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Die Invasion Norwegens durch Nazi-Deutschland, die sogenannte "Weserübung Nord", und der darauf folgende Versuch der Befreiung Norwegens durch die Alliierten fand vom 9. April bis zum 10. Juni 1940 statt. Der alliierte Feldzug blieb erfolglos und führte zur Flucht von König Haakon VII. und dem Rest der königlichen Familie nach Großbritannien. Im April kamen das Vereinigte Königreich und Frankreich Norwegen mit einer Auslandsstreitmacht zu Hilfe. Trotz mäßiger Erfolge in den nördlichen Teilen Norwegens wurden die Alliierten schließlich durch den deutschen Überfall auf Frankreich im Mai 1940 zum Rückzug gezwungen, und die norwegische Regierung suchte das Exil. Der Feldzug endete mit der Besetzung Norwegens durch Deutschland und den fortgesetzten Kämpfen der norwegischen Exilkräfte aus dem Ausland. Dieser Band beinhaltet detaillierte Schilderungen der Landungen bei Åndalsnes, sowie der Schlachten um Kvam, Hegra, Gratangen, Vinjesvingen und Nordland.
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Seitenzahl: 59
Veröffentlichungsjahr: 2021
Die Gefechte in Norwegen
Band 4 –––Die Landungen bei Åndalsnes, die Schlachten um Kvam, Hegra, Gratangen, Vinjesvingen und Nordland
Die Gefechte in Norwegen, Band 4
Jazzybee Verlag Jürgen Beck
86450 Altenmünster, Loschberg 9
Deutschland
ISBN: 9783849654467
Cover Design: Von Karl Marth - https://www.flickr.com/photos/arkivinordland/5983920057/in/album-72157627291840604/, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=38551581
www.jazzybee-verlag.de
Die Landungen bei Åndalsnes1
Die Schlacht um Kvam... 6
Die Schlacht um die Festung Hegra. 19
Die Schlacht um Gratangen. 37
Die Gefechte um Vinjesvingen. 42
Die Kämpfe in Nordland. 46
Kartenmaterial63
Die Landungen bei Åndalsnes fanden 1940 in besagtem Ort in Romsdal, Norwegen, während des Norwegenfeldzugs des Zweiten Weltkriegs statt, als nach der deutschen Invasion im April 1940 dort britische Truppen im Rahmen einer Zangenbewegung landeten, um die zentralnorwegische Stadt Trondheim einzunehmen. Der nördliche Arm des Angriffs befand sich in Namsos.
Noch bevor die britische Operation überhaupt begonnen hatte, stieß sie bereits auf eine Vielzahl von Problemen. Nicht nur wurden die Kommandeure beider Landungen, sowohl bei Namsos als auch bei Åndalsnes, mehrfach ausgetauscht, auch die eingesetzten Einheiten ließ man – im Gegensatz zu ihren deutschen Gegnern – völlig unvorbereitet losziehen. Die 148. Infanteriebrigade, angeführt von Brigadegeneral Harold Morgan, gehörte zur 49. (West Riding) Infanteriedivision. Diese Division der Territorialarmee bestand hauptsächlich aus Teilzeitsoldaten, die nicht nur fast alle frisch und unerfahren waren, sondern auch fast überhaupt keine angemessene Ausbildung für die Operation erhalten hatten, in die sie gingen. Sie besaß nur wenige moderne Waffen, und die Brigade war unterbesetzt, da sie nur zwei statt der üblichen drei Infanteriebataillone hatte, was ihr eine Stärke von etwas mehr als 1000 Offizieren und Soldaten verlieh.
Um zu verhindern, dass die Briten ins Landesinnere vordrangen, sprangen am 14. April deutsche Fallschirmjäger über dem Dorf und Eisenbahnknotenpunkt Dombås ab [2].
Der Angriff im Süden begann am 19. April, und Brigadegeneral Morgan geriet umgehend in ernste Schwierigkeiten. Er war sich zunächst nicht sicher, wem er direkt unterstellt war: dem britischen Militärattaché in Norwegen, London, oder ob er einfach nur so weitermachen sollte, wie zuvor angeordnet worden war. Er entschied sich dafür, seinen Befehlen dahingehend zu gehorchen, die Norweger so weit wie möglich zu unterstützen, teilte seine beiden Bataillone auf und verteilte sie entlang der Front. Seine Einheiten wurden dann nach Lillehammer verlegt, um einem deutschen Angriff aus Oslo zu begegnen.
Dieser Angriff erwies sich als katastrophal für die unvorbereiteten, unterbesetzten und schlecht ausgerüsteten Briten, die schwerem Mörserbeschuss ausgesetzt waren, der wiederum den norwegischen Kommandanten zum Rückzug zwang, bei dem viele Soldaten der 148. Brigade mangels Transportmöglichkeiten gefangen genommen wurden. Die Überlebenden, die es geschafft hatten, den Deutschen zu entkommen, sammelten sich am 22. April in Faaberg, nördlich von Lillehammer. Sie wurden dort erneut von den Deutschen angegriffen, die unter Ausnutzung der Artillerieunterstützung viele der britischen Stellungen umgingen und einkreisten, bis sich die 148. Brigade weitere sechzehn Kilometer weiter nördlich nach Tretten zurückzog. Der letzte Angriff erfolgte am Abend des 22. April, als die Deutschen, unterstützt von vier Panzern, denen die Briten keine Schäden zufügen konnten, sie bis nach Heidal zurückdrängten, wo der deutsche Vorstoß endlich anhielt.
Die 148. Brigade war danach auf dreihundert Mann und neun Offiziere reduziert worden, [1] wobei Brigadegeneral Morgan und sein Stab in Lillehammer gefangen genommen wurden.
Generalmajor Bernard Paget erhielt das Kommando über das, was nach der Niederlage von der "Operation Sichel" übriggeblieben war und versuchte vergeblich, Luftunterstützung zu erhalten, bis schließlich nach schweren Verlusten und mangelnder Lufthoheit die britischen Streitkräfte Anfang Mai aus Åndalsnes abgezogen wurden.
In seinem Buch " Blood, Sweat and Arrogance: The Myths of Churchill's War[1]", kritisiert Gordon Corrigan die "Wahnvorstellungen" der Royal Navy und den Glauben, dass jeder Ausbruch von Schiffen ein Versuch gewesen sei, den Atlantik zu erreichen. Ebenso kritisiert er Churchills Entscheidung, die 146. und 148. Brigade abzuspalten, als "Eselei höchsten Grades ", und verweist darauf, dass die Briten die Einheiten bereits über den Angriff auf Narvik instruiert hatten. Er ist auch der Meinung, dass sich die Generäle und Admirale Churchill viel stärker hätten widersetzen sollen als sie es getan haben.
1. Gordon Corrigan (29. November 2012). Blood, Sweat and Arrogance: The Myths of Churchill's War. Orion. ISBN 978-1-78022-555-5.
2. Bjørn Jervaas. "The Fallschirmjäger Battle at Dombaas". (http://www.nuav.net/fallschirm.html).
Geografische Lage von Åndalsnes
Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende, SRTM | Kartendarstellung: © OpenTopoMap (CC-BY-SA)
Umgebung von Åndalsnes
Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende, SRTM | Kartendarstellung: © OpenTopoMap (CC-BY-SA)
Die Schlacht um Kvam fand am 25. und 26. April 1940 im Gudbrandsdal im Dorf Kvam, Oppland, Norwegen, zwischen britischen, norwegischen und deutschen Truppen statt. Die Deutschen rückten schnell das Flusstal entlang nach Norden vor, um Zentralnorwegen zu erobern. Während der Schlacht hielten Soldaten des 1. Bataillons des York-und-Lancaster-Regiments, sowie des 1. Bataillons der King's Own Yorkshire Leichten Infanterie (KOYLI), zusammen mit ihren norwegischen Gefährten eine schnell vorrückende deutsche Armee zwei Tage lang in Schach. Es war eine der am härtesten geführten Schlachten des Norwegenfeldzugs.
Die deutsche Invasion Norwegens begann am 9. April 1940. Es war die erste kombinierte Operation von Land-, See- und Luftstreitkräften. [1] Die Deutschen begannen damit, die großen Häfen Norwegens zu erobern, und bewegten sich nach der Erreichung dieser Ziele ins Landesinnere. [2] Schon zu Beginn der Invasion floh König Haakon, um einer Gefangennahme durch die Deutschen zu entkommen. Er und seine Frau, Kronprinzessin Martha, machten sich mit ihren Kindern, darunter Kronprinz Olav, auf den Weg nach Osten in Richtung Hamar im Gudbrandsdal. [3] Als die Nachricht von ihrer Flucht das deutsche Oberkommando erreichte, befahlen sie hundert gut ausgebildeten deutschen Fallschirmjägern, die königliche Familie und Beamten der norwegischen Regierung zu jagen. Infolgedessen musste die königliche Familie sich ständig irgendwo zwischen dem Gudbrandsdal und der schwedischen Grenze bewegen. [2] Während der König und seine Familie es schließlich ins neutrale Schweden schafften, folgte ein größerer, mechanisierter deutscher Verband den Fallschirmjägern und bewegte sich langsam im Gudbrandsdal nach Norden in Richtung Otta. [3]
Die britische Truppe bestand aus Teilen des 1. Bataillons des York-und-Lancaster-Regiments, sowie des 1. Bataillons der King's Own Yorkshire Leichten Infanterie (KOYLI). Sie war in der Nacht vom 23. auf den 24. April in Åndalsnes angelandet worden. In dieser Nacht war die Schlacht bereits verloren und die Briten zogen sich angesichts des deutschen Vormarsches ins Gudbrandsdal zurück. [4] Der Kommandeur der norwegischen Streitkräfte, Generalmajor Otto Ruge, hatte die britischen Befehlshaber bereits darüber in Kenntnis gesetzt, dass seine Truppen völlig erschöpft waren und alle Verteidigungslinien im Gudbrandsdal kurz vor dem Zusammenbruch standen. [5]
Oberstleutnant E.E.E Cass befehligte das 1. Bataillon der KOYLI, das sich auf dem Schienenweg schnell in Richtung Kvam bewegte. [6] Es kam in den frühen Morgenstunden des 25. Juni dort an und traf auf norwegische und britische Soldaten, die sich auf dem Rückzug vor deutschen Truppen bei Ringebu im Süden befanden. [7]
Topographie von Kvam
