Der Weihnachtskater – Tannenduft und Winterglück - Elke Schweizer - E-Book
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Der Weihnachtskater – Tannenduft und Winterglück E-Book

Elke Schweizer

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Beschreibung

Seit einiger Zeit leben Ella und Max mit ihren Kindern Robin, Mathilda und Lilly in Tannreuth. Als sie in ihr neues Haus einzogen, waren Ella und Max fest entschlossen, ihre Ehe zu retten. Aber inzwischen fragen sie sich, ob ihr Umzug in den Schwarzwald dabei hilfreich war. Das liegt nicht zuletzt an Tosca, Max‘ Assistentin, die sich im Gästezimmer einquartiert hat, und daran, dass die Aufnahme in die Dorfgemeinschaft einige Hürden bereithält.

Trübe Aussichten für die nahende Adventszeit. Doch alles ändert sich, als ein getigerter Kater ins Haus stürmt, verfolgt von einem Rottweiler ...

Ein bezaubernder Weihnachtsroman mit viel Wirbel um eine neu zugezogene Familie

Ein in sich abgeschlossener Roman um den eigenwilligen Kater Kasimir

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Seitenzahl: 358

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Inhalt

Cover

Über das Buch

Über die Autorin

Titel

Impressum

Prolog

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Kapitel 18

Kapitel 19

Kapitel 20

Kapitel 21

Kapitel 22

Kapitel 23

Kapitel 24

Kapitel 25

Kapitel 26

Epilog

Über das Buch

Seit einiger Zeit leben Ella und Max mit ihren Kindern Robin, Mathilda und Lilly in Tannreuth. Als sie in ihr neues Haus einzogen, waren Ella und Max fest entschlossen, ihre Ehe zu retten. Aber inzwischen fragen sie sich, ob ihr Umzug in den Schwarzwald dabei hilfreich war. Das liegt nicht zuletzt an Tosca, Max‘ Assistentin, die sich im Gästezimmer einquartiert hat, und daran, dass die Aufnahme in die Dorfgemeinschaft einige Hürden bereithält.

Trübe Aussichten für die nahende Adventszeit. Doch alles ändert sich, als ein getigerter Kater ins Haus stürmt, verfolgt von einem Rottweiler …

Ein bezaubernder Weihnachtsroman mit viel Wirbel um eine neu zugezogene Familie

Ein in sich abgeschlossener Roman um den eigenwilligen Kater Kasimir

Über die Autorin

Elke Schweizer hat 2007 ihr erstes Buch veröffentlicht. Seither hat sie unter Pseudonym zahlreiche Liebesromane verfasst. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Düsseldorf. Sie hat selbst drei Katzen, die ihr lebhafte Inspiration für die WEIHNACHTSKATER-Romane bieten. Elke Schweizer liebt es außerdem, zu backen und zu kochen.

Elke Schweizer

Der Weihnachtskater

Tannenduft und Winterglück

Roman

Vollständige E-Book-Ausgabedes in der Bastei Lübbe AG erschienenen Werkes

Originalausgabe

Copyright © 2023 byBastei Lübbe AG, Schanzenstraße 6–20, 51063 Köln

Textredaktion: Marion Labonte, LabontextUmschlaggestaltung: Tanja Østlyngen unter der Verwendung von Motiven von © shutterstock: Liliya Kulianionak | Zemler | DMITRII SIMAKOVeBook-Erstellung: two-up, Düsseldorf

ISBN 978-3-7517-4791-2

luebbe.delesejury.de

Prolog

Laura betrachtete prüfend den gedeckten Tisch. Die schönen Teller, weiß mit schmalem Goldrand, stammten noch von ihrer Großmutter. In den edlen Kristallgläsern spiegelte sich das Licht der Kerze.

Als sie zurücktrat, spürte sie einen kalten Zug in ihrem Rücken. Die Terrassentür war spaltbreit geöffnet, weil Kasimir vor ein paar Minuten nach draußen gewollt hatte.

»Wo bleibt er denn?«, murmelte sie.

Der Kater hatte es sich angewöhnt, abends noch einmal eine Runde zu drehen, aber seit es so kalt war, kam er meist schnell zurück. Ausgerechnet heute ließ er sich Zeit.

Laura öffnete weit die Tür und trat hinaus. Das Licht der Außenlampe reichte bis zum Rand der Terrasse. Der Garten dahinter lag in tiefer Dunkelheit.

»Kasimir!«, rief sie laut.

Nichts geschah, der Kater war nirgendwo zu sehen. Was Laura nicht sonderlich überraschte, denn es kam nur sehr selten vor, dass Kasimir auf Zuruf reagierte. Eigentlich nie, wenn sie es recht bedachte.

Fröstelnd umschlang sie ihren Oberkörper mit den Armen. »Kasimir!« Es wäre auch zu schön gewesen, wenn er wenigstens jetzt hören würde.

Zum ersten Mal, seit Tobias bei ihr und den Kindern eingezogen war, hatten sie einen ganzen Abend und eine Nacht nur für sich.

Laura selbst war vor einem Jahr nach Tannreuth gekommen, nach dem Unfalltod ihrer Schwester Annette und ihres Schwagers Daniel. Ihre Entscheidung, sich um die drei Kinder der beiden zu kümmern, hatte Lauras Leben vollständig verändert. In dieser Zeit lernte sie auch Tobias kennen, der damals noch im Nachbarhaus lebte.

Laura schmunzelte, als sie daran dachte, dass ihre erste Begegnung alles andere als erfreulich gewesen war. Doch dann hatten sie sich ineinander verliebt, und Tobias war schließlich zu ihr und den Kindern gezogen. Inzwischen hatte sich ihr gemeinsames Leben eingespielt, heute jedoch freute Laura sich auf den ersten Abend in trauter Zweisamkeit, ohne Kinder.

Hanna, mit ihren dreizehn Jahren die älteste der drei, schlief bei ihrer besten Freundin, und die beiden Kleinen, der siebenjährige Leo und die sechsjährige Juna, übernachteten in der Schule. Dort gab es an diesem Freitag für die ersten beiden Klassen eine Erlebnisnacht, mit Spielen, Vorlesen und einer Wanderung durch die Dunkelheit. Besonders spannend fanden es die Kinder, dass sie alle zusammen auf einem Matratzenlager in der Klasse schlafen durften.

Laura freute sich mit den Kindern über ihr Abenteuer, noch mehr aber sehnte sie Tobias’ Rückkehr herbei. Als sie hörte, wie er die Haustür aufschloss, eilte sie durch das Wohnzimmer in die Diele.

Tobias zog gerade seine Winterjacke aus. Er wirkte müde, doch als er sie anschaute, lächelte er. »Du siehst zauberhaft aus.«

Laura umarmte ihn. »Schön, dass du da bist.« Sie schmiegte sich an ihn und schloss die Augen, als er sie küsste.

»Ich liebe dich«, flüsterte er dicht an ihrem Ohr.

»Ich liebe dich.« Ihr Herz klopfte wild. Nichts konnte in diesem Augenblick ihr Glück stören, davon war sie überzeugt …

… bis ein schriller Schrei aus dem Wohnzimmer, ausgestoßen in höchster Not, nicht nur die Stille, sondern auch jeden Funken Romantik zerstörte.

»Kasimir!« Laura drehte sich um und erreichte mit schnellen Schritten das Wohnzimmer. Genau in dem Moment, als Kasimir auf der Flucht vor einem geifernden Rottweiler auf den gedeckten Tisch sprang, mitsamt der Decke ins Rutschen geriet und sich gerade noch mit einem Sprung auf das oberste Brett des Bücherregals retten konnte. Er legte die Ohren an und fauchte, während der Rottweiler laut bellend an dem Regal hochsprang.

»Ruhe!« Tobias war sofort neben Laura. Seine laute Stimme übertönte das Bellen des Hundes. Der Rottweiler fuhr herum, die schwarzen Haare, durchsetzt von wenigen lohfarbenen Stellen, waren aufgerichtet. Er zog die Lefzen hoch, zeigte seine Zähne und knurrte bedrohlich.

Tobias umfasste Lauras Taille und zog sie langsam mit sich. Schritt für Schritt wichen sie zurück.

Der Hund folgte ihnen. Ebenso langsam, und immer noch knurrend. Als plötzlich ein lauter Pfiff ertönte, hielt er inne und hob lauschend den Kopf.

»Henry!«, rief draußen jemand laut nach dem Hund.

Henry wedelte kurz mit dem Schwanz und verschwand durch die Terrassentür.

Laura atmete tief durch. Mit der Erleichterung kam die Wut. Nicht nur bei ihr, sondern offensichtlich auch bei Tobias. »Jetzt reicht es«, stieß er hervor und verließ mit großen Schritten das Haus.

Betrübt schaute Laura ihm nach. Ihren romantischen Abend zu zweit konnte sie damit wohl vergessen.

Kapitel 1

Das gibt es doch nicht«, murmelte Ella. Sie war sicher, dass sie am Morgen nach dem Frühstück ein halbes Brot in den Vorratsschrank gelegt hatte.

»Ist was?« Robin schlurfte mit hängenden Schultern in die Küche, es schien fast, als läge die Last der ganzen Welt auf seinen Schultern. Träge ließ der Fünfzehnjährige sich auf einen der Stühle fallen, die um den runden Tisch standen.

»Wo ist das Brot?« Ella schaute ihren Sohn fragend an.

»Woher soll ich das wissen?«

»Da war noch ein halber Laib, als ich den Tisch abgeräumt habe. Jetzt ist davon nur noch die Hälfte übrig.«

»Also ein Viertel.« Robin grinste frech.

»Willst du mich ärgern?«

»Ja«, gab Robin unumwunden zu. »Und ich finde es ziemlich bescheuert, dass du wegen ein paar Scheiben Brot so einen Aufstand machst.«

»Ich mache keinen Aufstand, ich habe lediglich gefragt, was mit dem Brot passiert ist.«

»Mit dem halben Ganzen, von dem jetzt nur noch ein Viertel übrig ist.« Robin fand nie ein Ende, wenn er spürte, dass seine Provokationen erfolgreich waren.

Ella warf ihm einen warnenden Blick zu. »Übertreib es nicht!« Sie wusste genau, dass sie ihren Sohn damit erst recht herausforderte.

Robin öffnete den Mund, doch dann lächelte er und gab nach. »Na gut. Wann kommt Papa nach Hause?«, wechselte er das Thema, aber diese Frage verbesserte Ellas Laune keineswegs. Es fiel ihr schwer, sich nicht anmerken zu lassen, wie sehr es in ihr rumorte. Eilig wandte sie ihm den Rücken zu. »Keine Ahnung.« Sie hörte, wie Robin aufstand und näher kam.

»Habt ihr Stress?« Er klang besorgt.

»Nein«, murmelte Ella.

»Wirklich nicht?«

Ella dreht sich um. Er stand neben ihr, fast einen Kopf größer als sie, dünn und schlaksig, mit seinem weichen Flaum auf dem Kinn und unter der Nase.

Sie wünschte sich, er würde sich rasieren, doch Robin trug voller Stolz seinen spärlichen Bartwuchs als Zeichen seiner erwachenden Männlichkeit. Ihr Sohn wurde erwachsen und ließ sich offensichtlich auch nichts von ihr vormachen. »Es ist … ein wenig schwierig gerade«, gab sie zögernd zu, und dann belog sie ihn, obwohl sie es eigentlich nicht wollte: »Es renkt sich schon wieder ein.«

Alles in ihr zog sich bei diesen Worten zusammen. Der Schmerz war immer noch unerträglich, obwohl sie es gewesen war, die Anfang Oktober die Worte ausgesprochen hatte: »Ich will die Scheidung!«

Selbst heute, fast drei Wochen später, wusste sie immer noch nicht, warum sie das gesagt hatte. Um Max zu erschrecken? Um das Entsetzen in seinem Gesicht zu sehen, weil sie davon überzeugt war, dass er die Scheidung ebenso wenig wollte wie sie selbst?

Doch Max war völlig ruhig geblieben. Er hatte sie angesehen, lange und schweigend, und schließlich zustimmend genickt. »Einverstanden.« Dann hatte er sich umgedreht und war gegangen.

Seitdem quälte sie der Gedanke, dass er die endgültige Trennung wirklich wollte und erleichtert war, weil sie es ausgesprochen hatte.

Ella wurde plötzlich bewusst, dass ihr Sohn sie immer noch prüfend anschaute. Sie zwang sich zu einem Lächeln. »Ich weiß, dass Papa und ich in letzter Zeit ziemlich viel streiten, aber …«

»Eben nicht«, fiel Robin ihr ins Wort. »Ihr redet überhaupt nicht mehr miteinander, und das fällt schon auf, nachdem ihr euch vorher nur noch gestritten habt.«

Ella wusste nicht, was sie darauf antworten sollte. Er hatte ja recht. Diese ständigen Streitereien waren der Grund gewesen, weshalb sie alle Anfang des Jahres von Düsseldorf nach Tannreuth gezogen waren. Ihre Ehe hatte sich da schon in einer Krise befunden, weil Max kaum noch zu Hause war, sondern sich überwiegend in der Freiburger Filiale seiner Werbeagentur aufgehalten hatte. Immer wieder hatte er betont, dass er als Teilhaber des Unternehmens nun einmal keinen normalen Achtstundentag einhalten konnte. Die ständigen Fahrten nach Freiburg rechtfertigte er damit, dass es zunehmend anspruchsvollere Aufträge gab, die seine Anwesenheit erforderten. Selbst auf Ellas ironische Frage, warum sein Partner diese Reisen nicht übernehmen konnte, hatte Max prompt eine Antwort: »Wenn ich ein Projekt beginne, bringe ich es auch zu Ende.«

Das war stets der Punkt gewesen, an dem die Diskussion in einen Streit ausgeartet war. Vielleicht hätte sich nie etwas geändert, wenn ihre damals noch vierjährige Tochter Lilly vor ungefähr einem Jahr ihren Vater nicht nachdenklich gemustert und gefragt hätte: »Wohnst du jetzt wieder bei uns, Papa?«

»Papa ist lieber in seinem doofen Büro als bei uns«, hatte die siebenjährige Mathilda geantwortet, bevor Max etwas erwidern konnte.

Das endlich hatte bei Max etwas bewirkt. Nach vielen Gesprächen hatten sie gemeinsam beschlossen, in die Nähe von Freiburg zu ziehen, nach Tannreuth. Aber es hatte sich nicht wirklich etwas geändert. Denn nun war immer öfter Max’ Anwesenheit in Düsseldorf erforderlich. Er war weiterhin so gut wie nie zu Hause.

Dafür hatte Ella ihren geliebten Job in einer Kunstgalerie gekündigt und lebte nun in einem alten Haus, inmitten eines kleinen Dorfes anstatt in der modernen Düsseldorfer Wohnung. Sie hatte Heimweh, außerdem war sie schrecklich enttäuscht, weil sich ihre Hoffnungen nicht erfüllt hatten. Max und sie waren sich einig gewesen, dass sie mit diesem Umzug ihre Ehe retten wollten – und jetzt standen sie vor der Scheidung. Mit einem Mal erfasste Ella eine unsagbare Wut. Wofür hatte sie eigentlich alles aufgegeben, was ihr wichtig gewesen war, während ihr Mann weiter so lebte wie bisher? Nur eben mit einem geänderten Wohnort.

Zudem ließ Ella das Gefühl nicht los, dass Max’ Assistentin Tosca eine immer größere Rolle in seinem Leben spielte.

Nein, da konnte sie auch gleich zurück nach Düsseldorf.

Der Gedanke war ihr in den letzten Tagen immer häufiger und drängender gekommen, aber der Schritt würde ihr leichterfallen, wenn die Kinder ihren Wunsch teilten. Doch an diesem Punkt war Ella unsicher. Vor allem die beiden Kleinen fühlten sich in Tannreuth sehr wohl. Mathilda hatte ihr mehrfach mitgeteilt, dass der Schwarzwald sehr viel schöner sei als die Großstadt, obwohl ihr Vater hier ebenso wenig Zeit für sie und ihre Geschwister hatte wie in Düsseldorf. Und für mich auch nicht, fügte sie in Gedanken hinzu.

»Mama«, hörte sie Robin vorsichtig sagen. »Du bist auf einmal ganz rot im Gesicht.«

Ella presste die Hände gegen ihre Wangen, lächelte schwach. »Es ist ziemlich warm hier drin.«

»Das finde ich nicht.« Robin verzog das Gesicht. »Die Heizung in dieser alten Bude funktioniert immer noch nicht richtig, obwohl der Heizungsmensch schon so oft da war. Das nervt.«

»Das stimmt. Möchtest du zurück nach Düsseldorf?«, wagte Ella zu fragen.

Robin schwieg nachdenklich. »Nee, lieber nicht«, sagte er schließlich. »Anfangs fand ich es hier ziemlich öde, und ich habe meine Freunde in Düsseldorf vermisst. Aber Freiburg ist gar nicht so schlecht, und ein paar Typen aus meiner Klasse sind ganz cool.«

Ella war enttäuscht, hatte eine andere Antwort erhofft. Doch wie so oft gelang es ihr, sich nichts anmerken zu lassen. »Vor allem die Mädchen?«, fragte sie lächelnd.

Diesmal war es Robin, dessen Gesicht rot anlief. »Ja, da ist eine, die ist voll gut«, brachte er hervor. »Aurora …« Er lächelte verträumt. »Ich finde schon den Namen toll. Ihre Eltern kommen aus Italien, sie haben ein Restaurant in Freiburg.«

»Wie schön!« Ella freute sich ehrlich. Ihr Sohn war zum ersten Mal richtig verliebt! »Wir können da alle einmal essen gehen«, schlug sie schmunzelnd vor, wohl wissend, wie ihr Sohn reagieren würde.

»Auf keinen Fall«, fuhr er auf. »Wie peinlich ist das denn?«

»Ja, das stimmt natürlich.« Ella grinste breit. »In deinem Alter fand ich meine Eltern auch peinlich.«

Robin starrte sie an. »Oma und Opa? Niemals! Die waren doch bestimmt die coolsten Eltern der Welt.«

Ella musterte ihn liebevoll. Ihre Eltern waren vor ein paar Jahren kurz nacheinander gestorben, da waren Mathilda und Lilly noch so klein, dass sie sich überhaupt nicht an sie erinnern konnten. Robin aber verband mit seinen Großeltern vor allem das letzte gemeinsame Weihnachtsfest, als er das coole batteriebetriebene Polizeiauto bekommen hatte, in das er sich hineinsetzen und das er selbst fahren konnte. Weil es auch noch einen Beifahrersitz gab, war er der Star unter seinen gleichaltrigen Freunden gewesen.

Ella stieß einen Seufzer aus. Ja, das war ein wirklich glückliches Weihnachtsfest gewesen. Noch dazu in Düsseldorf. Nun stand Weihnachten wieder vor der Tür, und sie hingen in diesem Kaff fest. Offensichtlich sehnte nur sie sich zurück in die Großstadt. Gerade jetzt, wenn die Lichter der riesigen Tanne den Platz vor dem Rathaus beleuchteten, und überall die Weihnachtsmärkte eröffnet wurden. Sie würde sich mit ihrer Kollegin Silke, die auch ihre beste Freundin war, treffen, mit ihr über die Märkte schlendern und Glühwein bis zum Abwinken trinken …

In genau diesem Moment klingelte ihr Handy. Auf dem Display las sie Silkes Namen. »Ich habe gerade an dich gedacht«, sagte sie statt einer Begrüßung.

»Du fehlst mir«, klagte Silke.

»Du mir auch, du ahnst gar nicht, wie sehr.« Silke war ihre beste Freundin, ihre innigste Vertraute, und sie war die Einzige, mit der sie über ihre Eheprobleme gesprochen hatte. »Am liebsten würde ich meine Sachen packen und sofort nach Düsseldorf zurückkommen.«

»Mach das doch!« Silkes Stimme klang hoffnungsfroh.

»Wenn da nicht drei Kinder wären, die ich nicht einfach nach Düsseldorf verfrachten kann.« Ella stieß einen tiefen Seufzer aus.

»Umgekehrt ging es ja auch«, erwiderte Silke trocken.

»Da hatten wir das Haus hier ersteigert und wussten, wo wir wohnen werden. Ich müsste eine Wohnung für die Kinder und mich suchen, eine neue Arbeitsstelle …« Sie brach ab. Allein der Gedanke an all das, was mit einem Umzug verbunden war, erschöpfte sie bereits. »Mal abgesehen davon, dass die Kinder gar nicht mehr nach Düsseldorf zurückwollen«, fügte sie hinzu.

Robin schaute sie beschwörend an und legte den Zeigefinger über die Lippen.

Ella schüttelte leicht den Kopf und gab ihm damit zu verstehen, dass sie seinem Wunsch entsprechen und nichts über Aurora und seine erste junge Liebe verraten würde. Bevor sie ihr Gespräch mit Silke fortsetzte, bat sie Robin, zum Bäcker zu gehen. »Er hat nur noch eine halbe Stunde auf.«

»Ich kann nicht«, behauptete Robin. »Ich muss für eine Mathe-Klausur lernen.« Damit zog er sich wohlweislich zurück und ließ sich auch nicht mehr blicken, als Ella ihm nachrief: »Dazu hast du morgen den ganzen Tag Zeit, da ist Sonntag.«

»Ich wette, das hat er geflissentlich überhört«, sagte Silke am anderen Ende der Leitung.

»Ja, hat er«, bestätigte Ella. »Vielleicht sollte ich einmal ernsthaft mit dem Gedanken spielen, alleine nach Düsseldorf zurückzukommen und die Kinder bei Max zu lassen.«

Silke lachte. »Das würdest du nie übers Herz bringen.«

»Natürlich nicht!« Ella atmete tief durch.

»Wie geht es dir überhaupt?«, fragte Silke.

»Ich habe keine Ahnung.« Ella seufzte. »Meine Gefühle fahren Achterbahn, und meine Gedanken drehen sich ständig im Kreis, ohne eine Lösung zu finden.«

»Ach Mist! Ich wünschte, ich wäre jetzt bei dir und könnte dich in den Arm nehmen«, sagte Silke liebevoll. »Es tut mir echt weh, dass es so gekommen ist! Ich zerbreche mir auch schon dauernd den Kopf, wie ich dir helfen kann.«

»Das musst du nicht«, entschuldigte sich Ella. »Ich will dich nicht mit meinen Problemen runterziehen.«

»Das machst du doch nicht. Ich bin deine Freundin! Wem sonst solltest du dich anvertrauen?« Silke schwieg einen Moment. »Apropos Max … das ist auch der Grund, warum ich anrufe … ich habe ihn gestern gesehen.« Silkes Zögern und ihr Tonfall verrieten, dass sie diese Begegnung beschäftigte. »In den Kasematten am Rheinufer. Er war dort mit ein paar Leuten im Café. Offensichtlich Kollegen …« Erneut geriet sie kurz ins Stocken. »Und einer Kollegin.«

Ella war sofort alarmiert. »Groß, schlank, lange rote Haare?«

»Du kennst sie?«, schlussfolgerte Silke.

»Das ist Tosca Bastin, Max’ Assistentin. Und sie sieht verdammt gut aus. Ich weiß genau, was du gedacht hast.«

»Und du? Was denkst du? Bist du sicher, dass sie nur seine Assistentin ist?«

Ella rang mit sich. »Ich weiß es nicht«, sagte sie schließlich ehrlich. »Ich habe nie irgendwas Konkretes bemerkt, aber manchmal frage ich mich, ob er deswegen meine Bitte um die Scheidung so gelassen hingenommen hat. Weil er für sie frei sein will.« Sie stieß erneut einen Seufzer aus. »Hattest du das Gefühl, dass die beiden besonders vertraut miteinander sind?«

»Keine Ahnung … Ich habe sie ja nur kurz gesehen und nicht beobachtet. Sie ist mir wahrscheinlich nur deshalb aufgefallen, weil sie eine so strahlende Schönheit ist. Ich will da jetzt auch keine Gerüchte in die Welt setzen.«

»Okay.« Ella schloss die Augen, aber die Bilder, die ihre Fantasie ihr vorspielte, waren trotzdem da. Sie hatten sich in den Monaten der Einsamkeit tief in ihr eingebrannt: Max und Tosca … Nein, das tat ihr nicht gut. Sie schüttelte den Gedanken ab. »Ich will jetzt nicht darüber nachdenken. Sag du mir lieber, wie es dir geht.«

»Ich vermisse dich«, kam Silke zum Ausgangspunkt ihres Gespräches zurück. »Und kann dich nur immer wieder ermutigen, wieder nach Düsseldorf zu ziehen. Das mit der Wohnung kriegen wir schon hin. Und wenn du dich tatsächlich dazu entschließen solltest, bietet Jesko dir garantiert wieder einen Job an.«

»Da wäre ich mir nicht so sicher.« Ella dachte an das letzte Gespräch mit ihrem extravaganten Chef. »Er war ziemlich sauer, als ich gekündigt habe. Er fand es total egoistisch, dass ich nicht mehr in der Galerie arbeiten, sondern stattdessen mit meiner Familie nach Tannreuth ziehen wollte.«

»Das nimmt er dir immer noch übel, trotzdem würde er dich sofort wieder einstellen. Aber sei ein bisschen nachsichtig mit ihm. Er hat ja nicht nur dich verloren. MoKo ist auch weg.«

Der bekannte Streetart-Künstler, dessen Identität niemand kannte und dessen Werke immer völlig überraschend plötzlich irgendwo in der Öffentlichkeit auftauchten, hatte sein bisher letztes Werk an die Galerie verkauft. Ella war stolz über ihren Verhandlungserfolg gewesen und auch Jesko mehr als zufrieden mit der erhöhten Aufmerksamkeit, die die Galerie dadurch erfahren hatte. Natürlich hatten sie gehofft, weitere Werke des Künstlers erstehen zu können. Doch seit Anfang des Jahres, also beinahe zeitgleich mit Ellas Umzug nach Tannreuth, schien er sich in Luft aufgelöst zu haben. Weder hatte er von sich hören lassen, noch war irgendwo ein Kunstwerk von ihm aufgetaucht. Er war schlicht von der Bildfläche verschwunden.

»Das stimmt, das war sicher der noch herbere Schlag«, sagte Ella grinsend. »Aber ich weiß nicht, ob Jesko auch mich wirklich zurücknehmen würde«, fügte sie ernster hinzu. Sie musste zugeben, dass der Gedanke, wieder in der Galerie zu arbeiten, sich im Moment gut anfühlte.

»Warum kommst du nicht einfach für ein paar Tage?«, schlug Silke vor. »Wenn du Abstand von diesem komischen Schwarzwalddorf hast, kannst du vielleicht auch wieder klarer denken.«

Ella war sofort versucht, Silkes Vorschlag anzunehmen. Einfach weg hier, und wenn es nur für ein Wochenende wäre! Aber nein, es ging nicht. »Ich habe drei Kinder«, wandte sie ein.

»Die Kinder haben doch einen Vater …«

»Der, wie du weißt, leider so gut wie nie zu Hause ist«, fiel Ella ihrer Freundin ins Wort.

»Na ja, wenn du weg bist, bleibt ihm nichts anderes übrig, oder?« Silke lachte. »Im Ernst, pack doch einfach deine Reisetasche, und sobald er sich zu Hause blicken lässt, sagst du ihm, dass er sich ein paar Tage um die Kinder kümmern muss. Dann fährst du los.«

Ella überlegte. Es widerstrebte ihr, Max die Pistole auf die Brust zu setzen, gleichzeitig wusste sie, dass er niemals zustimmen würde, wenn sie ihn im Vorfeld bitten würde, auf die Kinder aufzupassen. Ihr bleib also nichts anderes übrig, wenn sie sich diese kurze Auszeit nehmen wollte.

»Oder glaubst du, er würde die Kinder einfach allein lassen?«, hakte Silke nach.

»Nein, bestimmt nicht.« Da war Ella sicher. Sie rang mit sich. »Also gut, ich mache es«, sagte sie schließlich. »Ich werde mich zwar wie eine Rabenmutter fühlen, aber das ist immer noch besser, als hier weiter zu versauern. Und es ist ja auch nur für ein paar Tage. Danach sehen wir weiter.« Sie schwieg einen Moment. »Es wird mir helfen.« Plötzlich kam ihr ein Gedanke: »Kannst du dich noch an unsere Baumrettungsaktion erinnern?«, fragte sie lachend. »Als die Stadt die alten Ulmen in Kaiserswerth fällen lassen wollte?«

»Ja, natürlich!« Auch Silke lachte. »Wir haben die Bäume gerettet. Und darauf können wir beide stolz sein. Aber wieso denkst du ausgerechnet jetzt daran?«

»Weil es das letzte Mal war, dass ich etwas Spontanes gemacht habe. Und damals war ich sehr stolz auf unsere Aktion und die geretteten Bäume … Ein bisschen so wie jetzt. Wobei«, wieder lachte sie, »ich jetzt nichts anderes mehr als Fichten und Tannen sehe. Du ahnst nicht, wie viele Bäume hier herumstehen, dir die Sicht und oftmals auch den Weg versperren. Egal, aus welchem Fenster ich schaue, überall sind Bäume.«

»Deshalb heißt der Schwarzwald ja auch Schwarzwald«, erwiderte Silke sanft. »Schon die alten Römer haben ihn so genannt, weil da ziemlich viel Gelände von Wäldern bedeckt war.«

»Ich wünsche mir zu Weihnachten eine Kettensäge«, sagte Ella trocken, worauf Silke einen Lachanfall bekam. Ella konnte nicht anders, als einzustimmen. Sie hatte sich noch nicht richtig beruhigt, als aus der oben Etage plötzlich lautes Geschrei der Mädchen ertönte. Hastig beendete sie das Gespräch.

»Wir sehen uns?«, hakte Silke nach.

»Wir sehen uns«, versprach Ella entschlossen.

Auf dem Weg die Treppe hinauf warf Ella einen Blick auf die Uhr. Ihr blieb nur noch eine Viertelstunde, bevor Bäcker Eckert seinen Laden schloss.

Mathilda und Lilly schrien immer noch, und das in Mathildas Zimmer. Die beiden waren selten ein Herz und eine Seele, im Gegenteil, sie stritten oft. Jetzt allerdings klang es weder wütend noch schmerzerfüllt. Ella stieß hastig die Tür auf. Mitten im Raum stand Mathilda und hielt ein Deospray mit ihrer rechten Hand, während Lilly sich einen Trinkbecher vor den Mund presste. Die beiden verstummten, als Ella eintrat.

»Was macht ihr da?« Ella schaute von einer zur anderen.

Mathilda stemmte die freie Hand in ihre Taille. »Wir sind Rocksängerinnen. Hörst du das denn nicht?«

Ella bemühte sich um eine ernsthafte Miene. »Natürlich. Warum habe ich das nicht gleich erkannt?«

»Mama hört lieber Schlager«, sagte Mathilda zu ihrer fünfjährigen Schwester.

»Ich weiß nicht, was das ist«, bekannte Lilly.

»Lala-Musik«, war Robins Stimme hinter der verschlossenen Badezimmertür gleich nebenan zu hören.

»Wolltest du nicht für deine Mathearbeit lernen?«, rief Ella zurück.

»Dazu hab ich doch morgen noch Zeit«, kam es. »Das hast du selbst gesagt.«

Ella ärgerte sich darüber. »Dann hättest du doch das Brot holen können.«

»Das geht jetzt nicht, ich sitze gerade in der Badewanne.«

»Dann sieh zu, dass du rauskommst«, befahl Ella. »Du musst auf deine Schwestern aufpassen, während ich weg bin.«

Lilly reckte das Stupsnäschen. »Ich kann auf mich selbst aufpassen. Und auf Mathilda. Und auf Robin. Du kannst ruhig Brot holen.«

»Ich bin zwei Jahre älter als du«, wies Mathilda ihre Schwester zurecht. »Ich kann besser auf uns aufpassen.«

»Ihr passt auf euch alle auf, und vor allem du passt auf, Robin«, rief Ella laut. »Ich bin in zehn Minuten zurück.«

Außer Bäcker Eckert war noch Odilia Hintze, Ellas direkte Nachbarin, in der Bäckerei. Sie überhörte Ellas Gruß geflissentlich, während Lorenz Eckert ihr zumindest zunickte.

Weil Odilia Hintze sich zwischen den Kuchenstücken in der Auslage noch nicht entscheiden konnte, wurde Ella zuerst bedient. Sie kaufte ein Brot, bezahlte und verließ den Laden wieder. Kurz bevor die Tür hinter ihr ins Schloss fiel, hörte sie noch, wie Odilia Hintze dem Bäcker zuraunte: »Jedes Mal, wenn ich die sehe, muss ich an die arme Monika Lieberg denken. Nur wegen der und ihrem Mann wurde Monika aus ihrem Haus geworfen«

Ella schloss kurz die Augen. Sie rang mit sich. Am liebsten wäre sie zurückgegangen, um Odilia Hintze noch einmal in aller Deutlichkeit zu sagen, dass sie und Max nicht für die finanziellen Schwierigkeiten ihrer Vorbesitzerin verantwortlich waren. Sie kannte die Frau nicht einmal!

Doch als Ella sich umdrehte und den hasserfüllten Blick ihrer Nachbarin sah, wurde ihr klar, dass nichts Odilia Hintzes Meinung ändern konnte. Leise zog sie die Ladentür hinter sich zu und machte sich auf den Heimweg. Die Idee, zukünftig wieder in Düsseldorf zu leben, nahm dabei zunehmend Gestalt an.

Kapitel 2

Tante Laura, du musst den Mann aus dem Waldhaus werfen!«, verlangte Juna. »Sofort!« Die Sechsjährige saß auf dem Sofa, hatte Kasimir auf dem Schoß und streichelte ihn hingebungsvoll. »Unser Kasimir hat Todesangst!«

Das Schnurren des Katers verhieß genau das Gegenteil.

»Ich kann Herrn Roth nicht einfach so rauswerfen«, wandte Laura ein und fügte in Gedanken ein »Leider« hinzu.

»Warum nicht?«

Junas verzweifelte Miene rührte Laura. Ihre Nichte hatte Angst um Kasimir. Eine durchaus berechtigte Sorge, die Laura teilte.

»Weil Herr Roth einen Mietvertrag hat, an den auch wir uns halten müssen. Das heißt, Tobias muss sich daran halten, denn das Waldhaus gehört ja ihm.«

»Dann sage ich Tobias, dass er den Mann aus dem Haus wirft.« Trotzig schob die Sechsjährige die Unterlippe vor, ihre Augen füllten sich mit Tränen.

»Ach, Juna.« Laura setzte sich neben das Mädchen und schloss es in die Arme. Kasimir nahm das gleich zum Anlass, von Junas auf Lauras Schoß zu klettern.

»Ich hab so Angst, dass Henry den Kasimir totbeißt. Der Mann jagt Henry immer hinter Kasimir her.«

»Wie bitte?« Das war neu für Laura.

»Ich habe gehört, wie er das gerufen hat. Eben, als Kasimir draußen war, hat er laut gesagt: Da ist die Katze, Henry.«

Laura zweifelte keinen Moment an den Worten ihrer Nichte. Wütend presste sie die Lippen aufeinander. Nichts hatte sich geändert, obwohl Tobias vor zwei Tagen mit Burkard Roth gesprochen hatte.

»Eigentlich habe nur ich geredet«, hatte Tobias nach seiner Rückkehr erzählt. »Aber ich glaube, er hat jetzt verstanden, dass es reicht!«

Burkard Roth hatte nichts verstanden!

Laura schob Kasimir zurück auf Junas Schoß und erhob sich. »Ich werde Herrn Roth wohl nochmal an das Gespräch erinnern müssen«, sagte sie entschlossen, doch bevor sie das Zimmer verlassen konnte, kam Tobias die Treppe herunter. Wie immer, wenn Laura ihn sah, durchströmte sie ein warmes Gefühl. Sein dunkles Haar war verstrubbelt. Es war ihm anzusehen, dass er gerade erst aufgestanden war. Seine Haut war selbst um diese Jahreszeit noch so gebräunt, als wäre er gerade aus dem Urlaub in südlichen Gefilden heimgekehrt. Sicher lag das daran, dass er sich als Architekt viel auf den Baustellen aufhielt, die er betreute. Er gähnte laut hinter vorgehaltener Hand, doch dann stutzte er. »Was ist passiert?«, fragte er Laura.

»Burkard Roth ist passiert. Wieder einmal! Ich werde ihm jetzt verkünden, dass es uns endgültig reicht.«

»Ach, das weiß er doch! Reden bringt bei dem gar nichts«, stieß Tobias wütend hervor. »Wir müssen den irgendwie … loswerden.«

Sie schauten sich an, und Laura musste plötzlich lachen. »Mach du das«, bat sie. »Ich gebe dir ein wasserdichtes Alibi.«

»Ich auch«, stimmte Juna zu. »Wenn der Mann dann für immer weg ist.« Fragend schaute sie Laura an. »Was ist ein Alibi?«

»Wenn jemand etwas Schlimmes gemacht haben soll und jemand anderes sagt, dass er es nicht gewesen sein kann, weil diese Person zu der Zeit bei ihm gewesen ist, dann nennt man das ein Alibi«, erklärte Laura in dem Wissen, dass weitere Fragen folgen würden.

»Und wenn man das Alibi sagt, obwohl das nicht stimmt?«, kam es auch prompt.

»Dann ist es kein Alibi, sondern eine Lüge«, erklärte Laura. Schließlich hatte sie mit den drei Kindern ihrer Schwester auch einen erzieherischen Auftrag übernommen. Und den nahm sie sehr ernst.

»Wenn du den Mann wegmachst, lüge ich für dich«, erklärte Juna Tobias treuherzig.

Na toll, dachte Laura. Sie ging vor Juna in die Hocke. »Nein, das machst du nicht«, sagte sie sehr bestimmt. »Wir lassen niemanden verschwinden, und wir lügen auch nicht.«

»Natürlich nicht«, stimmte Tobias ihr zu, grinste aber über das ganze Gesicht.

»Kannst du nicht machen, dass der Mann mit Henry weggeht? Das ist doch dein Haus. Ich will nicht, dass die neben uns wohnen. Der Mann soll sich mit seinem Hund ein neues Zuhause suchen«, bettelte Juna. »Ich hab so Angst um Kasimir.«

»Wir lassen nicht zu, dass Kasimir etwas passiert«, sagte Tobias beruhigend.

»Also gut. Ich gehe jetzt noch ein letztes Mal zu ihm«, beschloss Laura. »Wenn das nichts nützt, bleibt uns immer noch der Rechtsweg.«

»Genau! Wozu haben wir eine Anwältin in der Familie?« Tobias nickte Juna zu. »Laura regelt das schon.«

»Am besten sofort.« Laura setzte sich in Bewegung.

Sie musste sich Burkard Roth vorknöpfen, bevor ihre Wut verrauchte.

Im Flur tauschte sie die Pantoffeln gegen ihre Winterschuhe und zog anschließend ihre gefütterte Jacke über. Kalte Luft schlug ihr entgegen, als sie die Tür öffnete. In diesem Jahr hatte es früh angefangen zu schneien. Pulvriger Schnee bedeckte den Boden und die Tannen, die sich auf dem Hang hinter den Häusern in den Himmel streckten. Tiefes Schweigen erfüllte den Oktobermorgen.

Die beiden Häuser, in denen Laura mit ihrer Familie und ihr Nachbar Burkard Roth lebten, lagen außerhalb des Dorfes, einen Fußweg von wenigen Minuten entfernt. Ein Paradies, sommers wie winters. Aber wie in jedem Paradies war auch in Tannreuth die Schlange unvermeidlich. Hier lebte sie gleich nebenan – bewacht von Zerberus.

Der Hund schlug bereits an, bevor Laura das Waldhaus erreicht hatte. Kurz hielt sie inne. Sie hatte Respekt vor dem Tier, das jetzt furchteinflößende Laute von sich gab. Immer wieder unterbrach es das Gebell, um böse zu knurren.

Er wird es nicht zulassen, dass sich der Hund auf mich stürzt, sagte sie sich in Gedanken. Das wird selbst Burkard Roth nicht wagen.

Entschlossen drückte sie die Klingel. Das Schrillen übertönte sogar das Bellen des Hundes, der sich daraufhin noch wütender gebärdete. Zumindest klang es so.

Burkard Roth öffnete nicht, also klingelte Laura ein zweites Mal, und auch jetzt musste sie lange warten. Gerade als sie die Hand hob, um ein drittes Mal zu klingeln, wurde die Tür von innen aufgerissen. Wütend starrte Burkard Roth sie an, während der Rottweiler im selben Moment verstummte. Er stürzte sich auch nicht auf Laura, sondern blieb neben seinem Herrchen stehen. Die gesamte Haltung des massigen Tieres wirkte bedrohlich. Er ließ Laura nicht aus den Augen.

»Was wollen Sie?«, herrschte Burkard Roth sie an.

Laura musterte ihn. Er war sehr schlank, fast schon hager. Sein dunkles Haar war kurz geschnitten und von grauen Strähnen durchzogen. Seine dunklen Augen musterten sie missbilligend von Kopf bis Fuß, dann begann er zu grinsen.

»Muss ich das wirklich noch einmal ausführen?«, fragte sie. Wahrscheinlich war es ihr verärgerter Tonfall, der den massiven Rottweiler dazu veranlasste, die Lefzen hochzuziehen und sein gefährliches Gebiss zu präsentieren.

»Halt die Klappe«, sagte Burkard Roth, als der Hund leise knurrte.

»Ihr Hund hat schon wieder unseren Kater gejagt«, beschwerte sich Laura.

»Er will doch nur spielen«, spöttelte Burkard Roth.

Ruhig, Laura, ermahnte sie sich selbst, doch Burkard Roth setzte noch einen drauf: »Henry hat Kätzchen zum Fressen gern.«

Unglaublich, dass dieser Mann über seinen dämlichen Witz auch noch lachen konnte! Laura maß ihn mit einem scharfen Blick. »Es reicht jetzt endgültig, Herr Roth! Entweder sorgen Sie dafür, dass Ihr Hund unseren Kater nicht mehr jagt …«

»Oder?«, forderte Burkard Roth sie mit einem unverschämten Lächeln heraus.

»Oder wir klären das Ganze vor Gericht«, sagte Laura entschlossen. Dabei hatte sie nicht den Eindruck, dass ihre Worte ihn beeindruckten. Er lächelte noch immer.

»Im schlimmsten Fall müssen Sie mit einer fristlosen Kündigung rechnen.«

Jetzt zog er eine Augenbraue in die Höhe. »Ich habe einen gültigen Mietvertrag und zahle meine Miete pünktlich.«

»Sie lassen einen bissigen Hund frei herumlaufen. Das rechtfertigt auf jeden Fall eine fristlose Kündigung.«

»Henry hat noch nie gebissen!«

Ein Argument, das Laura nicht widerlegen konnte.

»Ich denke, damit haben wir alles geklärt«, ergänzte er, bevor sie etwas entgegnen konnte.

»Nein, haben wir nicht …« Weiter kam sie nicht. Burkard Roth schlug ihr einfach die Tür vor der Nase zu.

»Ich betreue einen Neubau in Merzhausen. Ein Wort von dir, und ich versenke Burkard Roth im Fundament«, flüsterte Tobias ihr zu, als sie ihm nach ihrer Rückkehr von der Auseinandersetzung berichtete. Wie so oft brachte er sie auch diesmal zum Lachen, ihr Ärger verrauchte. Als er sie in die Arme nahm, schmiegte sie sich an ihn. »Was sollen wir nur machen?«, fragte sie leise. »Irgendwann erwischt diese Bestie unseren Kasimir.«

»Wir sollten ihn vorerst nicht mehr rauslassen.« Tobias klang jetzt besorgt. »Ich habe Angst um ihn und möchte ihn schützen. Wir verdanken ihm alle so viel.«

Laura nickte. Ihre Gedanken wanderten zurück ins vergangene Jahr. Durch Kasimir hatte sie Tobias kennengelernt, als der sich, einsam und unglücklich, im Nachbarhaus verschanzt hatte. Und Kasimir hatte auch dafür gesorgt, dass Tobias sich nach Jahren mit seinem Vater versöhnte. Vor allem aber war der kleine Kater für die Seelen der drei verwaisten Kinder im Haus Trost und Glück zugleich.

»Vielleicht erkennt Herr Roth, dass mit mir nicht zu spaßen ist, wenn er erst einmal weiß, dass ich Rechtsanwältin bin.«

»Was hast du vor?«, fragte Tobias.

»Ich mache meine Drohung wahr und schicke ihm ein offizielles Schreiben mit Briefkopf der Anwaltskanzlei. Ich hoffe, das beeindruckt ihn ein wenig.«

»Ja, das ist eine gute Idee. Vielleicht reicht das ja schon, damit er Henry anleint. Die Rechtslage ist doch eindeutig, oder?«, wollte Tobias wissen. »Oder darf er seinen Hund frei herumlaufen lassen?«

»Ja, ist sie. Auf keinen Fall darf der Hund auf unser Grundstück oder sogar ins Haus kommen. Wir könnten auf Unterlassung klagen und …« Laura brach ab. »Wollen wir uns wirklich über dieses unerfreuliche Thema unterhalten? Ich werde ihm diesen Brief schreiben, danach sehen wir weiter.«

»Und wenn sich nichts ändert?«

»Ich weiß es nicht«, sagte Laura, was der Wahrheit entsprach. Nur kurz ließ sie einen Anflug von Mutlosigkeit zu. »Wir schaffen das schon«, sagte sie überzeugt.

»Ja, wir schaffen das.« Tobias küsste sie. »Zusammen schaffen wir alles.«

Kapitel 3

Per SMS hatte Max ihr Mitte der Woche seine Ankunft mitgeteilt: Komme Freitagmittag nach Hause.

Ella hatte lange überlegt, ob sie darauf antworten sollte. Und als sie sich endlich dazu durchgerungen hatte, musste sie erst noch überlegen, was sie schreiben wollte. Ihre Antwort war kurz und bündig gewesen: Ja.

Danach hatte sie sofort Silke geschrieben: Komme Freitagabend nach Hause. Erst nachdem sie die Nachricht abgeschickt hatte, fiel ihr auf, dass sie die gleiche Formulierung benutzt hatte wie Max.

Es war erschreckend, dass sie sich nach mehr als acht Monaten in Tannreuth immer noch nicht eingelebt hatte und Düsseldorf nach wie vor als ihr Zuhause betrachtete.

Zwei Minuten später rief Silke an. »Ich hoffe, du überlegst es dir im letzten Moment nicht doch noch anders!«

»Ganz bestimmt nicht«, versicherte Ella. »Ich freue mich schon sehr.«

Bis zu Max’ Heimkehr kochte sie für ihn und die Kinder vor. Zwischendurch packte sie ihre Reisetasche und stellte sie schließlich ins Auto.

Und dann war er da. Groß und mit breiten Schultern. Sein Bart war länger als sonst, sein Haar auch. Offensichtlich hatte die Zeit nicht für einen Besuch bei seinem bevorzugten Frisör in Düsseldorf gereicht. Er trug Jeans und einen grünen Pullover. Den hatte Ella ihm kurz vor ihrem Umzug nach Tannreuth gekauft, weil er die gleiche Farbe hatte wie seine Augen.

Sie musste sich zusammenreißen, um ihn nicht anzustarren. Eigentlich sollte es ihr nichts ausmachen, aber sein Anblick brachte sie weitaus mehr aus der Fassung, als sie erwartet hatte, und es zeigte ihr, wie sehr sie ihn immer noch liebte. Aber manchmal reichte Liebe einfach nicht aus …

Damit er nicht merkte, was sie empfand, rettete sie sich in bissige Ironie. »Wie nett, dass du dich mal wieder blicken lässt.«

»Ich hätte nicht gedacht, dass dir das wichtig ist.« Er wirkte völlig ungerührt.

»Es geht um die Kinder!«, schob sie vor.

Er reagierte nicht sofort, dann lächelte er plötzlich spöttisch. »Ich hatte ständig Kontakt mit Robin, ich weiß also, wie es den Kindern geht.«

Davon hatte Robin ihr gar nichts gesagt! Ella war verwirrt und verärgert zugleich. »Und wie lange bleibst du?«, fragte sie spitz.

»Keine Ahnung. Spielt das eine Rolle?«

»Aber übers Wochenende bist du hier?«

»Ja.« Fragend schaute er sie an. »Warum?«

»Weil du dich jetzt um die Kinder kümmern wirst. Zur Abwechslung bin ich einmal weg.«

Er war sichtlich überrascht. »Wo willst du denn hin?«

Ella benutzte seine Worte: »Spielt das eine Rolle?« Damit ging sie an ihm vorbei zur Tür. »Sonntag komme ich zurück.«

»Moment!«, rief er ihr nach, als sie die Küche verlassen wollte. »Du kannst doch nicht einfach verschwinden.«

Langsam drehte sie sich um. »Warum nicht? Das machst du doch auch ständig.«

Er kniff die Augen zusammen, seine Stimme klang ärgerlich. »Das liegt an meinem Beruf.«

»Ja.« Weiter ging Ella darauf nicht ein. »Ich wünsche dir ein schönes Wochenende mit den Kindern.«

Max folgte ihr und stellte sich ihr in den Weg. »Du kannst mich nicht mit den Kindern alleinlassen. Ich muss arbeiten, ich habe Termine in Freiburg …«

»Aber doch nicht am Wochenende.« Ella lächelte sanft. »Ich habe für die nächsten Tage vorgekocht. Alles steht beschriftet im Kühlschrank, du musst es nur in der Mikrowelle aufwärmen. Du schaffst das schon. Wir sehen uns am Sonntagabend.« Sie ging an ihm vorbei und verließ das Haus. Auch wenn sie sich nicht umdrehte, spürte sie, dass er ihr nachschaute. Als sie einsteigen wollte, rief er ihr nach. »Wo kann ich dich erreichen?«

Ella blieb stehen, antwortete aber nicht sofort.

»Wenn etwas ist«, brach es ein wenig hilflos aus ihm heraus. »Mit den Kindern oder so …«

»Wie immer«, erwiderte sie mit einer Ruhe, die sie nicht empfand. »Ich bin auf meinem Handy erreichbar.« Damit stieg sie ein. Ella atmete tief durch, steckte den Schlüssel ins Zündschloss und startete den Wagen.

Es dauerte eine ganze Weile, bis sich ihr Pulsschlag beruhigte und sie wieder normal atmete. Immer noch sah sie Max’ Gesicht vor sich. Er war wütend gewesen, zweifellos, aber kurz vor ihrer Abfahrt hatte er so hilflos ausgesehen. Auch wenn sie sich dagegen wehrte, es berührte sie tief. Um diese inneren Bilder zu vertreiben, schaltete sie das Radio ein. Da besang Céline Dion gerade ihr Herz, das weiterschlagen würde. Ausgerechnet! Die Musik trieb ihr die Tränen in die Augen. Hastig schaltete sie das Radio wieder aus.

Sie versuchte, ihre Gedanken auf Düsseldorf zu konzentrieren. Auf das, was sie und Silke am Wochenende miteinander unternehmen würden, doch es dauerte nicht lange, da war sie wieder abgelenkt.

Schon von Weitem sah sie den jungen Mann, der ein paar Meter entfernt am Straßenrand stand. Neben seinem Rucksack lehnte eine Gitarre. Er reckte ein Schild hoch, auf dem in Großbuchstaben DÜSSELDORFstand.

Wie von selbst drosselte Ella die Geschwindigkeit, als sie ihn passierte, und beobachtete schließlich im Rückspiegel, wie er ihr sogleich nachlief.

Ella nahm grundsätzlich keine Anhalter mit. Niemals! Und doch stoppte sie jetzt, sie wusste selbst nicht, warum. Sekunden später hatte er ihren Wagen erreicht und riss die Beifahrertür auf. Strahlend blaue Augen lächelten sie an. Er trug einen Bart, sein blond gesträhntes Haar hatte er auf dem Hinterkopf zu einem Dutt hochgebunden. Ella schätzte ihn auf Anfang zwanzig.

»Kannst du mich ein Stück mitnehmen?«

Er duzte sie. Und sie fühlte sich geschmeichelt. Wahrscheinlich war es verrückt, aber er gab ihr das Gefühl, als wäre sie kaum älter als er. Und so sagte sie das, was sie auf keinen Fall sagen wollte: »Nicht nur ein Stück, ich fahre nach Düsseldorf.«

»Heute ist mein Glückstag«, rief er begeistert. »Ich hole nur schnell meine Sachen.«

Was mache ich hier eigentlich? Kurz spielte sie mit dem Gedanken, Gas zu geben und einfach weiterzufahren, doch dann beobachtete sie im Rückspiegel, wie er seinen Rucksack und seine Gitarre hochnahm, und brachte es nicht übers Herz, ihn ohne Erklärung einfach stehen zu lassen. Auch als er zurückkam, brachte sie kein Wort über die Lippen. Schweigend sah sie zu, wie er die Hintertür öffnete und sein Gepäck einlud. Dann ließ er sich neben sie auf den Beifahrersitz fallen und lächelte sie an. »Ich heiße übrigens Chris.«

Sie nannte ebenfalls nur ihren Vornamen: »Ella.«

»Danke, Ella, dass du angehalten hast. Ich stand schon mehr als eine Stunde da am Straßenrand, und mir wurde langsam echt kalt.«

»Ja, da kannst du wirklich von Glück reden. Normalerweise nehme ich keine Anhalter mit. Niemals!«, sagte sie und startete den Motor. Als sie den Wagen auf die Straße lenkte, hielt sie den Blick eisern durch die Windschutzscheibe nach vorn gerichtet, obwohl sie spürte, dass er sie von der Seite unverwandt betrachtete.

»Prinzipien sind so wichtig!« Ein Lachen schwang in seiner Stimme mit.

Sie warf ihm einen kurzen Blick zu. »Machst du dich über mich lustig?«

»Natürlich nicht!«, versicherte er. »Doch, ja …«, verbesserte er sich gleich darauf. »Ein bisschen vielleicht.«

Ella bog auf die Autobahnauffahrt und konzentrierte sich darauf, in den fließenden Verkehr einzufädeln. Auch jetzt spürte sie, dass er sie anschaute, und das machte sie allmählich nervös.

»Warum starrst du mich die ganze Zeit so an?«

»Weil du schön bist.« Er lachte leise. »Ich würde dich gerne malen.«

Ella war überrascht, aber fest entschlossen, sich das nicht anmerken zu lassen, und flüchtete sich in Spott. »Du bist also ein Allroundkünstler, Musiker und Maler.«

»Musiker?«, hakte er nach, dann lachte er. »Ach so, wegen der Gitarre. Nein, die gehört mir nicht. Ich bringe sie lediglich ihrer Besitzerin zurück.«

Ella wartete, aber da kam keine weitere Erklärung. Wieder sah sie kurz zu ihm.