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Was ist überhaupt der Unterschied zwischen einem Psychiater, Psychologen und einem Psychotherapeuten? Machen Antidepressiva nicht abhängig? Bitte was ist eine Tagesklinik? Vor allem worin unterscheidet sich eine Reha von einem Psychiatrie Aufenthalt? Im ersten Klinikaufenthalt stand der Autor Stefan Gatzemeier vor vielen solcher Fragen. Ohne direkte Nachfragen und ohne Selbstrecherche blieben diese Fragen ihm und anderen Betroffenen aber meist unbeantwortet. In Selbsthilfegruppen und weiteren Krankenhausaufenthalten war er es, der vielen Betroffenen aber auch Angehörigen und Interessierten solche Fragen beantworten konnte. Doch Stefan Gatzemeier wollte noch mehr. Unzählige Fachliteratur stapelte sich inzwischen in seinen Regalen. Sehr hilfreich war ebenfalls seine langjährige ambulante Therapie. Ein drei Semester langes Studium zum psychologischen Berater und Personal Coach rundeten sein psychologisches Grundwissen ab. In einfachen Worten gibt der Autor wieder, welches Wissen nach der Diagnose Depression hilfreich ist.
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Seitenzahl: 61
Veröffentlichungsjahr: 2016
© 2016 Stefan Gatzemeier
Verlag: tredition GmbH, Hamburg
Homepage: www.StefanGatzemeier.de
Facebook: www.facebook.com/StefanGatzemeierAutor
Cover Foto: Annekatrin Seel
Homepage: www.fotografie-seel.de
Facebook: https://www.facebook.com/fotografieseel
Model/Visagie: Esmee Stadie
Facebook: www.facebook.com/drachenherzwelt
ISBN
Paperback:
978-3-7345-8414-5
Hardcover:
978-3-7345-8415-2
e-Book:
978-3-7345-8416-9
Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.
Stefan Gatzemeier
Was den Betroffenen niemand sagt
Ratgeber für
Betroffene, Angehörige und Interessierte
Ob Stefan, Onkel Stefan, Gatze oder einfach Gatzi. Stefan Gatzemeier hat nicht nur viele Gesichter, sondern auch viele Namen. Doch eins ist immer gleich: Welcher Tätigkeit der 1981 in Hannover Geborene auch nachgeht, er macht es mit Begeisterung und 100%igem Einsatz. Wenn er nicht gerade bei einem großen Automobilhersteller in Hannover im Bereich der Arbeitssicherheit und des Umweltschutzes arbeitet, engagiert er sich ehrenamtlich beim Roten Kreuz als Sanitäter oder als Ausbilder für die Erste Hilfe. Sein Interesse für die Psychologie/Psychotherapie wurde in seiner eigenen, langjährigen Therapie geweckt.
Von 2015–2016 belegte er ein drei Semester langes Studium zum Psychologischen Berater/Personal Coach, welches er mit der Bestnote 1,0 abschloss. Oftmals ist er in einem Café vorzufinden und schreibt Texte für sein neues Buchprojekt, oder aber er bereitet Workshops und Vorträge über psychologische Themen vor. Seinen Rückzugsort findet er in einem kleinen Ort, am westlichen Rand der Region Hannover. Dort bildet er mit seinen Katern Pinky und Gizmo eine lustige Männer–WG.
Der Gesunde hat viele Wünsche, der Kranke nur einen
Anmerkung: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichwohl für beiderlei Geschlecht.
Schon im letzten Kapitel meines Manuskriptes zum Buch »Let Me Go« überlegte ich: »Was kommt nun?« Nach der Veröffentlichung meines Buches fragten mich einige interessierte Leser, ob Sie weitere Publikationen von mir erwarten dürften. Viel zu gerne hatte ich inzwischen die Schreiberei liebgewonnen, um nach der Publizierung meines ersten Buches das Schreiben einfach einzustellen. Als sich meine Korrektorin mein Manuskript vornahm, stellte sie schnell fest, dass ich mir inzwischen einen Psychologen-Slang angewöhnt hatte. So nannte sie es immer. Einige Fachausdrücke wurden für mich zur Selbstverständlichkeit. So kam es dazu, dass ich eine Menge Vokabeln erläutern musste. Die Erklärung der Fachausdrücke wurde dem Text hinzugefügt. Im Laufe der letzten Jahre kam es immer wieder vor, dass ich bei Klinikaufenthalten der sogenannte Klinik-Veteran war. Einige Patienten hörten mir stundenlang zu, sobald ich etwas von meiner Erfahrung und meinem Wissen weitergab. Oftmals war ich selbst erstaunt, welch ein Wissensrepertoire ich mir angeeignet hatte, sei es über die Depression selbst oder aber über Ärzte, Psychologen, Kliniken, Therapieverfahren und Etliches mehr. Immer wieder habe ich in den letzten Jahren die Erfahrung machen müssen, dass Patienten von Ärzten, Krankenhäusern und leider auch von Therapeuten
unzureichend über ihre Erkrankung aufgeklärt wurden. Obwohl in den letzten zehn Jahren viel Aufklärungsarbeit geleistet wurde, gibt es noch einen immensen Bedarf nach weiterer Aufklärung. Ich erlebe es immer wieder, dass Menschen zum Beispiel nicht den Unterschied zwischen Psychiater und Psychologen kennen! Wissen Sie ihn? Wenn nicht, ist dieses Buch genau das Richtige für Sie! Ich will einiges, was mir in den letzten Jahren geholfen hat, aufschreiben und denjenigen damit helfen, die sich in der gleichen oder aber ähnlichen Situation befinden, wie ich vor ein paar Jahren.
Gleichzeitig möchte ich aber auch warnen. Ich bin kein Fachmann und dieses Buch ist nicht dafür gedacht, eine notwendige Therapie oder einen Arztbesuch zu ersetzen. Im Zweifel möchte ich Sie bitten, stets auf ihren Arzt oder Therapeuten zu hören. Es geht mir darum, Informationen von einem erfahrenen Patienten an andere Patienten weiterzugeben, getreu dem Motto: aus der Praxis, für die Praxis. Auch gilt, was mir geholfen hat, muss nicht jedem helfen. Um zu verstehen wieso etwas hilft, sollte ich verstehen, weshalb ich erkrankt bin. Deshalb werde ich die möglichen Ursachen einer Depression erläutern. Wenn wir uns den Arm gebrochen haben, wissen wir in der Regel warum. Auch dass unser Knochen verletzt ist, ist uns bekannt. Wir wissen, dass wir höchstwahrscheinlich einen Gips bekommen. Wenn wir eine Erkältung haben, wissen wir, dass in der Regel Viren daran schuld sind.
Wir haben in unserer Vergangenheit gelernt, welche Hausmittelchen bei einem Infekt helfen und was wir benötigen, damit es uns schnell wieder gut geht. Doch wenn unsere Seele erkrankt, wissen wir auf einmal nicht weiter und tappen wortwörtlich im Dunkeln.
Laut einer Studie der Welt-Gesundheits-Organisation (WHO) aus dem Jahre 2012 leiden derzeit ca. 350 Millionen Menschen weltweit an einer behandlungsbedürftigen Depression. Die Dunkelziffer dürfte um ein Vielfaches höher liegen. Spätestens im Jahr 2030 wird erwartet, dass die Depression die häufigste diagnostizierte Krankheit der Welt ist. Doch es betrifft immer die anderen, nie uns selber. So ähnlich dachte ich damals auch. Und wenn es einen getroffen hatte, schafft man es ja alleine aus dieser Abwärtsspirale heraus. Es mag hart klingen, aber schlagen Sie sich genau diese zwei Dinge aus dem Kopf. Es ist unerheblich, ob Sie Akademiker, Handwerker oder arbeitslos sind. Es trifft jede Bevölkerungsschicht. Nur die Auslöser können verschieden sein. Die Erkrankung aber ist gleich. Sollte man jene tückische und vielschichtige Krankheit bei ihnen erkennen, seien Sie sich über eines gewiss: Sie bekommen Hilfe. Unerlässlich ist das Zulassen eben dieser Unterstützung. Es wird nicht ausreichend sein, zu einem Arzt und/oder einem Therapeuten zu gehen. Nein, man muss aktiv bei einer Therapie jeglicher Art mithelfen. Seien es die Ratschläge anzunehmen und umzusetzen oder aber die verschriebenen Medikamente zu nehmen. Häufig ist eine tückische Verlaufskurve der Erkrankung zu erkennen.
