Die Himmelsstiege - Marion Huber - E-Book

Die Himmelsstiege E-Book

Marion Huber

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Beschreibung

Lassen Sie sich in fünf Geschichten begeistern von Ron Budler, der auf einer Berghütte eine Bewusstseinserweiterung erfährt und diese in seiner Heimatstadt umsetzen muss, von Chloe Raspen, die als Nobelprostituierte in New York gearbeitet hat und sich in der Upper Class von Manhattan behauptet, von Agnes Chelseour, für die sich nach 35 Jahren eine Weissagung aus Delphi erfüllen soll, von Sansarah Petkins, die einen reichen Hotelier sein siebentes Hotel nicht auf ihrem Grundstück am indischen Ozean bauen lassen will und von Denis, dem mit einer neuen Pflanzenspezies aus der Antarktis außergewöhnliches für die Umwelt gelingt. Ein himmlisches Lesevergnügen erwartet Sie.

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Seitenzahl: 140

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Marion Huber

Die Himmelsstiege

und weitere Erzählungen

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

STAIRWAY TO HEAVEN

D A S H U R E N N E S T

D E L P H I

T O L D E M

C L E A N D E R

Impressum neobooks

STAIRWAY TO HEAVEN

Ich danke Gott für seine Begleitung zu diesem Buch und dafür, dass er mich erwählt hat, dieses Buch zu schreiben.

Ich danke Gott für alle Erkenntnisse, die zu diesem Buch geführt haben.

Ich danke meinen Kindern für ihre Geduld mit mir.

Stairway to Heaven heißt Himmelsstiege

Ich danke Gott für seine Begleitung zu diesem Buch und dafür, dass er mich erwählt hat, dieses Buch zu schreiben.

Ich danke Gott für alle Erkenntnisse, die zu diesem Buch geführt haben.

Ich danke meinen Kindern für ihre Geduld mit mir.

Ron lag im Dreck - der Schlamm war um ihn, es regnete und das Wasser floss an ihm herab. Er hatte sich hochgeschleppt bis zu dem Punkt, als ihn das Gewitter auf dem Berg überraschte. Seine langen Haare klatschten ihm ins Gesicht. Das Aufstehen kostete so viel Kraft.

Ein Blitz hatte eingeschlagen und er war geflogen, an das konnte er sich noch erinnern.

Er wollte ja eigentlich die Hütte am Ende des Weges mit der blauen Markierung erreichen - der Weg galt als ungefährlich. Jetzt war er da gelegen und nur mühsam konnte er sich durch den Schlamm fortbewegen.

Eine Mure war da abgegangen - riesige Steine machten ihm das Weiterkommen noch schwerer.

Bis zur Hütte waren es bei guten Wetterverhältnissen noch etwa zwanzig Minuten - aber das?

Vor ihm lag ein umgefallener Baum - irgendwie schaffte er es mit seinen klatschnassen Kleidern über diesen Baumriesen. An seinen Fingern klebte das Harz. Noch ein paar Meter und der Weg war frei.

Rons Schuhe steckten im Schlamm und er reinigte sie so gut er konnte im Wasser, das den Berg herunterfloss.

So schnell das Gewitter gekommen war, so schnell verzog es sich wieder.

Ron setzte sich ins nasse Gras und wischte sich den Schlamm mit nassen Blättern vom Gesicht und von den Händen.

Er fühlte sich jetzt etwas kräftiger und er traute sich das letzte Stück des alpinen Weges zu.

Da und dort schossen kleine Bächlein die Wiesen hinab und zeugten davon welche Regenfluten eben noch abgegangen waren.

Er betrat die Hütte. Ein paar Männer starrten ihn an - machten eine Pause beim Kartenspielen.

“Jessas Gott”, die Wirtin stieß einen Aufschrei aus, als sie Ron erblickte. Sie nahm ihm seine Tasche ab, er sollte sich erst einmal setzen. Dann breitete sie trockene Tücher aus und wischte den Schlamm von ihm ab so gut sie konnte.

Sie führte ihn hinaus zur Regenrinne. Dort sollte er sich zunächst mal waschen.

Durch einen Hintereingang brachte sie ihn in sein Zimmer. Immer noch wischte sie nach jedem seiner Schritte den Boden.

Sein Zimmer war geräumig und hell.

Er nahm ein Bad. Im warmen Wasser entspannte er sich. Er schloss die Augen und lehnte sich in der Wanne zurück. Noch einmal sah er vor sich den Blitz, wie er etwa fünfzig Meter von ihm entfernt eingeschlagen hatte - einfach in die Wiese - und dann war er weggeschleudert worden. Seine Muskeln hatten sich verkrampft und er hatte nur zusehen können, wie direkt neben ihm die Mure abgegangen war.

Überlebt - er hatte es ja überlebt - und so dachte er an sein Leben jenseits dieses Berges. Er dachte an die Schwierigkeiten, die er in letzter Zeit mit seiner Frau Sarah hatte, an seine Töchter Emily und Erika, an seinen Job im Autofachhandel, an seinen Boss, der immer bessere Verkaufszahlen forderte und daran, dass er sich ein paar Tage freigemacht hatte für einen Aufenthalt in dieser Hütte, um sich mal richtig auszuspannen, die Natur zu genießen, wandern zu gehen, in der Sonne zu liegen und dann passiert das.

Er stieg aus der Wanne und trocknete sich ab, dann nahm er seine Kleider und hängte sie im Badezimmer auf. Alle Kleider waren nass, auch die aus der Tasche. Es blieb ihm das trockene Handtuch, das er um seinen Körper geschlungen hatte.

Er war ein stattlicher, großer Mann mit einem gut trainierten Körper, breiten Schultern, langen schwarzen Haaren - er liebte Sport -Tennis, Schwimmen, Surfen. Er ging auch mal zum Fußball, aber immer wieder verschlug es ihn in die Berge. Das stundenlange Gehen hatte etwas Meditatives für ihn.

Die Beziehung zu seiner Frau war auch nicht mehr das, was ihm alles geben konnte. Er hatte Sex zwar geliebt, aber auch das war für ihn nicht mehr so erfüllend wie früher.

Ron suchte nach seiner Befriedigung und die vermutete er in Zukunft woanders und dazu sollten ihm die paar Tage auf dem Berg weg vom Alltag helfen.

Er legte sich aufs Bett. Das Kissen duftete frisch gewaschen und die Tuchent war weich. Angenehm fühlte sich das an.

Die Wirtin klopfte an und brachte Ron einen frischen Tee aus Bergpflanzen und einen Schnaps. Er war dankbar für den Tee, der ihm für sein Unwohlsein nach dem Bergerlebnis half. Den Schnaps lehnte er ab. Er trank keinen Alkohol.

Schon als Jugendlicher hatte er sich ferngehalten von Drogen und Alkohol. Es ging ja auch so ganz gut.

Überhaupt hatte er versucht, ein gutes Leben zu führen. Mädchen, ja die gab es schon, er war ja nicht unhübsch. Hobbies, ja, schnelle Autos, die hatten es ihm angetan. Er gab sein Geld liebend gern für seine Wägen aus. Einer wie der andere stand blitzplank geputzt da und so hatte er sein Hobby zum Beruf gemacht. Er verkaufte Luxuslimousinen. Schließlich verstand er was davon.

Er und seine Familie hatten ganz gut davon gelebt.

Nun war er fünfzig und er spürte in sich den Drang, mehr zu erreichen.

Ron war in einer katholischen Privatschule groß geworden und seine Eltern waren sehr streng gewesen. Sein Vater hatte ihn misshandelt, wenn er wieder einmal unzufrieden mit seinem Job war, die Mutter sagte nur, er solle das Beste aus seinem Leben machen und so schnell, wie möglich, auf eigenen Beinen stehen. Das hatte er getan.

Er stand auf und blickte aus dem kleinen Hüttenfenster. Er atmete die kühle Bergluft.

Der Himmel war blau und nur noch ein paar Wolken erinnerten an das vorbei gegangene Gewitter.

Er wäre ja gern in die Wirtsstube gegangen, aber nur mit einem Handtuch bekleidet war das nicht möglich.

So setzte er sich auf einen Holzsessel in seinem Zimmer und gab seine Beine auf den Tisch. Er begann sie sanft zu massieren. Das tat ihm gut - ein tiefer Seufzer entkam ihm.

Er hatte sich in seinem Leben immer sicher gefühlt und auch dieses Erlebnis auf dem Berg hatte daran nichts ändern können.

Erschöpft und dankbar, überlebt zu haben, schlief er an diesem Abend ein und er fragte sich, was diese Tage auf dem Berg ihm wohl noch bringen würden.

Mit viel Sonnenschein im Gesicht wachte er am nächsten Morgen auf. Er genoss es, trockene Kleider zu tragen und suchte erst mal die Wirtsstube auf , um ein leichtes Frühstück zu sich zu nehmen.

Nach Wandern war ihm nach dem gestrigen Bergerlebnis nicht zumute - es war ihm eher danach, sich auf der Hütte etwas auszuruhen und zwar auf einer Bank in der Sonne.

Der Blick über das umliegende Bergland war umwerfend.

Ron stand auf und streckte sich. Mit einem lauten Schrei ließ er den letzten Rest an Verspannung, der noch in ihm war, heraus.

Er ging zu einem nahegelegenen Brunnen und wusch sich das Gesicht. Als er sich wieder aufrichtete, entdeckte er eine Gruppe von Leuten, die den Weg, auf dem er gestern gekommen war, entlang gingen. Sie waren etwas dunkelhäutiger als Ron.

“ Hallo, ich bin Bodhi “, begrüßte ihn ein kleiner Inder. ” Sind noch Zimmer frei ? Und sehen Sie sich mal unsere Schuhe an. Wir mussten durch einen ziemlich tiefen Schlamm, um hier herauf zu kommen.”

“ Ich bin nicht der Wirt “, antwortete Ron, “ aber Ihre Schuhe können Sie hier am Brunnen waschen. Ich habe gestern von einem Unwetter hier genug abbekommen, glauben Sie mir.”

“ Erzählen Sie mir später davon “, meinte Bodhi, wischte an seinen Schuhen herum und huschte in die Hütte, um für sich und seine Begleiter Zimmer zu organisieren.

Das Mittagessen fand im Freien statt. Man konnte den Kühen beim Grasen zusehen.

“ Also du bist aus der Gegend hier “, fragte Bodhi.

“ Ja”, sagte Ron und erzählte ihm von seinem Anliegen, hier auf der Hütte Ruhe, Entspannung und etwas zu finden, das ihm die gewünschte Befriedigung verschaffen würde.

Bodhi betrachtete Ron aufmerksam. “ Mir ist ganz klar, was du willst.”, meinte der kleine Inder, “ Du willst wissen , wer du bist.”

“ Was soll das heißen, ich will wissen, wer ich bin - ich weiss, wer ich bin. Ich heisse Ron Budler, bin fünfzig Jahre alt, habe eine Frau und Kinder, einen Beruf , ein Haus, einen Garten, ein paar Freunde und ……”

“ Und dennoch bist du hier heroben und suchst nach deiner Befriedigung.”, grinste Bodhi.

Das Grinsen machte Ron etwas wütend. Er fühlte sich, als wäre er hier einem Lehrer begegnet.

“ Du willst wissen, woher du kommst und wohin du gehst. “, schmunzelte Bodhi, “ Das ist eine Frage, die sich viele Leute in deinem Alter stellen.”

Schon wieder etwas, das Ron wütend machte. Was sollte das heißen, in seinem Alter? “ Ich fühle mich jung.”

“Ja du fühlst dich jung, aber du sehnst dich danach zu reifen.”

“ Der Inder hat recht “, dachte Ron.

Er blickte in die freundlichen Augen des weisen Inders.

“ Wir werden dir helfen.” , lächelte Bodhi.

Er nahm seinen Teller und brachte ihn der Wirtin in die Wirtsstube. Dann setzte er sich zu Ron. Er klopfte ihm auf die Schulter. “ Ja, ja mein Freund, wir sind hier genau richtig. Komm, gehen wir ein Stück.”

Ron ging sehr vorsichtig. Er erzählte dem Inder von seinen Eltern, von seinem Beruf, von seiner Familie und von den Schwierigkeiten, die er in letzter Zeit mit seiner Frau Sarah gehabt hatte.

“ Das Leben mit ihr hat dich eine Zeit lang zufrieden gemacht, doch jetzt kommst du drauf, dass da noch mehr ist, was du willst. Du bist erwacht und nicht umsonst triffst du mich - ich bin Bodhi - das Erwachen und erwachte Leute wissen, wer sie sind und sie wissen um Gott.”

“Und wie, bitte, möchtest du mich dazu bringen, dass ich weiss, wer ich bin?”, fragte Ron.

“ Das lass meine Sache sein “, antwortete Bodhi. Er ging in sein Zimmer.

Für Ron hatte soeben etwas Neues begonnen. Er setzte sich auf die Bank vor der Hütte und blickte ins Tal. Das war also noch nicht alles.

Bodhi erschien mit einer Flasche Öl. “ Leg dich auf die Bank “, kicherte er. Sanft massierte er Rons Stirn. Was für eine Wohltat - immer mehr entspannte sich Ron. Da sah er plötzlich wieder das Licht des Blitzes, der ihn gestern beinahe getroffen hatte und dann sah er einen Mann mit langen Haaren, der in einem Getümmel von schreienden Menschen mit einem Schwert um sich schlug. “ Oh du meine Güte “, fuhr er hoch, “ Was habe ich da gesehen? Bodhi, da war dieser Mann, er hat Leute erschlagen.”

Bodhi ließ ihn schweigend gewähren. Er nickte.

“Was war das “, schrie Ron, “Bodhi.” Er blickte in die Augen des Inders. “ War das etwa ich? Ich soll so etwas getan haben ?”

“ Hast du Schwierigkeiten mit deinem Vater gehabt ?”, wollte Bodhi wissen.

“ Ja, er war brutal.”, da stockte Ron. Sein Vater war von einer Brutalität gewesen, wie sie Ron bei dem Mann mit dem Schwert gesehen hatte. “ Ich soll so etwas getan haben? Ich, der immer versucht hat ein gutes Leben zu leben?”

Eine Frau gesellte sich zu ihnen.” Das ist Amisha “, stellte Bodhi sie vor.” Sie wird dir einiges erklären.”

Amisha nahm sanft Rons Hand. Er zitterte. Was würde da wieder auf ihn zukommen?

Ron erkannte plötzlich, dass die Gewalt seines Vaters seine eigene aus einem früheren Leben gewesen war. Er bedauerte und bereute aufrichtig, was er in seinem vergangenen Leben getan hatte. Er entschuldigte sich bei jedem, dem er Gewalt angetan hatte. Er bat um Verzeihung.

Amisha hielt seine Hand und blickte ihn liebevoll an. “ Sie wird dir gewährt. Ich bin Amisha, die Reine , die Wahrhaftige, die Ehrliche.”

Da erkannte Ron seine Mutter, die immer an ihn geglaubt hatte, die wollte, dass er weiterkomme, die ihn ermunterte, ein gutes Leben zu führen.

“ Du hast dir bevor du gekommen bist, deine Eltern ausgesucht um zu reifen.”, lächelte Amisha und ging mit dem sanften Gang einer indischen Frau in die Hütte. Ihr langes Haar wehte im Wind.

Ron blickte über das Land. Das war mehr, als er jemals erwartet hatte.

Für heute hatte er genug. Er legte sich in sein Zimmer und schlief stundenlang.

“Das Gebot “, fuhr er plötzlich aus dem Bett hoch,” das ist Gottes Gebot. Du sollst Vater und Mutter ehren. Was auch immer sie dir antun - du hast sie gewählt, um dich zu entwickeln. Du hast sie gewählt, um alte Lasten loszuwerden, um Verzeihung zu erfahren. Das ist ja großartig.” Er fühlte tiefe Dankbarkeit in sich, dann hatte er eine gute Nacht mit tiefem Schlaf.

Er traf sich am Vormittag mit den Indern vor der Hütte. “Wir machen eine kleine Wanderung, kommst du mit ?”, fragte Bodhi.

“ Wohin soll es denn gehen?”, erkundigte sich Ron.

“Wir schauen mal, ob schon mit Aufräumarbeiten begonnen wurde.”

Ron willigte ein und bei dem Gedanken an das Wegstück wurde ihm etwas mulmig.

Der Schlamm war fest geworden und der Platz, auf dem die Mure abgegangen war hatte sich nicht viel verändert.

Wieder auf der Hütte wurde Ron erst mal klar, dass die Aufräumarbeiten länger dauern könnten als sein geplanter Aufenthalt. Vielleicht sogar Wochen - aber man konnte durch das schlammige Stück hindurch, das hatten die Inder bewiesen.

Die Wirtin beruhigte Ron. Es werde zwar einige Tage dauern, aber nicht allzu lange.

“ Wie hast du heute geschlafen?”, fragte einer von Bodhis Begleitern, der schon etwas älter war.

“Ausgezeichnet “, sagte Ron und wollte wissen, was für eine Überraschung sich diesmal für ihn bot. ”Ich kenne deinen Namen “, sagte er zu dem Inder, “Du heißt Amepreet. Diesmal frage ich dich, was er bedeutet.”

Der Inder lächelte. “Friede und Liebe, Ron. Du hast deinen Frieden gefunden.”

Ron dankte Gott für seine Begegnungen. Er spürte eine tiefe Zufriedenheit in sich und er wanderte um die Hütte herum. Am Brunnen nahm er sich vom Wasser. Er blickte dorthin, wo er die Inder zum ersten Mal gesehen hatte. Was hatte sich in der Zwischenzeit alles ereignet .

Er dachte an seine Kinder. Was für eine Freude war es für ihn und was für eine Ehre, dass sie ausgerechnet ihn zum Vater gewählt hatten. Er wollte noch viel sorgsamer mit ihnen umgehen, wenn er wieder im Tal war. Und seine Frau, wie sehr bewunderte er sie für ihre Hingabe an Beruf und Haushalt. Wie dankbar war er ihr dafür, dass sie das alles schaffte.

Eigentlich wollte er schon bald wieder in sein Haus, doch irgendetwas hielt ihn noch auf dem Berg.

Er erblickte einen Grashalm, der gerade Samen trug. Der Wind blies ein paar Samen ins umliegende Gras. “Ein Wunder “, dachte Ron, “wie aus so einem kleinen Korn so etwas Großes entstehen kann.” Nachdenklich schaute er sich um. Amepreet und Amisha gesellten sich zu ihm.” Wir verraten dir noch etwas”, lachten die beiden, “ Gott spricht zu uns durch Menschen.”

Ron wurde ganz eigenartig zumute. Er erblickte eine Blume, die gerade absamte. Schon wieder - der Same, der aufgeht.

Da begegnete er Ayush. “ Du fragst dich nach deinem Lebensweg “, sagte Ayush. Ron blickte in seine ernsten Augen.

“ Ich bin Ayush, das Alter, der Lebensweg.”

Ron nickte. Es war wohl seines, Vater zu sein und Ehemann, Autos zu verkaufen, Freunde zu haben….Das war wohl seines, all diese Dinge zu tun, die er getan hatte, bevor er in diese Hütte gekommen war. Nur wusste er jetzt, dass er genau dort gebraucht wurde, dass es keiner großen Abenteuer mehr bedurfte, die noch zu bestehen waren, dass er friedlich sein Leben leben durfte und er war dankbar.

Er genoss den Abend vor der Hütte. Es war einer dieser besonders schönen, lauen Sommerabende. Der Wind streifte über die Wiese, Schmetterlinge tanzten in der Luft. Das war es doch, was er sich gewünscht hatte - Frieden und den vollen Genuss.

Dankbar ging er zu Bett und er hatte eine ruhige Nacht.

Am nächsten Morgen entschied er, nur noch ein oder zwei Tage auf der Hütte zu bleiben. Er wollte wieder in seine Stadt, zu seiner Familie und die Arbeit wieder aufnehmen.

Bodhi begrüßte Ron vor dem Eingang zur Hütte. “ Dir geht es gut, das sieht man.”

“ Ja”, antwortete Ron und streckte sich. Mit der rechten Hand holte er aus und Bodhis und seine Hand trafen sich in der Luft. “ Danke mein Freund. Ich werde heute oder morgen wieder in die Stadt wandern.”

Bodhi grinste. Es war dieses Grinsen, das Ron immer etwas wütend machte. Was wollte er jetzt schon wieder?