Die Arzt-Patient-Beziehung -  - E-Book

Die Arzt-Patient-Beziehung E-Book

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Beschreibung

Die Begegnung zwischen Arzt und Patient ist komplex. Dies betrifft die grundlegende Asymmetrie in der Arzt-Patient-Beziehung, die, je nach Zeitgeist, von paternalistischen oder partizipativen Vorstellungen geprägt ist. Aber sie steht auch in institutionellen, bürokratischen und wirtschaftlichen Kontexten. Dieses praxisorientierte Buch ermöglicht die Reflexion der eigenen Position und die Annäherung an ein gemeinsames Behandlungsziel von Arzt und Patient. Durch Beispiele u. a. aus Gynäkologie, Psychiatrie und Onkologie werden konkrete Behandlungssituationen aus soziologischer Sicht aufgearbeitet, wodurch Spannungsfelder und Auswirkungen von Asymmetrien auf die Arzt-Patient-Beziehung erkennbar werden.

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Seitenzahl: 315

Veröffentlichungsjahr: 2010

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Die Begegnung zwischen Arzt und Patient ist komplex. Dies betrifft die grundlegende Asymmetrie in der Arzt-Patient-Beziehung, die, je nach Zeitgeist, von paternalistischen oder partizipativen Vorstellungen geprägt ist. Aber sie steht auch in institutionellen, bürokratischen und wirtschaftlichen Kontexten. Dieses praxisorientierte Buch ermöglicht die Reflexion der eigenen Position und die Annäherung an ein gemeinsames Behandlungsziel von Arzt und Patient. Durch Beispiele u. a. aus Gynäkologie, Psychiatrie und Onkologie werden konkrete Behandlungssituationen aus soziologischer Sicht aufgearbeitet, wodurch Spannungsfelder und Auswirkungen von Asymmetrien auf die Arzt-Patient-Beziehung erkennbar werden.

Dr. Jutta Begenau, Medizinsoziologin an der Charité Berlin. Dr. Cornelius Schubert, Soziologe am Institut für Soziologie der TU Berlin. PD Dr. Werner Vogd, Lehrstuhl für Soziologie an der Universität Witten/Herdecke.

Jutta Begenau Cornelius Schubert Werner Vogd (Hrsg.)

Die Arzt-Patient-Beziehung

Verlag W. Kohlhammer

Dieses Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwendung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechts ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikrofilmungen und für die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Die Wiedergabe von Warenbezeichnungen, Handelsnamen oder sonstigen Kennzeichen in diesem Buch berechtigt nicht zu der Annahme, dass diese von jedermann frei benutzt werden dürfen. Vielmehr kann es sich auch dann um eingetragene Warenzeichen oder sonstige geschützte Kennzeichen handeln, wenn sie nicht eigens als solche gekennzeichnet sind.

1. Auflage 2010

Alle Rechte vorbehalten © 2010 W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Gesamtherstellung: W. Kohlhammer Druckerei GmbH + Co. KG, Stuttgart Printed in Germany

ISBN 978-3-17-020554-3

E-Book-Formate

pdf:

epub:

978-3-17-027386-3

mobi:

978-3-17-027387-0

Inhaltsverzeichnis

Einleitung: Die Arzt-Patient-Beziehung aus soziologischer SichtJutta Begenau, Cornelius Schubert und Werner Vogd

1 Die Arzt-Patient-Beziehung im historischen Kontext

2 Die Soziologie der Arzt-Patient-Beziehung

3 Die Anthropologie der Arzt-Patient-Begegnung

4 Aufbau des Buches

5 Ausblick auf das Buch

Literatur

1 »Es gibt so viele Klippen«: Die Ärztin-Patientin-Beziehung in der GynäkologieJutta Begenau

1.1 Einleitung

1.2 Ausgewählte Kontexte – potenziell verunsichernde Handlungsrahmen

1.3 Die Begegnung von Frauenärztin und Patientin in der gynäkologischen Sprechstunde – Versuch einer Innenansicht

1.4 Resümee

Literatur

2 Anthropologie des Vertrauens – Psychotherapeutische Beziehungen im Spannungsfeld von Zwang und FreiheitWerner Vogd

2.1 Psychiatrieerfahrungen

2.2 Kommunikation, Bewusstsein und Beziehung

2.3 Resümee

Literatur

3 Abgesicherte Freiheit – Gelungene Arzt-Patient-Kooperation in der ambulanten Behandlung von Menschen mit PsychosenPeri Terzioglu

3.1 Einleitung

3.2 Kontextbedingungen der Arzt-Patient-Kooperation

3.3 Gelungene Zusammenarbeit

3.4 Resümee

Literatur

4 »Da muss ich denen erst mal den Wind aus den Segeln nehmen!« – Wie Ärzte mit informierten Patienten umgehenHürrem Tezcan-Güntekin

4.1 Einleitung

4.2 Wandel der Arzt-Patient-Beziehung

4.3 Der informierte Patient aus Sicht der Ärzte

4.4 »Informiertheit heißt nicht Kompetenz.« Strategien im Umgang mit informierten Patienten zur Herstellung einer asymmetrischen Arzt-Patient-Beziehung

4.5 Resümee

Literatur

5 Das Arrangement der Hoffnung auf der Basis von PerspektivendivergenzAnja Hermann

5.1 Die ärztliche Perspektive

5.2 Die Perspektive des Pflegepersonals

5.3 Die Perspektive des Patienten bzw. der Patientin

5.4 Die Angehörigenperspektive

5.5 Das Arrangement der Hoffnung

Literatur

6 Rahmungen – Sterben im Modus des »als ob«Werner Vogd

6.1 Rahmen, Rahmungen und Rahmenanalyse

6.2 Sterben im Krankenhaus – oder die Herstellung von Diffusität

6.3 Resümee

Literatur

7 Zwischen Bürokratie und Ökonomie – Oder: Wie man die Verwaltung täuscht, Patienten behandelt und auch wieder los wirdCornelius Schubert

7.1 Einleitung

7.2 Die gezielte Fehlinformierung der Verwaltung

7.3 Die Transformation des Problems des Patienten in ein für den Arzt handhabbares Problem

7.4 Das »Loswerden« von Patienten

7.5 Resümee

Literatur

Stichwortverzeichnis

Einleitung: Die Arzt-Patient-Beziehung aus soziologischer Sicht

Jutta Begenau, Cornelius Schubert und Werner Vogd

Die Arzt-Patient-Beziehung1 ist von zentraler Bedeutung für den Behandlungserfolg und wird von ärztlicher Seite als ein hohes Gut in der Begegnung von Arzt und Patient hervorgehoben. Medizinsoziologischer Konsens besteht darin, dass die Arzt-Patient-Beziehung eine spezifische soziale Entität ist, die immer unter bestimmten kulturellen, ökonomischen, politischen und juristischen Rahmenbedingungen existiert. Ihre Besonderheit besteht beispielsweise darin, dass sich Arzt und Patient, anders als in einer Freundschaftsbeziehung, fast nie gegenseitig frei wählen können. Sie treffen in institutionell-organisatorisch geregelten Strukturen aufeinander, wobei der Arzt in der Regel noch weniger Wahlmöglichkeiten hat als der Patient. Eine weitere Besonderheit dieser Beziehung besteht darin, dass sie prinzipiell asymmetrisch ist und durch Perspektivendivergenz gekennzeichnet ist. Diese Besonderheiten weisen zugleich darauf hin, dass mit der Arzt-Patient-Beziehung immer auch Schwierigkeiten und Probleme verbunden sind.

So sind die Erwartungen von Ärzten und Patienten darüber, was beispielsweise eine »gute« Arzt-Patienten-Beziehung ausmacht, nicht zwingend deckungsgleich. Untersuchungen zeigen, dass 80 % der Krankenhauspatienten vollständig aufgeklärt werden wollen. Ärzte hingegen unterschätzen das Informationsbedürfnis ihrer Patienten systematisch oder haben einfach nicht genügend Zeit für ein ausführliches Aufklärungsgespräch. Dies kann dazu führen, dass sich Patienten zu wenig beachtet, ungenügend aufgeklärt oder mit Fachbegriffen zugeschüttet fühlen. Wie ein Bumerang entsteht dann ärztliche Unzufriedenheit mit Patienten, wenn diese sich auf Grund unzureichender Aufklärung nicht an die ärztlichen Ratschläge und Therapiepläne halten. Terminal erkrankte Patienten wiederum, die oftmals keine vollständige Aufklärung wünschen, lassen sich nicht selten auf ein Spiel der wechselseitigen Täuschungen und diffuser Informationen ein. In diesem Fall dürfen Patienten von ihrem Arzt erwarten, nicht aufgeklärt zu werden.

Überlange Gespräche erwarten hingegen weder Ärzte noch Patienten. Aber Letztere wünschen sich, dass Ärzte ihnen auch bei knappem Zeitbudget je nach medizinischer Fragestellung ausreichende Aufmerksamkeit schenken. Viele Ärzte leiden ihrerseits unter der beschleunigten »Drei-Minuten-Medizin« und der hohe Verwaltungsaufwand verknappt ihre Zeit zusätzlich. Beides führt dazu, dass Ärzte immer weniger Zeit haben, ihren Patienten das für den Behandlungsprozess relevante Wissen unter Nennung therapeutischer und diagnostischer Alternativen in verständlicher Form zu erläutern. Auch dies kann zu einer beiderseitigen Unzufriedenheit führen.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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