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Inklusive Schulen entwickeln - wie geht das? Dieser Band definiert Mindestanforderungen, die bei Schulentwicklungen mit der Zielperspektive Inklusion zu beachten sind und erläutert praxisnah Ziele und Strategien der Umsetzung: Von der Klärung struktureller Voraussetzungen, dem Aufbau Regionaler Bildungslandschaften, über die Gestaltung eines inklusiven Unterrichts und prozessbegleitender Diagnostik bis hin zu Fragen institutioneller Übergänge, Konzepten für die Aus- und Weiterbildung und der Beratung. Zudem werden bereits erprobte Schulentwicklungsinstrumente vorgestellt und erläutert. Unter Beteiligung namhafter AutorInnen aus der Integrations- und Inklusionsforschung werden hiermit mustergültige Leitlinien für die Entwicklung inklusiver Schulen vorgelegt.
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Seitenzahl: 389
Veröffentlichungsjahr: 2013
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Inklusive Schulen entwickeln - wie geht das? Dieser Band definiert Mindestanforderungen, die bei Schulentwicklungen mit der Zielperspektive Inklusion zu beachten sind, und erläutert praxisnah Ziele und Strategien der Umsetzung: von der Klärung struktureller Voraussetzungen, dem Aufbau Regionaler Bildungslandschaften, über die Gestaltung eines inklusiven Unterrichts und prozessbegleitender Diagnostik bis hin zu Fragen institutioneller Übergänge, nach Konzepten für die Aus- und Weiterbildung und der Beratung. Zudem werden bereits erprobte Schulentwicklungsinstrumente vorgestellt und erläutert. Unter Beteiligung namhafter Autorinnen und Autoren aus der Integrations- und Inklusionsforschung werden hiermit Leitlinien für die Entwicklung inklusiver Schulen vorgelegt.
Vera Moser (Hrsg.)
Die inklusive Schule
Standards für die Umsetzung
unter Mitarbeit von Helga Deppe, Sibylle Hausmanns, Dieter Katzenbach, Ulrike Meister, Irmtraud Schnell & Eva Katharina Wingerter
Dieses Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwendung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechts ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Mikroverfilmungen und für die Einspeicherung in elektronische Systeme.
2. Auflage 2013 Alle Rechte vorbehalten © 2012 W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Umschlag: Gestaltungskonzept Peter Horlacher Gesamtherstellung: W. Kohlhammer Druckerei GmbH + Co. KG, Stuttgart
Print: 978-3-17-023981-4
E-Book-Formate
pdf:
978-3-17-023520-5
epub:
978-3-17-023983-8
Inhalt
Vorwort zur 2. Auflage
Literatur
Einleitung
Standards für die Umsetzung von Inklusion im Bereich Schule
Literatur
1 Rechtliche Grundlagen schulischer Inklusion/ Angemessene Vorkehrungen
Eckpunkte der Monitoring-Stelle zur UN-Behindertenrechtskonvention zur Verwirklichung eines inklusiven Bildungssystems (Primarstufe und Sekundarstufen I und II)1
1 Verfügbarkeit
2 Zugänglichkeit
3 Akzeptierbarkeit
4 Anpassungsfähigkeit
Literatur
2 Strukturelle Voraussetzungen und Ressourcen im Kontext von Schulentwicklung
Strukturelle Voraussetzungen inklusiver Bildung
Bezug zur UN-Konvention
Überblick über den Forschungsstand
Gesellschaftliche Entwicklungen – Zeitdiagnosen: Inklusion in Zeiten gesellschaftlicher Desintegration?
Die politischen Entscheidungsträger – Umsteuerung verlangt klare Perspektiven
Die Ebene der Schulorganisation – Grundstruktur und Finanzierung des Unterstützungssystems
Umfang der Ressourcen
Modelle der Ressourcensteuerung
Geteilte Kostenträgerschaft – Notwendigkeit der Koordination und der Gesamtplanung
Organisation von Expertise
Sonderpädagogische Grundversorgung
Regionale und überregionale Kompetenzzentren
Fazit: Beispiel eines kommunalen/regionalen Kompetenzzentrums
Die Einzelschule – Rahmung einer Kultur des Sich-Beratens
a) Politisch-rechtliche Ebene
b) Administrative Ebene (Verwaltung einschl. Kostenträgern)
c) Institutionelle Ebene
d) Ebene der Professionellen
e) Ebene der Schüler/innen und ihrer Eltern
Lokale Bildungslandschaften und Inklusion
Bezug zur UN-Behindertenrechtskonvention
Bildungslandschaften in einem inklusiven Bildungssystem
Begriff und Konzept Bildungslandschaften
Anlässe und Hintergründe
Schule und Schulentwicklung in sozialräumlicher Perspektive
Programme und Forschungen
Bedeutung des Konzepts „Bildungslandschaften“ für Inklusion
a) Politisch-rechtliche Ebene
b) Administrative Ebene
c) Institutionelle Ebene
Inklusive Schulentwicklung
Einleitung
Was kennzeichnet gute inklusive Schulen?
1 Die Bedeutung von Schulkultur
2 Leitung und Mitbestimmung
3 Strukturen und Praktiken
4 Unterstützung durch Bildungspolitik und -verwaltung
Visionen, Team-Lernen und die Beziehung zu außerschulischen Kontexten als Entwicklungsbereiche inklusiver Schulen
Leitbildentwicklung an inklusiven Schulen
Leitlinien derinklusiven pädagogischen Arbeit
Team-Lernen und Kooperation
Inklusive Schulen im Kontext
Fazit
Standards
a) Politisch-rechtliche Ebene
b) Administrative Ebene
c) Institutionelle Ebene
d) Ebene der Professionellen
e) Ebene der Schüler/innnen und ihrer Eltern
Literatur
Qualifizierte Begleitung inklusiver Schulentwicklung
Der Index für Inklusion
Prozessbegleitungen für Schulen
Qualifizierung für externe Prozessbegleiter/innen
Neun Module
1 Selbstkonzept und Rolle als Prozessbegleiter/in
2 Einen Begleitprozess in der inklusiven Organisationsentwicklung anlegen und beginnen
3 Umgang mit Perspektivenvielfalt – als Ressource
4 Inklusive Veränderungssprozesse
5 Rolle und Funktion von Steuer- und Lenkungsgruppenin in klusiven Organisationsentwicklungsprozessen
6 Der Index für Inklusionin der konkreten Anwendung
7 Nicht zu unterschätzen: Methoden- und Visualisierungskompetenz
8 Prozesse moderieren bei Vernetzungen, Kooperationen, Fusionen, Neugründungen
9 Der Abschluss eines Prozesses – und Fragen zur Evaluation
Literatur
Auf dem Weg zur inklusiven Schule – mit Hilfe des Index für Inklusion
Standards und Inklusion?
Der Index für Inklusion als implizite Setzung von Standards?
Ergebnisse der Arbeit mit dem Index für Inklusion
Fazit
Literatur
Der Bewertungsraster1 zu den schulischen Integrationsprozessen – ein Ausgangspunkt für Schulentwicklung
Aufbau des Bewertungsrasters
Dimensionen und Leitsätze
Vierstufige Bewertungsskala
Leitfragen zur Selbsteinschätzung
Weiterentwicklung der Selbstevaluationsinstrumente
EvalTool
Selbstevaluationin fünf Arbeitsschritten
Fazit
Literatur
Links
Inklusive Qualitätsentwicklung auf der Grundlage Vorurteilsbewusster Bildung und Erziehung
Standards – Lernen – pädagogische Qualität: Was Schulen von Kitaslernen können
Inklusion als wertebezogener Rahmen für Qualitätsentwicklung
Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung als inklusives Praxiskonzept
Qualitätshandbuch für Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung
Inklusive Organisationsentwicklung
Inklusion als bildungspolitisches Großprojekt – unter Beteiligung Aller
Literatur
Von der Schulbegleitung zum Teilhabemanagement
Begriffsbestimmung
Tätigkeitsinhalte
Qualifikation und Arbeitsbedingungen
Rechtliche Verortung/Finanzierung
Räumliche Verortung/Organisationsform
Perspektiven für die nahe Zukunft
Standards
a) Politisch-rechtliche Ebene
b) Administrative Ebene (Verwaltung einschl. Kostenträgern)
c) Institutionelle Ebene
d) Ebene der Professionellen
e) Ebene der Schüler/innen und ihrer Eltern
Literatur
3 Transitionen
Barrierefreie Passagen in inklusiver Erziehung und Bildung. Der Übergang von der Kindertageseinrichtung zur Schule
Die Ausgangssituation
Der Übergang als ko-konstruktiver Prozess der Systeme und ihrer Akteure
Statuspassagen – Jungen und Mädchen vor einem biografisch neuen Lebensabschnitt
Eltern in neuer Rolle
Erzieher/innen und Lehrer/innen – Brückenbauer?
Transitionsforschung – Wissenschaftliche Ergebnisse und praktische Erfahrungen als Orientierungen im Übergang
Standards guter Begleitung des Übergangs von der Kindertageseinrichtung zur Schule
Standards
a) Politisch-rechtliche Ebene
b) Administrative Ebene (Verwaltung einschließlich Kostenträgern)
c) Institutionelle Ebene (Kindertageseinrichtung und Schule)
Institutionsinterne Ebene – Strukturelle Verankerung von Partizipation und Kooperation
Literatur
Die neue Schuleingangsstufe aus inklusionspädagogischer Perspektive – ein barrierefreier Schulstart für alle schulpflichtigen Kinder?
Die neue Schuleingangsstufe: Ein programmatischer Trend zur inklusiven Schulentwicklung?
Die neue Schuleingangsstufe und der Erhalt selektiver Prozeduren
Die neue Schuleingangsstufe und der Erhalt tradierter Organisationsformen
Das Modell FLEX Brandenburg: Hält es den Standards einer inklusiven Schuleingangsphase stand?
Standards für einen inklusiven Schulstart
Standards
a) Politisch-rechtliche Ebene
b) Administrative und institutionelle Ebene
c) Ebene der Professionellen
Literatur
Von der Grundschule in die Sekundarstufe I
Gegliedertes Schulwesen
Soziale Bewältigung des Übergangs
Leistungsvergleiche
Entwicklungsaufgaben im Jugendalter
Soziale Zusammensetzung der Lerngruppe
Vorbereitung des Übergangs
Standards
Literatur
Inklusionsstandards für Schulen für den Bereich Übergang Schule – Beruf
Das Recht auf berufliche Teilhabe in der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung
„Den Lebensunterhalt durch Arbeit verdienen …“
„…in einem offenen Arbeitsmarkt …“
„…in einem integrativen/inklusiven Arbeitsmarkt …“
„…in einem für Menschen mit Behinderungen zugänglichen Arbeitsmarkt …“
„… frei gewählt und angenommen wird“
Personenzentriertes Denken
Persönliche Zukunftsplanung
Schaffung beruflicher Wahlmöglichkeiten durch Arbeits- und Betriebserfahrungen
Beruf und Geschlecht, Behinderung, Migrationshintergrund etc.
Passende Sprache
Mobilität
Vernetzung und Kooperation von Schulen
Fortbildung von Lehrer/innen und Fachkräften der beruflichen Integration
Ganzheitlichkeit
Förderung von Selbstbestimmung und Peer Support
Ausblick
Standards
a) Administrative und institutionelle Ebene
b) Ebene der Professionellen
Literatur
4 Professionalisierung und Ausbildung
Professionalisierung und Ausbildung von Lehrkräften für inklusive Schulen
Bezug zur UN-Behindertenrechtskonvention
Zum Stand der Forschung im Bereich der Professionalisierung
Professionelle Kooperationen/Teamarbeit
Universitäre Ausbildung
Studiengang „Inklusive Pädagogik“
Gemeinsame Ausbildungin den Bereichen:
Zusatzqualifikation Inklusion:
„best practice“-Beispiele
a) Studiengang Integrierte Sonderpädagogik an der Universität Bielefeld (Birgit Lütje-Klose)
b) Studiengang Inklusive Pädagogik an der Universität Bremen (Simone Seitz)
Inklusive Bildung in der zweiten und dritten Phase
„Training on the job“ durch Fort- und Weiterbildung
Fortbildungsmodule -„best pratice“-Beispiel Thüringen
Standards
a) Politisch-rechtliche Ebene
b) Administrative Ebene
c) Institutionelle Ebene
d) Ebene der Professionellen
e) Ebene der Schüler/innen und ihrer Eltern
Literatur
5 Inklusiver Unterricht
Humane entwicklungs- und leistungsförderliche Strukturen im inklusiven Unterricht
Zur1. These: Inklusiver Unterricht beruht auf einer Halt gebenden und responsiven Lehrer-Schüler-Beziehung
Zur 2. These: Im inklusiven Unterricht werden respektvolle Peer-Beziehungen gepflegt
Zur 3. These: Zum inklusiven Unterricht gehört eine differenzierende Didaktik, die individualisierungsfähige gestufte Standards und Offenheit für die Themen der Kinder und Jugendlichen kombiniert
Zur 4. These: Im inklusiven Unterricht werden didaktische Materialien angeboten, die Differenzierung ermöglichen
Zur 5. These: Im inklusiven Unterricht wird eine pädagogische Diagnostik praktiziert, die im Sinne des Assessment for Learning auch Selfassessment und Peer-assessment einschließt
Zur 6. These: Im inklusiven Unterricht wird ein mehrperspektivischer Leistungsbegriff angewendet
Zur 7. These: Im inklusiven Unterricht kooperieren multiprofessionelle Teams
Literatur
Gemeinsam und individuell - Anforderungen an eine inklusive Didaktik
Grundlegendes
Ein Beispiel
Standards
a) Institutionelle Ebene
b) Ebene der Professionellen
Literatur
6 Lern- und entwicklungsbezogene Diagnostik
Angemessene Vorkehrungen zur Sicherung von Lernerfolgen in der inklusiven Schule
Nachteilsausgleiche
Standards
Literatur
Pädagogische Testdiagnostik für die inklusive Schule
Grenzen der Individualisierung
Diagnostik im schulischen Kontext: Gepflogenheit und neue Grundsätze
Diagnostische Aufgaben und diagnostische Kapazität
Mehr diagnostische Kompetenz für Grundschullehrkräfte
Standardisierte Tests des Lernstandes gerade im inklusiven Umfeld
Geeignete Verfahren für Test und Training
Fazit
Literatur
Rechtsquellen
Verzeichnis von Tests und Trainings
Unterrichtsbegleitende Diagnostik
Standards
Literatur
Klassenführung, guter Unterricht und adaptive Lehrkompetenz
Standards
a) Standards auf der institutionellen Ebene
b) Standards auf der Ebene der Professionellen
Literatur
7 Unabhängige Beratung
Unabhängige Beratung als Qualitätsmerkmal inklusiver Bildung
Selbstvertretung und Partizipation
Inklusive Bildung
Die besondere Herausforderung des Zugangs zu inklusiver Bildung
Die doppelte Rolle der Eltern
Das Modellprojekt Unabhängige Beratungin Hessen
1 Beratung
2 Stärkung der Selbstvertretung
3 Bewusstseinsbildung
4 Professionelle Multiplikatorenausbildung
Das Konzept Unabhängiger Beratung
Merkmale Unabhängiger Beratung
Fazit
Standards
a) Politisch-rechtliche Ebene
b) Administrative Ebene
c) Institutionelle Ebene
d) Ebene der Professionellen
e) Ebene der Kinder und Jugendlichen und ihrer Eltern
Literatur
Zu den Autoren und Autorinnen
Es ist für eine/n Herausgeber/in eine große Freude, schon nach kurzer Zeit ein Vorwort für eine zweite Auflage schreiben zu dürfen. Daher sei allen bisherigen Leser/innen dieses Buches für ihr Interesse ganz herzlich gedankt. Um den vorliegenden Titel in die Diskussionen des vergangenen Jahres einzuordnen, möchte ich die folgenden Anmerkungen anfügen:
Inzwischen haben alle Bundesländer schulgesetzliche Änderungen zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention verabschiedet bzw. auf den Weg gebracht und damit einen expliziten Willen zu ihrer Umsetzung bekundet. Dabei sind allerdings die Definitionen dessen, was mit Inklusion, Integration oder Gemeinsamem Unterricht gemeint ist, nach wie vor denkbar breit. Zwar wird in der Regel auf Schüler und Schülerinnen mit Förderbedarfen rekurriert, doch auch andere Heterogenitätsdimensionen werden bisweilen thematisiert – insbesondere der enge Zusammenhang vom Aufwachsen in bildungsfernen Milieus und der Feststellung von Förderbedarfen. Somit wird von hier aus immer deutlicher, dass Inklusion in einem weiteren Sinne zu interpretieren ist, der alle in der Schule wirksamen Heterogenitätsdimensionen umfasst.
Zugleich werden aus Gründen des demographischen Wandels schulstrukturelle Veränderungen beobachtbar, die die individuelle Förderung als Merkmal gelingenden Unterrichts herausstellen: Dies gilt insbesondere für den weiteren Ausbau von Gemeinschafts-, Sekundär-, Stadtteil- bzw. Gesamtschulen. In diesem Zusammenhang dokumentiert sich inzwischen auch auf der Ebene der Curriculums- und Schulbuchentwicklung sowie der aktuellen fachdidaktischen Forschung, dass jedweder Unterricht regelmäßig von heterogenen Lerngruppen auszugehen hat. Diese aus Sicht inklusiver Schulen produktiven Entwicklungen werden allerdings nach wie vor konterkariert von den Vorgaben der Bildungsstandards, die individuelles Lernen gerade nicht honorieren. Dieser bildungspolitische Spagat muss in der Regel auf der Ebene der Einzelschule gelöst werden und damit nimmt die Bedeutung individueller Schulentwicklungsprozesse weiter zu, für die dieses Buch eine anregende Lektüre sein will.
Sichtbar wird inzwischen aber auch, dass bundeslandbezogene Steuerungsprozesse, wie eine inklusive Schule auszusehen hat, nach wie vor kaum vorliegen. Und interessanter Weise treten neue Akteure auf den Plan, die sich für die Qualität inklusiver Schulen einsetzen: nämlich z. B. die Schulträger, die den Aus- und Aufbau neuer Schulen kritisch begleiten und alte Schulformen nur dann aufgeben werden, wenn neue sich bewähren und in ihrer Nachfrage stabil bleiben (vgl. auch Rürup 2011). Damit steht die alte Forderung einmal mehr im Raum, Qualitätsstandards für inklusive Schulen zu definieren und zu kontrollieren, an denen sich Schulträger, aber auch Eltern orientieren können. Auch hierfür sollte dieses Buch eine Grundlage sein. Denkbar wären z. B. Akkreditierungsagenturen, Beiräte oder Clearingstellen für Inklusion, die neben Qualitätssicherungen auch Monitoringaufgaben des Umsteuerungsprozesses übernehmen könnten.
Weiterhin wird in der Beobachtung der praktischen Umsetzung derzeit deutlich, dass Steuerungsvorgaben, was die einzelnen beteiligten Professionellen zu leisten haben, ausstehen und hier erheblicher Forschungsbedarf besteht (vgl. auch Döbert/Weishaupt 2013), so dass auch Teambildungsprozesse eine zentrale Aufgabe individueller Schulentwicklungen darstellen, die leider in diesem Buch noch nicht zentral thematisiert wurden.
Auch sind dringende gesetzliche Änderungen erforderlich, um die unterschiedlichen Finanzierungen von Inklusion in Schulen zusammenzuführen – hier wird eine ‚Große Lösung‘ der Schnittstellenproblematik von Sozialhilfeträgern und Trägern der Kinder- und Jugendhilfe angestrebt.
Und schließlich wurde deutlich, dass Inklusion im Transferprozess mehr kostet (wie auch der Beitrag von Dieter Katzenbach und Irmtraud Schnell in diesem Band ausführt), so dass sich politischer Wille schlussendlich auch in der Bereitstellung entsprechender Finanzierungen ausdrückt.
Für alle, die sich nun auf den Weg machen, inklusive Schulen aufzubauen, wünsche ich aus den genannten Gründen viel Elan, Teamgeist und kreatives Potential, um die vorhandenen Widersprüche und unvorhergesehenen Hürden auch mit Hilfe der Lektüre dieses Buches zu nehmen – dies aber im Dienste einer Schule, die allen Beteiligten wieder einen Blick eröffnet auf die Einsicht, dass „every child is a precious human being, a person of endless potential“ (Ravitch 2012, 288).
Berlin, im Juli 2013
H. Döbert/H. Weishaupt (Hrsg.) (2013): Inklusive Bildung professionell gestalten. Situationsanalyse und Handlungsempfehlungen, Münster
Ravitch, D. (2011): The Death and Life of The Great American School System, New York: Basic Books
Rürup, M. (2011): Inklusive Bildung als Reformherausforderung. Zur Perspektive der Educational Governance Forschung. In: Zeitschrift für Inklusion 4[http://www.inklusion-online.net/index.php/inklusion/article/view/132/128]
Vera Moser
Seit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention durch die Bundesrepublik Deutschland stehen viele Fragen zur Klärung an, die Konvention umgesetzt werden kann – dies betrifft insbesondere die inhaltliche Füllung dessen, was mit der Bereitstellung der „angemessenen Vorkehrungen“ gemeint ist. sie umgesetzt werden muss, und zwar auch in einem definierten Zeitraum, ist jedoch inzwischen auch durch einschlägige Rechtsgutachten eindeutig belegt und insofern unumstritten.
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