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Während die Elfen und die Menschen nach der Ermordung des saevianischen Botschafters kurz vor einem Krieg stehen und sich die Drei für einen Kampf gegen den Gott Sareth rüsten, hofft Kado auf etwas Ruhe, nachdem er seine Freunde gerade erst vor dem Galgen bewahren konnte. Aber viel Entspannung bleibt dem Albinoelfen nicht, als die - nunmehr ehemalige - Agentin der Krone Lynn zwischen die Fronten der Götter gerät. So sehr er sich auch dagegen sträubt, muss er wohl oder übel seine Rolle als Diener des Carnor annehmen, um diejenigen zu retten, die ihm etwas bedeuten...
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Seitenzahl: 381
Veröffentlichungsjahr: 2019
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Während die Elfen und die Menschen nach der Ermordung des saevianischen Botschafters kurz vor einem Krieg stehen und sich die Drei für einen Kampf gegen den Gott Sareth rüsten, hofft Kado auf etwas Ruhe, nachdem er seine Freunde gerade erst vor dem Galgen bewahren konnte. Aber viel Entspannung bleibt dem Albinoelfen nicht, als die - nunmehr ehemalige - Agentin der Krone Lynn zwischen die Fronten der Götter gerät. So sehr er sich auch dagegen sträubt, muss er wohl oder übel seine Rolle als Diener des Carnor annehmen, um diejenigen zu retten, die ihm etwas bedeuten...
Lukas Bayer, geboren 1997 in Neustadt an der Weinstraße, studiert Mathematik und Informatik auf Lehramt an der Technischen Universität Kaiserslautern, doch in seiner Freizeit widmet er sich seit einigen Jahren dem Erfinden von fantastischen Geschichten und Welten.
Für Carina, Sandra, Saskia
und Melanie
Prolog
Kapitel 1: Die Verfluchte Krähe
Kapitel 2: Die Katze
Kapitel 3: Der Rat der Priester
Kapitel 4: Ein unerwünschtes Wiedersehen
Kapitel 5: Das Tote Viertel
Kapitel 6: Eine Lehrstunde in Sachen Seelen
Kapitel 7: Auf nach Forill
Kapitel 8: Ein kleines, verschlafenes Drecksloch
Kapitel 9: Einem geschenkten Gaul...
Kapitel 10: Ein wenig Ruhe
Kapitel 11: Die Dame und der Dieb
Kapitel 12: Was für ein Plan?
Kapitel 13: Des Königs Knechte
Kapitel 14: Zufälle gibt es nicht
Kapitel 15: Kriegsrat
Anhang
Personen
Orte
Trivia
Die frische Kerze auf dem Tisch flackerte leicht, als die Tür geöffnet wurde und Kado zum ersten Mal nach tagelanger Arbeit von einer zarten Stimme unterbrochen wurde. Zuvor hatte sie ihn in Ruhe schreiben lassen und jedes Mal gewartet, bis er von selbst mit seiner Arbeit pausierte. Nur dieses Mal nicht...
„Und? Wie weit bist du?“ Lynn stand im Türrahmen und beäugte interessiert die schwebende Feder, welche mit fließenden Bewegungen über das Papier eilte, bevor sie daneben zum Halten kam. Kado drehte sich auf seinem Stuhl zu ihr herum und lächelte.
„Kurz nachdem wir Koyro und Z’sou das erste Mal eine Tracht Prügel verpasst haben. In der Handelsgesellschaft.“ Der Albinoelf suchte ihre blauen Augen und beobachtete, wie ihr die Erinnerungen zurück ins Gedächtnis gerufen wurden.
Sie begann nochmal alles aufzuzählen. „Das heißt also, du hast den Teil mit dem Jägersmann und deinem überaus intelligenten Handel, der dich zum unsterblichen Streiter Carnors machte, erledigt. Die Geschichte mit dem Bienenstock, unserem ersten Treffen und deiner Flucht auch. Dann kam unser nächstes Treffen in Hochwalden, Alaria, das Wiederherstellen meiner Erinnerungen, die Hinrichtung von Aileen und Reena als Verantwortliche für das große Feuer von Alaria, deine ach so heldenhafte Rettung und mein kleiner Ausflug als Seele in deinen Körper. Hast du irgendwas davon vergessen?“
Kado schüttelte nur den Kopf. „Nein. Alles aufgeschrieben und mit Kommentaren versehen.“
„Moment“, Lynn hob fragend eine Augenbraue. „Kommentare? Wölfchen, das soll ein Schriftstück für die Bibliothek der Akademie werden! Zeig mal her!“ Sofort eilte sie an seine Seite und nahm die erste leere Seite von dem Stapel geschriebener Blätter, ehe sie die Zeilen überflog.
„Ich hatte nun mal Lust, meine Meinung dazu zu geben! Das liest sich doch sonst so grauenvoll trocken!“, beschwerte sich der Albino und musterte Lynn, wie sie seine Blätter überflog. „Das soll eine Biographie werden und kein Mimenstück!“, wies ihn Lynn zurecht, ohne ihn jedoch direkt anzusehen.
„Wobei...“ Ein Schmunzeln stahl sich auf ihre Lippen. „Eigentlich ist das ja irgendwie passend.“
„Sag ich ja!“, erklärte Kado grinsend. „Außerdem kommt da noch eine Liste mit Namen hinten rein, damit ich nicht andauernd erklären muss, wo ich wen wann warum kennen gelernt habe, weil irgendwelche Magier, die das lesen, sich keine Namen merken können.“
„Dann wird das aber ein ziemlich dicker Wälzer für die Bibliothek.“, meinte Lynn anerkennend und legte den Stapel der beschriebenen Blätter wieder zurück. „Wenn man bedenkt, was du in wenigen Tagen ruhiger Arbeit an Blättern beschrieben hast und man wie ich weiß, was da noch kommt... bei den Göttern, das wird mal ein Buch!“
„Bücher.“
„Wie?“
Kado zuckte mit den Schultern. „Das werden mehrere Bände. Ich meine, wer liest schon freiwillig so ein riesen Teil!“ Er holte mit den Armen aus, um den geschätzten Umfang zu symbolisieren.
„Magier, Kado. Magier. Das solltest du doch am besten wissen“, erklärte Lynn und warf einen Blick aus dem Fenster der Kajüte.
„Allzu viele Tage hast du ja nicht mehr, bevor wir ankommen. Die Rí’ama hat - grob geschätzt - schon die Hälfte der Strecke hinter sich.“ Die ehemalige meraldische Agentin spickte auf das angefangene Blatt, neben welchem die Feder schwebte. Ein kurzer Moment der Stille zog ein, nur durchzogen von dem leisen Knarren der Dielen im sanften Seegang der Nacht.
„Moment, das heißt, dieser Band ist der Teil, der beweist, dass du so etwas wie Gefühle besitzt, sie nur nicht zeigen kannst?“, fragte sie und grinste Kado an. Der Mund des Albinoelfen wurde zu einem schmalen Strich und er rollte mit den Augen.
„Ja...“, knurrte er. „Und das zu schreiben wird nicht gerade meine liebste Aufgabe. Wenn ich darüber schon nicht reden kann, wie soll ich dann darüber schreiben?“
Lynn zuckte mit den Schultern. „Soll ich dir helfen? Frauen haben da meist...“
„Auf gar keinen Fall!“, rief Kado aus und Lynn glaubte zu erkennen, wie ihm die Röte ins bleiche Gesicht schoss. „Ich meine... äh...“
„Gut, dann geh ich wieder“, meinte sie gespielt beleidigt, drehte sich um und ging Richtung Tür. „Aber denk‘ dran, dass ich mir das genauestens durchlesen werden. Auch den gefühlsduseligen Teil...“ Und mit diesen Worten schloss sie die Tür hinter sich und ließ Kado wieder alleine in seiner Kajüte zurück.
Der Albinoelf starrte noch einen Moment lang überrascht auf die Tür, ehe er sich wieder dem Blatt zuwandte. Das würde der schwierigste der Bände werden, da war er sich sicher. Gefühle... das war nie seine Stärke gewesen, aber wenigstens war das ja nur ein kleiner Teil seiner Geschichte - und den würde er auch, so gut es ging, klein halten!
Aber nun gut, wo war er noch gleich stehen geblieben? Eine Handbewegung und die magische Feder tänzelte wieder über das Blatt. Kado schweifte ab in alte Erinnerungen und ging zurück zu der Nacht in Alaria, nachdem er Reenas und Aileens Hinrichtung verhindert hatte...
„Ein bisschen mehr Mühe hätten sie sich aber schon geben können!“, grummelte ich genervt und schüttelte den Kopf. „Das ist ja fast schon beleidigend!“
Ich warf einen Blick zu meinem wölfischen Begleiter Felan, der sich vor Lachen kugelte, was für normale Menschen wie eine Mischung aus Geheule und Gejaule klang. „Hör auf damit!“, meckerte ich ihn genervt an. „Das ist nicht lustig!“
„Doch“, kreischte Felan und ich konnte von Glück reden, dass um diese Uhrzeit kaum noch jemand in den Gassen Alarias unterwegs war. „Ich könnte mich Stunden lang darüber amüsieren.“
Neben mir erklang ein leises Kichern und ich fuhr herum, nur um Lynn böse anzustarren. „Findest du das etwa auch so komisch?“
Die ehemalige Agentin der Krone grinste verschmitzt und unterdrückte offensichtlich ein Lachen. „Nun ja... ja“ Sie kicherte kurz, als sie für einen Moment die Fassung verlor. „Du musst zugeben, dass es schon amüsant ist...“ Jaja...
Mein Blick ruhte auf dem bemalten Zettel, der dort an der Wand hing. Auf eben jenem war in sehr schlechter Manier ein Elf gemalt. Im Prinzip sah die Zeichnung aus, als hätte man einem Kind hier aus dem Hafen einen Stift gegeben und ihm gesagt, es solle einen Elfen zeichnen. Einzig die weißen Haare und die roten Augen ließen darauf schließen, dass ich die dargestellte Person war - oh und der Aufdruck Kado - lebendig gesucht wegen Hochverrats, eintausend Kronen Belohnung gab mir ebenfalls den diskreten Hinweis, ich sei mit dieser... Kritzelei gemeint.
„Du hast gut reden!“, meckerte ich sie an und warf einen Blick auf den zweiten Steckbrief, welcher ebenfalls dort vor uns hing. „Bei dir haben sie sich wenigstens angestrengt.“
Lynns Steckbrief zeigte selbst die feinsten Konturen ihres wunderschönen Gesichtes und war im direkten Vergleich zu dem Zettel mit meinem Konterfei darauf ein wahres Kunstwerk. Ich brummelte genervt, als ich mich von den Steckbriefen abwandte, neben denen auch die Gesichter von Sebastian, Reena und Aileen hingen.
Mit einem Schmunzeln zog Lynn meinen Kopf zu sich und gab mir einen Kuss auf die Wange, bevor sie mit den Schultern zuckend davon ging. „Es gibt eben nun mal nur wenige Elfen mit deinem Aussehen“, meinte sie, ohne sich wieder umzudrehen und ging zielstrebig die Gasse entlang. Sie wusste ja schließlich, wo es hingehen sollte.
Das Hafenviertel Alarias... ach ja, welch‘ wunderschöner Teil einer wunderschönen Stadt - könnte ich jetzt sagen, aber lügen liegt mir irgendwie nicht. Nicht nur, dass fast alle Gebäude recht heruntergekommen waren und nur noch mit viel gutem Willen als Häuser bezeichnet werden konnten, nein, in den Gassen streunten auch so manche seltsamen Gestalten herum, von denen ich hoffte, dass sie uns nicht über den Weg liefen - und damit meinte ich nicht Diebe oder Bettler.
Ich grummelte etwas vor mich hin und zog die Kapuze so weit wie möglich ins Gesicht, bevor ich zu Lynn aufschloss - dicht gefolgt von Felan, welcher auch trotz einiger bösen Blicke meinerseits einfach nicht aufhören wollte zu grinsen.
„Warum“, fragte mich Lynn, als ich wieder neben ihr her ging, „hast du eigentlich so schlechte Laune?“ Sie warf mir einen besorgten Blick zu. „Ist es wegen mir?“
Ich schmunzelte. Die Lynn, der ich in Ren’i’apían begegnet war... irgendwie war sie immer noch da, doch die Lynn, welche nun neben mir lief, war fast eine gänzlich andere Person... nein, das klang irgendwie falsch. Lasst es mich so ausdrücken: Lynn war seit diesem seltsamen Moment in der Zentrale der nordwestlichen Handelsgesellschaft, als ich ihren Arm berührt und ihr - keine Ahnung wie - die falschen Erinnerungen, die ihr eingepflanzt worden waren, genommen hatte, ein viel freundlicherer Mensch geworden. Ja, ich war fast versucht herzensgut zu sagen, wenn sie nicht ein besonderes Talent zum Töten hätte, denn ihre Ausbildung als Agentin der Krone - die hatte ich ihr nicht genommen.
Kopfschüttelnd zog ich sie zu mir und gab ihr einen Kuss auf die Stirn. „Nein, ist es nicht“, beruhigte ich sie und ließ sie wieder los, bevor wir in die nächste Straße einbogen - eine kleine zwar, jedoch wollte ich bei Passanten keine Aufmerksamkeit erregen, nicht einmal durch so eine Nichtigkeit (auch wenn zwei Gestalten mit ins Gesicht gezogenen Kapuzen und einem Wolf wohl schon verdächtig genug waren). „Ich kann dir nicht lange böse sein.“
Sie grinste unter ihrer Kapuze. „Du meinst, so wie Ari?“, fragte sie verschmitzt und musste deutlich sehen, wie meine Kiefer mahlten.
„Ich kann dir allerdings sehr wohl wieder böse werden, wenn du noch einmal damit anfängst!“, gab ich knirschend zu bedenken und obwohl sie ihr breites Lächeln nicht verlor - welches ich, nebenbei bemerkt, bezaubernd fand -, blieb sie anschließend ruhig.
„Also ich finde, sie ist im Recht“, meinte Felan ganz nebenbei, als uns am Ende der Straße die Spaltenbucht, von den Lampen an den Docks und den zwei Leuchttürmen an den Stränden erleuchtet, begrüßte.
„Was mischst du dich da jetzt wieder ein?“, fuhr ich meinen Ziehbruder an, während Lynn ein leises Kichern entglitt. Ich war mir fast sicher, dass ihr dieses mit Absicht entglitten war.
Felan versuchte aus einer Laune heraus, das menschliche Schulterzucken nachzuahmen, was nicht so ganz gelingen wollte. „Ich sage doch nur meine Meinung, Kado!“, meckerte er und fuhr sich mit der Zunge langsamer als normal über die Schnauze. Er hatte mal wieder Hunger. „Und meiner Meinung nach bist du schon dreimal auf Wanderschaft in ihrem Kopf gewesen und sie nur einmal.“
„Aber...“
„Danke, Felan“, meinte Lynn mit einem freundlichen Lächeln und deutete eine Verbeugung an, die der Wolf mit einem Lächeln zur Kenntnis nahm. Um diese Uhrzeit sah nur ein armer Bettler unsere seltsame Unterhaltung und ignorierte uns. Hätte er mein Gesicht gesehen, keine Frage, er hätte für die Belohnung auf der Stelle die Wachen gerufen. „Außerdem hast du noch das eine Mal vergessen, als er meine Gedanken gelesen hat.“
„Wollt ihr beiden wohl damit aufhören!“
„Warum denn?“, beschwerte sich Felan. „Sie ist schließlich nicht freiwillig in deinem Kopf herum gegeistert oder willst du etwa leugnen, dass du sie in deinen Körper gezwungen hast?“ Felan schüttelte sich und warf mir einen seltsamen Blick zu. „Jetzt verstehe ich, was du immer meinst, Kado... das klingt wirklich vollkommen dämlich!“
„Sag ich doch!“, meinte ich und hob entschuldigend die Hände. „Na schön, es tut mir leid, dass ich dir Vorwürfe mache, Lynn, es ist nur...“ Ich schmunzelte etwas wehleidig. „Mir gefällt es nicht, dass du meine Vergangenheit kennst, bevor ich sie dir erzählen kann.“
„Ach was! Viel habe ich ja auch nicht gesehen, Kado“, meinte sie und grinste breit. „Vor allem würde ich wirklich gerne wissen, wie du als richtiges Wölfchen warst.“
„Da kann ich dir Geschichten erzählen, Lynn“, meinte Felan. „Da war zum Beispiel einmal so...“
„Klappe!“, zischte ich und vermied es, zu brüllen (auch wenn mir nur zu sehr danach wäre), denn selbst im Hafenviertel waren seit dem gestrigen Tag verstärkt Patrouillen unterwegs und ich wollte nicht wirklich, dass eine von ihnen auf uns aufmerksam wurde.
Meine kleine Rettungsaktion, um Reena und Aileen vor dem Tod durch den Strick zu bewahren, hatte für Furore gesorgt. Nicht nur war auf einmal halb Alaria entweder ängstlich oder hinter mir mehr, nein, mir wurde auch noch die Schuld für das Attentat auf den König durch den saevianischen Botschafter zugeschoben. Letzteres änderte jedoch leider nichts an den Problemen, die sich jetzt zwischen dem Elfenreich und Meraldia entwickeln würden.
„Du bist heute aber angespannt!“, meinte Lynn lächelnd und ich seufzte. Ja, ich war angespannt, genervt, gestresst, überfordert oder wie auch immer man es jetzt nennen wollte - und das war ich nun einmal nicht gewohnt.
Vor allem Lynn trug nicht gerade zu einer Besserung bei, auch wenn ich langsam einiges zu verstehen begann, was sie und meine Kräfte betraf. Die Tatsache, dass sie Felan verstand oder einen Teil meiner Erinnerungen kannte, hatte etwas mit dem Moment zu tun, als ich ihre Seele in mich aufgenommen hatte. Vielleicht war etwas schief gelaufen, vielleicht hatte ich durch meine Unwissenheit etwas gepfuscht, aber ich konnte nicht leugnen, dass uns seitdem etwas verband - und damit meine ich mehr als nur die Zuneigung, die wir für einander empfanden.
Ich atmete tief durch. Stress war etwas, das ich zutiefst hasste und normalerweise nie an mich heranlassen wollte. Selbst früher bei Andrew hatte ich bei der Arbeit immer meine Ruhe behalten und glaubt mir, das war nicht gerade einfach gewesen. Doch jetzt war ich - was innere Ruhe betraf - wahrscheinlich sowohl für Carnor als auch die Elfen eine Schande. Aber das war ja auch egal, denn im Moment hatte ich andere Probleme, als mich mit meiner... Bestimmung als Streiter Carnors oder als Vertreter meiner Art zu beschäftigen.
„Ich bin überhaupt nicht angespannt“, meinte ich und kratzte mich nachdenklich am Kopf. „Na schön, vielleicht ein kleines bisschen, aber genervt trifft es wohl eher.“ Sofort hob ich abwehrend die Hände in Richtung Lynn. „Bevor du etwas falsch verstehst, nein, nicht von euch beiden, sondern von der Gesamtsituation. Naja, egal.“ Ich erlaubte mir ein Schmunzeln.
„Du hältst es so wie immer?“, fragte Felan grinsend und ich nickte nur.
„Was heißt bei dir denn wie immer?“, fragte Lynn und unterdrückte deutlich ein Lachen.
Ich dachte an den Abend vor der Hinrichtung. Wie hatte Felan es noch gleich treffend beschrieben? „Dumme Sprüche reißen, lächeln und einfach ignorieren, dass mir das alles so ganz und gar nicht passt.“ Lynn kicherte leise.
Am Ende der Gasse lagen der Hafen und die Spaltenbucht. Zwischen den Masten der kleinen Fischerboote und an den Rümpfen der großen Handelsschiffe vorbei erstreckte sich das dunkle Wasser, welches von den Leuchtfeuern an den Seiten der Bucht bis hinaus zum Meer erleuchtet wurde und die Schiffe durch die Bucht führte - wobei die Bucht mehrere Meilen lang war und dementsprechend sah man bis an den Horizont Lichter in der Dunkelheit tanzen. So manche Seele mochte dieser Anblick der Leuchtfeuer erwärmen und ja, ich zählte auch dazu, jedoch endete dies sobald meine Augen wieder zum Hafen zurückkehrten.
Abgesehen von wenigen großen Handelsschiffen, die angedockt auf ihre Ent- oder Beladung warteten, lagen fast nur kleine Schiffe im Hafenbecken, während die größeren Galeeren weiter außerhalb vor Anker lagen. Kisten über Kisten stapelten sich an den Stegen und würden wahrscheinlich erst am nächsten Morgen in die Lagerhallen direkt daneben getragen werden, denn die Hafenarbeiter waren bereits in der nächsten Taverne oder dem nächsten Bordell verschwunden. Ein paar Frachtkräne standen unbenutzt auf den Stegen und erwarteten gespannt das nächste Schiff, das sie mit Arbeit beschenkte.
Neben den Anlegestellen für Handelsschiffe und Fischkutter gab es natürlich auch noch die Docks, in denen Schiffe gefertigt, gewartet oder schlicht gelagert wurden. Von diesen größeren Hallen gab es gleich mehrere über den ganzen Hafen verteilt, sodass ich gar nicht erst versuchte ihre Anzahl zu bestimmen. Zumindest fünf Stück gab es bestimmt von ihnen.
Eine Hand packte mich am Arm und Lynn zog mich ruckartig zurück in die Gasse, aus der wir gerade gekommen waren. Bestimmend drückte sie mich in den Schlagschatten einer Hauswand, während sich Felan die nächstbeste Ecke suchte und sich dort so klein wie möglich einrollte.
Im nächsten Moment stapfte eine Patrouille der Stadtwache angeführt von einer Dreiergruppe Soldaten an der Gasse vorbei und warfen nur einen flüchtigen Blick die Gasse entlang. Sie sorgten sich wohl viel mehr darum, dass ich mein Unwesen direkt am Hafen und nicht in irgendwelchen dunklen Ecken trieb - oder sie hatten einfach zu viel Respekt vor den Gestalten, die sich normalerweise in solchen Gassen verbergen konnten.
Als die Schritte der Wachen in der Ferne verhallt waren, entglitt mir ein leiser Fluch. Ich verdammter Vollidiot, ich minderbemitteltes Beispiel eines Wolfes und Elfen!
Ich war derart in Gedanken versunken gewesen, dass ich die gestiefelten Schritte der Soldaten nicht bemerkt hatte - und das, obwohl ich die Sinne eines Elfen und eines Wolfes hatte! Irgendwann wird mir meine fehlende Konzentration noch zum Verhängnis...
„Wir sollten vorsichtiger sein“, meinte Lynn nachdenklich und ließ mich wieder los. „Seit wir aus der Handelszentrale gekommen sind, wären wir jetzt schon bald fünf oder sechs Mal in eine Patrouille rein gerannt.“ Ich grummelte ihr eine Antwort entgegen.
Ihre Ohrfeige war erstaunlich sanft dieses Mal, woraufhin sie mir drohend den Finger entgegenstreckte. „Dürfte ich anmerken, dass ich von uns beiden diejenige bin, die ihr gesamtes Leben, so wie sie es kannte, verloren hat und nun niemanden mehr hat als einen Wolf und einen sich selbstbemitleidenden Elfen?“ Sie warf Felan einen Blick zu. „Versteh das bitte nicht falsch.“ Felan schüttelte nur wissentlich mit dem Kopf.
Sie wandte sich wieder mir zu. „Auf jeden Fall bist du hier nicht der einzige mit Problemen, Wölfchen!“ Ich schluckte. Eines war mir seit dem Tag zuvor an ihr aufgefallen: es bedeutete nichts Gutes, wenn sie mich Wölfchen nannte. „Nicht nur du hast dein Leben verloren, so wie du es kanntest - und im Gegensatz zu mir, will dich deine Familie nicht tot sehen!“
Sie stieß mich leicht genervt gegen die Hauswand und drehte sich um, wobei ich nach ihrer Hand griff. Sie blieb stehen, drehte mir jedoch immer noch den Rücken zu. „Warum warst du dann heute so freundlich und gut gelaunt?“
Lynn warf mir einen nicht zu deutenden Blick zu und verdrehte genervt die Augen. „Wegen dir, du völlig unsensibler Idiot!“, fauchte sie mich an und zog die Hand weg, bevor sie ihre Kapuze richtete und mich mit ihrem Blick durchbohrte. Ich erwiderte den Blick, bis sie aufgab und nur traurig lächelnd den Kopf schüttelte. „Du musst noch viel lernen, Wölfchen.“ Mit diesen Worten schritt sie dann auch davon und ich bemühte mich ihr zu folgen.
Was meint sie damit? Ich warf einen fragenden Blick zu Felan, der breit grinsend neben mir her trottete. Ganz einfach, er erwiderte meinen Blick, du redest zu viel, Kado. Oh... Er lachte leise. Und du hast weniger Ahnung von Menschenfrauen als ich!
„Felan und ich warten hier draußen und passen auf“, meinte Lynn nur und lehnte sich ohne ein weiteres Wort gegen die nächstbeste Hauswand. Felan schaute einen kurzen Moment unsicher zwischen mir und ihr hin und her, bevor er gemütlich von mir weg trabte. Vielen Dank auch, Felan!
Der Wolf grinste zu mir herüber, bevor er sich zu Lynns Füßen einrollte. Hass mich nicht dafür, dass sie recht hat, lachte er in meinem Kopf. Außerdem sind das deine Freunde...
Ich seufzte nur und gab es auf mit Felan zu diskutieren oder Lynn zu besänftigen. Stattdessen richtete ich meinen Blick auf das Haus vor mir.
Viel wusste ich über die Verfluchte Krähe nicht gerade - bis auf das, was ich von Seldrin erfahren hatte. Es war eine sehr beliebte Spelunke hier im Hafenviertel und wurde vor allem zu dieser Uhrzeit gerne von Gaunern wie Hafenarbeitern gleichermaßen aufgesucht. Sie galt als einer der Orte, um den die rechtschaffenen Bürger Alarias einen weiten Bogen machten - und genau deshalb hatten die Diebe Reena, Aileen und Sebastian hier versteckt.
Das Problem, welches sich dabei allerdings ergab, war, dass mich wahrscheinlich so ziemlich jeder in dieser Taverne an die Stadtwache verkaufen würde, wenn sie wüssten, wie viel ich wert war. Also zog ich meine Kapuze noch tiefer in mein Gesicht, prüfte den Sitz von Schwert und Messer und trat ein.
Der übliche Geruch von Bier und Schnaps schlug mir entgegen und mischte sich mit dem Schweiß der Gäste und dem leichten Hafengeruch zu einer ganz eigenen Duftnote - wenn auch nicht unbedingt zur Angenehmsten.
Neben dem Geruch schlug mir sofort der Lärm entgegen. Wie zu erwarten, besoffen sich ein paar Hafenarbeiter lautstark in einer der Ecken und begannen ein Lied anzustimmen. Zwar war es nicht unbedingt eine Wohltat für meine empfindlichen Ohren, jedoch schienen sie mir singend mehr als friedlich und ich machte mir keine Sorgen wegen ihnen. Wahrscheinlich hatten sie mich noch nicht einmal bemerkt.
Wirklich Sorgen machte ich mir dagegen eher um ein paar andere Gestalten, die erstaunlich ruhig und besonnen an ihren Tischen saßen und an ihren Bechern nippten. Diese schickten mir nämlich den ein oder anderen misstrauischen Blick zu, welchen ich vermied zu erwidern. Wenn sie meine roten Augen zu sehen bekämen, könnten sie Verdacht schöpfen. Wer diese Gestalten waren, vermochte ich nicht zu sagen.
Ich setzte einen Fuß vor den anderen und ging langsam hinüber zum Wirt, der nur eine Augenbraue hob, als er den neuen Gast sah. Vermutlich war ausgerechnet im Hafenviertel unter Dieben und Halsabschneidern ein einzelner vermummter Besucher nicht gerade selten.
„Was darf’s sein?“, fragte er, als ich mich gegen das alte Holzbrett lehnte, welches der Theke als Ablage diente. So manche tiefe Kerbe zeugte von einem wütenden Gast, der sein Messer in das arme Holz getrieben hatte und auch die Brandflecke ließen nicht gerade auf gute Pflege der Taverne schließen.
„Ein Bier“, meinte ich und griff nach der Kapuze, um sie ein Stück zurückzuziehen, sodass nur der Wirt mein Gesicht sehen konnte. „Und ein Besuch bei meinen Freunden“, ergänzte ich leise und legte ein paar Münzen auf die Theke.
Die Augen des Wirts weiteten sich kurz, jedoch versuchte er jegliche weiteren Reaktionen zu vermeiden, bevor er sich einen Krug griff und sich zu einem Fass umdrehte. Recht wortlos zapfte er das Bier, während ich ihm dabei zuschaute und ein wenig meinen Gedanken nach hing. Nicht den tristen Gedanken, die ich sonst meistens hatte (und in diesem Moment nur zu sehr vermeiden wollte), sondern vielmehr einem kleinen Gedankenspiel: Was würde passieren, wenn ich meine Kapuze genau in diesem Moment abziehen würde? Der Wirt ließ sich Zeit, also schloss ich nachdenklich die Augen.
Ich schmunzelte. Wahrscheinlich würde es recht schnell still werden. Selbst die betrunkenen Hafenarbeiter oder Seefahrer würden sich wundern, wer der Elf war, der sich da gerade ein Bier bei dem schlecht gelaunten Wirt bestellt hatte. Die seltsamen Gestalten, die mich schon seit meinem Eintreten beobachteten, würden sich dagegen wahrscheinlich schnell an die Belohnung erinnern, die auf meinen Kopf ausgeschrieben war - und wenn die Trunkenbolde erst etwas von einer Belohnung hörten, konnte es nur Ärger geben.
Kurz um, ich kam zu dem Schluss, dass es in jedem Fall zu einem Kampf kommen würde. So wie ich das sah, würden zuerst die seltsam ruhigen Männer aufstehen und auf mich zu gehen, nur um daraufhin von den Trunkenbolden überholt zu werden. Die anderen Gäste würden sich bedeckt halten, um sich bloß nicht mit einer Horde Betrunkener einzulassen - oder diesen anderen Typen.
Die Säufer würden wohl kaum ein Problem für mich darstellen. Ja, ich weiß. Das klang jetzt recht arrogant, aber mit Betrunkenen hatte ich mich schon damals im Jägersmann herumgeschlagen. Ich wusste, wie man mit ihnen und ihren uneinsichtigen Sturköpfen umgehen musste. Schätzungsweise würde dabei allerdings der ein oder andere Tisch seine erdachte Funktionsweise einbüßen. Aber wie bereits gesagt, mehr Sorgen machte ich mir um die Gestalten, die mich so misstrauisch beäugten. Mich würde es nicht verwundern, wenn unter ihnen ein Agent der Krone war und dieser über meine Unsterblichkeit Bescheid wusste. Dann würde aus einer schönen Schlägerei schnell eine Messerstecherei oder gar ein Schwertkampf werden - und meine Fähigkeiten mit der Klinge waren um Längen schlechter als mit den Fäusten. Mit denen hatte ich wenigstens etwas Übung aus meiner Zeit im Jägersmann.
„Dein Bier“, meinte der Wirt auf einmal. Ich öffnete die Augen, als er das flüssige Gold vor mir abstellte. Dabei glitt ein Schlüssel aus seiner Hand direkt neben den Bierkrug. „An der Theke vorbei letzte Tür links“, ergänzte er leise und drehte sich wieder weg, als wäre nichts gewesen.
Ein Schmunzeln huschte über mein Gesicht, als ich den Schlüssel in meinen Ärmel gleiten ließ. Ich wusste immer noch nicht, wer die Diebin war, die mir für ein paar Münzen so bereitwillig geholfen und auch dieses Versteck organisiert hatte. Wer auch immer sie war, ich schuldete ihr weit mehr, als die Münzen, die sie bereits erhalten hatte.
Ich nahm einen kräftigen Zug von dem Bier (welches nebenbei bemerkt gar nicht so schlecht war), legte ein paar Münzen auf den Tresen und stand auf. Die Blicke in meinem Rücken waren mehr als deutlich spürbar, als ich am Tresen vorbei durch eine Tür ging, doch ich ignorierte sie schlicht und lies eben jene Tür wieder hinter mir ins Schloss fallen.
Die letzte Tür links sagte er. Ja gut, viel mehr Auswahl gab es in dem Gang auch nicht wirklich... Es gab drei Türen, wovon zumindest eine in irgendetwas Küchenähnliches führen dürfte und die andere in einen Keller, Abstellraum oder sonst etwas - zumindest wenn ich die Krähe geführt hätte, wäre dies so gewesen.
Es klickte leise, als sich der Schlüssel im Schloss herumdrehte. Mit einem Schmunzeln im Gesicht öffnete ich die Tür und trat ein. Ich war schon gespannt, wie die drei reagieren würden, wenn sie mein Gesicht erblickten. Wenn die Diebin ihnen nicht verraten hatte, wem sie die Hilfe zu verdanken haben, wäre mein Erscheinen eine wahre Überraschung.
Hinter der Tür befand sich eine recht kleine Kammer mit zwei Betten, einer Kommode und einer kleinen Waschschüssel, welche von zwei Lampen an den Wänden beleuchtet wurde. Aileen saß ruhig auf dem Bett und unterhielt sich gerade mit Reena, welche nervös auf und ab ging.
Sofort drehten sich die beiden in meine Richtung um und Reenas Hand glitt reflexartig zu einem Schwert an ihrer Seite, welches ich bei meinem ersten Blick nicht ganz wahrgenommen hatte.
Sofort hob ich abwehrend die Hände. „Ganz ruhig!“, meinte ich beschwichtigend und griff langsam an meine Kapuze, um sie abzuziehen. Reena verfolgte langsam und zutiefst misstrauisch meine Hand, bis sie meine roten Augen sah, die sich freundlich unter der Kapuze zeigten. „Nennt ihr das eine Begrüßung?“
„Du?!“, riefen die beiden fast gleichzeitig aus und starrten mich mit weit aufgerissenen Augen an. Die ehemalige Agentin ließ die Hand vom Knauf ihrer Waffe rutschen und verschränkte die Arme vor der Brust. Aileen hingegen sprang auf der Stelle auf, als sie mich sah.
„Ja, ich“, meinte ich grinsend und schloss die Tür hinter mir, bevor ich mich suchend umschaute „Wo steckt Sebastian?“
„Dummes Zeug anstellen“, meinte Reena schlecht gelaunt und kratzte sich am Hals, an dem man noch die roten Striemen erkennen konnte. Bei Aileen war es ähnlich, auch wenn jene bei beiden schon fast verblasst waren. „Sich in Gefahr bringen, wie sonst auch immer.“ Sie schien sichtlich gereizt zu sein.
Ich nickte leicht und warf einen Blick zu Aileen, die nur stumm auf den Boden schaute, während sie ein paar Schritte auf mich zu ging. Sie wirkte irgendwie abwesend. Als wäre sie nicht wirklich hier... oder als wollte sie gar nicht hier sein. „Ist was?“, fragte ich sie und schaute sie nachdenklich an, doch sie machte noch ein paar Schritte auf mich zu.
Ohne ein Wort trat sie an mich heran und umarmte mich. Sie schlang ihre Arme um mich, lehnte den Kopf gegen meine Brust und drückte ihn fest dagegen, während ich etwas zögernd die Umarmung erwiderte und ihr sanft über den Rücken strich.
Ein leichtes Zittern ging durch ihren Körper und ich hörte ein leises Schluchzen. Sie weinte, zwar recht leise, doch ich hörte es und Reena wahrscheinlich auch. Ich seufzte.
Es war nur ein kurzer Gedanke, eine Erinnerung an das, was ich getan hatte, als ich das kleine Mädchen vor dem Karren gerettet und sie vor Angst gewimmert hatte. Oder als ich Lynns Gemüt beruhigt hatte, damit sie nicht auf mich losging. Mich erfüllte in diesem Moment nur das Verlangen, die Sorgen von Aileen nehmen zu können und sie zu beruhigen - und genau das tat ich auch.
Das Schluchzen verschwand und Aileen sah überrascht zu mir auf. Einen Moment lang starrte sie mich verwirrt an, bevor sie sich ein Lächeln erlaubte. „Danke“, sagte sie und löste die Umarmung. „... für gestern.“
„In der Tat“, pflichtete ihr Reena zu und deutete eine Verbeugung an. „Wir sind dir zu Dank verpflichtet. Du hast uns das Leben gerettet.“
Ich kratzte mich verlegen am Kopf und grinste breit. „Also wisst ihr schon, dass ich das war?“, lachte ich. „Dann ist mein Besuch ja gar keine Überraschung mehr.“
Ich hätte mir denken können, dass sie Bescheid wussten. Entweder hatte es ihnen die Diebin gesagt oder sie hatten die Steckbriefe gesehen. Eigentlich schade, bedachte man, dass ich so ihre Reaktionen nicht sehen konnte. Wobei... vielleicht war es ja auch besser so. Aileen schien ziemlich mitgenommen und ich fragte mich, wie sie den gestrigen Tag verarbeitet hatte (vermutlich gar nicht).
Aileen wollte etwas sagen, doch Reena funkte ihr dazwischen. „Die Frage ist nur... Warum?“, meinte sie mit verschränkten Armen. „Wir hatten nur weniger als zwei Tage miteinander Zeit verbracht und trotzdem hast du dich für unser Leben mit der ganzen königlichen Armee angelegt!“ Sie schaute mich nachdenklich an. „Warum bei allen Göttern sollte ein vernünftiger Mensch sowas tun?“
Ich grinste breit. „Zum einen bin ich kein Mensch“, meinte ich und strich meine spitzen Ohren frei, „zum anderen bin ich auch nicht vernünftig!“ Oh nein, vernünftig war wohl das letzte, was ich war. Jeder Elf würde mich bei den meisten meiner Entscheidungen wohl auslachen, aber das war mir egal. Ich fühlte mich schließlich auch nicht wie ein Elf.
Reena schmunzelte dieser Antwort wegen und gab sich damit auch zufrieden. Aileen hingegen setzte sich wieder auf ihr Bett und schwieg, jedoch lag ihr dieses Mal ein leichtes Lächeln auf den Lippen. „Sie hat kaum geredet, seit wir gefangen genommen wurden“, meinte Reena, als sie meinen besorgten Blick bemerkte. „Und noch weniger seit dem gestrigen Tag.“ Ich nickte nur.
„Sag mal“, begann ich nach einem kurzen Moment. „Wie viel hat euch Sebastian über mich erzählt?“
Reena schaute mich mit einem Lächeln auf den Lippen an. „Ich glaube, nach dem Punkt mit der Unsterblichkeit hab‘ ich vor Lachen aufgehört zuzuhören.“ Ihr Blick fuhr musternd über mich. „Du bist wahrlich ein seltsamer Elf, Kado!“
Ich grinste. „In der Tat, das bin ich, aller...“
Verschwinde Kado! Sofort!, erklang Felans besorgte Stimme in meinem Kopf. Irgendwie konnte er mittlerweile von sich aus mit mir reden. Vielleicht hielt ich ja unbewusst eine Verbindung mit ihm aufrecht oder irgendetwas in der Art... Aber egal, über meine Fähigkeiten musste ich ein anderes Mal philosophieren.
Ärger?
Ärger!
Na toll, das musste ja so kommen! Nur einmal meine Ruhe haben, mich nur einmal mit ein paar Menschen in Ruhe unterhalten! Mich nur einmal nicht in einen Kampf stürzen! Ist das zu viel verlangt?
„Ist etwas?“, fragte Reena überrascht und ihre Hand glitt besorgt zum Griff ihres Schwertes hinab.
Ich schmunzelte. Warum genau regte ich mich eigentlich auf? Eine kleine Kneipenrauferei hatte mir noch nie geschadet und wenn es Soldaten waren... umso besser! Dann hatte ich sogar kein schlechtes Gewissen, wenn ich ihnen einen Stuhl über den Schädel zog (ja, manchmal hatte auch ich Mitleid mit meinen Gegnern, auch wenn dies meistens nur für Betrunkene galt, die es nicht besser wussten).
„Nein, nein, alles gut!“, log ich und hob beschwichtigend die Hände. „Ich muss nur schnell meiner Begleitung sagen, dass es etwas länger dauert.“ Ich wand mich zur Tür um und schaute über die Schulter zurück. „Ich komme gleich wieder.“
„Kado?“, fragte Aileen leise von ihrem Bett aus. Sie wirkte seltsam gebrochen, auch wenn sie dank mir nicht mehr nervlich am Ende war - hoffte ich zumindest.
„Ja?“
Sie schmunzelte, schaute allerdings nicht zu mir herüber. „Du bist ein miserabler Lügner.“ Ich grinste und zog die Tür hinter mir zu, während Reena mir nachschaute, die Hand immer noch an ihrem Schwert liegend.
Wie viele sind es?
Nicht mehr als ein halbes Dutzend, meinte Felan, machte dann jedoch eine kurze Pause. Allerdings... Jetzt verschluck dich nicht, raus damit! Was ist los? Ich soll dir von Lynn ausrichten, dass es keine Wachen sondern Agenten der Krone sind. Jaja, na und? Ich grinste breit. Dann hab ich vielleicht tatsächlich mal ein paar Gegner, die es mit mir aufnehmen können!
Kado? Ja, was denn?
Felans Lachen hallte durch meine Gedanken. Du bist ein unverbesserlicher Trottel! Ich erwiderte nichts, doch würde er mich jetzt vor der Tür zum Schankraum stehen sehen, er würde sicherlich mein Grinsen erwidern.
Mit Schwung zog ich die Tür auf, mir sehr wohl bewusst, dass man mein Gesicht sehen konnte und rief aus voller Inbrunst: „Schönen guten Abend, die Herren. Also, wer genau wollte jetzt meinen Kopf?“
Ich schwöre bei allen Göttern: Selten hatte ich so viele Männer im nüchternen bis volltrunkenen Zustand mit gezückten Messern von ihren Plätzen aufspringen sehen. Ich rieb mir innerlich bereits die Hände. Eine gute Schlägerei war genau die Ablenkung, die ich bei meinen Problemen im Moment brauchte!
„Wieso hatte ich so etwas erwartet?“, fragte Lynn kopfschüttelnd, als sie die ganzen bewusstlosen Körper auf dem Boden des zertrümmerten Schankraumes sah. Ein paar von ihnen waren seltsam deformiert, was entweder hieß, dass der Betroffene tot oder bis an sein Lebensende geschädigt war - nicht unbedingt ein schönes Ende für das Leben als Agent im Dienste der Krone.
„Vielleicht weil du einen Teil meiner Erinnerungen kennst?“, meinte ich ohne eine großartige Wertung in meine Stimme zu legen. Ich war in diesem Moment nicht in der Verfassung für einen Streit.
Erschöpft lehnte ich gegen einen Holzbalken. Der Kampf hatte mich doch mehr Energie gekostet, als ich gedacht hätte. Vor allem die schiere Anzahl an Gegnern hatte mich überfordert.
Wie ich es mir anfangs gedacht hatte, standen die seltsamen Gestalten, die mich so misstrauisch beäugt hatten, auf der Seite der Krone. Kaum hatten die Agenten ihre Dolche und sonstigen Waffen gezückt, waren auch die anderen Männer aufgesprungen und auf mich losgegangen. Die Säufer hatten sich erst ein paar Momente später zu der Schlägerei hinzugesellt und schliefen nun ebenso wie die Agenten den Schlaf der Gerechten (oder der Ungerechten... je nachdem aus wessen Sicht man das Ganze betrachtet).
Lynn schmunzelte nur und kraulte nachdenklich Felans Nacken. Die beiden verstanden sich dadurch, dass sie mit ihm reden konnte, erstaunlich gut - und bisweilen hatte ich sogar den Eindruck, dass sich Felan in vielen Dingen eher auf ihre statt auf meine Seite schlug (wobei er mich vielleicht auch einfach nur ärgern wollte).
Ich warf einen Blick hinüber zu den wenigen Gästen der Krähe, die sich nicht an dem Kampf beteiligt hatten und sich auch jetzt nicht im Mindesten für die Geschehnisse um ihre Tische herum interessierten. Wir waren nun mal im Hafenviertel - hier sah man gerne weg, wenn Männer im Dienste der Krone zusammen geschlagen wurden. Und um alle gegen sich aufzubringen, hatten die Jungs natürlich auch Im Namen der Krone! an den Anfang ihres Satzes gestellt.
„Das waren Neulinge“, meinte Lynn abschätzend. „Kaum einer von ihnen hat die Ausbildung abgeschlossen, vielleicht sogar noch nicht einmal begonnen. Gut möglich, dass ein paar von diesen übermütigen Anfängern zuvor in der Armee oder der Wache gedient haben.“ Damit hätte ich meine Antwort darauf, warum sie ihren Auftraggeber so laut hinaus gebrüllt hatten.
„Aber warum schicken sie Anfänger?“, fragte ich sie und beugte mich zu einem der Bewusstlosen hinab. Keine Abzeichen, Dokumente oder sonstiges - nichts deutete auch nur im Entferntesten daraufhin, dass sie im Auftrag des obersten Agenten Davu hier aufgetaucht waren.
Lynn zuckte mit den Schultern. „Keine Ahnung. Aber wir sollten verschwinden! Sobald die Wachen davon Wind bekommen, wird es hier sehr ungemütlich, Kado.“ Ich nickte nur und warf einen Blick hinüber zu Reena, die nach einem kurzen Gespräch mit dem Wirt zu uns hinüber kam. Aileen war immer noch in ihrem Zimmer.
„Weil er der Diebin noch einen Gefallen schuldet, sieht er über diese Schlägerei hinweg“, meinte sie im nächsten Moment zu mir und verzog anschließend genervt das Gesicht. „Aber wir müsse hier weg - nicht nur wegen der Soldaten.“ Sie warf einen angewiderten Blick zu Lynn und brummte miesgelaunt. „Was tut sie eigentlich hier?“
Ach ja, davor hatte mich Lynn ja gewarnt... die Sache mit ihr und Reena. Beide waren noch zu Zeiten König Corleos Agenten gewesen, doch im Gegensatz zu Reena war Lynn der Zögling von Davu gewesen, der damals noch nicht oberster Agent gewesen war (aber wahrscheinlich war er schon damals ein unfassbarer... naja, sucht euch irgendeine Beleidigung aus - es passen alle).
Mit dem Tod des Königs ließ sein Berater und jetziger Übergangskönig Nefil Barai alle Agenten entlassen, an deren Loyalität er zweifelte. Da Davu nicht zu ihnen gehörte, war auch Lynn Agentin geblieben - Reena musste allerdings gehen.
Die Aussortierung unter den Agenten führte zu einigen Spannungen zwischen eben diesen. Dabei gerieten auch Reena und Lynn etwas... unangenehm aneinander.
Da Reena mit ihren Jungs zu den Königstreuen zählte, hat sie unter anderem auch auf eigene Faust in den Trümmern des oberen Viertels nach Hinweisen zu den Mördern König Corleos gesucht. Lynn hingegen bekam den Befehl, Reena auszuschalten. Und wie sollte ich es sagen... Reena hat sich danach nicht mehr in Alaria blicken lassen können.
„Keine Sorge, sie gehört zu mir“, beschwichtigte ich sie, auch wenn ich nervös ihre Hand im Blick behielt, die etwas verkrampft auf dem Knauf ihres Schwertes lag. Die beiden hatten offensichtlich noch etwas zu klären, nur wollte ich dann auf keinen Fall in der Nähe sein.
„Hm...“, sagte sie nur und rümpfte die Nase. „Und was jetzt?“
„Das kommt darauf an“, meinte Lynn und verschränkte die Arme vor ihrer Brust. In ihrem Gesicht stand ein Ausdruck, der mir einen unangenehmen Schauer über den Rücken laufen ließ.
„Worauf?“, fragte ich, bevor Reena irgendwelche Flüche oder Beleidigungen ausstoßen konnte.
Auch ihrem Blick wich ich nur zu gerne aus.
Hier saß ich also zwischen zerstörten Tischen und Stühlen, bewusstlosen Säufern und Agenten und versuchte einen Kampf zwischen zwei Frauen zu vermeiden - vor allem weil ich im Falle eines Kampfes nicht einmal sagen konnte, wer nun im Recht wäre.
Felan? Vergiss es, Kado! Mein Ziehbruder stand auf und bleckte grinsend die Zähne, bevor er sich unter dem Tisch, an dem ich saß, verkroch. Ich halte mich daraus! Ich hab aus den Kämpfen zwischen Raika und Nere gelernt und bei Menschen durfte das bestimmt nicht besser sein.
Na vielen Dank auch! Du bist mir ja ein toller Bruder. Felan grinste mich unter dem Tisch hervor an. Ich weiß.
Lynn wand sich von Reena ab und richtete ihre Aufmerksamkeit voll und ganz auf mich. „Darauf, ob deine Freunde es verkraften, ins obere Viertel zu gehen“, antwortete sie mir und ich merkte ihr an, wie sie jegliche Seitenblicke zu vermieden schien.
„Hast du eigentlich vollkommen den Verstand verloren, du kleines Miststück?!“, fauchte Reena sie an und ich sah, wie ihr Messer leicht aus der Scheide rutschte. Auch Lynns Hand glitt unter ihren Mantel und entblößte ihre Waffen. „Da sitzen wir doch im Nu in der Falle!“
Lynn rümpfte die Nase. „Ob es dir gefällt oder nicht, aber dort ist nun einmal das geringste Aufgebot an Wachen!“
Sie machte drohend einen Schritt auf Reena zu. „Und nenn mich noch einmal Miststück, dann schneide ich dir die Zunge heraus.“
Die ehemalige Agentin tat es ihr gleich und trat nach vorne. „Versuch es doch. Aber wenn dir danach eine Hand fehlt, ist es nicht meine Schuld!“
Ich schwöre, bei Carnor, ich schwöre, dass zwischen den beiden Funken aufblitzten und es mit einem Mal eisig kalt wurde. Selten hatte ich mich so unwohl neben zwei Frauen gefühlt, wie in diesem Moment. Wenn mich doch nur irgendjemand aus dieser Situation retten könnte!
„Was ist denn hier passiert?“ Danke, ihr Götter! Ich seufzte erleichtert und warf der Diebin, die gerade die Tür hinter sich schloss, einen dankbaren Blick zu. Zumindest in solchen Situationen hatte ich Glück!
Es musste wohl das erste Mal gewesen sein, dass ich das ganze Gesicht der Diebin erblicken konnte. Ihre langen blonden Haare fielen offen auf ihre Schultern, während ihre dunkelgrünen Augen fragend durch den Raum und zu uns blickten.
„Ungebetener Besuch“, rief der Wirt ihr entgegen und runzelte grimmig die Stirn. „Schaff mir die Gestalten hier so weit wie möglich weg! Ich habe keine Lust, wieder mit den Soldaten aneinander zu geraten.“
„Deswegen bin ich hier“, meinte sie und deutete auf die Bewusstlosen. „Anscheinend hatten die Prinzeschen hier im Voraus Verstärkung gerufen.“
„Wie gesagt“, meinte Lynn und verschränkte die Arme, ihren Blick immer noch auf Reena gerichtet. „Wir sollten verschwinden!“
Reena fletschte förmlich die Zähne. „Aber nicht in das tote Viertel!“ Was musste ich auch für Freunde haben... diese Harmonie zwischen den beiden Frauen war ja fast schon herzerwärmend.
Ich rieb mir erschöpft die Schläfen. Die Situation kam mir irgendwie bekannt vor und erinnerte mich an den Tag, als ich festgenommen wurde: Körper auf dem Boden einer Taverne, Soldaten im Anmarsch und keine Ahnung, was wir als nächstes tun sollten.
„Sag mal...“, wandte ich mich der Diebin zu und ignorierte das Blickduell zwischen Lynn und Reena einfach. Irgendwie waren meine Nerven an diesem Abend erstaunlich strapazierfähig. „Gibt es irgendwie einen Weg hier weg, ohne von jemandem gesehen zu werden?“
Ich wusste nicht warum, aber das leichte Schmunzeln, das sich plötzlich auf ihre Lippen legte, machte mich nervös - und zwar mehr, als es eigentlich sollte. Es schwang etwas... ach, keine Ahnung, was da mitschwang, auf jeden Fall hatte ich plötzlich ein ziemlich mieses Gefühl... und das hatte mich bekanntlich nur selten getäuscht.
Die Diebin winkte uns in Richtung der Tür, hinter der auch das Zimmer von Reena und Aileen lag. „Ich glaube, mir fällt da etwas ein“, meinte sie mit diesem Lächeln, das mir einen Schauer über den Rücken jagte.
Reena und Lynn verschoben ihren Streit vorübergehend und wandten sich voneinander ab, während ich mich erhob und mit Felan als letzter der Diebin hinterher eilte. Diese gab dem Wirt nur ein Zeichen, woraufhin dieser wissend nickte. Die restlichen Gäste ignorierten uns vollkommen.
So war sie eben und wird wohl auch immer so bleiben: die Mentalität des Hafenviertels.
„Nett“, war alles, was ich zu sagen in der Lage war, als die Diebin an einem gut versteckten Griff zog und die Wand wie eine Tür einfach zur Seite glitt. Aber was hatte ich auch erwartet? Eine Taverne, in der Diebe ein und ausgingen, ohne Hinterausgang?
„Das ist also das Mädchen, das aus dem Oberen Viertel entkommen ist?“, fragte Lynn neben mir leise in der Sprache der Wölfe. Es war... ungewohnt sie so sprechen zu hören. Allgemein von einer Frau derartige Laute zu hören, war seltsam (und an jeden, dem jetzt ein böser Witz auf der Zunge liegt: Schämt euch!).
Lynn lief neben mir und Felan her, als wir aus der Krähe in eine recht kleine abgeschiedene Gasse hinaustraten. Vor uns lief Aileen immer noch recht still neben Reena der Diebin hinterher. Der Streit zwischen den beiden ehemaligen Agentinnen war vertagt.
„Sie sah schon einmal besser aus“, gab ich ebenso leise zurück. „Die Zeit als Gefangene und die Hinrichtung sind ihr wohl nicht sonderlich gut bekommen.“ Und das war nicht gelogen. Von dem frechen Mädchen, das selbst einem Nordländer wie Orlo die Stirn geboten hatte, war kaum noch etwas übrig. Wahrscheinlich brauchte sie einfach ein paar Tage.
„Mag sein“, entgegnete Lynn und warf einen Blick zu der Diebin. „Was denkst du von ihr?“
„Sie hat uns geholfen, was denke ich wohl von ihr?“, meinte ich schmunzelnd, doch suchte ich sofort nach ihren Gedanken. Sie ließ mich gewähren. Um ehrlich zu sein, seit sie den Schankraum betreten hat, habe ich ein ungutes Gefühl.
Das habe ich nicht nur, seit sie den Raum betreten hat, meinte Lynn. Sie kommt mir irgendwie bekannt vor, auch wenn ich nicht sagen kann, woher...
Ich stutzte und zwang mich, nicht überrascht stehen zu bleiben. Wenn Lynn die Diebin von irgendwoher kannte, dann beruhte das eventuell auf Gegenseitigkeit. Hatte ich vielleicht deshalb ein schlechtes Gefühl? Hatte Lynn der Diebin vielleicht irgendetwas angetan?
„Diese Gasse hier ist von außen nicht einsehbar“, erklärte die Diebin, als wir um eine Kurve liefen und vor einer Tür stehen blieben. Sie drehte sich mit einem Lächeln um. „Sie führt nur von der Krähe bis zu dieser Tür.“ Sie griff zwischen ihre Brüste und nahm einen Schlüssel hervor. Ich runzelte die Stirn. Lynn versteckte auch nur zu gerne Dinge dort - irgendwie praktisch, wenn ich so darüber nachdachte.
Hinter der Tür lag fast ausschließlich Dunkelheit, auch wenn meine Elfenaugen diese zu durchdringen
