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Beschreibung

Mit dem Werkbeitrag aus Kindlers Literatur Lexikon. Mit den Autorenporträts aus dem Metzler Lexikon Weltliteratur. Mit Daten zu Leben und Werk beider Autoren, exklusiv verfasst von der Redaktion der Zeitschrift für Literatur TEXT + KRITIK. Aus dem mit Rubinen, Perlen und feinsten Glocken besetzten »Wunderhorn« dieser bedeutendsten deutschen Liedersammlung ertönen zauberhafte Verse für alle Lebenslagen: Tanz- und Trink-, Soldaten- und Kinderlieder, Trauriges und Triumphierendes, Gedichte zum Abend und Abschied ebenso wie über Frühling, Winter und Weihnacht – und natürlich auch über die Liebe. »Von Rechts wegen sollte dieses Büchlein in jedem Hause, wo frische Menschen wohnen, am Fenster, unterm Spiegel, oder wo sonst Gesang- und Kochbücher zu liegen pflegen, zu finden sein« (Johann Wolfgang von Goethe).

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Seitenzahl: 956

Veröffentlichungsjahr: 2011

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Gesammelt von Achim von Arnim und Clemens Brentano

Des Knaben Wunderhorn

Alte deutsche Lieder

Mit dem Werkbeitrag aus Kindlers Literatur Lexikon.Mit den Autorenporträts aus dem Metzler Lexikon Weltliteratur.Mit Daten zu Leben und Werk beider Autoren, exklusiv verfasst von der Redaktion der Zeitschrift für Literatur TEXT + KRITIK.

Lyrik

 

Über dieses Buch

 

 

Aus dem mit Rubinen, Perlen und feinsten Glocken besetzten »Wunderhorn« dieser bedeutendsten deutschen Liedersammlung ertönen zauberhafte Verse für alle Lebenslagen: Tanz- und Trink-, Soldaten- und Kinderlieder, Trauriges und Triumphierendes, Gedichte zum Abend und Abschied ebenso wie über Frühling, Winter und Weihnacht – und natürlich auch über die Liebe. »Von Rechts wegen sollte dieses Büchlein in jedem Hause, wo frische Menschen wohnen, am Fenster, unterm Spiegel, oder wo sonst Gesang- und Kochbücher zu liegen pflegen, zu finden sein« (Johann Wolfgang von Goethe).

 

 

Weitere Informationen finden Sie auf www.fischerverlage.de

Impressum

 

 

Neuausgabe

Erschienen bei FISCHER E-Books

 

© S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main 2011

Covergestaltung: bilekjaeger, Stuttgart

Abbildung: Ludwig Adrian Richter,»Frühlingsabend« ©Kunstmuseum, Düsseldorf/ The Bridgeman Art Library

ISBN 978-3-10-400875-2

 

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Inhalt

Sr. Excellenz des Herrn Geheimerath von Göthe.

Des Knaben Wunderhorn. Teil I

Das Wunderhorn.

Des Sultans Töchterlein und der Meister der Blumen.

Tell und sein Kind.

Tell.

Kind.

Tell.

Kind.

Großmutter Schlangenköchin.

Jesaias Gesicht.

Das Feuerbesprechen.

Der arme Schwartenhals.

Der Tod und das Mädchen im Blumengarten.

Nachtmusikanten.

Die widerspenstige Braut.

Klosterscheu.

Der vorlaute Ritter.

Die schwarzbraune Hexe.

Der Dollinger.

Liebe ohne Stand.

Gastlichkeit des Winters.

Die hohe Magd.

Liebe spinnt keine Seide.

Vater.

Mädchen.

Husarenglaube.

Der Rattenfänger von Hameln.

Schürz dich Gretlein.

Das Lied vom Ringe.

Der Ritter und die Magd.

Heinriche Konrade der Schreiber im Korb.

Erndtelied.

Ueberdruß der Gelahrtheit.

Schlacht bey Murten.

Liebesprobe.

Der Falke.

Die Eile der Zeit in Gott.

Das Rautensträuchelein.

Die Nonne.

Rewelge.

Fastnacht.

Die Diebsstellung.

Wassersnoth.

Tambursgesell.

David.

Sollen und Müssen.

Liebesdienst.

Geht dir’s wohl, so denk an mich.

Er.

Musikanten.

Sie.

Musikanten. II

Sie. II

Er. II

Der Tannhäuser.

Misheirath.

Wiegenlied.

Frau Nachtigal.

Die Juden in Passau.

Kriegslied gegen Karl V.

Der Bettelvogt.

Von den klugen Jungfrauen.

Müllers Abschied.

Abt Neithards und seiner Münche Chor.

Von zwölf Knaben.

Kurze Weile.

Kriegslied des Glaubens.

Tabakslied.

Das fahrende Fräulein.

Betteley der Vögel.

Die Greuelhochzeit.

Der vortreffliche Stallbruder.

Unerhörte Liebe.

Das Bäumlein.

Lindenschmidt.

Lied vom alten Hildebrandt.

Friedenslied.

Friedenslied.

Drey Schwestern, Glaube, Liebe, Hoffnung.

Der englische Gruß.

Vertraue.

Das Leiden des Herren.

Der Schweizer.

Pura.

Die kluge Schäferin.

Schäferin.

König.

Schäferin.

Ritter St. Georg.

Die Pantoffeln.

Xaver.

Wachtelwacht.

Das Todaustreiben.

Zauberlied gegen das Quartanfieber.

Zauberformel zum Festmachen der Soldaten.

Aufgegebne Jagd.

Erster Jäger.

Zweyter Jäger.

Wers Lieben erdacht.

Knabe.

Mädchen.

Sänger.

Ein Rundgesang von des Herrn Weingarten.

Cedron’s Klage.

Frühlingsbeklemmung.

Lobgesang auf Maria.

Abschied von Maria.

Ehestand der Freude.

Amor.

Romanze vom großen Bergbau der Welt.

Husarenbraut.

Das Straßburger Mädchen.

Zwey Röselein.

Das Mädchen und die Hasel.

Die Königstochter aus Engelland.

Schall der Nacht.

Große Wäsche.

Der Palmbaum.

Der Fuhrmann.

Pfauenart.

Der Schildwache Nachtlied.

Der traurige Garten.

Hüt du dich.

Die mystische Wurzel.

Räthsel.

Wie kommt es, daß du traurig bist?

Jäger.

Schäferin.

Jäger.

Schäferin.

Jäger.

Beide.

Unkraut.

Der Wirthin Töchterlein.

Wer hat dies Liedlein erdacht.

Doktor Faust.

Müllertücke.

Der unschuldige Tod des jungen Knaben.

Ringlein und Fähnlein.

Die Hand.

Martinsgans.

Die Mutter muß gar seyn allein.

Der stolze Schäfersmann.

Wenn ich ein Vöglein wär.

An einen Boten.

Weine nur nicht.

Keuzlein.

Weinschrödter-Lied.

Maykäfer-Lied.

Marienwürmchen.

Der verlorne Schwimmer.

Die Prager Schlacht.

Frühlingsblumen.

Kukuk.

Die Frau von Weissenburg.

Frommer Soldaten seligster Tod.

Die Rose.

Die Judentochter.

Drei Reiter am Thor.

Schlachtlied.

Herr von Falkenstein.

Das römische Glas.

Rosmarien.

Der Pfalzgraf am Rhein.

Vogel Phönix.

Der unterirdische Pilger.

Herr Olof.

Ewigkeit.

Der Graf und die Königstochter.

Moriz von Sachsen.

Ulrich und Aennchen.

Vom vornehmen Räuber.

Der geistliche Kämpfer.

Dusle und Babeli.

Der eifersüchtige Knabe.

Der Herr am Oelberg und der Himmelsschäfer.

Der Schäfer.

Der Mond.

Der Schäfer.

Abschied von Bremen.

Aurora.

Werd ein Kind.

Der ernsthafte Jäger.

Der Mordknecht.

Der Prinzenraub.

Nächte.

Der Spaziergang.

Das Weltende.

Bayrisches Alpenlied.

Jäger Wohlgemuth.

Der Himmel hängt voll Geigen.

Die fromme Magd.

Jagdglück.

Kartenspiel.

Für funfzehn Pfennige.

Schreiber.

Mädchen.

Schreiber.

Der angeschossene Kukuk.

Warnung.

Das grosse Kind.

Das heisse Afrika.

Das Wiedersehen am Brunnen.

Das Hasselocher Thal.

Abendlied.

Der Scheintod.

Romanze von den Schneidern.

Nächtliche Jagd.

Hier liegt ein Spielmann begraben.

Knabe und Veilchen.

Knabe.

Veilchen.

Der Graf im Pfluge.

Drey Winterrosen.

Der beständige Freyer.

Von Hofleuten.

Lied beym Heuen.

Des Antonius von Padua Fischpredigt.

Die Schlacht bey Sempach.

Algerius.

Doppelte Liebe.

Die gefährliche Manschettenblume.

Der Fähndrich.

Schmählied gegen die Schweizer.

Um die Kinder still und artig zu machen.

Gesellschaftslied.

Das Gnadenbild Mariä-Hülf bey Passau.

Geh du nur hin, ich hab mein Theil.

Verlorene Mühe.

Starke Einbildungskraft.

Die schlechte Liebste.

Maria auf der Reise.

Maria.

Adelnssucht.

Abschiedszeichen.

Die Ausgleichung.

Petrus.

Gott grüß’ euch Alter.

Schwere Wacht.

1. Jungfrau und Wächter.

2. Der lustige Geselle.

3. Variazion.

4. Beschluß.

Der Pilger und die fromme Dame.

Hochzeitlied auf Kaiser Leopoldus und Claudia Felix.

Antwort Mariä auf den Gruß der Engel.

Ritter Peter von Stauffenberg und die Meerfeye.

I. Romanze.

II. Romanze.

III. Romanze.

IV. Romanze.

V. Romanze.

VI. Romanze.

VII. Romanze.

Des Schneiders Feyerabend und Meistergesang.

Von Volksliedern.

An Herrn Kapellmeister Reichardt.

Nachschrift an den Leser.

Des Knaben Wunderhorn. Teil II

Zueignung.

Abendreihen.

Zweifel an menschlicher Klugheit.

Die Wahrheit.

Würde der Schreiber.

Letzter Zweck aller Krüppeley.

Verspätung.

Urlicht.

Sub Rosa.

Die traurig prächtige Braut.

Familiengemälde.

Das Wappenschild.

Rheinischer Bundesring.

Schwimm hin, schwimm her du Ringlein.

Lenore.

Der Churmainzer Kriegslied.

Der Ueberläufer.

Einquartierung.

Soldatenglück.

Das Lustlager.

Reiterlied.

Die Marketenderin.

Wär ich ein Knab geboren.

Abschied für immer.

Großer Kriegshymnus in der Gelehrten-Republik.

Wettstreit des Kukuks mit der Nachtigal.

Vom Buchsbaum und vom Felbinger.

[Felbinger so viel als Buche.]

Vom Wasser und vom Wein.

Klagred des Gott Bachus, daß der Wein edel worden ist. 1545.

Der Wein.

Bestlinkarg.

Jobst Weingans.

Bestlinkarg.

Jobst Weingans.

Bestlinkarg.

Der arme Heinz.

Der Wein.

Kriegsmann.

Der Wein.

Bestlin Karg, Jobst Weingans, [...]

Hoffahrt will Zwang haben.

Zierlichkeit des Schäferlebens.

Des Schäfers Tageszeiten.

Laß rauschen Lieb, laß rauschen.

Luftelement.

Feuerelement.

1. Epistel.

2. Epistel.

Babeli sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht.

Aus der Zeit, wo die Schäfereyen überhand nahmen.

Naturtrieb.

Selbstgefühl.

Dies ist das alte deutsche Uebel. Und wers nicht hat, der nehms nicht übel.

Alte Prophezeihung eines nahen Krieges, der aber mit dem Frühling endet.

Frühlingserwartung.

Der Schmiedegesellen Gruß.

Frage.

Antwort.

Frage.

Antwort.

Frage.

Antwort.

Frage.

Antwort.

Frage.

Antwort.

Frage.

Antwort.

Frage.

Antwort.

Frage.

Die Schmiede.

Taille douce eines süßen Herrn in bittrer Manier von 1650.

Fuhrmannslied auf der Weinstrasse.

1. Schlacht bey Leipzig.

2. Schlacht bey Leipzig.

Gustav Adolphs Tod.

Die vermeinte Jungfrau Lille.

Halt dich Magdeburg.

Die Magdeburger Fehde.

Klage der Churfürstin, Frauen Sybille von Sachsen.

Klagelied Philipp Landgrafs aus Hessen im Jahre 1550.

Reue.

Sehnsucht.

Das Lied vom Landgrafen.

Des König Ladislaus Ermordung im Jahre 1457.

Die Schlacht am Kremmerdamm.

Der politische Vogel.

Wilhelm Tell.

Schloß Orban.

Herr Burkhart Münch.

In Rosen baden. Sprüchwort.

Zug nach Morea.

Conradin von Schwaben.

Der alte Lanzknecht.

Henneke Knecht.

Zwey Schelme.

Der Bayrische Hiesel.

Icarus.

Ruhe in Gotteshand.

Wieben Peter. (1539)

Zugvögel.

Die Seeräuber.

Inschrift.

Hans Steutlinger.

Der Maria Geburt.

Von dem Hammen von Reystett, wie ihn der Peter von Zeytenen gefangen hat.

Maria, Gnadenmutter zu Freyberg.

Von dem Schittensamen und seinem falschen Knechte, im Ton vom König Paris.

Das Prager Lied.

Die löbliche Gesellschaft Moselsar.

Das schöne Kind.

Schuld.

Tritt zu.

Des Bauerwirths Heimkehr.

Das glaubst du nur nicht.

Die Mordwirthin.

Gruß.

Inkognito.

Der Geist beym verborgnen Schatze.

Höllisches Recht.

Wechselgesang.

Nachtigall.

Jungfrau.

Weltlich Recht.

Ein gut Gewissen ist das beste Ruhekissen.

Die schweren Brombeeren.

Kinderey.

Vorladung vor Gottes Gericht.

Eigensinn.

Zucht bringt Frucht.

Das wackre Maidlein.

Es ist der Menschen weh und ach So tausendfach.

Rückfall der Krankheit.

Unerschöpfliche Gnade.

Ständchen.

Rosenkranz Tritt an den Tanz.

Sündenlast.

Wo’s schneiet rothe Rosen, Da regnet’s Thränen drein.

Des Pfarrers Tochter von Taubenheim.

Der Traum.

2. Kapitel

3. Kapitel

Gedankenstille.

Der Bremberger.

1. Kapitel

2. Kapitel

3. Kapitel

4. Kapitel

Die Herzogin von Orlamünde.

Auf diese Gunst machen alle Gewerbe Anspruch.

Albertus Magnus.

Wächter hüt dich bas.

Trümmeken Tanz.

Springel- oder Lange-Tanz.

Alle bey Gott, die sich lieben.

Edelkönigs-Kinder.

Die Braut von Bessa.

Die Tartarfürstin.

Kloster Trebnitz.

Herzog Hans von Sagan, und die Glogauschen Domherrn.

Der Pfalzgraf.

Die Nachtwandler.

Das vierte Gebot.

Der grobe Bruder.

Die wiedergefundene Königstochter.

Der Staar und das Badwännelein.

Die Entführung.

Der König aus Mayland.

Graf Friedrich.

Graf Friedrich.

Der Färber.

Des edlen Helden Thedel Unverfehrden von Walmoden Thaten.

I. Die Taufe.

II. Das schwarze Pferd.

III. Der gehangene Pferdedieb.

IV. Die Feder im Bart.

V. Der Bischof giebt das Salz.

VI. Zug nach Liefland, Heidentaufe, Tod.

Tragödie.

Dorothea und Theophilus.

St. Jakobs Pilgerlied.

Der Pilgrim.

Der Geistliche.

Der Pilgrim.

Der Geistliche.

Ein neues Pilgerlied.

Von der Belagerung der Stadt Frankfurt, ein Lied im Ton:

Frisch auf in Gottes Namen. 1552.

Aus einem ähnlichen Lied im Ton der Schlacht von Pavia.

Wunderliche Zumuthung.

Georg von Fronsberg.

1. Wie das Kriegsvolk von Georg von Fronsberg singt.

2. Wie Georg von Fronsberg von sich selber sang.

Galantes dreissigjähriges Kriegslied.

Rühre nicht Bock, denn es brennt.

Streit zwischen dem blinden Cupido und einem Waldbruder.

Die feindlichen Brüder.

Don Geishaar.

Don Mahlmehl.

Don Geishaar.

Don Mahlmehl.

Don Geishaar.

Don Mahlmehl.

Don Geishaar.

Don Mahlmehl.

Don Geishaar.

Don Mahlmehl.

Don Geishaar.

Don Mahlmehl.

Chor Don Geishaars.

Chor Don Mahlmehls.

Chor Don Geishaars.

Chor Don Mahlmehls.

Chor Don Geishaars.

Chor Don Mahlmehls.

Chor Don Geishaars.

Chor Don Mahlmehls.

Nun gehen mir alten seeligen Manne erst die Augen auf.

Ehrensache und Satisfaction zu Günzburg.

Schadenfreude.

Rinaldo Rinaldini.

Hans in allen Gassen.

Das zarte Wesen.

Weibliche Selbstständigkeit.

Das Erbbegräbniß.

Der Paß.

Flußübergang.

Kupido die Fledermaus.

90 × 9 × 99.

Cupido und die Magd.

Meine Reise auf meinem Zimmer.

Kerbholz und Knotenstock.

Rechenexempel.

Bruder Liederlich.

Meister.

Bruder Liederlich.

Meister.

Bruder Liederlich.

Meister.

Trutz den Meistern.

Der Habersack.

Müllerlied.

Das schwerste Leiden.

Habt ihr den krummen Peter lange nicht gesehen.

Das Weberlied.

Construction der Welt.

Aussicht in die Ewigkeit.

Das neue Jerusalem.

Schnützelputz-Häusel.

Räthsel um Räthsel.

An den Meistbietenden gegen gleich baare Bezahlung.

Fuge.

Säuberliches Mägdlein.

Trinklied.

Trinklied.

Trinklied.

Hum fauler Lenz.

Trinklied.

Trinklied.

Das dumme Brüderlein.

Trinklied.

Trinklied.

Evoe.

Einladung zur Martinsgans.

Eine gute, auserwählte, hochgelobte Buttermilch.

Bergreihen.

Braunbier, braunisch kurirt.

Sehnsucht nach dem Esel mit dem Gelde.

Ach wenn sie das Rössel doch langsam gehn Hessen.

Kriegslied.

Sie können es nehmen, wie sie wollen.

Das naive Kammermädchen an den Studiosus der zweyten Potenz.

Die Schwäbische Tafelrunde.

Eine Kastanie.

Ygels Art.

Des Knaben Wunderhorn. Teil III

Liebesklagen des Mädchens.

1. Kapitel

2. Kapitel

3. Kapitel

4. Kapitel

5. Kapitel

6. Kapitel

7. Kapitel

8. Kapitel

9. Kapitel

Abendstern.

Der Fürstentochter Tod.

Ach was hilft ein Blümelein.

Nachtlieder an die Braut.

1. Kapitel

2. Kapitel

Vision.

Nicht Wiedersehn.

Hessisch.

Heimlicher Liebe Pein.

Salomo sprich Recht.

Liebesaugen.

Ade zur guten Nacht.

Liebes-Noten.

Schlummer unter Dornrosen.

Dem Tode zum Trutz.

Bivouack.

Ey! Ey!

Einsiedler.

Der Berggesell.

Hat gesagt – bleibts nicht dabei.

Das schwere Körblein.

Uebersichtigkeit.

Kennst die bewegliche Drei du noch nicht und der Viere Gebilde, Wahrlich, so wollt es der Gott, findest du nimmer die Eins.

Lebewohl.

Das wunderthätige Mannsbild.

O Himmel, was hab ich gethan.

Die gute Sieben.

Spinnerlied.

Lied des Verfolgten im Thurm.

Der Gefangne.

Das Mädchen.

Der Gefangne.

Das Mädchen.

Der Gefangne.

Das Mädchen.

Der Gefangne.

Spinnerlied.

Spruch vom Glück.

Gimpelglück.

Ich stand an einem Morgen.

Ich stand an einem Morgen.

2. Kapitel

Ich stand an einem Morgen.

3. Kapitel

Glück der Schlemmer.

Ländlich, sittlich.

Schlittenfahrt.

Schön Dännerl.

Bei Nacht sind alle Kühe schwarz.

Den Dritten thu ich nicht nennen.

Bienenlied.

Die Schwalben.

Ein Heller und ein Pfenning, Das ist ein kleiner Werth.

Von alten Liebesliedern.

Don Juan.

Hölzerne Noth.

Des Centauren Tanzlied.

Nachtanz.

Gemachte Blumen.

Der Brunnen.

Ein warmes Stüblein.

Verlobung.

Wiederhall.

Der wohlgezogene Knecht.

Auch ein Schicksal.

Abschiedsklage.

Warnung.

Schön bin ich nicht.

Himmelsboten zu Liebchens Himmelbett.

Armer Kinder Bettlerlied.

Abendsegen.

Bildchen.

Waldvögelein.

Liebeswünsche.

Sommerlied.

Unseliger Kreislauf.

In der wüsten Heide.

Des guten Kerls Freierey.

Wir verstehen sie nicht.

Maushund.

Ein hübsch Lied, genannt der Striegel, gar lustig zu singen und zu lesen in des Lindenschmids Ton.

Reit du und der Teufel.

Ob sie von sonder – von sonderlichem Brod esse?

Schlesisches Gebirgshirtenlied.

Die hohe Unterhändlerin.

Der Abschied im Korbe.

Steile Liebe.

Druck und Gegendruck.

Petersilie.

Das St. Hubertuslied.

Ablösung.

Unbeschreibliche Freude.

Schweitzerlied.

Wollte Gott.

Die Welt geht im Springen.

Leztes Toilettengeschenk.

Aus dem Odenwald.

Erinnerung beym Wein.

Und dieß und das und das ist mein.

Tanzreime.

Bei der Schusterrechnung zu singen.

Der Gruß.

Lied des abgesetzten Sultan Selim im alten Serail, nachdem er sich der Kunst gewidmet.

Weihnachtlied.

Gute Lehre.

Mailied.

Schweizerisch Kriegsgebet.

Des Hirten Einsamkeit.

Emmenthaler Kühreihen.

Knabe.

Meitscheni.

Knabe.

Meitscheni.

Knabe.

Meitscheni.

Knabe.

Schweizerisch.

Jahreszeiten.

Schreibstunde.

Erdtoffeln mit Rippenstückchen.

Der verwandelte Einsiedler.

Der Knabe.

Das Mädchen.

Der Knabe.

Das Mädchen.

Der Knabe.

Espenzweigelein.

Kurzweil.

Schnelle Entwicklung.

Kurzweil.

Sonnenblicke.

Ehestand.

Todesahndung einer Wöchnerin.

Der verschwundene Stern.

Ein hohes Lied.

Ein neu Klaglied eines alten deutschen Kriegsknechts wider die greuliche und unerhörte Kleidung der Pluderhosen in des Penzenauers Ton. 1555.

Aufklärung.

St. Meinrad.

Goldarbeiten auf dem Liebesbande.

Vorbereitung.

Augustinus und der Engel.

Engel.

Augustinus.

Engel.

Augustinus.

Dies ist das ander Land.

Siegslied.

Eine heilige Familie.

Erlösung.

Maria.

Christus.

Vater.

Liebscherz mit dem neugebornen Kinde Maria.

Vorbote des jüngsten Gerichts.

Anmuthiger Blumenkranz aus dem Garten der Gemeinde Gottes,

1. Kampf des erwählten Volkes.

2. Erziehung durch Geschichte.

3. Triumph des erwählten Volkes.

4. Erziehung der erwählten Seele im erwählten Volke.

5. Erziehung durch Natur.

6. Erziehung durch Glück.

7. Erziehung durch Leidenschaft.

8. Erziehung durch Erkenntniß.

9. Erziehung durch Langeweile.

Gegensatz.

10. Erziehung durch Vergöttlichung.

11. Erziehung durch Ahndung.

12. Erziehung durch Ueberzeugung.

13. Erziehung durch Genuß.

14. Prüfung in heiliger Flamme.

15. Bekenntniß.

16. Hochzeitmorgen.

17. Hochzeitmittag.

18. Hochzeitabend.

19. Hochzeit.

20. Triumph der erwählten Seele.

Hans Sachsens Tod.

Sr. Excellenz

Kinderlieder.

Das Federspiel, A. B. C. mit Flügeln.

Adler.

Bachstelz.

Canarivogel.

Distelfink.

Emmeriz.

Fink.

Gimpel.

Henne und Hahn.

Imme (Biene.)

Königlein. (Zaunkönig)

Lerche.

Meise.

Nachtigall.

Omeis. (Ameise)

Papagai.

Qu Qu.

Rabe.

Rothkehlchen.

Schwalbe.

Staar.

Turteltaube.

Uhu.

Vogel Straus.

Wiedhopf.

Zeisig.

Die ABC-Schützen.

Die zwei Hirten in der Christnacht.

Ein Wahrheitslied.

Sommerverkündigung.

Havele Hahne.

Kinderpredigt.

Das Wappen von Amsterdam.

Erschreckliche Geschichte vom Hünchen und vom Hänchen.

Auf dem Grabstein eines Kindes in einem Kirchhof im Odenwald.

Kindergebet.

Wie oft Gott zu danken sey?

Abendgebet.

St. Niklas.

Vater.

Kind.

Sankt Niklas.

Kinderlied zu Weihnachten.

Sterndreherlied.

Dreikönigslied.

Christkindleins Wiegenlied.

Wiegenlied.

Frühlingsumgang.

Wenn die Kinder ihre heiße Suppe rühren.

Das Sommertagslied.

Brunneneyer-Liedlein.

Knecht, Magd, Ochs, Esel, und alles, was mein ist.

Für die Jüngelcher von unsern Leut.

Kinder-Konzert, prima vista.

Der wunderliche Kittel.

Was der Gans alles aufgepackt worden ist.

Kinder-Predigt.

Das bucklige Männlein.

Einquartierung.

Kriegsgebet.

Trompeterstückchen.

Dito.

Kriegslied.

Vor der rechten Schmiede.

Wer da.

Proklamation.

Engelsgesang.

Morgenlied von den Schäfchen.

Wiegenlied im Freien.

Reiterlied auf des Vaters Knie.

Die arme Bettelfrau singt das kranke Kind in Schlaf.

Wiegenlied einer alten frommen Magd.

Ammen-Uhr.

Meelämmchen.

Die Magd an der Wiege.

Eia popeia etzetera.

Wiegenlied.

Walte Gott Vater!

Zu Bett.

Der Vogelfänger.

Gute Nacht, mein Kind!

Morgenlied.

Sämann.

Mondliedchen.

Tanzliedchen im Grünen.

Tannebaum.

Sonnenlied.

Wo bist du dann gesessen?

Im Frühling, wenn die Maiglöckchen läuten.

Beim Spaziergang.

Guten Appetit.

Anschauungs-ABC.

Wenn der Schelm die ersten Hosen anzieht.

Wenn man die kleinen Jungen mit ihren Schlappertüchlein am Hals zu Tische setzt.

Wenn das Kind etwas nicht gern ißt.

Wenn das Kind allzu wißbegierig ist.

Wenn die Hühner im Garten sind.

Wenn die Kinder gehen lernen.

Wenn die Kinder auf der Erde herum rutschen.

Wenn man die Kinder im Schlitten fährt.

Weinsüppchen.

Wetterprophet.

Wenn die Kinder üble Laune haben.

Wiegenlied.

Schulkrankheit.

Den kleinen Kindern in die Hand gepatscht.

Butzemann.

Zu Gaste gebeten.

Nicht weit her.

Ich schenk dir was.

Hast du auch was gelernt?

Was möchtest du nicht?

Ach und weh, kein Schmalzele meh!

Wenn ers nur nicht krumm nimmt!

Was hast du dann zu dem Schustersbuben gesagt?

Kommt Hüner bibi.

Lied, mit welchem die Kinder die Schnecken locken.

An den Storchschnabel.

Klapperstorch.

Der Goldvogel.

Maikäferlied.

Petrus und Pilatus auf der Reise.

Abzählen bei dem Spiel.

Aus einem Kindermährchen.

Linsenlied.

Ringelreihe-Lied.

Spiellied des Königs Töchterlein.

Erbsenliedchen.

Abzählen.

Dergleichen.

Wenn die Kinder Steine ins Wasser werfen.

Vöglein auf der Wiege.

Maikäferlied.

Abzählen, den die letzte Silbe trift, der muß nachlaufen.

Abzählen.

Wirst du mir keine schöne Singerin?

Geh, du schwarze Amsel.

Vorbereitung zur Tanzstunde.

Heubündele.

Etikette auf des Bettelmanns Hochzeit.

Was haben wir dann zu essen?

Wer bist du, armer Mann?

Was ißt du gern, was siehst du gern?

Ach wenn ich doch ein Täublein wär.

Rothe Aeuglein.

Korbflechterlied.

Tanzliedchen.

Wenns Kind verdrieslich ist.

Liebesliedchen.

Vom Vöglein.

Der gescheidte Hansel.

Liebeslieder.

Vergiß mein nicht.

Trotzliedchen.

Scherzliedchen.

Ey der tausend.

Scherz- und Liebes-Liedchen.

Ziehs naufi.

Tanzliedchen.

Konterfait und Aussteuer.

Von Adel und Tadel.

Gelegenheitsverse.

Schluß.

Anhang

Editorische Notiz

Achim von Arnim – Daten zu Leben und Werk

Clemens Brentano – Daten zu Leben und Werk

Achim von Arnim/Clemens Brentano, ›Des Knaben Wunderhorn‹

Achim von Arnim

Clemens Brentano

Sr. Excellenz des Herrn Geheimerath von Göthe.

»Auf dem Reichstage zu Augsburg geschah ein guter Schwank von Grünenwald, Singer an des Herzogs Wilhelmen von München Hof. Er war ein guter Musikus und Zechbruder, nahm nicht für gut was ihm an seines gnädigen Fürsten und Herren Tisch aufgetragen ward, sunder sucht sich anderswo gute Gesellschaft, so seines Gefallens und Kopfs wäre, mit ihm tapfer dämpften und zechten, kam so weit hinein, daß alle Geschenke in der Schenken für nasse Waar und gute Bislein dahin gingen; nach mußt die Maus bas getauft werden, er macht dem Wirth bey acht Gulden an die Wand. Als der Wirth erfuhr, daß der Herzog von München sammt andern Fürsten und Herren aufbrechen wollte, so kam er zu dem guten Grünenwald, fodret seine angeschriebene Schuld. Lieber Wirth, sagt Grünenwald, ich bitt euch von wegen guter und freundlicher Gesellschaft, so wir nun lang zusammen gehabt, lassend die Sach also auf diesmal beruhen, bis ich gen München komm, denn ich bin jetzt zumal nicht verfaßt, wir haben doch nicht so gar weit zusammen, ich kanns euch alle Tag schicken, denn ich hab noch Kleinod und Geld zu München, das mir die Schuld für bezahlen möcht. Das gunn dir Gott, sagt der Wirth, mir ist aber damit nicht geholfen, so wölln sich meine Gläubiger nicht bezahlen lassen mit Worten, nemlich die, von denen ich Brod, Wein, Fleisch, Salz, Schmalz, und andere Speisen kaufe; komm ich auf den Fischmarkt, sehen die Fischer bald, ob ich um baar Geld oder auf Borg kaufen wöll; nimm ichs auf Borg, muß ichs doppelt bezahlen. Ihr Gesellen aber setzt euch zum Tisch, der Wirth kann euch nicht genug auftragen, wenn ihr gleichwohl nicht ein Pfenning in der Taschen habt. Drum merk mich eben, was ich auf diesmal gesinnet bin. Willt du mich zahlen, mit Heil, wo nicht, will ich mich dem nächsten zu meins gnädigen Fürsten und Herrn von München Secretarien verfügen, derselbig wird mir wohl Weg und Steg anzeigen, damit ich zahlt werd.

Dem guten Grünenwald war der Spieß an Bauch gesetzt, wußt nicht wo aus oder wo an, dann der Wirth so auch mit dem Teufel zur Schulen gangen, war ihm zu scharf. Er fing an die allersüßesten und glattesten Wort zu geben, so er sein Tag je studieren und erdenken mocht, aber alles umsonst war. Der Wirth wollt aber keineswegs schweigen, und sagt: ich mach nicht viel Umstand, glattgeschliffen ist bald gewetzt, du hast Tag und Nacht wollen voll sein, den besten Wein, so ich in meinem Keller gehabt, hab ich dir müssen auftragen, drum such nur nicht viel Mäus, hast du nicht Geld, so gib mir deinen Mantel, dann so will ich dir wohl eine Zeitlang borgen. Wo du aber in bestimmter Zeit nicht kommst, werd ich deinen Mantel auf der Gant verkaufen lassen, dieß ist der Bescheid mit einander. Wohlan sagte Grünenwald, ich will der Sache bald Rath finden. Er saß nieder, nahm sein Schreibzeug, Papier, Feder und Dinten, und dichtet nachfolgends Liedlein:

»Ich stund auf an eim Morgen,

Und wollt gen München gehn,

Und war in großen Sorgen,

Ach Gott wär ich davon,

Meim Wirth, dem war ich schuldig viel,

Ich wollt ihn gern bezahlen,

Doch auf ein ander Ziel.

Herr Gast ich hab vernommen,

Du wöllest von hinnen schier,

Ich laß dich nicht weg kommen,

Die Zehrung zahl vor mir,

Oder setz mir den Mantel ein,

Demnach will ich gern warten,

Auf die Bezahlung dein.

Die Red ging mir zu Herzen,

Betrübt ward mir mein Muth,

Ich dacht, da hilft kein Scherzen,

Sollt ich mein Mantel gut

Zu Augsburg lassen auf der Gant

Und blos von hinnen ziehen,

Ist allen Singern ein Schand.

Ach Wirth nun hab Gedulte

Mit mir ein kleine Zeit,

Es ist nicht gros die Schulde,

Vielleicht sich bald begeit,

Daß ich dich zahl mit baarem Geld,

Drum lasse, mich von hinnen,

Ich zieh nicht aus der Welt.

O Gast! das geschieht mit nichten,

Daß ich dir borg dießmal,

Dich hilft kein Ausred-Dichten,

Tag Nacht wollst du seyn voll,

Ich trug dir auf den besten Wein,

Drum mach dich nur nicht müßig,

Ich will bezahlet seyn.

Der Wirth, der sah ganz krumme,

Was ich sang oder sagt,

So gab er nichts darumme,

Erst macht er mich verzagt,

Kein Geld wußt ich in solcher Noth,

Wo nicht der fromm Herr Fuker

Mir hilft mit seinem Rath.

Herr Fuker laßt Euch erbarmen

Mein Klag und große Pein

Und kommt zu Hülf mir Armen,

Es will bezahlet seyn

Mein Wirth von mir auf diesen Tag,

Mein Mantel thut ihm gefallen,

Mich hilft kein Bitt noch Klag.

Den Wirth thät bald bezahlen

Der edel Fuker gut,

Mein Schuld ganz über alle,

Das macht mir leichten Muth,

Ich schwang mich zu dem Thor hinaus,

Adie du kreidiger Wirthe,

Ich komm dir nimmer ins Haus.«

 

Dies Liedlein faßt Grünenwald bald in seinen Kopf, ging an des Fukers Hof, ließ sich dem Herrn ansagen; als er nun für ihn kam, thät er seine gebührliche Reverenz, demnach sagt er: Gnädiger Herr, ich hab vernommen, daß mein gnädiger Fürst und Herr allhie aufbrechen und auf München zu ziehen will. Nun hab ich je nicht von hinnen können scheiden, ich hab mich dann mit Euer Gnaden abgeletzet. Habe Deren zu lieb ein neues Liedlein gedicht, so Euer Gnad das begehrt zu hören, wollt ichs Deren zu letze singen. Der gute Herr, so dann von Art ein demüthiger Herr war, sagt: Mein Grünenwald ich wills gern hören, wo sind deine Mitsinger, so dir behülflich seyn werden, laß sie kommen. Mein Gnädiger Herr, sagt er, ich muß allein singen, dann mir kann hierin weder Baß noch Diskant helfen. So sing her, sagt der Fuker. Der gute Grünenwald hub an und sang sein Lied mit ganz fröhlicher Stimm heraus. Der gut Herr verstund sein Krankheit bald, meinet aber nit, daß der Sach so gar wär, wie er in seinem Singen zu verstehn geben hat, darum schickt er eilend nach dem Wirth; als er nun die Wahrheit erfuhr, bezahlt er dem Wirth die Schuld, errettet dem Grünenwald seinen Mantel, und schenkt ihm eine gute Zehrung dazu. Die nahm er mit Dank an, zoge demnach seine Straße, da erhob sich ein Wind, der selbigen Mantel recht lustig vor dem Hause des armseligen Wirthes aufblies, war aber dem Wirthe entgegen, warf ihm auch die Fenster zusammen: darum Kunst nimmer zu verachten ist.«

»(Aus dem Rollwagenbüchlein.)«

Wir sprechen aus der Seele des armen Grünenwald, das öffentliche Urtheil ist wohl ein kümmerlicher Wirth, dem unsre Namen als Mantel dieser übelangeschriebenen Lieder die Schuld nicht decken möchten. Das Glück des armen Singers, der Wille des reichen Fuker geben uns Hoffnung, in Eurer Exzellenz Beifall ausgelöst zu werden.

L. A. von Arnim. C. Brentano.

Des Knaben Wunderhorn. Teil I

Das Wunderhorn.

I 13

Ein Knab auf schnellem Roß

Sprengt auf der Kaisrin Schloß,

Das Roß zur Erd sich neigt,

Der Knab sich zierlich beugt.

Wie lieblich, artig, schön

Die Frauen sich ansehn,

Ein Horn trug seine Hand,

Daran vier goldne Band.

Gar mancher schöne Stein

Gelegt ins Gold hinein,

Viel Perlen und Rubin

Die Augen auf sich ziehn.

Das Horn vom Elephant,

So gros man keinen fand,

So schön man keinen fing

Und oben dran ein Ring,

Wie Silber blinken kann

Und hundert Glocken dran

Vom feinsten Gold gemacht,

Aus tiefem Meer gebracht.

Von einer Meerfey Hand

Der Kaiserin gesandt,

Zu ihrer Reinheit Preis,

Dieweil sie schön und weis’.

Der schöne Knab sagt auch:

»Dies ist des Horns Gebrauch:

Ein Druck von Eurem Finger,

Ein Druck von Eurem Finger

Und diese Glocken all,

Sie geben süßen Schall,

Wie nie ein Harfenklang

Und keiner Frauen Sang,

Kein Vogel obenher,

Die Jungfraun nicht im Meer

Nie so was geben an!«

Fort sprengt der Knab bergan,

Ließ in der Kaisrin Hand

Das Horn, so weltbekannt;

Ein Druck von ihrem Finger,

O süßes hell Geklinge!

Des Sultans Töchterlein und der Meister der Blumen.

I 15

Altes fliegendes Blatt aus Kölln.

Der Sultan hatt’ ein Töchterlein,

Die war früh aufgestanden,

Wohl um zu pflücken die Blümelein

In ihres Vaters Garten.

Da sie die schönen Blümelein

So glänzen sah im Thaue,

Wer mag der Blümlein Meister seyn,

Gedachte die Jungfraue.

Er muß ein großer Meister seyn,

Ein Herr von großen Werthen,

Der da die schönen Blümelein

Läßt wachsen aus der Erden.

Ich hab’ ihn tief im Herzen lieb,

O dürft ich ihn anschauen!

Gern ließ ich meines Vaters Reich

Und wollt sein Gärtlein bauen.

Da kam zu ihr um Mitternacht

Ein heller Mann gegangen,

»Thu auf, thu auf, viel schöne Magd,

Mit Lieb bin ich umfangen.«

Und schnell die Magd ihr Bettlein ließ,

Zum Fenster thät sie gehen,

Sah Jesum ihr viel schönes Lieb

So herrlich vor sich stehen.

Sie öffnet ihm voll Freudigkeit,

Sie neigt sich tief zur Erden,

Und bot ihm freundlich gute Zeit,

Mit sittsamen Geberden.

»Woher, woher, o Jüngling schön?

In meines Vaters Reichen

Mag keiner dir zu Seite gehn,

Sich keiner dir vergleichen.«

»Viel schöne Magd, du dachtest mein,

Um dich bin ich gekommen

Aus meines Vaters Königreich,

Ich bin der Meister der Blumen.«

»O Herr, o Herr, wie weit, wie weit

Ists zu des Vaters Garten?

Dort mögt ich wohl in Ewigkeit

Der schönen Blumen warten.«

»Mein Garten liegt in Ewigkeit

Und noch viel tausend Meilen,

Da will ich dir zum Brautgeschmeid

Ein Kränzlein roth ertheilen.«

Da nahm er von dem Finger sein

Ein Ring von Sonnengolde

Und fragt, ob Sultans Töchterlein

Sein Bräutlein werden wollte.

Und da sie ihm die Liebe bot,

Sein Wunden sich ergossen.

»O Lieb, wie ist dein Herz so roth,

Dein Hände tragen Rosen.«

»Mein Herz, das ist um dich so roth,

Für dich trag ich die Rosen,

Ich brach sie dir im Liebestod,

Als ich mein Blut vergossen.

Mein Vater ruft, nun schürz dich Braut,

Ich hab dich längst erfochten.«

Sie hat auf Jesus Lieb vertraut,

Ihr Kränzlein war geflochten.

Tell und sein Kind.

I 17

Abgeschrieben vom Giebel eines Hauses in Arth in der Schweiz, durch Arnim, s. Französische Miszellen III. B. S. 82.

Tell.

Zu Ury bey den Linden

Der Vogt steckt auf den Huth,

Und sprach: Ich will den finden,

Der dem kein Ehr anthut.

Ich that nicht Ehr dem Huthe,

Ich sah ihn kühnlich an,

Er sagt: Du traust dem Muthe,

Will sehn, ob du ein Mann! –

Er faßt den Anschlag eitel,

Daß ich nun schieß geschwind

Den Apfel von dem Scheitel

Meinem allerliebsten Kind.

Kind.

Ach Vater, was hab’ ich gethan,

Daß du mich also bindest an?

Tell.

Mein Kind schweig still, mein Herz schonst groß,

Ich hoff, es soll mein Pfeilgeschoß

Kein Schaden dir bereiten,

Du trägst kein Schuld und ich kein Sünd,

Ruf nur zu Gott mit mir mein Kind,

Gott wird den Pfeil schon leiten.

Halt auf dein Haupt, richt dich nur auf,

In Gottes Namen schieß ich drauf,

Der gerechte Gott soll leben!

Kind.

Ach Vater mein, Gott mit uns hält,

Der Apfel von dem Scheitel fällt,

Gott hat den Segen geben.

Großmutter Schlangenköchin.

I 19

Aus mündlicher Ueberlieferung in Maria’s Godwi. Bremen 1802. II. B. S. 113. abgedruckt.

Maria, wo bist du zur Stube gewesen?

Maria, mein einziges Kind!

Ich bin bey meiner Großmutter gewesen,

Ach weh! Frau Mutter, wie weh!

Was hat sie dir dann zu essen gegeben?

Maria, mein einziges Kind!

Sie hat mir gebackne Fischlein gegeben,

Ach weh! Frau Mutter, wie weh!

Wo hat sie dir dann das Fischlein gefangen?

Maria, mein einziges Kind!

Sie hat es in ihrem Krautgärtlein gefangen,

Ach weh! Frau Mutter, wie weh!

Womit hat sie dann das Fischlein gefangen?

Maria, mein einziges Kind.

Sie hat es mit Stecken und Ruthen gefangen.

Ach weh! Frau Mutter, wie weh!

Wo ist dann das Uebrige vom Fischlein hinkommen?

Maria, mein einziges Kind!

Sie hats ihrem schwarzbraunen Hündlein gegeben,

Ach weh! Frau Mutter, wie weh!

Wo ist dann das schwarzbraune Hündlein hinkommen?

Maria, mein einziges Kind!

Es ist in tausend Stücke zersprungen.

Ach weh! Frau Mutter, wie weh!

Maria, wo soll ich dein Bettlein hin machen?

Maria, mein einziges Kind!

Du sollst mir’s auf den Kirchhof machen.

Ach weh! Frau Mutter, wie weh!

Jesaias Gesicht.

I 20

Von Martin Luther. Aus dem J! neueröffneten Schatze der Kinder Gottes. Zittau 1710. S. 393.

Jesaia dem Propheten dies geschah,

Daß er im Geist den Herren sitzen sah

Auf einem hohen Thron und hellen Glanz,

Seines Kleides Saum den Chor füllet ganz,

Es stunden zween Seraph bey ihm dran,

Sechs Flügel sah er einen jeden han,

Mit zween verbargen sie ihr Antlitz klar,

Mit zween bedeckten sie ihre Füße gar,

Und mit den andern zween sie flogen frey,

Gegenander ruften sie mit großem Schrey:

Heilig ist Gott der Herr Zebaoth,

Sein Ehr die ganze Welt erfüllet hat.

Von dem Geschrey zittert Schwell und Balken gar,

Das Haus auch ganz voll Rauchs und Nebels war.

Das Feuerbesprechen.

I 21

Mündlich.

Zigeuner sieben von Reitern gebracht,

Gerichtet verurtheilt in einer Nacht,

Sie klagen um ihre Unschuld laut,

Ein Jud hätt ihnen den Kelch vertraut.

Die Rathsherrn sprechen das Leben leicht ab

Sie brachen dem sechsten schon den Stab,

Der siebent ihr König sprach da mit Ruh:

»Ich hör’ wohl in Lüften den Vögeln zu!

Ihr sollt mir nicht sengen ein Härlein vom Kleid,

Bald krähet der rothe Hahn so weit!«

Da bricht die Flamme wohl über wohl aus,

Aus allen vier Ecken der Stadt so kraus.

Der rothe Hahn auf die Spitze gesteckt,

Er krähet, wie jener, der Petrum erweckt,

Die Herren erwachen aus Sünden Schlaf,

Gedenken der Unschuld, der harten Straf.

Die Herren sie sprechen zum Manne mit Flehn,

Er möge besprechen das feurige Wehn,

Er möge halten den feurigen Wind,

Sein Leben sie wollten ihm schenken geschwind.

Den Todesstab da entreist er gleich,

Den Herren damit giebt Backenstreich,

Er ruft: »Was gießet ihr schuldlos Blut?

Wie wollet ihr löschen die höllische Glut?

Das Kindlein vom Stahle die Funken gern zieht,

Der Fromme im Steine das Feuer wohl sieht,

Was spielt ihr mit Dingen, die schneidig und spitz,

Der rothe Hahn wohl unter euch sitzt.«

Jezt spricht er: »Willkommen du feuriger Gast,

Nichts greife weiter, als was du hast,

Das sag ich dir Feuer zu deiner Buß,

Im Namen Christi, des Blut hier auch floß.

Ich sage dir Feuer bey Gottes Kraft,

Die alles thut und alles schafft,

Du wollest also stille stehn,

Wie Christus wollt im Jordan stehn.

Ich sag dir Feuer, behalt dein Flamm,

Wie einst Maria die heilge Dam

Hielt Jungfrauschaft so keusch so rein,

So stelle Flamm deine Reinigung ein.«

Da flog der rothe Hahn hinweg,

Da nahm der Wind den andern Weg,

Das Feuer sank in sich zusamm,

Der Wundermann ging fort durch die Flamm.

Der arme Schwartenhals.

I 22

Frische Liedlein. Nürnberg 1563. Quer 8. mit Musik.

Ich kam vor einer Frau Wirthin Haus,

Man fragt mich, wer ich wäre,

Ich bin ein armer Schwartenhals,

Ich eß und trink so gerne.

Man führt mich in die Stuben ein,

Da bot man mir zu trinken,

Die Augen ließ ich umher gehn,

Den Becher ließ ich sinken.

Man setzt mich oben an den Tisch,

Als ich ein Kaufherr wäre,

Und da es an ein Zahlen ging,

Mein Säckel stand mir leere.

Da ich des Nachts wollt schlafen gahn,

Man wieß mich in die Scheuer,

Da ward mir armen Schwartenhals,

Mein Lachen viel zu theuer.

Und da ich in die Scheuer kam,

Da hub ich an zu nisteln,

Da stachen mich die Hagendorn,

Dazu die rauhen Disteln.

Da ich zu Morgens früh aufstand,

Der Reif lag auf dem Dache,

Da mußt ich armer Schwartenhals

Meins Unglücks selber lachen.

Ich nahm mein Schwerd wohl in die Hand,

Und gürt es an die Seiten,

Ich armer mußt zu Fuße gehn,

Weil ich nicht hatt’ zu reiten.

Ich hob mich auf und ging davon

Und macht mich auf die Straßen,

Mir kam ein reicher Kaufmanns-Sohn,

Sein Tasch mußt er mir lassen.

Der Tod und das Mädchen im Blumengarten.

I 24

Fliegendes Blat aus Cölln.

Es ging ein Mägdlein zarte

Früh in der Morgenstund

In einen Blumengarten,

Frisch, fröhlich und gesund,

Der Blümlein es viel brechen wollt,

Daraus ein Kranz zu machen,

Von Silber und von Gold.

Da kam herzu geschlichen

Ein gar erschrecklich Mann,

Die Farb war ihm verblichen,

Kein’ Kleider hatt’ er an,

Er hatt’ kein Fleisch, kein Blut, kein Haar,

Es war an ihm verdorret

Sein Haut, und Flechsen gar.

Gar häßlich thät er sehen,

Scheußlich war sein Gesicht,

Er weiset seine Zähne

Und that noch einen Schritt,

Wohl zu dem Mägdlein zart,

Das schier für großen Aengsten,

Des grimmen Todes ward.

»Nun schick dich Mägdlein, schick dich,

Du must mit mir an Tanz!

Ich will dir bald aufsetzen,

Ein wunderschönen Kranz,

Der wird dir nicht gebunden sein

Von wohlriechenden Kräutern,

Und zarten Blümelein.

Der Kranz, den ich aufsetze,

Der heißt die Sterblichkeit;

Du wirst nicht seyn die letzte,

Die ihn trägt auf dem Haupt;

Wie viel allhie gebohren seyn,

Die müssen mit mir tanzen

Wohl um das Kränzelein.

Der Würmer in der Erde

Ist eine große Zahl,

Die werden dir verzehren

Dein Schönheit allzumahl,

Sie werden deine Blümlein seyn,

Das Gold, und auch die Perlen,

Silber und Edelstein.

Willst du mich gerne kennen

Und wissen, wer ich sey?

So hör mein Nahmen nennen,

Will dir ihn sagen frey:

Der grimme Tod werd ich genannt,

Und bin in allen Landen,

Gar weit und breit bekannt.

Die Sense ist mein Wappen,

Das ich mit Rechte führ,

Damit thu ich anklopfen

Jedem an seine Thür,

Und wenn sein Zeit ist kommen schon,

Spät, früh, und in der Mitten,

’S hilft nichts, er muß davon!«

Das Mägdlein voller Schmerzen,

Voll bittrer Angst und Noth,

Bekümmert tief im Herzen,

Bat: »Ach du lieber Todt,

Wollst eilen nicht so sehr mit mir,

Mich armes Mägdlein zarte

Laß länger leben hier!

Ich will dich reich begaben,

Mein Vater hat viel Gold,

Und was du nur willst haben

Das all du nehmen sollt!

Nur lasse du, das Leben mir,

Mein allerbeste Schätze,

Die will ich geben dir!«

»Kein Schatz sollt du mir geben,

Kein Gold noch Edelstein!

Ich nehm dir nur das Leben,

Du zartes Mägdelein,

Du must mit mir an meinen Tanz,

Daran noch kommt manch Tausend,

Bis daß der Reihn wird ganz.«

»O Tod, laß mich beim Leben,

Nimm all mein Hausgesind!

Mein Vater wird dirs geben,

Wenn er mich lebend findt,

Ich bin sein einzigs Töchterlein,

Er würde mich nicht geben

Um tausend Gulden fein.«

»Dein Vater will ich holen

Und will ihn finden wohl,

Mit seinem Hausgesinde,

Weiß, wenn ich kommen soll,

Jetzund nehm ich nur dich allein:

O zartes Mägdlein junge,

Du must an meinen Reihen.«

»Erbarm dich meiner Jugend,«

Sprach sie mit großer Klag,

»Will mich in aller Tugend,

Ueben mein Lebetag.

Nimm mich nicht gleich dahin jetzund,

Spar mich noch eine Weile,

Schon mich noch etlich’ Stund!«

Drauf sprach der Tod: »Mit nichten,

Ich kehr mich nicht daran,

Es hilft allhier kein Bitten,

Ich nehme Frau und Mann!

Die Kinderlein zieh ich herfür,

Ein jedes muß mir folgen,

Wenn ich klopf an die Thür.«

Er nahm sie in der Mitten,

Da sie am schwächsten was,

Es half bey ihm kein Bitten,

Er warf sie in das Graß,

Und rührte an ihr junges Herz

Da liegt das Mägdlein zarte,

Voll bittrer Angst und Schmerz.

Ihr Farb that sie verwandlen,

Ihr Aeuglein sie verkehrt

Von einer Seit zur andern

Warf sie sich auf der Erd,

All Wollust ihr vergangen war,

Kein Blümlein mehr wollt holen

Wohl aus dem grünen Graß.

Nachtmusikanten.

I 29

Narren-Nest von Abraham a St. Clara. Wien 1751. III. T. S. 89.

Hier sind wir arme Narrn

Auf Plätzen und auf Gassen,

Und thun die ganze Nacht

Mit unsrer Musick passen.

Es giebt uns keine Ruhe

Die starke Liebes-Macht,

Wir stehen mit dem Bogen

Erfroren auf der Wacht;

Sobald der helle Tag

Sich nur beginnt zu neigen,

Gleich stimmen wir die Laut,

Die Harfen und die Geigen.

Mit diesen laufen wir

Zu mancher Schönen Hauß,

Und legen unsern Kram,

Papier und Noten aus.

Der erste gibt den Tackt,

Der andre bläßt die Flöten,

Der dritte schlägt die Pauck’,

Der viert stößt die Trompeten.

Ein andrer aber spielt

Theorb und Galischan

Mit gar besonderm Fleiß,

So gut er immer kann.

Wir pflegen auch so lang

An einem Eck zu hocken,

Bis wir ein schön Gespenst

Hin an das Fenster locken;

Da fängt man alsbald an

Vor der Geliebten Thür

Verliebte Arien

Mit Pausen und Suspir.

Und sollten vor der Wacht

Wir endlich weichen müssen,

So macht man statt der Händ’,

Die Läufe mit den Füßen.

Und also treiben wirs

Oft durch die lange Nacht,

Daß selbst die ganze Welt

Ob unsrer Narrheit lacht.

Ach schönste Phillis hör

Doch unser Musiciren,

Und laß uns eine Nacht

In deinem Schoos pausiren.

Die widerspenstige Braut.

I 30

Bei Elwert. S. 17.

Ich eß’ nicht gerne Gerste,

Steh auch nicht gern früh auf,

Eine Nonne soll ich werden,

Hab keine Lust dazu;

Ei so wünsch ich dem

Des Unglücks noch so viel,

Der mich armes Mädel

Ins Kloster bringen will.

Die Kutt ist angemessen,

Sie ist mir viel zu lang,

Das Haar ist abgeschnitten,

Das macht mir angst und bang;

Ei so wünsch ich dem

Des Unglücks noch so viel,

Der mich armes Mädel

Ins Kloster bringen will.

Wenn andre gehen schlafen,

So muß ich stehen auf,

Muß in die Kirche gehen,

Das Glöcklein leiten thun;

Ei so wünsch ich dem

Des Unglücks noch so viel,

Der mich armes Mädel

Ins Kloster bringen will.

Klosterscheu.

I 32a

Limpurger Cronik. »In selbiger Zeit (1359.) sang und pfif man dieses Lied.«

Gott geb ihm ein verdorben Jahr,

Der mich macht zu einer Nonnen,

Und mir den schwarzen Mantel gab,

Den weißen Rock darunter,

Soll ich ein Nönnchen werden

Dann wider meinen Willen,

So will ich auch einem Knaben jung

Seinen Kummer stillen,

Und stillt er mir den meinen nicht,

So sollt es mich verdrießen.

Der vorlaute Ritter.

I 32b

Mündlich.

Es waren drey Gesellen,

Die thäten, was sie wollen,

Sie hielten alle drey

Viel heimlichen Rath,

Wer wohl in dieser Nacht

Das beste Mädel hätt.

Der Jüngste der darunter,

Der sprach da auch sehr munter,

Wie ihm noch gestern spät

Ein Mädel zugeredt.

Er stiege diese Nacht,

Wohl in ihr Federbett.

Das Mädel kam geschlichen

Und wäre fast verblichen,

Sie hörte an der Wand,

Nur ihre eigne Schand,

Sie weinte heimlich aus,

Sie lief zurück nach Haus.

Die Nacht war bis zur Mitten,

Der Ritter kam geritten,

Er klopfet freundlich an,

Mit seinem goldnen Ring:

»Ey schläf’st du oder wachst,

Mein auserwähltes Kind.«

»Was wäre, wenn ich schliefe,

Und dich heut nicht einließe?

Du hast mir gestern spät

Ein falsche Red gethan.

Ich schlafe heute Nacht,

Wenn du vorm Fenster wachst.«

»Wo soll ich denn hinreiten?

Es regnet und es schneiet,

Es geht ein kühler Wind,

Nun schlafen alle Leut

Und alle Bürgers Kind,

Mach auf du süßes Kind!«

»Reit du nach jener Straße,

Reit du nach jener Heyde,

Wo du gekommen bist,

Da liegt ein breiter Stein,

Den Kopf darauf nur leg,

Trägst keine Federn weg.«

Die schwarzbraune Hexe.

I 34

Fliegendes Blat.

Es blies ein Jäger wohl in sein Horn,

Wohl in sein Horn,

Und alles was er blies das war verlorn.

Hop sa sa sa,

Dra ra ra ra,

Und alles was er blies das war verlorn.

Soll denn mein Blasen verloren seyn?

Verloren seyn?

Ich wollte lieber kein Jäger seyn.

Hop sa sa sa, u.s.w.

Er zog sein Netz wohl über den Strauch,

Wohl über den Strauch,

Sprang ein schwarzbraunes Mädel heraus.

Hop sa sa sa, u.s.w.

»Schwarzbraunes Mädel entspringe mir nicht,

Entspringe mir nicht,

Hab’ große Hunde die holen dich.«

Hop sa sa sa, u.s.w.

»Deine großen Hunde die holen mich nicht,

Die holen mich nicht,

Sie wissen meine hohe weite Sprünge noch nicht.«

Hop sa sa sa, u.s.w.

»Deine hohe Sprünge die wissen sie wohl,

Die wissen sie wohl,

Sie wissen, daß du heute noch sterben sollst.«

Hop sa sa sa, u.s.w.

»Sterbe ich nun, so bin ich todt,

So bin ich todt,

Begräbt man mich unter die Röslein roth.«

Hop sa sa sa, u.s.w.

»Wohl unter die Röslein, wohl unter den Klee,

Wohl unter den Klee,

Darunter verderb ich nimmermehr.«

Hop sa sa sa, u.s.w.

Es wuchsen drey Lilien auf ihrem Grab,

Auf ihrem Grab,

Die wollte ein Reuter wohl brechen ab.

Hop sa sa sa, u.s.w.

Ach Reuter, laß die drey Lilien stahn,

Die Lilien stahn,

Es soll sie ein junger frischer Jäger han.

Hop sa sa sa, u.s.w.

Der Dollinger.

I 36

Kurzgefaßte Nachrichten von denen in den Ringmauern der Stadt Regensburg gelegenen Stiftern. Reg. 1723. S. 172. u. 173.

Es ritt ein Türk aus Türkenland,

Er ritt gen Regensburg in die Stadt,

Da Stechen ward, vom Stechen ward er wohl bekandt.

Da ritt er vor des Kaysers Thür,

»Ist jemand hier, der komm herfür,

Der stechen will um Leib und Seel, um Gut und Ehr

Und daß dem Teufel die Seele wär.«

Da waren die Stecher all verschwiegen,

Keiner wollt dem Türken nicht obliegen,

Dem leidigen Mann

Der so treflich stechen kann.

Da sprach der Kayser zorniglich:

»Wie steht mein Hof so lästerlich,

Hab ich kein Mann,

Der stechen kann

Um Leib und Seel, um Gut und Ehr,

Und daß unserm Herrn die Seele wär?«

Da sprang der Dollinger hervor,

»Wohl um, wohl um, ich muß hervor,

An den leidigen Mann,

Der so treflich stechen kann.«

Die führten gegen einander

Zwey scharfe Speer,

Das Eine ging hin, das Andere her.

Da stach der Türk den Dollinger ab,

Daß er an dem Rücken lag.

»O Jesu Christ steh mir jetzt bey,

Steck mir ein Zweig, sind ihrer drey.

Bin ich allein, und führ mein Seel ins Himmelreich.«

Da ritt der Kayser zum Dollinger so behend,

Er führt ein Kreutz in seiner Händ,

Er strichs dem Dollinger übern Mund

Der Dollinger sprang auf, war frisch und gesund.

Da stach der Dollinger den Türken ab,

Daß er auf dem Rücken lag.

»Du berühmter Teufel nun steh ihm bey.

Sind ihrer drey, bin ich allein

Und führ sein Seel in die bittere Pein.«

Liebe ohne Stand.

I 37

Feiner Almanach II. Band S. 100.

Es ritt ein Ritter wohl durch das Ried,

Er hob wohl an ein neues Lied,

Gar schöne thät er singen,

Daß Berg und Thal erklingen.

Das hört des Königs sein Töchterlein

In ihres Vaters Lustkämmerlein,

Sie flochte ihr Härlein in Seiden,

Mit dem Ritter wollte sie reiten.

Er nahm sie bey ihrem seidenen Schopf

Und schwung sie hinter sich auf sein Roß.

Sie ritten in einer kleinen Weile

Wohl vier und zwanzig Meilen.

Und da sie zu dem Wald ’naus kamen,

Das Rößlein das will Futter han.

»Feins Liebchen, hier wollen wir ruhen,

Das Rößlein, das will Futter.«

Er spreit sein Mantel ins grüne Gras,

Er bat sie, daß sie zu ihm saß,

»Feins Liebchen, ihr müsset mich lausen,

Mein gelbkrauß Härlein durchzausen.«

Des härmt sich des Königs sein Töchterlein,

Viel heiße Thränen sie fallen ließ,

Er schaut ihr wohl unter die Augen,

»Warum weinet ihr, schöne Jungfraue?«

»Warum sollt ich nicht weinen und traurig seyn,

Ich bin ja des Königs sein Töchterlein;

Hätt ich meinem Vater gefolget,

Frau Kayserin wär ich geworden.«

Kaum hätt sie das Wörtlein ausgesagt,

Ihr Häuptlein auf der Erden lag,

»Jungfräulein hättst du geschwiegen,

Dein Häuptlein wär dir geblieben.«

Er kriegt sie bey ihrem seidenen Schopf,

Und schlenkert sie hinter den Hollerstock:

»Da liege feins Liebchen und faule,

Mein junges Herze muß trauren.«

Er nahm sein Rößlein bei dem Zaum,

Und band es an einen Wasserstrom.

»Hier steh mein Rößlein und trinke,

Mein jung frisch Herze muß sinken.«

Gastlichkeit des Winters.

I 39

Mündlich.

Der Winter ist ein scharfer Gast,

Das merkt ich an dem Dache;

Mein Lieb gab mir ein Kränzelein

Von Perlen fein,

Das hab ich von ihr tragen

An meinem Bart und Kragen.

Der Sommer ist ein sanfter Gast,

Es tröpfelt von dem Dache;

Mein Lieb gab mir ein Kränzelein

Im Sonnenschein,

Da ist es aufgethauet,

Von Eis war es erbauet.

Ja traue nur dem Schleicher nicht,

Viel lieber scharfe Worte;

Der Sommer giebt wohl Kränzelein

Von Blumen fein,

Zu ihr kann ich nicht gehen,

Vom langen Tag gesehen.

Zu Ostern, als die Fasten aus,

Da längerten die Tage;

Mein Lieb gab mir ein Unterpfand,

Zween Aermlein blank,

Darin sollt ich mich rüsten,

Zu unsres Winters Lüsten.

Was acht ich der Waldvöglein Sang,

Und aller Kläffer Zungen;

Lieg ich in meinen Aermlein blank,

Ich weiß ihr Dank,

Ich kann von ihr dann träumen;

Wie lange wird sie säumen?

Die hohe Magd.

I 40

Hallorenlied in Halle, wahrscheinlich noch aus ihren frühern Wohnplätzen. Herr Buchhändler Hendel soll mehrere derselben haben.

Ein Magd ist weiß und schone,

Gott führt den höchsten Preiß,

Und die ihm dient, zum Lohne

An Künsten wird sie reich,

Geht jungfräulich bei Frauen

Dort auf den grünen Auen,

Glück zu mein edler Zweig!

Ihr Leib war angebildet

Mit Keuschheit übergroß,

Schwang sich in ihren Willen,

Schwang sich in ihren Schooß,

Er war so stark von Kräften,

Von meisterlichen Geschäften –

Gott schuf wohl Himmel und Erd.

Ein Kind nach Adams Weise

An ihren Brüsten lag,

Es war ein alter Greise,

Erschuf den ersten Tag,

Es ward ein starker Ritter,

Sein Leiden ward ihm bitter,

Erlitt groß Ungemach.

Sein Seit ward ihm zerschnitten

Mit einem scharfen Speer,

Damit hat er zersplitten

Die Hölle samt der Erd.

Gott tröstet den Gefangnen,

Drey Wünsche waren ihm ergangen

Gegen diese heilige Zeit.

Gott stieg aus seinem Grabe,

Ein Fürst war Wohlgemuth,

Mit seinem Kreuz und Stabe,

Drey Fähnlein schwenkt er roth,

That sich gen Himmel kehren,

Nach tugendlichen Ehren

Stand ihm Herz, Muth und Sinn.

O Stern, o Glanz! o Krone,

O Himmel aufgethan!

Was gab ihr Gott zum Lohne,

Drey Chorengel Lobgesang,

Bekleidet ihn mit Sonne,

Maria war voll Wonne,

Wie hell scheint uns der Mond!

Liebe spinnt keine Seide.

I 42

Bragur VI. B. II. Ab. S. 77.

Es fuhr ein Mägdlein übern See,

Wolt brechen den Feiel und grünen Klee,

Mit ihm schneweissen Händen,

Der Sommer hat schier ein Ende.

Ein Ritter kam dort her geritten,

Er grüßte sie nach Schwäbschen Sitten,

Er grüßt sie da alleine:

»Ich führ euch mit mir heime.«

»Ach Ritter, ihr seyd hochgeborn,

So fürcht ich meines Vaters Zorn,

Ich fürcht ihn alzusehre,

Verliere vielleicht mein Ehre.

Ach Vater lieber Vater mein,

So weck mich bei dem Mondeschein,

Ich weiß gut Lämmer-Weide,

So fern auf jener Haide.«

Vater.

»Die Lämmerweid die du wohl weist,

Macht mir mein Lämmer und Schaf nicht feist,

Du must hier heime bleiben,

Must spinnen die braune Seiden.«

Mädchen.

»Die Seide, die ich spinnen muß,

Bringt meinem Herzen schwere Buß,

Der Ritter muß mir werden,

Sein gleich lebt nicht auf Erden.«

***

Der dieß Lied neu gesungen hat,

Durch Lieb kam er in große Noth,

Er ist gar kaum entronnen,

Die Magd hat er gewonnen.

Husarenglaube.

I 43

Fliegendes Blat aus dem letzten Kriege mit Frankreich.

Es ist nichts lustger auf der Welt,

Und auch nichts so geschwind,

Als wir Husaren in dem Feld,

Wenn wir beym Schlachten sind.

Wenns blitzt und kracht dem Donner gleich

Wir schießen rosenroth,

Wenns Blut uns in die Augen läuft,

Sind wir sternhagelvoll.

Da heists: Husaren insgemein

Schlagt die Pistolen an,

Greift durch, den Säbel in der Hand

Haut durch den nächsten Mann.

Wenn ihr das Fransche nicht versteht,

So macht es euch bequem,

Das Reden ihm sogleich vergeht,

Wie ihr den Kopf abmäht.

Wenn gleich mein treuer Kammerad,

Muß bleiben in dem Streit,

Husaren fragen nichts darnach,

Sind auch dazu bereit;

Der Leib verweset in der Gruft,

Der Rock bleibt in der Welt,

Die Seele schwingt sich durch die Luft

Ins blaue Himmelszelt.

Der Rattenfänger von Hameln.

I 44

Mündlich.

»Wer ist der bunte Mann im Bilde,

Er führet Böses wohl im Schilde,

Er pfeift so wild und so bedacht;

Ich hätt mein Kind ihm nicht gebracht!«

In Hameln fochten Mäus und Ratzen

Bey hellem Tage mit den Katzen,

Es war viel Noth, der Rath bedacht,

Wie andre Kunst zuweg gebracht.

Da fand sich ein der Wundermann,

Mit bunten Kleidern angethan,

Pfif Ratz und Mäus zusamm ohn Zahl,

Ersäuft sie in der Weser all.

Der Rath will ihm dafür nicht geben,

Was ihm ward zugesagt so eben,

Sie meinten, das ging gar zu leicht

Und wär wohl gar ein Teufelsstreich.

Wie hart er auch den Rath besprochen,

Sie dräuten seinem bösen Pochen,

Er könnt zuletzt vor der Gemein

Nur auf dem Dorfe sicher seyn.

Die Stadt von solcher Noth befreyet,

Im großen Dankfest sich erfreuet,

Im Betstuhl saßen alle Leut,

Es läuten alle Glocken weit.

Die Kinder spielten in den Gassen,

Der Wundermann durchzog die Strassen,

Er kam und pfif zusamm geschwind

Wohl auf ein hundert schöne Kind.

Der Hirt sie sah zur Weser gehen,

Und keiner hat sie je gesehen

Verloren sind sie an dem Tag

Zu ihrer Aeltern Weh und Klag.

Im Strome schweben Irrlicht nieder,

Die Kindlein frischen drin die Glieder,

Dann pfeifet er sie wieder ein,

Für seine Kunst bezahlt zu seyn.

»Ihr Leute, wenn ihr Gift wollt legen,

So hütet doch die Kinder gegen,

Das Gift ist selbst der Teufel wohl,

Der uns die lieben Kinder stohl.«

Schürz dich Gretlein.

I 46

Frische Liedlein.

»Nun schürz dich Gretlein schürz dich,

Wohl auf mit mir davon,

Das Korn ist abgeschnitten,

Der Wein ist eingethan.«

»Ach Hänßlein, liebes Hänßlein,

So laß mich bey dir sein,

Die Wochen auf dem Felde,

Den Feiertag beim Wein.«

Da nahm ers bey den Händen,

Bey ihrer schneeweissen Hand

Er führt sie an ein Ende,

Da er ein Wirthshaus fand.

»Nun Wirthin, liebe Wirthin,

Schaut um nach kühlem Wein,

Die Kleider dieses Gretlein

Müssen verschlemmet sein.«

Die Gret hub an zu weinen,

Ihr Unmuth der war groß,

Daß Ihr die lichten Zähren

Ueber ihr Wenglein floß.

»Ach Hänßlein, liebes Hänßlein,

Du redtest nicht also,

Als du mich heim ausführest

Aus meines Vaters Hof.«

Er nahm sie bey den Händen,

Bey ihrer schneeweissen Hand,

Er führt sie an ein Ende,

Da er ein Gärtlein fand.

»Ach Gretlein, liebes Gretlein,

Warum weinst du so sehr,

Reuet dich dein freier Muth,

Oder reut dich dein Ehr?«

»Es reut mich nicht mein freier Muth,

darzu auch nicht mein Ehr;

Es reuen mich mein Kleider,

Die werden mir nimmermehr.«

Das Lied vom Ringe.

I 48

Elwert. S. 19.

Es waren drey Soldaten,

Dabey ein junges Blut,

Sie hatten sich vergangen,

der Graf nahm sie gefangen,

Setzt sie bis auf den Tod.

Es war ein wackres Mädelein

Dazu aus fremdem Land,

Sie lief in aller Eilen

Des Tags wohl zehen meilen

Bis zu dem Grafen hin.

»Gott grüß Euch, edler Herre mein,

Ich wünsch euch guten Tag,

Ach! wolt Ihr mein gedenken

Den Gefangnen mir zu schenken

Ja schenken zu der Eh.«

»Ach nein, mein liebes Mädelein,

Das kann und mag nicht sein,

Der Gefangne der muß sterben,

Gott’s Gnad muß er ererben

Wie er verdienet hat.«

Das Mädel drehet sich herum

Und weinet bitterlich,

Sie lief in aller Eilen

Des Tags wohl zwanzig Meilen,

Bis zu dem tiefen Thurm.

»Gott grüß Euch ihr Gefangnen mein,

Ich wünsch Euch guten Tag!

Ich hab für Euch gebeten,

Ich kann Euch nicht erretten,

Es hilft nicht Gut noch Geld.«

Was hat sie unter ihrem Schürzelein?

Ein Hemdlein war schneeweiß,

»Das nimm du Allerliebster mein,

Es soll von mir dein Brauthemd sein,

Darin lieg du im Tod.«

Was zog er von dem Finger sein?

Ein Ringlein, war von Gold,

»Das nimm du Hübsche, du Feine,

Du Allerliebste meine,

Das soll dein Trauring sein.«

»Was soll ich mit dem Ringlein thun,

Wenn ichs nicht tragen kann?«

»Leg es in Kisten und Kasten,

Und laß es ruhen und rasten

Bis an den jüngsten Tag.«

»Und wenn ich über Kisten und Kasten komm,

Und sehe das Ringlein an,

Da darf ichs nicht anstecken,

Das Herz möcht mir zerbrechen,

Weil ichs nicht ändern kann.«

Der Ritter und die Magd.

I 50

Fliegendes Blat.

Es spielt ein Ritter mit seiner Magd,

Bis an den hellen Morgen.

Bis daß das Mädchen schwanger war,

Da fing es an zu weinen;

»Wein’ nicht, wein’ nicht, braun’s Mädelein,

Dein Ehr will ich dir zahlen,

Ich will dir geben den Reitknecht mein,

Dazu fünfhundert Thaler.«

»Den Reitknecht und den mag ich nicht,

Will lieber den Herrn selber;

Wann ich den Herrn nicht selber krieg,

So geh ich zu meiner Mutter,

In Freuden bin ich von ihr gangen,

In Trauer wieder zu ihr.«

Und da sie vor die Stadt Augsburg kam,

Wohl in die enge Gasse,

Da sah sie ihre Mutter stehn,

An einem kühlen Wasser.

»Bist du willkommen liebs Töchterlein,

Wie ist es dir ergangen,

Daß dir dein Rock von vorne so klein,

Und hinten viel zu lange?«

»Und wie es mir ergangen ist,

Das darf ich Euch wohl sagen:

Ich hab mit einem Edelherrn gespielt,

Ein Kindlein muß ich tragen.«

»Hast du mit einem Edelherrn gespielt,

Das sollst du niemand sagen.