Die Geschöpfe des Malers - Eva Russ - E-Book

Die Geschöpfe des Malers E-Book

Eva Russ

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Beschreibung

Eine Reise in das Ich. Alle Bilder entstehen im Kopf ihres Schöpfers, des Malers. Mit kräftigen Pinselstrichen vollendet er seine Werke und ist doch nur der willfährige Handlanger eines viel größeren Schöpfers.Der wiederum u.s.w.....

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Veröffentlichungsjahr: 2012

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Eva Russ

Die Geschöpfe des Malers

BookRix GmbH & Co. KG81371 München

Prolog

Die Kammern der Erinnerung. Ich halte sie gefangen in den Kammern meines Schädels und nur selten lasse ich sie ans Licht. Unter dem Birnbaum, das hellgrüne Gras mit den bloßen Füßen und im Hinaufschauen das flirrende Blätterdach übersät mit Schneeweißchen und Rosenrot. Prinzessinnenspiel. Am Grab des Sperlings. Bedeckt mit den tiefroten Blüten der Heckenrose, steht auf dem Stein mit ungelenker Kinderschönschrift:

Hier ruht der Spatz, verlassen von seinen Eltern, von mir gefunden jetzt tot!“

Der alte Holzschuppen, Ort der Unheimlichkeiten und der Gerüche. Beim Eintreten moderdumpfe Dunkelheit. Von hinten aus dem alten Ziegenstall ein staubtanzender Lichtbalken durch ein kleines, schmutzverkrustetes Fenster. Ein alter Leiterwagen und zahllose Bretter. Der Geruch nach Staub, Holz und Blut. Früher, vor langer Zeit hingen noch die Hasenpfoten an der Wand und der abgehackte Hühnerschädel lag neben dem Hackstock. Stumme Anklage. Da ist die Leiter, die hinaufführt unter die Dachsparren, wo noch Heu und Stroh liegen und nur den Katzen als Bett für Liebesspiele und Geburten dienen. Am Bretterzaun hängend, schon zum fünften Mal an diesem Vormittag, Unverständnis für das Schlafbedürfnis anderer Kinder, beobachte ich das Treiben am Nachbarhof. Die andere Mutter, hantiert am Brunnen mit Eimern und Kannen. Ihr stakkatofrohes Lachen das über drei Häuser hinweg zu mir schallt. Sommerhitze und Ferienglück mit Eis, aus der unbewachten Einkaufstasche entwendet. Heimlich aufgegessen mit drei Freunden. Schelte bekommen und beinahe eine Ohrfeige. Der Koffer vom Dachboden, vollgestopft mit alten Kleidern und einem Stapel vergilbter Filmstarpostkarten aus den „Fünfzigern“. Lieblingsspielzeug. Kunst der Verwandlung. Lilo Pulver und Marika Röck in Kleidern meiner Großmutter. Kleine Füße in zu großen Schuhen mit Klapperabsätzen und Stepptanz auf den Fliesen des Badezimmerbodens, bis die Oma verzweifelt Einhalt gebietet. Tiefroter Lippenstift auf Kindermund und zwei Kokosnusshälften als Busen. Feine Dame und Dienstmädchen und die Männer dazu gibt es im Kartenformat, nur in Schwarz-Weiß;