sowjetischen Gulags in Sibirien und Kasachstan. Sie waren wandelnde Skelette gewesen, die nun, genährt durch britische Rationen und den puren Willen zum Überleben, wieder lernten, was es hieß, Soldaten zu sein. Der Konvoi aus klapprigen Lastwagen und Jeeps quälte sich die staubige Passstraße von Hamadan in Richtung Teheran hinauf. Die Motoren jaulten im dünnen Sauerstoff der Höhe. Plötzlich gab es vorne einen Ruck. Der Wagen vor Piotr kam mit quietschenden Bremsen zum Stehen.
Was ist los? Hinterhalt?“, rief Anatol, ein stämmiger Mann mit einem Schnurrbart, der trotz der Hitze immer noch aussah wie ein polnischer Husar des 17. Jahrhunderts. Nein“, antwortete die Stimme des Fahrers. „Ein Junge. Mitten auf der Straße.“ Die Männer sprangen von der Ladefläche. Ihre Stiefel wirbelten Staubwolken auf. Vor ihnen stand ein kleiner persischer Junge, kaum zehn Jahre alt, in Lumpen gehüllt. Er hielt einen großen, schmutzigen Leinensack in den Armen, der sich bewegte. Ein leises, fast wimmerndes Geräusch drang daraus hervor.
