Die Crux des Tänzers - Mark Ammern - E-Book

Die Crux des Tänzers E-Book

Mark Ammern

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Beschreibung

Die präsentierten Gedichte haben keinen ‚Dichter‘ im Hintergrund, stattdessen bildet Ammern eine Figur aus, einen jungen Tänzer inmitten seines Milieus. ‚Erzählt‘ wird eine in drei Kapiteln gegliederte Szenenfolge, mal in der ersten, mal in der dritten Person. Es bleibt nicht aus, dass auch weitere Figuren auftauchen, beobachtet werden oder sich aktiv einmischen. Einige dieser Szenen erreichen mit angelegten Abschnitten relativ große Umfänge. Die Besonderheit des ausgebildeten Tänzerfigur erlaubt, menschliches Handeln und Verhalten in das Zentrum zu rücken. Die Sprache gewinnt dadurch an Körperlichkeit und Härte. Als zusätzliche Mittel dienen u.a. ein Auslassen oder Zusammenziehen von Silben, geopfert werden z.B. die Fugen-S-Laute. Der Tänzer ‚übersetzt‘ sich sogar Erfahrenes in Performance, auch dichterische Vorgehensweisen. Die figurbezogene Ausrichtung der Gedichte ist eine interessante Anregung, weit über den von Ammern geprägten Tänzer hinaus. Die Themen entstammen überwiegend dem Milieu: Beziehungen spielen eine Rolle, auch Liebesbeziehungen unter den Bedingungen auf Tour, beschäftigen sich mit Formen von Kreativität, am Rande auch mit ökonomisch-sozialen Verhältnissen und gesellschaftlichen Ereignissen wie der Raumfahrt. Zum Ende werden Fragen nach Figuren für ein neues Projekt in einem Tanzsaal aufgeworfen und Antworten dialogisch wie auch szenisch abgewogen. Die Texte sind Ende der achtziger, Anfang der neunziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts entstanden. Die Gedichte erschienen erstmals in „Die Crux“ Mitte der neunziger Jahre. Mit dem vorliegenden eBook wird eine Auswahl präsentiert, die sich eng auf den jungen Tänzer konzentriert, auf „die Crux / Kontur im Getue / zu erblicken“. Diese speziellen Texte sind nun wieder zugänglich.

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Seitenzahl: 14

Veröffentlichungsjahr: 2013

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Die Crux des Tänzers

24 Gedichte

Mark Ammern

AutorenVerlag Matern

Die präsentierten Gedichte haben keinen ‚Dichter‘ im Hintergrund, stattdessen bildet Ammern eine Figur aus, einen jungen Tänzer inmitten seines Milieus. ‚Erzählt‘ wird eine in drei Kapiteln gegliederte Szenenfolge, mal in der ersten, mal in der dritten Person. Es bleibt nicht aus, dass auch weitere Figuren auftauchen, beobachtet werden oder sich aktiv einmischen. Einige dieser Szenen erreichen mit angelegten Abschnitten relativ große Umfänge.

Die Besonderheit des ausgebildeten Tänzerfigur erlaubt, menschliches Handeln und Verhalten in das Zentrum zu rücken. Die Sprache gewinnt dadurch an Körperlichkeit und Härte. Als zusätzliche Mittel dienen u.a. ein Auslassen oder Zusammenziehen von Silben, geopfert werden z.B. die Fugen-S-Laute. Der Tänzer ‚übersetzt‘ sich sogar Erfahrenes in Performance, auch dichterische Vorgehensweisen. Die figurbezogene Ausrichtung der Gedichte ist eine interessante Anregung, weit über den von Ammern geprägten Tänzer hinaus.

Die Themen entstammen überwiegend dem Milieu: Beziehungen spielen eine Rolle, auch Liebesbeziehungen unter den Bedingungen auf Tour, beschäftigen sich mit Formen von Kreativität, am Rande auch mit ökonomisch-sozialen Verhältnissen und gesellschaftlichen Ereignissen wie der Raumfahrt. Zum Ende werden Fragen nach Figuren für ein neues Projekt in einem Tanzsaal aufgeworfen und Antworten dialogisch wie auch szenisch abgewogen.

Die Texte sind Ende der achtziger, Anfang der neunziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts entstanden. Die Gedichte erschienen erstmals in „Die Crux“ Mitte der neunziger Jahre. Mit dem vorliegenden eBook wird eine Auswahl präsentiert, die sich eng auf den jungen Tänzer konzentriert, auf „die Crux / Kontur im Getue / zu erblicken“. Diese speziellen Texte sind nun wieder zugänglich.

1. ePub-Auflage 2013, Version 1.1 Copyright © 1995 AutorenVerlag Matern Cover-Foto: SXC (www.sxc.hun) Cover-Design und eSatz: Reinhard Matern Schriften: www.linuxlibertine.org, www.softmaker.de (Cover) ISBN 978-3-929899-02-3 (ePub) ISBN 978-3-929899-03-0 (Kindle) Alle Rechte vorbehalten

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A - DIE ANKUNFT

Die Ankunft

I

Sprünge über die Gitterstufen aus dem Wagon, am Kiosk Gefledder von Blättern auf den Armen: Jahrhundert Umzug ins All Wohnungen Firmen der Stadt wenn saniert die Metropole zu fünft im Shuttle erreichbar, Modell Auslagen hinter Seiten Scheiben mittig der Gang durch die gefüllte Pendler Halle

II

die Hecken der Granulatweg die alte Schule

im Saal verschwitzte Kinder sie schreitet die Reihen holpriger Positionen entlang ein Junge bebt mit eingesognen Lippen: gehe tonlos vorbei

Der Saal

I

das Portal zugedrückt die Treppen der Saal allein

compulsiv dance schlingernde Puls Frequenz jazz ausem Herz from hell

erlahmt Geblubber im Kefir schaumig weiße Silbenwiegen, auf der Spiegelwand monströse Backen

II

Finger greifen zur Schminke streichen die weiße Paste übers Gesicht

Beine der Rumpf stemmen sich wanken die Bretterfugen entlang, straucheln armverissen er kracht auf die Latten

das Weiß übers Gejammer trieft übers knittrige Lachen

Der Name

mein Name schrillt hinterm Grünzeug vor

ein kippelndes Profil das Gesicht von Alex :ich hätt dich aus deinem Tanz Schweißparadies vertreiben solln:

– er berichtet vom Stand des Video Projekts der Tanzrolle Geld sei jetzt sicher – mein Stift schlägt Haken in der Vertragzeile er schnibbelt mir kleine Geldscheine zu

ich reich die Scheine dem Willi übern Tresen er drängt :Agnes wartet am Ecktisch:

sie bestellt Muckefuck Cognac prescht hervor :deine Tanzerei ist du bist stets dein Ego Trip das Getue vorner Spiegelwand sprichst du schon mit ihr du Beaugerippe: sie grient nach Antwort

mein Cognacrest kreiselt im Glas

Die Kneipe

in der Schirm Beleuchtung glänzen die siffigen Tischplatten

im Hinterzimmer unterm Fluch vom wesenhaften Leben von idyllisch Ithaka sichtlos Utopie die Ekel Ekstasen über Fehl Wesen der Abklang augurgestylter Untergang

Teach In vom Schankraum raus in – Deponie Fledderzone von Möwn Krähn Walzstraßen von Bulldozern –

an der Fensterfront Gescherbel quillt aus sich blähenden Sprechwerkze Ugen

Am Tresen

I

seine Rede gegen Worte die nicht leben die ihn nichts erleben lassen die fürs Tote nicht sein Denken

sein Geschrei auf ein Bild über zäsierte Sprache zerstückelter Leib durch Term Klammern beieinander gehalten windet sich zappelt der Schädel schlackert

angebuckelt Gelall über Bilder Dinge die im Wort verkümmert umschlingt sich würgt Fressreste aus Mund Nase

II

zwei auf Hockern

bläst :nichts: überne Lache der Nachbar schwenkt den Rumpf rum haspelt :ich ich ich:

quetschen sich verschultert durch den Türrahmen

Die Pottmoritat

Pott der nicht von selbst der unnatürlich der von Göttern der jenseits empfängt nen sonderbar durchwalkten Kloß

Pott der nicht von selbst der zweitnatürlich der von Doubles die pressen an Schissen

Pott der nicht von selbst natürlich der von Okkupanten die beim Zwängen umschwirrt von Fabelwesen

In Klausur

I

im Hausflur kratzt ein ausgesperrtes Kind durch seinen Schatten Linien Chiffren in den flimmrigen Rand

das Wort der Karfunkel Fee mit Schnee zerronnen, Distanz ins Bild geschlossen

II

Vokabeln listen weise die beim Schwatz in Gesprächen reichen

– Wahres manchmal Aussagen manchmal