Der Weg zum Ruhm – Ein klassischer Schicksalsroman - Luisa Bachstein - E-Book

Der Weg zum Ruhm – Ein klassischer Schicksalsroman E-Book

Luisa Bachstein

0,0
3,99 €

oder
-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Britta und Martha, zwei Schwestern, so unterschiedlich wie Tag und Nacht leben vom Erbe ihrer Eltern, das langsam aber sicher immer mehr schwindet. Während Britta, zu Beginn der 1960er Jahre als aufgehendes Sternchen in der Theater- und Filmwelt strahlend und schön allen Männern den Kopf verdreht und das Erbe mit vollen Händen ausgibt, fristet Martha als tüchtige Geschäftsfrau eines kleinen Geschäftes eher ein bodenständiges Dasein. Britta und der wohlhabende Arndt Graßmann stehen kurz vor der Verlobung, als der Produzent Rainer Thaler ihr ein verlockendes Angebot macht. Die Möglichkeit einer großen Filmkariere steht plötzlich der Verlobung im Weg. Und – da ist auch noch Martha …

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2024

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



 

 

 

 

Luisa & Leo Bachstein

 

 

Der Weg zum Ruhm

 

 

 

 

 

 

Ein klassischer Schicksalsroman 

 

 

 

 

 

 

 

 

Impressum

 

 

Copyright © by Authors/Bärenklau Exklusiv 

Cover: © by Steve Mayer, 2024

Korrektorat: Ilka Richter

 

Verlag: Bärenklau Exklusiv. Jörg Martin Munsonius (Verleger), Koalabärweg 2, 16727 Bärenklau (OT), Gemeinde Oberkrämer. Kerstin Peschel (Verlegerin), Am Wald 67, 14656 Brieselang

 

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

 

Alle Rechte vorbehalten

 

Das Copyright auf den Text oder andere Medien und Illustrationen und Bilder erlaubt es KIs/AIs und allen damit in Verbindung stehenden Firmen und menschlichen Personen, welche KIs/AIs bereitstellen, trainieren oder damit weitere Texte oder Textteile in der Art, dem Ausdruck oder als Nachahmung erstellen, zeitlich und räumlich unbegrenzt nicht, diesen Text oder auch nur Teile davon als Vorlage zu nutzen, und damit auch nicht allen Firmen und menschlichen Personen, welche KIs/AIs nutzen, diesen Text oder Teile daraus für ihre Texte zu verwenden, um daraus neue, eigene Texte im Stil des ursprünglichen Autors oder ähnlich zu generieren. Es haften alle Firmen und menschlichen Personen, die mit dieser menschlichen Roman-Vorlage einen neuen Text über eine KI/AI in der Art des ursprünglichen Autors erzeugen, sowie alle Firmen, menschlichen Personen , welche KIs/AIs bereitstellen, trainieren um damit weitere Texte oder Textteile in der Art, dem Ausdruck oder als Nachahmung zu erstellen; das Copyright für diesen Impressumstext sowie artverwandte Abwandlungen davon liegt zeitlich und räumlich unbegrenzt bei Bärenklau Exklusiv.

 

Inhaltsverzeichnis

Impressum 

Das Buch 

Der Weg zum Ruhm 

1. Kapitel 

2. Kapitel 

3. Kapitel 

4. Kapitel 

5. Kapitel 

6. Kapitel 

7. Kapitel 

8. Kapitel 

9. Kapitel 

10. Kapitel 

11. Kapitel 

12. Kapitel 

13. Kapitel 

14. Kapitel 

15. Kapitel 

16. Kapitel 

17. Kapitel 

18. Kapitel 

19. Kapitel 

20. Kapitel 

 

Das Buch

 

 

Britta und Martha, zwei Schwestern, so unterschiedlich wie Tag und Nacht leben vom Erbe ihrer Eltern, das langsam aber sicher immer mehr schwindet. Während Britta, zu Beginn der 1960er Jahre als aufgehendes Sternchen in der Theater- und Filmwelt strahlend und schön allen Männern den Kopf verdreht und das Erbe mit vollen Händen ausgibt, fristet Martha als tüchtige Geschäftsfrau eines kleinen Geschäftes eher ein bodenständiges Dasein. Britta und der wohlhabende Arndt Graßmann stehen kurz vor der Verlobung, als der Produzent Rainer Thaler ihr ein verlockendes Angebot macht. Die Möglichkeit einer großen Filmkariere steht plötzlich der Verlobung im Weg. Und – da ist auch noch Martha …

 

 

***

Der Weg zum Ruhm

 

Ein klassischer Schicksalsroman

von Luisa & Leo Bachstein

 

1. Kapitel

 

»So kann das nicht weitergehen!« Ernst Schneider klappte entschlossen den blauen Aktenordner zu.

»Es tut mir leid, Martha, aber du musst selbst einsehen, dass es so auf die Dauer nicht gutgehen kann!«

Martha Bacher sank bei diesen Worten immer mehr in sich zusammen. Ihre zierliche Figur verlor sich fast in dem großen Sessel. Als sie jetzt ihre großen, unschuldigen blauen Augen ein wenig hilflos auf den väterlichen Freund richtete, wirkte sie beinahe wie ein Schulmädchen.

Rührend, stellte Ernst Schneider mit flüchtig gerunzelten Augenbrauen fest. Manchmal fand er es schade, dass er nicht mehr zwanzig war.

»Was soll ich denn tun?«, fragte Martha leise. »Ich arbeite doch schon Tag und Nacht.«

»Ja, ich weiß.« Ernst Schneider trat hinter seinem großen alten Schreibtisch hervor und setzte sich Martha gegenüber in einen Sessel, um anzudeuten, dass jetzt der ungezwungene Teil der Unterhaltung begann. »Niemand weiß besser als ich, wie sehr du schuftest«, versicherte er. »Dein Geschäft läuft ja auch großartig. Ja, wirklich, du kannst stolz darauf sein.«

»Nicht wahr?« Martha strahlte. So etwas aus dem Mund eines mit allen Wassern gewaschenen Geschäftsmannes wie Ernst Schneider zu hören, empfand sie als große Auszeichnung. Er war mit Lobsprüchen immer sparsam umgegangen und zuerst sehr skeptisch gewesen, als sie nach dem Tod der Eltern eine Boutique eröffnet hatte, in der man geschmackvolles Kunsthandwerk kaufen konnte.

»Jedenfalls habe ich es bisher mit meinem Erbe weitergebracht als Britta mit ihrem«, stellte Martha nicht ohne Stolz fest. »Und dabei gilt meine Schwester doch als der kluge Kopf in der Familie.«

Ernst Schneider hob die Hände und ließ sie wieder fallen. Auf einmal sah er mit seinem faltigen, leicht geröteten Gesicht und dem eisgrauen Haar alt aus. Das war immer der Fall, wenn ihm die rechten Worte nicht einfielen.

»Trotzdem muss ich mal ein ernstes Wort mit dir reden«, meinte er schließlich. »Dazu habe ich dich hergebeten. Wie du weißt, versuche ich mich ein bisschen um euch zu kümmern, gewissermaßen Vaterstelle zu vertreten. Nicht umsonst haben eure Eltern mich in ihrem Testament als euren Vormund bestimmt. Es wäre sicher nicht in ihrem Sinne, wenn ich euch jetzt euch selbst überließe, auch wenn ihr längst volljährig seid.«

Er stützte den Kopf in die Hand und schwieg für Sekunden, eine eindrucksvolle Geste, die aber mit wirklicher Erschütterung nicht allzu viel zu tun hatte. Friedrich Bacher und seine Frau hatten bestimmt zu seinen allerbesten Freunden gehört, aber jetzt waren sie doch schon sehr lange tot.

Martha senkte den Kopf und hütete sich, das Schweigen zu unterbrechen, obwohl sie diese Geste seit sechs Jahren kannte und allmählich an den wahren Empfindungen ihres einstigen Vormundes zu zweifeln begann.

»Nun, ich hoffe nicht, dass ich dich im Einzelnen darauf hinweisen muss, was ich alles für euch getan habe«, fuhr Ernst Schneider unvermittelt fort. »Daher nehme ich an, du wirst mir ein offenes Wort nicht verübeln! Letzten Endes gilt meine Sorge vor allem deinem Wohl.«

»Ja, Herr Schneider«, sagte Martha vorsichtig, da ihr schien, dass er an dieser Stelle eine Antwort erwartete.

»Kurz und gut, ihr lebt über eure Verhältnisse!« Ernst Schneider schlug mit der flachen Hand auf das Knie. »Dein Geschäft mag so gut gehen, wie es will, Summen in dieser Größenordnung wirft es einfach nicht ab.«

Diesmal senkte Martha ehrlich betroffen den Kopf. Diesen Vorwurf von Seiten ihres Beraters hatte sie seit langem erwartet und gefürchtet. Sie wusste selbst, dass er nur allzu berechtigt war.

»Ich weiß selbst nicht, wo das Geld bleibt«, sagte sie schüchtern. »Ich habe zusammengerechnet, was ich so für mich ausgebe, aber dabei kam nur ganz wenig heraus. Mir scheint, unser Haushalt als solcher ist ein Fass ohne Boden.«

»So ist es«, bestätigte Ernst Schneider ernst. »Fang jetzt um Gottes willen nicht an, bei deinen paar Blusen und Lippenstiften zu sparen! Das bringt überhaupt nichts. Aber ist es denn wirklich nötig, dass du mit deiner Schwester ein Appartement von palastähnlichen Ausmaßen bewohnst? Und dazu noch in der teuersten Gegend der Stadt? Musst du dir zusätzlich zu deinem Kleinwagen unbedingt noch diese Luxuslimousine halten? Und müsst ihr jede Woche ein feudales Fest mit Kaviar und Champagner geben?« Mit einer ärgerlichen Handbewegung fegte er den Einwand beiseite, zu dem Martha eben den Mund öffnete.

»Mach mir nichts vor, ich weiß Bescheid! Die ganze Stadt spricht schließlich von eueren rauschenden Festen!«

»Na ja«, sagte Martha kleinlaut. »Ich finde das ja auch alles ein bisschen übertrieben. Neulich noch habe ich eine sehr hübsche Wohnung gesehen, die nur einen Bruchteil von unserer jetzigen Miete kostete. Aber Sie hätten nur mal Britta sehen sollen! Sie ist mir beinahe an die Kehle gesprungen, als ich einen Vorschlag in dieser Richtung machte. Kleinlich und geizig und gewöhnlich nannte sie mich und noch ein paar Dinge, die ich nicht behalten konnte.«

Ernst Schneider nickte gedankenvoll. »Ich vermute, die Limousine habt ihr auch nur Brittas wegen?« »Ja«, antwortete Martha lebhaft. »Sie mag nicht in Kleinwagen fahren, und das ist ja auch verständlich, denn schließlich ist sie Schauspielerin und fast eine Berühmtheit! Sie kann doch nicht daherkommen wie Hinz und Kunz, nicht wahr?«

»Vermutlich nicht.« Schneiders Lippen kräuselten sich spöttisch. »Hat sie dir das gesagt?«

»Ja - nein - ich weiß nicht mehr genau«, gestand Martha. »Jedenfalls sehe ich es ein und auch, dass sie ab und zu eine Party geben muss, weil sie so viele wichtige Leute kennt, die ihr helfen sollen, noch berühmter zu werden.«

»Und wenn diese Leute nicht von sich aus einsehen, dass es gut wäre, Britta zu fördern, so kann man sie wohl am besten mit russischem Kaviar davon überzeugen, nehme ich an«, fügte Ernst Schneider bissig hinzu. »Ich habe mir schon gedacht, dass auch die Partys auf Brittas Konto gehen. Britta hat ihren Anteil von dem Erbe eurer Eltern innerhalb kürzester Zeit durchgebracht, nachdem sie volljährig war, und jetzt ist sie dabei, auch noch dein Erbe zu vergeuden!« Marthas Augen wurden kugelrund.

»Aber - aber wie können Sie so etwas sagen?«, brachte sie hervor. »Britta ist doch ein riesengroßes Talent! Alle sagen das von ihr. Es kann nicht mehr lange dauern, dann ist sie ganz oben, und Theater und Filmgesellschaften werden sich um sie reißen.«

»Hoffentlich ist dann von dir und deinem Geschäft noch etwas übrig«, antwortete Ernst Schneider trocken. »Siehst du denn nicht ein, dass du dich für Britta kaputtmachst? Dabei ist sie die Ältere und sollte eigentlich für dich sorgen! Britta leistet sich den größten Luxus, während du Tag und Nacht dafür arbeitest. Wirklich, ihre Gage, die sie vom Schauspielhaus bekommt, kann doch nur ein Taschengeld für sie sein! Sag mal, wirst du es nicht langsam leid, dich so von ihr ausnutzen zu lassen?«

Vor Verwirrung wusste Martha nicht genau, wohin sie blicken sollte. Diese Gedanken waren nicht so ganz neu für sie. Manchmal, wenn sie sehr müde war, hatte sie sich auch schon selbst gefragt, warum sie eigentlich so viel arbeiten musste und nichts davon hatte. Aber solche Überlegungen waren ihr immer ketzerisch vorgekommen, und sie hatte sie schleunigst in den hintersten Winkel ihres Gehirns verbannt, zutiefst erschrocken über sich selbst und ihre Selbstsucht.

»Ja, aber ist es denn nicht ganz selbstverständlich, dass man seinen Angehörigen hilft? Zumal seiner eigenen Schwester?« Es erschien ihr unheimlich, dass Ernst Schneider offensichtlich ihre geheimsten Gedanken erraten hatte. »Was soll denn aus Britta werden, wenn sie mich nicht mehr hat? Sie ist nun mal ein großes Talent. Da muss ich ihr doch nach Kräften helfen, sich zu entfalten, nicht wahr? Sonst geht doch der ganzen Welt irgendetwas verloren.« Martha besann sich und wusste auf einmal nicht mehr weiter. »Ich kann Ihnen das nicht so genau erklären«, meinte sie. »Aber wenn Britta davon spricht, klingt es sehr einleuchtend.«

»Jedenfalls wirst du ihr nicht mehr sehr lange helfen können, wenn sich nicht bald etwas ändert«, erklärte Ernst Schneider rundheraus. »Wenn du willst, kann ich dir auf den Tag genau ausrechnen, wann es soweit ist, dass dein Geschäft unter den Hammer kommt. Und ich kann dir nur versichern, die Zeitspanne, die dir noch bleibt, ist denkbar kurz.«

»Und was soll ich tun?«, erkundigte Martha sich kleinlaut. Sie hatte die unbestimmte Idee, dass das, was ihr ehemaliger Vormund jetzt vorschlagen würde, ihr kein bisschen gefallen würde.

Ernst Schneider stand auf, um eine Cognacflasche und zwei Schwenker aus dem Schrank zu holen. Er fand es manchmal schwierig, Martha in die offenen, blauen und leicht beunruhigenden Augen zu blicken.

»Ich mische mich nicht gern in deine Privatangelegenheiten«, sagte er verlegen. »Aber wenn du mich schon so direkt fragst - ich glaube, eine Heirat ist so ungefähr der einzige Ausweg, der dir bleibt.«

Martha machte den Mund auf, klappte ihn wieder zu und wünschte sich, nicht so direkt gefragt zu haben.

»Ich versichere dir, ich habe nur dein Bestes im Auge«, fuhr Ernst Schneider fort und schenkte ihr einen großen Cognac ein. »Was dir fehlt, ist jemand, der etwas von Geschäften versteht und dich ein wenig anleitet und im Auge behält. Und das sollte am besten ein Ehemann sein. Versteh mich bitte richtig! Du sollst Britta ja nicht vor die Tür setzen. Aber du darfst auch nicht immer wieder jeder ihrer Launen nachgeben. Ein Mann würde dir helfen, sie mit Maß und Ziel zu unterstützen, womit wohl allen am besten gedient wäre.« Er hob sein Glas und trank ihr zu.

Martha, die sonst nie etwas Schärferes als Saft trank, nahm einen großen Schluck von dem hochprozentigen Getränk und fing augenblicklich an zu husten. Es dauerte eine ganze Weile, bis sie wieder sprechen konnte.

»Wissen Sie, das ist ja alles schön und gut«, meinte sie schließlich. »Aber die Sache hat einen Haken. Es hat noch nie jemand um mich angehalten, und einen Mann mit all den Vorzügen, die Sie eben aufgezählt haben, kenne ich überhaupt nicht!«

»Unsinn«, erklärte Ernst Schneider ungeduldig. »Natürlich kennst du so einen, und zwar schon ziemlich lange. Und vermutlich ist er dir noch nicht einmal unsympathisch. Ich spreche von meinem einzigen Sohn!«

»Gerhard? Oh nein!« Martha bekam einen Lachanfall, der mit einem Schluckauf endete. »Das kann doch nicht Ihr Ernst sein! Außerdem hat auch er nicht um mich angehalten.«

»Dann wird er es noch tun!« Eine eigensinnige Falte stand steil zwischen Ernst Schneiders buschigen Augenbrauen. Er schlug mit der flachen Hand auf den Tisch, dass die Gläser klirrten. »Mein Gott, Kind, ich weiß genauso gut wie du, dass mein Sohn niemand ist, an den irgendein Mädchen seine romantischen Träume hängen würde! Er sieht sicher nicht aus wie Clark Gable, und der Intelligenteste ist er auch nicht …«

»Bestimmt nicht«, bestätigte Martha mit Nachdruck und kämpfte mit ihrem Schluckauf.

Ernst Schneider bedachte sie für diese taktlose Unterbrechung mit einem scharfen Blick.

»Trotzdem, er ist genau das, was du brauchst«, beharrte er. »Selbstverständlich versteht er nichts von Geschäften, aber darum könnte ich mich dann ja kümmern. Überdies erbt er eines Tages ein nicht unbeträchtliches Vermögen von mir, und du kannst dir selbst ausdenken, wie viele Vorteile es mit sich bringt, mit einem wohlhabenden Mann verheiratet zu sein. Ich bin überzeugt davon, dass er einen vortrefflichen Ehemann abgeben wird, denn er ist sehr gutmütig. Wohnen könntet ihr bei uns. Du weißt ja, unser Haus ist groß genug, und meiner Frau würde etwas Gesellschaft nur guttun. Außerdem ist sie in letzter Zeit nicht mehr so gesund wie früher und schafft die Hausarbeit nicht mehr besonders gut.«

Vor Marthas geistigem Auge tauchte für Sekunden das Bild der alten, kränklichen Frau Schneider auf, einem ewig unzufriedenen und zänkischen Weib, das jedes Dienstmädchen so lange tyrannisierte, bis es kündigte. Sicher, die Villa der Schneiders konnte fast herrschaftlich genannt werden, und es musste ein Traum sein, darin zu wohnen, aber bestimmt nicht, solange diese Frau uneingeschränkt darin regierte. Martha wusste, dass Gerhard Schneider angefangen hatte, sich überall und nirgends herumzutreiben, und sie konnte es ihm nicht verdenken. Und dieser Frau sollte sie sich freiwillig ausliefern? Sie schluckte.

»Wissen Sie … vielleicht … ich meine, ich sollte mir das mit der Ehe vielleicht doch noch einmal gründlich überlegen«, stotterte sie. »Wenn man heiratet, ist das doch ein entscheidender Schritt, nicht wahr? Da sollte man doch sicher nichts überstürzen.«

»Natürlich nicht!« In der festen Überzeugung, dass Martha angebissen hatte, lächelte Ernst Schneider gewinnend. »Niemand will dich zu irgendetwas drängen! Ich meine nur, ich sollte dich auf die Vorteile einer solchen Verbindung hinweisen, damit du in Ruhe alles vernünftig abwägen kannst.

---ENDE DER LESEPROBE---