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Haben Sie sich auch schon gefragt, warum man Eulen nach Athen trägt? Wie es bei Hempels unterm Sofa aussieht? Oder was passiert, wenn man auf zwei oder gar mehreren Hochzeiten tanzt? Erklärungen hierzu finden Sie in dieser Sammlung mit über 700 Sprichwörtern - und damit sind Sie nie auf dem Holzweg!
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 476
Veröffentlichungsjahr: 2014
Die deutsche Sprache besitzt einen unerschöpflichen Reichtum an Redewendungen. Die wichtigsten, witzigsten und interessantesten haben wir für Sie in diesem Band gesammelt. Wir laden Sie ein auf einen ganz besonderen Streifzug durch die Welt unserer Redensarten und geflügelten Worte. Entdecken Sie Kurioses und Tiefsinniges, Lehrreiches und Alltägliches. Mal sind Wendungen aus alter Zeit zu uns gekommen, mal aus fremden Ländern. Sie haben Tiere und Steine zum Inhalt, Flüsse und Berge, Städte und Meere. Sie erzählen uns von alten Sitten und Gebräuchen, von längst vergangenen Kriegen und fast vergessenen Handwerksberufen. In ihnen spiegeln sich Gottesfurcht und Teufelsglaube, die Lust an Spiel und Wettstreit, am Kampf, an der Musik und der Liebe.
Hinweise zuhauf finden sich auch auf medizinische und abergläubische Vorstellungen, die uns heute skurril anmuten. Aus mancher Wendung spricht der Galgenhumor – aus anderen wiederum das Kalkül des Kaufmanns. Keinen Bereich menschlicher Erfahrung gibt es, der nicht durch Redensarten abgedeckt wäre. Manchmal leiten sie sich aus dem Alltag ab, mitunter speisen sie sich als geflügelte Worte direkt aus dem Mund von Politikern, Herrschern und anderen Berühmtheiten. Viele stammen aus der Literatur: aus Theaterstücken Shakespeares oder Goethes, aus antiken Fabeln, aus Romanen. Andere – moderne – entstammen dem Film. Menschliche Sprache ist kreativ und deshalb entstehen auch immer wieder neue Redewendungen und Sprichwörter.
Die in diesem Buch versammelten Redensarten sind verschiedenen Kategorien zugeordnet. Sie können also ganz nach Belieben und Interesse schmökern, aber auch nach Themenfeldern stöbern. Zur gezielten Suche nach bestimmten Redensarten ist ein ausführliches Register beigefügt, das die Wendungen, nach Schlagworten sortiert, alphabetisch auflistet.
Wir wünschen Ihnen viel Freude mit diesem Buch.
Die Redaktion
Zur Stichwortsuche verwenden Sie bitte die Suchfunktion Ihres Ebook-Readers oder das Stichwortverzeichnis am Ende des Buches
Mit Kind und Kegel
Viele Freunde gehen in ein kleines Haus – Freundschaft und Familie
Der schnöde Alltag
Von rauen Sitten und edlen Gesten
Männer und Frauen – Liebeleien und Bratkartoffelverhältnisse
Mit Haut und Haar – einmal durch den menschlichen Körper
Schuster, bleib bei deinen Leisten
Handwerk hat goldenen Boden – Handarbeit auch
Wissen ist Macht – Wissenschaft und Technik
Von roten Zahlen und blühendem Handel
Der lange Arm des Gesetzes – Recht und Gerichtsbarkeit
Rotwelsch und Halbseidenes
Stadt – Land – Fluss
Eine Seefahrt, die ist lustig – Schifffahrt und Meer
Von Straßen und Schienen
Auf Schusters Rappen
Flecken auf der Landkarte – von Ländern, Städten und Dörfern
Trautes Heim – Höfe und Häuser
Durch Wald und Flur
Jedem Tierchen sein Pläsierchen
Ich steh im Wald – Bäume, Kräuter und Blumen
Im Wald und auf der Heide – Jagd und Landwirtschaft
Was Leib und Seele zusammenhält – Essen und Trinken
Von Wetterzeiten und Jahreskreisen – Klima, Jahreszeiten und Kalendertage
Von Argusaugen und Amors Pfeilen
Die Äpfel der Atalante – Griechische Mythologie
Rom wurde nicht an einem Tag erbaut – die alten Römer
Goldmarie und Pechmarie – allerlei Mythisches, Mystisches und Märchenhaftes
Hier spielt die Musik
Was macht die Kunst?
Der Ton macht die Musik
Bücherwürmer – die Welt der Literatur
Bretter, die die Welt bedeuten – Film und Theater
Die Welt ist bunt – Formen und Farben
Mit fliegenden Fahnen untergehen
Geschichte und Geschichten
So schnell schießen die Preußen nicht! – Krieg und Militär
Von Roten Karten und Eigentoren – Sport und Spiel
Gott sei es getrommelt und gepfiffen
Nach mir die Sintflut – das Alte Testament
Wer ohne Sünde ist – das Neue Testament
Toi, Toi, Toi – Aberglaube und Ammenmärchen
Henker, Tod und Teufel
Alle Zeit der Welt – Kosmos und Welt
Register
Bildnachweis und Impressum
Familie, Partnerschaft, Freunde, der Alltag oder der eigene Körper: Der Streifzug durch die eher privaten Bereiche des Lebens verrät, wie man – auch wenn man zwei linke Hände hat – einem anderen Menschen die Welt zu Füßen legen kann, wie es bei Hempels unterm Sofa aussieht oder warum man seine Gäste an einen Katzentisch setzt. Kein Wunder, wenn denen daraufhin der Kragen platzt oder gar die Galle überläuft. Pferde stehlen will man mit einem solchen Gastgeber jedenfalls sicher nicht.
Das Unglück ist schon eingetreten. Dabei hätte es mit etwas mehr Umsicht leicht verhindert werden können.
Diese Redensart gab es im Lauf der Geschichte in vielen Abwandlungen. Mal fiel die Hoffnung in den Brunnen (so formulierte es der Dichter Abraham a Sancta Clara um 1700), mal ein Ochse (derselbe Autor), mal so etwas Abstraktes wie der Hochmut. Was aber auch immer im Brunnenschacht landet: Es ist unwiederbringlich.
Eine weitere Abwandlung der Wendung legt den Schwerpunkt auf eine zu späte Einsicht nach dem Verlust: Demnach wird der Brunnen erst abgedeckt, wenn das Kind bereits hineingefallen ist.
Die gesamte Familie. Die Haustiere. Im Zweifel auch einen Picknickkorb. Und so einiges an Gepäck.
Ursprünglich meinte der Ausdruck: mit ehelichen und unehelichen Kindern. Während „Kind“ die legitimen, ehelichen Kinder bezeichnete, meinte der inzwischen veraltete Ausdruck „Kegel“ – abwertend – die unehelich geborenen Kinder. In dieser Wortbedeutung ist die Formel bereits seit dem 15. Jh. bezeugt.
Die dritte Person, die sich an etwas beteiligt.
Schiller – mit einem Klassiker in die Charts
Seine Ode „An die Freude“ wurde als „A Song of Joy“ zur bis heute meistverkauften Hymne der Welt. Ihr Verfasser, Johann Christoph Friedrich Schiller (1759 – 1805), zählt zu den bedeutendsten deutschen Dramatikern und Lyrikern, veröffentlichte aber auch philosophische und historische Schriften.
Dieser Ausspruch geht auf Friedrich Schillers Ballade „Die Bürgschaft“ von 1798 zurück. Der Dichter verarbeitet hier die antike Erzählung von Damon und Phintias: Möros (Damon) wird bei dem Versuch, den Tyrannen Dionys – gemeint ist Dionysios II. von Syrakus (ca. 396 – nach 377 v. Chr.) – zu ermorden, aufgegriffen und zum Tode verurteilt. Da Möros aber noch seine Schwester verheiraten möchte, erbittet er drei Tage Aufschub seiner Hinrichtung. Während seiner Reise zur Hochzeit hinterlässt er seinen Freund als Bürgen. Auf dem Rückweg wird er jedoch von allerlei Gefahren und Widrigkeiten aufgehalten, sodass er erst im letzten Moment erscheint, um seinen Freund davor zu bewahren, an seiner statt hingerichtet zu werden. Dionys ist von dieser freundschaftlichen Treue dermaßen beeindruckt, dass er sagt: „Ich sei, gewährt mir die Bitte, in eurem Bunde der Dritte.“
In seinen Werken hat Schiller übrigens zahlreiche Redewendungen geprägt, die in den heutigen Sprachgebrauch eingegangen sind, darunter: „Die Axt im Haus erspart den Zimmermann“, „Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt“, „Was man nicht aufgibt, hat man nie verloren“, „Wehe, wenn sie losgelassen!“, „Drum prüfe, wer sich ewig bindet“, „Dem Mann kann geholfen werden“, „Daran erkenn ich meine Pappenheimer“ und „Ich hab getan, was ich nicht lassen konnte“.
Diese Angelegenheit werden wir meistern!
Die Redensart ist jungen Ursprungs, sie stammt vermutlich aus dem 20. Jh. Ursprünglich war dieser Satz wohl an eine junge Mutter gerichtet, die ihr Wiegenkind für einige Zeit verlassen und in fremde Obhut geben musste.
Wenn Nachwuchs ins Haus steht.
Sexualität – das war lange Zeit ein Tabuthema und stellte prüde Eltern vor das Problem: „Wie sag ich’s meinem Kinde?“ Anstatt es aufzuklären, erzählten sie ihm, der Klapperstorch würde die Babys aus einem Brunnen oder einem anderen Gewässer fischen, auf dem Rücken oder im Schnabel transportieren – und eben bei Ablieferung der Mutter ins Bein beißen. Adebar, wie der Storch auch gern genannt wird, erscheint in dieser Bringrolle in zahlreichen Kinderreimen und bis heute in verschiedenen Hochzeitsbräuchen. Man kann nicht nur „vom Storch gebissen werden“, sondern auch vom Klapperstorch „gebracht“ oder – etwas moderner – „angerufen werden“.
Die Redensart ist seit dem 19. Jh. geläufig – einer für ihre wachsende Prüderie bekannten Zeit. Doch bezieht sich die Wendung eindeutig auf wesentlich ältere Fruchtbarkeitsvorstellungen. So hielt man in früheren Zeiten Brunnen und Tümpel für die Wohnorte der ungeborenen Kinder. Und da der Storch in Tümpeln nach Fröschen jagt, wurde er bevorzugt zum Vogel, der die Kinder bringt.
Doch gibt es auch andere tierische Kinderbringer, z. B. den Fuchs oder – im Winter – den Schwan, die Krähe, den Raben oder den Kuckuck. Sogar der Osterhase soll bisweilen nicht nur Eier verstecken, sondern auch Kinder ins Haus bringen.
Neben den fantasievollen, „tierischen“ Umschreibungen der Schwangerschaft sind auch verschiedene andere, deutlich nüchternere Floskeln in Gebrauch, wie z. B.: „in anderen/gesegneten Umständen sein“, „gesegneten Leibes sein“, „nicht mehr allein sein“, „guter Hoffnung sein“ und „etwas unter dem Herzen tragen“, wie es z. B. in dem berühmten Adventslied „Maria durch ein Dornwald ging“ heißt. Etwas derber, aber sehr bildhaft: „einen Braten in der Röhre haben“.
… ist ein eher naives Mädchen aus gutbürgerlichen Verhältnissen und mit guter Schulbildung.
Hier ist mit Tochter schlichtweg Mädchen gemeint, die man in früheren Zeiten auf eine sogenannte „Töchterschule“ schickte, die als Mädchenschule heute noch Bestand hat. Die sogenannte „höhere Töchterschule“ war für Mädchen „besseren oder vornehmen Standes“ vorgesehen, wie es schon im Deutschen Wörterbuch der Gebrüder Grimm heißt.
In einem Unternehmen, Verein oder auch einer Institution des öffentlichen Bereichs werden Freunde oder Verwandte begünstigt.
Der Vetter ist der Cousin, und dieser steht hier stellvertretend für alle infrage kommenden Familienangehörigen und Freunde. Wer gegen die Zustände angehen will, sagt mitunter auch: „Schluss mit der Vetternwirtschaft!“ Und mit „irgendwo hat er e Vetterle“ meint man im Badischen jemanden, der von einer nicht näher bekannten Person begünstigt wird.
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
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