Erhalten Sie Zugang zu diesem und mehr als 300000 Büchern ab EUR 5,99 monatlich.
Der Samaveda (Sanskrit, samaveda, wörtl.: "Wissen von den Gesängen") ist einer der vier Veden, der heiligen Texte des Hinduismus. Bei den Hymnen handelt es sich zu großen Teilen um eine Auswahl aus dem Rigveda, allerdings angepasst an die liturgischen Melodien des Zeremoniells. Die ältesten Teile des Samaveda werden auf ca. 1000 v. Chr. datiert. (aus wikipedia.de)
Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:
Seitenzahl: 167
Veröffentlichungsjahr: 2012
Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:
Die Hymnen des Sâma-Veda
Übersetzung von Theodor Benfey (1809-1881)
Inhalt:
Erster Theil.
Erste Vorlesung.
Erste Abtheilung.
Zweite Abtheilung.
Zweite Vorlesung.
Erste Abtheilung.
Zweite Abtheilung.
Dritte Vorlesung.
Erste Abtheilung.
Zweite Abtheilung.
Vierte Vorlesung.
Erste Abtheilung.
Zweite Abtheilung.
Fünfte Vorlesung.
Erste Abtheilung.
Zweite Abtheilung.
Sechste Vorlesung.
Erste Abtheilung.
Zweite Abtheilung.
Zweiter Theil.
Erste Vorlesung (oder erstes Studium).
Erste Abtheilung.
Zweite Abtheilung (oder zweites Studium).
Zweite Vorlesung (Drittes Studium).
Erste Abtheilung.
Zweite Abtheilung (Viertes Studium).
Dritte Vorlesung (Fünftes Studium).
Erste Abtheilung.
Zweite Abtheilung (Sechstes Studium).
Vierte Vorlesung (Siebentes Studium).
Erste Abtheilung.
Zweite Abtheilung (Achtes Studium).
Fünfte Vorlesung (Neuntes Studium).
Erste Abtheilung.
Zweite Abtheilung (Zehntes Studium).
Sechste Vorlesung (Eilftes Studium.)
Erste Abtheilung.
Zweite Abtheilung (Zwölftes Studium).
Dritte Abtheilung (Dreizehntes Studium).
Siebente Vorlesung (Vierzehntes Studium).
Erste Abtheilung.
Zweite Abtheilung (Funfzehntes Studium).
Dritte Abtheilung (Sechszehntes Studium).
Achte Vorlesung (Siebenzehntes Studium).
Erste Abtheilung.
Zweite Abtheilung (Achtzehntes Studium).
Dritte Abtheilung (Neunzehntes Studium).
Neunte Vorlesung (Zwanzigstes Studium).
Erste Abtheilung.
Zweite Abtheilung.
Dritte Abtheilung (Ein und zwanzigsten Studium).
Die Hymnen des Sama Veda, Theodor Benfey
Jazzybee Verlag Jürgen Beck
Loschberg 9
86450 Altenmünster
ISBN: 9783849600006
www.jazzybee-verlag.de
Erste Dekade.
1. Agni! komme zum Mahl herbei, zur Opferspende unter Lobgesang; als Opfrer sitz' auf dem Altar.
2. Du, o Agni! bist eingesetzt, als Opfrer jeder Darbringung, von den Göttern im Menschenstamm.
3. Agni ehren, den Boten, wir, den allbesitzenden Opfrer, den schön diess Werk vollziehenden.
4. Agni zerschmettre der Feinde Schaar, beutelustig aus Preisbegehr, entzündet, strahlend, opferversehn.
5. Euren höchstgeliebten Gast preis' ich wie einen lieben Freund, Agni, wie ein schatzreich Gespann.
6. Du, o Agni! mit grosser Macht schütze vor jedem Bösen uns und vor feindlichem Manne.
7. O komm! schön will ich singen dir, o Agni! treu auch andren Sang; durch diese Indutränk' erstark.
8. Deinen Sinn zieh Vatsa her vom allererhabendsten Himmel selbst; Agni! dich lieb ich mit Lobgesang.
9. Dich Agni! hat durch Reiben gezeugt Atharvan ob der ernährenden, dem Haupte alles Opfernden.
10. Agni! Erleuchter! bring herbei zu gewalt'ger Hülfe uns; denn Gottheit bist du sichtbar uns.
Zweite Dekade.
1. Preislieder, Agni! deiner Kraft singen die Menschen, o Leuchtender! den Bösen peinige mit Macht.
2. Euren Boten den allbesitzenden, den Opferentführer, unsterblichen, ehrwürd'gen preis' ich mit Lobgesang.
3. Verschwisterte Lieder erheben sich, vielrühmende, opfervollbringende, zu dir empor im Windesstrom.
4. Dir, o Agni! Verscheucher der Nacht! nahen mit Andacht Tag für Tag, Ehrfurcht dir darbringend, wir.
5. Preiskundiger! drum stimme an, dem Hochzuehrenden Haus für Haus, ein herrlich Loblied dem Rudra.
6. Zum schönen Opferfeste wirst gerufen du, zum Trank der Milch; o Agni! mit den Maruts, komm.
7. Dich zu rühmen mit Verehrung, Agni! ein langschweifig Ross gleichsam, dich der Opfrer Allgebieter.
8. Wie Aurva und Bhrigu rufe ich, wie Apnavâna den Strahlenden an, Agni, den Meerumkleideten.
9. Agni entzündend, frommen Sinns, vollzieht der Mensch den Opferbrauch; Agni entzünd ich mit leuchtenden.
10. Darauf erblicken den leuchtenden Glanz des ewigen Saamens sie, welcher vorn am Himmel strahlt.
Dritte Dekade.
1. Eurem Agni, dem Segnenden, ihm dem Opferversehendsten, dem stärkereichen Enkel zu.
2. Agni mit scharfem Glanze mag nieder bändigen jeden Feind; Agni mag spenden Reichthum uns!
3. Agni! segne, gross bist du; komm zum götterliebenden Volk; du kommst zu sitzen auf dem Opfergrass.
4. Agni! schütze vor Bosheit uns mit deinen heissesten Flammen, o Gott! verbrenne ewig jeden Feind.
5. Agni! schirre die Rosse an, welche, o Gott! dir treffliche sind; eilig bringen die Raschen dich.
6. Nieder, Erwünschter, Hausherrschender, setzen wir dich den strahlenden, heldreichen, Agni! Beopferter!
7. Agni, das Haupt, des Himmels Dom, und der Erde Gebieter zugleich, mehret des Wassers Saamenfluth.
8. Schön mögst du diese unsre Spende, den allerneusten Lobgesang, Agni! den Göttern verkündigen!
9. Dich erzeugte durch Lobgesang, Agni, Angiras! Gopavana; du, Reiniger! hör unsren Ruf!
10. Agni, der Weise, der Herr der Kraft, hat die Opfer umschritten rings, Schätze spendend dem Opfernden.
11. Den Reichthum zeugenden führen nun, den leuchtenden die Strahlen auf; auf dass jeder die Sonn' erblickt.
12. Den Weisen, Agni, erheb mit Sang beim Opfer, den wahrhaft Gerechtesten, den Gott, den Leidvertilgenden.
13. Heil mögen sein die Göttinnen uns, zum Schutze uns und Heil zum Trunk! Heil und Segen strömen sie uns!
14. Wessen Bräuche verherrlichst du, Herr der Guten, in Fülle nun? – des Lobsang dir beim Opfer tönt.
Vierte Dekade.
1. In Opfer für Opfer eurem Agni, durch Sang für Sang dem Kräftigen, hoch hoch wolln wir den ewigen Reichthum zeugenden, singen wie einen lieben Freund!
2. Schütze Agni! durch eines uns; und durch das zweite schütze uns! beschütze durch drei Loblieder uns, Herr der Kraft! beschütz o Guter uns durch vier!
3. O Agni! durch grosse Flammengluth, o Gott! durch reinen Strahlenglanz, o ewig Junger! in Bharadwaja entflammt, leuchte reich uns, o Reiniger!
4. Dir o Agni! schöngeopferter! sei befreundet der Weisen Schaar, welche schätzebegabt, Beschenker der Männer, Heerden vertheilen von Kühen.
5. Agni! Verherrlicher! Hausherr, verbrennend, o Gott! die Rakschasa's, stets bei uns weilend, Hausgebieter, bist du gross! des Himmels Hüter, des Herdes Hort!
6. Agni, Erleuchter! bringe heut, Unsterblicher! des Morgenroths herrlichen Schatz, o Reichthumzeuger! dem Opfernden, die früherwachenden Götter herbei!
7. Du, o Herrlicher, uns zu Nutz, Guter! treibe Geschenke her; du bist, o Agni! Wagenführer dieses Guts; spende in Fülle nun unserm Spross!
8. Denn du bist mächtig, umfassend du! Agni! Schützer! bist weise, wahr; dich, o Entflammter! Leuchtender! verherrlichen, die Priester, Opferordner.
9. Schenke, o Agni! Schätze uns, Reiniger! lebenvermehrende, preiswürdige, o Zumesser! vielerwünschbare, durch Tugend vielberühmtere!
10. Zu ihm, der alle Schätze theilt, der Menschen segnender Opferer, gleichwie des Methes erste Becher steiget auf zu ihm, zu Agni, unsrer Lieder Sang!
Fünfte Dekade.
1. Mit dieser Andacht flehe ich zu eurem Agni, Sohn der Kraft, lieben, weisesten rastlosen, schönopfernden, Boten des Alls, dem unsterblichen.
2. Du liegst in den Fluthen, den Müttern; dich entzünden die Sterblichen; ohne Verzug entführst du die Opfer des Opfernden; leuchtest unter den Göttern gleich.
3. Aufleuchtet der Heilkundigste, in welchem die Werke dar man bringt; schön steiget auf zu dem gezeugten, Fromme segnenden, zum Agni unser Lobgesang.
4. Agni ist im Sang vorangestellt! im Opfer die Steine und heilige Streu! mit Lied fleh ich, o Maruts! o des Gebetes Herr! o Götter! um erhabnen Schutz!
5. Den Agni mache geneigt zu Schutz, mit Liedern, den Blitzleuchtenden! Agni zu Spende, Purumidha! den Hort des Manns; Agni ist des Sudîti Hort.
6. Hör, ohrspendender Agni! sammt den stürmend begleitenden Göttern; es setzt sich Mitra, Aryama auf die Opferstreu beim Opfer sammt den frühwandelnden.
7. Des Divodâsa's Agni, ein Gott, wie Indra an Gewalt, ist vor-, der Mutter Erde nach-, und aufgeeilt und stehet in des Himmels Dom.
8. Ob über der Erd', ob Himmelszelt, über dem hohen, dem leuchtenden, verherrlicht sei durch diess mein lautes Lied, o Herr! gieb Segen den Geschöpfen all!
9. Dass, Agni, liebend die Fluthen du, in die Wasser, die Mütter gingst, diese deine Heimkehr, ist zu vergessen nicht, dass fern seiend du bei uns seist.
10. Eingesetzt, Agni! hat Manu dich, ein Glanz für jeden Sterblichen; in Kanva leuchtetest opfergezeugt, erhaben, du, dem die Stämme Verehrung weihn.
Erste Dekade.
1. Der Gott, der Schätzespendende, nehm euren vollen Löffel an; bald sprenget aus, bald wieder aber füllt ihn auf; dann spendet Segen gleich der Gott.
2. Voran zieh der Gebete Chor! voran die Göttin, die Liebliche! zum menschgewognen Helden, dem Opferendenden bringen die Götter unser Werk.
3. Hoch erhaben zu unserem Schutz stehe, dem Gotte Savitr gleich, als hehrer Spender von Speisen, wenn mit Opfern wir mit Priestern vielfach flehn zu dir!
4. Wer dich, der gern zu Reichthum führt, ein Sterblicher, o Guter! ehrt, dem wird, o Agni! ein liedgepriesner Held zu Theil, ein Tausendnährender durch sich.
5. Dem Gebieter von zahlreichen gottergebnen Häusern, eurem Agni huldigen wir mit Lied und Wort, ihm, den auch andre leuchten auf.
6. Denn dieser Agni ist Gebieter des Heldenmuthes und des Glückes, der Schätze Herr, schönsprossiger, stierversehener, der Herr von Feindesschlachten.
7. Du, o Agni! bist Hausesherr, du bist Priester beim Opfer uns, du Reiniger, Allgebieter, du Hochweiser! opfere, nahe dem Herrlichen.
8. Als Freunde flehen wir zu dir, zum Gotte Menschen wir um Schutz zu der Fluthen Enkel, dem thatenreichen, segenspendenden, dem sündenlosen dem schönsiegenden.
Zweite Dekade.
1. Beschenkt mit Opfern, schmücket auf den Priester; setzt andachtsvoll nieder den Hausgebieter, am heiligen Ort nieder den Opfervollzieher, verehret ihn der in den Häusern zu verehren.
2. Denn wunderbar ist's, wie es wuchs das zarte Kind! das nicht zum Trinken seinen Eltern nachgefolgt; kaum wars geboren, ohne Euter wuchs es da, im Augenblick, auf grosse Botschaft auszugehn.
3. Diess hier ist einer, weiter dann ist einer, und mit dem dritten Glanze woll' dich einen! Heilbringend sei dein' Einigung mit dem Leibe, geliebt seist du in der Götter höchstem Geburtsort.
4. Diess Preislied lass dem hehren Reichthumzeugenden mit Weisheit uns ausschmücken einem Wagen gleich! denn dess Fürsorge bringt uns in dem Rathe Heil; mit dir befreundet, Agni! fehlen nimmer wir!
5. Des Himmels nimmer rastend Haupt und der Erde; den mannumfassenden, opfergezeugten Agni, den Weisen, Allgebieter, Gast der Menschen, unsern Becher dem Mund zeugten ihn sich die Götter.
6. Gleich wie die Wasser von des Berges Rücken, entsprangen dir durch Sang, o Agni! Götter; und dich bestürmen lobesreiche Lieder, – wie eine Schlacht – besiegen dich sangtragende Rosse.
7. Des Opfers König ruft herbei, den grausen, den Opfrer, wahren Heiliger der Welten, den Agni, ehe der unvermerkte Strecker sich naht, den goldenfarbigen zu Hülfe!
8. Entzündet ist der König, Herr, mit Andacht; sein Antlitz ist mit Butter überopfert; mit Opfern huldgen Helden ihm und Priester, hell strahlet Agni in der Morgen Anbruch.
9. Mit grosser Fahne schreitet Agni aufwärts; mit Brüllen füllt der Bulle beide Welten; zu allen Himmelsenden drang er aufwärts; im Fluthen-Lager ist der Stier gewachsen.
10. Den Agni haben aus gepaarten Brändern durch Händereiben Priester gezeugt den hehren, den weitschauenden Hausherrn, Freund der Priester.
Dritte Dekade.
1. Erweckt ist Agni durch der Männer Bränder, Auror' entgegen, die einer Kuh gleich ankömmt; den Schaaren gleich, die von dem Ast auffliegen, erhebt zum Himmel seiner Strahlen Heer sich.
2. Erheb den Sieger, den mächtigen, den Sangspender, den durch Thoren unbethörten, Städtezwinger; den durch Lobsang leitenden; – vollzieh das Werk mit Liebe – den goldenbärtigen gleichsam, den durch Schutz Schätze verherrlichenden.
3. Der eine ist strahlend, ehrfurchtgebietend der andre dir; verschiedenfarbig Tag und Nacht; du bist der Himmel gleichsam; denn alle Gestalten schützest du, opferreicher! segenspendend, o Puschan, sei hier uns diess dein Opfer.
4. Die Speis' o Agni, der Kuh vielwerk'ge Spende mach ewigdauernd dem, der zu dir flehet! uns sei ein Sohn! ein weitverzweigter Name uns! Diess sei, o Agni! deiner Gnade Frucht uns.
5. Der Opfrer, kaum gezeugt, der grosse, himmelskund'ge, bei Menschen wohnende, tauchte in des Wassers Strudel; der aufgestellt, stellt Speisen in den Presstrank, der Schätze schenkt dem Opfrer, Leib beschützend.
6. Den hochgepriesnen Allgebieter –, des Lebendigen, des Helden, des von Menschen zu erfreuenden, wie Indra starken, Thaten soll vor allen die allsegnenden, gesegneten er lieben.
7. Im Doppelholze ruht der Reichthumzeuger, wie in der Mutter, schön von Schwangern getragen; mit sorgender Wache Tag für Tag zu ehren von opferversehnen Menschen, er, der Agni!
8. Fortwährend, Agni! bekämpfst du die Zaubergeister; nicht siegen dein die Rakschasa's in den Schlachten; verbrenn sie all die Thoren, die Fleischverzehrer! lass nicht entgehn sie deiner göttlichen Waffe!
Vierte Dekade.
1. Agni! bringe den glänzendsten Reichthum uns, Unaufhaltsamer! bahne zu hochzurühmendem Gut und Nahrung den Pfad uns!
2. Wenn eifervoll der Held ihm dient, den Agni zündet der Sterbliche, in ihm opfernd dem Brauch gemäss, wird ihm der Götter Schutz zu Theil.
3. Dein Glanz, dein Dampf erhebt sich zum Himmel, leuchtend hingestreckt; denn einer Sonne gleich an Strahl leuchtet dein Körper, Reiniger!
4. Denn dir ward königliche Zier, o Agni, wie Mitra, zu Theil! dir, o Hochweiser! Gütiger! wie Blumen blühest du von Ruhm.
5. Frühmorgens tön dem Agni Lob, dem vielgeliebten Gast des Haus', in welchem, dem Unsterblichen, die Sterblichen all opferen.
6. Das herrlichste dem Agni dar! strahle herrlich, Glanzreicher du! wie einer Büffelin, entströmt, von dir Reichthum Nahrung von dir.
7. Euren Gastfreund in Haus für Haus, dem Vielgeliebten, huldigend, singe mit Kraftgedanken ich eurem Agni ein freundlich Wort.
8. Denn hehre Speise ist dem Licht; drum singe dem Gotte Agni Preis! den wie einen Freund die Sterblichen zu Lobgesang vorangestellt.
9. Wir nahn dem Feindetödtendsten, hehren Agni, dem Anaver, der in Crutarvan ârkshya in reicher Schaar geleuchtet hat.
10. Gezeuget durch den heiligsten Brauch, sei mit deinen Genossen hier! Agni der Vater Kacyapa's, Mutter Glaube, Manus Prophet.
Fünfte Dekade.
1. Nach Soma, dem König Varuna und Agni greifen der Reihe nach wir, nach Sonne, Vishnu, Aditya, Brahm und Brahmanaspati.
2. Von hier aus stiegen sie empor zu des Himmels Dom! Frischauf! sieg, wie die Angiras' auf dem Pfad stiegen himmelwärts.
3. Zu grossem Reichthum entzünden wir und zu Spende, o Agni, dich; verherrliche o Spender! nun zu grossem Opfer Himmel und Erd'!
4. Er eilt herbei, so man ihn ruft »diess ist des Betenden Gebet«; gleich wie ein Reif das Rad umgiebt, umschlinge alle Lieder er.
5. Mit Zorn vernichte rings den Zorn, Agni nach allen Seiten hin! des zauberkräftgen Rakshasa Kraft und Stärke zerschmettere.
6. Du, o Agni! verehre hier die Vasu's, Rudra's, Aditya's, die opferreiche Schaar, gezeugt von Manu, die Milchträufelnde!
Erste Dekade.
1. Vielfach dir opfernd rufe ich, ein Bestürmer, Agni! zu dir, wie in dem Hause eines mächtigen Zwingherrn.
2. Dem Opfrer bringt ein altes Wort, dem Agni ein erhabnes dar! wie einem Priester, der der Lieder Strahlen trägt.
3. O Agni! stierversehner Kost Gebieter du! der Stärke Sohn! o Reichthumzeuger! spende uns gewaltgen Ruhm!
4. Agni! Opfer hoch heiligend, heil'ge die Götter dem Götterfreund; ein segnender Opfrer strahlst du über die Feinde weg.
5. Gezeugt von sieben Müttern fleht zu den Weisen er zum Heil! er der der Schätze Fundament; blick her auf uns!
6. Und sie auch, welche ewig Geist, die Aditi nah' uns zum Schutz, in Seligkeit bring Freude sie, entfern den Feind!
7. Drum feiere den Nahenden, verehr den Reichthum zeugenden, rauchwogenden, unnahbare Gluth leuchtenden.
8. Des herrschet selbst durch Zauber nicht ein Sterblicher, ihm feindgesinnt, wer Agni huldigt dem Opferdarbringenden.
9. Den sündenvollen, feindlichen, o Agni! den bösgesinnten entferne weit, der Braven Herr! und schenke Heil!
10. Erhörend, Agni! meinen neu'n Lobsang o Held, o Stammesherr! verzehr mit Gluth die zaubernden, die Rakschasas!
Zweite Dekade.
1. Lobsinget dem freigebigsten! wahrhaft'gen, grossen, glänzendstrahlenden, dem Agni, o Upastuta's!
2. Durch deine Hülfen, Agni! steigt, die heldenreichen, thatkräftigen, empor, wes Brüderschaft dir angenehm.
3. Lobsinge ihm, des Himmels Herrn; die Götter sandten ihn als nimmermüden Gott; das Opfer bringst du götterwärts.
4. Nicht schäme unsres Gastes dich! Agni ist brav, und vielgepriesen er, der mit Priestern, Opfern schön begabt.
5. Zum Heil sei Agni opferversehn, Heil die Gabe, das Opfer Heil, Glückseliger! Heil bringend unser Lobgesang!
6. Dich, den weihendsten flehn wir an, den Gott, der gottwärts opfert, den Unsterblichen, der schön vollziehet dieses Werk.
7. Den Hort, o Agni! bringe uns, der in der Halle überwältigt jeden Feind, des bösgesinnten Mannes Zorn.
8. Sobald der rasche Stammesherr gnädig ist dem Manus'-Stamm; dann ja! zerstört Agni der Rakschas' Schaaren all.
Dritte Dekade.
1. Das singe beim gepressten Trank eurem vielangeruf'nen tapferen, was Freude dem stiergleich starken macht.
2. Welcher, o hundertopfriger! freudebringendster Rausch dir ist, des Rauschs berausche, Indra! dich.
3. Ihr Kühe! nahet euch dem Born; Erd und Himmel erfreun das Werk; vergoldet beide Hörner sind.
4. Lasst tönen Lobgesang dem Ross, der Kuh, o Crutakaksha! Lob, und Lob des Indra Paradiess.
5. Ihn, den Indra, erstarken wir zu des gewaltigen Vritra Mord; er sei der Stier, ein wahrer Stier.
6. Du, o Indra! der durch Kraft der Stärke und der Macht entspross, du wahrlich Stier, du bist ein Stier.
7. Das Opfer gab dem Indra Kraft, als er die Erd' umhüllete, Wolken schaffend im Himmelsraum.
8. Wenn, Indra! ich, wie du es bist, alleiniger Herr des Reichthums wär, stierreich sollt mein Lobsänger sein.
9. Den Preisauf Preiseswerthen Trank reicht rasch dem zu Erfreuenden, dem Mann, dem Helden, ihr Presser! dar.
10. Hier, o Guter! ist Trank gepresst; trink dir davon den Bauch recht voll; dir, o furchtloser! spenden wir.
Vierte Dekade.
1. Zum schatzberühmten gehst du auf, zum Stier, der heldenwerkereich, zum Schleuderer, o Sonne! du.
2. Zu was, du Vritratödter! auch, o Sonne! aufgegangen bist, das all ist Indra in deiner Macht.
3. Der aus der Ferne hergeführt schön leitend Turvaca Yadu – Indra, der Jüngling ist uns Freund.
4. Nicht unsern Widersachern sei, o Indra! hold der Sonne Strahl. Das gönne deine Hülfe uns!
5. Bring, Indra! reich erfreuend Gut, leblanges, immer siegreiches, hochalterendes uns zu Nutz!
6. Indra rufen im grösseren Kampf, Indra wir in kleinem an, den blitzschleudernden Kampfgenoss.
7. Der Kadru Trank hat eingeschlürft, Indra zur tausendarmgen Schlacht! damit empfing er Heldenkraft.
8. Wir, o Indra! für dich entbrannt, preisen dich Stier! in Lobgesang, des nimm, o Guter! bei uns wahr!
9. Herbei! die Agni zünden an, dem Brauch gemäss das Grass hinstreuen, denen Indra der Jüngling Freund!
10. Schlage alle Hasser zurück, die Quäler, Feinde morde all! das erwünschte Gut bring herbei!
Fünfte Dekade.
1. Fast hier erschallt der Geissel Ton, wenn sie in ihren Händen klingt; bunt flammt es nieder in dem Sturm.
2. Diese Gefährten, o Indra! schaun, somahaltend nach dir umher, dich nährend einem Stiere gleich.
3. Alle Stämme, die Menschen all, neigen sich nieder seinem Zorn, wie die Flüsse allsammt zum Meer.
4. Sie, der Götter gewaltige, Hülfe rufen wir an für uns, der Stiere an zu unserm Schutz.
5. Lass, o Brahmanaspati! schön vollziehen das Somawerk den Kakshivat der Ucij Sohn.
5. Wachen Sinnes fürwahr sei uns der Vritratödter, opferreich; Mächtiger! hör unser Flehn!
7. Heut o Gott! Erzeuger! zeug sprossenreiche Glückseligkeit; entzeuch uns fern Schlaflosigkeit.
8. Wo ist der ewig junge Stier, der ungebeugte, starknackige? welcher Priester verehret ihn?
9. Am Abhange der Berge und an der Ströme Verbindung ist der Weise durch Opfer gezeugt.
10. Preist der Menschen Allgebieter! Indra, den des Lobsangs werthen, Helden, Sieger, spendereichsten.
Erste Dekade.
1. Der schöne hat des Tranks geschlürft, des kräftigen, aufregenden – Indra, des Indu Gerstenbräu.
2. So rufen, Schätzereicher! stets diese Lobgesänge zu dir, wie Kühe nach dem Kalbe schrein.
3. Des Stieres, des erschaffenden, verborgne Hehr' erkannt' er da wahrhaftig in des Mondes Haus.
4. Als Indra, der besaamendste, leitet das strömend grosse Nass, da war Pushan mit ihm vereint.
5. Es trinkt die Kuh, der reichen Maruts speisegierige Mutter, der Wagen Gespann ist angeschirrt.
6. Mit Falben nahe unsrem Trank; nahe, der Rauschgetränke Herr! mit Falben nahe unserm Trank.
7. Erwünschte Opfer sind gesprengt, Indra stärkend, im heiligen Werk! zum Sühneopfer nun mit Macht!
8. Denn mir ward von dem Vater her des Wahren Wissenschaft zu Theil; ich bin der Sonne gleich gezeugt.
9. Reiche, speisenvielversehne seien uns im mitgeniessenden Indra, der wir zur Sätt'gung uns freu'n.
10. Soma, Puschan sind wohlbekannt mit aller braven Wohnungen, gottwärts leiten die Wagen sie.
Zweite Dekade.
1. Singet dem Indra Lobgesang, dem euren Soma trinkenden, opferreichallsiegenden, der Menschen grössten Spender.
2. Stimmt eurem Indra ein freudig Lied, dem Herrn der falben Rosse an, o Freunde! dem somatrinkenden!
3. Wir, o Indra! für dich entbrannt, Gefährten dir, nur diess im Sinn, Kanviden, preisen mit Sang dich.
4. Des Indra Trank, des freudigen, lass preisen unsre Lieder rings; ein Lied lass stimmen die Sänger an.
5. Dir, Indra! ist der Somatrank gereinigt auf dem Opfergrass; komm, eile, schlürfe nun davon.
6. Den schönes vollbringenden rufen wir, wie zum Melken schönmilchende, zu unsrem Schutze Tag für Tag.
7. Ich sprenge, o gewaltiger Stier! Soma auf Soma zum Trank für dich, geniesse, schlürf des Rausches Trank.
8. Des Soma, der in Löffeln dir, gepresst in Planken, wird gereicht, dess trinke nun! du bist der Herr!
9. In Noth auf Noth, in Kampf auf Kampf, rufen den Gewaltigen wir, Indra, Freunde! zu unserm Schutz.
