Die Dunkelheit knistert wie Kandis - Hellmuth Opitz - E-Book

Die Dunkelheit knistert wie Kandis E-Book

Hellmuth Opitz

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12,99 €

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Beschreibung

Je tiefer die Dunkelheit, desto wacher im Cockpitdieses Audi A6 auf der A7 nordwärts, die Nacht knistert wie Kandis, dem man Tee zufügt oder Geschenkpapier, in das Sterne verwickelt sind, überhaupt: eine Nacht, durch die man gleitet wie durch einen Ärmel schwarzer Seide … Auszug aus dem Gedicht: Distanzen. StimulanzenNatürlich ist die Realität der Stoff, aus dem die Gedichte von Hellmuth Opitz sind. Aber wie er das macht, wie er jedes Wirklichkeitsmolekül mit poetischem Wunder und unvergesslichen Bildern auflädt -

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Seitenzahl: 53




Hellmuth Opitz · Die Dunkelheit knistert wie Kandis

Diese Gedichte beherrschen souverän verschiedene Tonlagen: das rhythmisierte Sprechen in tradierten Formen ebenso wie das saloppe Parlando im erzählerischen Duktus. Die Realität ist die Reibefläche, an der sich ihre poetischen Funken entzünden, sie beziehen ihre Impulse aber auch aus zeitgenössischer Musik, ebenso aus dem Film. Denn es sind Gedichte voller Bilder, die im wahrsten Sinne des Wortes einleuchten – und das auf Anhieb. Macht sie das verdächtig? Vielleicht. Aber wenn, dann nur der Schönheit wegen. Es stimmt auch hier: Im Einfachen steckt die wahre Raffinesse.

„… ein kluger Vertreter des poetischen Realismus.“

Michael Braun „Deutschlandradio“

Hellmuth Opitz

Die Dunkelheit knistert wie Kandis

Gedichte

Bedanken möchte ich mich beim dänischen Konsortium des Brecht-Hauses in Svendborg, das mir im September 2010 ein vierwöchiges Aufenthaltsstipendium dort gewährte.

In Brechts ehemaligem Arbeitszimmer, mit Blick auf den Sund und den morsch gewordenen Birnbaum, bekam die Arbeit an diesem Band ihren entscheidenden Schub.

Zum Tee wurden feinste Schneebemerkungen gereicht

It is January, and I’m wide awake.

Die Zeit zwischen den Jahren

Tage, die nicht leben wollen und nicht sterben,

die zerrieben werden zwischen Bäuchen und Bräuchen,

die letzten Krümel Licht in den Auslagen früher

Nachmittage, enttäuschte Gesichter, vom Umtausch

ausgeschlossen, Tage, in denen Einkaufswagen

herumstehen, die niemand zurückbringt,

der Bahnhofsvorplatz ein Teller Milchreis mit Zimt,

die Streufahrzeuge kommen kaum durch,

Tage, aus denen jede Erwartung, jeder Glanz gewichen

ist, die letzten Fäden Lametta in den Zweigen der ersten

entsorgten Tannenbäume, Tage in Auflösung, wie alles

sich auflöst, was niemand gehört, abgerissene Zeit,

gegen die nichts hilft, nur der Trost von Berber Relax,

dem türkischen Friseursalon, aus dem jetzt gerade

einer auf die Straße tritt, zehn Jahre jünger,

den Nacken ausrasiert, die Zierleiste der Bartstoppeln

exakt geschnitten, tritt er hinaus, ein wenig Ordnung

in die Wildnis zu tragen und als er den Mantelkragen

hochschlägt, dreht er sich um, wirft einen Blick zurück

auf den Mann, der er eben noch war.

Das war ein böses Jahr

Schon wie es durch die Türe kam

und uns gleich als Geiseln nahm

im Schlitz der Sturmhaube

ein Furcht erregend starrer Blick

dicht wie nach einem harten Joint.

Es nahm sich einfach einen Freund

beim Fußballspielen mit

und brachte ihn nicht mehr zurück.

Versetzte Mutter ein paar Schocks,

sperrte sie in eine Box

mit Atemloch und sprach

dann höhnisch von Altersglück.

Am Ende ging es nur um Geld,

es hat sich fordernd aufgestellt,

uns beinahe ruiniert

und ist dann fortgegangen.

Nun haben wir dies Jahr geschafft,

es sitzt hier in Einzelhaft,

an einer Sekt-Perlschnur

wird es heut’ aufgehangen.

Ins Ungewisse

Neujahrsmorgen

und als wolle niemand

die frisch angebrochene Zeit

mit seiner Anwesenheit behelligen,

so leer gefegt die Straßen, so grau

gefugt die Kacheln des Himmels.

Jeder Blick nach draußen

gleitet daran ab oder bleibt

hängen an den Stromleitungen

wie diese Handvoll Krähen,

hingeworfene Noten auf Linien,

Präludium des Ungewissen.

Gegen Nachmittag setzt Schneefall ein

und noch immer niemand draußen,

nur die Wünsche von gestern,

hochgeschossen Punkt Mitternacht,

haltlos schwirren sie herum

in der verschorften Schneeluft.

Noch immer unbetreten die Wege,

noch immer betretenes Schweigen,

niemand, der das neue Jahr auffordert

zwischen all den tanzenden Flocken

nur gute Vorsätze, die keinen Eindruck

hinterlassen. Nicht den geringsten.

Winterwartungsarbeiten

Zum Tee wurden

feinste Schneebemerkungen gereicht:

großer Gleichmacher

Bleichmacher

Weichmacher,

aus allen Ecken wehten Namen hinzu,

die um Landschaftsgestaltung kreisten,

Demokratie und andere Betäubungsmittel,

während draußen Menschen umhertrieben

in wattierten Mänteln wie Luftkissenboote

mit Motorschaden. Die Autos hatten

längst auf Kiemenatmung umgestellt

dicht am gewundenen Flusslauf der Straße,

die Kühlergrills voller Eiszapfen

lauerten sie: Welse in stillen Buchten.

Madrigal

Die Kathedrale dieses Wintermorgens betreten,

aufschauen zur Empore schneebestäubter Bäume.

Eiszapfen wie Orgelpfeifen,

der Nordost zieht alle Register.

Mit den Augen Krähen folgen,

den verwischten, flüchtigen Kajal-Strichen ihrer Flüge.

Ein Kopfschmerz füllt diesen Raum aus, klar wie

die Kopfstimme dieses Sängers, der ein Lied singt,

das nicht im Gesangbuch steht, ein Lied

mit dem Refrain: Oh mein Gott, Charles Darwin.

Die Stimme so hoch, es ist zum Niederknien,

und fragte mich jetzt jemand im Krähenschwarz

des Talars, ob ich ein Glaubender sei,

ich würde sagen: Heute morgen ja.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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