Die dreiste Möwe - Donald Kulesza-Betzen - E-Book

Die dreiste Möwe E-Book

Donald Kulesza-Betzen

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Beschreibung

Der vorliegende Band Die dreiste Möwe enthält Gedichte zu den folgenden Themen: Naturerlebnis, Liebe, Philosophie, Politik, Religion, Klage und besondere Anlässe. Das lyrische Ich setzt sich mit Freude und Leid, den kleinen und großen Fragen des Alltags, aber auch den grundlegenden Problemen der menschlichen Existenz auseinander. Poesie bringt die Seele zum Schwingen und bewirkt die erhoffte Katharsis. Unsere nüchterne Welt braucht Poesie mehr denn je.

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Seitenzahl: 78

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Für Kornelia

Inhalt

Die dreiste Möwe

Philosophie

Die richtigen Ziele

Gestörte Idylle

Altersweisheit

Kassandra

Auf der Zielgeraden

Späte Erkenntnis

Skepsis

Gedankenfalle

Lebensphasen

Roulette des Lebens

Sei ein großer Krieger!

Licht und Schatten

Lob der Arbeit

Glaubenssehnsucht

Das ewige Mysterium

Die Sinnfrage

Selbstbetrachtungen

Glücksstreben

Altersweihnachtswünsche

Das innere Licht

Zwiespältige Altersgefühle

Reinheit im Herzen

Erkenntnisstreben

Individuelles Erkennen

Die Kraft der Religion

Winterlust

Ehrlicher Rat

Therapeutischer Wachtelschlag

Die finale Frist

Bunte Seifenblasen

Ultima Hora

Zeitgenuss, Zeitverdruss

Wider die Angst

Vorsicht

Trotz

Verzicht als Einsicht

Vor der Diagnose

Religion

Haltung

Das Unbegreifbare

Was tun?

Naturtherapie

Wehmut

Die Macht des Schicksals

Ein neues religiöses Narrativ

Gib der Angst keine Chance!

Liebe

Liebe ist mehr als ein Wort

Altersfrust

Die Macht der Liebe

Erfüllende Liebe

Natur

Herbstbeginn

Herbstmelancholie

Friedhofsbesuch im Herbst

Die Polarität der Natur

Novemberjammer

Die Plage der Spätherbsttage

Retour à la nature!

Der innere Kompass

Die Macht der Natur

Weihnachtlicher Friede

Draußen und drinnen.

Melancholischer Winterabend

Sehnsucht nach dem Süden

Winterreize

Vorweihnachtsstimmung

Wolfsängste im Dezemberwald

Winterfreuden

Winterpause

Geduld

Wintersonnenfrust

Frühlingsgedanken

Das Gewohnheitstier

Schatten der Vergangenheit

Winter ade

Ambivalentes Watt

Heimliche Hochzeit

Einsicht statt Hochmut

Wechselwetter

Klimawandel?

Winterleid, Winterfreud

Winterlandschaft

Winterzauber

Geduld

Die innere Kraft

Wetterkapriolen als Warnung

Entstressen

Das natürliche Gesetz

Spaziergang am Watt

Die neue Heimat der Graugänse

Vorboten des Klimawandels?

Die Megagefahr

Regenfrust

Gelegenheit

Zum Vierundsiebzigsten

Geburtstagsreflexion

Melancholischer Geburtstag

Der Weihnachtsbaum

Nachtgedanken

Lebenslust statt Lebensfrust

In stiller Nacht

Motorradlust

Klage

Mobilität im Alter

Bange Ungewissheit

Schrecken ohne Ende?

Lichttherapie

Ängste und Verdruss

Sehnsucht nach Trost

Politik

Macht die Waffen zu Pflugscharen.

Shalom, Salam Aleikum

Schluss mit der Gewalt

Rache oder Frieden

Ein Plädoyer für Demokratie

Frieden schließen!

Politik braucht Desinteresse

Die Phosphorhölle wartet

Nachtgedanken

Gelebte Demokratie

Bitter-süßer Glockenklang

Weihnachtsbotschaft

Entlarvung

Demokratie, nicht Ideologie

2024: Krieg oder Frieden?

Brudermord

Schuld und Sühne

Homo homini lupus?

Realsatire

Böse Früchte

Die dreiste Möwe

Der kalte Regen peitscht mir ins warme Gesicht.

Auf erdig braunen Wellen schäumt weiße Gischt.

Weit draußen pfeift schrill der raue Nordwind.

Keine Ruhe am Ufer des bewegten Meeres ich find.

Eine Lachmöwe verfolgt mich schon seit langer Zeit.

Kreischend zieht sie ihre Kreise, nahe und auch weit.

In meinen Händen halte ich sichtbar ein Stück Brot.

Ist sie denn so hungrig? Leidet sie so große Not?

Ich gebe ihr endlich die ersehnte Gelegenheit.

Doch das freche Tier kennt keine Dankbarkeit.

Es reißt mir die Scheibe Brot gierig aus der Hand.

Ja, Lachmöwen sind als dreiste Räuber bekannt.

Vielleicht liegt das Missverständnis doch nur bei mir.

Darf ich den fehlenden Anstand wirklich tadeln bei ihr?

Spiele ich nicht hochmütig mit dem Hunger der Kreatur?

Ich entschuldige mich. Vergangen habe ich mich an der Natur.

Hier und jetzt habe ich mich mit der Möwe versöhnt.

Und dennoch fühle ich mich ab und zu verhöhnt,

Wenn sie kreischend über mir ihre Kreise zieht

Und mich ungeniert von oben herab verziert.

Philosophie

Die richtigen Ziele

Das Leben ist ein ständiges Loslassen.

Doch viele wollen es gar nicht fassen.

Sie stemmen sich dagegen mit aller Macht.

Aber das Schicksal verändert alles über Nacht.

Falscher Ehrgeiz erzeugt immer neue Ziele.

Für Körper und Geist sind es viel zu viele.

Jeder muss schmerzhaft lernen,

Gedanken zu entkernen,

Belastendes zu entfernen.

Nur wenn die Gier in uns stirbt,

Die Seele frei atmet und nicht verdirbt.

Wir lassen ab von törichten Ambitionen,

Wir verzichten auf lächerliche Agonen.

Sollen andere streiten um Ruhm und Geld.

Wir haben neue Ziele in dieser Welt.

Wir wollen die Angst und den Neid überwinden.

Nur so können wir zu tiefer Seelenruhe finden.

Gestörte Idylle

In den stillen Hafen senkt sich allmählich die Nacht.

Mild erleuchtet wird er jetzt von der Girlanden-Pracht.

Noch zwitschern Vögel munter in der Bäume Kronen.

Das Dämmerlicht scheint sich für sie zu lohnen.

Mühsam humpelt ein gebrechlicher Mann auf Krücken vorbei.

Seine starke Hinfälligkeit zu sehen, ist für mich nicht einerlei.

Vielleicht könnte es mir in wenigen Jahren genauso ergehen.

An wen soll ich mich wenden, um dann Hilfe zu erflehen?

Die Zeit setzt jedem gnadenlos eine bestimmte Frist.

Sie kümmert es nicht, wenn man dann traurig ist,

Dass sie endgültig abgelaufen ist

Und ob man viel im Leben hat vermisst.

Konturen verschwimmen, Dunkelheit breitet sich aus.

Müden Schrittes gehe ich gedankenschwer nach Haus.

Über meinem gesenkten Kopf jagt eine hungrige Fledermaus.

Was trieb mich nur aus dem idyllischen Hafen hinaus?

Altersweisheit

Das Leben ist leider weitgehend eine Maskerade.

Irrungen und Wirrungen - Ist das nicht schade?

Es dauert lange, bis man diesen Unsinn entlarvt.

Das gilt für alle und nicht nur für die, die unbedarft.

Im Alter steckt man sich meist bescheidene Ziele.

Alles in allem sind es nicht mehr so viele.

Geld und Gut verlieren gänzlich an Reiz.

Manche deuten diese Zurückhaltung als Geiz.

Im Grunde willst du nur noch deine Ruhe haben

Und dich an der Natur und dem Schönen laben.

Du weißt, dass die kostbare Zeit grausam verrinnt.

Nichts auf der Welt sie für dich zurückgewinnt.

Dunkel sind die Gedanken, bitter und schwer.

An manch später Erkenntnis leidest du sehr.

Doch im Grunde musst du dich demütig fügen

Oder willst du dich selbst und andere belügen?

Kassandra

Wenn das Lied des Barden verstummt,

Gehen die Menschen einher vermummt.

Was habt ihr denn nur die ganze Zeit gemacht?

Verschwunden ist die überbordende Pracht.

Habt ihr denn all dies nicht gewusst?

War es euch wirklich nicht bewusst?

Ihr habt uns aus dem Paradies vertrieben.

Nichts vom einstigen Wohlstand ist geblieben.

Warum habt ihr nicht an eure Kinder gedacht?

Ihr habt sie zu Sklaven des Elends gemacht.

Mancher ahnte des Jammers ganze Bahn.

Hatte Angst vor der Verfolgung Wahn.

Schwieg und machte sich schuldig.

Schwieg, war allzu feig und geduldig.

Jetzt ist der Krug endgültig zerbrochen.

Habt ihr etwa nicht die Fäulnis gerochen?

Auf der Zielgeraden

Dieses Land kennt nur knallhart Jugend.

Alter ist nur Last, niemals eine Tugend.

Bist du alt, drückt man dich an die Wand.

All das hast du doch schon lange erkannt.

Wie eine ausgepresste Zitrone wirft man dich weg.

Auch wenn du weinst, es hat keinen Zweck.

Du musst dich mit den Realitäten abfinden.

Vielleicht kannst du so deinen Frust überwinden.

Nutze ab jetzt ganz egoistisch das kurze Leben.

Nimm, was dir es noch will und kann geben.

Niemandem bist du ernsthaft etwas schuldig.

Geschuftet hast du, warst gläubig und geduldig.

Wann endlich gehörst du dir ganz selbst?

Wem gefällt‘s schon, wenn im Genuss du schwelgst?

Auch wenn dir nicht mehr allzu viel Zeit bleibt,

Besser feiern, als dass man bescheiden schweigt.

Späte Erkenntnis

Hast du endlich verstanden, was wirklich zählt?

Lange genug haben sie dich schamlos gequält.

Wofür solltest du ihnen jetzt nur dankbar sein?

Nie haben sie dir gegönnt den edlen Wein.

Dein Kelch war mit Essig randvoll gefüllt.

Gesorgt hast du dich, dass er nicht überquillt.

Auf Kosten anderer haben sie frech genossen.

Unbekümmert taten sie‘s und unverdrossen.

Alles haben sie gemacht, um dein Leben zu beschweren.

Auf vieles hast du verzichtet, zwangst dich zu entbehren.

Die Früchte deiner Arbeit würden sie dir sogar verwehren.

Könnten sie es, jederzeit würden sie dich gerne entehren.

Wehe, wenn du lauthals aufbegehrst und protestiert,

Dann wirst du mindestens kritisiert, vielleicht malträtiert.

So schweig denn still, und begehre nicht zu viel!

Merke! Gewinner und Verlierer gibt es in jedem Spiel.

Skepsis

Blendest du es aus,

Geht‘s mit dir nach Haus.

Willst du es aber wissen,

Ist‘s kein Ruhekissen.

Es gibt keinen guten Frieden.

Ruhe ist dir nicht beschieden.

Nie wirst du hier zufrieden.

So bleibt es eben hienieden.

Schon Augustinus wusste Bescheid,

Beschrieb irdisches Dasein als Leid.

Welche Macht kann dich je erlösen

Von Schlechtigkeit und dem Bösen?

Deine Skepsis ist ziemlich groß.

Das ist des Menschen ewiges Los.

Ob er Glück im Leben erfährt,

Ist bei seiner Geburt ungeklärt.

Gedankenfalle

Jetzt bist du ein alter Greis.

Dein Haar ist ergraut, schneeweiß.

Dein Herz pocht ängstlich in der Brust.

Mächtig gewachsen ist der tägliche Frust.

Wie kommst du aus der Gedankenfalle heraus?

Hast du noch Zeit genug, oder ist schon alles aus?

Du trachtest heiß nach noch mehr schönen Jahren.

Doch nichts kann dich vor der Endlichkeit bewahren.

Diese Erkenntnis ist schmerzhaft und bitter.

Sie lässt sich nicht verdrängen durch Gedankenflitter.

Hilft da vielleicht Religion oder Philosophie?

Oder musst du dich befreien durch Magie?

Du verlierst dich in Spekulationen ohne Ende.

Doch wer kann schon sagen, dass er so fände

Die Lösung auf bedrückende, existenzielle Fragen,

Die ihn Tag und Nacht sehr schmerzhaft plagen?

Lebensphasen

Der junge Mensch ist offen und voller Zuversicht.

Noch schreckt ihn das Auf und Ab im Leben nicht.

Erst nach anstrengenden und bitteren Jahren