Der Weg nach Sacramento - Palmi Ranchev - E-Book

Der Weg nach Sacramento E-Book

Palmi Ranchev

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Beschreibung

"Der Weg nach Sacramento" ist nach Einschätzung des Autors sein bislang gelungenstes Werk. Der Roman malt ein ungeschminktes Bild von Bulgarien kurz nach der Wende, eine Zeit der Massenarmut, der Massenverstörung. Eine Geschichte von jungen Menschen in der Hauptstadt Sofia, die, jeder Hoffnung und Zukunft beraubt, Drogen konsumieren und verkaufen. Und auch eine Geschichte der Vergangenheitsbewältigung und des Erwachsenwerdens, obwohl für den jungen Protagonisten am Ende nur die Emigration eine Lösung seiner Probleme verspricht. Der zwanzigjährige Pavel lebt nach Beendigung seines Militärdienstes bei seiner Großmutter in einem Plattenbauviertel Sofias, da er zu seiner Mutter, einer gestörten promiskuitiven Frau, nicht zurückkehren möchte. Pavel indes hat ein ganz spezielles Problem: Er ist noch Jungfrau, ein Zustand, den er so bald wie möglich beenden möchte. Er verliebt sich in die drogensüchtige Marianna und schließt sich, um sie zu gewinnen, ihrer Clique an, eine Gruppe von jungen Drogensüchtigen. Parallel zur Gegenwartshandlung wird die Geschichte des Vaters erzählt und dessen Leben im amerikanischen Exil seit seiner Flucht im Jahr 1970. Gegen Ende des Romans bringt sich Marianna um, als einer ihrer Geliebten von der Mafia ermordet wird. Pavel selbst wird von der Drogenmafia verfolgt. Da erfährt er, dass sein Vater in Amerika gestorben ist und ihm Geld hinterlassen hat, wodurch er die Möglichkeit bekommt, Bulgarien und dem organisierten Verbrechen zu entkommen - Richtung Sacramento.

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EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2013

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Palmi Ranchev

Der Weg nach Sacramento

Palmi Ranchev

Der Weg nach Sacramento

Roman

Aus dem Bulgarischen von

Alexander Sitzmann

Herausgegeben von

Nellie und Roumen Evert

Die editionBalkan im Dittrich Verlagist eine Gemeinschaftsproduktion mitCULTURCONmedien

Die Übersetzung dieses Buches wurde unterstützt von:

Bibliografische Information der DeutschenNationalbibliothekDie Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diesePublikation in der Deutschen Nationalbibliografie;detaillierte bibliografische Daten sind im Internetüber >http://dnb.ddb.de< abrufbar.

ISBN 978-3-937717-56-2

eISBN 978-3-943941-35-7

© Dittrich Verlag GmbH, Berlin 2011Die Originalausgabe erschien unter dem Titel»Posoka Sakramento« im Verlag Pavlina Nikifolova,Sofia 2000.Lektorat: Marita GleissUmschlaggestaltung: Guido Klütschunter Verwendung eines Bildausschnittes vonMatey Mateev, Plovdiv

www.dittrich-verlag.de/www.culturcon.de

Er träumt noch immer seinen Danse macabre. Ringsherum drängen sich kleine Bengel. Nur kleine Bengel. Der Zeigefinger tanzt nicht mehr, sondern dirigiert die allgemeine Lebhaftigkeit – droht, verbietet, verweigert, ruft, zeigt und drückt am Ende den Abzug einer Pistole. Einer imaginären oder echten. Wichtig sind nur seine erneut lebhaften ausdrucksvollen Bewegungen. Gesättigt von Sinn. Manchmal gar magisch. Und sie stehen nicht im Widerspruch zu den bereits aufgezählten. Die Bewegungen eines riesigen Zeigefingers, unter dessen Diktat nicht nur seine Jugendjahre standen, sondern sein ganzes Leben. Seines und das der meisten seiner Freunde.

An dieser Stelle war der Fluss ganz schmal. Mit Anlauf könnte er hinüberspringen. Er sah sich vom flachen Ufer aus die Wohnblocks ringsherum an. Sie ragten ohne Spiegelungen aus dem unbeweglichen, trüben, fast schwarzen Wasser hervor. Die Plattenbaukartons sahen unbewohnt aus, verlassen, kein Mensch war zu sehen. Wartete man still auf die nächste Verteuerung beim Brot? Das nächste große Unglück, das in viel zu kleinen Portionen kam? Nahm man es hin und wartete voller Hoffnung darauf, dass am Ende etwas Bedeutendes geschehen würde? Dann würden die Menschen die Fenster weit aufreißen, sich auf den Balkonen zeigen und schreien, schreien, schreien. Aber das Schlechte kam erneut in kleinen Portionen, jeden Tag. Mehrmals täglich. So oft, dass sie es schon nicht mehr bemerkten. Und alle schrumpften mehr und mehr. Wurden geradezu unsichtbar an einem frühen Abend wie diesem.

Auf der Seite tauchten zwei Straßenköter auf. Sie schnupperten mit erhobenen Köpfen, ohne einen Laut von sich zu geben. Er ließ sie nicht aus den Augen, während er auf die Anhöhe aus aufgehäufter Schlacke stieg. Er blieb auf dem höchsten Punkt stehen, die Hände in den Hosentaschen seiner ausgeleierten Hose. Die Hunde drehten sich abrupt um und rannten in Richtung des sumpfigen Ufers. Bald verschwanden sie hinter den herumliegenden Blechdosen. Auf manchen waren stilisierte rechteckige Käsestücke mit dunklen Löchern zu erkennen. Er hätte Lust gehabt, noch lange dazustehen und sich umzusehen. Er wartete darauf, dass es dunkel genug wurde. Nur die Dunkelheit verbarg das widerwärtige Bild. Plötzlich rief jemand nach ihm. Er sah den blauen Lada vor dem gegenüberliegenden Haus. Erneut hörte er seinen Namen.

Zwei weitere Wagen – ein schlammbespritzter grüner Jeep und ein anderer Lada – hielten hinter dem blauen. Aus den Autos ergoss sich eine Schar junger Leute. Neue Bewohner der Wüste ringsherum. Sie sahen ausgesprochen lebensfroh aus. Sie ließen zwei Flaschen Wodka der Marke »Atlantik« die Runde machen. Aus dem blauen Lada stieg noch ein Mädchen. Eine schlanke Gestalt mit hoch aufragenden, spitz zulaufenden Brüsten. Sie schaukelte mit tänzelnden Schritten zu den anderen. Er erkannte in ihr Mariana, und es lief ein Schauer über seinen Körper, wie oft in letzter Zeit, wenn er an sie dachte.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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