Der Weg nach Gawler - Samina Haye - E-Book

Der Weg nach Gawler E-Book

Samina Haye

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Beschreibung

Als Lina nach einem mehrwöchigen Besuch von ihrer Schwester Zoe aus Australien zurückkehrt, erwartet sie eine Überraschung: Ihr Ex-Freund Pete steht vor ihrer Tür. Sie erstarrt, sieht ihm tief in die Augen und merkt, dass sie noch immer Gefühle für ihn hat. Lina will die Vergangenheit hinter sich lassen und ihrer Liebe noch eine zweite Chance geben. Doch ihre Verliebtheit wandelt sich schnell ins Negative, denn Petes Eifersucht übernimmt erneut die Macht. Lina hat die Hoffnung auf eine glückliche Beziehung aufgegeben und setzt einen endgültigen Schlussstrich unter ihre Liebe. Petes Kampf beginnt: Bedrohung, Erpressung und sogar Mord. Gepackt von Angst und Entsetzen packt Lina ihre Sachen und flüchtet nach Australien zu ihrer Schwester Zoe, doch auch dort scheint sie nicht sicher zu sein... Eine Geschichte über die vielen verschiedenen Facetten der Liebe.

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Seitenzahl: 288

Veröffentlichungsjahr: 2014

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Samina Haye

Der Weg nach Gawler

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Prolog

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Kapitel 18

Kapitel 19

Kapitel 20

Kapitel 21

Kapitel 22

Impressum neobooks

Prolog

Samina Haye

Der Weg nach Gawler

Roman

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung der Autorin

Roman & Text

© Copyright by Samina Haye

Umschlaggestaltung & Motiv

© Designreich Daniel Reichinger

Korrektorat

© Korrektorat Beisel

.

Widmung

Für meine Freunde & meine treuen Leser

Kurze Zusammenfassung von:

Der Weg nach Roseworthy

Zoe, Linas Schwester, wandert nach dem schrecklichen Tod ihrer Familie nach Australien aus, ans andere Ende der Welt.

Doch auch dort erwartet sie kein ruhiges und schönes Leben, im Gegenteil.

Riley bemerkt, dass etwas nicht mit ihr stimmt. Doch Zoe behält alles für sich, denn sie will niemanden damit beunruhigen.

Die zwei unternehmen viel gemeinsam und kommen sich dadurch sehr nahe, so nahe, dass sie sich küssen.

Aber Zoe wird von Tag zu Tag ängstlicher, weil die merkwürdigen Zettelchen, die ihr zugesteckt werden, immer mehr werden.

Sie wird belästigt, gestalkt und zum Schluss auch entführt.

Samstag, 23. Juli 2011

Nun war es fast drei Monate her, dass Lina aus Australien zurückgekehrt war. Sie war noch nicht mal richtig zuhause angekommen, schon stand ihr Ex Pete vor der Tür.

Es gab Lina noch immer einen Stich im Herzen wenn sie ihn sah, denn gewisse Gefühle waren auch nach dieser langen Zeit noch immer allgegenwärtig.

Doch als letztes Jahr im September die Familie ihrer Schwester Zoe bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam, ging die Beziehung zu Pete in die Brüche. Dies hatte einen traurigen Hintergrund gehabt und niemand hatte verstehen können, wie man nur so kühl sein konnte. Pete sah es nicht ein warum Lina so viel Zeit bei Zoe verbrachte.

Bei ihm dauerte ein Trauerprozess nur solange, bis die Beerdigung stattfand, aber danach, so fand er, müsse das Leben wieder normal weitergehen.

Er bezeichnete Zoes Verhalten als idiotisch und psychisch krank, denn seiner Meinung nach konnte man doch nicht solange um jemanden weinen und trauern.

Das war der Knackpunkt, an dem es Lina reichte, denn ein bisschen Feingefühl und Verständnis sollte man schon haben.

Lina hatte es zwar leidgetan, aber für Pete konnte sie all das nicht mehr aufbringen. Sie verpasste ihm eine Ohrfeige, packte ihre ganzen Sachen zusammen und zog zu ihrer Schwester.

Bevor Lina zu ihrer Schwester nach Australien flog, versuchte Pete monatelang mit allen möglichen Tricks, Lina zurück zu erobern.

Anfangs hatte Lina seine Anrufe und Nachrichten nicht mehr beachtet, sondern sofort alles gelöscht und ihn somit links liegen lassen.

Doch nun war sie einige Wochen bei ihrer Schwester Zoe in Australien zu Besuch gewesen und hatte eigentlich die Vermutung gehabt, dass Pete sie nun längst vergessen hätte und eine neue Flamme am Start hätte, doch dem war nicht so.

Kaum war sie von ihrem Australien-Trip Zuhause angekommen, stand Pete schon vor ihrer Tür.

Da sie sofort merkte, dass sie immer noch Gefühle für ihn hatte, dachte sie sich, jeder hätte doch eine zweite Chance verdient.

Deshalb zog sich Lina eine Jacke über und unternahm einen langen Spaziergang mit Pete.

Die beiden sprachen stundenlang über das Geschehene und er entschuldigte sich abermals bei Lina.

Ein paar Tage später verabredeten sie sich zum Abendessen in einem italienischen Restaurant.

Der Abend war lustig, sie sprachen über Gott und die Welt und kamen sich wieder näher. Sie hatten viel Spaß miteinander.

In der nächsten Zeit sahen sie sich des Öfteren und beschlossen nach langer Zeit des Überlegens, es nochmal miteinander zu versuchen.

**

Kapitel 1

Samstag, 20. August 2011

Seit dem gemeinsamen Spaziergang, bei dem alles zwischen den beiden wieder neu auflebte, war nun ein Monat vergangen. In den letzten Tagen verbrachten sie sehr viel Zeit miteinander und da beschlossen sie, dass es ihr Wunsch war, wieder zusammen zu ziehen.

Heute war der Tag gekommen und der Umzug stand vor der Tür. Lina und Pete waren sehr aufgeregt bezüglich der zweiten gemeinsamen Chance und freuten sich sehr auf den Tag.

Lina bereitete gerade das Frühstück zu, als Pete hereinkam und sie von hinten umarmte.

„Guten Morgen, Liebling. Na, schon aufgeregt? Nun geht das Tor auf in unsere gemeinsame Zukunft“, sprach er und küsste sie in den Nacken.

„Guten Morgen. Ein bisschen vielleicht, aber ich freue mich darauf. Nun können wir unsere zweite Chance nutzen und alles zum Besten ändern“, sagte sie zu Pete, der Lina zu sich umdrehte, sie hochhob und auf der Küchendiele absetzte.

„Du sagst es, jetzt können wir uns selbst beweisen, wie sehr wir uns lieben“, waren seine Worte, bevor er sie zärtlich küsste.

Der Tag verging im Nu. Sie hatten keine Zeit sich mal kurz auszuruhen oder etwas zu kochen. Nein, sie bestellten beim Pizzaservice, denn beide waren so im Umzugsstress vertieft und wollten deswegen keine unnötige Zeit verlieren. Aber inzwischen waren die zwei mit dem Siedeln fertig, lagen gemütlich im Wohnzimmer auf der Couch und ließen den Tag Revue passieren.

„Hat doch alles ganz gut geklappt. Jetzt haben wir all deine Sachen hier und morgen können wir uns dann ans Auspacken machen“, sagte Lina glücklich und erschöpft. Pete lächelte sie an und strich ihr eine Strähne aus dem Gesicht.

„Ja, stimmt meine Süße, so werden wir das machen. Aber lass uns jetzt zu Bett gehen, damit wir morgen fit sind“, gab er ihr als Antwort, doch Lina war schon in seinen Armen eingeschlafen. Pete hob sie hoch und trug sie die Stufen hinauf ins Schlafzimmer. Er zog ihr die Kleidung aus und deckte sie zu. Kurz darauf war auch er im Schlafanzug, kuschelte sich an Lina und schlief bald darauf ein.

Normalerweise schlief Lina sonntags immer sehr lange, doch heute erwachte sie bereits in den frühen Morgenstunden. Sie stand auf, frühstückte und begann mit dem Auspacken der Kisten.

Pete aber ließ sich lange Zeit, bis Lina sich ins Schlafzimmer schlich, kurz unter die Decke kroch und ihn mit tausenden von Küssen weckte.

„Guten Morgen du Schlafmütze, wie wäre es mit Aufstehen?“, flüsterte sie ihm ins Ohr. Man hörte ein leises Stöhnen.

„Morgen Schatz. Hm, ist es denn schon so spät?“

„Mhm, ist es. Ich habe mich schon an den ersten Kisten zu schaffen gemacht, doch zu zweit ginge es um einiges schneller“, sagte sie zu ihm und er zog Lina an sich.

„Okay, ich stehe sofort auf. Doch zuerst musst du mich wach küssen.“

Lina ließ sich das nicht zweimal sagen und küsste ihn leidenschaftlich.

Danach standen die beiden auf und begannen kurz darauf die letzten Kisten auszuräumen.

Es ging alles schneller als gedacht und so waren sie am frühen Nachmittag mit dem Ausräumen fertig. Lina strahlte übers ganze Gesicht.

„Wow, das haben wir echt gut hinbekommen. Nun haben wir uns aber eine heiße Wanne verdient, hm?“ fragte sie Pete, der sie anlächelte.

„Das hört sich verführerisch an. Komm, lass uns ins Badezimmer gehen“, meinte er und schon verschwanden sie nach oben.

Pete ließ das Wasser in die Wanne ein und Lina holte eine Flasche Wein und Kerzen. Als eine romantische Atmosphäre geschaffen war, umarmte Pete Lina und zog ihr zärtlich ihr T-Shirt aus. Er streichelte sanft ihren Rücken und befreite sie aus ihrem BH, der zu Boden fiel und somit ihre kleinen runden Brüste freilegte.

Pete strich darüber und Lina entkam ein Stöhnen.

Sie tastete sich vorsichtig zu seinem Hosenknopf, öffnete ihn und zog Pete ebenfalls aus. Da bemerkte sie, dass er nicht mal eine Short darunter trug und lächelte ihn schüchtern an.

„Ach, so ist das? Du ziehst darunter gar nichts mehr an wie ich sehe, das macht mich fast ein bisschen nervös“, sagte sie und Pete küsste sie leidenschaftlich.

„Ich bin sehr glücklich wieder hier bei dir zu sein. So, aber jetzt lass uns in die Wanne gehen und darauf anstoßen“, sagte er.

Lina lächelte und gab ihm einen Kuss.

„Prost. Ich bin auch glücklich, dass wir wieder zueinander gefunden haben.“

Sie verbrachten noch einen gemütlichen entspannten Abend, denn morgen mussten beide wieder in den ganz normalen Arbeitstag starten.

**

Freitag, 26. August 2011

Die Arbeitswoche ging schnell vorüber, und Lina und Pete freuten sich auf das gemeinsame Wochenende.

Sie hatten beschlossen, da der Wetterbericht wieder sehr heiße Temperaturen vorausgesagt hatte, an den See zu fahren, um baden zu gehen.

Doch irgendwie hing an diesem Freitagabend etwas in der Luft, und es dauerte lange, bis Pete mit der Sprache rausrückte.

Als Lina am späten Nachmittag von der Arbeit nach Hause kam, wartete Pete bereits mit dem Essen auf sie.

Sie war glücklich darüber, dass es so gut lief, doch dass die Laune sich schnell ändern konnte, merkte sie nach dem Abendessen.

„Schatz, danke für das köstliche Essen, war hervorragend. Also daran könnte ich mich gewöhnen“, sagte sie grinsend zu Pete, der aufstand und sie vom Sessel hochzog.

„Freut mich, wenn es dir geschmeckt hat. Naja, freitags könnte ich dich sicher des Öfteren mit einem leckeren Essen überraschen“, flüsterte er in Linas Ohr und küsste sie.

Nach ein paar Minuten leidenschaftlicher Küsse löste sie sich von Pete.

„Doch nun muss ich meinen Laptop einschalten, denn Freitagabend ist Zoes und mein Skype-Abend“, erklärte sie ihm und Pete wurde wütend.

„Was? Sogar heute? Jetzt beginnt unser Wochenende mit einem super Essen und du willst genau jetzt mit Zoe telefonieren?“, sagte er aufbrausend und Lina verstand nicht, warum er so böse wurde.

„Ja, es sind doch nur ein paar Minuten. Zoe und ich haben schon seit fast einer Woche nicht mehr miteinander telefoniert“, sagte sie und fuhr fort.

„Was ist denn so schlimm daran, wenn ich kurz meine Schwester anrufe?“, fragte sie Pete.

Er sah vom Boden auf und sah Lina mit finsterem Blick in die Augen.

„Naja, musst du jede Woche mit Zoe telefonieren? Jeden zweiten Freitag müsste doch auch reichen. Ich will ein komplettes Wochenende nur für uns haben“, warf er ihr an den Kopf und Lina konnte es einfach nicht verstehen.

„Meine Schwester lebt auf der anderen Seite der Welt und du bist eifersüchtig, weil ich ein Mal in der Woche mit ihr telefoniere. Nein, aber sicher nicht, das kannst du dir sofort abschminken“, schrie sie ihn an, weil sie so wütend war.

Lina stand auf und verließ das Esszimmer.

Sie ging nach oben, um ihren Laptop zu starten, damit sie endlich mit Zoe telefonieren konnte.

Nach einer guten halben Stunde war sie wieder gut gelaunt, denn das Telefonat mit ihrer Schwester tat ihr gut.

Jedoch erzählte sie ihr noch nichts von der Auseinandersetzung mit Pete, denn ihre Schwester war nicht begeistert davon, dass Lina ihm nochmals eine Chance gegeben hatte.

Als sie nach unten in die Küche ging, um sich etwas zu Trinken zu holen, kam Pete hereingeschlichen.

„Können wir kurz reden?“, fragte er vorsichtig und Lina sah ihn an.

„Was gibt’s?“, fragte sie forsch.

„Es tut mir leid wegen vorhin. Ich wollte nicht so böse werden, aber ich habe mich auf einen gemeinsamen Abend mit dir gefreut. Da passte mir das mit Zoe einfach nicht in den Kram“, meinte er zu Lina, die den Kopf schüttelte.

„Weißt du, eines sag ich dir jetzt gleich: Freitagabend ist Zoes und mein Abend für ein Telefonat, das dauert nicht mal eine halbe Stunde, damit musst du einfach leben können. Wenn nicht, haben wir ein Problem“, gab sie ihm als Antwort und Pete schluckte.

„Okay, ich werde mich bemühen.“

Er wollte soeben den Raum verlassen, als Lina noch etwas darauf erwiderte.

„Meine Schwester ist so weit weg von mir, ich vermisse sie, da ist es normal, wenn ich ein Mal in der Woche mit ihr telefonieren möchte. Du hast mich doch jeden Tag, und jetzt komm her und küss mich“, sagte sie und wartete.

Er drehte sich um und lächelte schüchtern. Pete ging auf Lina zu und nahm sie in die Arme.

Er küsste sie auf die Wange und murmelte ihr ins Ohr.

„Tut mir leid, ich versteh dich doch. Bitte sei nicht mehr böse auf mich.“

Lina nahm sein Gesicht in ihre Hände und gab ihm einen langen, zärtlichen Kuss.

„Nein, bin ich nicht, aber bitte versprich mir, dass du nicht immer auf Zoe eifersüchtig bist“, erklärte sie ihm.

„Ja, ich verspreche es dir. Aber jetzt lass uns endlich unseren gemeinsamen Abend genießen,“ waren seine letzten Worte und damit war das Streitthema beendet.

**

Kapitel 2

Freitag, 16 September 2011

Die letzten drei Wochen waren gewissermaßen schön und ruhig, beide waren glücklich darüber, sich wieder zu haben. Doch Lina bemerkte, dass Pete sich jeden Freitag etwas anspannte. Immer kurz bevor sie nach oben ging, um mit Zoe zu telefonieren, ließ er bissige Worte fallen oder war schlechter Laune. Sie verstand einfach nicht, warum er so eifersüchtig auf ihre große Schwester war.

Auf dem Heimweg von der Arbeit machte sich Lina schon Gedanken, wie es wohl heute sein würde, wenn sie nach dem Abendessen nach oben ginge, um mit Zoe zu telefonieren. Denn wenn Pete wieder böse und eifersüchtig wurde, musste Lina ein ernsthaftes Wort mit ihm reden, weil es so nicht weitergehen konnte. Dann hätte sich an ihrer Beziehung gar nichts geändert und Pete hätte noch immer einen bösen Tick auf Zoe. Sowas wollte Lina nun von Anfang an nicht durchgehen lassen. Sie fuhr das Auto in die Garage und ging hinein.

„Hallo Schatz, ich bin zuhause!“

„Ich bin im Wohnzimmer.“ Es hörte sich an, als hätte Pete beste Laune, und das machte Lina fröhlich. Sie ging zu ihm ins Wohnzimmer und sah ihn am Fernseher hantieren.

„Na, was machst du denn hier?“, fragte sie. Er kam hinterm Fernseher hervor und lächelte Lina an.

„Ich glaube, wir hatten einen Stromausfall und nun funktioniert nichts mehr. Das heißt, ich konnte uns leider auch nichts kochen, denn die Küchengeräte sind auch ohne Strom“, erklärte er ihr und fuhr fort.

„Was hältst du davon, wenn wir in ein schickes Restaurant fahren?“, fragte er grinsend und Lina wirkte traurig.

„Hm, das passt mir aber jetzt gar nicht, Zoe wird sich wundern, warum ich sie nicht anrufe“, sagte sie leise und Pete wusste sofort, womit er antworten musste.

„Dann schreib ihr doch eine SMS, dass wir einen Stromausfall hatten und du dich morgen oder so bei ihr meldest“, gab er ihr als Antwort und Lina nickte schwach.

„Okay.“ Sie setzte sich auf die Couch, nahm das Handy aus ihrer Tasche und schrieb Zoe eine Nachricht.

Hallo Schwesterherz!

Es tut mir leid, dass ich dich heute nicht anrufen kann, aber wir hatten einen Stromausfall. Ich hoffe, es geht euch gut und bei dir passt alles? Ich werde mich morgen Abend um dieselbe Zeit per Skype bei dir melden. Okay?

Denk an dich, fühl dich gedrückt!

Hab dich lieb, Kuss Lina

Als sie die Nachricht verschickt hatte kam Pete zu ihr und setzte sich neben sie auf die Couch.

„Ist doch nicht so schlimm, wenn du sie morgen anrufst, oder? Bis dorthin funktioniert sicher wieder alles“, sagte er, legte den Arm um sie und küsste sie auf die Stirn.

„Ja, ist gut. Ich werde mich schnell umziehen und dann können wir Essen fahren.“ Lina stand auf und ging nach oben ins Schlafzimmer.

Als sie sich umgezogen hatte, begab sie sich noch kurz ins Badezimmer um sich frisch zu machen und nachzuschminken. Da sah sie, als sie den Schalter betätigte, dass hier oben das Licht schon funktionierte und das kam ihr etwas merkwürdig vor. Doch darum wollte sie sich jetzt keine Gedanken mehr machen, sondern lieber so schnell wie möglich etwas zu essen bekommen.

Das Stromproblem hatte Zeit bis morgen. Einige Minuten später saßen die zwei im Auto und machten sich auf den Weg zum Restaurant.

**

Der Abend gestern in dem chinesischen Restaurant war sehr romantisch und unterhaltsam. Pete war dermaßen gut gelaunt, dass es Lina irgendwie seltsam vorkam, doch sie wollte den tollen Abend genießen und nicht nachfragen.

Heute Morgen, als Lina aufstand, ging sie in die Küche um sich frischen Kaffee zu machen, da fiel ihr wieder ein, dass die Geräte nicht funktionierten. Deshalb ging sie zum Stromzählerkasten um nachzusehen, ob sie was entdecken konnte.

Und siehe da: Es waren die Stecker rausgezogen und der Strom abgeschaltet worden, nur der im Badezimmer nicht.

Sie war empört und wütend. Als sie alles wieder eingesteckt und den Strom eingeschalten hatte, machte sie sich wieder auf den Weg in die Küche.

Alle möglichen Gedanken schwirrten in ihrem hübschen Kopf herum, und als sie in der Küche stand, sprach sie mit sich selbst.

„Ich verstehe es nicht, ist Pete denn wirklich in der Lage, das getan zu haben, nur damit ich nicht mit Zoe telefonieren kann?“ Sie nahm ihren Kaffee und ging raus auf die Terrasse um etwas Sonne zu tanken, da hörte sie auch schon Pete die Stufen runterkommen.

Pete war auf den Weg in die Küche und als er ein paar Minuten später wieder raus kam, tat er ganz überrascht.

„Guten Morgen Liebling. Na, ist der Strom endlich wieder da?“, fragte er vorsichtig und sah Lina in die Augen, als diese den Kopf hob. Er merkte, dass sie innerlich kochte.

„Sag mal, willst du mich für dumm verkaufen?“, schrie sie ihn an.

„Die Stecker waren rausgezogen und der Strom abgestellt. Wir hatten keinen Stromausfall. Warum? Warum hast du das getan?“, fragte sie ihn und er wurde unruhig.

„Was? Wie kommst du dazu, mich zu beschuldigen? Ich war das nicht“, versuchte er zu erklären, doch das ging nach hinten los. Nun wurde Lina richtig wütend.

„Ja, genau. Es kommen ja irgendwelche Leute in mein Haus und stecken einfach den Strom aus. Du wolltest einfach nicht, dass ich mit Zoe telefoniere, weil deine kranke Eifersucht wieder über dich gekommen ist. Ich kann und werde das nie verstehen“, konterte sie auf seine Aussage und wollte hinein gehen, doch er hielt sie am Arm fest.

„Okay, ja, ich war es. Aber ich hab das doch nur getan, damit wir einmal einen Freitag gemeinsam verbringen können. Oder willst du sagen, dass das Essen beim Chinesen nicht schön war“, wollte er versuchen, sich heraus zu reden, aber leider funktionierte das nicht.

„Sicher war es schön. Aber wir hätten das auch nach dem Telefonat mit Zoe machen können, denn die paar Minuten hätten dich schon nicht umgebracht“, sagte sie und sprach gleich weiter.

„Weißt du was, ich will dich heute nicht mehr sehen. Geh mir aus den Augen. Ich muss mir überlegen, ob ich das möchte, immer deine ständige Eifersucht meiner Schwester gegenüber, das kann ich echt nicht abhaben. Nun sind wir seit einem Monat zusammen und du hast dich Zoe gegenüber überhaupt nicht geändert, so will ich nicht weiter machen. Da ist es besser für mich, wenn wir getrennte Wege gehen“, erklärte sie ihm und ging hinein. Pete stand regungslos da und war total entsetzt darüber, dass Lina wieder mal nur hinter ihrer Schwester stand.

Er ging ihr nach und schrie:

„Wenn das so ist, dass es immer nur um Zoe geht, wie schon damals, dann ist es besser, ich packe meine Sachen und verschwinde. Denn ich will dich nicht mit deiner Schwester teilen müssen, die sowieso auf der anderen Seite der Erde wohnt. Aber eines verspreche ich dir: Das wirst du bereuen, das bekommst du bald zu spüren“, sagte er in einem scharfen Ton und Lina lief es kalt über den Rücken. Er ging an ihr vorbei und rannte sie fast nieder.

Als sie die Schlafzimmertür ins Schloss fallen hörte, atmete sie tief durch und machte den Fernseher an, um sich etwas abzulenken. Pete war eben so in Rage gewesen, dass es ihr ein klein wenig Angst bereitete. Es dauerte auch nicht lange, schon kam er die Treppen herunter gelaufen und sah ihr böse in die Augen.

„Nun ja, es sollte anscheinend nicht sein, dass wir gemeinsam glücklich werden. Sag deiner Schwester einen herzlichen Dank dafür und meine restlichen Sachen lass ich in den nächsten Tagen abholen“, sagte er zum Abschluss und verließ das Haus.

Lina saß wie angewurzelt da und konnte nicht glauben, was soeben abgelaufen ist.

Sie begann heftig zu schluchzen und konnte es nicht fassen. Lina lag minutenlang oder eher stundenlang auf dem Sofa und weinte, bis sie durch ein Klingeln an der Tür erschrak.

Sie wischte sich die Tränen aus dem Gesicht und bemühte sich um Fassung. Als sie die Tür öffnete sah sie ihre Mutter dort stehen, die natürlich sofort bemerkte, dass mit ihrer Tochter etwas nicht stimmte.

„Hallo meine Liebe, sag mal, wie siehst du denn aus?“, fragte sie besorgt und Lina begann sofort zu weinen.

„Mama, es ist vorbei. Pete und ich, wir haben uns heute getrennt“, gab sie ihrer Mutter zur Antwort, die sie sofort in die Arme nahm und die Tür hinter sich schloss.

„Komm, jetzt machen wir uns einen starken Kaffee und setzen uns raus auf die Terrasse“, meinte sie liebevoll zu ihrer Tochter.

Sie gingen in die Küche und machten sich einen Kaffee, danach gingen sie hinaus. Sophie strich Lina über die Wange.

„Na, dann erzähl mal, warum es denn so weit gekommen ist, dass ihr euch nach so kurzer Zeit wieder getrennt habt“, sagte sie und Lina seufzte.

„Also, Pete hat immer noch das gleiche Problem, wie schon vorher in unserer Beziehung. Du weißt doch, dass ich freitagabends immer mit Zoe skype und telefoniere. Ja, das passte ihm ganz und gar nicht, denn er war immer eifersüchtig und meckerte herum. Gestern ist es so weit eskaliert, dass Pete, bevor ich von der Arbeit nach Hause kam, den Strom abstellte und behauptete, wir hätten Stromausfall. Heute Morgen, als ich in die Küche ging und Kaffee machen wollte, ging ich zum Stromkasten und bemerkte, dass er alles ausgesteckt hatte“, erklärte sie ihrer Mutter, die fassungslos da saß. Lina sprach weiter.

„Dann konfrontierte ich ihn damit und er gab es zu, es wäre doch nicht so schlimm, einmal nicht mit Zoe zu telefonieren, denn er möchte mich nicht mit ihr teilen müssen. Das war dann der Grund, weshalb ich zu ihm sagte, er soll verschwinden und mir ja nicht mehr unter die Augen treten“, sagte sie und begann zu weinen.

Sophie nahm Lina in die Arme und versuchte, ihr gut zuzusprechen.

„Schatz, dann ist es aber gut so, diesen Entschluss gefasst zu haben, denn er hatte ja immer schon versucht, einen Keil zwischen dich und deine Schwester zu treiben. Wenn er irgendwen liebt, dann möchte er diese Person ganz für sich alleine haben, sowas funktioniert aber nicht“, sagte sie feinfühlig und drückte Lina ganz fest.

„Ich weiß Mama, darum ist es auch gut so. Aber weißt du, was schlimm ist? Weil ja das noch nicht genug gewesen wäre, drohte er mir.“ Sophie war entsetzt darüber und fragte nun genauer nach.

„Wie meinst du das, er drohte dir?“, fragte sie.

„Als er mir erklärte, mich nicht teilen zu wollen, sagte er noch darauf, dass er mir verspricht, dass ich diese Entscheidung bald bereue und das natürlich auch bald zu spüren bekomme“, erzählte sie traurig.

„Ach, das sagte er sicher nur wegen der ganzen Wut im Bauch. Natürlich tat ihm das auch weh, weil er dich ja sehr liebt. Doch man kann keinen Menschen an jemanden ketten und von ihm verlangen, sich von der Familie fern zu halten“, versuchte sie ihrer Tochter sachte zu erklären, die nur schwach nickte.

Sie sprachen noch längere Zeit über das Thema bis Lina einfiel, dass sie ja noch mit Zoe telefonieren wollte.

„Mama, ich telefoniere heute noch mit Zoe, willst du dabei sein?“, fragte sie Sophie, die sie glücklich anstrahlte.

„Das würde mich sehr freuen.“ Nun holte Lina ihren Laptop raus und startete Skype.

Doch vorher bat sie ihre Mutter noch, Zoe nichts von der Trennung zu erzählen, denn das wollte sie persönlich machen.

**

Gestern Abend war Lina froh darüber gewesen, dass ihre Mutter bei ihr war und sie gemeinsam mit Zoe telefonierten. Denn so kam sie, wenn auch nur für kurze Zeit, auf andere Gedanken.

Doch heute an diesem verregneten Sonntag wusste sie nicht so recht, was sie mit ihrer freien Zeit anfangen sollte und so beschloss sie, Petes Sachen in Kisten zu packen.

Als Lina damit fertig war brachte sie die ganzen Kisten in die Garage und hoffte nur, dass er bald kommen würde, um sie abzuholen.

Denn dann konnte sie mit allem endgültig abschließen. Aber jetzt wollte sie sich ihre Reitklamotten anziehen und zu Jims Ranch fahren, um ihre Lipizzaner mal wieder richtig zu verwöhnen. Danach plante sie noch einen schönen langen Ausritt.

**

Kapitel 3

Sonntag, 25. September 2011

Als Pete vor ein paar Tagen wieder mal sein Telefon einschaltete, bekam er von Lina eine Nachricht, die er voller Entsetzten las. Darin stand:

Hallo.

Ich habe deine restlichen Sachen in Kisten gepackt und in die Garage gestellt.

Ich bitte dich, sie so bald wie möglich abzuholen, damit ich endlich mit allem abschließen kann.

Lina.

„Ach, so ist das. Sie glaubt, mich einfach in Kisten stecken zu können um mich somit aus ihrem Leben zu verbannen?

Tzz, da hat sie sich aber getäuscht. Die gnädige Dame wird mich noch so richtig kennen lernen“, sagte er sich und begann seinen Plan auszuarbeiten.

**

Seit der Trennung von Pete war nun eine Woche vergangen. Gestern war es soweit gewesen, er hatte sich seine restlichen Sachen geholt. Lina wollte sich eigentlich heute nur unter ihrer Bettdecke verkriechen und nicht aufstehen, doch das ging nicht, deshalb schnappte sie sich noch rasch ihren Laptop, um Zoe eine ausführliche Mail zu schreiben.

Hallo Kleine!

Wie geht es euch? Was tut sich in Roseworthy? Gibt es was Neues zu berichten?

Hm, ja, bei mir hat sich in der letzten Woche einiges getan. Ich habe mich vor ein paar Tagen von Pete getrennt. Ja, ich weiß, was du jetzt denken wirst, du hast es mir vorher schon gesagt, doch ich dachte wirklich, er könnte sich vielleicht ändern.

Leider habe ich mich in ihm getäuscht, er ist immer noch derselbe eifersüchtige Typ, der er damals schon war.

Er konnte nicht damit umgehen, dass ich freitags immer mit dir telefoniere und letzten Freitag kam es soweit, dass wir sogar einen „Stromausfall“ hatten.

Tja, Schwachsinn. Ich bemerkte am nächsten Tag, dass er alle Stecker gezogen hatte und der Strom ebenso manuell ausgeschalten war. Toll, oder? Nur um nicht mit dir zu telefonieren, und das gab er sogar noch zu. Naja, das war dann wieder mal der Knackpunkt, an dem ich sagte, er soll mir aus den Augen treten und von hier verschwinden.

Ich lasse mich von niemand festbinden und mich von meiner Familie fernhalten schon gar nicht.

Nun bin ich wieder alleine und zurzeit sehr traurig, doch die Zeit heilt alle Wunden und bald schon komm ich dich sicher wieder besuchen.

So sieht es bei mir aus.

Doch erzähl mal, was tut sich bei euch? Steht der Hochzeitstermin schon fest? :-)

Ich vermisse dich!

Fühl dich gedrückt.

Hab dich lieb, Kuss Linchen.

Nach ein paar Minuten gemütlichen Dahindösens raffte sie sich auf, um sich für das Mittagessen bei ihren Eltern fertig zu machen.

Die Ablenkung tat ihr gut, denn zuhause wäre ihr die Decke auf den Kopf gefallen und sie hätte unentwegt an Pete denken müssen. Einige Minuten später befand sie sich schon auf dem Grundstück ihrer Eltern. Lina betrat das Haus und sofort kam ihr ein herrlicher Duft entgegen.

„Hallo, ich bin da. Mama, das riecht köstlich!“, rief sie und ihre Mutter antwortete aus der Küche.

„Hi Schatz, Dankeschön, das freut mich. Es gibt Lammbraten mit Knödeln und Salat“, sagte Sophie und Lina kam grinsend in die Küche.

„Lecker, da bekomme ich sofort Hunger“, sagte sie und sprach weiter.

„Heute Früh hab ich Zoe eine ausführliche Mail geschrieben, in der auch genau beschrieben ist, was in den letzten Wochen mit Pete und mir passiert ist. Und weißt du was?“, sagte sie zu ihrer Mutter, die verneinend nickte.

„Ich weiß genau, was meine Schwester darauf zurück schreibt. Nämlich so etwas wie: „Hättest du doch von Anfang an auf mich gehört. Ich habe es dir doch gesagt, dass er sich nicht ändern kann …“ Und so weiter. Das und wahrscheinlich noch mehr wird in Zoes Rückantwort drin stehen“, erklärte Lina und Sophie berührte ihre Tochter am Arm.

„Das kann sein Liebes. Aber im Endeffekt hatte deine große Schwester Recht behalten“, meinte sie und Lina seufzte.

„Ich weiß, doch nun ist es zu spät. Egal, ich decke schon mal den Tisch.“

Nach dem leckeren Essen ging Lina in die Küche, um eine Kanne Kaffee aufzusetzen, da hörte sie ihr Telefon läuten. Sie suchte ihre Tasche und kramte darin herum, bis sie endlich ihr Handy fand und abheben konnte.

„Hallo“, sagte sie und wartete auf eine Antwort.

„Hi Lina, hier ist Anne. Wie geht´s? Ich wollte dich fragen, ob du heute Nachmittag mit mir ausreiten möchtest?“, fragte sie.

„Hi Anne. Oh, dass hört sich gut an, da bin ich dabei. Ich bin jetzt noch bei meinen Eltern, aber sagen wir um 15 Uhr auf Jims Ranch?“

„Okay, das passt gut. Dann sehen wir uns später. Ich freue mich schon und sag deinen Eltern liebe Grüße“, sagte Anne noch, ehe die zwei das Telefonat beendeten.

Danach ging Lina mit Kaffee und Kuchen zurück ins Esszimmer, wo ihre Eltern schon auf sie warteten.

„Tut mir leid, ich habe noch schnell mit Anne telefoniert, wir treffen uns später auf Jims Ranch. Liebe Grüße soll ich sagen“, sagte sie an ihre Eltern gerichtet.

„Schön, danke, bei dem tollen Wetter müsst ihr das noch ausnutzen“, meinte Linas Vater.

Die drei quatschten noch fast eine Stunde über belangloses Zeug, bis sich Lina verabschiedete.

„Danke für das leckere Essen. Wir hören uns die Tage mal“, sagte sie, gab ihren Eltern noch ein Küsschen und machte sich dann auf den Weg nach Hause um ihre Reitsachen zu holen.

Im Auto dachte Lina nochmal über alles genau nach und darüber, was ihre Eltern heute alles zu dem Thema „Pete“ gesagt haben und sie wusste, dass sie die richtige Entscheidung getroffen hatte.

Kurz darauf fuhr sie die Einfahrt zu ihrem Haus hinauf, als sie von weitem etwas an der Haustüre hängen sah. Doch um was es sich genau handelte, sah sie von der Entfernung aus nicht.

Lina stieg aus dem Auto und ging zur Tür, da sah sie eine schwarze Rose mit einem Brief, die scheinbar an die Tür geklebt wurde.

Sie trat sofort ein, setzte sich auf das Bänkchen der Garderobe und öffnete langsam den Brief.

In diesem stand:

„Mein Liebling,

es ist traurig, dass wir es auch nach dem zweiten Anlauf nicht geschafft haben, dass unsere Liebe wichtiger ist als alles andere.

Nein, deine Familie, sogar Zoe, obwohl die auf der anderen Seite der Welt wohnt, waren dir wichtiger als ich. Du hast mich, meine Bitten und meine Gefühle nicht ernst genommen und das brach mir mein Herz.

Aber du solltest wissen, irgendwann kommt die Zeit, wo du ganz alleine bist und dann wärst du froh darüber, mich an deiner Seite zu haben. Doch dann, meine Liebe, ist es für alles zu spät, so viel kann ich dir versprechen.

Du wirst es noch bereuen, mich verlassen zu haben.

So schwarz wie diese Rose ist sind nun meine Gefühle für dich. Wie würde man dazu sagen?

„Hasserfüllt“

Alles Liebe & Gute, dein Ex!“

Lina zitterte am ganzen Körper. So langsam fühlte sie nicht nur Trauer und Wut gegen Pete, sondern auch die Angst, die in ihr wuchs.

Sie saß da und starrte den Brief an, als Lina durch das Läuten der Glocke so erschrak, dass sie einen Schrei ausstieß und aufsprang. Sie ging zur Tür.

„Wer ist da?“, fragte sie vorsichtig.

„Lina, ich bin es, Anne“, hörte sie und öffnete. Anne merkte sofort, dass etwas nicht in Ordnung war.

„Hey, was ist los? Du siehst aus, als hättest du ein Gespenst gesehen.“ Anne kam herein, schloss die Tür, legte Lina einen Arm um die Schulter und führte sie ins Wohnzimmer.

Lina sagte noch immer nichts, sondern setzte sich auf die Couch.

„Erzähl mir doch bitte, was passiert ist?“, bat ihre Freundin behutsam. Lina seufzte und schüttelte den Kopf.

„Ich kam gerade von meinen Eltern nach Hause, um mir noch kurz meine Reitklamotten anzuziehen, als ich diese schwarze Rose und den Brief an meiner Haustür hängen sah“, erwiderte Lina und reichte Anne den Brief. Sie nahm ihn entgegen und begann angespannt zu lesen.

Ein paar Minuten später sah sie entsetzt hoch und nahm Lina in die Arme.

„Das tut mir so leid. Also dieser Pete ist ja ein echter Vollidiot. Der hat nun seinen verletzten männlichen Stolz und deswegen wird er so ausfallend und böse dir gegenüber. Meine Liebe, bitte tu mir einen gefallen, nimm diesen Mann und seinen lächerlichen Brief nicht ernst“, versuchte Anne, Lina zu ermutigen und sprach weiter.

„Der Typ ist es nicht wert, noch eine Sekunde an ihn zu verschwenden. Komm, zieh dir deine Reitsachen an und lass uns zur Ranch fahren“, sagte sie liebevoll und Lina nickte.

„Du hast Recht. Warte kurz, ich mach mich fertig für den Ausritt, dann können wir aufbrechen.“

Sie stand auf und begab sich nach oben, Anne nahm den Brief nochmal zur Hand, las ihn erneut und wurde immer wütender auf diesen Pete.

Doch sie wollte, dass Lina einen schönen Nachmittag verbrachte, legte den Brief auf das Kästchen und wartete.

Ein paar Minuten später waren die zwei unterwegs zu den Pferden.

Es war ein toller, schöner Geländeausritt und Lina konnte so ihren Kopf ein bisschen frei bekommen.

Danach striegelten und fütterten sie die Pferde und als sie auf dem Heimweg waren, kam Anne eine Idee.

„Was hältst du davon, wenn wir uns noch eine Pizza holen und uns bei dir zuhause einen gemütlichen Abend machen?“, fragte sie gut gelaunt und Lina lächelte sie an.

„Ja, super. Der Wein ist sogar schon gekühlt“, gab sie ihr zur Antwort.

Die Mädels verbrachten einen lustigen Abend zusammen, der aber nicht zu lange dauerte, weil ja am nächsten Tag schon eine neue Arbeitswoche bevor stand.

**

Er sah, wie Lina sich von ihren Eltern verabschiedete und sich auf den Heimweg machte.

Man merkte ihm direkt an, wie die Freude in ihm stieg.

„Gut so, meine Süße, bald wirst du mein erstes Geschenk an dich sehen. Ich hoffe, es gefällt dir“, sagte er grimmig zu sich selbst und fuhr langsam hinterher.

Pete versteckte sich ein Haus weiter hinter einem Baum, damit sie ihn ja nicht bemerken konnte.

Er beobachtete sie und freute sich innerlich so sehr, als er ihr erschrockenes Gesicht sah und Lina gleich darauf etwas ängstlich in ihr Haus stürmte.

„Tja, so kann es einem ergehen, wenn die Liebe nicht erwidert wird, meine liebe Lina“.

Eigentlich wollte Pete gleich wieder fahren, da entdeckte er Annes Auto, das gerade in Linas Einfahrt fuhr.