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Eines Tages sind sie da. Wie aus dem Nichts leben sie plötzlich in der Stadt, stehen auf Straßen und Plätzen, leben mitten unter den Menschen und ziehen in die Häuser ein: die Elefanten. Doch niemand nimmt Anstoß an ihnen. Die Leute gehen weiter ihrer Wege, geben vor, es hätte sich nichts geändert. Allein der Stand-up-Comedian Pawel weigert sich zu schweigen und ruft von der Bühne dazu auf, sich der Realität zu stellen. Er riskiert damit alles, sein Leben, seine Freiheit und vor allem seine Liebe zu Anna.
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Seitenzahl: 247
Veröffentlichungsjahr: 2026
Sasha Filipenko
roman
Aus dem Russischen von Ruth Altenhofer
Diogenes
Meist werden Ruhm und Vergessen nur einem zuteil (dem Autor), obwohl zu einem Roman viele beitragen.
Dieses Buch wäre ohne Förderung durch Pro Helvetia und die UBSFoundation nicht möglich gewesen.
Mein großer Dank gilt meinen Freunden, die für mich da waren und mich in allen Etappen der Arbeit an diesem Text unterstützt haben:
Alexandra Ler-Filippenko,
Denis Turygin,
Julia Orlowa
und Dmitri Gluchowski –
ich danke euch vielmals!
PS: Romitsch und Kitulja –
auch ihr wart mir eine große Hilfe!
WAAGRECHT:
1 Starke Ausdünnung einer bestimmten Schicht der Erdatmosphäre
6 Einleitung eines literarischen Werkes
7 Einfuhr von Waren aus dem Ausland
9 Truppeneinheit
11 Hauptsächliche Tätigkeit und Einkommensquelle
12 Aerosol, das bei Verbrennung entsteht
13 Arbeitsfreie Feierlichkeiten
20 Lehren, die erteilt (gelesen) werden
21 Lärmende Schnelligkeit, Wucht, ugs.
22 Vorrichtung zum Vollzug der Todesstrafe
23 Gereizt, zornig auf ein Objekt, eine Person oder Situation
24 Fortpflanzung zwischen nahen Verwandten
26 Gegenteil von Fleiß
30 Vergehen, verwerfliche Handlung
31 Gefühl, das eine tiefe Verbundenheit und Zuneigung zwischen zwei Menschen charakterisiert
32 Akademischer Titel, weiblich
33 Knochenfreie, zarte Fleischstücke
34 Realitätsverleugnung
35 Angestellter Haushälter, Butler
SENKRECHT:
2 Experte für Tierkunde
3 Urlaub im Zelt
4 Täuschung, Denkfehler, Missverständnis
5 Ordnung der Säugetiere, die Menschen, Affen und Halbaffen umfasst
8 Erneuerung oder Instandsetzung von Wohnräumen
10 Vereine, die sich dem »Spiel der Könige« widmen
14 In Japan entwickelte Technik der Druckmassage
15 Wohnsitz, Koordinaten des Empfängers
16 Spaßmacher, Hanswurst
17 Zur Fortbewegung dienende Gliedmaßen
18 Milchfett, das sich zu Schaum schlagen lässt
19 Vorgegebener oder geplanter Weg, Strecke
25 Systematische, überfallartige und massenhafte Festnahmen
27 Von der Norm abweichend, widernatürlich, pervers
28 Wahnwitz, Verrücktheit
29 Schmucke, große Einfamilienhäuser
ANONYMEin sehr schwacher Roman! Echt, ein Buch wie dreckige Fingernägel! So ein dermaßen überbewerteter und großspuriger Autor ist mir auch noch nie untergekommen. Was für ein Kotzbrocken! Da kratz ich mir lieber einen Hautausschlag, als das zu lesen! Ganz offensichtlich war dieser Affe bei seiner spastischen Arbeit an dieser Buchstabensammlung (wenn man das überhaupt Arbeit nennen kann) nur darauf aus, einen Preis zu gewinnen! Nach ein paar Seiten ist es mir zu blöd geworden!
DEINEDOMINA2022Seh ich absolut genauso! Ich frag mich, was die Leute an diesem affektierten Geschreibsel so toll finden?! Eine einzige unverschämte Lüge über unser Land! War sicher ein Auftrag! Kein einziger kluger Gedanke, kein scharfes Beobachten! Alles nur oberflächlich und seicht! Auch die Sprache – äußerst mager! Klingt wie telegrafiert. Außerdem sieht man sofort, dass alles nur erfunden ist! Nichts dergleichen hat sich bei uns je ereignet! Bewertung von 1 bis 10: minus 100!PS: Ganz abgesehen von den fürchterlichen Dialogen in dem Buch – so spricht doch keiner!
DOMPTEURHaben Sie etwa mit allen Menschen dieser Welt gesprochen?
DEINEDOMINA2022Offenbar mit mehr als du!
DOMPTEURSie wissen es wohl besser, aber ich als einer, der an den hier beschriebenen Ereignissen persönlich beteiligt war, muss sagen, dass ich das Buch sehr gern gelesen habe! Es ist 100 % authentisch!
DEINEDOMINA2022Nichts davon ist auch nur annähernd die Wahrheit! Ich war auch dabei und kann das alles in keinster Weise bestätigen! Lauter Lügen!
GONZOWill fi**en! Nehme jede! PN! Antwort garantiert! Schicke Di**pics! Fi**e dich hart durch! Le**e jede Fo***!!!!!
ASSJAIch finde, dieser Roman ist eine Ohrfeige für uns alle … und zwar eine aus Liebe.
FEDER UND STRAHL Du liebst Bücher? Willst du deinen eigenen Roman schreiben, weißt aber nicht, wie? Bei »Feder und Strahl« lernst du in einmonatigen Workshops, wie du eine Handlung entwickelst, Spannung erzeugst und deine Figuren richtig zeichnest. Diplomierte Schriftsteller (keine Amateure!) zeigen dir, wie du Handlungsebenen ineinander verwebst und (gegen Aufpreis) meisterhafte Dialoge kreierst. Am Ende des Kurses erhältst du ein Diplom und bist damit ein richtiger Autor! »Feder und Strahl« – dein Weg zum Roman!Link aufgrund der Forenregeln entfernt
BÜCHERWURM Hallo allerseits! Ich wollte mir das Buch kaufen, aber der Preis schreckt mich ab. Kann es mir jemand schicken, wenigstens den Anfang, ich würde gern wissen, ob sich der Kauf lohnt und worum es überhaupt geht.
BARMHERZIGER SAMARITER Bitte sehr!
Hallo Pawel.
Das ist meine letzte Nachricht an dich.
Ich hatte viel Zeit, um eine Entscheidung zu treffen.
Habe in mich und auch in dich hineingehorcht.
Und mir scheint, ich habe alles getan, was ich konnte.
Vielleicht habe ich mir zu lange Zeit gelassen und deine Qualen unnötig in die Länge gezogen.
Verzeih mir das bitte.
Ich will unsere Beziehung nicht fortsetzen.
Der Grund dafür ist einfach: Ich will nicht.
Ich bin dir unendlich dankbar für die schöne Zeit, die wir zusammen hatten. Für all die Liebe und Wärme, die du mir geschenkt hast, für dein Interesse an mir.
Ich hoffe sehr, dass du diese meine endgültige Entscheidung respektierst und mir nicht schreibst, mich nicht anrufst, mir nicht nachstellst und nicht auf mich wartest.
Anna
Jeden Morgen setzt sich die Mutter, kaum sind die mit schwarzen Elefanten verzierten Porzellantassen mit Kaffee gefüllt, dem Vater gegenüber und signalisiert mit jenem Blick, mit dem sie ihm seit all den Jahren huldigt: Es kann losgehen. Obwohl Kaffee genauso schnell auskühlt wie jede Verliebtheit, weiß die einstige Muse und heutige Sekretärin, dass kein Frühstück beginnt, ehe ihr Gatte seinen allmorgendlichen Auftritt hatte. Tag für Tag dasselbe Ritual: Manuskripte rascheln zwischen dem Silberbesteck, die Standuhr schlägt neun, und der Klassiker zu Lebzeiten fängt an, von seiner neuesten Romanidee zu erzählen:
»Stellt euch vor«, setzt der Vater übermütig ein, »ein nicht näher definiertes Land im Westen, kurz vor den Wahlen. Der Premierminister bekommt die Umfrageergebnisse auf den Tisch gelegt, denen zufolge nicht seine regierende Partei in Führung liegt, sondern ein kürzlich gegründetes Bündnis der Neandertaler …«
»Neandertaler?!«, fragt die Mutter sogleich gebannt und begeistert zurück, als hätte sie nicht genau verstanden.
»Jawohl, ein Bündnis der Neandertaler!«, antwortet der Vater, der diese Frage erwartet hat, und setzt seinen Vortrag fort. »Von den ersten Seiten an erfährt der Leser, wie plötzlich eine Partei der Neandertaler auftaucht und die Menschen bereit sind, sie zu wählen, weil a) sich zeigt, dass unter ihnen noch immer viele Neandertaler sind, die sie früher nie bemerkt haben, und b) die Neandertaler ein Programm haben, das sowohl Grüne als auch Linke als auch Ökoaktivisten gut finden …«
»Bravo, bravo, Alexander! Aber was passiert dann?«, fragt die Mutter, Neugierde heuchelnd, zum tausendsten Mal in ihren Ehejahren.
»Dann stelle ich meinen Leser wie immer vor ein moralisches Dilemma: Der Premierminister und alle seine Mitstreiter begreifen, dass die Neandertaler an die Macht kommen, aber können sie das etwa zulassen? Können sie diesen Rückschritt für ihr Land riskieren? Und weil man die Neandertaler mit demokratischen Mitteln nicht mehr besiegen kann, greifen der Premier und sein Team zu verbotenen Tricks …«
»Oh, wie interessant! Wirklich, was für eine spannende und anspruchsvolle Anregung für den Leser!«, spielt die Mutter weiter wie an jedem anderen Morgen.
»Ja, ich möchte Überlegungen dazu anstellen, wie weit wir zu gehen bereit sind, um unsere Werte, unsere Freiheit und Demokratie zu schützen. Und wie wir damit umgehen sollen, dass die Mehrheit die Neandertaler wählt.«
»Kann ich Ihnen eine Frage stellen?«
»Natürlich, meine Liebe!«
»Ist es politisch korrekt, die Neandertaler in einem so negativen Licht darzustellen?«
»In der Literatur hat politische Korrektheit keinen Platz!«
»Bravo, bravo, Alexander! Ihre Idee ist wie immer großartig, aber wie endet die Geschichte?«
»Die Geschichte endet, wie alle meine Geschichten, mit einem sehr schönen Finale …«
»So erzählen Sie doch schon!«
»Ja, warum auch nicht? Ich kann es euch ja erzählen, mit Vergnügen sogar! Kurz gesagt, die Staatsmaschinerie ist so damit beschäftigt, die Neandertaler zu bekämpfen, dass keiner bemerkt, wie wiederum andere die Macht ergreifen …«
»Ach, und wer? Nun sagen Sie schon, wer ergreift die Macht? Spannen Sie uns doch nicht so auf die Folter!«
»Es sind Cro-Magnon-Menschen!«
»Oho! Bravo, bravissimo, Alexander! Wenn das nicht genial ist!«
Die Mutter siezt den Vater, er duzt sie. Allein an diesem Detail erkennt Anna die Schieflage und Verdorbenheit in der Beziehung ihrer Eltern, doch obwohl ihr die Mutter leidtut, sagt sie das nie laut. Die Tochter ist selbst gekränkt, sie trägt ihre Kränkung wie Kamele ihre Last, von klein auf, durch die Wüsten des Erwachsenwerdens. Anna hat das Gefühl, in ihrem Elternhaus ist weder Platz für ihre Mutter noch für sie, die mittlerweile fünfunddreißigjährige Tochter, die in einer benachbarten Villa wohnt und jeden Morgen zum Frühstück zu ihren Eltern kommt, die sie nicht liebt.
›Mutter und ich‹, denkt Anna, ›sind einander nicht nahe, wir sind nichts als brave Gehilfinnen, Wasserträgerinnen eines großen Schicksals. Die ganze Luft, der gesamte Raum in diesem Haus gehört dem großen literarischen Talent, das seine Existenz in Wirklichkeit allein Mamas unermüdlichem Fleiß zu verdanken hat.‹
Anna weiß, dass ihre Mutter so große Angst hat, eines Tages verlassen zu werden und allein zu bleiben, dass sie zu allem bereit ist, um nur ja die Wünsche ihres Mannes zu erfüllen. Und die drehen sich alle um Preise, Orden und andere Auszeichnungen, weswegen Sofija häufig lange Gespräche mit Verlegern und Jurymitgliedern führt, auch wenn sie dafür gelegentlich ein, zwei Stunden in einem Hotelzimmer verbringen muss. Das allerdings in letzter Zeit immer seltener – Sofija wird älter und büßt an Attraktivität ein. Wenn Anna sie ansieht, graut ihr vor allem davor, eines Tages genauso zu altern.
›Es gib nichts Schlimmeres‹, denkt Anna, ›als wie die eigene Mutter zu werden.‹
Indessen lebt Sofija in ständiger Angst. Ihre Begeisterung für das Werk ihres Gatten ist ungebrochen, sie füllt für ihn Anträge aus und korrigiert seine Manuskripte. Ihr ganzes Leben widmet sie dem Dienst am großen Meister, und von ihrer Tochter verlangt sie dasselbe:
»Wenn ich einmal nicht mehr bin, wirst du den Schatz des väterlichen Erbes verwalten, Verträge mit Verlagen verlängern, seine Manuskripte katalogisieren und von Zeit zu Zeit das Publikum mit einer bisher unveröffentlichten Skizze überraschen …«
»Mama, ich werde niemals du sein!«, antwortet Anna schroff und schüttelt sich bei dem Gedanken, eines Tages womöglich arbeiten zu müssen. »Waagrecht 23: Starke Gereiztheit, die sich gegen ein Objekt, eine Person oder eine Situation richtet. Adjektiv, sieben Buchstaben …« – Anna liebt Kreuzworträtsel.
Der (waagrecht 35, sechs Buchstaben) Pinsel serviert, eine klassische Nebenrolle. Pinsel war immer schon Pinsel. Dieser Spitzname blieb gleich am ersten Morgen an ihm haften, als er auf der Suche nach Arbeit an die Tür der Luxusvilla klopfte und nichts bei sich trug als einen Rasierpinsel:
»Ist das Ihrer?«, fragte er den verschlafenen Alexander.
»Nein«, brummelte dieser und wollte schon die Tür schließen, doch der schmächtige Kerl hatte flugs einen Fuß dazwischengestellt.
»Ich möchte bei Ihnen arbeiten! Ein so erfolgreicher Schriftsteller wie Sie braucht doch bestimmt Hilfe bei den langweiligen Aufgaben im Haushalt!«
Schmeicheleien kann Alexander nicht widerstehen – Pinsel blieb. Als Figur, mit der man mitfühlt, aber nicht so stark wie mit den Hauptpersonen. So einer erregt Rührung, fast wie ein Haustier, und auch ein wenig Trauer, aber nur so viel, dass man sich schnell wieder gefasst hat. Sie ahnen schon, dass Pinsel später irgendwann zu Tode kommt, der Handlung geopfert wird. Mit solchen wie ihm rechnen die Autoren am liebsten im ersten Drittel ihrer Bücher ab, damit die Leser sich noch stärker an die Hauptfiguren binden, von denen Sie jetzt ja schon einige kennen.
An jenem Morgen soll eigentlich nichts Außergewöhnliches passieren. Gemäß dem über die Jahre perfektionierten Ablaufplan deckt Pinsel den Tisch, die Mutter gießt Kaffee in die Tassen (ja genau, in die mit den schwarzen Elefanten), und die ewig unzufriedene Anna sieht Pawel finster an, ihren Freund, von dem sie eine Entschuldigung erwartet. Als alle aufmerksam die Ohren spitzen, schüttelt Alexander seinen Blätterstapel zurecht und hebt an:
»Also, heute haben wir eine kleine Stadt. Eine liebevolle Familie. Er – noch jung, aber bereits Veteran des Widerstands, und sie – in Mutterschaftsurlaub. Er wurde verwundet und weiß daher zu schätzen, was er hat. Er liebt seine Frau und sein Kind sehr. Er liebt sie wirklich! Inbrünstig, ohne verblassende Gefühle …«
»Die Ausgangslage ist klar …«, kommentiert Sofija und macht sich eine Notiz.
»Eines Morgens geht er joggen, und als er nach Hause kommt, erfährt er, dass seine Frau und seine Tochter soeben tödlich verunglückt sind. Sie haben gerade eine Straße gequert, als sie ein alter Mann auf dem Zebrastreifen überfahren hat, Sekundenschlaf am Lenkrad …«
»Was für eine schöne Tragödie für einen Beginn!«
»Jawohl, ich werde die Verwüstung des jungen Mannes beschreiben, die Beerdigung an einem sehr heißen Tag und wie er während der Totengebete plötzlich das Wort ergreift und sagt: ›Schuld an allem sind die alten Männer!‹«
»Er sagt also während der Beerdigung, direkt am Sarg, dass an allem die alten Männer schuld sind?«
»Direkt an den Särgen! Hör mir gut zu! Ich hab doch gesagt, die Kleine ist auch tot!«
»Ja stimmt, Alexander, Verzeihung!«
»Also, er steht in der Kirche und sagt, dass an allem die alten Männer schuld seien. Der junge Witwer hält eine polternde Rede, dass alle unsere Probleme von alten Männern herrühren, sogar die Züge verspäten sich nur wegen ihnen, und wenn es sie nicht gäbe, dann würde das ganze Land wieder in voller Blüte erstrahlen. Tja, die Verwandten und Freunde hören ihm natürlich zu, wo sollen sie auch hin (?), sie sind ja in einer Kirche (!), aber natürlich sagt keiner was dagegen, weil der Bursche unter Schock steht und alle wissen, dass er am Boden zerstört und voller Bitterkeit ist. Dann ist die Beerdigung vorbei, die Gäste zerstreuen sich allmählich, doch da tritt ein Cousin an ihn heran und fragt: ›Hör mal, Bruder, deine Rede war toll, aber was sollen wir deiner Meinung nach tun?‹«
»Und was schlägt er vor?«
»›Wir töten sie alle!‹, antwortet der junge Mann ruhig, ich würde sogar sagen: emotionslos.«
»Er will alle alten Männer im ganzen Land töten?«
»Genau! Und davon handelt mein Roman!«
»Spannend …«
»Und ob! Ich will ein Buch über einen jungen, ambitionierten Mann schreiben, der mit seinem Cousin in einen Minibus steigt und auf der Suche nach Mitstreitern durch das Land tingelt (ich will ja schon länger mal über all diese kleinen, nutzlosen Käffer schreiben, in denen ich immer wieder meine Bücher präsentieren muss). Also, sie fahren so dahin, kehren in Bars ein, unterhalten sich mit den Jugendlichen und überzeugen diese unreifen, simplen Gemüter davon, dass alles Übel von den alten Männern kommt. Unser Protagonist hält flammende Reden, mit denen er seine neue Anhängerschaft mitreißt: Wenn sie nur alle alten Männer vernichten würden, dann hätten es alle anderen besser, und es würden sogar Mittel frei, mit denen man Unsterblichkeit erlangen könne …«
»Und, haben sie Erfolg?«
»Ja! Ich schildere, wie er ganz schnell Tausende Anhänger findet und zielstrebig, im Handumdrehen sozusagen, Einsatzgruppen organisiert und an den Wahlen vorbei die Macht ergreift, weil es an der Zeit sei, die alten Tattergreise auszumerzen, die das Land regieren! So werde ich zeigen, wie eine absurde Idee eine ganze Gesellschaft durchdringen kann, die sich einredet, damit eine Renaissance einzuläuten …«
»Und fangen sie dann wirklich an, die Alten zu ermorden?«
»Ja, alle bis zum Letzten!«
»Das wird dann aber ein schweres und trauriges Buch?«
»Das wird ein sehr starkes und wichtiges Buch darüber, wie schnell absolut jede Gesellschaft in der Lage ist zu degenerieren!«
»Und wie wird dieses Buch heißen?«
»Alternative für –«
Der große Schriftsteller kann den Satz nicht zu Ende bringen, weil Annas Freund Pawel ihn unterbricht:
»Aber warum schreiben Sie eigentlich nicht über Ihren Elefanten?«
An dieser Stelle muss ich etwas ausholen. Den übersprungenen Einstieg zu einem literarischen Text (waagrecht 6, sechs Buchstaben) nachliefern. Wenn Sie jetzt den Blick von der erbosten Anna abwenden, vom pikierten Alexander losreißen und auch nicht an Sofijas und Pinsels Verblüffung hängen bleiben, dann werden Sie einen Elefanten bemerken, der mitten im Nebenzimmer steht, riesig und leibhaftig. Das Tier nimmt fast den gesamten Salon ein, der an den Speisesaal grenzt, und kaut gemächlich das Heu, das der Diener zusammen mit dem Frühstück gebracht hat.
Ja, wirklich, keine Sinnestäuschung – ein echter Elefant!
Er steht seit ein paar Monaten hier, seit Ende Februar. Eines frühen Morgens ein Donnergrollen, und … Sofija, die auf den Lärm hin herbeigelaufen kam, erstarrte. Mitten in dem großen Raum stand plötzlich ein Elefant, darunter das zersplitterte Klavier. Dieser Anblick war so beeindruckend und so unfassbar, dass die Hausherrin weder schrie noch in Ohnmacht fiel, sondern sich nur die Hände vor den offenen Mund hielt und mit den Wimpern klimperte. Als er nach einigen Schrecksekunden immer noch da war und sie feststellen musste, dass der Elefant auch blieb, wo er war, und nur hie und da seinen Schwanz pendeln ließ, da klatschte Sofija in die Hände. War das ein Trick? Ein Wunder? Allerhand …
Ein Elefant!
Vorsichtig stieg die Frau des berühmten Schriftstellers die Treppe hoch, hielt sich dabei seit Langem mal wieder am Geländer fest, klopfte an die Schlafzimmertür und bat ihren Mann, mit hinunterzukommen:
»Wo brennt’s denn?«, brummte der Autor, während er den Pyjama überstreifte und sich unwillig von seinem Traum verabschiedete, in dem zwei seiner Leserinnen nackt vor ihm gekniet hatten.
»Kommen Sie, Alexander, es ist wichtig!«
»Nanu …«, flüsterte der Familienvater, als er mitten im Zimmer dieses Tier stehen sah.
Ihr Elefant erwies sich als ruhig und still. Er rührte sich kaum und glotzte immer auf denselben Punkt. Groß, sauber und friedlich, faszinierte und verzauberte dieser Savannenriese. Man wollte näherkommen, ihn genau betrachten, vielleicht sogar berühren. Sofija überwand ihre Angst und tat es einfach. Sie machte ein paar Schritte, blieb stehen, sah, als suchte sie Zuspruch, rückwärts über die Schulter ihren Mann an, und als dieser billigend nickte, trat sie ganz dicht an den Elefanten heran. Seine Haut fühlte sich sanft an. Seltsamerweise roch er auch nicht streng. Sofija gefiel das Tier. Sie lächelte, und Alexander hauchte auf die Gläser seiner Brille und putzte sie. Nicht einmal, dass der Elefant das sündhaft teure Klavier zertrampelt hatte, konnte an jenem Morgen irgendwen empören – es war das reinste Entzücken!
»Das müssen wir allen erzählen!«, rief Pinsel vorwitzig, der ebenfalls herbeigelaufen kam und zwischen den Köpfen seiner Dienstgeber hindurchspähte.
»Moment …« Der Vater wollte das Geschehen erst mal korrekt bewerten.
Obwohl der Anblick unglaublich war, beschloss er, mit dem Protzen vor Freunden (und erst recht mit einer Pressekonferenz oder Ähnlichem) lieber noch abzuwarten. Als berühmter Schriftsteller und großer Intellektueller dachte er, sie sollten sich lieber zuerst selbst einem Test unterziehen und sichergehen, dass in ihrem Haus kein kollektiver Wahn ausgebrochen sei.
»Pinsel, du siehst das doch auch?«
»Ich weiß ja nicht, was Sie sehen, aber ich persönlich sehe einen riesigen Elefanten!«
Genau im selben Moment erreichte Anna ganz außer Atem den Salon.
»Aha! Ein Elefant!«
»Ja, Schatz, wir sehen es!«
»Lasst uns schnell ein Foto machen!«, schlug die Mutter vor und fing an, an ihrer Frisur zu zupfen. Obwohl keiner so recht wusste, ob das eine gute Idee war, stimmten alle zu.
Mit den Erinnerungsfotos (zur Sicherheit mit verschiedenen Kameras) waren sie an die zwanzig Minuten beschäftigt. Als sie sich überzeugt hatten, dass das alles kein Traum war und der Elefant auch auf den nacheinander ausgeworfenen Polaroids prangte, ließ sich Alexander in einen Fauteuil plumpsen und gestattete die Einladung von Freunden – zuallererst die Familie eines Dompteurs, der am Ende der Straße wohnte.
»Augen zu!«, gebot Alexander lächelnd, als er die Gäste in den Salon führte. Bei diesem feierlichen Appell fühlte er sich wie ein Zauberer, der – Hokuspokus Fidibus – sein Publikum sogleich verblüffen würde. Er war ganz aufgeregt, er triumphierte und zögerte den Moment der Enthüllung möglichst weit hinaus, er wollte ja nicht nur seine Freunde beeindrucken, sondern auch (in beruflicher Hinsicht viel wichtiger) ihre Reaktionen beobachten – wo hat man so was schon gesehen, ein echter Elefant mitten in einer Villa!
»Augen auf!«, rief er schließlich, doch die Reaktionen seiner Gäste fielen mau aus, er war geradezu enttäuscht. Denn zu seiner Verwunderung blieben sie völlig ungerührt.
»Schon klar, dass ihr Elefanten vom Zirkus gewohnt seid, aber kommt euch das nicht absolut merkwürdig vor?«, fragte er betrübt wie ein Kind, dessen Eltern seinen Zaubertrick nicht würdigen.
»Als du angerufen hast, hatten wir auch schon so einen zu Hause …«, antwortete der Dompteur entschuldigend.
»Im Ernst?!«
»Ja …«
»Ich auch …«, gestand schließlich Anna.
Den Vater befielen gemischte Gefühle. Zuerst war er sehr entmutigt, da ja nun offensichtlich war, dass sein Elefant ganz und gar nichts Exklusives an sich hatte und es also wohl kaum angebracht war, Journalisten zu kontaktieren und einen Nachrichtenwert zu behaupten. Seine Enttäuschung und Betroffenheit wichen jedoch ziemlich schnell einer Verzückung über die Dimensionen des Geschehens – es war also nicht nur dieser Elefant, nein, etwas Grandioses war im Gange, eine regelrechte Invasion!
»Ihr wisst nicht zufällig, ob auch bei einem der Nachbarn einer steht?«
»Ich habe bei allen welche gesehen«, antwortete der Dompteur ruhig.
Fantastisch! Der frühen Stunde ungeachtet ließ der Hausherr Champagner servieren. Er trank sein Glas in einem Zug leer, ließ sich noch bequemer in seinen Fauteuil sinken, konnte seine Emotionen aber dann doch nicht zähmen und sprang wieder auf:
»Lasst uns den Fernseher einschalten! Pinsel, wir wollen sofort fernsehen! Wenn seit heute Morgen in den Wohnungen und Häusern auf einmal lauter Elefanten auftauchen, dann müssen doch schon alle Sender darüber berichten!« Als wäre er in die Rolle seiner Gattin geschlüpft, war er es nun, der Begeisterung versprühte, während Sofija keinen Überschwang mehr, sondern Angst verkörperte.
»Wir sehen ja gar nichts, weil der Elefant davorsteht!«, bemerkte Anna – weniger als die Rationale, als vielmehr die ewig Unzufriedene in dieser Familie.
»Egal, wir können ja hören!«, parierte der Vater und hieß Pinsel, unter dem Tier hindurchzukriechen. Der Diener schlüpfte durch das Gewölbe zwischen den Elefantenbeinen und schaltete den Fernseher ein.
Es liefen keine Sondersendungen. Im Hauptprogramm wurde zwar ein Beitrag über Tiere ausgestrahlt, aber nicht über Elefanten, was logisch gewesen wäre, sondern über Strauße, die, wie die Stimme aus dem Off behauptete, in bedrohlichen Situationen den Kopf in den Sand stecken würden.
»Das gibt’s doch nicht, dass keiner von denen bemerkt, was los ist? Lasst uns mal hinausgehen!«, schlug Alexander vor, und alle (außer Pinsel, der sich noch immer wie ein Fragezeichen unter dem Elefantenbauch krümmte) verließen zusammen das Haus.
ANONYMSoll das ein Roman über eine Invasion werden?
BARMHERZIGER SAMARITERJa, ein Buch über unsere jüngste Geschichte …
ANONYMSei so gut, schick noch ein Stückchen, ich will wissen, wie es weitergeht, hab mich noch immer nicht zum Kauf entschieden …
UNBEKANNTER USERSie wissen aber schon, dass Raubkopien das Urheberrecht verletzen?!
ANONYMAbsolut nicht! Wir geben ja auch Bücher, die wir gelesen haben, an Freunde weiter! Was soll daran schlimm sein, wenn mir Barmherziger Samariter einen Ausschnitt schickt, den er schon gelesen hat? Außerdem werde ich, wenn mir der Anfang gefällt, dieses Buch kaufen, versprochen! Und auch gleich ein zweites zum Verschenken!
Trotz der sumpfigen Landschaft war das die teuerste Gegend der Stadt. Hier standen, in solider Entfernung voneinander, zwischen schilfbewachsenen Werdern, die bezaubernden (29 senkrecht, sechs Buchstaben) der einflussreichsten Familien des Landes. Die lokale Fauna bestand vor allem aus Diplomaten und Politikern, berühmten Regisseuren und Beamten höchster Ränge. Nach kaum hundert Metern, vorbei am Haus des Premierministers und der Villa des Trainers der Nationalmannschaft, hatte Alexander schon fünf Elefanten gezählt. Die dickhäutigen bräunlichen oder grauen Säugetiere ragten hinter massiven Betonmauern und schmiedeeisernen Zäunen empor, über todverkündende Zypressen und riesige Garagen hinaus, in denen jahrelang Oldtimer-Raritäten verstaubten und ihren Besitzern bei Impotenz, Depressionen und den täglichen Familienlügen zur Seite standen.
Schimmernde Stoßzähne, Rüssel wie Gartenschläuche, Segelohren. Elefanten standen nun beinah auf jeder Grünfläche, der erstaunlichste war jedoch der, der sich am Ende der Straße erhob. In der Mitte des Kreisverkehrs ragte, einem Gebäude gleich, ein Tier mit schier verblüffenden Dimensionen hervor – ein riesenhafter, fünf oder sechs Stockwerke hoher Gigant, der in seinen Ausmaßen an einen Zeppelin erinnerte.
»Seht ihr das auch?!« Alexander spürte ein Stechen in der Brust, er wusste selbst nicht, wem seine Frage galt.
»Ja«, sagten im Chor alle, die sich betroffen fühlten.
Immer mehr Leute kamen auf die Straße. Eine einzige verstörte Menschenmenge. Die Nachbarn, alle in Seidenpyjamas mit goldgestickten Initialen, begafften staunend die Elefanten. Anna stand auf der Freitreppe vor ihrem Elternhaus und sah ihrem Vater zu, der völlig aus dem Häuschen von einem Bekannten zum anderen rannte. Den Notizblock immer gezückt, wandte sich der große Literat mal an den Kulturminister, mal an den Kosmonauten, der gerade erst vor ein paar Wochen auf der Erde gelandet war. All diese Persönlichkeiten standen nun mit ihren Kaffeetassen mitten auf der Straße und warfen einander wie beim Heiße-Kartoffel-Spiel Fragen zu:
»Hä, what the fuck?!«, rief der Rockstar.
»Bestimmt kommt bald eine Rede des Präsidenten im Fernsehen«, mutmaßte der Minister.
»Natürlich! Einer muss uns ja erklären, was da los ist!«, meinte die Kuratorin der Biennale für zeitgenössische Kunst.
Fragen gab es wirklich viele:
»Wieso sind auf einmal Elefanten da?«
»Woher kommen sie?«
»Was wollen sie?«
Ein Rätsel!
Während die Erfolgreichen dieser Welt mit Fragen jonglierten, setzte Anna sich aufs Fahrrad und fuhr ins Stadtzentrum, wo auf Schritt und Tritt Elefanten standen. Der eine größer, der andere kleiner, guckten sie über Bäume hinweg, machten sich in Parks und auf Basketballfeldern breit, auf Parkplätzen und Straßenkreuzungen. Trotz der exorbitanten Merkwürdigkeit dieses Phänomens gerieten die Stadtbewohner nicht in Panik und reagierten großteils wohlwollend und heiter. Wenn Anna sich später an diesen Tag zurückerinnerte, dann lebten in ihrer Vorstellung nur lächelnde, ja lachende Menschen auf, die Fotos mit den Elefanten machten, und manche versuchten sogar, an ihnen hochzuklettern, was auch gleich zu den ersten Verletzungen führte, aber nur leichten.
UNBEKANNTER USERIch kann mich übrigens auch lebhaft an diesen Tag erinnern. Gut beschrieben, muss ich sagen. Unser Elefant war am frühen Morgen plötzlich da, nur haben meine Frau und ich keine Villa, weswegen der Rabauke unser ganzes Schlafzimmer besetzt hat. Ich dachte noch: Was machen bloß die, die nur ein Zimmer haben? Meine Frau und ich hatten gar nicht so große Angst, es war eher ein stummes Staunen, als wie durch ein Wunder ein Elefant in unserer Wohnung im sechsten Stock stand. Unser Dickwanst war ruhig, ich würde ihn sogar friedlich nennen. Ich kann mich auch erinnern, wie wir vom Fenster aus den Leuten zusahen, die von Elefant zu Elefant wuselten und Selfies machten. Und wie meine Frau gefragt hat, was wir jetzt tun sollen, und ich sagte, dass das alles maximal drei Tage dauern würde …
DEINEDOMINA 2022Das ist doch alles gar nicht wahr! Seid ihr alle übergeschnappt?!
Wieder bei ihren Eltern, ging Anna in die riesige Küche und traf ihren Vater in Gesellschaft seiner erstarrten Frau und einiger versteinerter Nachbarn an. Wie hypnotisiert sahen sie dem Elefanten zu, wie er zum ersten Mal vor ihren Augen seine Notdurft verrichtete. Ein Anblick, der faszinierte und in seinen Bann schlug! Nie zuvor hatte Anna so etwas gesehen. Nie hätte sie gedacht, dass der Strahl des Elefantenurins, der aussah wie rostiges Wasser, so stark sein könnte, und die braunen Klumpen seines Stuhls so groß.
»O Gott, meine Teppiche!«, flüsterte Mama entgeistert.
»Wir kaufen neue«, beschwichtigte Vater.
»Ich hole schnell ein paar Eimer«, war Pinsels Idee.
Als das Tier fertig war, bat der Hausherr seine fassungslosen Gäste in den Garten, wo er sie plötzlich mit einer neuen Romanidee zu unterhalten versuchte:
»Wisst ihr, ich möchte schon länger ein Buch schreiben, das nur aus Kommentaren besteht …«
»Wie soll das gehen?«, fragte der Dompteur mit einem Blick auf den Elefanten im Fenster.
»Folgendermaßen!«, fing Alexander an, der seine Aufregung nur mit Mühe bezwang. »Stellt euch mal vor: Ihr geht in einen Laden, nehmt ein Buch aus dem Regal, schlagt es auf, und es enthält gar keinen Roman – sondern nur Kommentare, und während ihr sie lest, könnt ihr erahnen, worum es in dem Buch ging …«
»Das heißt, den Text selbst gibt es gar nicht, sondern nur die Reaktionen darauf?«
»Genau!«
»Was für eine interessante Form, Alexander!«, rief Sofija, um Ermunterung bemüht, ohne mit ihrem Elan jedoch die Gäste anzustecken. Die drehten immer noch die Köpfe nach den Elefanten: Mal hielten sie nach dem Ausschau, der im Haus stand, mal nach dem beim Nachbarn.
»Ich will ja schon länger Überlegungen zu Formen und Grenzen der Literatur anstellen«, ließ Alexander nicht locker, »die Frage behandeln, wo der Roman anfängt und wo er aufhört, wer zu einer seiner Figuren wird und wer nicht. Und endlich Antwort auf eine Frage finden, die mich seit Studienzeiten beschäftigt: Liest das Buch uns oder doch wir das Buch?«
Es war vergeblich. Wie sehr er sich auch bemühte, ungezwungen zu bleiben, sein Publikum war abgelenkt wie Studierende in einer langweiligen Vorlesung. Die einen rissen blöde Witze, die anderen hingegen flüchteten in ihre Innenwelt wie unter einen Schildkrötenpanzer. Und obwohl sich dieser »Unterricht im Garten« rein äußerlich durch nichts von Hunderten vorangegangenen unterschied, war an jenem Morgen Alexanders Stimme für niemanden mehr als ein Hintergrundrauschen. Wie wenn Sanitäter einen, der gleich das Bewusstsein verliert, beschwören, nur ja nicht zu sprechen aufzuhören. Anna merkte den Nachbarn an, dass sie ihrem Vater zwar nicht zuhören wollten, aber insgeheim hofften, er möge nie verstummen – an diesem Morgen hätte Stille bedeutet, zum ersten Mal von Angesicht zu Angesicht einem – seinem – Elefanten gegenüberzustehen …
DEINEDOMINA 2022Genau an dieser Stelle hab ich zu lesen aufgehört! Was für Elefanten? Wieso gleich eine Plage? Vielleicht ist an dem Tag das eine oder andere Tier aus dem Zoo entlaufen, aber das zu einem ganzen Roman aufzublasen und zu behaupten, wir hätten irgendwie nicht bemerkt, dass in jedem Haus ein Elefant war … come on!
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